Gratis Girokonto Österreich: Kostenlos Konto eröffnen

Gratis Girokonto Österreich 2026: Komplett kostenlos, ohne Bedingungen und beste Anbieter im Vergleich. Jetzt gratis Konto eröffnen!

Aktualisiert: 03. April 2026 14 Min. Lesezeit

Gratis Girokonto Österreich 2026: Komplett kostenlos Konto eröffnen

Wer in Österreich sein Girokonto wirklich kostenlos führen möchte, hat 2026 so viele Optionen wie nie zuvor. Die Kombination aus EU-weit tätigen Neobanken, erstarkenden Direktbanken und dem zunehmenden Druck auf die klassischen Filialbanken hat einen echten Preiswettbewerb ausgelöst.

Was bedeutet “gratis Girokonto” wirklich?

Der Begriff “Gratiskonto” oder “kostenloses Girokonto” wird im Marketing häufig verwendet — leider nicht immer konsequent. Denn ein Girokonto kann auf verschiedenen Ebenen Kosten verursachen, und nicht immer sind alle Leistungen im angeblich kostenlosen Modell tatsächlich gebührenfrei. Ein wirklich gratis Girokonto zeichnet sich dadurch aus, dass folgende Leistungen ohne Zusatzkosten verfügbar sind: die laufende Kontoführung, alle Buchungsposten (Überweisungen, Lastschriften, Daueraufträge), die Bankomat- bzw. Debitkarte inklusive Jahresgebühr, SEPA-Überweisungen im In- und Ausland, das Online- und Mobile-Banking sowie eine angemessene Anzahl kostenloser Bargeldbehebungen.

Zwei Arten von Gratiskonten

Grundsätzlich unterscheiden sich Gratiskonten nach ihrer Struktur. Die eine Kategorie sind die bedingungslos kostenlosen Konten, die keinerlei Voraussetzungen verlangen — Sie bekommen sie unabhängig von Gehaltseingang, Alter oder Nutzung zum Preis von null Euro. Solche Konten finden Sie 2026 vor allem bei Neobanken wie N26, Revolut (in der Standard-Variante) oder bunq. Die andere Kategorie sind die konditionierten Gratiskonten, bei denen die Gebührenfreiheit an bestimmte Voraussetzungen gebunden ist — beispielsweise an einen Mindestgehaltseingang, einen Studentennachweis oder ein bestimmtes Alter. Wer diese Bedingungen nicht erfüllt, zahlt die regulären Gebühren. Beide Varianten haben ihre Berechtigung, Sie sollten aber genau prüfen, welche auf Sie zutrifft.

Die besten wirklich kostenlosen Girokonten 2026

Im österreichischen Markt haben sich einige Anbieter etabliert, die tatsächlich ein bedingungslos kostenloses Konto anbieten. Hier ein Überblick über die wichtigsten Optionen im Jahr 2026.

N26 Standard

N26, die deutsche Neobank mit Banklizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), bietet das Modell “N26 Standard” vollkommen kostenfrei an. Enthalten sind eine virtuelle Debit-Mastercard (die physische Karte kostet einmalig 10 Euro), kostenfreie Euro-Überweisungen, drei gebührenfreie Bargeldbehebungen pro Monat in Euro innerhalb der EU sowie die umfangreiche Smartphone-App mit Unterkonten (“Spaces”), Kategorisierung der Ausgaben und Push-Benachrichtigungen für jede Transaktion. Die Kontoeröffnung erfolgt rein online in wenigen Minuten per VideoIdent.

