Kassenbuch-Software Österreich: Vergleich

Kassenbuch-Software Österreich 2026: Vergleich, Funktionen, Preise & RKSV-Konformität. Jetzt passende Kassenbuch-Lösung finden!

Aktualisiert: 03. April 2026 10 Min. Lesezeit

Kassenbuch-Software in Österreich 2026 — Der komplette Ratgeber

Die ordnungsgemässe Führung eines Kassenbuchs ist für viele Unternehmer in Österreich gesetzliche Pflicht. Seit der Einführung der Registrierkassenpflicht und der RKSV (Registrierkassensicherheitsverordnung) sind die Anforderungen an die Bargelderfassung deutlich gestiegen. Professionelle Kassenbuch-Software hilft, diese Anforderungen effizient und rechtskonform zu erfüllen. Dieser Ratgeber vergleicht die wichtigsten Kassenbuch-Softwarelösungen in Österreich 2026, erklärt die gesetzlichen Anforderungen und gibt Tipps für die richtige Auswahl.

Was ist ein Kassenbuch?

Das Kassenbuch ist ein Nebenbuch der Buchhaltung, in dem alle Bareinnahmen und Barausgaben eines Unternehmens chronologisch und lückenlos erfasst werden. Es dokumentiert jeden Geldein- und -ausgang in der Barkasse und weist den aktuellen Kassenbestand aus.

Pflichtangaben pro Eintrag

Jeder Kassenbucheintrag muss folgende Angaben enthalten:

  • Datum des Geschäftsvorfalls
  • Fortlaufende Nummer (Belegnummer)
  • Beschreibung des Vorgangs (Einnahme/Ausgabe)
  • Betrag (Ein- oder Auszahlung)
  • Laufender Kassenbestand (Saldo nach jedem Vorgang)
  • Belegverweis (Verweis auf den zugehörigen Beleg)

Wer muss ein Kassenbuch führen?

  • Bilanzierende Unternehmen (doppelte Buchführung): Pflicht zur Kassenbuchführung
  • Einnahmen-Ausgaben-Rechner (E-A-R): Kein klassisches Kassenbuch erforderlich, aber ordnungsgemässe Aufzeichnungen über Bareinnahmen und -ausgaben sind Pflicht
  • Unternehmen mit Registrierkassenpflicht: Automatische Aufzeichnung über die Registrierkasse

Registrierkassenpflicht in Österreich

Wer braucht eine Registrierkasse?

In Österreich gilt die Registrierkassenpflicht gemäss § 131b BAO für Unternehmen, die:

  • Barumsätze erzielen (einschliesslich Bankomat- und Kreditkartenzahlungen)
  • Einen Jahresumsatz von über 15.000 Euro erzielen UND
  • Barumsätze von über 7.500 Euro pro Jahr haben

RKSV — Registrierkassensicherheitsverordnung

Die RKSV regelt die technischen Anforderungen an Registrierkassen in Österreich:

  • Signaturerstellungseinheit: Jeder Beleg muss mit einer elektronischen Signatur versehen werden
  • Manipulationsschutz: Daten müssen in einer Sicherheitseinrichtung (Signaturerstellungseinheit) geschützt werden
  • Datenerfassungsprotokoll (DEP): Alle Belege werden in einem manipulationssicheren Protokoll gespeichert
  • QR-Code: Jeder Kassenbeleg trägt einen QR-Code zur Überprüfung
  • Monatsbeleg: Am Monatsende muss ein Sammelbeleg erstellt werden
  • Jahresbeleg: Am 31. Dezember muss ein Jahresabschlussbeleg erstellt werden

FinanzOnline-Registrierung

Registrierkassen müssen bei FinanzOnline registriert werden. Die Signaturerstellungseinheit wird über das FinanzOnline-Portal des BMF (Bundesministerium für Finanzen) aktiviert.

