BAWAG P.S.K.: Was die KontoBox kostet und wer dazugehört

BAWAG P.S.K.: Kontomodelle und Preise aus dem Preisblatt, die Marken easybank, PayLife und SPARDA BANK, Konzernzahlen und das Ende der Post-Kooperation.

Aktualisiert: 17. August 2026 12 Min. Lesezeit

Wer nach den BAWAG-Kontopreisen für 2026 sucht, findet sie nicht. Das aktuellste Preisblatt für die KontoBoxen trägt den Stand 1. Juli 2025, und daneben liegt auf demselben Server noch eine Fassung mit Stand 1. Juli 2022, die über die Suche genauso gut auffindbar ist. Wer die falsche erwischt, rechnet mit vier Jahre alten Zahlen und mit zwei Kontomodellen, die es nicht mehr gibt.

Die zweite Eigenheit betrifft den Namen. Unter dem Dach dieser einen Bank laufen drei Marken - easybank, PayLife und SPARDA BANK - und darüber sitzt eine börsennotierte Holding, deren Gewinnzahlen regelmäßig als „Gewinn der BAWAG” zitiert werden, obwohl sie einen anderen Rechtsträger betreffen.

Zwei Gesellschaften, ein Name

Ihr Vertragspartner als Kunde ist die BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft, Wiedner Gürtel 11 in 1100 Wien, Handelsgericht Wien, FN 205340x, UID ATU 51286308, BIC BAWAATWW. Bei ihr liegt die Bankkonzession, sie wird laut Impressum von der Europäischen Zentralbank und der FMA beaufsichtigt.

Darüber steht die BAWAG Group AG, die an der Wiener Börse notiert (ISIN AT0000BAWAG2) und die Bank zu 100 Prozent vollkonsolidiert. Wenn Medien über Rekordgewinne oder die Bilanzsumme „der BAWAG” berichten, meinen sie fast immer die Holding. Das ist keine Spitzfindigkeit: Für die Einlagensicherung, für Verträge und für die Aufsicht zählt die Bank, nicht die Aktiengesellschaft darüber.

Eine dritte Verwechslung lauert bei den Geschäftsberichten. Unter den PDFs auf bawag.at findet sich ein Dokument, das Suchmaschinen als „Geschäftsbericht 2025” ausweisen, das aber der Bericht der BAWAG P.S.K. Wohnbaubank AG ist - einer Spezialbank für Wohnbauanleihen, nicht der BAWAG P.S.K. AG.

Drei Marken, ein Kreditinstitut

Das Informationsblatt zur Einlagensicherung nennt sie beim Namen: Die Bank ist „auch unter den Namen easybank, PayLife und SPARDA BANK tätig”. Rechtlich sind das keine Töchter, sondern Marktauftritte derselben juristischen Person. Die frühere easybank AG wurde im März 2020 verschmolzen, ihre Konzession erlosch damit.

Daraus folgt eine Konsequenz, die in kaum einem Vergleich steht: Die 100.000 Euro Einlagensicherung gelten pro Kunde und pro Kreditinstitut, nicht pro Marke. Wer 80.000 Euro bei der BAWAG und 80.000 Euro bei der easybank liegen hat, ist nicht für 160.000 Euro gesichert, sondern für 100.000. Dasselbe gilt für die Sparda Bank Wien. Zuständig ist die Einlagensicherung AUSTRIA.

Neu hinzugekommen ist eine Stolperfalle über die Grenze: Die BAWAG Group hat Anfang 2025 das frühere Privatkundengeschäft der Barclays in Deutschland erworben, und dieses tritt laut Konzernmitteilung vom 7. Jänner 2026 ab Februar 2026 unter der Marke easybank auf. Es gibt die Marke also seither zweimal, in zwei Ländern und mit verschiedenen Konditionen. Zinssätze aus deutschen Vergleichen gelten für österreichische Kunden nicht.

