Fonds in Österreich - Investmentfonds kaufen

Investmentfonds in Österreich 2026: Arten, Kosten, Steuern & Vergleich mit ETFs. Alles über Aktienfonds, Mischfonds & mehr. Jetzt informieren!

Aktualisiert: 03. April 2026 12 Min. Lesezeit

Investmentfonds in Oesterreich 2026

Investmentfonds gehoeren in Oesterreich zu den wichtigsten Instrumenten fuer den Vermoegensaufbau. Ob Aktienfonds, Mischfonds oder Rentenfonds — die Vielfalt ist gross, und fuer jedes Risikoprofil und Anlageziel gibt es passende Produkte.

Was sind Investmentfonds?

Ein Investmentfonds ist ein Anlageprodukt, bei dem das Geld vieler Anleger gebuendelt und in ein Portfolio aus verschiedenen Wertpapieren investiert wird. Ein professioneller Fondsmanager oder ein ganzes Team entscheidet, welche Wertpapiere gekauft und verkauft werden. Die Anleger erwerben Anteile am Fonds und partizipieren an der Wertentwicklung des gesamten Portfolios.

Das Prinzip der Diversifikation

Der groesste Vorteil von Investmentfonds ist die Diversifikation — die Streuung des Risikos. Statt Ihr Geld in ein einzelnes Wertpapier zu stecken, investiert ein Fonds in Dutzende oder Hunderte verschiedene Titel. Wenn ein einzelnes Unternehmen schlecht abschneidet, faellt das im Gesamtportfolio weniger ins Gewicht.

Fuer Privatanleger, die nicht die Zeit oder das Know-how haben, ein eigenes diversifiziertes Portfolio zusammenzustellen, bieten Fonds eine bequeme Loesung. Schon mit kleinen Betraegen koennen Sie an der Entwicklung eines breit gestreuten Portfolios teilhaben.

Wie funktioniert ein Investmentfonds?

Der Ablauf ist einfach: Eine Kapitalanlagegesellschaft (KAG) legt den Fonds auf und bestimmt die Anlagestrategie. Ein Fondsmanager setzt diese Strategie um, indem er Wertpapiere kauft und verkauft. Das Fondsvermögen wird von einer Depotbank verwahrt, die als unabhaengige Kontrollinstanz fungiert. Sie als Anleger kaufen Fondsanteile entweder direkt bei der KAG, ueber Ihre Hausbank oder ueber einen Online-Broker.

Arten von Investmentfonds

Aktienfonds

Aktienfonds investieren ueberwiegend in Aktien, also Unternehmensanteile. Sie bieten langfristig die hoechsten Renditechancen, sind aber auch mit den groessten Kursschwankungen verbunden. Es gibt verschiedene Unterarten:

Nach Regionen: Globale Aktienfonds, Europa-Fonds, US-Fonds, Schwellenlaender-Fonds oder spezifische Laenderfonds (etwa Oesterreich-Aktienfonds).

Nach Branchen: Technologie-Fonds, Gesundheits-Fonds, Finanz-Fonds oder Rohstoff-Fonds.

Nach Anlagestil: Growth-Fonds (Wachstumsaktien), Value-Fonds (unterbewertete Aktien) oder Dividenden-Fonds (Aktien mit hoher Dividendenrendite).

Fuer oesterreichische Anleger interessant: Es gibt einige auf den oesterreichischen Markt spezialisierte Fonds, die in Unternehmen wie OMV, Erste Group, Verbund oder voestalpine investieren.

Rentenfonds (Anleihenfonds)

Rentenfonds — in Oesterreich auch Anleihenfonds genannt — investieren in festverzinsliche Wertpapiere wie Staats- und Unternehmensanleihen. Sie gelten als weniger risikoreich als Aktienfonds, bieten dafuer aber auch niedrigere Renditen. Rentenfonds eignen sich fuer Anleger, die ein regelmaessiges Einkommen aus ihrer Anlage erzielen moechten und weniger Kursschwankungen akzeptieren wollen.

Staatsanleihenfonds investieren in Anleihen von Staaten und bieten hohe Sicherheit, besonders wenn es sich um Anleihen von Laendern mit guter Bonitaet handelt.

