DADAT: Was die Konten kosten und welche Bank dahintersteht

DADAT ist eine Marke der Schelhammer Capital Bank AG: Kontomodelle und Entgelte aus dem Konditionenblatt, Sparzinsen, Konzernkette und Einlagensicherung.

Aktualisiert: 17. August 2026 12 Min. Lesezeit

Das Gehaltskonto der DADAT wird als kostenlos beworben, und die Kontoführung kostet trotzdem 4,48 Euro im Monat. Beides stimmt: Die Bank verlangt das Entgelt und ersetzt es Kunden mit einem Geldeingang ab 1.000 Euro wieder. Im Konditionenblatt steht der Satz, auf den es ankommt - dieser Ersatz „kann jederzeit unter Einhaltung einer Frist von zwei Monaten einseitig von der DADAT widerrufen werden”.

Die zweite Besonderheit steht gleich im Impressum: DADAT ist keine Bank. Der Name ist eine Marke, das Institut dahinter heißt anders, sitzt in einer anderen Stadt und gehört einem Versicherungskonzern.

Wer DADAT tatsächlich ist

Im Impressum steht es in einem Satz: „DADAT ist eine Marke der Schelhammer Capital Bank AG.” Und an anderer Stelle noch deutlicher: „Kunden der DADAT sind somit Kunden der Schelhammer Capital Bank AG.”

Der Rechtsträger ist die Schelhammer Capital Bank AG, eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Wien, eingetragen beim Handelsgericht Wien unter FN 58248i, UID ATU 15359403, BIC BSSWATWW, Bankleitzahl 19190. Die Geschäftsanschrift lautet Goldschmiedgasse 3-5 in 1010 Wien.

Salzburg, das in vielen Beschreibungen als Sitz auftaucht, ist die Kontaktadresse der Marke: Franz-Josef-Straße 22, 5020 Salzburg. Auch das Konditionenblatt trägt diese Adresse im Kopf. Wer daraus eine „Salzburger Bank” macht, verwechselt den Briefkopf mit dem Firmenbuch.

Die Wiener Geschäftsanschrift ist übrigens kein Zufall: Goldschmiedgasse 3 war jahrzehntelang die Adresse des Bankhauses Schelhammer & Schattera, gegründet 1832. Aus dessen Verschmelzung mit der Capital Bank der GRAWE Gruppe im September 2021 ist das heutige Institut hervorgegangen. Die Firmenbuchnummer FN 58248i ist die des alten Bankhauses - die aufnehmende Gesellschaft behielt sie und wurde umbenannt.

Die Konzernkette und was sie für die Sicherung bedeutet

Das Offenlegungsdokument der Bank mit Stand Februar 2026 zeigt die Eigentümerkette vollständig:

GRAWE-Vermögensverwaltung (ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, FN 56578d) hält 100 Prozent der Grazer Wechselseitigen Versicherung AG (FN 37748m), diese hält die HYPO-BANK BURGENLAND AG (FN 259167d), und die wiederum hält 100 Prozent der Schelhammer Capital Bank AG. Schwesterinstitut unter demselben Dach ist unter anderem die Austrian Anadi Bank AG.

Aufsicht ist die FMA. Für die Einlagensicherung ist die Bank Mitglied der Einlagensicherung AUSTRIA; gesichert sind 100.000 Euro pro Einleger, in Ausnahmefällen bis 500.000 Euro nach Paragraf 12 ESAEG.

Ein Detail daraus verdient Aufmerksamkeit, weil es in keinem Vergleich steht. Die Bank schreibt es selbst: „Hat der Kunde Einlagen über den Direktbankbereich DADAT und sonstige Einlagen bei der Schelhammer Capital Bank AG, so werden diese im Rahmen der Einlagensicherung zusammengerechnet. Der oben angeführte Höchstbetrag der Einlagensicherung gilt daher nur einmal für sämtliche Einlagen.” Wer über beide Wege spart, hat einmal 100.000 Euro gesichert, nicht zweimal.