Revolut Standard

Revolut mit EU-Banklizenz aus Litauen bietet den “Revolut Standard”-Plan kostenfrei an. Dieser umfasst ein Eurokonto, eine physische oder virtuelle Debit-Mastercard oder Visa, kostenfreie SEPA-Überweisungen, den Handel mit 28 Fremdwährungen zum Interbankenkurs (bis 1.000 Euro pro Monat kostenlos, darüber mit Aufschlag), den limitierten Wertpapierhandel sowie Zugang zu einer Vielzahl an Zusatzfunktionen wie Kryptowährungen und virtuellen Einmalkarten. Auch bei Revolut erfolgt die Eröffnung rein digital.

bunq Easy

Die niederländische Neobank bunq hat seit 2024 ein kostenloses Basisprodukt im Angebot: “bunq Easy”. Enthalten sind ein Eurokonto, eine Debit-Mastercard, kostenfreie SEPA-Überweisungen und Zugang zur bunq-App mit ihren innovativen Features. Ein Alleinstellungsmerkmal von bunq ist der nachhaltige Fokus: Die Bank investiert ausschließlich in grüne Projekte und verursacht keine Finanzierung fossiler Energien. Für jeden getätigten Kartenumsatz pflanzt bunq Bäume.

Easybank Gratiskonto

Die österreichische Easybank, eine Tochtergesellschaft der BAWAG P.S.K., bietet mit ihrem Easy Konto ein sehr kostengünstiges Girokonto mit niedriger Monatsgebühr. Für junge Kunden gibt es zusätzliche kostenlose Varianten. Die Servicequalität ist solide, die Apps sind funktional, und dank der Zugehörigkeit zur BAWAG-Gruppe gibt es ein großes Bankomatnetz in Österreich.

DADAT Girokonto

Die DADAT Bank (Direktbanksparte der Schelhammer Capital Bank) bietet ein kostenloses Girokonto ab einem Mindestgehaltseingang von 300 Euro pro Monat. Ohne Gehaltseingang kostet das Konto 2,95 Euro pro Monat. Der Leistungsumfang ist vollwertig mit Debit- und Kreditkarte, Online- und Mobile-Banking sowie Wertpapierdepot.

Gratiskonten mit Bedingungen: Die Angebote der Filialbanken

Auch die klassischen österreichischen Filialbanken bieten kostenlose Konten an, knüpfen diese aber regelmäßig an Bedingungen. Wer diese erfüllt, kann von der persönlichen Beratung und dem dichten Filialnetz profitieren, ohne dafür Kontoführungsgebühren zahlen zu müssen.

Erste Bank sLoop für unter 30-Jährige

Die Erste Bank und ihre Sparkassen bieten das “sLoop Konto” für Kunden bis zum 30. Lebensjahr komplett kostenlos an. Enthalten sind die Kontoführung, die Bankomatkarte, Online-Banking über die preisgekrönte George-App und die mobile Version für Smartphones. Nach dem 30. Geburtstag wechselt das Konto automatisch auf ein kostenpflichtiges Modell, wobei die Bank üblicherweise rechtzeitig informiert.

BAWAG KontoBox Gold

Die BAWAG P.S.K. bietet mit der “KontoBox Gold” ein kostenloses Paketangebot, wenn monatlich mindestens 1.500 Euro als Gehalts- oder Pensionseingang verbucht werden. Enthalten sind die Kontoführung, die Bankomatkarte und ein gewisser Umfang an Buchungsposten. Ohne die Gehaltsbedingung werden reguläre Gebühren verrechnet.

Bank Austria ErfolgsKonto Online

Die Bank Austria offeriert mit dem “ErfolgsKonto Online” ein Kontomodell mit reduzierten Gebühren oder Gratiskonditionen bei rein digitaler Nutzung. Voraussetzung ist, dass Sie vollständig auf Papierauszüge und Filialdienstleistungen verzichten und alle Geschäfte über Online-Banking oder App abwickeln.

Raiffeisen Jugend- und Studentenkonten

Die Raiffeisen-Banken bieten je nach Region unterschiedliche Modelle für Jugendliche und Studenten an. Die meisten Landesbanken führen diese Konten bis zu einem bestimmten Alter kostenfrei. Da die Raiffeisen-Gruppe föderal organisiert ist, gibt es regional deutliche Unterschiede bei den genauen Konditionen.

