Sparzinsen Österreich - Aktuelle Zinsen im Vergleich
Sparzinsen Österreich 2026: Tagesgeld, Festgeld & Sparbuch im Vergleich. Die besten Zinsen österreichischer Banken. Jetzt vergleichen & mehr verdienen!
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Sparzinsen in Österreich 2026: Tagesgeld, Festgeld & Sparbuch im Vergleich
Die Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) hat das Sparumfeld in Österreich grundlegend verändert. Nach Jahren der Nullzins-Politik erhalten Sparerinnen und Sparer wieder nennenswerte Zinsen auf ihre Einlagen. Doch wie hoch sind die Sparzinsen aktuell, welche Sparform lohnt sich am meisten und worauf müssen Sie als österreichischer Sparer achten?
Dieser Ratgeber vergleichen wir die aktuellen Sparzinsen in Österreich 2026, erklären die Unterschiede zwischen Tagesgeld, Festgeld und Sparbuch und zeigen Ihnen, wie Sie das Beste aus Ihren Ersparnissen herausholen.
Das aktuelle Zinsumfeld in Österreich 2026
EZB-Leitzins und seine Auswirkungen
Die Europäische Zentralbank hat nach den historischen Zinserhöhungen in den Jahren 2022 und 2023 im Jahr 2024 begonnen, die Leitzinsen schrittweise zu senken. Anfang 2026 liegt der EZB-Hauptrefinanzierungssatz bei rund 2,15% bis 2,40%, nachdem er seinen Höchststand von 4,50% im Jahr 2023 erreicht hatte.
Diese Zinssenkungen haben direkte Auswirkungen auf die Sparzinsen in Österreich:
- Die Tagesgeldzinsen sind gegenüber dem Höchststand 2024 gesunken
- Festgeldzinsen haben sich ebenfalls reduziert, bieten aber noch attraktive Renditen
- Die klassischen Sparbuchzinsen bleiben relativ niedrig
- Der Abstand zwischen den besten und schlechtesten Anbietern ist weiterhin groß
Inflation und Realzins
Ein entscheidender Faktor bei der Bewertung von Sparzinsen ist die Inflation. Wenn die Inflation höher ist als Ihr Zinssatz, verliert Ihr Geld real an Kaufkraft — trotz Zinserträgen.
Die Inflation in Österreich lag 2025 bei rund 2,5% bis 3,0% und dürfte sich 2026 weiter dem EZB-Ziel von 2% annähern. Das bedeutet: Bei vielen Sparprodukten bleibt der Realzins (Nominalzins minus Inflation) knapp positiv oder nahe null. Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, sollte neben Sparprodukten auch renditeträchtigere Anlageformen wie ETFs in Betracht ziehen.
Tagesgeld in Österreich
Was ist ein Tagesgeldkonto?
Ein Tagesgeldkonto ist ein verzinstes Sparkonto, auf das Sie jederzeit zugreifen können. Es gibt keine feste Laufzeit oder Kündigungsfrist. Die Zinsen werden üblicherweise monatlich, quartalsweise oder jährlich gutgeschrieben und können sich jederzeit ändern.
Aktuelle Tagesgeldzinsen in Österreich 2026
Die Tagesgeldzinsen variieren stark je nach Bank. Hier ein Überblick über die Bandbreite der aktuellen Angebote:
| Zins-Kategorie | Zinssatz (ca.) | Typische Anbieter |
|---|---|---|
| Spitzen-Angebote | 2,0% - 2,5% | Direktbanken, Neukunden-Aktionen |
| Gute Angebote | 1,5% - 2,0% | Online-Banken, einige Filialbanken |
| Durchschnitt | 0,8% - 1,5% | Große Filialbanken |
| Schwach | unter 0,5% | Konten ohne aktiven Vergleich |
Wichtig: Viele Banken bieten attraktive Neukundenzinsen an, die nach einer bestimmten Frist (meist 3 bis 6 Monate) auf einen deutlich niedrigeren Basiszins fallen. Achten Sie immer auf den dauerhaften Zinssatz, nicht nur auf den Aktionszins.
