Politiker Gehalt Österreich 2026 - Bezüge & Verdienst

Politiker Gehalt Österreich 2026: Abgeordnete, Minister, Nationalrat, Landtag. Alle Politikerbezüge und Zulagen im kompletten Überblick.

Aktualisiert: 03. April 2026 14 Min. Lesezeit

Politiker Gehalt Österreich 2026: Kompletter Überblick

Die Frage “Wie viel verdienen eigentlich unsere Politiker?” steht in Österreich regelmäßig im Mittelpunkt öffentlicher Debatten. Die Bezüge sind durch Gesetze transparent geregelt und orientieren sich an einem einheitlichen Ausgangsbetrag.

Das Bundesbezügegesetz und der Ausgangsbetrag

Grundlage für alle Politikerbezüge auf Bundesebene ist das Bundesbezügegesetz 1997 (BBezG). Es wurde 1997 im Zuge der sogenannten “Politikerbezügereform” eingeführt und löste das zuvor oft kritisierte System von Mehrfachbezügen und eigenen Politikerpensionen ab.

Der Ausgangsbetrag 2026

Der Ausgangsbetrag nach § 1 BBezG beträgt 2026 rund 10.650 Euro brutto monatlich. Dieser Betrag dient als Basis für die Berechnung aller Politikerbezüge auf Bundesebene. Funktionen erhalten ein Vielfaches oder einen Bruchteil dieses Ausgangsbetrags.

Bezüge auf Bundesebene 2026

Bundespräsident

  • 280 % des Ausgangsbetrags
  • ca. 29.820 Euro brutto monatlich
  • ca. 417.000 Euro brutto jährlich

Bundeskanzler

  • 250 % des Ausgangsbetrags
  • ca. 26.600 Euro brutto monatlich
  • ca. 372.400 Euro brutto jährlich

Nationalratspräsident

  • 210 % des Ausgangsbetrags
  • ca. 22.350 Euro brutto monatlich

Vizekanzler / Bundesminister

  • 200 % des Ausgangsbetrags
  • ca. 21.250 Euro brutto monatlich
  • ca. 297.500 Euro brutto jährlich

Staatssekretär

  • 180 % des Ausgangsbetrags
  • ca. 19.150 Euro brutto monatlich

Zweiter und Dritter Nationalratspräsident

  • 170 % des Ausgangsbetrags
  • ca. 18.100 Euro brutto monatlich

Klubobmann (Nationalrat)

  • 170 % des Ausgangsbetrags
  • ca. 18.100 Euro brutto monatlich

Volksanwalt / Rechnungshofpräsident

  • 200 % des Ausgangsbetrags
  • ca. 21.250 Euro brutto monatlich

Nationalratsabgeordneter

  • 100 % des Ausgangsbetrags
  • ca. 10.650 Euro brutto monatlich
  • ca. 149.100 Euro brutto jährlich

Bundesrat

  • 50 % des Ausgangsbetrags
  • ca. 5.325 Euro brutto monatlich

Bezüge der Landespolitiker 2026

Jedes Bundesland hat ein eigenes Landesbezügegesetz. Die Höhe wird meist prozentual am Bundesausgangsbetrag bemessen, allerdings in unterschiedlichen Sätzen.

Landeshauptmann

  • Je nach Bundesland: 200–220 % des Ausgangsbetrags
  • ca. 21.250 bis 23.430 Euro brutto monatlich
  • Wien: aufgrund Doppelfunktion Bürgermeister+Landeshauptmann ca. 23.400 Euro

Landeshauptmann-Stellvertreter

  • 180–200 % → ca. 19.150 bis 21.250 Euro

Landesrat (Mitglied der Landesregierung)

  • 170–190 % → ca. 18.100 bis 20.235 Euro

Landtagspräsident

  • 150–170 % → ca. 15.975 bis 18.100 Euro

Landtagsabgeordneter

  • 50–80 % → ca. 5.325 bis 8.520 Euro

Besonderheit: Wiener Gemeinderäte sind auch Landtagsabgeordnete und werden entsprechend bezahlt. In Wien beträgt der Abgeordnetenbezug rund 7.900 Euro brutto monatlich.