Versteckte Kosten erkennen

Ein “gratis Konto” ist nur dann wirklich kostenlos, wenn auch die Zusatzleistungen nicht heimlich Geld kosten. Folgende Bereiche sind typische Stellen, an denen versteckte Gebühren lauern können.

Bargeldbehebungen im Ausland

Während Bargeldbehebungen innerhalb Österreichs an den meisten Bankomaten kostenfrei sind, verlangen einige Anbieter bei Behebungen im EU-Ausland oder in Fremdwährungen eine Gebühr. Bei N26 und Revolut sind im Standardtarif nur drei bis fünf Gratis-Behebungen pro Monat enthalten, darüber wird eine Gebühr von meist 2 Prozent des Betrags fällig. Wer häufig reist oder viel Bargeld benötigt, sollte diesen Punkt genau prüfen.

Fremdwährungstransaktionen

Wer im Ausland außerhalb des Euroraums mit der Karte bezahlt, zahlt bei vielen Banken einen Aufschlag von 1,5 bis 2 Prozent auf den Wechselkurs. Revolut bietet hingegen unter der Woche den echten Interbankenkurs an. Bei N26 sind Kartenzahlungen in Fremdwährung in unbegrenzter Höhe kostenfrei.

Überweisungen ins Nicht-EU-Ausland

Überweisungen ins Nicht-EU-Ausland und Fremdwährungsüberweisungen kosten bei den meisten Banken 10 bis 30 Euro pro Transaktion, zusätzlich fallen oft Empfängerbankgebühren an. Bei Neobanken wie Wise (ehemals TransferWise) oder dem Revolut-Feature “Internationale Transfers” können solche Überweisungen deutlich günstiger erfolgen.

Kontoauszüge in Papierform

Wer weiterhin Papierauszüge per Post wünscht, zahlt bei vielen Banken eine Zusatzgebühr von 1 bis 3 Euro pro Auszug. Online-Auszüge im PDF-Format sind hingegen kostenlos. Bei reinen Direktbanken gibt es schlicht keine Papierauszüge mehr.

Ersatzkarten und Express-Zustellung

Geht die Bankomatkarte verloren oder wird sie gestohlen, ist die Ersatzkarte bei vielen Anbietern kostenpflichtig — zwischen 10 und 30 Euro sind üblich. Express-Zustellungen können weitere Gebühren verursachen.

Mahngebühren und Rücklastschriften

Bei Rücklastschriften oder Mahnungen fallen Gebühren an, die je nach Bank zwischen 5 und 20 Euro pro Vorgang liegen können. Diese sind vermeidbar, wenn Sie sicherstellen, dass Ihr Konto immer ausreichend gedeckt ist.

Voraussetzungen für die Eröffnung eines Gratiskontos

Die Voraussetzungen zur Eröffnung eines kostenlosen Girokontos sind in Österreich 2026 nicht anders als bei jedem anderen Girokonto. Sie benötigen einen gültigen Lichtbildausweis (Reisepass, Personalausweis, Führerschein oder Aufenthaltstitel), eine Meldeadresse in Österreich oder im EU/EWR-Raum sowie die Volljährigkeit. Für die gesetzliche Geldwäscheprävention müssen Sie Ihre Identität nachweisen — das funktioniert heute bei fast allen Anbietern rein digital via VideoIdent (Videogespräch mit einem Mitarbeiter) oder mittels NFC-Auslesung des elektronischen Reisepasses.

Bei einigen Anbietern ist die Eröffnung schon innerhalb weniger Minuten abgeschlossen, und Sie erhalten unmittelbar eine virtuelle Karte im Smartphone, mit der Sie sofort bezahlen können. Die physische Karte wird dann innerhalb weniger Tage per Post zugestellt. Wer einen negativen KSV-Eintrag hat, bekommt möglicherweise kein reguläres Gratiskonto, hat aber in jedem Fall Anspruch auf ein Basiskonto — das ist gesetzlich in Österreich seit 2016 garantiert.

