Führerschein Österreich 2026

Führerschein Österreich 2026: Kosten, Klassen B/A/C, Theorie und Praxis, L17, Auffrischungsfahrten und Umschreibung ausländischer Führerscheine.

Aktualisiert: 03. April 2026 15 Min. Lesezeit

Kosten, Klassen und Ablauf

Der Führerschein ist in Österreich für viele junge Menschen ein wichtiger Meilenstein und Voraussetzung für berufliche sowie persönliche Mobilität. Mit durchschnittlichen Kosten von 1.800 bis 2.800 Euro ist er allerdings auch eine erhebliche finanzielle Investition.

Die Führerscheinklassen in Österreich

Österreich unterscheidet — wie alle EU-Länder — mehrere Führerscheinklassen:

Zweirad-Klassen

  • AM: Kleinkrafträder bis 45 km/h, ab 15 Jahren
  • A1: Leichtmotorräder bis 125 ccm, ab 16 Jahren
  • A2: Motorräder bis 35 kW, ab 18 Jahren
  • A: Alle Motorräder, ab 24 Jahren (direkt) oder 20 Jahren (nach 2 Jahren A2)

Pkw und kleinere Nutzfahrzeuge

  • B: Pkw bis 3,5 t, ab 18 Jahren (bzw. 17 mit L17)
  • B+E: Pkw mit schwerem Anhänger
  • B96: Pkw + Anhänger über 750 kg (Gesamtgewicht bis 4,25 t)

Lkw- und Bus-Klassen

  • C1: Lkw 3,5 — 7,5 t, ab 18 Jahren
  • C: Lkw über 7,5 t, ab 21 Jahren (mit C95-Code auch ab 18 für Berufsfahrer)
  • D1: Kleinbusse bis 16 Fahrgäste, ab 21 Jahren
  • D: Busse ab 21 Jahren (bzw. 18 mit C95)

Weitere

  • F: Zugmaschinen, Traktoren

Die Klasse B ist bei weitem die häufigste und der Fokus dieses Artikels.

Kosten für den Führerschein B 2026

Die Gesamtkosten für den Führerschein B variieren je nach Fahrschule, Region und individuellem Fortschritt. Typische Positionen:

PositionKosten
Theoriekurs (32 UE)300 — 450 €
Fahrstunden (18 à 50 min Pflicht)1.200 — 1.900 €
Pro Zusatzfahrstunde60 — 100 €
Erste-Hilfe-Kurs (6 UE)50 — 80 €
Prüfungsgebühren (Theorie + Praxis)ca. 150 — 200 €
Mehrphasen-Ausbildung250 — 400 €
Sehtest, Lichtbild, Formulare30 — 60 €
Gesamt (realistisch)2.000 — 2.800 €

Wer wenige zusätzliche Fahrstunden benötigt und günstige Fahrschulen nutzt, kommt auf ca. 1.800 Euro. Wer mehr Übung braucht oder teurere Ballungsraum-Fahrschulen besucht, kann auch 3.000+ Euro ausgeben. In Wien sind Führerscheine tendenziell teurer als in ländlichen Regionen.

Ablauf der Führerscheinausbildung

1. Anmeldung zur Fahrschule

Sie wählen eine Fahrschule, füllen das Anmeldeformular aus und reichen die benötigten Unterlagen ein:

  • Amtlicher Lichtbildausweis (Kopie)
  • Passfoto
  • Ärztliches Gutachten (Sehtest)
  • Erste-Hilfe-Kurs-Bescheinigung
  • Anmeldegebühr

2. Theoriekurs

Der Theoriekurs umfasst 32 Unterrichtseinheiten und behandelt:

  • Verkehrsrecht (Kraftfahrgesetz, StVO)
  • Fahrzeugtechnik
  • Gefahrenlehre und Umweltschutz
  • Erste Hilfe
  • Besonderheiten der Klasse B

Kurse dauern je nach Fahrschule 2—6 Wochen. Manche Fahrschulen bieten Online-Theorie oder Intensiv-Crashkurse (z. B. 5 Tage) an.

