American Express in Österreich: Karten, Entgelte und Herausgeber

American Express ist in Österreich kein Kreditinstitut, sondern ein Zahlungsinstitut. Alle sieben Karten mit Jahresentgelt, die Kosten von Membership Rewards.

Aktualisiert: 17. August 2026 12 Min. Lesezeit

American Express ist in Österreich keine Bank. Ihr Vertragspartner ist die Zweigniederlassung einer spanischen Aktiengesellschaft, die als Zahlungsinstitut eine Erlaubnis der Banco de España hält - nicht als Kreditinstitut eine Banklizenz. Die frühere American Express Austria Bank GmbH gibt es nicht mehr.

Der zweite Punkt, der viele Vergleiche unbrauchbar macht: Alle österreichischen Amex-Karten sind Charge Cards. Der Betrag wird jeden Monat vollständig fällig. Eine Teilzahlung, einen Sollzinssatz oder einen effektiven Jahreszins nennt keines der Kartendokumente - was zugleich bedeutet, dass ein Vergleich mit einer revolvierenden Kreditkarte zwei verschiedene Produkte nebeneinanderstellt.

Wer die Karte herausgibt

Kartenherausgeber ist laut Impressum die American Express Europe S.A. - Austrian Branch, Nordbergstraße 1, Stiege 1, Top 81 in 1090 Wien, eingetragen unter FN 495241 x, UID ATU73547502. Die Geschäftsleitung für Österreich bilden Anita Pruckner und Klemens Brugner.

Dahinter steht die American Express Europe S.A., eine Sociedad Anónima nach spanischem Recht mit Sitz Avenida Partenón 12-14 in 28042 Madrid, eingetragen im Registro Mercantil de la Provincia de Madrid. Die österreichische Einheit ist deren Zweigniederlassung, also keine eigene Gesellschaft.

Für die Händlerseite gibt es eine zweite Gesellschaft: Die Akquisition von Akzeptanzstellen betreibt die American Express Payments Europe, S.L. - Austrian Branch unter FN 493466 k, mit einer eigenen Erlaubnis der Banco de España.

Ein Punkt, der bei vielen anderen Kreditkarten anders liegt: Es gibt keine Partnerbank. Bei den meisten österreichischen Kreditkarten steht ein Institut wie card complete hinter dem Produkt, das die Bank nur vermittelt. Amex gibt seine Karten selbst aus, einschließlich der beiden BMW-Karten.

Zahlungsinstitut statt Kreditinstitut

Der rechtliche Status steht wörtlich im Impressum: „American Express Europe S.A. hält eine Erlaubnis der Banco de España mit Sitz in Spanien zur Erbringung von Zahlungsdiensten […]; Referenznummer 6837.”

Daraus folgt die Aufsichtslage. Zuständig ist die Banco de España als Herkunftsaufsicht, in Österreich die FMA, Bereich Banken. Und daraus folgt auch der Satz, der in allen sieben Kartenbedingungen gleich lautet: „Für diesen Kartenvertrag besteht kein Garantiefonds und keine sonstige Entschädigungsregelung.”

Das klingt beunruhigender, als es ist. Eine Einlagensicherung sichert Einlagen; bei einer Kreditkarte gibt es keine. Wer den Satz als Mangel liest, vergleicht ein Zahlungsmittel mit einem Sparkonto. Für Streitfälle besteht sehr wohl ein Weg: American Express ist nach eigener Angabe verpflichtet, an Verfahren vor der Gemeinsamen Schlichtungsstelle der Österreichischen Kreditwirtschaft teilzunehmen.

Die sieben Karten und was sie kosten

Kartepro Jahrpro MonatMembership Rewards
American Express Card70 Euro6 Euro30 Euro extra
Gold Card185 Euro16 Euro30 Euro extra
Platinum Card690 Euro57,50 Euroinkludiert
BMW Card55 Euro-inkludiert
BMW Card Gold150 Euro-inkludiert
Business Card70 Euro-30 Euro extra
Business Gold Card185 Euro-30 Euro extra

Stand der Mitgliedschaftsbedingungen: Juni 2026, bei den Business Cards Juli 2026. Bei der American Express Card und der Gold Card ist das Entgelt laut Bedingungen für die ersten zwölf Monate beitragsfrei.

Zwei Namensfragen sorgen regelmäßig für Verwirrung. Die Einstiegskarte heißt heute schlicht „American Express Card”, nicht mehr „Green Card” - der alte Name lebt nur noch in der URL der Produktseite und im Dateinamen der Bedingungen fort. Und die PAYBACK American Express, die in Vergleichen häufig für Österreich genannt wird, gibt es hier nicht: Die vollständige Kartenliste im österreichischen Shop führt sie nicht, und eine Volltextsuche über Kartenshop und Programmseiten liefert keinen Treffer. Sie ist ein deutsches Produkt.

