Arzt Gehalt Österreich: Spitalstabellen, Ausbildung, Kasse
Ärzte in Ausbildung ab 4.833,70 Euro in Wien und 5.368,10 in der Steiermark, Fachärzte bis über 13.000. Die Tabellen von Gesundheitsverbund, KAGes und ÖGK.
Für Ärztinnen und Ärzte im Spital gibt es keinen Kollektivvertrag und keine bundesweite Tabelle. Jeder Träger zahlt nach eigenem Recht, und die Unterschiede sind groß: Eine Fachärztin beginnt in Wien mit 7.782,12 Euro, in einem steirischen KAGes-Spital mit 8.752,40 Euro, in einer Krankenanstalt der Sozialversicherung mit 6.665,30 Euro. Alle drei Beträge gelten 2026, alle drei sind brutto, vierzehnmal im Jahr, ohne Nachtdienste.
Wer Ärztegehälter vergleicht, vergleicht deshalb Dienstgeber, nicht Berufe. Und wer die Tabelle kennt, kennt erst die Hälfte: Bei 29,44 Euro pro Nachtdienststunde entscheidet die Zahl der Dienste über den Verdienst.
Drei Dienstgeber, drei Rechtsgrundlagen
Spitalsärzte in Landeskrankenhäusern sind Bedienstete des Landes oder einer Landesgesellschaft. Ihr Gehalt steht im Landesrecht, in Wien im Wiener Bedienstetengesetz, in der Steiermark in den Gehaltsansätzen der Krankenanstaltengesellschaft KAGes. Ärzte in den Einrichtungen der Sozialversicherung, etwa in Ambulatorien der ÖGK, fallen unter die Dienstordnung B des Dachverbands der Sozialversicherungsträger. Ordensspitäler und private Träger haben wieder eigene Regelungen.
Was alle verbindet: Die Tabellen kennen Stufen, keine Verhandlung. Wer eingestuft ist, rückt nach Dienstjahren vor. Die Erhöhungen folgen den Gehaltsabschlüssen des jeweiligen Landesdienstes oder, bei der Sozialversicherung, der jährlichen Änderung der Dienstordnung.
Wien: Schema W5 im Bedienstetengesetz
Für Ärztinnen und Ärzte mit Dienstbeginn ab 2018 gilt im Wiener Gesundheitsverbund das Schema W5 des Wiener Bedienstetengesetzes, Berufsfamilie Spitalsärztlicher Dienst. Es kennt zwei Gehaltsbänder: W5/1 für Ärztinnen und Ärzte mit abgeschlossener Ausbildung zur Allgemeinmedizin, W5/2 für Fachärztinnen und Oberärzte sowie für Ärzte in Notfallaufnahme und Notarzteinsatz. Die Ansätze ab 1. Juli 2026 nach der Tabelle der Gewerkschaft younion:
| Gehaltsstufe | W5/1 Allgemeinmedizin | W5/2 Fachärzte, Oberärzte |
|---|---|---|
| 1 | 7.374,52 | 7.782,12 |
| 2 | 7.706,22 | 8.031,92 |
| 3 | 7.983,33 | 8.281,73 |
| 4 | 8.233,14 | 8.531,54 |
| 6 | 8.732,76 | 9.031,15 |
| 8 | 9.232,38 | 9.530,77 |
| 10 | 9.731,99 | 10.030,40 |
| 12 | 10.095,09 | 10.280,19 |
Euro brutto pro Monat. Dazu kommen nach § 78 des Bedienstetengesetzes eine Erschwernisabgeltung von 150 Euro monatlich für alle im Schema W5 Eingereihten und eine Kinderzulage von 21 Euro je Kind, vierzehnmal im Jahr.
Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung stehen nicht im Schema W5. Für sie nennt der Wiener Gesundheitsverbund ein Grundgehalt von mindestens 4.833,70 Euro brutto nach der Gehaltstabelle 2025. Die zeitabhängigen Zulagen sind seit 1. Februar 2024 deutlich höher als davor: 29,44 Euro brutto pro Stunde im Nachtdienst statt 24,44 Euro, 18,50 Euro pro Stunde an Sonn- und Feiertagen statt 13,50 Euro. Seit 2024 gibt es außerdem ein Fortbildungsbudget von 1.000 Euro pro Kalenderjahr und zehn Fortbildungstage.
Steiermark: das neue KAGes-Schema
Die steirische KAGes hat ihr Ärzteschema 2023 reformiert und veröffentlicht die Gehaltsansätze ab 1. Juli 2026 als Tabelle. Das neue Schema SI/N kennt vier Gruppen:
| Stufe | SI/N1 Ärzte in Ausbildung | SI/N2 Allgemeinmedizin, Sonderfachausbildung mit ius practicandi | SI/N3 Zahnärzte, Allgemeinmedizin mit spezieller Qualifikation | SI/N4 Fach- und Oberärzte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 5.368,10 | 6.476,70 | 7.001,90 | 8.752,40 |
| 3 | 5.834,90 | 6.943,50 | 8.110,50 | 9.861,00 |
| 5 | 6.068,40 | 7.235,30 | 8.752,40 | 10.502,80 |
| 7 | 6.301,70 | 7.468,70 | 9.160,90 | 10.911,30 |
| 10 | - | 7.760,40 | 9.686,00 | 11.436,40 |
| 15 | - | 8.285,60 | 10.677,90 | 12.428,40 |
| 19 | - | 8.980,40 | 11.436,40 | 13.187,00 |
Euro brutto pro Monat. Die Ausbildungsgruppe endet nach sieben Stufen, weil die Ausbildung dann abgeschlossen sein soll. Eine Fachärztin in Stufe 1 verdient bei der KAGes 8.752,40 Euro, das sind 122.534 Euro brutto im Jahr vor Diensten, rund 970 Euro im Monat mehr als in Wien.