Vier Konten, drei Preislogiken

KontoKontoführung laut KonditionenblattBedingung
Gehalts-, Lohn- und Pensionskonto4,48 Euro im Monat, von der Bank ersetztGeldeingang ab 1.000 Euro monatlich
U28-Konto5,38 Euro im Monat, von der Bank ersetztGeldeingang ab 300 Euro monatlich, bis zum 28. Geburtstag
Girokonto ohne Eingang5,38 Euro im Monatkeine
Verrechnungskonto zum Depot2,50 Euro im Quartalzum Depot verpflichtend

Stand des Konditionenblatts: August 2026.

Der Unterschied zwischen „entfällt” und „wird ersetzt” ist der wichtigste Satz dieser Seite. Bei beiden Gratiskonten bleibt das Entgelt im Preisblatt stehen; die Bank erstattet es lediglich, „bis auf Weiteres” und widerruflich mit zwei Monaten Frist. Dasselbe Konstrukt verwendet die DADAT beim Aktien-Sparplan, wo der Ersatz sogar ohne Frist widerrufen werden kann.

Wer den Eingang verliert, merkt es mit Verzögerung: Bleibt der Gehaltseingang länger als drei Monate aus, gelten laut Konditionenblatt automatisch die Konditionen des Girokontos ohne Eingang. Das kostet mit Karte 79,74 Euro im Jahr - zwölfmal 5,38 Euro plus 15,18 Euro für die Debit Mastercard, die beim Gehaltskonto inkludiert ist.

Zwei Einschränkungen stehen in kaum einem Vergleich:

Selbstständige sind ausgeschlossen. Die DADAT nennt als Eröffnungsvoraussetzung ausdrücklich eine „unselbstständige Erwerbstätigkeit”, dazu Mindestalter 18, Wohnsitz in Österreich, Eröffnung auf den eigenen Namen mit nur einem Inhaber und ein Smartphone.

Das U28-Konto ist kein Jugendkonto. Trotz des Namens gilt auch hier ein Mindestalter von 18 Jahren. Mit dem 28. Geburtstag wandert das Konto automatisch in ein Gehaltskonto oder, wenn dessen Voraussetzungen fehlen, in ein kostenpflichtiges Girokonto.

Der Habenzins auf dem Girokonto liegt bei 0 Prozent plus 0,01 Prozent Bonus. Der Sollzins ergibt sich aus dem Drei-Monats-Euribor plus 6,9 Prozentpunkte und liegt derzeit bei 6,80 Prozent nach Abzug eines freiwilligen Bonus von 2,45 Prozentpunkten. Eine Einkaufsreserve bis 250 Euro ist formlos möglich, allerdings ohne Rechtsanspruch.

Zwei Rechenlogiken in einem einzigen Preisblatt

Wer Bankentgelte vergleicht, sollte an dieser Stelle genau lesen, denn die DADAT verwendet beide gängigen Konstruktionen nebeneinander - und sie führen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Echte Addition gilt bei der Debit Mastercard im sonstigen Ausland, also außerhalb des Euroraums: „€ 3,04 zzgl. 0,75 % des behobenen Geldbetrages pro Transaktion” bei der Behebung, 1,82 Euro plus 0,75 Prozent bei der Kartenzahlung. Fixbetrag und Prozentsatz fallen an.

Mindestbetrag gilt bei der Kreditkarte: „3 % mind. € 4,–”. Hier ist der höhere der beiden Werte fällig, nicht die Summe.

Was das praktisch bedeutet:

Behebung außerhalb des EuroraumsDebit MastercardKreditkarte
50 Euro3,42 Euro (6,8 Prozent)4,00 Euro
200 Euro4,54 Euro (2,3 Prozent)6,00 Euro
500 Euro6,79 Euro (1,4 Prozent)15,00 Euro

Bei kleinen Beträgen frisst der Fixanteil der Debitkarte den Vorteil auf, bei großen ist sie klar günstiger. Im EU-Raum und in Euro verlangt die DADAT für Behebungen und Kartenzahlungen mit der Debit Mastercard nichts.

