Brutto-Netto-Rechner Österreich: was er kann und was nicht
Der Rechner zeigt Sozialversicherung, Lohnsteuer und Netto. Fünf Posten kennt er nicht, und genau die verschieben das Ergebnis am stärksten.
Brutto-Netto-Rechner 2026
Netto/Monat
€ 2.136,89
Netto/Jahr (14x)
€ 29.916,42
Berechnung auf Basis der Steuertarife und SV-Sätze 2026. Vereinfachte Darstellung ohne Berücksichtigung von Sonderzahlungs-Begünstigung (Jahrssechstel), Sachbezügen und weiteren individuellen Faktoren. Keine Steuerberatung.
Ein Brutto-Netto-Rechner nimmt drei Schritte ab: Er zieht die Sozialversicherung vom Bruttobezug ab, wendet den Tarif auf den Rest an und berücksichtigt die Absetzbeträge, die jedem zustehen. Für die Größenordnung reicht das.
Diese Seite behandelt, was der Rechner leistet und wo er danebenliegt. Wer die Abzüge stattdessen Schritt für Schritt nachvollziehen will, samt Rechenbeispielen und der Frage, was dasselbe Gehalt den Arbeitgeber kostet, findet das beim Gehaltsrechner.
Die Abweichung zum echten Gehaltszettel entsteht fast immer an derselben Stelle, nämlich bei den persönlichen Posten, die ein Rechner ohne weitere Eingaben nicht kennen kann. Sie sind der Grund, warum zwei Personen mit demselben Brutto unterschiedlich viel netto haben.
Was der Rechner berücksichtigt
| Position | Wert 2026 |
|---|---|
| Sozialversicherung, Dienstnehmeranteil | 18,07 Prozent |
| Arbeitslosenversicherung bis 2.225 Euro | 0 Prozent |
| Arbeitslosenversicherung bis 2.427 Euro | 1 Prozent |
| Arbeitslosenversicherung bis 2.630 Euro | 2 Prozent |
| Höchstbeitragsgrundlage | 6.930 Euro im Monat |
| Verkehrsabsetzbetrag | 496 Euro im Jahr |
| Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag | 804 Euro im Jahr, einschleifend |
| Tarifstufen | 0, 20, 30, 40, 48 und 50 Prozent |
Die Stufengrenzen und ihre Wirkung stehen unter Einkommensteuer, eine fertige Übersicht typischer Monatsbezüge unter Lohnsteuertabelle.
Die fünf Posten, die er nicht kennt
Familienbonus Plus. 166,68 Euro pro Monat und Kind bis zum 18. Geburtstag, danach 58,34 Euro. Über ein Jahr sind das 2.000,16 beziehungsweise 700,08 Euro pro Kind, und zwar direkt von der Steuer abgezogen, nicht von der Bemessungsgrundlage. Bei zwei Kindern unter 18 verschiebt das ein Monatsnetto um bis zu 333 Euro.
Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag. 612 Euro jährlich bei einem Kind, 828 Euro bei zwei, für jedes weitere 273 Euro mehr. Der Alleinverdienerabsetzbetrag setzt voraus, dass der Partner höchstens 7.411 Euro jährlich verdient.
Pendlerpauschale und Pendlereuro. Das Pauschale mindert die Bemessungsgrundlage, der Pendlereuro die Steuer. Letzterer wurde 2026 von zwei auf sechs Euro pro Kilometer der einfachen Fahrtstrecke angehoben. Bei 30 Kilometern sind das 180 statt 60 Euro im Jahr. Details unter Pendlerpauschale.
Freibetragsbescheid. Wer regelmäßig hohe Werbungskosten oder Sonderausgaben geltend macht, kann sie über einen Freibetragsbescheid schon im laufenden Jahr berücksichtigen lassen, statt auf die Veranlagung zu warten.
Sachbezüge. Firmenauto, Dienstwohnung oder ein zinsverbilligtes Arbeitgeberdarlehen erhöhen die Bemessungsgrundlage, ohne dass Geld fließt. Das Netto sinkt dadurch, obwohl das Brutto gleich bleibt.