Zwei weitere Karten, Blue Card und Aurum Card, haben gepflegte Mitgliedschaftsbedingungen, fehlen aber im Kartenshop. Ob sie für Neukunden noch erhältlich sind, sagt Amex nirgends ausdrücklich - beides zu behaupten wäre über den Beleg hinaus.

Membership Rewards kostet extra, und die Rechnung lohnt sich erst spät

Das Bonusprogramm wird auf den Produktseiten als Vorteil beworben, ohne dass dort ein Preis steht. In den Mitgliedschaftsbedingungen steht er: 30 Euro pro Jahr bei der American Express Card, der Gold Card und den Business Cards. Die Ausbaustufe Turbo kostet weitere 15 Euro. Bei der Platinum Card und den beiden BMW-Karten ist das Programm inkludiert.

Was ein Punkt wert ist, lässt sich aus einem Beispiel ableiten, das Amex selbst nennt: 30.000 Punkte entsprechen einem Amazon-Gutschein über 120 Euro. Das entspricht 0,4 Cent je Punkt - ein Wert, der sich aus diesem einen Beispiel ergibt und für andere Einlösewege abweichen kann. Um allein das Programmentgelt von 30 Euro wieder hereinzuholen, brauchen Sie also 7.500 Punkte - bevor der erste Punkt tatsächlich ein Vorteil ist.

Ein Detail für BMW-Kartenbesitzer: Bei ihnen ist das Programm zwar inkludiert, eine Verknüpfung mit anderen American-Express-Karten ist aber ausdrücklich nicht möglich. Wer Punkte über mehrere Karten sammeln will, kann die BMW-Karten nicht einbeziehen.

Die Entgelte sind bei allen Karten gleich

Anders als bei den Jahresentgelten unterscheiden sich die laufenden Kosten zwischen den Karten kaum. In allen geprüften Bedingungen stehen dieselben Sätze:

PositionEntgelt
Fremdwährungsumrechnung2 Prozent
Bargeld am Automaten3 Prozent, mindestens 2,50 Euro
Mahnung ab 100 Euro offener Forderung15 Euro je Mahnung
Rücklastschrift10 Euro
Abrechnung in Papierform5 Euro

Bei der Bargeldfunktion gibt es zwei Einschränkungen, die selten erwähnt werden. Sie wird bei den geprüften Karten erst nach den ersten sechs Monatsrechnungen freigeschaltet, und zwar nur auf telefonischen Antrag; im Platinum-Dokument fehlt diese Klausel. Und die Limits sind eng gesetzt: bei der American Express Card alle sieben Tage bis 700 Euro, bei der Gold Card alle sieben Tage bis 1.500 Euro, bei der Platinum Card alle 30 Tage bis 3.000 Euro - jeweils bezogen auf das gesamte Kartenkonto samt Zusatzkarten.

Bargeld über eine Amex-Karte ist damit ohnehin ein teurer Notbehelf: Bei 300 Euro fallen 9 Euro an, bei einer Abhebung in Fremdwährung kommen 2 Prozent Umrechnungsentgelt dazu.

Charge Card heißt: der volle Betrag, jeden Monat

Dieser Punkt ist konsumentenschutzrelevant und wird in Vergleichen fast durchgehend falsch dargestellt.

Die Mitgliedschaftsbedingungen sind eindeutig: Der gesamte monatliche Abrechnungsbetrag ist jeweils zum Fälligkeitstermin zu begleichen. Die Begriffe Ratenzahlung, Sollzinssatz und effektiver Jahreszins kommen in keinem der Kartendokumente vor - also genau jene Angaben, die ein Kreditvertrag zwingend enthalten müsste.

Für Sie heißt das zweierlei. Es gibt keine Zinsfalle, weil es keinen revolvierenden Kredit gibt - der häufigste Kostentreiber bei Kreditkarten fällt hier weg. Umgekehrt gibt es aber auch keinen Puffer: Wer den Betrag nicht aufbringt, ist im Verzug. Dann fallen Verzugszinsen von 4 Prozent pro Jahr an, dazu 15 Euro je Mahnung. Wer eine Karte sucht, mit der sich größere Anschaffungen über Monate strecken lassen, ist bei einer Amex-Karte in Österreich falsch.

Die Versicherungen und ihre Bedingungen

Bei Gold und Platinum sind Versicherungspakete der eigentliche Grund für das Jahresentgelt. Zwei Punkte gehören zur Einordnung.

