ETFs in Österreich - Beste ETFs kaufen & investieren
ETFs in Österreich 2026: Beste ETFs, steuereinfache Broker, Kosten & Steuern. MSCI World, Sparplan & mehr. Jetzt informieren und smart investieren!
ETF-Sparplan-Rechner 2026
Endkapital (nach KESt)
€ 104.749,79
Einzahlungen
€ 53.000,00
Netto-Rendite
€ 51.749,79
Vereinfachte Berechnung. KESt 27,5 % auf realisierte Kursgewinne und Ausschüttungen (bei thesaurierenden ETFs jährlich auf ausschüttungsgleiche Erträge). Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Keine Anlageberatung.
ETFs in Österreich 2026: Der umfassende Leitfaden
Exchange Traded Funds, kurz ETFs, haben die Geldanlage in Österreich grundlegend verändert. Immer mehr Österreicherinnen und Österreicher entdecken diese kostengünstige und transparente Anlageform für sich. Ob Einsteiger oder erfahrener Anleger — ETFs bieten eine einfache Möglichkeit, breit gestreut in die Weltwirtschaft zu investieren.
Was sind ETFs? Grundlagen einfach erklärt
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Indexfonds, der einen bestimmten Börsenindex möglichst genau nachbildet. Anstatt einzelne Aktien auszuwählen, investieren Sie mit einem einzigen ETF in hunderte oder sogar tausende Unternehmen gleichzeitig.
Wie funktioniert ein ETF?
Das Prinzip ist denkbar einfach: Ein ETF bildet einen Index wie den MSCI World, den S&P 500 oder den ATX nach. Steigt der Index um 2%, steigt auch der ETF um etwa 2%. Fällt der Index, fällt auch der ETF. Es gibt keinen Fondsmanager, der aktiv Aktien auswählt — die Zusammensetzung ergibt sich automatisch aus dem zugrunde liegenden Index.
Physische Replikation: Der ETF kauft tatsächlich alle (oder die wichtigsten) Aktien des Index. Dies ist die transparenteste Methode.
Synthetische Replikation: Der ETF nutzt Tauschgeschäfte (Swaps) mit einer Bank, um die Indexrendite nachzubilden. Diese Methode ist bei exotischeren Märkten üblich.
Ausschüttend vs. Thesaurierend
- Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden direkt auf Ihr Konto aus. Sie erhalten regelmäßig Erträge, die Sie frei verwenden können.
- Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch. Das Geld bleibt im Fonds und arbeitet dank Zinseszinseffekt für Sie weiter. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs in der Regel vorteilhafter.
Warum sind ETFs so beliebt?
Die Beliebtheit von ETFs hat mehrere Gründe: Sie sind kostengünstig (deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds), transparent (Sie wissen jederzeit, worin Sie investiert sind), flexibel (jederzeit an der Börse handelbar) und breit diversifiziert (ein einziger ETF kann über 1.500 Unternehmen enthalten).
Steuereinfache Broker in Österreich
Für österreichische Anleger ist die Wahl eines steuereinfachen Brokers besonders wichtig. Diese Broker übernehmen die korrekte Berechnung und Abführung der Kapitalertragsteuer (KESt) automatisch an das österreichische Finanzamt.
Flatex Österreich
Flatex (ehemals flatex.at) ist der mit Abstand beliebteste Online-Broker in Österreich und der Marktführer unter den steuereinfachen Anbietern.
Vorteile von Flatex:
- Steuereinfach: Automatische KESt-Abführung
- Große Auswahl an ETF-Sparplänen (über 1.600 ETFs sparplanfähig)
- Viele kostenlose ETF-Sparpläne in Kooperation mit verschiedenen Anbietern
- Kein Depotgebühr bei aktiver Nutzung
- Benutzerfreundliche App und Weboberfläche
- Sitz in Österreich (bzw. Niederlassung)
Kosten bei Flatex:
- Ordergebühren: ab 5,90 Euro pro Order
- ETF-Sparpläne: viele kostenlos, sonst ab 1,50 Euro
- Depotgebühr: 0,00 Euro bei aktiver Nutzung
DADAT Bank
Die DADAT Bank ist eine österreichische Direktbank und gehört zur Grazer Wechselseitigen Versicherung. Sie bietet ebenfalls einen steuereinfachen Depotservice.
