Durchschnittsgehalt in Österreich: Median, Vollzeit, Branchen
Median 2024: 38.043 Euro brutto im Jahr, in Vollzeit 55.678. Warum der Mittelwert 18 Prozent höher liegt und was Branche, Bundesland und Teilzeit ausmachen.
Das mittlere Bruttojahreseinkommen der unselbständig Erwerbstätigen lag 2024 bei 38.043 Euro, das sind 2.717 Euro im Monat bei vierzehn Bezügen. Wer ganzjährig Vollzeit arbeitet, kommt auf 55.678 Euro oder 3.977 Euro im Monat. Beide Zahlen sind Mediane: Die Hälfte verdient mehr, die Hälfte weniger.
Der Durchschnitt im Wortsinn liegt deutlich höher, weil wenige sehr hohe Einkommen ihn nach oben ziehen. Für ganzjährig Vollzeitbeschäftigte weist die Lohnsteuerstatistik einen Mittelwert von 63.918 Euro neben einem Median von 54.153 Euro aus, 18 Prozent Unterschied. Wer sein Gehalt einordnen will, braucht deshalb drei Vorfragen: Median oder Mittelwert, alle Beschäftigten oder nur Vollzeit, brutto oder netto.
Die Kennzahlen 2024
Die Statistik Austria wertet jährlich die Lohnsteuer- und Sozialversicherungsdaten nach der Methode des Allgemeinen Einkommensberichts aus, Lehrlinge ausgenommen. Die Ergebnisse für 2024, erstellt im Dezember 2025:
| Gruppe | Median Bruttojahreseinkommen | pro Monat bei 14 Bezügen | gegenüber 2023 |
|---|---|---|---|
| Alle unselbständig Erwerbstätigen | 38.043 Euro | 2.717 Euro | +7,7 % |
| Ganzjährig Vollzeitbeschäftigte | 55.678 Euro | 3.977 Euro | +8,1 % |
| Pensionistinnen und Pensionisten | 28.660 Euro | 2.047 Euro | +11,0 % |
Der Sprung von 7,7 und 8,1 Prozent in einem Jahr ist keine Konjunkturleistung, sondern die Nachwirkung der Inflation: Die Kollektivvertragsabschlüsse für 2024 hoben die Mindestlöhne im Schnitt um 8,5 Prozent an, die Pensionsanpassung fiel ähnlich aus.
Median oder Mittelwert: 54.153 gegen 63.918 Euro
Die Lohnsteuerstatistik 2024 zeigt am Beispiel der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten, wie weit die beiden Kennzahlen auseinanderliegen. Der Median der Bruttobezüge lag bei 54.153 Euro, der Mittelwert bei 63.918 Euro. Der Mittelwert wird, anders als der Median, von einigen wenigen sehr hohen Bezügen stark beeinflusst, so die Statistik Austria selbst.
Die Verteilung in Zehnteln macht das greifbar:
| Dezil | Bruttobezüge bis | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1 | 31.675 Euro | Zehn Prozent verdienen weniger |
| 5 | 54.153 Euro | Median |
| 9 | 102.587 Euro | Zehn Prozent verdienen mehr |
Das einkommensstärkste Zehntel erhielt 2024 ein Viertel aller Bruttobezüge der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten und zahlte 40,2 Prozent der einbehaltenen Lohnsteuer. Das einkommensschwächste Zehntel kam auf 3,8 Prozent der Bezüge und ein Prozent der Lohnsteuer. Der Gini-Koeffizient, ein Maß für Ungleichheit, sank durch Sozialversicherung und Lohnsteuer von 0,286 für die Bruttobezüge auf 0,250 für die Nettobezüge.
Dass hier 54.153 Euro stehen und in der Tabelle darüber 55.678 Euro, liegt an zwei Auswertungen derselben Grunddaten mit unterschiedlicher Abgrenzung der Bezüge. Beide stammen von der Statistik Austria, beide beschreiben 2024. Für die Einordnung des eigenen Gehalts spielt der Unterschied keine Rolle; für den Vergleich zweier Quellen schon.
