Benzinpreis Österreich 2026
Benzinpreis in Österreich 2026: Aktuelle Preise für Super und Diesel, Preisentwicklung, Steueranteil und Tipps zum günstigen Tanken.
Aktuelle Preise und Zusammensetzung
Die Spritkosten sind für Millionen österreichischer Autofahrer ein wesentlicher Kostenfaktor. Der Benzinpreis schwankt je nach Rohölpreis, Steuern und CO2-Bepreisung teilweise erheblich.
Aktuelle Benzinpreise Österreich 2026
Die Benzinpreise in Österreich unterliegen täglichen Schwankungen. Die durchschnittlichen Richtwerte für 2026:
| Kraftstoff | Durchschnittspreis (ca.) |
|---|---|
| Super 95 (Eurosuper) | 1,55 bis 1,75 Euro/Liter |
| Super Plus 98 | 1,65 bis 1,85 Euro/Liter |
| Diesel | 1,50 bis 1,70 Euro/Liter |
Hinweis: Die genannten Preise sind Durchschnittswerte. Die tatsächlichen Preise variieren je nach Tankstelle, Region und Tageszeit.
Zusammensetzung des Benzinpreises
Der Preis an der Zapfsäule setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:
1. Produktpreis (Rohölpreis + Raffineriemarge) Der grösste variable Faktor. Er umfasst den internationalen Rohölpreis und die Verarbeitungskosten der Raffinerie. Dieser Anteil macht ca. 30-40 % des Endpreises aus.
2. Mineralölsteuer (MÖSt) Die Mineralölsteuer ist eine fixe Verbrauchssteuer:
- Super 95: 0,482 Euro pro Liter
- Diesel: 0,397 Euro pro Liter
Die MÖSt macht einen erheblichen Teil des Endpreises aus und ist der grösste Einzelposten bei den Steuern.
3. CO2-Bepreisung Seit Oktober 2022 gilt in Österreich die nationale CO2-Bepreisung (NEHG — Nationales Emissionszertifikatehandelsgesetz):
- 2026: 55 Euro pro Tonne CO2
- Das entspricht ca. 0,13 Euro pro Liter Benzin und ca. 0,15 Euro pro Liter Diesel
Die CO2-Bepreisung steigt schrittweise an und wird ab 2026 stärker an den EU-Emissionshandel gekoppelt.
4. Umsatzsteuer (USt) Auf den gesamten Preis (inklusive aller Steuern und Abgaben) werden 20 % Umsatzsteuer aufgeschlagen.
5. Vertriebskosten und Gewinnmarge Transport, Lagerung, Tankstellenbetrieb und die Gewinnspanne der Mineralölunternehmen machen ca. 5-10 % des Endpreises aus.
Steueranteil am Benzinpreis
Der Steueranteil am Benzinpreis in Österreich ist beträchtlich:
Bei einem Benzinpreis von 1,65 Euro pro Liter ergibt sich ungefähr:
| Komponente | Betrag (ca.) | Anteil |
|---|---|---|
| Produktpreis | 0,55 Euro | 33 % |
| Mineralölsteuer | 0,48 Euro | 29 % |
| CO2-Bepreisung | 0,13 Euro | 8 % |
| Umsatzsteuer (20 %) | 0,28 Euro | 17 % |
| Vertrieb/Marge | 0,21 Euro | 13 % |
| Gesamtpreis | 1,65 Euro | 100 % |
Fazit: Rund 54 % des Benzinpreises entfallen auf Steuern und Abgaben (MÖSt + CO2 + USt).
Preisentwicklung der letzten Jahre
| Jahr | Super 95 (Durchschnitt) | Besonderheiten |
|---|---|---|
| 2020 | ca. 1,05 Euro | Corona-Pandemie, Preiseinbruch |
| 2021 | ca. 1,30 Euro | Erholung nach Pandemie |
| 2022 | ca. 1,75 Euro | Ukraine-Krise, Rekordhoch |
| 2023 | ca. 1,55 Euro | Leichte Entspannung |
| 2024 | ca. 1,50 Euro | Stabilisierung |
| 2025 | ca. 1,55 Euro | CO2-Preis-Anstieg |
| 2026 | ca. 1,65 Euro | Weitere CO2-Bepreisung |
Spritpreisvergleich und Spritpreisrechner
In Österreich gibt es seit 2011 die gesetzliche Pflicht zur Spritpreismeldung. Alle Tankstellen müssen ihre Preise an die E-Control melden. Auf Basis dieser Daten gibt es mehrere Vergleichstools:
- Spritpreisrechner der E-Control: Der offizielle Preisvergleich (spritpreisrechner.at)
- ÖAMTC Spritpreisrechner: Für Mitglieder und Nicht-Mitglieder
- ARBÖ Spritpreisvergleich: Alternative zum ÖAMTC
- Apps: Sprit-App der E-Control, ÖAMTC-App, Google Maps (zeigt teilweise Spritpreise)
Spritpreisverordnung
Die Spritpreisverordnung der E-Control regelt:
- Tankstellen dürfen ihre Preise nur einmal pro Tag erhöhen (um 12:00 Uhr mittags)
- Preissenkungen sind jederzeit und beliebig oft möglich
- Preise müssen transparent und sichtbar ausgewiesen werden
- Preise müssen elektronisch an die E-Control gemeldet werden
Konsequenz für Verbraucher: Tanken Sie am besten am Vormittag oder spät abends, wenn die Preise nach der letzten Senkung am niedrigsten sind.