Die Kontomodelle und ihre Preise

KontoPreis pro MonatInkludiert laut Entgeltinformation
Online KontoBox2,90 Euro ab 500 Euro Gehaltseingang, sonst 5,90 EuroeBanking, eine Automatentransaktion, eine Kontokarte
KontoBox Small6,08 EuroeBanking, eine Automatentransaktion, eine Kontokarte
KontoBox Large11,84 EuroeBanking, alle Automatentransaktionen, Kontokarte und Kreditkarte GOLD
Studenten KontoBox0 Euroalle Automatentransaktionen, Kontokarte
B4-19 KontoBox0 Euroalle Automatentransaktionen, Kontokarte
Kinderkonto Safe&Cool0 Euro, 2 Prozent HabenzinsKontoführung und Kontokarte

Maßgeblich ist die Konditionenübersicht mit Stand 1. Juli 2025; für die Online KontoBox gilt ein eigenes Blatt vom 3. Juni 2025.

Die einzelnen Entgeltinformationen sind unterschiedlich alt, und bei einer weichen sie ab: Die Entgeltinformation zur KontoBox Large trägt den 28. Juni 2023 und nennt noch 11,50 Euro im Monat statt 11,84. Wo zwei Dokumente derselben Bank verschiedene Preise nennen, gilt das jüngere - hier also die Konditionenübersicht.

Die Bedingung bei der Online KontoBox ist wörtlich dieselbe Konstruktion wie bei der Schwestermarke easybank, nur mit anderer Schwelle: Der ermäßigte Preis gilt in einem Kalendermonat nur dann, wenn in diesem Monat „beschränkt pfändbare Forderungen im Sinne von §290a Exekutionsordnung” von mindestens 500 Euro eingehen. Eine Überweisung vom eigenen Zweitkonto zählt nicht.

Beim Studentenkonto gelten drei Bedingungen: Alter zwischen 18 und 27, Hauptwohnsitz in Österreich und eine Inskriptionsbestätigung. Der Nullpreis gilt außerdem nur, „solange die Studenten KontoBox im Guthaben geführt wird”. Mit dem 27. Geburtstag wechselt das Konto in die KontoBox Large - also von 0 auf 142,08 Euro im Jahr. Das ist ein Termin, den man sich notiert.

Zwei Modelle aus älteren Vergleichen gibt es für Neukunden nicht mehr: KontoBox Medium und XLarge tauchen nur noch in der Kreditkarten-Konditionenübersicht als Bestandsverträge auf.

Wo die KontoBox teuer wird

Der Paketpreis ist nur die halbe Rechnung. Drei Positionen entscheiden darüber, was das Konto tatsächlich kostet.

Der Sollzins hängt am Paket, nicht an der Bonität. Die KontoBox Small verlangt 12,50 Prozent, die Large 8,90 Prozent, jeweils zuzüglich 4,5 Prozent für den Betrag, der die Einkaufsreserve überschreitet. Damit hat das billigere Paket den teureren Dispo - dieselbe Konstruktion und exakt dieselben zwei Zinssätze verwendet die Bank unter der Marke easybank ein zweites Mal. Bei 3.000 Euro dauerhaft ausgeschöpftem Rahmen kostet der Unterschied 108 Euro im Jahr, also mehr als die 69,12 Euro, um die die Large teurer ist.

Der Schalter kostet extra. Eine manuelle Buchung oder Schaltertransaktion schlägt mit 4,12 Euro zu Buche, bei der Online KontoBox sogar mit 6,00 Euro. Automatentransaktionen kosten 51 Cent, sofern das Paket sie nicht abdeckt - bei Small ist genau eine inkludiert, bei Large alle.

Fremdwährung wird doppelt berechnet. Das ist der Punkt, an dem die meisten Vergleiche zu niedrig rechnen, und das Preisblatt sagt es selbst: Der Verkaufsabschlag „wird zusätzlich zum Manipulationsentgelt” verrechnet. Es sind also zwei Positionen, nicht eine:

KarteWas zusammenkommtbei 1.000 Euro Umsatz
Kreditkarte1,5 Prozent Manipulationsentgelt plus Verkaufsabschlag von 1 Prozent (EWR-Währungen, CHF, USD, AUD, CAD) oder 1,5 Prozent (alle anderen)25 bis 30 Euro
Kontokarte0,75 Prozent Manipulationsentgelt plus 1,82 Euro je Geldautomat bzw. 1,09 Euro je Zahlung an Handelskasse und im Online-Shop7,50 Euro plus Fixbetrag

Bei der Kreditkarte sind das 30 Euro statt der 15, die man beim Blick auf eine einzelne Zeile erwarten würde. Bei der Kontokarte funktioniert die Addition anders: Dort tritt kein zweiter Prozentsatz hinzu, sondern ein Fixbetrag pro Vorgang - was kleine Beträge überproportional verteuert. Eine Behebung von 50 Euro kostet 1,82 Euro plus 38 Cent, zusammen also 4,4 Prozent.