3. Theoretische Prüfung

Nach dem Kurs absolvieren Sie die theoretische Prüfung am Computer. Sie besteht aus zwei Teilen:

  • Grundwissen (Pflichtteil)
  • Zusatzwissen für Klasse B

Die Prüfung dauert ca. 45 Minuten. Mindestens 80 % der Fragen müssen richtig beantwortet werden. Die Prüfung kann bei Nichtbestehen wiederholt werden (mit Wartezeit).

4. Praktische Ausbildung

Nach bestandener Theorieprüfung beginnt die Fahrausbildung mit mindestens 18 Fahrstunden à 50 Minuten:

  • Grundausbildung
  • Fahrten außerhalb des Ortsgebiets
  • Autobahnfahrten
  • Fahrten in der Dunkelheit

Die meisten Fahrschüler benötigen zusätzliche Fahrstunden (durchschnittlich 5—15 Zusatzstunden), um sich sicher zu fühlen.

5. Praktische Prüfung

Die praktische Prüfung dauert etwa 60 Minuten und besteht aus:

  • Fahrzeugcheck
  • Grundfahraufgaben (Einparken, Wenden etc.)
  • Fahrten in der Stadt, auf Freilandstraßen, Autobahnen
  • Sicherheitsrelevante Manöver

Die Prüfung wird von einem amtlichen Prüfer abgenommen. Bei Bestehen erhalten Sie sofort die Bestätigung, der Führerschein wird kurz danach per Post zugestellt.

6. Mehrphasenausbildung

Nach bestandener Prüfung ist die Ausbildung nicht zu Ende! Innerhalb von 12 Monaten müssen Sie absolvieren:

  • 2 Perfektionsfahrten mit Fahrlehrer (je ca. 50 Minuten)
  • Fahrsicherheitstraining (z. B. bei ÖAMTC, ARBÖ)
  • Verkehrspsychologisches Gruppengespräch (ca. 2 Stunden)

Die Mehrphasen-Ausbildung kostet zusätzlich 250—400 Euro. Ohne Absolvierung verliert der Führerschein nach 12 Monaten automatisch seine Gültigkeit.

L17 — Begleitetes Fahren ab 17

Das L17-Modell ist eines der wichtigsten österreichischen Ausbildungsmodelle und hat die Unfallzahlen bei Jungfahrern nachweislich reduziert. Teilnehmer können bereits mit 15,5 Jahren mit der Ausbildung beginnen und mit 17 Jahren einen Führerschein erhalten, mit dem sie nur in Begleitung einer geschulten Person (Eltern, Bekannte mit Begleiterschein) fahren dürfen.

Vorteile von L17

  • Mehr Fahrpraxis vor dem Alleinfahren
  • Reduzierte Unfallquote bei Jungfahrern nachgewiesen
  • Ab 18 Jahren darf der L17-Absolvent dann eigenständig fahren
  • Kein teurer Zweitkurs: Die L17-Ausbildung ist eine reguläre B-Ausbildung

Ablauf L17

  1. Theoriekurs ab 15,5 Jahren absolvieren.
  2. Theorieprüfung bestehen.
  3. Grundausbildung in der Fahrschule (Pflichtstunden).
  4. Übungsfahrten mit Begleitperson: Mindestens 1.000 km vor der ersten Perfektionsfahrt, insgesamt mindestens 3.000 km in mindestens 3 Monaten.
  5. 2 Perfektionsfahrten mit Fahrlehrer während der Übungsphase.
  6. Abschlusshandling und praktische Prüfung ab 17 Jahren.
  7. Mit bestandener Prüfung: Fahren in Begleitung bis zum 18. Geburtstag.

Voraussetzungen an die Begleitperson

  • Mindestens 5 Jahre ununterbrochener Führerscheinbesitz Klasse B
  • Keine schweren Verkehrsverstöße in den letzten 5 Jahren
  • Einschulung durch die Fahrschule
  • Eintragung in den L17-Begleitschein

Mehrphasen-Ausbildung im Detail

Die Mehrphasen-Ausbildung wurde in Österreich eingeführt, um die hohen Unfallzahlen bei Jungfahrern zu senken. Sie besteht aus mehreren aufeinander aufbauenden Elementen nach bestandener Prüfung:

Phase 1: Erste Perfektionsfahrt (2—4 Monate nach Prüfung)

Rückmeldungsfahrt mit dem Fahrlehrer: Analyse des Fahrverhaltens, Hinweise zu Schwächen, Verbesserung der Fahrsicherheit.

