Auto-Leasing Österreich: Anbieter, Recht und Steuer

Ab 20. November 2026 gilt neues Verbraucherkreditrecht - und das Rücktrittsrecht beim Restwertleasing kippt. Dazu Anbieter, Vorsteuer und Sachbezug.

Stand: 25. August 2026 9 Min. Lesezeit

Leasing-Rechner 2026

Rate/Monat

€ 619,44

Gesamtkosten

€ 37.799,84

Zinsen gesamt

€ 2.799,84

Restwert

€ 10.500,00

Anzahlung€ 5.000,00
Summe Leasingraten (36 x € 619,44)€ 22.299,84
Restwert (30%)€ 10.500,00
Kaufpreis Zinsen

Vereinfachte Berechnung. Tatsächliche Leasingraten hängen von Bonität, Vertragsbedingungen und ggf. Bearbeitungsgebühren ab. Restwert bei Leasing-Ende ggf. zu bezahlen oder an Händler rückzuführen. Keine Finanzberatung.

Fast sechs von zehn Kraftfahrzeugen in Österreich werden geleast. Der Verband Österreichischer Leasing-Gesellschaften weist für 2025 eine Leasingquote von 59,4 Prozent aus, bei Pkw und Kombi 56,9 Prozent, bei Lkw und Bussen 78,4 Prozent. Leasing ist damit keine Nischenfinanzierung, sondern der Normalfall.

Wer heute einen Restwert-Leasingvertrag unterschreibt, hat trotzdem meist kein 14-Tage-Rücktrittsrecht - das Verbraucherkreditgesetz nimmt diese Vertragsform ausdrücklich davon aus. Am 20. November 2026 ändert sich das: Dann tritt ein neues Verbraucherkreditgesetz in Kraft, und die häufigste Variante bekommt das Rücktrittsrecht zurück.

Restwert oder Kilometer

Beide Bauarten sehen auf dem Kontoauszug gleich aus. Sie unterscheiden sich darin, wer das Risiko trägt, dass das Auto bei der Rückgabe weniger wert ist als gedacht.

Restwertleasing legt zu Vertragsbeginn einen Restwert fest. Ist das Fahrzeug bei Rückgabe weniger wert, zahlt der Leasingnehmer die Differenz nach. Je höher der Restwert angesetzt wird, desto niedriger die Rate - und desto größer die Nachzahlung am Ende. Ein hoch angesetzter Restwert ist deshalb kein günstiges Angebot, sondern eine verschobene Rechnung.

Kilometerleasing vereinbart stattdessen eine Laufleistung. Abgerechnet wird nur die Abweichung: Mehrkilometer kosten, für Minderkilometer gibt es meist eine Gutschrift, oft mit Freigrenze. Das Wertrisiko bleibt beim Leasinggeber.

Rechtlich sitzt das Kilometerleasing zwischen den Stühlen. Der Oberste Gerichtshof hat 2015 festgehalten, dass ein solcher Vertrag nicht direkt unter eine der vier Varianten des Paragrafen 26 fällt - die Schutzbestimmungen aber analog anzuwenden sind.

Das fehlende Rücktrittsrecht

Ein Leasingvertrag ist kein Kreditvertrag. Das Verbraucherkreditgesetz behandelt ihn als “Finanzierungshilfe” und zählt in Paragraf 26 Absatz 1 vier Formen auf: Kaufverpflichtung, Andienungsrecht des Leasinggebers, Kaufoption mit Restwerteinstandspflicht und Restwertgarantie ohne Kaufoption.

Für die letzten beiden schreibt Absatz 3 wörtlich:

Auf Verbraucherleasingverträge nach Abs. 1 Z 3 und 4 sind § 12 und § 15 nicht anzuwenden.

Paragraf 12 ist das 14-Tage-Rücktrittsrecht. Bei einem Vertrag mit Kaufoption und Restwerteinstandspflicht oder mit reiner Restwertgarantie gilt es also nicht. Ist der Restwert dagegen als Andienungsrecht des Leasinggebers konstruiert, fällt der Vertrag unter Ziffer 2 - und dort bleibt das Rücktrittsrecht bestehen. Ein Blick in die Vertragsart lohnt sich deshalb vor der Unterschrift.

Das ändert sich am 20. November 2026. Das Verbraucherkreditgesetz tritt mit Ablauf des 19. November 2026 außer Kraft; an seine Stelle tritt das Verbraucherkreditgesetz 2026, beschlossen mit dem Verbraucherkreditrechts-Änderungsgesetz 2026 vom 10. Juni 2026. Dessen Paragraf 41 Absatz 3 nimmt nur noch Ziffer 4 vom Rücktrittsrecht aus. Damit bekommt die Kaufoptions-Variante, heute der Kern des privaten Restwertleasings, ab diesem Datum 14 Tage Rücktrittsrecht.