Vorteile von Tagesgeld
- Tägliche Verfügbarkeit: Sie kommen jederzeit an Ihr Geld
- Keine Kündigungsfristen: Sofortige Auszahlung möglich
- Einlagensicherung: Bis 100.000 Euro geschützt
- Kein Kursrisiko: Der Kontostand schwankt nicht
- Flexibilität: Beliebige Ein- und Auszahlungen
- Ideal für Notgroschen: Das perfekte Konto für Ihre Liquiditätsreserve
Nachteile von Tagesgeld
- Variable Zinsen: Können jederzeit gesenkt werden
- Oft unter Inflation: Realer Wertverlust möglich
- Steuerpflicht: 25% KESt auf Zinserträge
- Lockangebote: Neukundenzinsen sind zeitlich befristet
Festgeld in Österreich
Was ist ein Festgeldkonto?
Beim Festgeld legen Sie einen bestimmten Betrag für eine feste Laufzeit zu einem garantierten Zinssatz an. Während der Laufzeit können Sie in der Regel nicht auf das Geld zugreifen. Dafür erhalten Sie höhere Zinsen als beim Tagesgeld.
Aktuelle Festgeldzinsen in Österreich 2026
Die Festgeldzinsen hängen stark von der Laufzeit ab. Hier eine Übersicht der typischen Zinssätze:
| Laufzeit | Zinssatz (ca.) | Anmerkung |
|---|---|---|
| 3 Monate | 1,5% - 2,0% | Kurzfristige Bindung |
| 6 Monate | 1,8% - 2,3% | Beliebte Kurzzeitanlage |
| 12 Monate | 2,0% - 2,7% | Der Klassiker |
| 24 Monate | 2,0% - 2,5% | Mittelfristige Anlage |
| 36 Monate | 1,8% - 2,5% | Längere Bindung |
| 60 Monate | 1,8% - 2,3% | Langfristiges Festgeld |
Beachten Sie: In einem Umfeld sinkender Zinsen kann es sich lohnen, längere Laufzeiten zu wählen, um sich den aktuellen Zinssatz zu sichern. Bei steigenden Zinsen hingegen sind kürzere Laufzeiten vorteilhafter.
Festgeld-Strategien
Festgeldleiter (Zinsleiter): Diese bewährte Strategie verteilt Ihr Kapital auf verschiedene Laufzeiten. Zum Beispiel:
- 25% auf 6 Monate Festgeld
- 25% auf 12 Monate Festgeld
- 25% auf 24 Monate Festgeld
- 25% auf 36 Monate Festgeld
So wird regelmäßig ein Teil Ihres Geldes frei, und Sie profitieren von unterschiedlichen Zinssätzen. Bei jeder Fälligkeit können Sie den Betrag zum dann aktuellen Zinssatz wieder anlegen.
Splitting-Strategie: Teilen Sie Ihr Kapital auf verschiedene Banken auf. Das erhöht die Einlagensicherung (100.000 Euro pro Bank) und ermöglicht es, jeweils die besten Konditionen zu nutzen.
Vorteile von Festgeld
- Garantierter Zinssatz: Keine Zinsänderung während der Laufzeit
- Höhere Zinsen: In der Regel besser als Tagesgeld
- Planbarkeit: Sie wissen genau, was Sie am Ende erhalten
- Einlagensicherung: Bis 100.000 Euro geschützt
- Einfach und verständlich: Keine Komplexität
Nachteile von Festgeld
- Keine Verfügbarkeit: Geld ist während der Laufzeit gebunden
- Zinsrisiko: Bei steigenden Zinsen sind Sie an den alten Satz gebunden
- Keine vorzeitige Kündigung: Meist nur unter Zinsverlust möglich
- Opportunitätskosten: In Boomzeiten am Aktienmarkt verpassen Sie möglicherweise höhere Renditen
Das Sparbuch in Österreich
Tradition trifft Moderne
Das Sparbuch hat in Österreich eine lange Tradition und genießt nach wie vor großes Vertrauen. Der Weltspartag im Oktober ist in Österreich ein regelrechtes Ereignis, bei dem Banken mit Sonderaktionen um Spargelder werben.
Formen des Sparbuchs
Täglich fälliges Sparbuch: Entspricht im Wesentlichen einem Tagesgeldkonto, aber oft mit deutlich niedrigeren Zinsen. Der Vorteil ist die direkte Anbindung an die Hausbank.
Kapitalsparbuch (mit Bindung): Hier binden Sie Ihr Geld für eine bestimmte Laufzeit (meist 6, 12, 24 oder 36 Monate) und erhalten dafür einen festen oder gestaffelten Zinssatz. Funktioniert ähnlich wie Festgeld.
Prämiensparbuch: Ein Sparbuch mit steigenden Zinsen je Laufjahr. Im ersten Jahr gibt es den niedrigsten, im letzten Jahr den höchsten Zinssatz. Die durchschnittliche Rendite über die gesamte Laufzeit ist entscheidend.
