Lehrer Gehalt Österreich: pd-Schema und altes Dienstrecht
Einstieg 3.636,40 Euro, Endstufe 6.461,60 Euro nach 31,5 Jahren. Was das pd-Schema vom alten Dienstrecht unterscheidet und was Fächer und Funktionen bringen.
Wer heute als Lehrerin oder Lehrer beginnt, verdient in Bund und Ländern dasselbe: 3.636,40 Euro brutto im Monat, vierzehnmal im Jahr, Stand 1. Juli 2026. Das Entlohnungsschema pd kennt nur sieben Stufen und endet nach 31,5 Jahren bei 6.461,60 Euro. Ob Volksschule, Mittelschule, AHS oder BHS, spielt für das Grundentgelt keine Rolle mehr.
Daneben läuft das alte Dienstrecht weiter, mit 16 Gehaltsstufen, einem niedrigeren Einstieg und einem höheren Ende. Der Unterschied ist Absicht: Das neue Schema zahlt früher mehr und verlangt dafür mehr Unterrichtsstunden. Beide Systeme werden noch Jahrzehnte nebeneinander bestehen.
Das pd-Schema: sieben Stufen
Die Beträge stehen in § 46 VBG, die Verweildauer je Stufe in dessen Absatz 4:
| Stufe | Euro pro Monat | Verweildauer | erreicht nach |
|---|---|---|---|
| 1 | 3.636,40 | 3,5 Jahre | Einstieg |
| 2 | 4.138,20 | 5 Jahre | 3,5 Jahren |
| 3 | 4.641,20 | 5 Jahre | 8,5 Jahren |
| 4 | 5.144,30 | 6 Jahre | 13,5 Jahren |
| 5 | 5.647,60 | 6 Jahre | 19,5 Jahren |
| 6 | 6.150,90 | 6 Jahre | 25,5 Jahren |
| 7 | 6.461,60 | - | 31,5 Jahren |
Mit den Sonderzahlungen nach § 8a VBG, je 50 Prozent des Monatsentgelts pro Kalendervierteljahr, ergibt Stufe 1 ein Jahresbrutto von 50.909,60 Euro, Stufe 4 nach 13,5 Jahren 72.020,20 Euro und die Endstufe 90.462,40 Euro.
Das Schema gilt für alle Vertragslehrpersonen des Bundes, deren Dienstverhältnis mit dem Schuljahr 2019/2020 oder später begonnen hat (§ 37 Abs. 1 VBG). Für Landeslehrpersonen an Volks-, Mittel- und Sonderschulen übernimmt das Landesvertragslehrpersonengesetz dieselben Beträge. Die Bildungsdirektion Steiermark formuliert es knapp: Lehrpersonen in Bundes- und Pflichtschulen haben dasselbe monatliche Entgelt.
Drei Regeln verschieben den Einstiegspunkt:
- Vordienstzeiten werden bis zu zwölf Jahre angerechnet (§ 46 Abs. 3). Bei früheren Dienstverhältnissen zu einer Gebietskörperschaft ist die Anrechnung laut Bildungsdirektion Vorarlberg unbeschränkt. Wer mit acht angerechneten Jahren beginnt, startet also fast in Stufe 3
- Ausbildungsphase: Wer nach § 40 Abs. 2 Z 6 das Bachelor-Lehramtsstudium berufsbegleitend absolviert, erhält in dieser Zeit 85 Prozent des Entgelts (§ 46 Abs. 6)
- Masterstudium: Wer das vorgeschriebene Masterstudium nicht binnen acht Jahren ab der ersten Anstellung abschließt, muss mit Folgen für die Vorrückung rechnen (§ 46 Abs. 8)
24 Wochenstunden statt 20 Werteinheiten
Der Preis für den höheren Einstieg steht in § 40a VBG: Die Unterrichtsverpflichtung einer vollbeschäftigten Vertragslehrperson beträgt 24 Wochenstunden, davon 22 als Unterricht. Die übrigen zwei Stunden entfallen auf Aufgaben wie Klassenvorstand oder qualifizierte Beratung. In der Sekundarstufe 2 zählen Gegenstände der Lehrverpflichtungsgruppen I und II, etwa Deutsch oder Mathematik, mit dem Faktor 1,1. Wer dort ausschließlich solche Fächer unterrichtet, erfüllt die 22 Stunden mit 20. Aus wichtigen Gründen können bis zu drei weitere Wochenstunden als Mehrdienstleistung angeordnet werden.