Vorteile der DADAT:
- Steuereinfach: Automatische KESt-Abführung
- Österreichische Bank mit Einlagensicherung
- ETF-Sparpläne verfügbar
- Guter Kundenservice auf Deutsch
- Kombination mit Girokonto möglich
Kosten bei DADAT:
- Ordergebühren: ab 6,90 Euro pro Order
- Depotgebühr: 0,09% p.a. auf den Depotwert (mind. 2,50 Euro pro Position/Quartal)
Weitere steuereinfache Optionen
Neben Flatex und DADAT gibt es weitere steuereinfache Möglichkeiten:
- Bank Austria/UniCredit: Traditionelle Bankdepots mit steuereinfacher Abwicklung, aber höheren Gebühren
- Erste Bank/George: Wertpapierdepot über die George-App, steuereinfach, aber eingeschränkte ETF-Auswahl
- Raiffeisen: Steuereinfaches Depot, allerdings mit höheren laufenden Kosten
Warum nicht Trade Republic, Scalable Capital oder andere EU-Broker?
Viele österreichische Anleger fragen sich, ob sie günstigere EU-Broker wie Trade Republic oder Scalable Capital nutzen können. Grundsätzlich ist das möglich, aber diese Broker sind nicht steuereinfach. Das bedeutet:
- Sie müssen die KESt selbst in der Einkommensteuererklärung deklarieren
- Die Berechnung der ausschüttungsgleichen Erträge bei Meldefonds ist komplex
- Fehler können zu Problemen mit dem Finanzamt führen
- Der Aufwand lohnt sich erst bei größeren Depots
Für die meisten Anleger in Österreich ist ein steuereinfacher Broker die bessere Wahl, auch wenn die Ordergebühren etwas höher sind.
Die beliebtesten ETFs für österreichische Anleger
MSCI World ETF
Der MSCI World Index ist der Klassiker unter den Welt-ETFs und bildet rund 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. Er ist die Basis vieler Portfolios.
Beliebte MSCI World ETFs:
| ETF | ISIN | TER | Replikation | Ausschüttung |
|---|---|---|---|---|
| iShares Core MSCI World | IE00B4L5Y983 | 0,20% | Physisch | Thesaurierend |
| Xtrackers MSCI World | IE00BJ0KDQ92 | 0,19% | Physisch | Thesaurierend |
| SPDR MSCI World | IE00BFY0GT14 | 0,12% | Physisch | Thesaurierend |
| Vanguard FTSE Developed World | IE00BK5BQV03 | 0,12% | Physisch | Thesaurierend |
Wichtig zu wissen: Der MSCI World enthält keine Schwellenländer. Wer auch China, Indien, Brasilien und andere Emerging Markets abdecken möchte, benötigt zusätzlich einen Schwellenländer-ETF oder wählt einen All-World-ETF.
FTSE All-World / MSCI ACWI
Für eine echte weltweite Abdeckung bieten sich ETFs auf den FTSE All-World oder MSCI ACWI (All Country World Index) an. Diese enthalten sowohl Industrie- als auch Schwellenländer.
Beliebte All-World ETFs:
| ETF | ISIN | TER | Anzahl Aktien |
|---|---|---|---|
| Vanguard FTSE All-World (Acc) | IE00BK5BQT80 | 0,22% | ca. 3.700 |
| Vanguard FTSE All-World (Dist) | IE00B3RBWM25 | 0,22% | ca. 3.700 |
| iShares MSCI ACWI | IE00B6R52259 | 0,20% | ca. 2.900 |
| SPDR MSCI ACWI | IE00B44Z5B48 | 0,12% | ca. 2.900 |
Der Vanguard FTSE All-World ist in der österreichischen ETF-Community besonders beliebt, da er mit einem einzigen Produkt eine breite globale Streuung bietet.
S&P 500 ETF
Wer gezielt in die größten US-Unternehmen investieren möchte, greift zum S&P 500 ETF. Der Index enthält die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA.