Die Kreditkarten kommen von card complete: Visa Classic 21,60 Euro im Jahr ohne und 66 Euro mit Versicherungsschutz, Visa Gold 80,40 Euro, Visa Platinum 138,60 Euro. Im ersten Vertragsjahr gelten reduzierte Sätze. Voraussetzung ist ein Nettoeinkommen ab 1.000 Euro monatlich, bei Platinum ab 3.000 Euro.

Sparen: drei Monate Lockzins, dann ein freiwilliger Bonus

Das Online Sparkonto wirbt mit 2,7 Prozent - der Satz gilt drei Monate ab Kontoeröffnung und nur für Neukunden. Danach greift ein variabler Zinssatz, und dessen Aufbau ist aufschlussreich:

BestandteilWert ab 01.07.2026
Basiszinssatz0,01 Prozent
freiwilliger Bonuszinssatz1,59 Prozent
variabler Zinssatz gesamt1,60 Prozent

Der Basiszinssatz folgt einer Formel: Drei-Monats-Euribor abzüglich 4,5 Prozentpunkte, mindestens aber 0,01 Prozent. Bei den derzeitigen Marktsätzen liegt das Ergebnis dieser Formel unter null, weshalb die Untergrenze greift. Praktisch heißt das: 99 Prozent der Verzinsung bestehen aus einem freiwilligen Bonus, den die Bank nicht schuldet. Der vertraglich zugesagte Teil ist ein Hundertstel Prozent.

Zur Einlagenhöhe lohnt ein zweiter Blick: Für die Neukundenaktion nennt das Konditionenblatt einen maximalen Einlagenbetrag von 300.000 Euro, an anderer Stelle ist von einer Million die Rede. Wer größere Summen parken will, klärt vorab, welche Grenze für ihn gilt.

Das Depot und die laufenden Aktionen

Für das Wertpapiergeschäft ist die DADAT der Grund, warum viele überhaupt auf sie stoßen. Die Ordergebühren, die Depotgebühr und die Sparplankonditionen stehen im Vergleich der Online-Broker und in der Aufstellung der Depotkosten, wo sie sich neben die anderen österreichischen Institute stellen lassen.

Drei zeitlich begrenzte Angebote gehören dazu, und sie haben unterschiedliche Enden: keine Depotgebühr für Privatkunden als Neukunden ab 2026, für Bestandskunden entfällt sie ab Jänner 2027; keine Kontoführungsgebühr bis Ende 2030; und eine Ordergebühr von einem Euro für Transaktionen bis 25.000 Euro, gültig sechs Monate ab Depoteröffnung. Danach gilt wieder das reguläre Konditionenblatt.

Bei Wertpapieren ist die Bank steuereinfach: Als österreichisches Kreditinstitut ist sie zum Abzug verpflichtet und führt Kapitalertragsteuer und Umsatzsteuer für den Kunden ab. Ein automatischer Verlustausgleich erfolgt, wenn Sie alleiniger Depotinhaber sind.

Krypto läuft über eine andere Gesellschaft

Wer bei DADAT Kryptowerte handelt, hat einen anderen Vertragspartner als beim Depot. Zuständig ist die DADAT Krypto GmbH, eingetragen beim Landesgericht Salzburg unter FN 656642a, mit dem Unternehmensgegenstand „Erbringung von Kryptowerte-Dienstleistungen gemäß Verordnung (EU) 2023/1114” - also nach der europäischen MiCAR-Verordnung.

Das ist eine GmbH, kein Kreditinstitut. Die Steuereinfachheit, die für das Wertpapierdepot belegt ist, lässt sich darauf nicht übertragen: Sie hängt an der Eigenschaft als inländische depotführende Stelle, und die betrifft die Bank, nicht die Krypto-Tochter. Wer Kryptogewinne realisiert, prüft deshalb die Abrechnung und im Zweifel die eigene Erklärungspflicht.

Filialen, Bargeld und eine Auszeichnung mit vier Teilnehmern

Die DADAT nennt sich Direktbank, unterhält aber Standorte in Wien, Linz und Salzburg, an denen eine Depoteröffnung nach Terminvereinbarung möglich ist.