Unternehmensanleihenfonds bieten hoehere Zinsen, tragen aber auch ein hoeheres Ausfallrisiko, da Unternehmen eher in Zahlungsschwierigkeiten geraten koennen als Staaten.

High-Yield-Fonds investieren in Anleihen mit niedrigerer Bonitaet (Hochzinsanleihen) und bieten die hoechsten Zinsen, aber auch das groesste Risiko.

Mischfonds

Mischfonds (auch Multi-Asset-Fonds genannt) kombinieren verschiedene Anlageklassen in einem einzigen Fonds. Typischerweise investieren sie sowohl in Aktien als auch in Anleihen und manchmal auch in Rohstoffe oder Immobilien. Der Fondsmanager kann die Gewichtung je nach Marktlage anpassen.

Defensive Mischfonds haben einen hohen Anleihenanteil (oft 70 % und mehr) und eignen sich fuer risikoscheue Anleger.

Ausgewogene Mischfonds halten Aktien und Anleihen in etwa gleicher Gewichtung und bieten einen guten Kompromiss zwischen Rendite und Risiko.

Offensive Mischfonds haben einen hohen Aktienanteil (70 % und mehr) und sind fuer risikobereite Anleger gedacht.

Mischfonds sind in Oesterreich besonders beliebt, weil sie eine Art Rundum-sorglos-Paket darstellen. Ein bekanntes oesterreichisches Beispiel ist der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix.

Immobilienfonds

Immobilienfonds investieren in Gewerbe- oder Wohnimmobilien und erwirtschaften Ertraege aus Mieteinnahmen und Wertsteigerungen. In Oesterreich sind offene Immobilienfonds verbreitet, bei denen Anleger Anteile kaufen und wieder verkaufen koennen. Diese Fonds bieten eine stabile Wertentwicklung mit geringen Schwankungen und eignen sich als Beimischung fuer ein konservatives Portfolio.

Geldmarktfonds

Geldmarktfonds investieren in kurzfristige, hochliquide Anlagen wie Geldmarktinstrumente und kurzlaufende Anleihen. Sie bieten eine sehr geringe Rendite, sind dafuer aber aeusserst sicher und eignen sich als kurzfristige Parkmoeglichkeit fuer Geld.

Dachfonds

Dachfonds investieren nicht direkt in Wertpapiere, sondern in andere Fonds. Das Prinzip ist also eine Streuung auf der zweiten Ebene: Der Dachfonds waehlt die besten Einzelfonds aus verschiedenen Kategorien aus. Der Nachteil: Es fallen doppelte Kosten an — die Kosten des Dachfonds und die Kosten der enthaltenen Einzelfonds.

Nachhaltige Fonds (ESG-Fonds)

Ein starker Trend in Oesterreich sind nachhaltige Fonds, die nach ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) investieren. Oesterreich ist hier europaweit fuehrend: Viele oesterreichische Fondsgesellschaften wie Raiffeisen KAG, Erste Asset Management oder Kepler-Fonds bieten eine breite Palette an nachhaltigen Investmentfonds an. Das Oesterreichische Umweltzeichen fuer Finanzprodukte ist ein wichtiger Qualitaetsstandard.

Kosten bei Investmentfonds

Die Kosten sind einer der wichtigsten Faktoren bei der Fondswahl, denn sie schmälern direkt Ihre Rendite. Folgende Kostenarten sollten Sie kennen:

Ausgabeaufschlag (Agio)

Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebuehr, die beim Kauf von Fondsanteilen anfaellt. Er betraegt typischerweise 1 % bis 5 % des Anlagebetrags. Bei einem Ausgabeaufschlag von 3 % und einer Anlage von 10.000 Euro bezahlen Sie 300 Euro an Gebuehren. Dieses Geld muessen Sie erst einmal durch die Wertentwicklung des Fonds wieder verdienen.

Tipp: Viele Online-Broker bieten Fonds mit reduziertem oder keinem Ausgabeaufschlag an. Auch Fondsplattformen und Direktbanken gewaehren haeufig Rabatte von 50 % bis 100 % auf den Ausgabeaufschlag.