Phase 2: Fahrsicherheitstraining (3—9 Monate nach Prüfung)

Theoretischer und praktischer Teil bei anerkannten Fahrsicherheits-Zentren (ÖAMTC Training, ARBÖ, Red Bull Ring etc.):

  • Fahrphysik verstehen
  • Notbremsungen üben
  • Ausweichmanöver
  • Umgang mit ESP, ABS
  • Fahren bei schlechten Sichtverhältnissen
  • Verkehrspsychologisches Gruppengespräch (separat)

Phase 3: Zweite Perfektionsfahrt (6—12 Monate nach Prüfung)

Weitere Rückmeldungsfahrt, Schwerpunkt auf entwickelter Fahrtechnik und Alltagsroutine.

Führerschein umschreiben

EU-Führerscheine

EU-Führerscheine werden in Österreich ohne weitere Prüfung anerkannt. Eine Umschreibung ist grundsätzlich freiwillig — kann aber praktisch sein, wenn der alte Führerschein verloren oder abgelaufen ist.

Nicht-EU-Führerscheine

Bei Umzug aus einem Drittstaat muss der Führerschein innerhalb von 6 Monaten umgeschrieben werden. Je nach Herkunftsland gelten unterschiedliche Regelungen:

  • Staaten mit Abkommen (z. B. Schweiz, Norwegen, Kanada, Japan): Umschreibung ohne Prüfung.
  • Andere Staaten: Umschreibung nur nach bestandener Theorie- und Praxisprüfung; eventuell auch Pflichtstunden.

Die Umschreibung erfolgt bei der Führerscheinbehörde der jeweiligen Bezirksverwaltungsbehörde oder Landespolizeidirektion.

Verlust, Diebstahl, Duplikat

Ist Ihr Führerschein verloren gegangen oder wurde gestohlen, beantragen Sie bei der Führerscheinbehörde ein Duplikat. Benötigt werden:

  • Amtlicher Lichtbildausweis
  • Passfoto
  • Verlustanzeige (bei Diebstahl: Polizeianzeige)
  • Gebühren ca. 50—70 Euro

Das Duplikat wird in der Regel innerhalb weniger Wochen per Post zugestellt.

Führerschein entzogen — was tun?

Ein Führerscheinentzug kann erfolgen bei:

  • Alkohol am Steuer (ab 0,5 ‰)
  • Drogen am Steuer
  • Schweren Geschwindigkeitsüberschreitungen (insbesondere über 40 km/h)
  • Mehrfachen Vormerkdelikten
  • Fluchtgefahr bei Unfall

Die Dauer des Entzugs hängt vom Vergehen ab: Von 4 Wochen (z. B. bei 0,5 ‰ Erstverstoß) bis zu mehreren Monaten oder Jahren. Zum Ende der Entzugsdauer kann eine Nachschulung (bei Alkohol oder Drogen) oder eine verkehrspsychologische Untersuchung Pflicht sein. Nach Ablauf der Entzugsdauer erhalten Sie den Führerschein zurück, sofern alle Auflagen erfüllt sind.

Auffrischungsfahrten und freiwillige Kurse

Neben Pflichtkursen bieten Fahrschulen und Verkehrsclubs Auffrischungsfahrten für Autofahrer an, die länger nicht gefahren sind, Unsicherheit im Verkehr haben oder ihre Fähigkeiten verbessern möchten. Typische Angebote:

  • Senioren-Kurse für Autofahrer 65+
  • Auffrischungsfahrten nach langer Pause
  • Fahrsicherheitstrainings (auch für Erfahrene)
  • Winter-Fahrtrainings (Schnee, Eis, Glätte)
  • Eco-Driving-Kurse (sparsames Fahren)

Die Kosten liegen zwischen 50 und 300 Euro pro Kurs.