Dazu kommt ein Posten, den nur Privatkonten trifft: Wer das Konto nicht als Gehalts- oder Pensionskonto führt, zahlt ein Manipulationsentgelt von 0,05 Prozent pro Monat von der größeren Umsatzseite, soweit diese 1.000 Euro (Small) beziehungsweise 5.000 Euro (Large) übersteigt. Bei 2.000 Euro monatlichem Umsatz auf der Small sind das 50 Cent im Monat.

Was die Konzernzahlen sagen

Alle folgenden Werte stammen aus dem Konzernabschluss 2025 und betreffen die BAWAG Group, nicht die Bank allein:

KennzahlWert per 31.12.2025
Nettogewinn859,9 Mio. Euro
Bilanzsumme72,3 Mrd. Euro
CET1-Quote14,2 Prozent, pro forma 14,6 Prozent
Cost-Income-Ratio36,1 Prozent
Notleidende Kredite0,8 Prozent
Mitarbeitende4.048 Personen, 3.632 Vollzeitäquivalente
Marktkapitalisierung9,93 Mrd. Euro (Vorjahr 6,37)
Rating Moody’sA1, Ausblick positiv

Eine Cost-Income-Ratio von 36,1 Prozent bedeutet, dass gut ein Drittel der Erträge für den Betrieb aufgeht - im europäischen Bankenvergleich ein sehr niedriger Wert, der die Ertragskraft erklärt und zugleich, warum das Filialgeschäft schlank gehalten wird.

Zwei Zahlen fehlen bewusst. Die Zahl der Filialen in Österreich lässt sich aus dem Bericht nicht sauber ableiten, weil die dort genannten 66 Standorte das kombinierte Beratungsnetz für Österreich und Deutschland betreffen. Und eine Kundenzahl für Österreich nennt der Konzern nicht, sondern nur „mehr als vier Millionen” für die gesamte Gruppe.

Das Ende der Post-Kooperation

Über Jahrzehnte war die BAWAG P.S.K. das Kreditinstitut am Postschalter. Diese Verbindung ist beendet, und die Reihenfolge der Ereignisse wird häufig verdreht.

Gekündigt hat die BAWAG. Der Konzerngeschäftsbericht 2018 hält den Ablauf fest: „Nach der Beendigung des Kooperationsvertrags im November 2017 wurde im Februar 2018 eine Entflechtungsvereinbarung mit der Österreichischen Post AG abgeschlossen.” Vollzogen war die Trennung schneller als geplant - der Bericht für 2019 spricht von der „endgültigen Trennung von der Österreichischen Post” als Meilenstein dieses Jahres und hält fest: „Seit Jahresende 2019 verfügen wir über ein völlig unabhängiges Filialnetz.”

Die Post schloss die Lücke mit einer eigenen Bank, der bank99. Wichtig für das Verständnis: Es gab keinen Geschäfts- oder Kundenübergang von der BAWAG an die bank99. Die Post erwarb dafür eine bestehende Bank und baute das Geschäft neu auf. Wer liest, die bank99 habe das Postgeschäft der BAWAG „übernommen”, liest eine Verkürzung, die den Sachverhalt falsch wiedergibt.

Was sich nicht belegen lässt

Für ein Institutsportrait ist die Lücke so aufschlussreich wie die Zahl. Drei Angaben, die in Vergleichen regelmäßig auftauchen, halten der Prüfung an der Primärquelle nicht stand.

