Leasinggesellschaft Österreich 2026

Leasinggesellschaften in Österreich 2026: Die größten Anbieter im Vergleich, Konditionen, Auswahlkriterien und Tipps für den richtigen Leasingpartner.

Aktualisiert: 03. April 2026 10 Min. Lesezeit

Die wichtigsten Anbieter im Vergleich

Leasing ist in Österreich eine der beliebtesten Finanzierungsformen für Fahrzeuge — sowohl für Unternehmer als auch für Privatpersonen. Der österreichische Leasingmarkt wird von einer Vielzahl an Anbietern bedient: von bankennahen Leasinggesellschaften über Hersteller-Finanzierungen bis hin zu unabhängigen Spezialanbietern. Dieser Ratgeber vergleicht die wichtigsten Leasinggesellschaften in Österreich 2026, erklärt die Unterschiede und gibt Tipps für die richtige Wahl.

Wie funktioniert KFZ-Leasing?

Beim KFZ-Leasing wird das Fahrzeug nicht gekauft, sondern für einen bestimmten Zeitraum gegen monatliche Raten “gemietet”. Das Eigentum am Fahrzeug bleibt während der Laufzeit bei der Leasinggesellschaft.

Die wichtigsten Leasingarten:

Operationales Leasing (Operating Lease):

  • Kurze Laufzeit (oft 12-36 Monate)
  • Fahrzeug wird am Ende zurückgegeben
  • Leasinggesellschaft trägt das Restwertrisiko
  • Bilanzentlastung für Unternehmen

Finanzierungsleasing (Finance Lease):

  • Längere Laufzeit (36-60 Monate)
  • Am Ende: Kaufoption, Rückgabe oder Verlängerung
  • Leasingnehmer trägt wirtschaftlich das Risiko
  • Aktivierung in der Bilanz (je nach Gestaltung)

Die grössten Leasinggesellschaften in Österreich

Porsche Bank

Profil: Die Porsche Bank (Teil des VW-Konzerns in Österreich) ist einer der grössten KFZ-Finanzierer in Österreich.

Marken: VW, Audi, Skoda, SEAT/CUPRA, Porsche

Besonderheiten:

  • Enger Vertrieb über VW-Konzern-Händler
  • Attraktive Aktionsfinanzierungen bei Neufahrzeugen
  • Online-Leasingrechner
  • Versicherungsangebote inklusive

Konditionen (Richtwerte 2026):

  • Laufzeit: 24 bis 60 Monate
  • Anzahlung: 0 bis 30 %
  • Restwert: Je nach Modell und Laufzeit
  • Effektivzinssatz: Ab ca. 3,5 % (abhängig von Aktion)

Raiffeisen Leasing

Profil: Raiffeisen Leasing ist eine der traditionsreichsten und grössten bankenunabhängigen Leasinggesellschaften in Österreich.

Marken: Alle Marken (herstellerunabhängig)

Besonderheiten:

  • Markenunabhängig — finanziert alle Fahrzeugmarken
  • Starkes Netzwerk über Raiffeisen-Bankstellen
  • Auch Immobilien- und Anlagenleasing
  • Fuhrparkmanagement für Unternehmen
  • Nachhaltigkeits-Leasing für E-Fahrzeuge

Konditionen (Richtwerte 2026):

  • Laufzeit: 24 bis 60 Monate
  • Flexible Anzahlungsgestaltung
  • Restwertleasing und Kilometerleasing
  • Effektivzinssatz: Ab ca. 3,9 %

UniCredit Leasing (Bank Austria Leasing)

Profil: UniCredit Leasing ist die Leasinggesellschaft der Bank Austria / UniCredit Gruppe.

Marken: Alle Marken (herstellerunabhängig)

Besonderheiten:

  • Grosse Präsenz im Firmenkundenbereich
  • Fuhrparkmanagement
  • Internationale Leasinglösungen
  • Enger Vertrieb über Bank Austria Filialen

Konditionen (Richtwerte 2026):

  • Laufzeit: 24 bis 60 Monate
  • Flexible Gestaltung (Restwert, Kilometervertrag)
  • Effektivzinssatz: Ab ca. 3,7 %

Erste Leasing

Profil: Die Leasinggesellschaft der Erste Bank und Sparkassen-Gruppe.