Vollzeit, Teilzeit und die 22 Stunden
Der Allgemeine Einkommensbericht 2024 des Rechnungshofs, erstellt aus den Daten für 2023, zählt 2.301.494 ganzjährig Vollzeitbeschäftigte und 1.013.851 ganzjährig Teilzeitbeschäftigte. Das mittlere Einkommen der Teilzeitbeschäftigten lag mit 25.433 Euro bei der Hälfte des Vollzeitwerts von 51.500 Euro, bei durchschnittlich 22 Wochenstunden.
Seit 2014 ist die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um 10 Prozent gestiegen, die der Teilzeitbeschäftigten um 24 Prozent. Der Frauenanteil unter den Teilzeitbeschäftigten liegt bei 79 Prozent, unter den Vollzeitbeschäftigten bei 33 Prozent. Nach der Gender-Statistik der Statistik Austria arbeiteten 2024 51,1 Prozent der erwerbstätigen Frauen in Teilzeit, der zweithöchste Wert in der EU nach den Niederlanden, gegenüber 13,7 Prozent der Männer.
Für jede Zahl auf dieser Seite gilt deshalb: Ein Median über alle Beschäftigten ist zu einem guten Teil ein Median über Arbeitszeiten. Wer sein Vollzeitgehalt mit 38.043 Euro vergleicht, vergleicht mit einer Gruppe, in der jeder Dritte weniger als 40 Stunden arbeitet.
Arbeiter, Angestellte, öffentlich Bedienstete
Der Rechnungshof trennt nach sozialer Stellung. Die Mediane für 2023, alle unselbständig Erwerbstätigen einschließlich Teilzeit:
| Gruppe | Gesamt | Frauen | Männer |
|---|---|---|---|
| Arbeiterinnen und Arbeiter | 26.426 Euro | 16.021 Euro | 33.337 Euro |
| Angestellte | 40.160 Euro | 31.159 Euro | 55.555 Euro |
| Öffentlich Bedienstete | 48.067 Euro | 41.975 Euro | 56.604 Euro |
| Alle | 35.314 Euro | 27.976 Euro | 42.131 Euro |
Angestellte stellten 51 Prozent der unselbständig Erwerbstätigen, Arbeiter 37 Prozent, öffentlich Bedienstete 12 Prozent. Die Lohnsteuerstatistik 2024 zählt genauer: 50,3 Prozent Angestellte, 35,4 Prozent Arbeiter, 9,1 Prozent Vertragsbedienstete, 2,6 Prozent Beamte und 2,2 Prozent Lehrlinge.
Der Abstand zwischen Frauen und Männern ist bei den Arbeiterinnen am größten, 48 Prozent des Männereinkommens, und im öffentlichen Dienst am kleinsten, 74 Prozent. Beschränkt auf ganzjährig Vollzeitbeschäftigte schrumpft er auf 75 Prozent bei Arbeiterinnen, 71 Prozent bei Angestellten und 92 Prozent bei öffentlich Bediensteten. Der öffentliche Dienst bezahlt nach Gesetzestabellen, in denen das Geschlecht nicht vorkommt; was bleibt, sind Unterschiede in Funktion und Dienstalter. Wie diese Tabellen aussehen, zeigen die Seiten zu Lehrern, Polizei und Richtern.
Branchen und Bundesländer
Die höchsten mittleren Einkommen erzielten 2023 laut Rechnungshof die Beschäftigten der Energieversorgung, danach folgten Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie die öffentliche Verwaltung. Die mit Abstand niedrigsten Einkommen gab es in Beherbergung und Gastronomie. Zwei Muster liegen darunter: Die Branchen mit den höchsten Einkommen, Energie, Bau und Herstellung von Waren, haben den geringsten Frauen- und Teilzeitanteil. Das Gesundheits- und Sozialwesen hat den höchsten Frauenanteil und zugleich den höchsten Teilzeitanteil. Ein Branchenmedian beschreibt also immer auch, wie viele Stunden dort gearbeitet werden.
