Jungunternehmerförderung: Ohne Landeszuschuss geht sie nicht

Bis 7,5 Prozent Zuschuss für Gründungen im Tourismus - aber nur mit gleich hoher Landesförderung. In Wien gibt es sie nicht, Kärnten setzt 2026 aus.

Die Jungunternehmerförderung wird von der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank vergeben und richtet sich an Gründungen und Betriebsübernahmen in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Der Bund zahlt einen Einmalzuschuss von höchstens 7,5 Prozent - aber nur, wenn das Bundesland mindestens ebenso viel dazulegt.

Eckdaten Jungunternehmerförderung

MerkmalAngabe
FörderstelleÖsterreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT)
Brancheausschließlich Tourismus- und Freizeitwirtschaft
Zuschuss Bundhöchstens 7,5 Prozent, mittlere Unternehmen 5 Prozent
Projektgröße50.000 bis 500.000 Euro förderbare Kosten
Landesförderungzwingend, mindestens in gleicher Höhe
Wien / Kärntenkeine Förderung / Landesteil 2026 ausgesetzt
Eigenmittelmindestens 25 Prozent
Bankfinanzierung / Anteil Jungunternehmerjeweils über 50 Prozent

Stand 15. Oktober 2026, laut ÖHT.

Landesförderung als Voraussetzung

Ohne Landesförderung gibt es die Bundesförderung nicht. Die Förderstelle formuliert es als obligatorische Voraussetzung: Der Landeszuschuss muss zugesagt sein, sonst kommt der Bundesteil nicht zustande.

Daraus folgt eine Landkarte, die man vor jeder Planung kennen sollte:

  • In Wien gibt es keine Jungunternehmerförderung. Nicht als Ausnahme, sondern grundsätzlich nicht.
  • Kärnten hat die Anschlussförderung für 2026 ausgesetzt - für die Jungunternehmerförderung ebenso wie für die übrigen ÖHT-Kredite.

Wo es sie gibt, kann sie höher ausfallen als der Bundesteil: Das Burgenland etwa gewährt laut ÖHT 12,5 Prozent der förderbaren Kosten.

Wer in Wien oder Kärnten gründet, sollte 2026 gar nicht erst mit ihr kalkulieren.

Voraussetzungen

Neben der Branche verlangt die ÖHT, dass der Betrieb in den letzten drei Jahren nicht bereits selbstständig in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft geführt wurde und eine bisherige unselbstständige Tätigkeit ganz aufgegeben wird. Dazu müssen drei Anteile zusammenkommen:

BedingungAnforderung
Eigenmittelmindestens 25 Prozent der Projektfinanzierung
Bankfinanzierungüber 50 Prozent
Gesellschaftsanteil des Jungunternehmersüber 50 Prozent

Die letzte Bedingung trifft Konstellationen, in denen mehrere Partner gleichberechtigt gründen: Wer genau die Hälfte hält, erfüllt sie nicht.

Der Eigenmittelanteil von 25 Prozent ist der zweite harte Punkt. Er muss belegbar sein - eine Absichtserklärung genügt nicht.

Antrag vor Projektbeginn

Wie bei praktisch allen Förderungen gilt: Der Antrag muss vor Projektbeginn gestellt sein. Als Beginn zählt bereits eine verbindliche Bestellung oder ein unterschriebener Kaufvertrag.

Bei einer Betriebsübernahme ist das besonders heikel, weil der Zeitdruck aus der Verhandlung mit dem Übergeber kommt und nicht aus dem Förderverfahren. Wer zuerst unterschreibt und dann fördert, hat den Anspruch verloren.

Praktisch heißt das: Zuerst mit der Landesförderstelle sprechen, dann mit der Bank, dann unterschreiben.

Alternativen zur Jungunternehmerförderung

Für die meisten Gründungen kommt diese Förderung schon wegen der Branche nicht in Frage, andere scheitern am Bundesland oder an den Anteilsbedingungen. Die Alternativen:

  • Der Investitionskredit derselben Stelle für Tourismusbetriebe, mit einem Zinsenzuschuss des Bundes
  • Die aws-Programme für innovative Gründungen, siehe die Seite zu den Förderungen
  • Die aws-Garantie, wenn nicht das Kapital fehlt, sondern die Besicherung für einen Bankkredit
  • Das Unternehmensgründungsprogramm des AMS, wenn Sie aus der Arbeitslosigkeit gründen

Und unabhängig davon das Neugründungs-Förderungsgesetz: keine Förderung, sondern eine Gebührenbefreiung - wirksam vor allem bei der Firmenbucheintragung und bei den ersten Mitarbeitern. Was die Gründung sonst kostet, steht auf der Seite zur Unternehmensgründung.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Wer vergibt die Jungunternehmerförderung?

Die Österreichische Hotel- und Tourismusbank. Sie richtet sich ausschließlich an Gründungen und Übernahmen in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft; Voraussetzung ist die Mitgliedschaft in der entsprechenden Bundessparte der Wirtschaftskammer.

Wie hoch ist die Förderung?

Ein Einmalzuschuss von höchstens 7,5 Prozent der förderbaren Kosten, bei mittleren Unternehmen 5 Prozent, für Projekte zwischen 50.000 und 500.000 Euro. Voraussetzung ist, dass das Bundesland einen mindestens ebenso hohen Zuschuss leistet.

Kann ich sie ohne Landesförderung bekommen?

Nein. Die Landesförderung ist ausdrücklich obligatorische Voraussetzung. Ohne Zusage des Landes kommt der Bundesteil nicht zustande - das ist die Bedingung, an der die meisten Anträge scheitern.

Gilt sie in ganz Österreich?

Nein. In Wien gibt es keine Jungunternehmerförderung, und Kärnten hat sie für 2026 ausgesetzt. Wer dort gründet, sollte gar nicht erst mit ihr planen.

Welche Anteile muss ich selbst aufbringen?

Verlangt werden ein Eigenmittelanteil von mindestens 25 Prozent der Projektfinanzierung und ein Bankfinanzierungsanteil von über 50 Prozent. Der Gesellschaftsanteil des Jungunternehmers muss über 50 Prozent liegen.

Gibt es Alternativen, wenn die Förderung nicht in Frage kommt?

Ja. Die Hotel- und Tourismusbank vergibt daneben Investitionskredite, und für Gründungen außerhalb des Tourismus kommen die aws-Programme oder eine aws-Garantie in Betracht.

Bis wann muss ich den Antrag stellen?

Vor Projektbeginn. Wie bei fast allen Förderungen verfällt der Anspruch, sobald das Vorhaben begonnen wurde - eine Bestellung oder ein unterschriebener Kaufvertrag genügt dafür.

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