Laufende Kosten (TER)

Die Total Expense Ratio (TER) gibt die jaehrlichen Gesamtkosten eines Fonds an. Sie umfasst die Verwaltungsgebuehr, Depotbankgebuehren und sonstige Betriebskosten. Bei aktiv gemanagten Fonds liegt die TER typischerweise zwischen 1,0 % und 2,5 % pro Jahr. Das klingt vielleicht nach wenig, summiert sich aber ueber die Jahre erheblich.

Performancegebuehr

Manche Fonds verlangen eine zusaetzliche Performancegebuehr, wenn die Wertentwicklung einen bestimmten Vergleichsindex uebertrifft. Diese Gebuehr kann 10 % bis 20 % der Ueberrendite betragen.

Kostenbeispiel

Angenommen, Sie investieren 10.000 Euro in einen Aktienfonds mit 3 % Ausgabeaufschlag und 1,5 % TER pro Jahr. Im ersten Jahr zahlen Sie 300 Euro Ausgabeaufschlag plus rund 145 Euro laufende Kosten (1,5 % von 9.700 Euro). Bei einer Bruttorendite von 7 % betraegt Ihre Nettorendite nach Kosten nur noch rund 2,5 % im ersten Jahr.

Fonds vs. ETFs — der grosse Vergleich

Was sind ETFs?

ETFs (Exchange Traded Funds) sind boersengehandelte Fonds, die einen Index wie den ATX, den MSCI World oder den S&P 500 passiv nachbilden. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds gibt es keinen Fondsmanager, der Anlageentscheidungen trifft — der ETF folgt einfach dem Index.

Kosten im Vergleich

Der groesste Unterschied liegt bei den Kosten. Aktiv gemanagte Fonds haben eine durchschnittliche TER von 1,0 % bis 2,5 %, waehrend ETFs typischerweise nur 0,1 % bis 0,5 % kosten. Ueber einen Anlagezeitraum von 20 oder 30 Jahren kann dieser Kostenunterschied Zehntausende Euro ausmachen.

Performance im Vergleich

Studien zeigen immer wieder, dass die Mehrheit der aktiv gemanagten Fonds es langfristig nicht schafft, ihren Vergleichsindex nach Kosten zu schlagen. Nur etwa 10 % bis 20 % der aktiven Fonds uebertreffen ihren Benchmark ueber einen Zeitraum von zehn Jahren oder mehr. Das spricht eindeutig fuer ETFs.

Wann lohnen sich aktive Fonds?

Dennoch gibt es Bereiche, in denen aktive Fonds Vorteile haben koennen. In weniger effizienten Maerkten — etwa Schwellenlaendern oder Spezialthemen — kann ein guter Fondsmanager einen Mehrwert schaffen. Auch bei nachhaltigen Anlagen setzen manche Anleger auf aktiv gemanagte Fonds, weil der Fondsmanager gezielt nach ESG-Kriterien selektieren kann.

Hybridloesung: Aktive ETFs

Ein relativ neuer Trend sind aktive ETFs, die die Kostenvorteile von ETFs mit aktivem Management verbinden. Diese Produkte sind auch in Oesterreich zunehmend verfuegbar.

Fonds kaufen in Oesterreich — so geht’s

Ueber die Hausbank

Der klassische Weg fuehrt ueber die Hausbank. Sie lassen sich beraten und der Bankberater empfiehlt Ihnen passende Fonds. Der Nachteil: Bankberater empfehlen oft hauseigene Produkte, die nicht unbedingt die guenstigsten oder besten sind. Zudem faellt in der Regel der volle Ausgabeaufschlag an.

Ueber Online-Broker

Online-Broker wie Flatex Oesterreich, DADAT oder easybank bieten eine grosse Auswahl an Fonds zu deutlich reduzierten Kosten. Ausgabeaufschlaege werden oft reduziert oder entfallen ganz. Die Kontoeroeffnung erfolgt online und ist unkompliziert.