Anforderungen an Kassenbuch-Software

Gesetzliche Anforderungen

Kassenbuch-Software muss in Österreich folgende gesetzliche Anforderungen erfüllen:

  • RKSV-Konformität: Vollständige Umsetzung der Registrierkassensicherheitsverordnung
  • Manipulationssicherheit: Nachträgliche Änderungen müssen nachvollziehbar sein
  • Vollständigkeit: Lückenlose Erfassung aller Barumsätze
  • Ordnungsmässigkeit: Zeitgerechte, chronologische Erfassung
  • Unveränderbarkeit: Einmal erfasste Daten dürfen nicht unbemerkt verändert werden
  • Aufbewahrung: Daten müssen sieben Jahre aufbewahrt werden
  • Export: Daten müssen in einem standardisierten Format exportierbar sein (für Betriebsprüfungen)
  • Belegerteilung: Jeder Kunde hat Anspruch auf einen Beleg

Praktische Anforderungen

Neben den gesetzlichen Pflichten sollte gute Kassenbuch-Software auch praktische Anforderungen erfüllen:

  • Einfache Bedienung: Intuitive Benutzeroberfläche
  • Schnelle Erfassung: Effiziente Eingabe von Bargeschäften
  • Automatische Saldierung: Laufende Berechnung des Kassenbestands
  • Beleganbindung: Verknüpfung mit gescannten Belegen
  • Schnittstellen: Export in Buchhaltungssoftware (BMD, RZL, DATEV)
  • Cloud-Zugang: Zugriff von mehreren Geräten
  • Mehrere Kassen: Verwaltung mehrerer Kassenstellen
  • Berichte und Auswertungen: Tages-, Wochen-, Monatsberichte

Kassenbuch-Software im Vergleich

FreeFinance

Typ: Cloud-basierte österreichische Buchhaltungslösung mit Kassenbuchfunktion

Funktionen:

  • Integriertes Kassenbuch in der Buchhaltungssoftware
  • RKSV-konforme Registrierkassenfunktion
  • Automatische Verbuchung der Kassenbelege
  • Belegscanner und -verwaltung
  • Export für den Steuerberater
  • E-A-R und Bilanzierung

Preise (2026): Ab ca. 15 Euro/Monat (Einnahmen-Ausgaben-Rechnung), Registrierkasse ab ca. 29 Euro/Monat

Geeignet für: Kleinunternehmer, EPU, Freiberufler

ready2order

Typ: Cloud-basiertes Kassensystem mit Kassenbuchfunktion

Funktionen:

  • RKSV-konformes Kassensystem
  • Touch-optimierte Bedienung (Tablet, Smartphone)
  • Artikelverwaltung und Lagerhaltung
  • Mitarbeiterverwaltung
  • Umfangreiche Berichte und Statistiken
  • Schnittstellen zu Buchhaltungssoftware
  • Hardware-Integration (Bondrucker, Scanner)

Preise (2026): Ab ca. 29 Euro/Monat (Starter), ab ca. 49 Euro/Monat (Professional)

Geeignet für: Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleister mit Laufkundschaft

BMD NTCS

Typ: Professionelle österreichische Unternehmenssoftware

Funktionen:

  • Umfassende Kassenbuchführung
  • Integration in die vollständige Buchhaltung
  • RKSV-konform
  • Lohnverrechnung, Bilanzierung, Kostenrechnung
  • Mandantenfähig (für Steuerberater)
  • Schnittstellen zu Banken und Finanzverwaltung

Preise (2026): Auf Anfrage (typischerweise ab ca. 50 Euro/Monat je Modul)

Geeignet für: Mittelständische Unternehmen, Steuerberater

Registrierkasse.at (helloCash)

Typ: Cloud-basierte Registrierkassenlösung

Funktionen:

  • RKSV-konforme Online-Registrierkasse
  • Kassenbuchfunktion integriert
  • Einfache Bedienung am Tablet oder PC
  • Belegdruck und QR-Code
  • Tagesabschluss und Berichte
  • Schnittstellen zu Buchhaltungsprogrammen

Preise (2026): Ab ca. 0 Euro/Monat (Gratis-Version mit Einschränkungen), ab ca. 15 Euro/Monat (Premium)

Geeignet für: Kleinunternehmer, Marktstände, kleine Gastronomiebetriebe

ProSaldo MonKey Office

Typ: Österreichische Desktop- und Cloud-Buchhaltungssoftware

Funktionen:

  • Integriertes Kassenbuch
  • E-A-R und doppelte Buchführung
  • RKSV-konform (mit Zusatzmodul)
  • Umsatzsteuervoranmeldung
  • Jahresabschluss
  • Steuerberater-Export

Preise (2026): Ab ca. 15 Euro/Monat (Cloud-Version)

Geeignet für: Kleinunternehmer, EPU, Vereine

RZL Software

Typ: Professionelle österreichische Buchhaltungssoftware

Funktionen:

  • Umfassende Kassenbuchführung
  • Doppelte Buchführung und E-A-R
  • RKSV-konform
  • Lohnverrechnung
  • Anlagenbuchhaltung
  • Mandantenverwaltung

Preise (2026): Auf Anfrage (typischerweise ab ca. 40 Euro/Monat)

Geeignet für: Steuerberater, mittelständische Unternehmen

Vergleichstabelle

SoftwareRKSVCloudAb-Preis/MonatZielgruppe
FreeFinanceJaJa15 EuroEPU, KMU
ready2orderJaJa29 EuroGastro, Handel
BMD NTCSJaJa/Desktop50 EuroMittelstand, Steuerberater
helloCashJaJa0/15 EuroKleinstunternehmen
ProSaldo MonKeyJaJa/Desktop15 EuroEPU, KMU
RZLJaDesktop40 EuroSteuerberater, KMU

Kassenbuch richtig führen

Grundsätze ordnungsgemässer Kassenführung

Die Finanzverwaltung erwartet die Einhaltung folgender Grundsätze:

  1. Tägliche Aufzeichnung: Bareinnahmen und -ausgaben müssen täglich erfasst werden
  2. Chronologische Erfassung: Einträge in zeitlicher Reihenfolge
  3. Vollständigkeit: Jeder Barbeleg muss erfasst werden
  4. Belegprinzip: Kein Eintrag ohne Beleg (“Keine Buchung ohne Beleg”)
  5. Saldierung: Der Kassensaldo muss jederzeit nachvollziehbar sein
  6. Kassensturz: Regelmässiger Abgleich zwischen Buchbestand und tatsächlichem Bargeldbestand
  7. Kein negativer Kassenbestand: Der Kassenbestand darf rechnerisch nie negativ sein (Kassenminus)

Kassensturz

Der Kassensturz ist der Abgleich zwischen dem buchhalterischen Kassenbestand (laut Kassenbuch) und dem tatsächlichen Bargeldbestand in der Kasse:

  • Empfehlung: Mindestens einmal wöchentlich, besser täglich
  • Differenzen: Müssen dokumentiert und aufgeklärt werden
  • Zählprotokoll: Erstellung eines Zählprotokolls mit Auflistung der Scheine und Münzen

Typische Fehler beim Kassenbuch

  • Fehlende Belege: Barausgaben ohne Beleg (z.B. Trinkgelder, Kleinausgaben)
  • Verspätete Erfassung: Belege werden erst nach Tagen oder Wochen erfasst
  • Negativer Kassenbestand: Rechnerisch negativer Saldo deutet auf fehlende Einnahmenerfassung hin
  • Unstimmigkeiten: Differenzen zwischen Kassenbuch und tatsächlichem Bestand
  • Fehlende Kassensturz-Protokolle: Kein regelmässiger Abgleich
  • Private Entnahmen ohne Beleg: Privatentnahmen müssen als solche dokumentiert werden

Betriebsprüfung und Kassenbuch

Was prüft das Finanzamt?

Bei einer Betriebsprüfung (Aussenprüfung) wird das Kassenbuch besonders genau unter die Lupe genommen:

  • Vollständigkeit: Sind alle Bargeschäfte erfasst?
  • Ordnungsmässigkeit: Werden die Grundsätze ordnungsgemässer Buchführung eingehalten?
  • Plausibilität: Sind die Umsätze plausibel (Kalkulationsprüfung)?
  • Kassenminus: Gibt es rechnerisch negative Kassenbestände?
  • RKSV-Konformität: Ist die Registrierkasse ordnungsgemäss betrieben?
  • Datenexport: Können die Daten im standardisierten Format exportiert werden?