Aktuelle Sparbuchzinsen
Die Zinsen auf klassischen Sparbüchern sind in Österreich leider immer noch enttäuschend niedrig:
- Täglich fälliges Sparbuch: 0,1% bis 0,75%
- Kapitalsparbuch 12 Monate: 1,0% bis 2,0%
- Kapitalsparbuch 36 Monate: 1,5% bis 2,5%
- Prämiensparbuch 4-5 Jahre: Durchschnittlich 1,5% bis 2,5%
Verglichen mit Tagesgeld und Festgeld bei Direktbanken schneiden Sparbücher bei Filialbanken in der Regel deutlich schlechter ab.
Sparbuch vs. Tagesgeld — Was ist besser?
Für die meisten Sparer ist ein Tagesgeldkonto bei einer Direktbank die bessere Wahl als ein klassisches Sparbuch bei der Hausbank. Die Gründe:
- Höhere Zinsen beim Tagesgeld
- Gleiche Sicherheit (Einlagensicherung bis 100.000 Euro)
- Einfache Online-Verwaltung
- Keine physische Urkunde nötig
Das Sparbuch hat nur dann Vorteile, wenn Sie den persönlichen Kontakt zu Ihrer Filialbank bevorzugen oder wenn Ihre Bank ein besonders attraktives Sonderangebot hat.
Vergleich der österreichischen Banken
Große Filialbanken
Erste Bank und Sparkassen:
- Breites Filialnetz in ganz Österreich
- George als moderne Banking-App
- Sparzinsen im Mittelfeld
- Verschiedene Sparprodukte (Kapitalsparbuch, Online-Sparen)
Raiffeisen:
- Größtes Bankennetzwerk Österreichs
- Regional unterschiedliche Konditionen
- Sparbuch und Online-Sparen
- Zinsen oft unter dem Marktdurchschnitt
Bank Austria (UniCredit):
- Starke Präsenz in Wien und Ostösterreich
- Online-Sparprodukte verfügbar
- Verschiedene Laufzeiten beim Festgeld
- Konditionen variieren je nach Kundenbeziehung
BAWAG:
- Breites Filialnetz
- easybank als Online-Marke mit besseren Konditionen
- Verschiedene Sparformen
Direktbanken und Online-Anbieter
easybank (BAWAG-Gruppe):
- Online-Bank mit attraktiven Konditionen
- Keine Kontoführungsgebühren
- Gute Tagesgeld- und Festgeld-Zinsen
- Österreichische Einlagensicherung
DADAT Bank:
- Direktbank der Grazer Wechselseitigen
- Attraktive Sparprodukte
- Wertpapierdepot inklusive
- Österreichische Einlagensicherung
Renault Bank direkt:
- Oft Spitzenreiter bei Tagesgeld- und Festgeldzinsen
- Französische Bank mit europäischer Einlagensicherung
- Eingeschränktes Produktangebot (nur Sparprodukte)
- Online-Kontoeröffnung für Österreicher möglich
Santander Consumer Bank:
- Attraktive Festgeldangebote
- Europäische Einlagensicherung
- Verschiedene Laufzeiten
- Gelegentlich Sonderaktionen
Worauf beim Vergleich achten?
- Effektivzins, nicht Nominalzins: Achten Sie auf den tatsächlichen Ertrag nach Steuern
- Neukundenzins vs. Bestandszins: Wie hoch ist der Zinssatz nach Ablauf der Aktion?
- Einlagensicherung: Ist die Bank in Österreich oder einem anderen EU-Land gesichert?
- Mindesteinlage: Gibt es einen Mindestbetrag?
- Höchsteinlage: Gibt es eine Obergrenze für die Anlage?
- Zusatzkosten: Kontoführungsgebühren, Überweisungskosten etc.
Einlagensicherung in Österreich
Wie funktioniert die Einlagensicherung?
Die Einlagensicherung schützt Ihre Spareinlagen bei einer Bankeninsolvenz. In Österreich sind Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Person und Bankverbindung gesetzlich geschützt. Dies ist ein EU-weiter Standard.
Wer sichert was?
In Österreich gibt es die Einlagensicherung Austria (ESA), die als einheitliche Sicherungseinrichtung für die meisten österreichischen Banken zuständig ist.