Versicherer sind Dritte, nicht Amex: die Chubb European Group SE, Direktion für Österreich unter FN 241268g, und die Europ Assistance S.A. Irish Branch. American Express ist Versicherungsnehmer einer Gruppenpolizze, Sie sind versicherte Person - im Leistungsfall ist Ihr Gegenüber der Versicherer.

Die meisten Leistungen greifen nur, wenn die Reise mit der Karte bezahlt wurde. Das ist die entscheidende Bedingung, und sie steht in den Versicherungsbedingungen, nicht in der Werbung. Wer den Flug über ein Portal mit einer anderen Karte bucht, hat den Versicherungsschutz seiner Amex-Karte nicht genutzt, aber bezahlt.

Wo die Werbung mehr behauptet, als belegt ist

Drei Angaben lassen sich aus den Primärquellen nicht bestätigen.

Die Akzeptanz in Österreich. Vier geprüfte Amex-Seiten nennen keine Zahl, nur „viele tausende Adressen”. Die in Vergleichen kursierenden Prozentangaben zur Abdeckung sind Schätzungen ohne belegbare Grundlage. Das ist ausgerechnet der Punkt, an dem sich Amex von Visa und Mastercard unterscheidet - und es gibt dazu keine belastbare Zahl.

Die Transferpartner des Bonusprogramms. Welche Airlines und Hotelprogramme sich bedienen lassen, steht hinter dem Login. Weder die Programmseite noch die Teilnahmebedingungen nennen einen Namen.

Und eine Werbeaussage, deren Fußnote man lesen sollte. Amex wirbt damit, dass Karteninhaber 3,4-mal so viel ausgeben. Die zugehörige Fußnote vergleicht die Ausgaben österreichischer Karteninhaber in Europa mit den Transaktionen inländischer Karten - zwei verschiedene Bezugsgrößen. Als Argument für die Akzeptanzstellenwerbung taugt die Zahl damit nur eingeschränkt.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Welche American Express Karten gibt es in Österreich?

Sieben, laut Kartenshop: American Express Card (70 Euro im Jahr), Gold Card (185), Platinum Card (690), BMW Card (55), BMW Card Gold (150) sowie Business Card (70) und Business Gold Card (185). Die PAYBACK American Express, die in Vergleichen häufig auftaucht, wird in Österreich nicht angeboten - sie ist ein deutsches Produkt.

Ist American Express in Österreich eine Bank?

Nein. Vertragspartner ist die American Express Europe S.A. - Austrian Branch in der Nordbergstraße 1 in 1090 Wien, FN 495241 x, eine Zweigniederlassung einer spanischen Aktiengesellschaft mit Sitz in Madrid. Sie ist ein Zahlungsinstitut mit einer Erlaubnis der Banco de España, kein Kreditinstitut mit Banklizenz.

Kann ich bei American Express in Raten zahlen?

Bei den österreichischen Karten nicht. Alle geprüften Mitgliedschaftsbedingungen halten fest, dass der gesamte monatliche Abrechnungsbetrag zum Fälligkeitstermin zu begleichen ist. Ratenzahlung, Sollzinssatz und effektiver Jahreszins kommen in keinem der Dokumente vor. Bei Zahlungsverzug fallen 4 Prozent Verzugszinsen pro Jahr an, dazu 15 Euro je Mahnung ab 100 Euro offener Forderung.

Was kostet Membership Rewards?

Bei der American Express Card, der Gold Card und der Business Card kostet das Programm 30 Euro im Jahr zusätzlich zum Kartenentgelt, die Stufe Turbo weitere 15 Euro. Bei der Platinum Card und den beiden BMW-Karten ist es inkludiert. Die Produktseiten bewerben das Programm als Vorteil, ohne den Preis zu nennen.

Was kostet Bezahlen mit Amex im Ausland?

Für die Umrechnung in Fremdwährung verlangt American Express 2 Prozent, und zwar bei allen geprüften Karten gleich. Bargeld am Automaten kostet 3 Prozent des Betrags, mindestens 2,50 Euro. Die Bargeldfunktion wird erst nach den ersten sechs Monatsrechnungen und nur auf telefonischen Antrag freigeschaltet.

Gibt es eine Einlagensicherung für die Amex-Karte?

Nein, und das ist folgerichtig. Die Kartenbedingungen sagen: Für diesen Kartenvertrag besteht kein Garantiefonds und keine sonstige Entschädigungsregelung. Eine Kreditkarte ist keine Einlage, es gibt also nichts zu sichern. Für Streitfälle ist American Express allerdings zur Teilnahme an der Gemeinsamen Schlichtungsstelle der Österreichischen Kreditwirtschaft verpflichtet.