Zwei Auffangnetze bleiben zu prüfen. Paragraf 3 Konsumentenschutzgesetz gibt ein Rücktrittsrecht für Abschlüsse außerhalb der Geschäftsräume - wer im Autohaus unterschreibt, fällt in der Regel nicht darunter, wohl aber, wer per Werbefahrt oder durch persönliches Ansprechen auf der Straße dorthin gebracht wurde. Und beim Abschluss im Fernabsatz greift derzeit das Fern-Finanzdienstleistungs-Gesetz mit ebenfalls 14 Tagen; es verdrängt das Verbraucherkreditgesetz nur dort, wo dieses selbst ein Rücktrittsrecht gibt - was beim Restwertleasing gerade nicht der Fall ist. Auch dieses Gesetz läuft aus: Mit Ablauf des 30. September 2026 tritt an seine Stelle ein neuer Paragraf 1a im Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz.

Was das Gesetz sehr wohl verlangt: Die Leasinggesellschaft muss den effektiven Jahreszinssatz angeben und über das Restwertrisiko sowie die Art der Wertfeststellung aufklären - auch im Vertrag selbst. Wer diese Angaben nicht findet, sollte nachfragen, bevor er unterschreibt.

Nicht erfasst ist ein reines Mietmodell ohne jedes Erwerbs- oder Restwertelement, und Verträge unter 200 Euro Gesamtkreditbetrag.

Vorzeitig aussteigen

Beim klassischen Kredit ist die Entschädigung für vorzeitige Rückzahlung gedeckelt: höchstens 0,5 Prozent des zurückgezahlten Betrags bei einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr, sonst höchstens 1 Prozent, und nie mehr als die entgangenen Zinsen. Bei variablem Zinssatz und bei Rückzahlungen bis 10.000 Euro innerhalb von zwölf Monaten entfällt sie ganz.

Beim Leasing gilt dieser Deckel nicht. Paragraf 26 wendet ihn auf Leasingverträge nur eingeschränkt an und schreibt stattdessen einen eigenen Mechanismus vor: Bei vorzeitiger Rückstellung sind die zu leistenden Zahlungen um den Wert der Sache zum Zeitpunkt der Rückstellung zu vermindern. Der Ausstieg kostet damit im Ergebnis die Differenz zwischen kalkuliertem und tatsächlichem Fahrzeugwert - und genau die ist vorher nicht bekannt. Eine Obergrenze in Prozent gibt es hier nicht.

Bei der vierten Vertragsform, der Restwertgarantie ohne Kaufoption, kann der Verbraucher jederzeit kündigen. Das ist aber kein kostenfreier Ausstieg: Das Gesetz erlaubt dem Unternehmer im selben Atemzug, dieselben Zahlungen zu verlangen, die bei einer vorzeitigen Rückstellung angefallen wären.

Die großen Leasinggesellschaften

Wer hinter einer Marke steht, hat sich in den letzten beiden Jahren mehrfach geändert, und zwar tiefgreifender, als die Werbeauftritte vermuten lassen.

MarkeRechtsträger laut FirmenbuchSitzEigentümer
Porsche BankPorsche Bank Aktiengesellschaft, FN 58517fSalzburgPorsche Holding Gesellschaft m.b.H.
Raiffeisen-LeasingRaiffeisen-Leasing Gesellschaft m.b.H., FN 55858wWienRaiffeisen Bank International AG
UniCredit LeasingUniCredit Leasing (Austria) GmbH, FN 93023zWienUniCredit Bank Austria AG u.a.
EBV-LeasingEBV-Leasing Gesellschaft m.b.H., FN 102358bWienErste- und Wiener-Städtische-Linie
easyleasingeasyleasing GmbH, FN 87244aWienBAWAG P.S.K. AG
s LeasingErste Bank und Sparkassen Leasing GmbH, FN 225090sWienErste Bank und Wiener Städtische
Mercedes-BenzMercedes-Benz Financial Services Austria GmbH, FN 173282bEugendorfMercedes-Benz AG
BMWBMW Austria Leasing GmbH, FN 60040wSalzburgBMW Austria Gesellschaft m.b.H.
AyvensAyvens Austria GmbH, FN 92353pWienAyvens S.A.

Drei Punkte daraus verdienen eigene Aufmerksamkeit.