Beim Bargeld wird es eng. Barein- und -auszahlungen sind laut Konditionenblatt ausschließlich bei der Muttergesellschaft HYPO-BANK BURGENLAND in der Goldschmiedgasse 3-5 in 1010 Wien möglich, nur in Euro-Banknoten und nur zu deren Öffnungszeiten. Für alles andere brauchen Sie die Debit Mastercard und einen Automaten.

Und weil DADAT häufig mit Testergebnissen beworben wird, gehört die Einordnung dazu: Beim Test von ÖGVS und trend zu Online-Brokern, veröffentlicht im Juli 2026, erreichte die DADAT eine Zielerreichung von 94,0 Prozent und die Note 1,4. Getestet wurden vier Anbieter - DADAT, easybank, flatex und Bank Direkt, Neobroker blieben ausdrücklich außen vor. In der am stärksten gewichteten Kategorie, den Konditionen, lag zudem flatex vorn. Ein erster Platz unter vier ausgewählten Teilnehmern ist etwas anderes als ein erster Platz im Markt.

Ein letzter praktischer Hinweis: Die Bank ist unter dad.at erreichbar, nicht unter dadat.at. Die Domain dadat.at gehört zwar der Bank, ist über eine verschlüsselte Verbindung aber nicht erreichbar.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Ist das DADAT Gehaltskonto wirklich kostenlos?

Die Kontoführung kostet laut Konditionenblatt 4,48 Euro im Monat. Bei einem monatlichen Geldeingang ab 1.000 Euro ersetzt die DADAT dieses Entgelt - es entfällt also nicht, sondern wird erstattet. Das Konditionenblatt hält ausdrücklich fest, dass die Bank diesen Ersatz mit zwei Monaten Frist einseitig widerrufen kann.

Wem gehört die DADAT Bank?

DADAT ist keine Bank, sondern eine Marke der Schelhammer Capital Bank AG mit Sitz in Wien, FN 58248i. Diese gehört zu 100 Prozent der HYPO-BANK BURGENLAND AG, die wiederum zur Grazer Wechselseitigen Versicherung und damit zur GRAWE Bankengruppe zählt. An der Spitze steht ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit.

Kann ich als Selbstständiger ein DADAT Konto eröffnen?

Für das Gehaltskonto nicht. Die DADAT nennt als Voraussetzung ausdrücklich eine unselbstständige Erwerbstätigkeit, dazu Mindestalter 18, Wohnsitz in Österreich, ein Smartphone und die Eröffnung auf nur einen Namen. Dieses Ausschlusskriterium steht in kaum einem Vergleich.

Wie hoch sind die Zinsen auf dem DADAT Sparkonto?

Neukunden bekommen 2,7 Prozent für drei Monate ab Kontoeröffnung. Danach gilt ein variabler Satz, der sich aus einem Basiszinssatz von 0,01 Prozent und einem freiwilligen Bonuszinssatz zusammensetzt und ab 1. Juli 2026 bei 1,6 Prozent liegt. Der Bonusteil ist freiwillig und kann wegfallen.

Führt DADAT die Kapitalertragsteuer ab?

Für Wertpapiere ja - als österreichisches Kreditinstitut ist die Schelhammer Capital Bank AG dazu gesetzlich verpflichtet und führt Kapitalertragsteuer und Umsatzsteuer für den Kunden ab. Für Kryptowerte gilt das nicht automatisch: Diese laufen über die DADAT Krypto GmbH, eine eigene Gesellschaft ohne Bankkonzession.

Hat die DADAT Filialen?

Sie bezeichnet sich als Direktbank, führt aber Standorte in Wien, Linz und Salzburg, an denen eine Depoteröffnung nach Terminvereinbarung möglich ist. Bargeld gibt es nur an einer einzigen Stelle: bei der Muttergesellschaft HYPO-BANK BURGENLAND in der Goldschmiedgasse 3-5 in Wien, und das nur zu deren Öffnungszeiten.