Sehtest und medizinische Eignung

Vor Beginn der Ausbildung muss ein ärztliches Gutachten eingeholt werden. Der Sehtest prüft:

  • Sehschärfe (mindestens 0,5 auf dem besseren Auge mit Korrektur)
  • Gesichtsfeld
  • Dämmerungssehen
  • Farbsinn

Bei älteren Fahrern oder bei bestimmten Erkrankungen (Diabetes, Epilepsie, Herzerkrankungen) kann ein erweitertes Gutachten notwendig sein.

Tipps zum Sparen beim Führerschein

  1. Fahrschulen vergleichen: Unterschiede von 500 Euro und mehr sind häufig.
  2. Crashkurse prüfen: Intensivausbildung innerhalb weniger Wochen ist oft preiswerter.
  3. Theorie vorbereiten: Gute Vorbereitung erspart Nachprüfungen.
  4. Fahrpraxis üben: Mehr üben vor der Prüfung spart teure Zusatzstunden.
  5. L17 wählen: Mehr Übungskilometer ohne teure Fahrschule.
  6. Regionale Fahrschulen: In ländlichen Gebieten oft günstiger.
  7. Paket-Angebote: Mehrphase + Kurse im Bundle verhandeln.
  8. Fahrschulwechsel prüfen: Bei schlechter Passung — aber Kosten der Übertragung bedenken.

Führerschein im Ausland machen?

Theoretisch ist es möglich, den Führerschein im EU-Ausland zu machen und ihn in Österreich anerkennen zu lassen. In der Praxis ist das aber selten wirtschaftlich:

  • Wohnsitzpflicht: Sie müssen im Ausstellungsland einen Wohnsitz nachweisen, sonst gilt der Führerschein nicht.
  • Sprache: Die Prüfung muss in der Landessprache absolviert werden (Ausnahmen für Deutsch gibt es in Deutschland).
  • Zusätzliche Anforderungen: Manche Länder haben andere Mindeststundenanforderungen.

Für die meisten Personen ist der Führerschein in Österreich die einfachste und rechtssicherste Option.

Probezeit für Fahranfänger

Nach dem Erhalt des Führerscheins der Klasse B gilt in Österreich eine Probezeit von 3 Jahren. Während dieser Zeit gelten strengere Regeln und besondere Sanktionen:

Besonderheiten der Probezeit

  • Reduzierte Alkoholgrenze: 0,1 Promille (statt sonst 0,5)
  • Verkehrsverstöße: Bei bestimmten Delikten (Alkohol, grobe Verkehrsverstöße) Nachschulung Pflicht
  • Entzug möglich bei schweren Vergehen
  • Zusätzliche Strafen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen

Nachschulung

Bei bestimmten Vergehen während der Probezeit (Alkohol, Drogen, schwere Verkehrsverstöße) ist eine Nachschulung bei einem Verkehrspsychologen verpflichtend. Diese Nachschulungen kosten zwischen 400 und 700 Euro und müssen innerhalb einer festgelegten Frist absolviert werden.

Verlängerung der Probezeit

Bei Delikten während der Probezeit kann die Probezeit um weitere Jahre verlängert werden. Das bedeutet zusätzliche Unsicherheit und strengere Überwachung — ein Grund mehr, gerade als Anfänger besonders vorsichtig zu sein.

Führerschein für ältere Personen

In Österreich gibt es keine verpflichtende Befristung des Führerscheins nach Alter. Ab 75 Jahren empfiehlt sich aber eine freiwillige Gesundheitsprüfung. In einigen EU-Ländern ist regelmäßige ärztliche Untersuchung Pflicht — in Österreich bleibt die Selbstverantwortung das Grundprinzip.

Bei nachgewiesener gesundheitlicher Beeinträchtigung (z. B. nach schweren Krankheiten, Demenz-Verdacht) kann die Führerscheinbehörde eine amtsärztliche Untersuchung anordnen. Bei festgestellter Fahrunfähigkeit wird der Führerschein entzogen.

Freiwillige Auffrischungskurse

Für ältere Fahrer werden von ÖAMTC, ARBÖ und Verkehrsexperten spezielle Auffrischungskurse angeboten:

  • Verkehrspsychologische Beratung
  • Praktische Fahrstunden mit Fahrlehrer
  • Theoretische Auffrischung zu neuen Verkehrsregeln
  • Fahrsicherheitstraining

Diese Kurse sind freiwillig, werden aber zunehmend nachgefragt und können Unsicherheit bei älteren Fahrern abbauen.