Gratiskonto eröffnen: Schritt für Schritt

Wer 2026 ein kostenloses Girokonto eröffnen möchte, kann das in nur wenigen Schritten erledigen. Wählen Sie zunächst den Anbieter, der zu Ihren Bedürfnissen passt — etwa N26 für die beste App-Erfahrung, Revolut für Reisen und Fremdwährungen oder bunq für einen nachhaltigen Ansatz. Laden Sie die App des Anbieters aus dem App Store oder Google Play Store herunter und starten Sie die Kontoeröffnung. Geben Sie Ihre persönlichen Daten ein: Name, Adresse, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, steuerliche Ansässigkeit und Telefonnummer.

Anschließend folgt die Identifikation — je nach Anbieter per VideoIdent oder NFC. Halten Sie Ihren Ausweis bereit und folgen Sie den Anweisungen in der App. Nach erfolgreicher Identifikation wird Ihr Konto freigeschaltet, oft innerhalb weniger Minuten. Sie erhalten Ihre Zugangsdaten und können sofort mit virtuellen Karten bezahlen. Die physische Debit-Mastercard oder Visa wird innerhalb von fünf bis zehn Werktagen per Post zugestellt.

Wechsel von der alten Bank zum Gratiskonto

Wer bereits ein teures Girokonto hat, kann mit dem gesetzlich verankerten Kontowechselservice einfach wechseln. Die neue (Gratis-)Bank übernimmt die gesamte Abwicklung: Sie fordert bei der alten Bank die Liste aller Daueraufträge und Lastschriftmandate an, informiert den Arbeitgeber über die neue Kontonummer und kümmert sich um die Umstellung bei allen Vertragspartnern. Der Prozess darf maximal zwölf Geschäftstage dauern und ist kostenfrei. Lassen Sie das alte Konto nach dem Wechsel noch ein bis zwei Monate offen, bis sichergestellt ist, dass wirklich alle Zahlungen am neuen Konto ankommen.

Vor- und Nachteile von Gratiskonten

Wie jedes Finanzprodukt haben auch kostenlose Girokonten Vor- und Nachteile. Zu den klaren Vorteilen zählt natürlich die Ersparnis: Gegenüber einem klassischen Filialbankkonto können Sie 100 bis 250 Euro pro Jahr sparen. Die modernen Apps der Neobanken bieten oft innovative Features wie automatische Kategorisierung, Budgets, Unterkonten, Push-Nachrichten bei jeder Transaktion, kostenlose virtuelle Karten und mehr. Die Kontoeröffnung ist rein digital und dauert nur wenige Minuten. Als EU-regulierte Institute unterliegen alle großen Neobanken der Einlagensicherung bis 100.000 Euro.

Die Nachteile liegen vor allem im fehlenden persönlichen Service: Wer Wert auf Beratung vor Ort legt, einen festen Ansprechpartner möchte oder häufig Bareinzahlungen tätigt, ist bei einer Neobank weniger gut aufgehoben. Bareinzahlungen sind bei reinen Direktbanken meist gar nicht oder nur mit Umweg (zum Beispiel über Einzahlungen in Trafiken via Barzahlen.de oder ähnliche Dienste) möglich. Auch für komplexere Finanzprodukte wie Immobilienfinanzierungen oder Unternehmenskredite sind klassische Banken oft die bessere Wahl.

Einlagensicherung bei Gratiskonten

Ein häufiges Bedenken: “Ist mein Geld bei einer Neobank genauso sicher wie bei einer österreichischen Filialbank?” Die Antwort lautet ja. Alle in der EU regulierten Banken — gleich ob Filialbank, Direktbank oder Neobank — unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person und Bank. Bei N26 greift die deutsche Einlagensicherung, bei Revolut die litauische und bei bunq die niederländische. Alle drei sind EU-konform und bieten im Ernstfall denselben Schutz wie die österreichische Einlagensicherung. Entscheidend ist, bei welchem Land die Bank ihre Lizenz hat — dieses Land stellt die Einlagensicherung.