Bei den Bundesländern führt das Burgenland, Wien liegt am Ende. Die Reihenfolge nach dem Rechnungshof: Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Vorarlberg, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol, Wien. Gezählt wird nach dem Wohnort, nicht nach dem Arbeitsort. Die gut bezahlten Wiener Arbeitsplätze der Pendler aus dem Burgenland und Niederösterreich zählen deshalb für die Herkunftsländer, während Wien selbst einen hohen Teilzeitanteil trägt. In Tirol und Salzburg drückt die Saisonarbeit im Tourismus das Jahreseinkommen. Der Einkommensnachteil der Frauen war in Vorarlberg am größten, 56 Prozent des Männereinkommens, und in Wien am geringsten, 82 Prozent.
Zur Bildung hält der Rechnungshof fest, dass eine abgeschlossene Berufsausbildung und ein hohes Qualifikationsniveau sich positiv auf das Erwerbseinkommen auswirken. Ein Detail daraus: Männer verdienten 2023 bereits mit Fachschulabschluss überdurchschnittlich, Frauen erst mit Hochschul- oder Universitätsabschluss.
Frauen und Männer: drei Maßstäbe, drei Zahlen
Wie groß der Unterschied zwischen Frauen und Männern ist, hängt davon ab, was verglichen wird. Die Statistik Austria hat es im STATjournal 3/2025 für 2022 nebeneinandergestellt: Beim Bruttojahresverdienst betrug die Differenz 34,7 Prozent, beim Monatsverdienst 34,0 Prozent, beim Stundenverdienst 18,7 Prozent. Der Sprung zwischen Monat und Stunde ist die Teilzeit.
Der europaweit einheitliche Gender Pay Gap misst den Stundenverdienst in Betrieben der Privatwirtschaft ab zehn Beschäftigten. Für 2024 liegt er in Österreich bei 17,6 Prozent, nach 22,2 Prozent im Jahr 2014. Im EU-Durchschnitt sind es 11,1 Prozent; nur Estland mit 18,8 und Tschechien mit 18,5 Prozent liegen höher. Rund ein Drittel der Differenz lässt sich laut Statistik Austria durch strukturelle Unterschiede erklären, etwa dass Frauen häufiger in schlechter bezahlten Branchen und Berufen arbeiten. Ginge es allein nach der formalen Ausbildung, müssten Frauen im Durchschnitt bereits mehr verdienen als Männer.
Am Ende des Erwerbslebens addieren sich die Unterschiede: Die Alterspensionen von Frauen lagen 2024 um 40,3 Prozent unter jenen der Männer. Das mittlere Bruttojahreseinkommen der Pensionistinnen und Pensionisten betrug 2023 laut Rechnungshof 25.820 Euro, die Pensionen der Frauen erreichten 64 Prozent jener der Männer.
Was davon netto bleibt
Der Rechnungshof weist für 2023 neben dem Median-Bruttojahreseinkommen von 35.314 Euro ein Median-Nettojahreseinkommen von 26.497 Euro aus. Drei Viertel des Bruttos kommen also an, ein Viertel geht an Sozialversicherung und Lohnsteuer. Beim Vollzeit-Median 2024 von 3.977 Euro im Monat sind es nach den Sätzen 2026 rund 2.713 Euro netto, 68 Prozent, weil mit dem Einkommen der Steuersatz steigt. Wie die Abzüge im Einzelnen zustande kommen, steht beim Gehaltsrechner.
Die Untergrenze dieser Verteilung setzt kein Gesetz, sondern über 800 Kollektivverträge. Was ein Mindestlohn in Österreich bedeutet und warum er meist bei 1.700 Euro beginnt, ist eine eigene Frage.