Der Führerschein im internationalen Kontext

Innerhalb der EU

EU-Führerscheine sind in allen anderen EU-Ländern anerkannt. Sie müssen nicht umgeschrieben werden, auch nicht bei dauerhaftem Umzug. Bei Verlust oder Ablauf können Sie in dem Land, in dem Sie Ihren Hauptwohnsitz haben, einen neuen Führerschein beantragen.

Außerhalb der EU

Für Reisen in Nicht-EU-Länder ist oft ein internationaler Führerschein zusätzlich zum nationalen erforderlich. Dieser wird von Verkehrsclubs (ÖAMTC, ARBÖ) ausgestellt, kostet ca. 30 Euro und ist 1 oder 3 Jahre gültig.

Wichtige Länder mit Anerkennung des österreichischen Führerscheins (oft mit IDP):

  • USA, Kanada, Australien: IDP empfohlen
  • Japan, Südkorea: IDP ergänzend
  • Ägypten, Thailand, Indonesien: IDP erforderlich
  • Schweiz, Norwegen, Großbritannien: nationaler Führerschein ausreichend

Anerkennung ausländischer Führerscheine in Österreich

  • EU/EWR/Schweiz: direkte Anerkennung
  • Staaten mit Abkommen: Umschreibung ohne Prüfung (z. B. Norwegen, Island, Japan)
  • Andere Staaten: Umschreibung mit Prüfung nach 6 Monaten Wohnsitz

Fahrsicherheitstraining — für mehr Sicherheit ein Leben lang

Fahrsicherheitstrainings sind in Österreich sehr gut organisiert. Anbieter sind unter anderem:

  • ÖAMTC Fahrtechnik Zentren: Melk, Saalfelden, Röthis, Teesdorf, Kalwang
  • ARBÖ Fahrsicherheitszentren: mehrere Standorte
  • Red Bull Ring in Spielberg: Fahrsicherheit in kombination mit Rennstreckenerfahrung

Inhalte eines typischen Trainings

  • Theorie: Fahrphysik, Bremsverhalten, ESP-Funktionen, Fahrzeuge
  • Praxis: Notbremsungen, Ausweichmanöver, Slalom, Kreisbahnen
  • Spezialtrainings: Winter (Schnee/Eis), Nass (Aquaplaning), Nacht
  • Motorradtrainings separat verfügbar

Die Kosten liegen zwischen 100 und 300 Euro für einen Halbtages- oder Tageskurs. Unternehmen buchen solche Kurse oft für ihre Mitarbeiter als Teil der Arbeitssicherheit.

Alkohol am Steuer: Grenzen und Konsequenzen

Die Alkoholgrenzen sind in Österreich klar geregelt und werden strikt kontrolliert:

Grenzen

  • Normal: 0,5 ‰ (Blutalkohol)
  • Probeführerschein / Klasse C, D, E: 0,1 ‰
  • Lkw-Fahrer bei Berufsausübung: 0,1 ‰
  • Jugendliche unter 21 Jahren: 0,1 ‰

Strafen

Die Strafen bei Überschreiten der Grenze sind gestaffelt:

  • 0,5 bis 0,8 ‰: 300 bis 3.700 Euro, Führerscheinentzug 1 Monat
  • 0,8 bis 1,2 ‰: 800 bis 3.700 Euro, Führerscheinentzug 4 Monate, Nachschulung
  • 1,2 bis 1,6 ‰: 1.200 bis 4.400 Euro, Führerscheinentzug mindestens 6 Monate, Nachschulung, VPU
  • Über 1,6 ‰: 1.600 bis 5.900 Euro, Entzug mindestens 1 Jahr, Nachschulung, VPU, amtsärztliche Untersuchung

Zusätzlich: Vormerkungen im zentralen Verkehrsregister, die bei mehreren Verstößen kumuliert zu weiteren Konsequenzen führen. Die verkehrspsychologische Untersuchung (VPU) ist kostenpflichtig (ca. 400 Euro) und Voraussetzung für die Wiedererteilung des Führerscheins.