Neobanken im Detail: Was sie wirklich können

Da Neobanken die wichtigsten Anbieter kostenloser Girokonten in Österreich sind, lohnt sich ein genauerer Blick auf ihre Eigenschaften, Stärken und Schwächen. Diese Banken haben in den letzten Jahren nicht nur das Preisniveau am Markt verändert, sondern auch die Erwartungen an Banking-Apps und Kundenservice neu definiert.

N26: Die deutsche Pionierin

N26 wurde 2013 in Berlin gegründet und erhielt 2016 eine Vollbanklizenz der deutschen BaFin. Die Neobank hat heute über 8 Millionen Kundinnen und Kunden in Europa, davon einen großen Anteil in Deutschland und Österreich. Die Stärken von N26 liegen in der klaren, intuitiven App und dem einfachen Onboarding. Wer ein Konto eröffnen möchte, braucht dafür nur wenige Minuten und einen Ausweis. Die Unterkonten-Funktion (Spaces) erlaubt es, virtuelle Teilkonten für Sparziele zu führen, zwischen denen in Echtzeit Geld umgebucht werden kann. Die Premium-Varianten (N26 You, N26 Metal) bieten umfangreiche Versicherungspakete und Reisevorteile, sind aber kostenpflichtig.

Ein Schwachpunkt von N26 war über Jahre die Kundenbetreuung — schlecht erreichbarer Support, langsame Reaktionszeiten, automatisierte Antworten. In den letzten zwei Jahren hat sich hier einiges verbessert, die Wahrnehmung ist aber noch nicht flächendeckend positiv. Wer Wert auf exzellenten Kundenservice legt, sollte das berücksichtigen.

Revolut: Der Allrounder für Vielreisende

Revolut wurde 2015 in London gegründet und hat heute über 45 Millionen Nutzerinnen und Nutzer weltweit. Die EU-Banklizenz kommt aus Litauen. Revolut ist weniger eine klassische Bank als eine “Finanz-Superapp”, die neben dem Girokonto eine Vielzahl weiterer Dienste anbietet: Handel mit über 28 Fremdwährungen, Aktienhandel, Kryptowährungen, Edelmetalle, virtuelle Einmalkarten, Versicherungen, Premium-Kundenservice.

Besonders stark ist Revolut bei Fremdwährungen. Der Wechselkurs entspricht dem Interbankenkurs, den üblicherweise nur große Finanzinstitute bekommen. Für Reisende ist das ein unschlagbarer Vorteil. Revolut ist außerdem die erste Wahl für Menschen, die häufig mit mehreren Währungen arbeiten — zum Beispiel österreichische Pendler in die Schweiz, Freelancer mit internationalen Kunden oder Studierende im Auslandssemester.

bunq: Der nachhaltige Herausforderer

bunq ist eine 2012 gegründete niederländische Neobank und positioniert sich seit einigen Jahren als nachhaltige Alternative. bunq investiert ausschließlich in grüne Projekte, finanziert keine fossilen Energieträger und pflanzt für jeden Kartenumsatz Bäume. Das macht bunq zur bevorzugten Wahl für umweltbewusste Kundinnen und Kunden. Zusätzlich bietet bunq innovative Features wie automatische Steuerrücklagen, Mehrfachkonten und die Möglichkeit, für jedes Unterkonto eine eigene Karte auszugeben.

Vergleichstabelle: Welche Neobank passt zu Ihnen?

Die Wahl der richtigen Neobank hängt von Ihrem Nutzungsprofil ab. Wer einfache, intuitive Bedienung und eine klare App bevorzugt, fährt mit N26 am besten. Wer viel reist, mit mehreren Währungen arbeitet oder an modernen Finanzdienstleistungen interessiert ist (Aktien, Krypto, virtuelle Karten), sollte Revolut wählen. Wer Nachhaltigkeit wichtig findet und innovative Kontofeatures schätzt, ist bei bunq gut aufgehoben.