Im alten Dienstrecht legt § 2 BLVG die Lehrverpflichtung mit 20 Wochenstunden fest, gewichtet mit Werteinheiten je Gegenstand. Der Rechnungshof hat 2016 vorgerechnet, was das bedeutet: Je nach Fächerkombination lag die tatsächliche Lehrverpflichtung zwischen 17,14 und 26,67 Wochenstunden, im neuen Dienstrecht im Schnitt bei 21,36. Das Werteinheitensystem mit drei Nachkommastellen nannte er verwaltungsaufwändig und wenig transparent.
Fächervergütung: bis 46,20 Euro je Wochenstunde
Zum Entgelt kommt nach § 46e VBG eine monatliche Vergütung für bestimmte Fächer, gerechnet je regelmäßig erbrachter Wochenstunde:
| Fächervergütung | Wo | Euro je Wochenstunde |
|---|---|---|
| C | Sekundarstufe 1, Gegenstände der Lehrverpflichtungsgruppen I und II | 35,90 |
| A | Sekundarstufe 2, Gegenstände der Lehrverpflichtungsgruppen I und II | 46,20 |
| B | Sekundarstufe 2, Gegenstände der Lehrverpflichtungsgruppe III | 18,80 |
Welche Gegenstände in welcher Gruppe stehen, regelt das BLVG; Deutsch, Mathematik und lebende Fremdsprachen gehören zu den Gruppen I und II. Die Vergütung wird laut Bildungsdirektion Steiermark zwölfmal jährlich ausbezahlt, für die Hauptferien im Durchschnitt des Unterrichtsjahres (§ 46e Abs. 3).
Ein Rechenbeispiel: Eine AHS-Lehrerin mit zwölf Wochenstunden Mathematik in der Oberstufe und acht Wochenstunden in der Unterstufe erhält 12 mal 46,20 plus 8 mal 35,90 Euro, zusammen 841,60 Euro im Monat zusätzlich. In der Volksschule gibt es diese Vergütung nicht, dort fehlt die Sekundarstufe.
Zulagen für Funktionen
Wer neben dem Unterricht Aufgaben übernimmt, erhält eine Dienstzulage nach § 46a VBG:
- Mentoring von Lehrpersonen in der Induktionsphase: 135,50 Euro für eine, 180,40 Euro für zwei, 225,40 Euro für drei betreute Personen
- Bildungsberatung, Berufsorientierungskoordination, Lerndesign Mittelschule, Sonder- und Heilpädagogik, Praxisschulunterricht: je 225,40 Euro
- Vertretung und Unterstützung der Schulleitung: 581,80 bis 1.046,20 Euro je nach Schulgröße
- Administration im Schulcluster: 480,80 bis 864,50 Euro je nach zugewiesenen Werteinheiten
Die Schulleitung selbst ist in § 46b VBG geregelt. Die Schulen sind nach Zahl der Lehrkräfte den Kategorien A bis D zugeordnet:
| Funktionsdauer | Kategorie A | Kategorie B | Kategorie C | Kategorie D |
|---|---|---|---|---|
| bis zu 5 Jahre | 900,20 | 1.576,30 | 1.875,10 | 2.175,60 |
| mehr als 5 Jahre | 1.050,40 | 1.875,10 | 2.175,60 | 2.476,10 |
Euro pro Monat. Endet die Leitungsfunktion, läuft die Zulage nach § 46b Abs. 5 noch sechs Jahre weiter, ab dem vierten Jahr auf 90, dann 75 und 50 Prozent reduziert.