Beliebte S&P 500 ETFs:
| ETF | ISIN | TER |
|---|---|---|
| iShares Core S&P 500 | IE00B5BMR087 | 0,07% |
| Vanguard S&P 500 | IE00B3XXRP09 | 0,07% |
| SPDR S&P 500 | IE00B6YX5C33 | 0,03% |
Weitere beliebte ETFs in Österreich
- MSCI Emerging Markets: Für Schwellenländer-Exposure (z.B. iShares Core MSCI EM, TER 0,18%)
- MSCI Europe / STOXX Europe 600: Für europäische Aktien
- Nasdaq-100: Für Technologie-lastige Investitionen
- MSCI World Small Cap: Für kleine Unternehmen weltweit
- Global Aggregate Bond ETF: Für Anleihen als Stabilitätsbaustein
ETF-Kosten: Was Sie wissen müssen
Total Expense Ratio (TER)
Die TER (Gesamtkostenquote) ist die wichtigste Kennzahl für die laufenden Kosten eines ETFs. Sie wird in Prozent pro Jahr angegeben und direkt vom Fondsvermögen abgezogen.
Typische TER-Bereiche:
- Breit gestreute Welt-ETFs: 0,10% bis 0,25%
- S&P 500 ETFs: 0,03% bis 0,09%
- Spezial-ETFs (Themen, Faktoren): 0,25% bis 0,65%
- Anleihen-ETFs: 0,07% bis 0,30%
Zum Vergleich: Aktiv gemanagte Fonds kosten in der Regel 1,0% bis 2,0% pro Jahr — das Zehn- bis Zwanzigfache eines ETFs.
Tracking Difference
Neben der TER ist die Tracking Difference (TD) eine wichtige Kennzahl. Sie zeigt, wie genau der ETF seinen Index tatsächlich nachbildet. Eine niedrige oder sogar negative TD bedeutet, dass der ETF seinen Index gut oder sogar besser als erwartet abbildet (z.B. durch Wertpapierleihe-Erträge).
Ordergebühren und Spread
Beim Kauf und Verkauf eines ETFs fallen Ordergebühren an, die vom Broker abhängen. Zusätzlich gibt es den Spread — die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei großen, liquiden ETFs ist der Spread minimal (oft unter 0,05%).
Gesamtkosten-Beispiel
Angenommen, Sie investieren 10.000 Euro in einen MSCI World ETF mit einer TER von 0,20%:
- Jährliche Kosten durch TER: 20 Euro
- Zum Vergleich: Ein aktiver Fonds mit 1,5% TER würde 150 Euro pro Jahr kosten
- Bei einem Anlagehorizont von 20 Jahren summiert sich dieser Unterschied auf mehrere tausend Euro
Steuern auf ETFs in Österreich
Die steuerliche Behandlung von ETFs in Österreich ist ein zentrales Thema, das viele Anleger beschäftigt. Das österreichische Steuerrecht unterscheidet sich hier deutlich vom deutschen System.
Kapitalertragsteuer (KESt): 27,5%
In Österreich unterliegen Kapitalerträge aus ETFs der KESt von 27,5%. Diese Steuer gilt für:
- Dividenden und Ausschüttungen: 27,5% auf erhaltene Dividenden
- Kursgewinne: 27,5% auf realisierte Gewinne beim Verkauf
- Ausschüttungsgleiche Erträge: 27,5% auf fiktive Erträge bei thesaurierenden Fonds (Achtung: österreichische Besonderheit)
Meldefonds — Was ist das?
In Österreich gibt es das Konzept der Meldefonds. Ein Meldefonds ist ein ausländischer Investmentfonds, der seine steuerlich relevanten Daten an die Österreichische Kontrollbank (OeKB) meldet. Fast alle großen ETF-Anbieter (iShares, Vanguard, Xtrackers, SPDR) melden ihre in Europa aufgelegten ETFs.
Warum ist das wichtig?
Bei Meldefonds werden die ausschüttungsgleichen Erträge korrekt berechnet. Das sind fiktive Erträge, die der Fonds erwirtschaftet, aber nicht ausschüttet (bei thesaurierenden ETFs). Diese werden trotzdem jährlich besteuert.
Bei Nicht-Meldefonds greift eine pauschale Besteuerung von 10% des ETF-Wertes zum Jahresende plus 27,5% KESt — das kann deutlich teurer sein. Deshalb sollten Sie als österreichischer Anleger unbedingt auf den Meldefonds-Status achten.