Filialbankkonten: Wann lohnt sich der Mehrpreis?

Auch wenn die Gratis-Konten der Neobanken attraktiv sind, gibt es Situationen, in denen ein klassisches Filialbankkonto die bessere Wahl ist — auch wenn es monatlich etwas kostet.

Sie benötigen regelmäßig Bareinzahlungen: Wer Bargeld auf das Konto einzahlen muss (zum Beispiel als Kellner mit Trinkgeldern, Markthändler oder Händler), ist auf ein Filialnetz angewiesen. Die BAWAG P.S.K. mit ihrem Postpartnernetz ist hier besonders praktisch.

Sie legen Wert auf persönliche Beratung: Manche Menschen möchten bei Finanzfragen mit einer echten Person sprechen, nicht mit einem Chatbot oder Callcenter. Die persönliche Betreuung in einer Filiale hat ihren Preis, aber auch ihren Wert.

Sie brauchen komplexere Finanzprodukte: Wer eine Baufinanzierung, eine Firmengründung oder ein umfangreiches Wertpapierportfolio plant, ist bei einer Filialbank mit langjährigem Kundenberater oft besser aufgehoben als bei einer Neobank.

Sie leben in einer kleinen Gemeinde ohne zuverlässiges mobiles Internet: Wer auf Online-Banking nicht durchgehend angewiesen sein möchte oder kann, profitiert vom regionalen Filialnetz einer Raiffeisen- oder Volksbank.

Häufige Mythen über kostenlose Girokonten

Rund um das Thema kostenlose Girokonten gibt es einige hartnäckige Mythen, die einer Klärung bedürfen.

Mythos 1: “Kostenlose Konten sind unsicher.” Das stimmt nicht. Alle in der EU regulierten Banken — egal ob Direktbank, Filialbank oder Neobank — unterliegen denselben Sicherheitsstandards und der Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Die technische Sicherheit ist identisch.

Mythos 2: “Wer nichts zahlt, ist das Produkt.” Dieser Satz stimmt bei Social-Media-Plattformen, trifft aber auf regulierte Banken nicht zu. Banken verdienen an kostenlosen Konten durch Wechselkursgebühren bei Fremdwährungen, Premium-Upgrades, Interchange-Fees bei Kartenzahlungen und über Querfinanzierung durch andere Produkte. Ihre Daten werden nicht verkauft — das ist in der EU durch die DSGVO und spezielle Bankgesetze streng reguliert.

Mythos 3: “Bei kostenlosen Konten gibt es schlechten Service.” Der Kundenservice ist tatsächlich unterschiedlich, aber nicht grundsätzlich schlechter. N26 hatte anfangs tatsächlich Schwächen, hat aber deutlich aufgeholt. Revolut und bunq bieten bei Premium-Tarifen sogar 24/7-Service. Im Basispaket ist der Support manchmal nur per Chat erreichbar — für technisch versierte Nutzer meist ausreichend.

Mythos 4: “Bei Neobanken bekommt man kein Bargeld.” Stimmt nur teilweise. Bargeldabhebungen sind meist möglich, allerdings mit Limits (3 bis 5 pro Monat gratis). Bareinzahlungen sind bei reinen Neobanken oft nicht oder nur umständlich möglich — das ist tatsächlich eine Schwäche gegenüber Filialbanken.

Mythos 5: “Kostenlose Konten haben schlechtere Apps.” Das Gegenteil ist der Fall. Die Apps der Neobanken gelten als Vorreiter in Sachen Design, Features und Benutzerfreundlichkeit. Klassische Filialbanken haben in den letzten Jahren aufgeholt, waren aber lange deutlich hinterher.

