Girokonto und Konten im Vergleich

Girokonto, Firmenkonto, Studentenkonto und Kreditkarte im Vergleich. Kostenlose Konten in Österreich finden und wechseln.

Konten vergleicht man in Österreich nicht über die Produktseite, sondern über die Entgeltinformation. Deren Aufbau schreibt eine Verordnung der Finanzmarktaufsicht vor: Bei jedem Institut stehen dieselben Positionen unter denselben Namen, unten die jährlichen Gesamtentgelte. Zwei solche Dokumente nebeneinander sind vergleichbar, zwei Werbeseiten nicht.

Die Kontolandschaft in Österreich

Den Markt prägen die großen Filialinstitute: Erste Bank und Sparkassen, Bank Austria, die BAWAG und der Raiffeisensektor. „Raiffeisen" ist dabei kein Institut, sondern eine Gruppe rechtlich eigenständiger Landes- und Regionalbanken mit je eigenen Preisblättern - ein Konditionenvergleich „mit Raiffeisen" führt deshalb in die Irre.

Daneben stehen digitale Anbieter. Zwei Dinge unterscheiden sie von einer österreichischen Bank, und beide stehen selten in der Werbung: N26 ist ein deutsches Kreditinstitut mit Sitz in Berlin und arbeitet in Österreich ohne Zweigstelle, im freien Dienstleistungsverkehr - zuständig ist die BaFin, nicht die FMA. Und die IBAN beginnt mit DE, nicht mit AT; dasselbe gilt für die DKB. Eine deutsche IBAN darf in Österreich nicht zurückgewiesen werden, wird es aber trotzdem gelegentlich.

Girokonto-Vergleich: Worauf es ankommt

Das Girokonto ist die Drehscheibe des täglichen Zahlungsverkehrs. Drei Dinge entscheiden beim Vergleich mehr als der beworbene Grundpreis:

  • Das Datum im Dokument. Jede Entgeltinformation trägt ein Erstellungsdatum. Es weicht regelmäßig vom Konditionenaushang ab - bei einem österreichischen Institut lagen zwischen beiden Dokumenten desselben Kontos 34 Cent im Monat.
  • Der Nullpreis ist oft ein Aktionspreis. Ob die Gebührenfreiheit dauerhaft gilt oder eine befristete Ermäßigung von 100 Prozent auf ein reguläres Entgelt ist, steht in der Fußnote. Die Systematik dahinter erklärt das Gratis-Konto.
  • Der Grundpreis ist selten der ganze Preis. Bei mehreren Instituten ist die Kontoführung nur die kleinere Hälfte der Rechnung; Schalterbuchungen, Bargeld und Fremdwährung machen den Rest.

Gehaltskonto

„Gehaltskonto" ist kein Rechtsbegriff - rechtlich ist es ein Zahlungskonto wie jedes andere. Die Banken knüpfen daran ihre Preise, meist über die Bedingung eines regelmäßigen Gehaltseingangs. Wichtiger ist der zweite Punkt: Österreich kennt kein P-Konto. Wird das Konto gepfändet, bleibt das Existenzminimum nicht automatisch verfügbar. Der Schutz nach § 292i Exekutionsordnung entsteht erst auf Antrag beim Exekutionsgericht. Was das praktisch heißt, steht beim Gehaltskonto.

Studentenkonto

Fast alle Institute führen ein kostenloses Modell für Studierende - die Altersgrenze ist aber keineswegs einheitlich. Die BTV zieht sie beim vollendeten 26. Lebensjahr, BKS und BAWAG beim 27. Geburtstag, die DADAT beim 28., die Bank Austria erst beim vollendeten 30. Zwischen dem frühesten und dem spätesten Ende liegen vier Jahre. Teuer wird meist der Tag danach, weil die Umstellung automatisch erfolgt: Bei der BAWAG wechselt das Konto mit 27 in ein Modell mit 142,08 Euro im Jahr. Einzelheiten beim Studentenkonto.

Firmenkonto / Geschäftskonto

Ein Geschäftskonto ist gesetzlich nicht vorgeschrieben - weder Unternehmensgesetzbuch noch Bundesabgabenordnung noch Gewerbeordnung verlangen eines; ihre Pflichten knüpfen durchgehend an Bücher und Aufzeichnungen an. Auch bei der GmbH ist die Sache enger, als meist behauptet: Für die Stammeinlage lässt § 10 GmbHG ausdrücklich auch ein Konto der Geschäftsführer oder ein Notar-Anderkonto zu, zwingend ist nur die schriftliche Bankbestätigung. Durchgesetzt wird die Trennung nicht vom Gesetz, sondern von den Geschäftsbedingungen der Banken.

Der Preis besteht aus drei Bausteinen statt einem: Kontoführung, Entgelt je Buchungsposten und ein umsatzabhängiges Entgelt, das je nach Institut Manipulationsentgelt oder Umsatzprovision heißt. Der dritte steht nie in der Werbung - eine als gratis beworbene Kontoführung kann so mindestens sechs Euro im Monat kosten, sobald Umsätze laufen.