Bezüge der Kommunalpolitiker 2026

Die Bezüge von Bürgermeistern und Gemeinderäten richten sich nach der jeweiligen Gemeindegröße. Grundlage bildet meist ein Prozentsatz des Ausgangsbetrags oder eine fixe Staffelung nach Einwohnerzahl.

Bürgermeister

  • Kleingemeinde (bis 1.000 Einwohner): 1.800 bis 3.000 Euro
  • Mittelgroße Gemeinde (1.000–10.000): 3.500 bis 7.500 Euro
  • Stadt (10.000–50.000): 7.500 bis 12.500 Euro
  • Statutarstadt (z. B. Wels, Steyr, Villach): 12.500 bis 16.500 Euro
  • Landeshauptstadt (z. B. Linz, Graz, Salzburg, Innsbruck): 16.500 bis 21.500 Euro
  • Wien (kombinierte Funktion): ca. 23.400 Euro

Vizebürgermeister

  • Typischerweise 70–80 % des Bürgermeisterbezugs

Stadtrat / Stadtsenat

  • Je nach Gemeindegröße: 3.000 bis 15.500 Euro

Gemeinderat

  • Kleingemeinde: oft Aufwandsentschädigung von 50 bis 250 Euro pro Monat
  • Mittlere Städte: 500 bis 1.200 Euro
  • Wien: bereits Landtagsabgeordneten-Bezug (ca. 7.900 Euro)

Bezüge von EU-Abgeordneten 2026

Österreichische Europaabgeordnete (MEP) erhalten ihre Bezüge nach dem einheitlichen EU-Abgeordnetenstatut:

  • Grundbezug: ca. 10.720 Euro brutto monatlich
  • EU-Einkommensteuer: durchschnittlich ca. 20 % (nicht österreichische ESt)
  • Aufwandsentschädigungen: ca. 4.900 Euro monatlich
  • Tagegeld bei Anwesenheit: ca. 350 Euro pro Sitzungstag
  • Reisekosten, Büroausstattung, Mitarbeiter werden separat abgerechnet

Nebenbeschäftigungen und Meldepflicht

Seit der Reform 2021 gelten strenge Regelungen für Nebeneinkünfte von Politikern in Österreich:

  • Alle Nebentätigkeiten müssen gemeldet werden
  • Einkünfte sind in Kategorien zu veröffentlichen
  • Unvereinbarkeiten (Ministerfunktion + Aufsichtsrat) sind klar definiert
  • Nationalratsabgeordnete dürfen weiterhin einem Beruf nachgehen, allerdings unter Meldepflicht

Viele Abgeordnete haben Nebeneinkünfte als:

  • Rechtsanwälte
  • Ärzte
  • Unternehmer
  • Landwirte
  • Lehrer oder Beamte (mit Karenz)

Steuern auf Politikerbezüge

Politikerbezüge unterliegen der regulären Einkommensteuer. Für hohe Funktionen gilt der Spitzensteuersatz von 50 Prozent (bzw. 55 Prozent über 1 Million Euro). Ein Bundesminister mit 297.500 Euro brutto zahlt rund 43 Prozent Steuern und verbleibt netto bei etwa 170.000 Euro jährlich.

Pensionsansprüche von Politikern 2026

Die Politikerbezügereform 1997 hat eigene Politikerpensionen für Neuzugänge abgeschafft. Alle seitdem gewählten Politiker sind ASVG-versichert wie normale Dienstnehmer.

  • Alt-Regime (vor 1997): Eigene Politikerpension, heute gedeckelt auf ASVG-Höchstpension
  • Neues Regime (ab 1997): Reguläre ASVG-Alterspension, basierend auf den Beitragszeiten

Die “Superpensionen” der 1980er und 1990er Jahre sind damit passé. Ehemalige Politiker erhalten typischerweise Pensionen von 2.500 bis 5.500 Euro monatlich, abhängig von ihrer Vorgeschichte und Beitragsjahren.