Steuerliche Besonderheit bei thesaurierenden ETFs
Bei thesaurierenden Meldefonds fällt jährlich eine sogenannte Vorab-Besteuerung auf die ausschüttungsgleichen Erträge an. Das bedeutet: Auch wenn Sie keinen Cent ausgeschüttet bekommen, müssen Sie Steuern zahlen. Bei einem steuereinfachen Broker geschieht das automatisch — der entsprechende Betrag wird von Ihrem Verrechnungskonto abgebucht.
Tipp: Halten Sie auf Ihrem Verrechnungskonto beim Broker immer einen kleinen Puffer bereit, damit die jährliche KESt-Abbuchung reibungslos funktioniert.
Verlustausgleich
Verluste aus ETF-Verkäufen können in Österreich mit Gewinnen aus anderen Kapitalerträgen verrechnet werden. Ein steuereinfacher Broker führt diesen Verlustausgleich automatisch innerhalb des Depots durch. Ein Verlustvortrag in Folgejahre ist allerdings nicht möglich.
ETF Sparplan: Regelmäßig investieren
Ein ETF Sparplan ist die beliebteste Methode, um langfristig Vermögen aufzubauen. Sie investieren regelmäßig einen festen Betrag — meist monatlich — in einen oder mehrere ETFs.
Vorteile des ETF Sparplans
-
Cost-Average-Effekt: Durch regelmäßiges Investieren kaufen Sie bei niedrigen Kursen mehr und bei hohen Kursen weniger Anteile. Das glättet den durchschnittlichen Einkaufspreis über die Zeit.
-
Kein Market Timing nötig: Sie müssen nicht den perfekten Kaufzeitpunkt abwarten. Langfristig spielt der Einstiegszeitpunkt eine geringere Rolle.
-
Niedrige Einstiegshürde: Sparpläne sind bei den meisten Brokern schon ab 25 Euro pro Monat möglich.
-
Automatisierung: Einmal eingerichtet, läuft der Sparplan automatisch. Sie müssen sich um nichts kümmern.
-
Flexibilität: Sparpläne können jederzeit angepasst, pausiert oder gestoppt werden.
ETF Sparplan bei Flatex einrichten
So richten Sie einen ETF Sparplan bei Flatex Österreich ein:
- Konto bei Flatex eröffnen (Online-Identifikation möglich)
- Verrechnungskonto mit Geld befüllen
- Im Depot den gewünschten ETF suchen
- “Sparplan erstellen” auswählen
- Betrag, Intervall (monatlich/quartalsweise) und Ausführungstag festlegen
- Sparplan bestätigen
Welcher Betrag für den Sparplan?
Es gibt keine Mindestanforderung, aber als Orientierung:
- Einsteiger: 50 bis 100 Euro pro Monat
- Fortgeschrittene: 200 bis 500 Euro pro Monat
- Ambitionierte: 500+ Euro pro Monat
Wichtig ist, nur Geld zu investieren, das Sie langfristig (mindestens 10 bis 15 Jahre) nicht benötigen. Bevor Sie einen Sparplan starten, sollten Sie einen Notgroschen von 3 bis 6 Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto haben.
Sparplan-Strategien
1-ETF-Strategie: Ein einziger Welt-ETF (z.B. Vanguard FTSE All-World) reicht für eine gute Diversifikation. Einfach, kostengünstig und pflegeleicht.
70/30-Strategie: 70% in einen MSCI World ETF und 30% in einen Emerging Markets ETF. Damit gewichten Sie Schwellenländer etwas stärker als im All-World-ETF.
Core-Satellite-Strategie: Ein breit gestreuter Kern-ETF (Core) ergänzt durch kleinere Positionen in Themen- oder Regionen-ETFs (Satellites).
ETFs vs. aktiv gemanagte Fonds
Eines der meistdiskutierten Themen in der Geldanlage ist die Frage: Soll man in passive ETFs oder aktiv gemanagte Fonds investieren?
Die Fakten sprechen für ETFs
Zahlreiche Studien zeigen, dass die Mehrheit aktiv gemanagter Fonds ihren Vergleichsindex über längere Zeiträume nicht schlägt. Die SPIVA-Studie (S&P Indices vs. Active Funds) zeigt regelmäßig, dass über 80% bis 90% der aktiven Fondsmanager über 10 bis 15 Jahre hinter ihrem Index zurückbleiben.