Ayvens ist nicht das umbenannte ALD Automotive. Nach der Übernahme von LeasePlan durch ALD im Mai 2023 lag die Vermutung nahe, die ALD-Gesellschaft habe überlebt. Das Firmenbuch sagt das Gegenteil: Die ALD Automotive Fuhrparkmanagement und Leasing GmbH, FN 233292b, wurde am 4. Dezember 2025 durch Verschmelzung gelöscht. Aufnehmende Gesellschaft ist FN 92353p - die frühere LeasePlan-Gesellschaft, die am selben Tag in Ayvens Austria GmbH umbenannt wurde. Beide alten Marken sind vom Markt: leaseplan.at leitet auf ayvens.com weiter, aldautomotive.at existiert nicht mehr.

Die Mercedes-Benz Bank gibt es in Österreich nicht mehr. Ihre Konzession ist am 1. März 2025 durch Zurücklegung erloschen, die Gesellschaft wurde in Mercedes-Benz Mobility Austria GmbH umbenannt und am 1. Oktober 2025 in die Mercedes-Benz Financial Services Austria GmbH verschmolzen. Sitz ist Eugendorf bei Salzburg, nicht Wien.

BAWAG-Leasing ist in easyleasing aufgegangen. Das Unternehmen selbst datiert den Übergang: Seit Oktober 2016 läuft das Geschäft der VB Leasing und seit Juli 2017 jenes der BAWAG P.S.K. Leasing GmbH unter easyleasing.

Bei den Importmarken lohnt ein zweiter Blick, weil die Namen in die Irre führen. Hyundai hat in Österreich keine eigene Finanzierungsbank: Finanziert wird über die Denzel Leasing Gesellschaft mbH, eine Tochter des Bankhauses Denzel. Die deutsche Hyundai Capital Bank Europe hat hier keine Niederlassung.

Umgekehrt sagt der Konzernname wenig über den Finanzierer. Die CA Auto Bank trägt das Erbe der früheren FCA Bank, gehört heute zur Crédit-Agricole-Gruppe und bedient in Österreich Honda, Mazda, AIXAM und die Erwin Hymer Group - keine einzige Stellantis-Marke. Die Stellantis Bank SA deckt hierzulande umgekehrt die früheren PSA- und die früheren FCA-Marken gemeinsam ab, von Peugeot, Opel und Citroën bis Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Maserati. Die österreichische Tochter der CA Auto Bank wurde zum 15. Dezember 2025 in die italienische Mutter verschmolzen und arbeitet seither als Zweigniederlassung.

Auch innerhalb einer Gruppe kann der Vertragspartner ein anderer sein als erwartet: Unter der Marke Raiffeisen-Leasing firmieren mehrere Gesellschaften nebeneinander, und das Kfz-Geschäft läuft nicht zwingend über die RBI-Tochter, sondern etwa über die Raiffeisen-Leasing Österreich GmbH.

Der Name allein sagt also wenig. Wer wissen will, mit wem er einen Vertrag schließt, findet den Rechtsträger im Impressum und die Eigentümer im Firmenbuch.

Ein allgemeines Preisblatt gibt es nicht, veröffentlichte Konditionen aber sehr wohl - meist in den repräsentativen Beispielen zu Aktionsangeboten. Drei Beispiele vom August 2026:

AnbieterSollzinssatzEffektivBearbeitungsgebühr
Porsche Bank (Aktion)3,99 Prozent fix--
BMW Austria Leasing1,99 Prozent fix2,56 Prozent260 Euro
Denzel Leasing (Hyundai)6,79 Prozent variabel8,28 Prozent265 Euro

Daran lässt sich zweierlei ablesen. Die Bearbeitungsgebühr liegt bei den Anbietern, die sie ausweisen, um 260 Euro. Und der Abstand zwischen beworbenem Sollzins und effektivem Jahreszins ist der eigentliche Preis: Bei Hyundai sind es knapp anderthalb Prozentpunkte. Vergleichbar sind Angebote nur über den effektiven Jahreszinssatz, und Aktionszinsen für einzelne Modelle sagen über die Standardkondition nichts aus. Wer eine Kondition nicht findet, muss sie erfragen - mehrere Anbieter veröffentlichen gar nichts.

Für Unternehmer: was absetzbar ist

Der Vorsteuerabzug ist bei Pkw und Kombi ausgeschlossen. Paragraf 12 Absatz 2 Ziffer 2 lit. b Umsatzsteuergesetz nennt die Miete ausdrücklich mit, Leasing ist also miterfasst. Ausgenommen sind Fahrschul- und Vorführfahrzeuge, Fahrzeuge zur Weiterveräußerung sowie solche, die zu mindestens 80 Prozent der gewerblichen Personenbeförderung oder Vermietung dienen. Fahrzeuge, die nach der Verordnung BGBl. II Nr. 193/2002 als Kleinlastkraftwagen oder Kleinbus gelten, sind keine Pkw im Sinne dieser Regel - das Finanzministerium führt dazu eine laufend aktualisierte Typenliste.