Geschützt sind:
- Guthaben auf Giro- und Gehaltskonten
- Sparbücher und Spareinlagen
- Tagesgeld- und Festgeldkonten
- Termineinlagen
Nicht geschützt sind:
- Wertpapiere (Aktien, ETFs, Fonds) — diese sind aber als Sondervermögen separat geschützt
- Kryptowährungen
- Nachrangige Verbindlichkeiten
Entschädigungsfall
Wird eine Bank insolvent, soll die Entschädigung innerhalb von 7 Arbeitstagen erfolgen. In der Praxis hat die Einlagensicherung in Österreich bisher in allen Fällen funktioniert, auch wenn die Auszahlung manchmal länger gedauert hat.
Mehrere Banken nutzen
Wenn Sie über mehr als 100.000 Euro verfügen, sollten Sie Ihre Einlagen auf mehrere Banken verteilen. Jede Bank bietet einen separaten Schutz von 100.000 Euro. Bei Gemeinschaftskonten (z.B. mit Ehepartner) verdoppelt sich der Schutz auf 200.000 Euro.
Einlagensicherung bei ausländischen Banken
Viele Sparangebote in Österreich stammen von Banken aus anderen EU-Ländern (z.B. Renault Bank direkt aus Frankreich, Santander aus Spanien). Auch deren Einlagen sind bis 100.000 Euro geschützt — allerdings durch die Einlagensicherung des jeweiligen Heimatlandes. Das EU-Recht schreibt den gleichen Mindestschutz vor, die tatsächliche Leistungsfähigkeit kann jedoch unterschiedlich sein.
Steuern auf Sparzinsen in Österreich
KESt: 25% auf Zinserträge
Zinserträge aus Spareinlagen unterliegen in Österreich der Kapitalertragsteuer (KESt) von 25%. Dieser Steuersatz gilt für alle Zinsen aus:
- Sparbüchern
- Tagesgeldkonten
- Festgeldkonten
- Bausparverträgen
Wichtig: Die KESt auf Zinserträge beträgt 25%, nicht 27,5% wie bei Dividenden und Kursgewinnen aus Wertpapieren. Dieser Unterschied wird oft übersehen.
Automatischer Steuerabzug
Bei inländischen Banken wird die KESt automatisch einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Sie erhalten Ihre Zinsen bereits netto, also nach Steuern.
Beispiel:
- Festgeld mit 2,5% Zinsen auf 10.000 Euro = 250 Euro Brutto-Zinsen
- Minus 25% KESt: 250 Euro x 25% = 62,50 Euro
- Netto-Zinsen: 187,50 Euro (effektiv 1,875%)
Steuern bei ausländischen Banken
Bei Sparanlagen bei ausländischen Banken (z.B. über Plattformen wie WeltSparen/Raisin) müssen Sie die Zinserträge unter Umständen selbst in der Einkommensteuererklärung angeben. Viele Plattformen stellen jedoch Steuerbescheinigungen zur Verfügung.
Endbesteuerung
Die KESt auf Zinserträge ist in Österreich endbesteuerungsfähig. Das bedeutet: Mit dem Abzug der 25% KESt ist Ihre Steuerpflicht auf diese Erträge grundsätzlich abgegolten. Sie müssen die Zinsen nicht zusätzlich in der Einkommensteuererklärung angeben (es sei denn, die Regelbesteuerungsoption wäre günstiger, was selten der Fall ist).
EZB-Leitzins und seine Bedeutung für Sparer
Wie beeinflusst der Leitzins die Sparzinsen?
Der EZB-Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der EZB leihen können. Er hat einen direkten Einfluss auf das gesamte Zinsniveau:
Leitzins steigt: Banken können für Einlagen mehr verlangen und geben einen Teil an Sparer weiter. Die Sparzinsen steigen — allerdings oft mit Verzögerung und nicht im vollen Umfang.
Leitzins sinkt: Banken verdienen weniger und senken auch die Sparzinsen. Die Senkung wird oft schneller und vollständiger an Sparer weitergegeben als Erhöhungen.
Zinsentwicklung 2022 bis 2026
| Zeitraum | EZB-Leitzins (ca.) | Auswirkung auf Sparzinsen |
|---|---|---|
| Anfang 2022 | 0,00% | Praktisch keine Zinsen |
| Ende 2022 | 2,50% | Erste spürbare Zinserhöhungen |
| Ende 2023 | 4,50% | Höchststand, attraktive Sparangebote |
| Ende 2024 | 3,15% | Erste Zinssenkungen, Sparzinsen sinken |
| Ende 2025 | 2,50% - 2,75% | Weiterer Rückgang der Sparzinsen |
| Anfang 2026 | 2,15% - 2,40% | Stabilisierung auf moderatem Niveau |
Prognose: Wohin gehen die Zinsen?