Konsequenzen für die Versicherung

Wer alkoholisiert einen Unfall verursacht, muss mit Regressforderungen der Versicherung rechnen — bis zu 22.000 Euro in Österreich. Die Versicherung zahlt zwar den Schaden des Unfallgegners, fordert aber das Geld vom alkoholisierten Fahrer zurück.

Kosten im Vergleich: Fahrschulen in ländlichen Regionen vs. Ballungsräumen

Die Fahrschulkosten variieren stark je nach Standort. Eine grobe Orientierung:

  • Wien: 2.200—2.800 Euro für die Klasse B
  • Graz, Linz, Salzburg: 2.000—2.500 Euro
  • Innsbruck: 2.100—2.600 Euro
  • Ländliche Regionen: 1.800—2.200 Euro

Die Preisunterschiede erklären sich durch:

  • Miete und Personalkosten in Ballungsräumen
  • Prüfungstaxen sind bundesweit einheitlich
  • Fahrzeugkosten variieren je nach Fuhrpark der Fahrschule
  • Zusatzangebote wie Online-Theorie oder Crash-Kurse

Wer in einer teuren Region wohnt, kann prüfen, ob eine Fahrschule am Stadtrand oder in einer günstigeren Nachbargemeinde attraktiver ist. Wichtig ist dabei aber der tägliche Anfahrtsweg — zu lange Strecken fressen die Ersparnis schnell wieder auf.

Finanzierung des Führerscheins

Viele junge Menschen und ihre Eltern beschäftigt die Frage, wie der Führerschein finanziert wird. Optionen:

Ratenzahlung bei der Fahrschule

Viele Fahrschulen bieten Ratenzahlungen an — 3 bis 12 Monate ohne oder mit geringen Zinsen. Das verteilt die Belastung über einen längeren Zeitraum.

Kleinkredite bei Banken

Manche Banken bieten spezielle Führerscheinkredite mit niedrigen Zinssätzen an. Sinnvoll nur, wenn die Zinsen wirklich günstig sind.

AMS-Förderungen

Arbeitssuchende können in bestimmten Fällen eine Förderung des Führerscheins über das AMS erhalten — insbesondere, wenn der Führerschein für eine Arbeitsaufnahme erforderlich ist.

Lehrlingsförderungen

Einige Bundesländer und Lehrlingsförderstellen unterstützen Lehrlinge beim Führerscheinerwerb mit Zuschüssen oder zinslosen Darlehen.

Arbeitgeber-Finanzierung

Manche Unternehmen finanzieren ihren Mitarbeitern den Führerschein, wenn er für den Job erforderlich ist. Häufig verbunden mit einer Bindungsklausel (Rückzahlung bei vorzeitiger Kündigung).

Häufige Fehler in der Fahrprüfung

Die praktische Fahrprüfung ist für viele Fahrschüler der Stresspunkt schlechthin. Die häufigsten Gründe für ein Nichtbestehen:

  1. Schulterblick vergessen: Beim Spurwechsel, Abbiegen, Anfahren vom Fahrbahnrand
  2. Unsicherheit bei der Geschwindigkeit: Zu langsam (behindert Verkehrsfluss) oder zu schnell
  3. Vorfahrt nicht beachten: Besonders an ungeregelten Kreuzungen
  4. Fußgänger nicht bevorrangt: Am Schutzweg
  5. Falsche Einordnung: Vor Kreuzungen oder bei Kreisverkehren
  6. Einparken: Immer wieder ein heikler Punkt
  7. Autobahnfahrt: Unsichere Beschleunigung, falscher Spurwechsel

Mit ausreichend Fahrpraxis und Ruhe lassen sich diese Fehler vermeiden. Wer sich unsicher fühlt, sollte lieber zusätzliche Fahrstunden nehmen, bevor er zur Prüfung antritt — die Kosten für eine Wiederholungsprüfung plus zusätzliche Fahrstunden sind oft höher.

