Inflation in Österreich: aktuelle Rate, Treiber und Wirkung

3,2 Prozent im August, davor 2,8 im Juli. Warum Dienstleistungen die Teuerung tragen und was die Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel gebracht hat.

Stand: 02. September 2026 8 Min. Lesezeit

Inflationsrechner 2026

Kaufkraft in 10 Jahren
€ 7.440,94
heutiger Wert von € 10.000,00
Realer Wertverlust
€ 2.559,06
25,6 % Verlust
Nötig zum Werterhalt
€ 13.439,16
nominaler Betrag in 10 J.
Kaufkraftverlust25,6 %
JahrKaufkraftWertverlustVerlust %
1€ 9.708,74€ 291,262,9 %
2€ 9.425,96€ 574,045,7 %
3€ 9.151,42€ 848,588,5 %
4€ 8.884,87€ 1.115,1311,2 %
5€ 8.626,09€ 1.373,9113,7 %
6€ 8.374,84€ 1.625,1616,3 %
7€ 8.130,92€ 1.869,0818,7 %
8€ 7.894,09€ 2.105,9121,1 %
9€ 7.664,17€ 2.335,8323,4 %
10€ 7.440,94€ 2.559,0625,6 %

Hinweis: Berechnung mit konstanter Inflationsrate. Die tatsächliche Inflation schwankt jährlich. Zur Einordnung: Die Inflationsrate lag im August 2026 bei 3,2 %, im Juli bei 2,8 %. Keine Finanzberatung.

Die Inflationsrate in Österreich lag im August 2026 bei 3,2 Prozent - nach 2,8 Prozent im Juli. Der Anstieg geht vor allem auf Treibstoffe und Heizöl zurück.

Bemerkenswert ist die Zusammensetzung: Während sich Lebensmittel zuletzt kaum verteuerten, treiben Dienstleistungen die Teuerung mit über vier Prozent. Das ist der eigentliche Grund, warum die Rate nicht schneller sinkt.

Der Verlauf der letzten Monate

MonatInflationsrate
August 20263,2 Prozent (Schnellschätzung)
Juli 20262,8 Prozent
Juni 20263,2 Prozent
Mai 20263,7 Prozent

Der Wert für August ist eine Schnellschätzung. Statistik Austria veröffentlicht sie etwa am Ersten des Folgemonats, den vorläufigen Wert um den 17. bis 20. und den endgültigen einige Wochen später. Abweichungen sind möglich: Für Juli lautete die Schnellschätzung 2,7 Prozent, endgültig wurden 2,8 Prozent daraus.

Was die Teuerung trägt

Die Gesamtrate setzt sich aus vier Sonderaggregaten zusammen. Für Juli 2026 im Jahresabstand:

KomponenteVeränderung
Dienstleistungen+ 4,4 Prozent
Energie+ 5,7 Prozent
Industriegüter+ 0,8 Prozent
Nahrungsmittel, Alkohol, Tabak− 0,1 Prozent

Dienstleistungen sind der größte Inflationstreiber und blieben mit 4,4 Prozent so stark wie im Juni. Dahinter stehen vor allem Löhne, die einen Großteil der Kosten ausmachen und mit Verzögerung auf die früheren Preisschübe reagieren. Diese Komponente reagiert deshalb träge - sie sinkt nicht, nur weil Energie billiger wird.

Energie verteuerte sich im Juli mit 5,7 Prozent stärker als im Juni, weil Treibstoffe und Heizöl in der zweiten Monatshälfte deutlich anzogen. Genau diese Bewegung setzte sich im August fort und erklärt den Sprung zurück auf 3,2 Prozent.

Die Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel

Zum 1. Juli 2026 wurde die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel von 10 auf 4,9 Prozent gesenkt. Der Effekt ist in den Zahlen ablesbar: Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak waren im Juni noch um 1,5 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, im Juli lagen sie mit minus 0,1 Prozent erstmals leicht darunter.

Statistik Austria führt etwa die Hälfte des Rückgangs der Gesamtinflation von 3,2 auf 2,7 Prozent auf die gesunkenen Lebensmittelpreise zurück.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens wirkt eine Steuersenkung nur einmal: Sie senkt das Preisniveau, aber nach zwölf Monaten fällt der Effekt aus der Jahresveränderungsrate heraus. Zweitens zeigt der August, dass ein einzelner Bereich die Gesamtrate nicht dauerhaft drücken kann, wenn andere gegenläufig steigen.

Kerninflation und warum sie zählt

Die Kerninflation umfasst nur Industriegüter und Dienstleistungen. Energie sowie Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak bleiben außen vor, weil sie stark schwanken und von Wetter, Rohstoffmärkten und Steuerentscheidungen abhängen.