Ueber Fondsplattformen

Spezialisierte Fondsplattformen bieten Zugang zu Tausenden von Fonds verschiedener Anbieter, oft ohne Ausgabeaufschlag. Sie eignen sich fuer Anleger, die gezielt nach bestimmten Fonds suchen.

Ueber einen Sparplan

Besonders einsteigerfreundlich ist der Fondssparplan: Sie investieren regelmaessig einen festen Betrag — zum Beispiel 50 oder 100 Euro pro Monat — in einen oder mehrere Fonds. Durch den Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) kaufen Sie automatisch mehr Anteile, wenn die Kurse niedrig sind, und weniger, wenn sie hoch sind.

Steuern auf Fonds in Oesterreich

KESt auf Fondsertraege

In Oesterreich unterliegen Ertraege aus Investmentfonds der Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5 %. Dies betrifft Ausschuettungen, realisierte Kursgewinne und sogenannte ausschuettungsgleiche Ertraege.

Meldefonds vs. Nicht-Meldefonds

In Oesterreich wird zwischen Meldefonds und Nicht-Meldefonds unterschieden. Meldefonds melden ihre steuerlich relevanten Ertraege an die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB). Die steuerliche Behandlung ist bei Meldefonds einfacher, da die Depotbank die KESt automatisch abfuehrt.

Bei Nicht-Meldefonds (das sind in der Regel auslaendische Fonds ohne oesterreichischen steuerlichen Vertreter) muss der Anleger die Ertraege selbst in der Steuererklaerung angeben. Zudem wird eine pauschale Besteuerung angewandt, die in der Regel ungünstiger ist.

Tipp: Achten Sie beim Fondskauf darauf, dass es sich um einen Meldefonds handelt. Die meisten grossen internationalen Fondsgesellschaften haben fuer ihre in Oesterreich vertriebenen Fonds einen steuerlichen Vertreter bestellt.

Ausschuettungsgleiche Ertraege

Auch wenn ein Fonds keine Ausschuettungen vornimmt (thesaurierender Fonds), fallen in Oesterreich Steuern an. Die sogenannten ausschuettungsgleichen Ertraege werden rechnerisch ermittelt und unterliegen der KESt. Ihre Depotbank zieht die KESt automatisch ab, sofern es sich um einen Meldefonds handelt.

Oesterreichische Fondsgesellschaften im Ueberblick

Raiffeisen KAG

Die Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft ist eine der groessten Fondsgesellschaften Oesterreichs. Sie bietet eine breite Palette an Fonds, von konservativen Anleihenfonds bis zu offensiven Aktienfonds. Besonders stark ist Raiffeisen im Bereich nachhaltiger Fonds.

Erste Asset Management

Erste AM ist die Fondsgesellschaft der Erste Group und gehoert zu den fuehrenden Asset Managern in Oesterreich und Zentraleuropa. Sie verwaltet ueber 70 Milliarden Euro und bietet eine grosse Auswahl an Fonds mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit.

Kepler-Fonds KAG

Kepler-Fonds mit Sitz in Linz ist bekannt fuer seine ethisch-nachhaltigen Fondsprodukte und zaehlt zu den Pionieren im Bereich nachhaltiger Geldanlage in Oesterreich.

Allianz Invest KAG

Die Allianz Invest ist die oesterreichische Fondstochter des Allianz-Konzerns und bietet eine breite Produktpalette fuer verschiedene Anlegerprofile.

Tipps fuer die Fondsauswahl

1. Anlageziel und Risikoprofil definieren

Bevor Sie einen Fonds kaufen, sollten Sie sich ueber Ihr Anlageziel (Vermoegensaufbau, Altersvorsorge, Kapitalerhalt) und Ihre Risikobereitschaft klar werden. Ein junger Anleger mit langem Anlagehorizont kann einen hoeheren Aktienanteil waehlen als ein Pensionist.

2. Auf die Kosten achten

Vergleichen Sie die TER verschiedener Fonds und achten Sie auf den Ausgabeaufschlag. Niedrigere Kosten bedeuten hoehere Nettorendite fuer Sie.

