DADAT: Was die Konten kosten und welche Bank dahintersteht

DADAT ist eine Marke der Schelhammer Capital Bank AG: Kontomodelle und Entgelte aus dem Konditionenblatt, Sparzinsen, Konzernkette und Einlagensicherung.

Das Gehaltskonto der DADAT wird als kostenlos beworben, und die Kontoführung kostet trotzdem 4,48 Euro im Monat. Beides stimmt: Die Bank verlangt das Entgelt und ersetzt es Kunden mit einem Geldeingang ab 1.000 Euro wieder. Im Konditionenblatt steht der Satz, auf den es ankommt - dieser Ersatz „kann jederzeit unter Einhaltung einer Frist von zwei Monaten einseitig von der DADAT widerrufen werden”.

Die zweite Besonderheit steht gleich im Impressum: DADAT ist keine Bank. Der Name ist eine Marke, das Institut dahinter heißt anders, sitzt in einer anderen Stadt und gehört einem Versicherungskonzern.

Eckdaten DADAT

MerkmalAngabe
RechtsträgerSchelhammer Capital Bank AG, Wien, FN 58248i
KonzernHYPO-BANK BURGENLAND, Grazer Wechselseitige Versicherung
Gehaltskonto4,48 Euro im Monat, bei Eingang ab 1.000 Euro von der Bank ersetzt
U28-Konto5,38 Euro im Monat, bei Eingang ab 300 Euro ersetzt
Girokonto ohne Eingang5,38 Euro im Monat plus 15,18 Euro im Jahr für die Debitkarte
Sollzins Girokonto6,80 Prozent nach freiwilligem Bonus
SparkontoNeukunden 3,1 Prozent für drei Monate, danach 2,00 Prozent variabel
Depotgebührfür Neukunden keine, für Bestandskunden ab 1.1.2027 keine
Bargeldnur bei der HYPO-BANK BURGENLAND, Goldschmiedgasse 3-5, Wien
EinlagensicherungEinlagensicherung AUSTRIA, 100.000 Euro

Stand 15. Oktober 2026, laut Konditionenblatt, Stand Oktober 2026.

Schelhammer Capital Bank als Rechtsträger

Im Impressum steht es in einem Satz: „DADAT ist eine Marke der Schelhammer Capital Bank AG.” Und an anderer Stelle noch deutlicher: „Kunden der DADAT sind somit Kunden der Schelhammer Capital Bank AG.”

Der Rechtsträger ist die Schelhammer Capital Bank AG, eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Wien, eingetragen beim Handelsgericht Wien unter FN 58248i, UID ATU 15359403, BIC BSSWATWW, Bankleitzahl 19190. Die Geschäftsanschrift lautet Goldschmiedgasse 3-5 in 1010 Wien.

Salzburg, das in vielen Beschreibungen als Sitz auftaucht, ist die Kontaktadresse der Marke: Franz-Josef-Straße 22, 5020 Salzburg. Auch das Konditionenblatt trägt diese Adresse im Kopf. Wer daraus eine „Salzburger Bank” macht, verwechselt den Briefkopf mit dem Firmenbuch.

Die Wiener Geschäftsanschrift ist übrigens kein Zufall: Goldschmiedgasse 3 war jahrzehntelang die Adresse des Bankhauses Schelhammer & Schattera, gegründet 1832. Aus dessen Verschmelzung mit der Capital Bank der GRAWE Gruppe im September 2021 ist das heutige Institut hervorgegangen. Die Firmenbuchnummer FN 58248i ist die des alten Bankhauses - die aufnehmende Gesellschaft behielt sie und wurde umbenannt.

Konzernkette und Einlagensicherung

Das Offenlegungsdokument der Bank mit Stand Februar 2026 zeigt die Eigentümerkette vollständig:

GRAWE-Vermögensverwaltung (ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, FN 56578d) hält 100 Prozent der Grazer Wechselseitigen Versicherung AG (FN 37748m), diese hält die HYPO-BANK BURGENLAND AG (FN 259167d), und die wiederum hält 100 Prozent der Schelhammer Capital Bank AG. Schwesterinstitut unter demselben Dach ist unter anderem die Austrian Anadi Bank AG.