Kostenvergleich
| Merkmal | ETF | Aktiver Fonds |
|---|---|---|
| TER | 0,05% - 0,50% | 1,00% - 2,00% |
| Ausgabeaufschlag | Keiner | 3% - 5% |
| Performancegebühr | Keine | Oft 10-20% der Überrendite |
| Transparenz | Hoch (tägliche Offenlegung) | Gering (quartalsweise) |
| Handelbarkeit | Börsentäglich | Oft nur einmal täglich |
Wann können aktive Fonds Sinn machen?
In bestimmten Nischenmärkten, bei Spezialstrategien oder in weniger effizienten Märkten können erfahrene Fondsmanager einen Mehrwert liefern. Für die breite Masse der Anleger bieten ETFs jedoch das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Vorteile und Nachteile von ETFs
Vorteile
- Niedrige Kosten: TER oft unter 0,20% bei Welt-ETFs
- Breite Diversifikation: Ein ETF kann tausende Aktien enthalten
- Transparenz: Zusammensetzung ist jederzeit einsehbar
- Liquidität: Jederzeit an der Börse handelbar
- Sondervermögen: Bei Insolvenz des Anbieters geschützt
- Einfachheit: Kein Stockpicking oder Marktanalyse nötig
- Sparplanfähig: Regelmäßiges Investieren ab kleinen Beträgen
- Steuerlich effizient: Geringe interne Umschichtungen
Nachteile
- Marktrisiko: Bei Börsencrash verliert auch der ETF an Wert
- Keine Überrendite möglich: ETFs können den Markt nicht schlagen, nur nachbilden
- Klumpenrisiko bei Marktkapitalisierungs-Gewichtung: US-Aktien dominieren viele Welt-Indizes mit über 60%
- Wechselkursrisiko: Bei nicht währungsgesicherten ETFs in Fremdwährung
- Steuerliche Komplexität in Österreich: Ausschüttungsgleiche Erträge bei Meldefonds
Schritt-für-Schritt: Als Österreicher in ETFs investieren
Schritt 1: Finanzielle Grundlagen schaffen
Bevor Sie in ETFs investieren, sollten Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Keine hochverzinsten Schulden (Konsumkredite, Kreditkarten)
- Notgroschen von 3 bis 6 Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto
- Klares Bild über Ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben
Schritt 2: Anlagestrategie festlegen
Definieren Sie Ihre Ziele:
- Anlagehorizont: Wie lange wollen Sie investieren? (Mindestens 10 Jahre empfohlen)
- Risikobereitschaft: Wie viel Verlust können Sie emotional und finanziell verkraften?
- Anlageziel: Altersvorsorge, Vermögensaufbau, Immobilienkauf?
- Sparrate: Wie viel können Sie monatlich investieren?
Schritt 3: Steuereinfachen Broker wählen
Wählen Sie einen steuereinfachen Broker wie Flatex oder DADAT. Eröffnen Sie ein Depot und ein Verrechnungskonto. Die Kontoeröffnung dauert in der Regel wenige Tage.
Schritt 4: ETF-Auswahl treffen
Wählen Sie Ihre ETFs nach folgenden Kriterien:
- Fondsvolumen: Mindestens 100 Millionen Euro (besser 500+ Millionen)
- TER: So niedrig wie möglich
- Replikationsmethode: Physisch bevorzugt
- Domizil: Irland (IE) ist steuerlich für Österreicher oft optimal
- Meldefonds-Status: Unbedingt prüfen auf der OeKB-Website
- Tracking Difference: Möglichst gering
Schritt 5: Sparplan einrichten oder Einmalanlage tätigen
Richten Sie einen automatischen Sparplan ein oder investieren Sie eine Einmalanlage. Bei größeren Beträgen kann auch eine Kombination sinnvoll sein: Einen Teil sofort investieren und den Rest über mehrere Monate per Sparplan.
Schritt 6: Diszipliniert dabeibleiben
Der wichtigste Schritt: Bleiben Sie investiert, auch wenn die Börse schwankt. Verkaufen Sie nicht in Panik bei einem Crash. Historisch betrachtet hat sich der globale Aktienmarkt von jedem Einbruch erholt. Disziplin und Geduld sind der Schlüssel zum Erfolg.