Die meisten Ökonomen erwarten, dass die EZB die Zinsen 2026 weiter moderat senken oder auf dem aktuellen Niveau halten wird. Für Sparer bedeutet das:
- Genießen Sie die aktuellen Zinsen, solange sie da sind
- Sichern Sie sich attraktive Festgeldzinsen für längere Laufzeiten
- Rechnen Sie langfristig mit niedrigeren Zinsen als im Höchststand 2023/2024
- Ergänzen Sie Sparprodukte mit renditeträchtigeren Anlagen (ETFs, Aktien)
Die besten Sparstrategien 2026
Strategie 1: Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto
Halten Sie 3 bis 6 Monatsgehälter als Notgroschen auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto. Dieses Geld muss jederzeit verfügbar sein. Vergleichen Sie regelmäßig die Konditionen und wechseln Sie bei Bedarf die Bank.
Strategie 2: Festgeldleiter für planbare Ausgaben
Wenn Sie in den nächsten 1 bis 5 Jahren größere Ausgaben planen (Auto, Urlaub, Renovierung), eignet sich eine Festgeldleiter. Verteilen Sie das Kapital auf verschiedene Laufzeiten, um Flexibilität und gute Zinsen zu kombinieren.
Strategie 3: Sparplan-Kombination
Kombinieren Sie eine sichere Sparanlage mit einem Wertpapier-Sparplan:
- 50% des monatlichen Sparbetrags auf ein Tagesgeld-/Festgeldkonto (Sicherheit)
- 50% in einen ETF-Sparplan (Rendite)
So profitieren Sie von der Sicherheit der Einlagensicherung und dem langfristigen Renditepotenzial des Aktienmarktes.
Strategie 4: Zinshopping mit Bedacht
Wechseln Sie regelmäßig zu Banken mit den besten Konditionen. Aber übertreiben Sie es nicht — der Aufwand für ständige Kontoeröffnungen und -schließungen sollte in einem vernünftigen Verhältnis zum Zinsgewinn stehen.
Strategie 5: Aktionszinsen nutzen
Viele Banken bieten Neukunden-Aktionszinsen an. Nutzen Sie diese gezielt, aber haben Sie bereits einen Plan, wohin das Geld nach Ablauf der Aktion wandert.
Häufige Fehler beim Sparen
-
Alles auf dem Girokonto lassen: Girokonten werden in der Regel gar nicht oder minimal verzinst. Schon die Überweisung auf ein Tagesgeldkonto bringt deutlich mehr.
-
Nur bei der Hausbank sparen: Filialbanken bieten oft deutlich schlechtere Konditionen als Direktbanken. Ein Vergleich lohnt sich immer.
-
Inflation ignorieren: Wenn die Inflation höher ist als Ihr Zinssatz, verliert Ihr Geld real an Wert. Berücksichtigen Sie immer den Realzins.
-
Alles in Festgeld binden: Halten Sie immer einen Teil als Liquiditätsreserve auf einem Tagesgeldkonto bereit. Notfälle kommen immer ungelegen.
-
Einlagensicherung vergessen: Legen Sie nicht mehr als 100.000 Euro bei einer einzelnen Bank an.
-
Auf Neukundenzinsen hereinfallen: Prüfen Sie immer den Zinssatz nach Ablauf der Aktion.
-
Steuern nicht einkalkulieren: Rechnen Sie immer mit dem Netto-Zinssatz nach Abzug der 25% KESt.
Sparen vs. Investieren: Was ist sinnvoll?
Die entscheidende Frage für viele Österreicher: Soll ich sparen oder investieren? Die Antwort lautet: Beides — in der richtigen Reihenfolge und Mischung.
