DEGIRO Österreich 2026: Gebühren, Steuer & Erfahrungen

DEGIRO in Österreich 2026: günstiger Online-Broker für Aktien und ETFs (ETF-Handel ab 0 Euro). Wichtig: DEGIRO ist nicht steuereinfach - Gewinne selbst melden.

Aktualisiert: 09. Juli 2026 8 Min. Lesezeit

DEGIRO ist einer der bekanntesten Discount-Broker Europas und auch in Österreich beliebt - vor allem wegen der sehr niedrigen Handelskosten. Ein Punkt ist für österreichische Anlegerinnen und Anleger aber entscheidend und wird oft übersehen: DEGIRO ist nicht steuereinfach. Dieser Überblick zeigt die Gebühren, den Anlegerschutz und vor allem, was die Steuerfrage konkret bedeutet.

DEGIRO im Überblick

DEGIRO ist die Handelsmarke der börsennotierten flatexDEGIRO AG und ein in der EU regulierter Online-Broker. Kundenwertpapiere werden getrennt vom Firmenvermögen verwahrt; zusätzlich besteht eine Anlegerentschädigung bis 20.000 Euro, die bei einem Ausfall des Brokers greift. Wichtig zur Einordnung: Diese Anlegerentschädigung ist etwas anderes als die 100.000-Euro-Einlagensicherung für Bankguthaben - sie deckt das Ausfall- und Missbrauchsrisiko des Brokers, nicht Kursverluste.

EckdatenAngabe
MarkeDEGIRO (flatexDEGIRO AG)
TypDiscount-Online-Broker
Regulierungin der EU reguliert
Wertpapierverwahrunggetrennt vom Firmenvermögen
Anlegerentschädigungbis 20.000 Euro
Steuereinfach in Österreichnein

Gebühren: einer der günstigsten Broker

DEGIRO ist vor allem wegen seiner niedrigen Kosten attraktiv:

  • Keine Depotgebühr für Aktien und ETFs.
  • ETF-Handel ab 0 Euro Ordergebühr über bestimmte Handelsplätze (z.B. Tradegate) - besonders attraktiv für den langfristigen ETF-Aufbau.
  • Handelsplatzgebühr: Für jeden genutzten ausländischen Handelsplatz fällt einmal pro Jahr eine Gebühr von 2,50 Euro an. Die Wiener Börse ist davon ausgenommen.
  • Steuerreports (etwa der Tax Voucher) können kostenpflichtig sein.

Damit gehört DEGIRO zu den günstigsten Wegen, um Aktien und ETFs zu handeln. Ein breiter Kostenvergleich mehrerer Anbieter findet sich im Ratgeber Online-Broker.

Der entscheidende Punkt: nicht steuereinfach

Für österreichische Anleger ist die Steuerfrage der wichtigste Aspekt - und hier liegt der größte Nachteil von DEGIRO.

DEGIRO führt die österreichische Kapitalertragsteuer (KESt) nicht automatisch ab. Bei einem steuereinfachen österreichischen Depot (etwa bei einer heimischen Bank oder einem steuereinfachen Broker) zieht die depotführende Stelle die 27,5 % KESt auf Kursgewinne und Dividenden automatisch ein und führt sie ans Finanzamt ab - Sie müssen nichts weiter tun.

Bei DEGIRO liegt diese Pflicht bei Ihnen selbst. Konkret bedeutet das:

  • Kursgewinne aus Verkäufen müssen Sie selbst in der Steuererklärung angeben und versteuern.
  • Dividenden müssen selbst erklärt werden (ausländische Quellensteuer ist dabei zu berücksichtigen).
  • Bei thesaurierenden Fonds und ETFs sind jährlich die ausschüttungsgleichen Erträge zu ermitteln und zu versteuern - das ist der aufwendigste Teil.

Wer diesen jährlichen Aufwand nicht scheut (oder eine Steuerberatung nutzt), spart mit den niedrigen Gebühren. Wer die Steuer keinesfalls selbst machen möchte, sollte ein steuereinfaches Depot wählen - dann sind die etwas höheren Gebühren oft die geringere Belastung als der Deklarationsaufwand.

Für wen sich DEGIRO eignet

DEGIRO ist eine starke Wahl für kostenbewusste, eigenständige Anleger, die günstig Aktien und ETFs handeln und die jährliche Steuererklärung selbst erledigen oder erledigen lassen. Gerade beim langfristigen ETF-Aufbau summieren sich die niedrigen Ordergebühren zu einem echten Vorteil.

Weniger geeignet ist DEGIRO für Einsteiger, die maximale Bequemlichkeit wollen und die Steuer keinesfalls selbst anfassen möchten - für sie ist ein steuereinfacher heimischer Broker die stressfreiere Option. Wie ETF-Sparen grundsätzlich funktioniert, zeigt der Bereich Geldanlage; Broker im Vergleich behandelt der Ratgeber Online-Broker.

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Häufig gestellte Fragen

Ist DEGIRO in Österreich steuereinfach?

Nein. DEGIRO führt die österreichische Kapitalertragsteuer (KESt) nicht automatisch ab. Sie müssen Kursgewinne, Dividenden und ausschüttungsgleiche Erträge selbst in der Steuererklärung angeben und versteuern. Das ist der wichtigste Unterschied zu steuereinfachen Depots.

Was kostet der Handel bei DEGIRO?

DEGIRO ist einer der günstigsten Broker: Es gibt keine Depotgebühr, der ETF-Handel ist über bestimmte Handelsplätze ab 0 Euro Ordergebühr möglich. Pro genutztem Handelsplatz fällt einmal jährlich eine Gebühr von 2,50 Euro an - die Wiener Börse ist davon ausgenommen.

Wie ist mein Geld bei DEGIRO geschützt?

DEGIRO ist ein regulierter Broker und verwahrt Kundenwertpapiere getrennt vom Firmenvermögen. Zusätzlich greift eine Anlegerentschädigung bis 20.000 Euro. Diese schützt bei Ausfall des Brokers - sie ist nicht mit der 100.000-Euro-Einlagensicherung für Bankguthaben zu verwechseln.

Für wen eignet sich DEGIRO?

DEGIRO eignet sich für kostenbewusste Anleger, die günstig Aktien und ETFs handeln und bereit sind, die Steuer selbst zu erklären. Wer die Steuer keinesfalls selbst machen will, ist mit einem steuereinfachen österreichischen Broker besser bedient.