Häufige Fehler bei der ETF-Anlage
- Zu häufiges Handeln: Ständiges Kaufen und Verkaufen kostet Gebühren und Rendite
- Market Timing versuchen: Niemand kann den Markt zuverlässig timen
- Zu viele ETFs: Ein Portfolio aus 2 bis 3 ETFs reicht völlig aus
- Nur auf vergangene Renditen schauen: Vergangene Performance garantiert keine zukünftigen Ergebnisse
- Kein steuereinfacher Broker: Der Aufwand für die Steuererklärung wird oft unterschätzt
- In Panik verkaufen: Bei Kursrückgängen ist Durchhalten die beste Strategie
- Keinen Notgroschen haben: Ohne Puffer müssen Sie im schlechtesten Moment verkaufen
ETF-Trends in Österreich 2026
Das Jahr 2026 bringt einige interessante Entwicklungen im ETF-Bereich:
- Wachsende ETF-Sparplan-Nutzung: Immer mehr Österreicher setzen auf regelmäßiges ETF-Sparen
- Nachhaltige ETFs (ESG/SRI): ETFs mit Nachhaltigkeitsfiltern gewinnen weiter an Bedeutung
- Themen-ETFs: KI, Cybersecurity und erneuerbare Energien sind gefragte Themen
- Anleihen-ETFs: Mit stabilisierten Zinsen gewinnen Anleihen-ETFs wieder an Attraktivität
- Multi-Asset-ETFs: Fertige Portfolio-ETFs, die Aktien und Anleihen kombinieren
ETFs sind für die meisten Österreicherinnen und Österreicher die beste Wahl für den langfristigen Vermögensaufbau. Sie bieten niedrige Kosten, breite Diversifikation und einfache Handhabung. Mit einem steuereinfachen Broker wie Flatex oder DADAT wird auch die steuerliche Seite unkompliziert abgewickelt.
Der wichtigste Schritt ist, überhaupt anzufangen. Ein einfacher Sparplan auf einen breit gestreuten Welt-ETF kann der Grundstein für Ihre finanzielle Zukunft sein. Starten Sie noch heute — Ihr zukünftiges Ich wird es Ihnen danken.
Weiterführende Artikel
- Steuereinfache Broker in Österreich
- Online-Broker im Vergleich
- Kapitalertragsteuer (KESt) in Österreich
- ETF-Sparplan starten
- Fonds in Österreich: Aktive vs. passive Fonds
Hinweis: Investitionen in ETFs sind mit Risiken verbunden, und vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Bitte informieren Sie sich umfassend und ziehen Sie bei Bedarf einen qualifizierten Finanzberater hinzu.
Häufig gestellte Fragen
Was sind steuereinfache Broker in Österreich?
Steuereinfache Broker wie Flatex und DADAT führen die österreichische KESt (27,5%) automatisch an das Finanzamt ab. Anleger müssen sich nicht selbst um die Steuer kümmern.
Wie werden ETFs in Österreich besteuert?
ETF-Erträge unterliegen in Österreich der KESt von 27,5%. Bei Meldefonds (EU-konforme ETFs) werden ausschüttungsgleiche Erträge jährlich versteuert, auch bei thesaurierenden ETFs.
Was ist ein ETF Sparplan?
Ein ETF Sparplan ermöglicht regelmäßiges Investieren in ETFs ab kleinen Beträgen (oft ab 25 Euro). Monatlich wird automatisch ein fester Betrag investiert, was den Cost-Average-Effekt nutzt.
Welcher ETF ist der beste für Anfänger in Österreich?
Für Anfänger eignen sich breit diversifizierte ETFs wie der MSCI World oder der FTSE All-World. Diese bilden hunderte bis tausende Unternehmen weltweit ab und bieten gute Streuung.
Was kostet ein ETF in Österreich?
Die laufenden Kosten (TER) liegen bei ETFs typischerweise zwischen 0,05% und 0,50% pro Jahr. Dazu kommen eventuell Ordergebühren beim Broker, die je nach Anbieter variieren.
Sind ETFs in Österreich sicher?
ETFs gelten als Sondervermögen und sind bei einer Insolvenz des Anbieters geschützt. Das Marktrisiko (Kursschwankungen) bleibt jedoch bestehen. Eine breite Diversifikation reduziert das Risiko.
Chefredakteur finanzinfo.at
Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.