Aufsicht ist die FMA. Für die Einlagensicherung ist die Bank Mitglied der Einlagensicherung AUSTRIA; gesichert sind 100.000 Euro pro Einleger, in Ausnahmefällen bis 500.000 Euro nach Paragraf 12 ESAEG.

Ein Detail daraus verdient Aufmerksamkeit. Die Bank schreibt es selbst: „Hat der Kunde Einlagen über den Direktbankbereich DADAT und sonstige Einlagen bei der Schelhammer Capital Bank AG, so werden diese im Rahmen der Einlagensicherung zusammengerechnet. Der oben angeführte Höchstbetrag der Einlagensicherung gilt daher nur einmal für sämtliche Einlagen.” Wer über beide Wege spart, hat einmal 100.000 Euro gesichert, nicht zweimal.

Kontomodelle und Preise

KontoKontoführung laut KonditionenblattBedingung
Gehalts-, Lohn- und Pensionskonto4,48 Euro im Monat, von der Bank ersetztGeldeingang ab 1.000 Euro monatlich
U28-Konto5,38 Euro im Monat, von der Bank ersetztGeldeingang ab 300 Euro monatlich, bis zum 28. Geburtstag
Girokonto ohne Eingang5,38 Euro im Monatkeine
Verrechnungskonto zum Depot2,50 Euro im Quartalzum Depot verpflichtend

Stand des Konditionenblatts: Oktober 2026.

Der Unterschied zwischen „entfällt” und „wird ersetzt” ist hier entscheidend. Bei beiden Gratiskonten bleibt das Entgelt im Preisblatt stehen; die Bank erstattet es lediglich, „bis auf Weiteres” und widerruflich mit zwei Monaten Frist. Dasselbe Konstrukt verwendet die DADAT beim Aktien-Sparplan, wo der Ersatz sogar ohne Frist widerrufen werden kann.

Wer den Eingang verliert, merkt es mit Verzögerung: Bleibt der Gehaltseingang länger als drei Monate aus, gelten laut Konditionenblatt automatisch die Konditionen des Girokontos ohne Eingang. Das kostet mit Karte 79,74 Euro im Jahr - zwölfmal 5,38 Euro plus 15,18 Euro für die Debit Mastercard, die beim Gehaltskonto inkludiert ist.

Zwei Einschränkungen betreffen die Eröffnung:

Selbstständige sind ausgeschlossen. Die DADAT nennt als Eröffnungsvoraussetzung ausdrücklich eine „unselbstständige Erwerbstätigkeit”, dazu Mindestalter 18, Wohnsitz in Österreich, Eröffnung auf den eigenen Namen mit nur einem Inhaber und ein Smartphone.

Das U28-Konto ist kein Jugendkonto. Trotz des Namens gilt auch hier ein Mindestalter von 18 Jahren. Mit dem 28. Geburtstag wandert das Konto automatisch in ein Gehaltskonto oder, wenn dessen Voraussetzungen fehlen, in ein kostenpflichtiges Girokonto.

Der Habenzins auf dem Girokonto liegt bei 0 Prozent plus 0,01 Prozent Bonus. Der Sollzins ergibt sich aus dem Drei-Monats-Euribor plus 6,9 Prozentpunkte, das sind derzeit 9,625 Prozent; nach Abzug eines freiwilligen Bonus von 2,825 Prozentpunkten bleiben 6,80 Prozent. Beim U28-Konto liegt der Satz nach Bonus bei 5,9 Prozent. Eine Einkaufsreserve bis 250 Euro ist formlos möglich, allerdings ohne Rechtsanspruch.

Fremdwährung: Debitkarte und Kreditkarte

Wer Bankentgelte vergleicht, sollte an dieser Stelle genau lesen, denn die DADAT verwendet beide gängigen Konstruktionen nebeneinander - und sie führen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Echte Addition gilt bei der Debit Mastercard im sonstigen Ausland, also außerhalb des Euroraums: „€ 3,04 zzgl. 0,75 % des behobenen Geldbetrages pro Transaktion” bei der Behebung, 1,82 Euro plus 0,75 Prozent bei der Kartenzahlung. Fixbetrag und Prozentsatz fallen an.

Mindestbetrag gilt bei der Kreditkarte: „3 % mind. € 4,–”. Hier ist der höhere der beiden Werte fällig, nicht die Summe.