Konsequenzen bei Mängeln

Werden Mängel im Kassenbuch festgestellt, kann das Finanzamt:

  • Hinzuschätzungen vornehmen (geschätzte Mehrumsätze)
  • Sicherheitszuschläge aufschlagen (typischerweise 5-15 % auf den erklärten Umsatz)
  • Die Ordnungsmässigkeit der gesamten Buchführung verwerfen
  • Finanzordnungswidrigkeiten nach dem FinStrG ahnden

Digitalisierung des Kassenbuchs

Vorteile der digitalen Kassenbuchführung

  • Automatisierung: Automatische Saldierung, Belegnummerierung, Berichte
  • Fehlerreduktion: Weniger Rechen- und Übertragungsfehler
  • Schnellere Erfassung: Barcode-Scanner, Touch-Bedienung
  • Bessere Auswertungen: Tages-, Wochen-, Monatsberichte auf Knopfdruck
  • Steuerberater-Export: Einfache Datenübergabe an den Steuerberater
  • Gesetzeskonformität: Software wird automatisch an Gesetzesänderungen angepasst
  • Revisionssicherheit: Manipulationssichere Speicherung

Cloud vs. Lokale Software

MerkmalCloud-SoftwareLokale Software
ZugriffVon überallNur am installierten PC
UpdatesAutomatischManuell
DatensicherungAutomatisch (Cloud)Manuell
KostenMonatliche GebührEinmalige Lizenz + Wartung
InternetErforderlichNicht zwingend
DatenschutzServer-Standort beachtenDaten lokal

Tipps für die Auswahl der richtigen Software

Tipp 1: RKSV-Konformität prüfen

Stellen Sie sicher, dass die Software RKSV-konform ist und vom BMF zugelassen wurde. Eine aktuelle Liste der zertifizierten Lösungen finden Sie auf der Website des BMF.

Tipp 2: Schnittstellen beachten

Prüfen Sie, ob die Software Schnittstellen zu Ihrer Buchhaltungssoftware oder zu Ihrem Steuerberater bietet. Gängige Formate sind BMD, RZL oder CSV.

Tipp 3: Skalierbarkeit

Wählen Sie eine Lösung, die mit Ihrem Unternehmen mitwachsen kann — von der einzelnen Kasse bis zur Filialverwaltung.

Tipp 4: Support und Service

Gerade bei steuerrechtlichen Fragen ist ein kompetenter Support wichtig. Bevorzugen Sie österreichische Anbieter, die mit den hiesigen Vorschriften vertraut sind.

Tipp 5: Testphase nutzen

Die meisten Anbieter bieten eine kostenlose Testphase an. Nutzen Sie diese, um die Software unter realen Bedingungen zu testen, bevor Sie sich festlegen.

Die Kassenbuchführung in Österreich unterliegt strengen gesetzlichen Anforderungen, insbesondere seit der Einführung der RKSV. Professionelle Kassenbuch-Software hilft Unternehmern, diese Anforderungen effizient und rechtskonform zu erfüllen. Ob Cloud-Lösung oder Desktop-Software — wichtig sind RKSV-Konformität, einfache Bedienung, zuverlässige Schnittstellen und kompetenter Support. Für EPU und Kleinunternehmer eignen sich Lösungen wie FreeFinance, helloCash oder ProSaldo MonKey, während mittelständische Unternehmen und Steuerberater eher zu BMD NTCS oder RZL greifen. Unabhängig von der Software gilt: Ein ordnungsgemäss geführtes Kassenbuch schützt vor Problemen bei der Betriebsprüfung und sorgt für Transparenz in der Bargeldwirtschaft.

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Häufig gestellte Fragen

Muss ein Kassenbuch geführt werden?

Bareinnahmen müssen nachvollziehbar dokumentiert werden. Ein klassisches Kassenbuch ist bei Bilanzierern Pflicht, bei E-A-Rechnern ausreichend sind Aufzeichnungen.

Welche Kassenbuch-Software eignet sich für KMU?

Beliebt sind FreeFinance, bmd, ready2order, easycash und diverse Cloud-Lösungen mit RKSV-Konformität.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.