Quellen
- Statistik Austria, Jährliche Personeneinkommen 2024, Lohnsteuer- und SV-Daten, erstellt 12.12.2025, abgerufen 03.09.2026
- Statistik Austria, Pressemitteilung Lohnsteuerstatistik 2024, 17.12.2025, abgerufen 03.09.2026
- Rechnungshof, Allgemeiner Einkommensbericht 2024, Überblick, III-75 der Beilagen XXVIII. GP, Dezember 2024, abgerufen 03.09.2026
- Statistik Austria, Allgemeiner Einkommensbericht, Nettojahreseinkommen 2023, abgerufen 03.09.2026
- Statistik Austria, Pressemitteilung Gender Pay Gap 2024, 03.03.2026, abgerufen 03.09.2026
- Statistik Austria, STATjournal 3/2025: Gender Pay Gap, abgerufen 03.09.2026
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist das Durchschnittsgehalt in Österreich?
Das mittlere Bruttojahreseinkommen aller unselbständig Erwerbstätigen lag 2024 bei 38.043 Euro, das sind 2.717 Euro im Monat bei vierzehn Bezügen. Die Zahl ist ein Median: Die Hälfte verdient mehr, die Hälfte weniger. Teilzeitbeschäftigte sind darin enthalten, Lehrlinge nicht.
Was verdient man in Österreich in Vollzeit?
Ganzjährig Vollzeitbeschäftigte erreichten 2024 ein mittleres Bruttojahreseinkommen von 55.678 Euro, umgerechnet 3.977 Euro brutto im Monat. Das war ein Plus von 8,1 Prozent gegenüber 2023, getrieben von den hohen Kollektivvertragsabschlüssen.
Warum ist der Mittelwert höher als der Median?
Weil wenige sehr hohe Einkommen den Mittelwert nach oben ziehen, den Median aber nicht. Bei ganzjährig Vollzeitbeschäftigten weist die Lohnsteuerstatistik 2024 einen Mittelwert von 63.918 Euro und einen Median von 54.153 Euro aus, ein Unterschied von 18 Prozent. Das einkommensstärkste Zehntel erhält ein Viertel aller Bruttobezüge.
Wie viel bleibt vom Durchschnittsgehalt netto?
Rund drei Viertel. 2023 stand einem Median-Bruttojahreseinkommen von 35.314 Euro ein Median-Nettojahreseinkommen von 26.497 Euro gegenüber. Beim Vollzeit-Median 2024 von 3.977 Euro im Monat bleiben nach Sozialversicherung und Lohnsteuer rund 2.713 Euro.
In welcher Branche verdient man am meisten?
Laut Allgemeinem Einkommensbericht des Rechnungshofs in der Energieversorgung, gefolgt von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen und der öffentlichen Verwaltung. Mit Abstand am niedrigsten sind die Einkommen in Beherbergung und Gastronomie, wo Saisonarbeit und Teilzeit das Jahreseinkommen drücken.
In welchem Bundesland ist das Einkommen am höchsten?
Nach Wohnsitz im Burgenland, am niedrigsten in Wien. Der Rechnungshof rechnet nach dem Wohnort, nicht nach dem Arbeitsort: Viele gut bezahlte Wiener Arbeitsplätze zählen für das Burgenland und Niederösterreich, während in Wien ein hoher Anteil an Teilzeit das mittlere Einkommen senkt.
Wie groß ist der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern?
Das hängt vom Maßstab ab. Beim Bruttojahreseinkommen aller unselbständig Erwerbstätigen erreichten Frauen 2023 mit 27.976 Euro 66 Prozent des Männereinkommens von 42.131 Euro, weil mehr als die Hälfte der Frauen Teilzeit arbeitet. Pro Stunde lag der Unterschied in der Privatwirtschaft 2024 bei 17,6 Prozent, der dritthöchste Wert in der EU.