Für Primarärztinnen und Primarärzte gibt es das Schema SIa mit zwölf Stufen von 13.418,80 bis 17.928,90 Euro. Das alte Schema SI läuft für Ärzte weiter, die nicht gewechselt haben; dort beginnt eine Turnusärztin mit 4.135,40 Euro und eine Fachärztin mit 6.966,40 Euro, also deutlich unter dem neuen Schema.
Sozialversicherung: die Dienstordnung B
Ärzte bei ÖGK, BVAEB und den anderen Trägern sind nach der Dienstordnung B bezahlt, einem Kollektivvertrag zwischen Dachverband und Gewerkschaft. Anlage 1 enthält zwei Schemata, gültig ab 1. Jänner 2026: Schema A für Ärzte außerhalb von Krankenanstalten, etwa im chefärztlichen Dienst, mit 6.165,10 Euro in Stufe 1; Schema B für Ärzte in Krankenanstalten und Ambulatorien mit sechs Gehaltsgruppen:
| Gehaltsgruppe | Stufe 1 | Stufe 9 |
|---|---|---|
| B V | 4.651,20 | 6.263,90 |
| B IVa | 5.123,70 | 6.736,40 |
| B IV | 5.582,70 | 7.390,20 |
| B III: Fachärzte, eigenverantwortliche Allgemeinmediziner, Zahnärzte | 6.665,30 | 8.774,00 |
| B II | 6.941,40 | 9.050,20 |
| B I | 7.310,60 | 9.419,40 |
Euro brutto pro Monat. Eine Besonderheit steht in § 35 Abs. 4: Für Ambulatoriumsärzte mit 36 statt 40 Wochenstunden werden die Gehälter des Schemas B um 10 Prozent gekürzt. Aus 6.665,30 Euro werden dann 5.998,77 Euro.
Der Weg: Basisausbildung, Turnus, Sonderfach
Nach dem Studium beginnt die Basisausbildung, gesetzlich mindestens sechs Monate, im Wiener Gesundheitsverbund neun, mit je drei Monaten in einer internistischen und einer chirurgischen Abteilung. Danach trennen sich die Wege: Die Ausbildung zur Allgemeinmedizin umfasst einen Spitalsturnus von mindestens 27 Monaten und anschließend sechs bis neun Monate in einer Lehrpraxis. Die Facharztausbildung gliedert sich in Sonderfachgrundausbildung und Sonderfachschwerpunktausbildung, die Dauer hängt vom Fach ab.
In dieser Zeit gilt die Ausbildungsgruppe der jeweiligen Tabelle: 4.833,70 Euro in Wien nach der Tabelle 2025, 5.368,10 bis 6.301,70 Euro bei der KAGes, 4.651,20 Euro in der Gehaltsgruppe B V der Sozialversicherung. Mit dem Abschluss folgt der Sprung in die Facharztgruppe, bei der KAGes von 6.301,70 auf 8.752,40 Euro.
Die Zahlen der Ärztekammer
Zum 31. Dezember 2025 waren laut Ärztestatistik der Österreichischen Ärztekammer 53.353 Ärztinnen und Ärzte eingetragen, 50,4 Prozent davon Frauen. In der Allgemeinmedizin liegt der Frauenanteil bei 60,3 Prozent, bei den Fachärzten bei 43 Prozent. 32,7 Prozent aller Ärzte sind über 55, im niedergelassenen Bereich liegt der Altersgipfel bei 63 Jahren. 18.346 erreichen in den nächsten zehn Jahren das Pensionsalter; um den Bestand zu halten, wären jährlich 1.836 Nachbesetzungen nötig. Mit 5,64 Ärzten je 1.000 Einwohner liegt Österreich international an dritter Stelle. Der Kammerpräsident sieht deshalb keinen Ärztemangel an sich, sondern einen Mangel im öffentlichen System, in Kassenordinationen und Spitälern.
Niedergelassen: kein Gehalt, ein Überschuss
Für Kassen- und Wahlärzte gibt es keine Tabelle. Kassenärzte rechnen nach den Honorarordnungen der Gesamtverträge ab, die Ärztekammer und Sozialversicherung verhandeln; Wahlärzte verrechnen eigene Honorare, von denen die Kasse den Patienten einen Teil des Kassentarifs ersetzt. Wie ein solcher Tarif im Detail aussieht, zeigt die Honorarordnung für Zahnärzte mit ihren Leistungspositionen. Das Einkommen einer Ordination ist, was nach Personal, Miete, Geräten und Versicherung übrig bleibt, und dafür veröffentlicht weder die Kammer noch die Statistik Austria eine berufsspezifische Zahl.