Regionale Preisunterschiede
In Österreich gibt es regionale Preisunterschiede:
- Wien: Tendenziell günstigere Preise durch hohen Wettbewerb
- Grenzregionen: Oft günstiger, da Wettbewerb mit Nachbarländern
- Autobahn-Tankstellen: Deutlich teurer (bis zu 20 Cent/Liter mehr)
- Ländliche Gebiete: Teilweise höhere Preise bei weniger Wettbewerb
- Westösterreich: Tendenziell etwas höhere Preise (Transportkosten)
Spartipps beim Tanken
Tipp 1: Preisentwicklung nutzen Tanken Sie vormittags oder abends. Vermeiden Sie das Tanken direkt nach der Mittagspreiserhöhung.
Tipp 2: Spritpreisrechner nutzen Vergleichen Sie die Preise in Ihrer Umgebung über den E-Control Spritpreisrechner oder eine Sprit-App.
Tipp 3: Autobahn-Tankstellen meiden Autobahn-Tankstellen sind deutlich teurer. Fahren Sie eine Ausfahrt ab und tanken Sie an einer normalen Tankstelle.
Tipp 4: Grenzregionen nutzen In Grenzregionen zu Tschechien, Ungarn oder Slowenien sind die Spritpreise oft günstiger. Beachten Sie aber die Einfuhrbeschränkungen (maximal ein voller Tank plus ein 10-Liter-Reservekanister).
Tipp 5: Kundenkarten und Rabatte Viele Tankstellenketten bieten Kundenkarten mit Rabatten: JOKR-Karte (JET), ROUTEX-Card, Shell ClubSmart, OMV SmartCard. Die Ersparnis beträgt typischerweise 2 bis 5 Cent pro Liter.
Tipp 6: Spritsparend fahren
- Vorausschauend fahren, Bremsen vermeiden
- Motor nicht im Leerlauf laufen lassen
- Reifendruck regelmässig prüfen (zu niedriger Druck erhöht Verbrauch)
- Unnötiges Gewicht und Dachträger entfernen
- Bei Tempo 130 statt 160 auf der Autobahn sparen Sie bis zu 30 % Sprit
Tipp 7: Supermarkt-Tankstellen Hofer (Aldi) und Turmöl-Tankstellen bieten oft günstigere Preise als Markentankstellen.
Benzin vs. Alternative Antriebe — Kostenvergleich
| Antrieb | Kosten pro 100 km (ca.) |
|---|---|
| Benzin (7 l/100 km) | 11,55 Euro |
| Diesel (5,5 l/100 km) | 8,80 Euro |
| Erdgas CNG (4,5 kg/100 km) | 5,85 Euro |
| Elektro (18 kWh/100 km) | 5,40 Euro (Haushaltsstrom) |
| Hybrid (5 l/100 km) | 8,25 Euro |
Klimabonus als Ausgleich
Der Klimabonus wurde in Österreich als Ausgleich für die CO2-Bepreisung eingeführt. Jeder in Österreich lebende Mensch erhält jährlich einen pauschalen Betrag:
- 2026: ca. 290 Euro pro Erwachsenem (regionaler Klimabonus je nach Anbindung an den öffentlichen Verkehr, gestaffelt)
- Kinder erhalten die Hälfte
Der Klimabonus soll die Mehrbelastung durch die CO2-Bepreisung abfedern, insbesondere für Pendler in ländlichen Regionen.
Pendlerpauschale und Pendlereuro
Für Arbeitnehmer, die mit dem Auto zur Arbeit pendeln, gibt es steuerliche Entlastungen:
- Kleine Pendlerpauschale: Ab 20 km einfacher Wegstrecke (öffentliche Verkehrsmittel zumutbar)
- Grosse Pendlerpauschale: Ab 2 km einfacher Wegstrecke (öffentliche Verkehrsmittel NICHT zumutbar)
- Pendlereuro: 2 Euro pro km einfacher Entfernung pro Jahr als Absetzbetrag
Zukunft des Benzinpreises
Die Entwicklung des Benzinpreises in Österreich wird von mehreren Faktoren beeinflusst:
- CO2-Bepreisung: Wird weiter steigen und den Benzinpreis verteuern
- EU-Emissionshandel: Ab 2027 kommt der ETS-2 für Gebäude und Verkehr
- Rohölpreis: Abhängig von geopolitischer Lage und OPEC-Politik
- Elektromobilität: Zunehmende Verbreitung von E-Autos reduziert langfristig die Benzinnachfrage
- Biokraftstoffe: Steigende Beimischungsquoten (E10, E20)
Zusammenfassung
Der Benzinpreis in Österreich 2026 liegt bei durchschnittlich 1,55 bis 1,75 Euro pro Liter Super 95. Rund 54 % des Preises entfallen auf Steuern und Abgaben. Die CO2-Bepreisung wird den Preis in den kommenden Jahren weiter ansteigen lassen. Autofahrer können durch geschicktes Tanken (Tageszeit, Preisvergleich, Vermeidung von Autobahn-Tankstellen) und spritsparende Fahrweise deutlich Geld sparen. Langfristig werden alternative Antriebe (Elektro, Hybrid, Erdgas) an Bedeutung gewinnen und die Abhängigkeit vom Benzinpreis reduzieren.
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Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der Benzinpreis in Österreich 2026?
Der Benzinpreis in Österreich 2026 liegt je nach Region und Tankstelle zwischen rund 1,50 und 1,80 Euro pro Liter -- abhängig von Rohölpreis, Steuern und CO2-Bepreisung.
Chefredakteur finanzinfo.at
Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.