3. Die Historie pruefen — aber richtig

Die vergangene Performance eines Fonds ist kein Garant fuer die Zukunft. Dennoch kann ein Blick auf die langfristige Wertentwicklung (mindestens fuenf bis zehn Jahre) und den Vergleich mit dem Benchmark hilfreich sein.

4. Fondsgroesse und Liquiditaet beachten

Waehlen Sie Fonds mit einem ausreichend grossen Fondsvolumen. Sehr kleine Fonds laufen Gefahr, geschlossen oder mit einem anderen Fonds verschmolzen zu werden.

5. Meldefonds bevorzugen

Achten Sie darauf, dass der Fonds in Oesterreich als Meldefonds registriert ist. Das vereinfacht die Besteuerung erheblich.

6. Breit streuen

Setzen Sie nicht alles auf einen Fonds. Eine Kombination aus verschiedenen Fondsarten — etwa ein globaler Aktienfonds und ein Anleihenfonds — reduziert das Risiko.

Fonds als Teil der Altersvorsorge

Investmentfonds spielen eine wichtige Rolle in der privaten Altersvorsorge in Oesterreich. Im Rahmen der praemienbeguenstigten Zukunftsvorsorge koennen Anleger steuerlich gefoerdert in Fonds investieren. Auch die betriebliche Vorsorge ueber Pensionskassen und betriebliche Vorsorgekassen setzt auf Fondsanlagen.

Fuer die private Altersvorsorge bieten sich besonders Fondssparpläne an: Mit regelmaessigen Einzahlungen bauen Sie ueber Jahrzehnte ein beachtliches Vermoegen auf. Der Zinseszinseffekt und der Cost-Average-Effekt arbeiten dabei fuer Sie.

Nachhaltigkeit bleibt der Megatrend

ESG-konforme Fonds wachsen weiter stark. Die EU-Transparenzverordnung (SFDR) hat fuer mehr Klarheit gesorgt, welche Fonds tatsaechlich nachhaltig investieren (Artikel-8- und Artikel-9-Fonds). Oesterreichische Anleger legen zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit.

Kuenstliche Intelligenz in der Fondsbranche

Immer mehr Fondsgesellschaften setzen KI-Systeme fuer die Aktienanalyse und Portfoliooptimierung ein. Ob diese Technologie langfristig zu besserer Performance fuehrt, bleibt abzuwarten.

Thematische Fonds

Fonds, die in bestimmte Zukunftsthemen investieren — wie kuenstliche Intelligenz, erneuerbare Energien, Cybersecurity oder Wasserstoff — sind weiterhin gefragt.

Risiken bei Investmentfonds

Marktrisiko

Das Marktrisiko ist das Risiko, dass der Gesamtmarkt faellt und damit auch der Wert Ihres Fonds. Dieses Risiko betrifft alle Fondsarten, ist aber bei Aktienfonds am staerksten ausgepraegt. In Boersenkorrekturen koennen Aktienfonds innerhalb weniger Wochen 20 % bis 40 % ihres Werts verlieren. Langfristig haben sich die Maerkte historisch immer erholt, aber kurzfristig muessen Anleger diese Schwankungen aushalten koennen.

Waehrungsrisiko

Fonds, die in auslaendische Wertpapiere investieren, sind dem Waehrungsrisiko ausgesetzt. Wenn Sie einen US-Aktienfonds kaufen und der Euro gegenueber dem US-Dollar steigt, verliert Ihr Fonds in Euro gerechnet an Wert — selbst wenn die US-Aktien im Wert steigen. Manche Fonds sichern das Waehrungsrisiko ab (waehrungsgesicherte Fonds), was aber zusaetzliche Kosten verursacht.

Managerrisiko

Bei aktiv gemanagten Fonds haengt die Performance massgeblich vom Fondsmanager ab. Wenn ein erfolgreicher Fondsmanager das Unternehmen verlaesst oder Fehlentscheidungen trifft, kann die Performance leiden. Bei ETFs existiert dieses Risiko nicht, da sie einfach einen Index nachbilden.