Kontoüberziehung beim kostenlosen Konto

Viele Gratiskonten bieten keinen Dispositionsrahmen. Das kann ein Vorteil sein (keine Verschuldungsgefahr) oder ein Nachteil (bei unerwarteten Engpässen fehlt Liquidität). Wer ein kostenloses Konto wählt und trotzdem einen Dispositionsrahmen braucht, sollte entweder ein Gehaltskonto bei einer Filialbank mit Dispo führen oder zumindest eine Kreditreserve bei einem alternativen Anbieter haben. Eine Kreditlinie von wenigen Tausend Euro ist meist günstiger als regelmäßige Überziehungen auf einem Gehaltskonto.

Aus Sicht des Konsumentenschutzes

Der österreichische Verein für Konsumenteninformation (VKI) und die Arbeiterkammer (AK) beobachten den Markt für Girokonten kritisch und veröffentlichen regelmäßig Vergleichstests. Aus Sicht der Verbraucherschützer sind kostenlose Girokonten eine wichtige Errungenschaft, weil sie den Zugang zu Finanzdienstleistungen erleichtern und die Konkurrenz zwischen Banken stärken. Gleichzeitig warnen sie vor den Fallstricken: versteckte Gebühren, fehlende Transparenz bei Fremdwährungskonditionen und manchmal intransparente Vertragsbedingungen. Verbraucher sollten vor der Eröffnung immer das Entgeltinformationsdokument (EID) prüfen, das jede Bank bereitstellen muss und das die Gebühren in standardisierter Form auflistet. Ein Vergleich zwischen mehreren Angeboten ist dank dieser Standardisierung deutlich einfacher geworden als noch vor wenigen Jahren. Wer trotz sorgfältiger Auswahl mit einer Bank Probleme hat, kann sich an die Gemeinsame Schlichtungsstelle der Österreichischen Kreditwirtschaft wenden oder direkt den VKI kontaktieren.

Ein kostenloses Girokonto ist im Jahr 2026 keine Nischenlösung mehr, sondern für die große Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher eine echte Alternative zum klassischen Filialbankkonto. Wer überwiegend digital bankt, nur gelegentlich Bargeld braucht und keine persönliche Beratung benötigt, spart mit einer Neobank oder einer Direktbank schnell 100 bis 250 Euro pro Jahr. Die Sicherheit ist dank EU-Einlagensicherung genauso gewährleistet wie bei einer österreichischen Filialbank. Der Wechsel ist dank gesetzlichem Kontowechselservice unkompliziert. Einzig wer regelmäßig größere Summen in bar einzahlen muss, sollte auf einen Anbieter mit Bareinzahlungsmöglichkeit achten — alle anderen können bedenkenlos zu einem wirklich kostenlosen Girokonto wechseln.

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Häufig gestellte Fragen

Gibt es 2026 noch wirklich kostenlose Girokonten in Österreich?

Ja, vollständig kostenlose Girokonten bieten 2026 vor allem Direktbanken und Neobanken wie N26, Revolut, bunq sowie einzelne Filialbanken-Modelle wie BAWAG KontoBox Gold bei Erfüllung der Gehaltsbedingung.

Was bedeutet 'kostenlos' beim Girokonto genau?

Wirklich kostenlos bedeutet: keine Kontoführungsgebühr, keine Buchungsposten, keine Gebühr für Bankomatkarte, keine Kosten für SEPA-Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften.

Welche versteckten Kosten gibt es bei 'Gratis'-Konten?

Häufige versteckte Kosten sind Gebühren für Bargeldbehebungen an Fremdautomaten, Auslandseinsätze, Fremdwährungstransaktionen, Kontoauszüge in Papierform sowie Ersatzkarten.

Kann ich mit einem kostenlosen Girokonto kostenlos Geld abheben?

Bei Direktbanken sind in der Regel fünf Bargeldbehebungen pro Monat gratis, danach fallen Gebühren an. In Österreich gelten Behebungen an Bankomaten teilweise auch an Fremdautomaten als gebührenfrei.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.