Was das praktisch bedeutet:

Behebung außerhalb des EuroraumsDebit MastercardKreditkarte
50 Euro3,42 Euro (6,8 Prozent)4,00 Euro
200 Euro4,54 Euro (2,3 Prozent)6,00 Euro
500 Euro6,79 Euro (1,4 Prozent)15,00 Euro

Bei kleinen Beträgen frisst der Fixanteil der Debitkarte den Vorteil auf, bei großen ist sie klar günstiger. Im EU-Raum und in Euro verlangt die DADAT für Behebungen und Kartenzahlungen mit der Debit Mastercard nichts.

Die Kreditkarten kommen von card complete: Visa Classic 21,60 Euro im Jahr ohne und 66 Euro mit Versicherungsschutz, Visa Gold 80,40 Euro, Visa Platinum 138,60 Euro. Im ersten Vertragsjahr kostet die Classic ohne Versicherung laut Kreditkartenseite 12 Euro, die Gold ist dann gratis. Voraussetzung ist ein Nettoeinkommen ab 1.000 Euro monatlich, bei Platinum ab 3.000 Euro.

Sparkonto: Neukundenzins und Bonuszins

Das Online Sparkonto wirbt mit 3,1 Prozent - der Satz gilt drei Monate ab Kontoeröffnung, nur für Neukunden und für höchstens 300.000 Euro; darüber gelten die Konditionen für Bestandskunden. Danach greift ein variabler Zinssatz, und dessen Aufbau ist aufschlussreich:

BestandteilWert ab 01.10.2026
Basiszinssatz0,01 Prozent
freiwilliger Bonuszinssatz1,99 Prozent
variabler Zinssatz gesamt2,00 Prozent

Der Basiszinssatz folgt einer Formel: Drei-Monats-Euribor abzüglich 4,5 Prozentpunkte, mindestens aber 0,01 Prozent. Bei den derzeitigen Marktsätzen liegt das Ergebnis dieser Formel unter null, weshalb die Untergrenze greift. Praktisch heißt das: Über 99 Prozent der Verzinsung bestehen aus einem freiwilligen Bonus, den die Bank jederzeit ändern oder aussetzen kann. Der vertraglich zugesagte Teil ist ein Hundertstel Prozent.

Wertpapierdepot und Neukundenaktion

Bekannt ist die DADAT vor allem als Online-Broker. Die Ordergebühren, die Depotgebühr und die Sparplankonditionen stehen im Vergleich der Online-Broker und in der Aufstellung der Depotkosten, wo sie sich neben die anderen österreichischen Institute stellen lassen.

Dazu kommen drei Angebote mit unterschiedlichen Enden: keine Depotgebühr für Privatkunden als Neukunden, für Bestandskunden entfällt sie laut Konditionenblatt ab 1. Jänner 2027 für alle Wertpapiere außer Goldbarren; keine Kontoführungsgebühr für das Verrechnungskonto bis Ende 2030, regulär 2,50 Euro im Quartal; und 1 Euro Spesen pro Order für sechs Monate ab Depoteröffnung. Danach gilt wieder das reguläre Konditionenblatt.

Bei Wertpapieren ist die Bank steuereinfach: Als österreichisches Kreditinstitut ist sie zum Abzug verpflichtet und führt Kapitalertragsteuer und Umsatzsteuer für den Kunden ab. Ein automatischer Verlustausgleich erfolgt, wenn Sie alleiniger Depotinhaber sind.

Krypto läuft über eine andere Gesellschaft

Wer bei DADAT Kryptowerte handelt, hat einen anderen Vertragspartner als beim Depot. Zuständig ist die DADAT Krypto GmbH, eingetragen beim Landesgericht Salzburg unter FN 656642a, mit dem Unternehmensgegenstand „Erbringung von Kryptowerte-Dienstleistungen gemäß Verordnung (EU) 2023/1114” - also nach der europäischen MiCAR-Verordnung.

Das ist eine GmbH, kein Kreditinstitut. Die Steuereinfachheit, die für das Wertpapierdepot belegt ist, lässt sich darauf nicht übertragen: Sie hängt an der Eigenschaft als inländische depotführende Stelle, und die betrifft die Bank, nicht die Krypto-Tochter. Wer Kryptogewinne realisiert, prüft deshalb die Abrechnung und im Zweifel die eigene Erklärungspflicht.