Sonderzahlungen verschieben das Jahresbild
Wer das Monatsergebnis mal zwölf rechnet und mit dem Jahreslohnzettel vergleicht, findet eine Lücke. Sie entsteht durch das Jahressechstel: Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden innerhalb dieser Grenze nach einem eigenen Schema besteuert, mit einem Freibetrag und festen niedrigen Sätzen statt des laufenden Tarifs.
Praktisch heißt das: Bei 14 Bezügen liegt die Abgabenquote über das ganze Jahr unter der Quote des laufenden Monats. Wer zwei Angebote vergleicht, sollte deshalb immer prüfen, ob beide 14 Bezüge vorsehen. Ein Jahresbrutto von 42.000 Euro auf 14 Bezüge bringt netto mehr als dieselbe Summe auf 12 Bezüge. Die Systematik steht unter Lohnsteuer.
Warum das Netto kein guter Verhandlungsmaßstab ist
Drei Ansprüche hängen am Brutto und nicht am Netto, und alle drei wirken langfristig:
- Die Sonderzahlungen bemessen sich am Bruttomonatsentgelt.
- Der Beitrag zur betrieblichen Vorsorge beträgt 1,53 Prozent des Bruttoentgelts samt Sonderzahlungen, siehe Abfertigung.
- Die Pensionsbeitragsgrundlage ist das Brutto bis zur Höchstbeitragsgrundlage. Was heute nicht ins Brutto kommt, fehlt später am Pensionskonto.
Ein Angebot, das netto durch einen steuerfreien Zuschuss aufgebessert wird, kann kurzfristig attraktiver aussehen und langfristig schlechter sein.
Für Selbstständige gilt eine andere Rechnung
Der Rechner bildet ein Dienstverhältnis ab. Bei Selbstständigen fehlt der Lohnsteuerabzug, stattdessen wird über den Einkommensteuerbescheid abgerechnet, und die Sozialversicherung richtet sich nach dem GSVG mit vorläufigen und endgültigen Beitragsgrundlagen. Dazu kommen Betriebsausgaben, der Gewinnfreibetrag und gegebenenfalls die Umsatzsteuer. Die Grundlagen dazu stehen unter Sozialversicherung und Gewinnfreibetrag.
Quellen
- § 33 EStG 1988, Tarif, Absetzbeträge und Pendlereuro
- Wirtschaftskammer Österreich: Beitragswesen Dienstnehmer 2026, abgerufen am 04.09.2026
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Häufig gestellte Fragen
Rechnet der Rechner mit den Werten 2026?
Ja. Er verwendet die Tarifstufen des § 33 EStG in der für 2026 geltenden Fassung, die Beitragssätze 2026 samt der Staffelung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags und den Verkehrsabsetzbetrag mit Zuschlag.
Warum weicht mein tatsächlicher Gehaltszettel ab?
Meist wegen eines Postens, den ein Rechner nicht kennen kann: Familienbonus Plus, Alleinverdienerabsetzbetrag, Pendlerpauschale, ein Freibetragsbescheid oder ein Sachbezug. Jeder davon verschiebt das Netto um dreistellige Beträge im Jahr.
Sind 13. und 14. Gehalt im Ergebnis enthalten?
Nur wenn Sie sie ausdrücklich eingeben. Sonderzahlungen werden innerhalb des Jahressechstels nach einem eigenen, niedrigeren Schema besteuert, weshalb das Jahresnetto anteilig höher liegt als das zwölffache Monatsnetto.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Beitragsgrundlage?
Die Beitragsgrundlage ist das Bruttoentgelt, begrenzt durch die Höchstbeitragsgrundlage von 6.930 Euro monatlich. Darüber fallen keine Sozialversicherungsbeiträge mehr an, Lohnsteuer aber sehr wohl.
Taugt das Ergebnis für eine Gehaltsverhandlung?
Für die Größenordnung ja. Rechnen Sie aber immer auch den Bruttobetrag mit, weil Sonderzahlungen, betriebliche Vorsorge und Pensionsansprüche am Brutto hängen, nicht am Netto.
Gilt der Rechner auch für Selbstständige?
Nein. Bei Selbstständigen richten sich die Beiträge nach dem GSVG und der Einkommensteuerbescheid ersetzt den Lohnsteuerabzug. Die Systematik ist eine andere.