Zum Vergleich mit anderen Berufen, die nach Gesetzestabellen bezahlt werden: Eine Richterin beginnt mit 5.286,50 Euro, siehe Richter Gehalt, eine Lehrerin mit 3.636,40 Euro, siehe Lehrer Gehalt. Der Vollzeit-Median aller unselbständig Erwerbstätigen lag 2024 bei 3.977 Euro im Monat, siehe Durchschnittsgehalt.
Quellen
- younion, Gehaltsansätze Schema W5 Spitalsärztlicher Dienst, Wiener Bedienstetengesetz, Stand 01.07.2026, abgerufen 03.09.2026
- Wiener Bedienstetengesetz (RIS), Modellfunktionen Schema W5, abgerufen 03.09.2026
- Wiener Gesundheitsverbund, Ärztliche Ausbildung nach dem Studium, Gehaltstabelle 2025, abgerufen 03.09.2026
- Wiener Gesundheitsverbund, Mehr Geld für euch, Zulagen ab 01.02.2024, abgerufen 03.09.2026
- KAGes, Gehaltsansätze ab 01.07.2026 (PDF), abgerufen 03.09.2026
- Dienstordnung B für die Ärzte und Dentisten bei den Sozialversicherungsträgern, 108. Änderung (PDF), Anlage 1 gültig ab 01.01.2026, abgerufen 03.09.2026
- Österreichische Ärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025, 29.07.2026, abgerufen 03.09.2026
Häufig gestellte Fragen
Was verdient ein Arzt in Ausbildung?
Im Wiener Gesundheitsverbund mindestens 4.833,70 Euro brutto im Monat nach der Gehaltstabelle 2025, dazu Zulagen für Nachtdienste und Sonntage. In den steirischen KAGes-Spitälern beginnt das neue Schema SI/N1 für Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung mit 5.368,10 Euro und reicht bis 6.301,70 Euro, Stand 1. Juli 2026.
Was verdient ein Facharzt im Spital?
In Wien nach dem Schema W5/2 zwischen 7.782,12 und 10.280,19 Euro brutto im Monat, Stand 1. Juli 2026. Bei der KAGes in der Steiermark im Schema SI/N4 zwischen 8.752,40 und 13.187,00 Euro. In den Krankenanstalten der Sozialversicherung nach der Dienstordnung B ab 6.665,30 Euro. Alle Beträge vierzehnmal im Jahr, ohne Dienste und Zulagen.
Was verdient ein Primararzt?
Die KAGes weist für Primarärztinnen und Primarärzte ein eigenes Schema SIa mit zwölf Stufen aus: von 13.418,80 bis 17.928,90 Euro brutto im Monat, Stand 1. Juli 2026. Für Wien veröffentlicht das Bedienstetengesetz für leitende Funktionen keine vergleichbare Einzeltabelle.
Warum unterscheiden sich die Gehälter je Bundesland?
Weil es keinen bundesweiten Kollektivvertrag für Spitalsärzte gibt. Jeder Spitalsträger zahlt nach eigenem Recht: Wien nach dem Wiener Bedienstetengesetz, die Steiermark nach den Gehaltsansätzen der KAGes, die Sozialversicherung nach ihrer Dienstordnung B. Dieselbe Fachärztin steht in Wien mit 7.782,12 Euro, in Graz mit 8.752,40 Euro und bei der ÖGK mit 6.665,30 Euro in Stufe 1.
Was kommt zum Grundgehalt dazu?
Vor allem Dienste. Der Wiener Gesundheitsverbund zahlt seit Februar 2024 29,44 Euro brutto pro Stunde Nachtdienst und 18,50 Euro pro Stunde an Sonn- und Feiertagen, dazu eine Erschwernisabgeltung von 150 Euro im Monat im Schema W5, 1.000 Euro Fortbildungsbudget pro Jahr und zehn Fortbildungstage. Wie hoch der Gesamtverdienst ausfällt, hängt von der Zahl der Dienste ab.
Wie viele Ärztinnen und Ärzte gibt es in Österreich?
53.353 zum 31. Dezember 2025 laut Ärztekammer, davon 50,4 Prozent Frauen. 32,7 Prozent sind über 55 Jahre alt, 18.346 erreichen in den nächsten zehn Jahren das Pensionsalter. Um den Bestand zu halten, müssten jährlich 1.836 Stellen nachbesetzt werden. Die Ärztedichte liegt bei 5,64 je 1.000 Einwohner.
Was verdienen niedergelassene Ärzte?
Dafür gibt es keine Gehaltstabelle und keine amtliche Einkommensstatistik. Kassenärzte rechnen nach den Honorarordnungen der Gesamtverträge mit der Sozialversicherung ab, Wahlärzte nach eigenen Honoraren. Das Einkommen ist der Überschuss der Ordination nach Personal, Miete und Geräten.