Kreditzinsen. Weder ein Sollzinssatz noch ein repräsentatives Beispiel für den Konsumkredit ist auf den Seiten der Bank statisch hinterlegt; der Kreditrechner ist eine reine Browser-Anwendung. Wer eine Zahl wie „ab 6,5 Prozent” liest, liest eine Schätzung.

Der Streubesitz. Prozentangaben zum Free Float kursieren, in den Investor-Relations-Unterlagen steht keine. Die größeren Beteiligungen selbst sind dagegen ausgewiesen: Der Geschäftsbericht 2025 nennt T. Rowe Price mit 6,1 Prozent, Blackrock einschließlich Instrumenten mit 5,4 Prozent, den Vorstand mit 4,6 und die Capital Group mit 4,0 Prozent. Unbelegt ist also nur die Restgröße, nicht die Aktionärsstruktur.

Ein Widerspruch bei den Gratiskarten. Die Produktseiten werben beim Studenten- und beim Jugendkonto mit einer „gratis Kontokarte”, während die Entgeltdokumente ein Entgelt ausweisen - beim Studentenkonto 29,86 Euro im Jahr, beim B4-19-Konto 2,63 Euro im Monat. Der Verweis auf ein veraltetes Dokument trägt hier nicht: Die 2,63 Euro stehen auch in der Konditionenübersicht vom 3. Juni 2025. Welche Angabe gilt, klären Sie vor der Eröffnung besser direkt bei der Bank.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein BAWAG Girokonto?

Laut Konditionenübersicht mit Stand 1. Juli 2025 kostet die KontoBox Small 6,08 Euro und die KontoBox Large 11,84 Euro im Monat. Die Online KontoBox liegt bei 2,90 Euro, wenn monatlich mindestens 500 Euro Gehalt oder Pension eingehen, sonst bei 5,90 Euro. Studenten-, Jugend- und Kinderkonto kosten nichts.

Sind BAWAG und BAWAG Group dasselbe?

Nein. Die BAWAG Group AG ist die börsennotierte Holding (ISIN AT0000BAWAG2), die BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse AG ist das Kreditinstitut mit der Konzession, FN 205340x. Veröffentlichte Gewinn- und Bilanzzahlen sind fast immer Konzernzahlen der Holding, nicht die der Bank allein.

Welche Marken gehören zur BAWAG P.S.K.?

easybank, PayLife und SPARDA BANK sind laut dem Informationsblatt zur Einlagensicherung Marken derselben juristischen Person. Das heißt: Guthaben bei mehreren dieser Marken werden für die Einlagensicherung zusammengezählt und sind gemeinsam bis 100.000 Euro gedeckt, nicht je Marke.

Warum ist die KontoBox Small teurer im Dispo als die Large?

Weil die Bank den Zins an das Kontopaket koppelt und nicht an die Bonität. Die KontoBox Small hat 12,50 Prozent Sollzins, die Large 8,90 Prozent, in beiden Fällen zuzüglich 4,5 Prozent für den Teil, der den Rahmen überschreitet. Wer den Rahmen dauerhaft nutzt, sollte diese Differenz gegen den Preisunterschied der Pakete rechnen.

Was kostet Bezahlen mit der BAWAG Karte im Ausland?

Bei der Kreditkarte fallen zwei Prozentsätze kumulativ an: 1,5 Prozent Manipulationsentgelt und zusätzlich 1 bis 1,5 Prozent Verkaufsabschlag, zusammen also 2,5 bis 3 Prozent. Das Preisblatt sagt ausdrücklich, der Verkaufsabschlag werde zusätzlich verrechnet. Bei der Kontokarte sind es 0,75 Prozent plus ein Fixbetrag von 1,82 Euro am Geldautomaten oder 1,09 Euro an der Handelskasse.

Warum ist die BAWAG nicht mehr in den Postfilialen?

Die BAWAG P.S.K. hat den Kooperationsvertrag mit der Österreichischen Post im November 2017 beendet, im Februar 2018 folgte eine Entflechtungsvereinbarung. Nach eigener Darstellung verfügt die Bank seit Jahresende 2019 über ein völlig unabhängiges Filialnetz. Die Post gründete mit der bank99 eine eigene Bank; ein Geschäfts- oder Kundenübergang von der BAWAG an die bank99 fand dabei nicht statt.