Bei reinen Elektrofahrzeugen ist der Vorsteuerabzug möglich, und zwar gestaffelt nach Anschaffungskosten: bis 40.000 Euro voll; zwischen 40.000 und 80.000 Euro ebenfalls voll, aber der unangemessene Teil wird über eine Eigenverbrauchsbesteuerung wieder neutralisiert; über 80.000 Euro gar nicht. Hybride berechtigen nie zum Abzug, auch nicht mit Range Extender.

Die Luxustangente liegt bei 40.000 Euro inklusive Umsatzsteuer und NoVA. Der Betrag steht seit 2005 unverändert in der PKW-Angemessenheitsverordnung und wird nicht valorisiert - real sinkt die Grenze also jedes Jahr. Beim Leasing wird nicht das Fahrzeug gekürzt, sondern die Rate: Maßgeblich sind die Anschaffungskosten, die der Rate zugrunde liegen. Bei einer Preisbasis von 60.000 Euro und einer Bruttorate von 1.200 Euro bleiben zwei Drittel, also 800 Euro monatlich abzugsfähig.

Bei Gebrauchtfahrzeugen zählt bis 60 Monate nach der Erstzulassung der Neupreis, danach der Gebrauchtwagenpreis. Bei Anmietung bis 21 Tage entfällt die Angemessenheitsprüfung.

Der Leasing-Aktivposten ist der Punkt, an dem viele Kalkulationen scheitern. Für Pkw gilt eine steuerliche Mindestnutzungsdauer von acht Jahren; ausgenommen sind Fahrschulfahrzeuge und Fahrzeuge, die zu mindestens 80 Prozent der gewerblichen Personenbeförderung dienen. Läuft der Leasingvertrag kürzer, steckt in der Rate rechnerisch mehr Tilgung, als die Abschreibung hergäbe. Die Differenz muss aktiviert werden und ist damit nicht sofort abzugsfähig. Beispiel aus den Einkommensteuerrichtlinien: Kaufpreis 40.000 Euro, Restwert 16.000 nach drei Jahren, Rate 850 Euro. Die Tilgungskomponente von 8.000,40 Euro jährlich steht einer fiktiven Abschreibung von 5.000 Euro gegenüber

  • die Differenz von 3.000,40 Euro wandert jedes Jahr in den Aktivposten.

Wem das Fahrzeug zuzurechnen ist, entscheidet beim Kfz-Restwertleasing in erster Linie die Risikoverteilung: Trägt der Leasingnehmer sowohl das Risiko der Wertminderung als auch die Chance der Wertsteigerung, wird ihm das Fahrzeug zugerechnet und er muss es bilanzieren. Die bekannten Schwellen - Grundmietzeit über 90 oder unter 40 Prozent der Nutzungsdauer - stammen aus dem Vollamortisationsvertrag und sind beim Teilamortisationsmodell des Kfz-Leasings nicht der erste Prüfschritt.

Sachbezug beim Dienstwagen

Wer ein Leasingfahrzeug der Firma privat nutzt, versteuert einen Sachbezug. Die Sachbezugswerteverordnung staffelt ihn nach CO2-Ausstoß, und maßgeblich ist das Jahr der Erstzulassung - der einmal ermittelte Satz bleibt für die gesamte Nutzungsdauer gleich.

FallSatzHöchstbetrag pro Monat
Regelfall2 Prozent der Anschaffungskosten inkl. USt960 Euro
CO2 nicht über dem Grenzwert1,5 Prozent720 Euro
Reines Elektrofahrzeugkein Sachbezug-

Der CO2-Grenzwert für Erstzulassungen 2026 liegt bei 126 Gramm je Kilometer nach WLTP, unverändert gegenüber 2025. Der Grenzwert ist eingeschlossen: Genau 126 Gramm reichen für den ermäßigten Satz noch aus. Für ältere Fahrzeuge gelten die Werte ihres Erstzulassungsjahres, etwa 129 Gramm für 2024 und 132 für 2023.

Wer privat im Jahresdurchschnitt höchstens 500 Kilometer im Monat fährt, kommt mit dem halben Satz davon, also 480 beziehungsweise 360 Euro Höchstbetrag. Maßgeblich ist der Schnitt über das Jahr, nicht jeder einzelne Monat - einzelne Ausreißer sind unschädlich. Das setzt ein Fahrtenbuch oder einen gleichwertigen Nachweis voraus.