Das alte Dienstrecht: 16 Stufen und Dienstalterszulage
Wer vor dem Schuljahr 2014/2015 Lehrperson war, blieb im alten Dienstrecht. Wer zwischen 2014/2015 und 2018/2019 eintrat, konnte wählen (§ 37 Abs. 2 VBG), und wählte fast immer das alte: Im Schuljahr 2015/2016 entschieden sich laut Rechnungshof nur 48 von 1.477 neu eingetretenen Bundeslehrkräften für das neue Schema. Die vollständige Umstellung erwartet der Rechnungshof erst um das Schuljahr 2060/2061.
Für pragmatisierte Lehrpersonen gilt § 55 Gehaltsgesetz mit sechs Verwendungsgruppen und 16 Stufen im Zweijahresrhythmus, Stand 1. Juli 2026:
| Stufe | L 3 | L 2b 1 | L 2a 1 | L 2a 2 | L 1 | L PH |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 2.391,40 | 2.605,20 | 2.860,30 | 3.038,80 | 3.405,60 | 3.540,40 |
| 4 | 2.479,50 | 2.726,80 | 3.109,00 | 3.317,00 | 3.973,30 | 4.191,30 |
| 8 | 2.742,50 | 3.194,80 | 3.801,40 | 4.159,50 | 5.031,10 | 5.356,60 |
| 12 | 3.114,60 | 3.794,20 | 4.563,90 | 5.117,30 | 6.094,90 | 6.524,90 |
| 16 | 3.607,80 | 4.470,70 | 5.247,80 | 5.978,90 | 7.195,90 | 7.911,10 |
Euro pro Monat. Nach zwei Jahren in der höchsten Stufe kommt nach § 56 eine kleine, nach vier Jahren eine große Dienstalterszulage dazu, in L 1 140,30 beziehungsweise 559,10 Euro. Das Ende der Laufbahn in L 1 liegt damit bei 7.755,00 Euro nach 34 Jahren.
Vertragslehrpersonen im alten Entlohnungsschema I L haben in § 90e VBG eine eigene Tabelle mit 18 Stufen: l 1 von 3.475,60 bis 7.658,60 Euro, l 2a 2 von 3.162,00 bis 6.719,80 Euro, l ph von 3.688,10 bis 8.987,60 Euro.
Der Vergleich mit dem pd-Schema zeigt, wo die Reform ansetzt. Der Einstieg liegt im neuen Schema um 230,80 Euro über L 1 und um 160,80 Euro über l 1. Nach 13,5 Jahren steht eine pd-Lehrperson mit 5.144,30 Euro der L 1-Kollegin in Stufe 7 mit 4.766,00 Euro gegenüber. Am Ende dreht sich das Bild: 6.461,60 Euro gegen 7.755,00 Euro. Der Rechnungshof kam trotzdem zum Ergebnis, dass eine vollbeschäftigte Lehrkraft im neuen Dienstrecht eine höhere Lebensverdienstsumme erzielt als im alten, obwohl nur die Unterrichtsverpflichtung, nicht die Gesamtarbeitszeit erhöht wurde.
Der Gehaltsabschluss: null, dann 3,3 Prozent
Alle Beträge gelten seit 1. Juli 2026. An diesem Tag stiegen die Bezüge im öffentlichen Dienst um 3,3 Prozent, umgesetzt durch die Dienstrechts-Novelle 2025. Die Stufe 1 des pd-Schemas stand bis 30. Juni 2026 bei 3.520,20 Euro, seither bei 3.636,40 Euro, das sind exakt 3,3 Prozent.
Die erste Jahreshälfte 2026 blieb ohne Erhöhung. Laut ORF einigten sich Regierung und Gewerkschaft Öffentlicher Dienst am 7. Oktober 2025 auf sechs Nullmonate, dann 3,3 Prozent ab Juli 2026 und je ein Prozent ab August 2027 und ab September 2028. Die Tabellen ändern sich damit das nächste Mal im August 2027, für Richter und Polizei im selben Takt.