Wann Sparen sinnvoll ist
- Notgroschen: Immer auf einem Tagesgeldkonto (3-6 Monatsgehälter)
- Kurzfristige Ziele (1-3 Jahre): Festgeld oder Tagesgeld
- Sicherheitsliebende Anleger: Wenn Kapitalerhalt oberste Priorität hat
- Als Stabilitätsanker im Portfolio: Neben Wertpapieren als risikoarmer Anteil
Wann Investieren sinnvoll ist
- Langfristige Ziele (10+ Jahre): ETFs und Aktien bieten höhere Renditen
- Vermögensaufbau: Für Altersvorsorge und langfristigen Wohlstand
- Bei Inflation: Um die Kaufkraft langfristig zu erhalten
- Wenn der Notgroschen steht: Überschüssiges Geld produktiv anlegen
Historische Renditen im Vergleich
Über die letzten Jahrzehnte haben verschiedene Anlageformen folgende durchschnittliche jährliche Renditen erzielt:
- Sparbuch/Tagesgeld: 1% - 3% nominal (oft unter Inflation)
- Festgeld: 2% - 4% nominal
- Anleihen: 3% - 5% nominal
- Globale Aktien (MSCI World): 7% - 9% nominal langfristig
- Inflation Österreich (Durchschnitt): 2% - 3%
Langfristig sind Sparer, die ausschließlich auf Sparbuch und Festgeld setzen, der Inflation oft kaum oder gar nicht davongelaufen. Wer einen Teil seines Vermögens breit gestreut in Aktien-ETFs investiert hat, konnte hingegen deutlich höhere reale Renditen erzielen.
Sparzinsen in Österreich bieten 2026 noch akzeptable Renditen, auch wenn die Hochphase der Zinswende vorbei ist. Mit der richtigen Strategie holen Sie das Maximum heraus:
- Vergleichen Sie regelmäßig die Angebote verschiedener Banken
- Nutzen Sie Tagesgeld für Ihren Notgroschen und kurzfristige Liquidität
- Sichern Sie sich Festgeldzinsen für mittelfristige Anlageziele
- Achten Sie auf die Einlagensicherung und verteilen Sie bei größeren Beträgen auf mehrere Banken
- Kalkulieren Sie die KESt ein und rechnen Sie mit dem Netto-Zinssatz
- Ergänzen Sie Ihre Sparstrategie mit renditeträchtigeren Anlagen wie ETFs für den langfristigen Vermögensaufbau
Die Zeiten der Nullzinsen sind vorbei, aber kluge Sparer lassen sich nicht von nominalen Zinsen blenden. Betrachten Sie immer das Gesamtbild: Realzins, Steuern, Inflation und Ihre persönlichen finanziellen Ziele.
Weiterführende Artikel
- Festgeldkonto in Österreich: Zinsen und Vergleich
- Tagesgeldkonto in Österreich
- Kapitalertragsteuer (KESt) in Österreich
- ETFs in Österreich: Der umfassende Leitfaden
Hinweis: Die in diesem Artikel genannten Zinssätze sind Richtwerte und können sich jederzeit ändern. Für aktuelle Konditionen empfehlen wir einen direkten Vergleich bei den jeweiligen Banken.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch sind die Sparzinsen in Österreich 2026?
Die Sparzinsen in Österreich liegen 2026 beim Tagesgeld bei etwa 1,5% bis 2,5% und beim Festgeld zwischen 2,0% und 3,0%, je nach Bank und Laufzeit. Die Zinsen sind im Vergleich zu 2024 leicht gesunken.
Welche Bank bietet die besten Sparzinsen in Österreich?
Die besten Zinsen bieten oft Direktbanken und Online-Anbieter. Für aktuelle Top-Konditionen lohnt sich ein Vergleich zwischen Banken wie der Renault Bank direkt, Santander, und österreichischen Anbietern wie DADAT oder easybank.
Sind meine Ersparnisse bei der Bank sicher?
Ja, durch die gesetzliche Einlagensicherung sind Spareinlagen bis 100.000 Euro pro Person und Bank geschützt. In Österreich ist die Einlagensicherung Austria (ESA) für die meisten Banken zuständig.
Muss ich auf Sparzinsen Steuern zahlen?
Ja, auf Zinserträge fällt in Österreich die [Kapitalertragsteuer (KESt)](/steuern/kapitalertragsteuer/) von 25% an. Diese wird von der Bank automatisch einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.
Was ist besser: Tagesgeld oder Festgeld?
Tagesgeld bietet tägliche Verfügbarkeit bei etwas niedrigeren Zinsen. Festgeld bietet höhere Zinsen, aber das Geld ist für die vereinbarte Laufzeit gebunden. Die Wahl hängt von Ihrem Liquiditätsbedarf ab.
Wie wirkt sich der EZB-Leitzins auf meine Sparzinsen aus?
Der EZB-Leitzins beeinflusst die Sparzinsen indirekt. Senkt die EZB den Leitzins, sinken in der Regel auch die Sparzinsen der Banken -- allerdings oft mit Verzögerung und nicht im gleichen Ausmaß.
Chefredakteur finanzinfo.at
Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.