Beim Elektrofahrzeug ist auch das Laden beim Arbeitgeber sachbezugsfrei. Für das Laden zu Hause gilt 2026 ein Kostenersatz von 32,806 Cent je Kilowattstunde, allerdings nur, wenn die Ladeeinrichtung die Lademenge dem konkreten Fahrzeug zuordnen kann. Die frühere Pauschale von 30 Euro im Monat für Fälle ohne diese Zuordnung ist mit Ende 2025 ausgelaufen. Für die Anschaffung einer Wallbox bleiben 2.000 Euro steuerfrei.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Kann ich einen Leasingvertrag binnen 14 Tagen widerrufen?

Das hängt vom Datum ab. Bis 19. November 2026 nimmt Paragraf 26 Absatz 3 Verbraucherkreditgesetz die Verträge nach Absatz 1 Ziffer 3 und 4 vom Rücktrittsrecht aus, also Kaufoption mit Restwerteinstandspflicht und Restwertgarantie. Ab 20. November 2026 gilt das Verbraucherkreditgesetz 2026, dessen Paragraf 41 Absatz 3 nur noch Ziffer 4 ausnimmt - die Kaufoptions-Variante bekommt das Rücktrittsrecht damit zurück. Beim Abschluss im Fernabsatz bestehen 14 Tage ohnehin.

Was ist der Unterschied zwischen Restwert- und Kilometerleasing?

Beim Restwertleasing trägt der Leasingnehmer das Risiko, dass das Fahrzeug bei Rückgabe weniger wert ist als vereinbart, und schießt die Differenz nach. Beim Kilometerleasing wird stattdessen eine Laufleistung vereinbart und nur die Abweichung davon abgerechnet. Der Oberste Gerichtshof hat 2015 entschieden, dass Kilometerleasing nicht direkt unter eine der Varianten des Paragrafen 26 Verbraucherkreditgesetz fällt, die Bestimmungen aber analog anzuwenden sind.

Wie viele Autos werden in Österreich geleast?

Die Leasingquote lag 2025 laut Verband Österreichischer Leasing-Gesellschaften bei 59,4 Prozent aller Kraftfahrzeuge. Bei Pkw und Kombis waren es 56,9 Prozent, bei Lkw und Bussen 78,4 Prozent. Das Kfz-Neugeschäft betrug 7,368 Milliarden Euro bei 262.637 neuen Verträgen.

Kann ich beim Leasing eines Pkw die Vorsteuer abziehen?

In aller Regel nicht. Paragraf 12 Absatz 2 Ziffer 2 lit. b Umsatzsteuergesetz schließt Pkw und Kombi vom Vorsteuerabzug aus und nennt die Miete ausdrücklich mit, was Leasing einschließt. Ausnahmen sind Fahrschul- und Vorführfahrzeuge, Fahrzeuge zur Weiterveräußerung sowie Fahrzeuge, die zu mindestens 80 Prozent der gewerblichen Personenbeförderung oder Vermietung dienen. Für reine Elektrofahrzeuge gelten eigene Regeln.

Wie hoch ist die Luxustangente 2026?

40.000 Euro inklusive Umsatzsteuer und NoVA. Der Betrag steht seit 2005 unverändert in der PKW-Angemessenheitsverordnung und wird nicht valorisiert. Beim Leasing wird die Rate anteilig gekürzt: Liegt der Anschaffungspreis, der der Rate zugrunde liegt, bei 60.000 Euro, sind nur zwei Drittel der Rate abzugsfähig.

Was kostet ein Dienstwagen als Sachbezug 2026?

2 Prozent der Anschaffungskosten inklusive Umsatzsteuer pro Monat, höchstens 960 Euro. Liegt der CO2-Wert nach WLTP bei nicht mehr als 126 Gramm je Kilometer, sind es 1,5 Prozent und höchstens 720 Euro. Reine Elektrofahrzeuge haben Sachbezug Null. Wer privat im Jahresdurchschnitt höchstens 500 Kilometer im Monat fährt, zahlt den halben Satz.

Was kostet die vorzeitige Beendigung eines Leasingvertrags?

Bei Verträgen, die unter Paragraf 16 Verbraucherkreditgesetz fallen, höchstens 0,5 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags bei einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr und höchstens 1 Prozent darüber, jeweils begrenzt mit den entgangenen Zinsen. Bei Restwertgarantie ohne Kaufoption gilt Paragraf 16 nicht - dafür ist dort eine jederzeitige Kündigung durch den Verbraucher vorgesehen.