Liquiditaetsrisiko

Bei den meisten Investmentfonds koennen Sie Ihre Anteile jederzeit zurueckgeben. Bei offenen Immobilienfonds kann es aber zu Ruecknahmebeschraenkungen kommen, wenn viele Anleger gleichzeitig aussteigen wollen. In Ausnahmefaellen werden Fonds voruebergehend geschlossen.

Kontrahentenrisiko bei Swap-basierten Fonds

Manche ETFs bilden ihren Index nicht physisch nach (indem sie die Aktien tatsaechlich kaufen), sondern ueber Swap-Geschaefte mit einer Gegenpartei. Hier besteht ein Kontrahentenrisiko, falls die Gegenpartei ausfaellt. In der Praxis ist dieses Risiko durch regulatorische Vorgaben (maximal 10 % unbesichertes Swap-Exposure) begrenzt.

Fondssparpläne in Oesterreich — die Praxis

Wie richte ich einen Fondssparplan ein?

Ein Fondssparplan laesst sich bei den meisten Brokern in wenigen Minuten online einrichten. Sie waehlen den gewuenschten Fonds oder ETF, legen den monatlichen Betrag fest (oft schon ab 25 Euro) und bestimmen den Ausfuehrungstag. Der Broker kauft dann automatisch jeden Monat Fondsanteile fuer Sie.

Sparplanfaehige Fonds und ETFs

Nicht jeder Fonds ist sparplanfaehig. Bei Flatex Oesterreich stehen ueber 1.600 ETFs als Sparplan zur Verfuegung, bei DADAT ist die Auswahl etwas kleiner. Pruefen Sie vor der Fondsauswahl, ob der gewuenschte Fonds als Sparplan verfuegbar ist.

Sparplanrate anpassen oder pausieren

Die meisten Broker erlauben es, die Sparplanrate jederzeit zu aendern, den Sparplan zu pausieren oder ganz einzustellen. Diese Flexibilitaet ist ein grosser Vorteil: Wenn das Budget einmal knapp ist, koennen Sie die Rate senken oder den Sparplan voruebergehend stoppen, ohne Anteile verkaufen zu muessen.

Rebalancing im Fondssparplan

Wenn Sie mehrere Fonds besparen, verschiebt sich die Gewichtung ueber die Zeit durch unterschiedliche Kursentwicklungen. Regelmaessiges Rebalancing — das Wiederherstellen der Zielgewichtung — kann durch Anpassung der Sparplanraten erfolgen, ohne dass Sie Anteile verkaufen muessen.

Fonds und die oesterreichische Steuererklaerung

Meldefonds und die OeKB

Die oesterreichische Kontrollbank (OeKB) fuehrt eine Datenbank aller in Oesterreich registrierten Meldefonds. Auf der Website profitweb.at koennen Sie pruefen, ob ein bestimmter Fonds als Meldefonds registriert ist. Geben Sie einfach die ISIN-Nummer ein und pruefen Sie, ob ein steuerlicher Vertreter bestellt wurde.

Was passiert bei Nicht-Meldefonds?

Wenn Sie in einen Nicht-Meldefonds investieren, wird eine pauschale Besteuerung angewandt: Es werden 90 % des Unterschiedsbetrags zwischen dem ersten und letzten Ruecknahmepreis des Kalenderjahres als Ertrag angesetzt, mindestens aber 10 % des letzten Ruecknahmepreises. Diese Pauschalbesteuerung ist in der Regel deutlich ungünstiger als die Besteuerung von Meldefonds.

Verlustverrechnung bei Fonds

Verluste aus dem Verkauf von Fonds koennen in Oesterreich mit Gewinnen aus anderen Kapitalertraegen (Aktien, Anleihen, andere Fonds) verrechnet werden. Bei Depots bei oesterreichischen Brokern erfolgt die Verlustverrechnung automatisch innerhalb des Depots. Ein Verlustvortrag in Folgejahre ist allerdings nicht moeglich — Verluste muessen im selben Kalenderjahr verrechnet werden.