Besondere Fahrzeugklassen: A, C, D, F

Neben der Klasse B gibt es in Österreich weitere wichtige Führerscheinklassen:

Klasse A (Motorrad)

Die Motorradklasse gliedert sich in A1 (bis 125 ccm, ab 16), A2 (bis 35 kW, ab 18) und A (alle Motorräder, ab 24 oder über Stufenmodell). Die Ausbildung umfasst Theorie, praktische Ausbildung und Prüfungsfahrten im Verkehr. Kosten: ca. 1.000 bis 2.000 Euro je nach Klasse.

Klasse C (Lkw)

Für Lkw über 7,5 t. Voraussetzung ist meist der B-Führerschein. Die Ausbildung dauert mehrere Wochen und umfasst zusätzlich medizinische Untersuchungen, Augenprüfungen und betriebswirtschaftliche Inhalte. Kosten: 3.000 bis 5.000 Euro. Für Berufsfahrer kommt der Code 95 (beruflicher Weiterbildungscode) hinzu.

Klasse D (Bus)

Für Omnibusse. Ab 21 Jahren (mit C95-Code) oder 24 Jahren regulär. Sehr intensive Ausbildung mit Schwerpunkt auf Personenbeförderung, Sicherheit und Verantwortung. Kosten: 4.000 bis 6.000 Euro.

Klasse F (Zugmaschine)

Für landwirtschaftliche Zugmaschinen, Traktoren. Günstig und rasch erwerbbar — oft in bäuerlichen Regionen relevant.

Der Führerschein B kostet 2026 in Österreich typischerweise zwischen 1.800 und 2.800 Euro und gliedert sich in Theoriekurs, praktische Ausbildung, Prüfungen und die anschließende Mehrphasen-Ausbildung. Das L17-Modell bleibt die attraktivste Möglichkeit für junge Fahrer, früh Erfahrung zu sammeln und die Unfallquote zu senken. Wer die Fahrschule sorgfältig auswählt, gut vorbereitet in die Theorie geht und ausreichend übt, kann mehrere hundert Euro sparen. Nach bestandener Prüfung lohnt es sich, auch freiwillige Fahrsicherheitstrainings zu besuchen — für mehr Sicherheit ein Leben lang. Mit gesundem Menschenverstand, guter Vorbereitung und bewusstem Fahren bleibt der Führerschein die Eintrittskarte zu individueller Mobilität in Österreich.

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Häufig gestellte Fragen

Was kostet der Führerschein B in Österreich 2026?

Der Führerschein der Klasse B kostet in Österreich 2026 je nach Fahrschule und Region zwischen 1.800 und 2.800 Euro. Darin enthalten sind Theoriekurs, die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl an Fahrstunden, erste Hilfe-Kurs, Prüfungsgebühren und die Mehrphasenausbildung.

Ab welchem Alter kann ich den Führerschein B machen?

Den klassischen Führerschein B können Sie ab 17,5 Jahren (praktische Prüfung) beginnen und nach dem 18. Geburtstag erwerben. Über die L17-Ausbildung (Begleitetes Fahren) können Sie bereits mit 15,5 Jahren starten und mit 17 den Führerschein haben, um in Begleitung einer geschulten Person zu fahren.

Wie läuft die Mehrphasenausbildung ab?

Nach der bestandenen Führerscheinprüfung folgen in Österreich innerhalb von 12 Monaten zwei Perfektionsfahrten, ein Fahrsicherheitstraining und ein verkehrspsychologisches Gruppengespräch. Ohne diese Phasen verlieren Sie Ihren Führerschein nach einem Jahr automatisch.

Wie viele Fahrstunden sind mindestens vorgeschrieben?

Für die Klasse B sind 18 praktische Ausbildungseinheiten vorgeschrieben (je 50 Minuten). Bei L17 sind zusätzlich Übungsfahrten mit einer Begleitperson über mindestens 3.000 km sowie zwei Perfektionsfahrten vor der eigentlichen Prüfung Teil des Programms.

Muss ich meinen ausländischen Führerschein in Österreich umschreiben?

EU-Führerscheine werden in Österreich anerkannt und müssen nicht verpflichtend umgeschrieben werden. Bei Umzug von außerhalb der EU muss der Führerschein innerhalb von 6 Monaten umgeschrieben werden -- je nach Herkunftsland mit oder ohne Prüfung.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.