Standorte, Bargeld und Testergebnisse

Die DADAT nennt sich Direktbank, unterhält aber Standorte in Wien, Linz und Salzburg, an denen eine Depoteröffnung nach Terminvereinbarung möglich ist.

Beim Bargeld wird es eng. Barein- und -auszahlungen sind laut Konditionenblatt ausschließlich bei der Muttergesellschaft HYPO-BANK BURGENLAND in der Goldschmiedgasse 3-5 in 1010 Wien möglich, nur in Euro-Banknoten und nur zu deren Öffnungszeiten. Für alles andere brauchen Sie die Debit Mastercard und einen Automaten.

Und weil DADAT häufig mit Testergebnissen beworben wird, gehört die Einordnung dazu: Beim Test von ÖGVS und trend zu Online-Brokern, veröffentlicht im Juli 2026, erreichte die DADAT eine Zielerreichung von 94,0 Prozent und die Note 1,4. Getestet wurden vier Anbieter - DADAT, easybank, flatex und Bank Direkt, Neobroker blieben ausdrücklich außen vor. In der am stärksten gewichteten Kategorie, den Konditionen, lag zudem flatex vorn. Ein erster Platz unter vier ausgewählten Teilnehmern ist etwas anderes als ein erster Platz im Markt.

Ein letzter praktischer Hinweis: Die Bank ist unter dad.at erreichbar, nicht unter dadat.at. Die Domain dadat.at gehört zwar der Bank, ist über eine verschlüsselte Verbindung aber nicht erreichbar.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Ist das DADAT Gehaltskonto wirklich kostenlos?

Die Kontoführung kostet laut Konditionenblatt 4,48 Euro im Monat. Bei einem monatlichen Geldeingang ab 1.000 Euro ersetzt die DADAT dieses Entgelt - es entfällt also nicht, sondern wird erstattet. Das Konditionenblatt hält ausdrücklich fest, dass die Bank diesen Ersatz mit zwei Monaten Frist einseitig widerrufen kann.

Wem gehört die DADAT Bank?

DADAT ist keine Bank, sondern eine Marke der Schelhammer Capital Bank AG mit Sitz in Wien, FN 58248i. Diese gehört zu 100 Prozent der HYPO-BANK BURGENLAND AG, die wiederum zur Grazer Wechselseitigen Versicherung und damit zur GRAWE Bankengruppe zählt. An der Spitze steht ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit.

Kann ich als Selbstständiger ein DADAT Konto eröffnen?

Für das Gehaltskonto nicht. Die DADAT nennt als Voraussetzung ausdrücklich eine unselbstständige Erwerbstätigkeit, dazu Mindestalter 18, Wohnsitz in Österreich, ein Smartphone und die Eröffnung auf nur einen Namen. Dieses Ausschlusskriterium steht in kaum einem Vergleich.

Wie hoch sind die Zinsen auf dem DADAT Sparkonto?

Neukunden bekommen 3,1 Prozent für drei Monate ab Kontoeröffnung, für höchstens 300.000 Euro. Danach gilt ein variabler Satz aus einem Basiszinssatz von 0,01 Prozent und einem freiwilligen Bonuszinssatz von 1,99 Prozent, zusammen 2,00 Prozent ab 1. Oktober 2026. Der Bonusteil ist freiwillig und kann jederzeit geändert oder ausgesetzt werden.

Führt DADAT die Kapitalertragsteuer ab?

Für Wertpapiere ja - als österreichisches Kreditinstitut ist die Schelhammer Capital Bank AG dazu gesetzlich verpflichtet und führt Kapitalertragsteuer und Umsatzsteuer für den Kunden ab. Für Kryptowerte gilt das nicht automatisch: Diese laufen über die DADAT Krypto GmbH, eine eigene Gesellschaft ohne Bankkonzession.

Hat die DADAT Filialen?

Sie bezeichnet sich als Direktbank, führt aber Standorte in Wien, Linz und Salzburg, an denen eine Depoteröffnung nach Terminvereinbarung möglich ist. Bargeld gibt es nur an einer einzigen Stelle: bei der Muttergesellschaft HYPO-BANK BURGENLAND in der Goldschmiedgasse 3-5 in Wien, und das nur zu deren Öffnungszeiten.

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