Aufwandsersatz und Zulagen

Neben dem reinen Gehalt erhalten Politiker verschiedene Sach- und Aufwandsleistungen:

  • Dienstreisen und Reisekosten
  • Dienstwagen (je nach Funktion)
  • Büro und Mitarbeiter (parlamentarischer Mitarbeiter, Sekretariat)
  • IT-Ausstattung
  • Wahlkampfkostenunterstützung (an Parteien, nicht an Personen)
  • Repräsentationsbudget (für Minister und Regierungsmitglieder)

Bezügepyramide und öffentliche Wahrnehmung

Die Bezüge der Politiker in Österreich werden regelmäßig öffentlich diskutiert. Kritiker verweisen auf:

  • Hohe Beträge im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen
  • Mehrfachfunktionen in manchen Bundesländern
  • Nebeneinkünfte einzelner Abgeordneter

Befürworter betonen:

  • Transparenz der Bezüge
  • Verantwortung und Arbeitsbelastung
  • Verhinderung von Korruption durch ausreichende Bezahlung
  • Anreize für qualifizierte Persönlichkeiten

Gehaltsentwicklung und Nullrunden

Der Ausgangsbetrag nach BBezG wird jährlich angepasst. In wirtschaftlich sensiblen Jahren (Finanzkrise, Pandemie, hohe Inflation) haben Bundesregierung und Nationalrat wiederholt Nullrunden oder deutliche Abschläge beschlossen:

  • 2020–2021: Nullrunden wegen Pandemie
  • 2022: halbe Inflationsanpassung
  • 2023: reduzierte Anpassung
  • 2024: volle Anpassung nach GÖD-Linie
  • 2025: moderate Anpassung
  • 2026: Erhöhung um rund 4,5 Prozent

Internationale Vergleiche

  • Deutscher Bundestagsabgeordneter: ca. 11.227 Euro brutto monatlich
  • Österreichischer Nationalratsabgeordneter: ca. 10.650 Euro
  • Schweizer Nationalrat: deutlich niedriger, da Milizsystem (ca. 130.000 CHF jährlich inkl. Aufwandsentschädigungen)
  • Europa-Abgeordneter: ca. 10.720 Euro brutto monatlich

Die Politikergehälter in Österreich sind 2026 transparent im Bundesbezügegesetz geregelt und reichen vom einfachen Bundesrat mit rund 5.325 Euro brutto monatlich bis zum Bundespräsidenten mit 29.820 Euro. Nationalratsabgeordnete verdienen 10.650 Euro, Minister 21.250 Euro und Landeshauptleute zwischen 21.250 und 23.400 Euro. Auf kommunaler Ebene variieren die Bezüge stark nach Gemeindegröße. Die Politikerbezügereform 1997 hat eigene Politikerpensionen abgeschafft und das System deutlich fairer gestaltet. Im internationalen Vergleich liegen die österreichischen Politikerbezüge im oberen Mittelfeld – angemessen zur Verantwortung und zu den Anforderungen des politischen Amtes.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viel verdient ein Nationalratsabgeordneter 2026?

Ein Nationalratsabgeordneter verdient 2026 rund 10.650 Euro brutto monatlich (100 Prozent des Ausgangsbetrags nach Bundesbezügegesetz). Das entspricht einem Jahresbruttogehalt von etwa 149.100 Euro inklusive 13. und 14. Bezug.

Was verdient ein Bundesminister in Österreich?

Ein Bundesminister verdient 2026 rund 21.250 Euro brutto monatlich (200 Prozent des Ausgangsbetrags). Dasselbe gilt für den Vizekanzler. Staatssekretäre erhalten 180 Prozent oder rund 19.150 Euro monatlich.

Wie hoch ist das Gehalt eines Landeshauptmanns?

Die Landeshauptleute verdienen je nach Bundesland zwischen 200 und 220 Prozent des Ausgangsbetrags, also zwischen 21.250 und 23.430 Euro brutto monatlich. Jedes Bundesland hat ein eigenes Bezügegesetz.

Verdienen Landtagsabgeordnete gleich viel wie Nationalratsabgeordnete?

Nein, Landtagsabgeordnete verdienen deutlich weniger. Je nach Bundesland liegen die Bezüge zwischen 50 und 80 Prozent des Ausgangsbetrags, also etwa 5.325 bis 8.520 Euro brutto monatlich.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.