Für die Einschätzung der Preisentwicklung ist sie oft aussagekräftiger als die Gesamtrate. Ein Rückgang der Gesamtinflation, der allein auf billigerem Öl beruht, sagt wenig darüber, ob der Preisdruck nachlässt.

Seit Januar 2026 neue Indexbasis

Statistik Austria rechnet seit Jänner 2026 mit der Basis 2025 = 100 und der Klassifikation COICOP 18. Der VPI lag im Juli 2026 bei 103,1 Punkten.

Der Basiswechsel ändert nichts an der Aussage der Veränderungsraten, wohl aber an den absoluten Indexwerten. Wer ältere Indexstände weiterverwendet - etwa bei Wertsicherungsklauseln in Verträgen -, muss auf die Basis achten. Statistik Austria stellt dafür Umrechnungsfaktoren bereit.

Der VPI misst die Teuerung national, der HVPI ist die harmonisierte europäische Vergleichsgröße. Für Vergleiche mit dem Euroraum und für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank zählt der HVPI.

Was Inflation praktisch bedeutet

Bei 3,2 Prozent verliert Geld, das unverzinst liegt, in zehn Jahren gut ein Viertel seiner Kaufkraft. Aus 10.000 Euro werden nach Kaufkraft rund 7.300 Euro.

Entscheidend ist deshalb der Realzins: die Verzinsung abzüglich der Inflationsrate. Liegt das Sparbuch bei 2 Prozent und die Teuerung bei 3,2, verliert das Guthaben real 1,2 Prozent pro Jahr - trotz nominell steigendem Kontostand. Wie sich Zinsen und Steuer auf Erträge auswirken, steht bei der Kapitalertragsteuer und den Sparzinsen.

Für Kreditnehmer wirkt Inflation umgekehrt: Die reale Last einer festverzinsten Schuld sinkt, solange das Einkommen mitwächst.

Quellen

  • Statistik Austria: Verbraucherpreisindex VPI/HVPI - Inflationsrate August 2026 von 3,2 Prozent laut Schnellschätzung vom 1. September 2026, Juli 2026 endgültig 2,8 Prozent, Juni 3,2 und Mai 3,7 Prozent, Indexbasis 2025 gleich 100 mit COICOP 18 seit Jänner 2026, Veröffentlichungsrhythmus von Schnellschätzung, vorläufigem und endgültigem Wert, Unterscheidung von VPI und HVPI
  • Statistik Austria: Schnellschätzung Juli 2026 (PDF) - Schnellschätzung von 2,7 Prozent nach 3,2 Prozent im Juni, Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel von 10 auf 4,9 Prozent ab 1. Juli 2026 als maßgeblicher Grund für den Rückgang, Komponenten mit Dienstleistungen plus 4,4 Prozent, Energie plus 5,7 Prozent, Industriegüter plus 0,8 Prozent und Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak minus 0,1 Prozent, Zusammensetzung der Kerninflation aus Industriegütern und Dienstleistungen, VPI-Indexstand von 103,1 Punkten

Stand der Angaben: 2. September 2026. Die Inflationsrate wird monatlich neu veröffentlicht; der August-Wert ist eine Schnellschätzung.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Inflation in Österreich aktuell?

Für August 2026 weist die Schnellschätzung von Statistik Austria 3,2 Prozent aus. Im Juli lag die Rate bei 2,8 Prozent, im Juni bei 3,2 und im Mai bei 3,7 Prozent.

Was treibt die Inflation am stärksten?

Die Dienstleistungen. Sie verteuerten sich im Juli 2026 um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, Energie um 5,7 Prozent. Industriegüter stiegen nur um 0,8 Prozent.

Was hat die Mehrwertsteuersenkung gebracht?

Die Senkung auf Grundnahrungsmittel von 10 auf 4,9 Prozent ab 1. Juli 2026 hat die Lebensmittelpreise erstmals unter das Vorjahresniveau gedrückt, auf minus 0,1 Prozent.

Was ist der Unterschied zwischen VPI und HVPI?

Der Verbraucherpreisindex misst die Teuerung national, der harmonisierte Index ist die europäische Vergleichsgröße. Beide werden monatlich veröffentlicht.

Wann kommen die Zahlen?

Die Schnellschätzung etwa am Ersten des Folgemonats, der vorläufige Wert um den 17. bis 20., der endgültige einige Wochen später. Die Schnellschätzung kann sich noch ändern.

Was ist die Kerninflation?

Sie umfasst Industriegüter und Dienstleistungen, lässt also Energie sowie Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak außen vor. Diese Komponenten schwanken stark und verzerren den Trend.