Kreditkarten in Österreich

Kreditkarten sind in Österreich weit verbreitet und werden vor allem für Online-Einkäufe, Reisen und größere Anschaffungen genutzt. Die wichtigsten Anbieter sind Visa und Mastercard (die eigentlichen Karten werden von den Banken ausgegeben), daneben gibt es American Express und Diners Club. Zu unterscheiden sind:

  • Klassische Kreditkarten: Monatliche Abrechnung mit zinsfreiem Zahlungsziel (meist 4-6 Wochen). Jahresgebühr von 0 bis 100+ Euro.
  • Debit-Kreditkarten: Sofortige Abbuchung vom Girokonto (z. B. Visa Debit, Mastercard Debit). Keine Kreditfunktion im eigentlichen Sinn, aber weltweit einsetzbar.
  • Prepaid-Kreditkarten: Aufladbar, keine Bonitätsprüfung nötig. Ideal für Jugendliche oder zur Budgetkontrolle.
  • Goldene/Platin-Kreditkarten: Höhere Jahresgebühren, dafür Zusatzleistungen wie Reiseversicherung, Lounge-Zugang und höhere Limits.

Digitale Banken und Neobanken

N26 und Revolut arbeiten in Österreich grenzüberschreitend, ohne Zweigstelle. Keines der beiden vergibt eine österreichische IBAN. Beim Geschäftskonto sind die Zielgruppen zudem gegenläufig geschnitten: Revolut Business schließt Einzelunternehmen aus, N26 Business schließt Kapitalgesellschaften aus - dort läuft das Konto nur auf den eigenen Namen, ein Firmenname erscheint weder auf Konto noch Karte.

Für die Steuer ist die Herkunft entscheidend. Ein österreichisches Institut behält die Kapitalertragsteuer automatisch ein, ein ausländisches in der Regel nicht: N26 führt auf Zinserträge für in Österreich ansässige Personen nach eigener Aussage keine Steuer ab. Die Erklärung bleibt dann Sache des Kunden.

Für technikaffine Nutzer, die primär digital bezahlen und selten Bargeld benötigen, können Neobanken eine ausgezeichnete Wahl sein. Wer jedoch regelmäßig Bargeld abhebt, einen Überziehungsrahmen benötigt oder komplexere Bankprodukte wie Kredite oder Wertpapierdepots nutzen möchte, ist bei einer klassischen Bank oft besser aufgehoben.

Kontowechsel - So einfach geht's

Der Kontowechselservice ist gesetzlich getaktet, und zwar als Fristenkette: Die neue Bank fordert die Daten binnen zwei Geschäftstagen an, die alte liefert binnen fünf, die neue setzt binnen weiterer fünf um. Das Wunschdatum für die Umstellung muss mindestens sechs Geschäftstage nach Eingang der Unterlagen liegen. Zu unterschreiben ist nur der Auftrag, den Rest erledigen die Institute untereinander. Das alte Konto sollte erst schließen, wer alle erwarteten Eingänge auf dem neuen sieht. Ablauf und Stolperstellen beim Girokonto.

Basiskonto - Das Recht auf ein Konto

Jeder Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU hat Anspruch auf ein Basiskonto. Das Verbraucherzahlungskontogesetz erstreckt ihn ausdrücklich auch auf Menschen ohne festen Wohnsitz, auf Asylwerber und auf Personen ohne Aufenthaltstitel, die nicht abgeschoben werden können. Im Gesetz stehen 80 Euro Höchstentgelt pro Jahr; durch die zweijährliche Indexierung liegt die Grenze derzeit bei 83,45 Euro, für besonders schutzbedürftige Personen bei 41,73 Euro. Entscheidend ist, dass diese Grenze unabhängig von der Zahl der Buchungen gilt - ein Basiskonto mit Postenentgelten obendrauf wäre unzulässig. Einen Überziehungsrahmen gibt es dafür nicht: Das Konto ist als Guthabenkonto konstruiert.

Aktuelle Entwicklungen bei Konten

  • Empfängerüberprüfung ist Pflicht: Seit 9. Oktober 2025 müssen Banken vor der Freigabe jeder Euro-Überweisung prüfen, ob der eingegebene Empfängername zum Inhaber der IBAN passt. Grundlage ist die Verordnung (EU) 2024/886 zu Echtzeitüberweisungen; der Abgleich selbst muss unentgeltlich sein. Siehe IBAN prüfen.
  • Apple Pay und Google Pay: Kontaktloses Bezahlen per Smartphone ist flächendeckend verfügbar und wird von fast allen österreichischen Banken unterstützt.
  • Open Banking: Drittanbieter können mit Ihrer Zustimmung auf Kontodaten zugreifen und innovative Finanz-Apps anbieten (z. B. Multi-Banking, automatische Budgetierung).
  • Nachhaltige Bankprodukte: Immer mehr Banken bieten "grüne" Konten an, bei denen Einlagen nachhaltig investiert werden.

Alle Konto-Ratgeber im Überblick

Eigene Ratgeber behandeln Gehaltskonten, Firmenkonten und Kreditkarten in Österreich.

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