Haeufige Fehler bei der Fondsanlage

Nur auf die vergangene Performance schauen

Die vergangene Wertentwicklung eines Fonds sagt wenig ueber die Zukunft aus. Studien zeigen, dass Fonds, die in der Vergangenheit besonders gut abgeschnitten haben, oft in den Folgejahren hinter dem Markt zurueckbleiben. Achten Sie stattdessen auf die Kosten, die Anlagestrategie und die Qualitaet des Fondsmanagements.

Zu haeufig umschichten

Manche Anleger wechseln staendig zwischen verschiedenen Fonds hin und her, in der Hoffnung, den besten Fonds zu erwischen. Dieses sogenannte Fund-Hopping kostet nicht nur Gebuehren, sondern fuehrt in der Regel auch zu schlechteren Ergebnissen als eine Buy-and-Hold-Strategie.

Die Kosten unterschaetzen

Ein Ausgabeaufschlag von 3 % klingt vielleicht nicht nach viel, aber er bedeutet, dass Ihr Fonds erst einmal 3 % Rendite erzielen muss, bevor Sie ueberhaupt in die Gewinnzone kommen. Und eine TER von 1,5 % statt 0,2 % (wie bei ETFs) kostet Sie ueber 20 Jahre Zehntausende Euro an entgangener Rendite.

Zu wenig diversifizieren

Wer nur in einen einzigen Fonds investiert — etwa einen Branchenfonds oder Laenderfonds — geht ein hohes Klumpenrisiko ein. Kombinieren Sie verschiedene Fondsarten und Regionen fuer eine breite Streuung.

Den Notgroschen im Fonds anlegen

Fonds unterliegen Kursschwankungen. Geld, das Sie kurzfristig benoetigen koennten (den Notgroschen), gehoert auf ein Tagesgeldkonto, nicht in einen Aktienfonds. Andernfalls muessen Sie Ihre Fondsanteile moeglicherweise zu einem unguenstigen Zeitpunkt verkaufen.

Fonds fuer verschiedene Lebenssituationen

Fuer Berufseinsteiger

Junge Anleger mit langem Anlagehorizont koennen einen hohen Aktienanteil waehlen. Ein globaler Aktienfonds oder ETF-Sparplan mit 100 % Aktienquote ist in der Aufbauphase voellig in Ordnung. Schon 50 bis 100 Euro pro Monat koennen ueber 30 bis 40 Jahre ein beachtliches Vermoegen aufbauen.

Fuer Familien

Familien koennen Fondssparpläne nutzen, um fuer die Ausbildung der Kinder oder das Eigenheim zu sparen. Ein ausgewogener Mischfonds oder eine Kombination aus Aktienfonds und Anleihenfonds bietet eine gute Balance zwischen Rendite und Risiko.

Fuer Anleger vor der Pension

In den letzten Jahren vor der Pension sollte das Risiko schrittweise reduziert werden. Der Aktienanteil wird zugunsten von Anleihen- und Geldmarktfonds verringert, um das aufgebaute Vermoegen zu schuetzen.

Investmentfonds bleiben ein unverzichtbares Instrument fuer den Vermoegensaufbau in Oesterreich. Sie bieten Diversifikation, professionelles Management und Zugang zu verschiedensten Maerkten und Anlageklassen. Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Achten Sie auf die Kosten — der Ausgabeaufschlag und die laufenden Gebuehren schmälern Ihre Rendite erheblich. Pruefen Sie, ob ein ETF als guenstigere Alternative infrage kommt. Waehlen Sie Meldefonds, um die steuerliche Abwicklung zu vereinfachen. Und diversifizieren Sie Ihre Anlagen ueber verschiedene Fondsarten und Regionen hinweg. Mit diesen Grundregeln sind Sie als Fondsanleger in Oesterreich gut aufgestellt.

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Häufig gestellte Fragen

Was sind Investmentfonds?

Investmentfonds bündeln das Geld vieler Anleger und investieren es breit gestreut in Aktien, Anleihen oder andere Wertpapiere. Ein Fondsmanager trifft die Anlageentscheidungen.

Wie werden Fonds in Österreich besteuert?

Fondsausschüttungen und Kursgewinne unterliegen in Österreich der KESt von 27,5%. Bei Meldefonds werden ausschüttungsgleiche Erträge jährlich versteuert.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.