Quellen
- Vertragsbedienstetengesetz 1948 (RIS), Paragrafen 8a, 37, 40a, 46, 46a, 46b, 46e und 90e, Fassung ab 01.07.2026, abgerufen 03.09.2026
- Gehaltsgesetz 1956 (RIS), Paragrafen 8, 55 und 56, Fassung ab 01.07.2026, abgerufen 03.09.2026
- Bundeslehrer-Lehrverpflichtungsgesetz, § 2 (RIS), abgerufen 03.09.2026
- Bildungsdirektion Steiermark, Entgelt, Zulagen und Fächervergütung, Stand 01.07.2026, abgerufen 03.09.2026
- Bildungsdirektion Vorarlberg, Informationen zur Entlohnung, abgerufen 03.09.2026
- Rechnungshof, Bundeslehrkräfte: Vergleich Dienstrecht alt/neu, Bund 2016/16 (PDF), abgerufen 03.09.2026
- BGBl. I Nr. 100/2025, Dienstrechts-Novelle 2025, abgerufen 03.09.2026
- ORF, Dreijahresschnitt: 1,5 Prozent mehr Lohn im öffentlichen Dienst, 07.10.2025, abgerufen 03.09.2026
Häufig gestellte Fragen
Was verdient ein Lehrer in Österreich am Anfang?
3.636,40 Euro brutto im Monat in der Entlohnungsstufe 1 des pd-Schemas, Stand 1. Juli 2026, vierzehnmal im Jahr. Das sind 50.909,60 Euro brutto im Jahr. Der Betrag gilt für Bundes- und Landeslehrpersonen gleichermaßen, also von der Volksschule bis zur berufsbildenden höheren Schule.
Verdienen Volksschullehrer weniger als AHS-Lehrer?
Im pd-Schema nicht. Lehrpersonen an Bundes- und Pflichtschulen haben dasselbe monatliche Entgelt. Unterschiede entstehen über die Fächervergütung, die es nur in der Sekundarstufe gibt, und über Funktionen. Im alten Dienstrecht dagegen sind die Verwendungsgruppen nach Schulart und Ausbildung getrennt.
Wie lange dauert es bis zur höchsten Stufe?
31,5 Jahre. Die Verweildauer beträgt 3,5 Jahre in Stufe 1, je fünf Jahre in den Stufen 2 und 3 und je sechs Jahre in den Stufen 4, 5 und 6. Angerechnete Vordienstzeiten verkürzen den Weg, bis zu zwölf Jahre sind möglich.
Was unterscheidet das pd-Schema vom alten Dienstrecht?
Das alte Dienstrecht hat 16 Gehaltsstufen im Zweijahresrhythmus, einen niedrigeren Einstieg von 3.405,60 Euro in L 1 und ein höheres Ende von 7.195,90 Euro plus Dienstalterszulage. Das pd-Schema steigt schneller, endet tiefer und verlangt 24 statt 20 Wochenstunden. Laut Rechnungshof ist die Lebensverdienstsumme im neuen Dienstrecht trotzdem höher.
Wie viele Stunden muss eine Lehrperson unterrichten?
Im pd-Schema 24 Wochenstunden, davon 22 Unterricht und zwei Stunden für andere Aufgaben wie Klassenvorstand oder Beratung. In der Sekundarstufe 2 zählen Fächer der Lehrverpflichtungsgruppen I und II mit dem Faktor 1,1, sodass 20 Stunden reichen. Im alten Dienstrecht sind es 20 Wochenstunden, gewichtet mit Werteinheiten.
Was bringt eine Schulleitung?
Eine Dienstzulage nach Kategorie der Schule: in den ersten fünf Jahren 900,20 Euro in Kategorie A bis 2.175,60 Euro in Kategorie D, danach 1.050,40 bis 2.476,10 Euro. Mentoring bringt 135,50 bis 225,40 Euro, Spezialfunktionen wie Bildungsberatung 225,40 Euro.
Gibt es ein 13. und 14. Gehalt?
Ja. Vertragsbedienstete erhalten für jedes Kalendervierteljahr eine Sonderzahlung von 50 Prozent des Monatsentgelts, zusammen zwei zusätzliche Monatsentgelte. Die Bildungsdirektion Steiermark formuliert es so: 14 Monatsgehälter, ausbezahlt zwölfmal jährlich.