Marken: Alle Marken (herstellerunabhängig)

Besonderheiten:

  • Vertrieb über Erste Bank und Sparkassen
  • Attraktive Konditionen für bestehende Bankkunden
  • Privat- und Firmenleasing
  • Online-Abwicklung möglich

Konditionen (Richtwerte 2026):

  • Laufzeit: 24 bis 60 Monate
  • Anzahlung: 10 bis 30 %
  • Effektivzinssatz: Ab ca. 3,8 %

BAWAG Leasing

Profil: Die Leasinggesellschaft der BAWAG Group.

Marken: Alle Marken (herstellerunabhängig)

Besonderheiten:

  • Einfache Online-Antragsstrecke
  • Schnelle Genehmigung
  • Für Privat- und Firmenkunden
  • Integration mit BAWAG/easybank Konten

Konditionen (Richtwerte 2026):

  • Laufzeit: 24 bis 60 Monate
  • Flexible Restwertgestaltung
  • Effektivzinssatz: Ab ca. 4,0 %

Mercedes-Benz Financial Services

Profil: Die Finanzierungstochter von Mercedes-Benz.

Marken: Mercedes-Benz, Smart, AMG

Besonderheiten:

  • Exklusive Angebote für Mercedes-Käufer
  • Attraktive Aktionsleasingprogramme
  • Full-Service-Leasing inklusive Wartung und Verschleiss
  • Mercedes me Abo-Modelle

BMW Financial Services

Profil: Die Finanzierungstochter der BMW Group.

Marken: BMW, MINI

Besonderheiten:

  • Massgeschneiderte Angebote für BMW- und MINI-Kunden
  • Flexible Vertragsgestaltung
  • Vorteilhafte Konditionen bei Neuwagenkauf über BMW-Händler

Weitere Anbieter

  • Santander Consumer Bank: Bankenunabhängig, auch für Gebrauchtfahrzeuge
  • Toyota Kreditbank: Für Toyota und Lexus
  • Hyundai Finance: Für Hyundai und Kia
  • PSA Finance (Stellantis): Für Peugeot, Citroen, Opel, Fiat
  • LeasePlan: Spezialisiert auf Fuhrparkmanagement
  • ALD Automotive: Full-Service-Leasing für Unternehmen
  • Arval: Flotten- und Full-Service-Leasing

Vergleichstabelle

AnbieterMarkenPrivatFirmaFull-ServiceAb-Zinssatz
Porsche BankVW-KonzernJaJaJaca. 3,5 %
Raiffeisen LeasingAlleJaJaJaca. 3,9 %
UniCredit LeasingAlleJaJaJaca. 3,7 %
Erste LeasingAlleJaJaNeinca. 3,8 %
BAWAG LeasingAlleJaJaNeinca. 4,0 %
Mercedes-Benz FSMercedesJaJaJaca. 3,5 %
BMW FSBMW/MINIJaJaJaca. 3,6 %

Restwertleasing vs. Kilometerleasing

Restwertleasing:

  • Am Vertragsende wird ein kalkulierter Restwert angesetzt
  • Ist der tatsächliche Fahrzeugwert niedriger, muss der Leasingnehmer die Differenz zahlen
  • Ist der Wert höher, erhält der Leasingnehmer eine Gutschrift
  • Risiko beim Leasingnehmer

Kilometerleasing:

  • Die monatliche Rate richtet sich nach einer vereinbarten Gesamtlaufleistung
  • Am Vertragsende zahlt der Leasingnehmer nur Mehr-Kilometer (z.B. 0,10 Euro/km) oder erhält Geld für Weniger-Kilometer zurück
  • Planbarer und transparenter

Empfehlung: Für Privatpersonen ist das Kilometerleasing in der Regel die bessere Wahl, da das Restwertrisiko bei der Leasinggesellschaft liegt.

Leasing für Unternehmer

Für Unternehmer bietet Leasing besondere steuerliche Vorteile:

  • Vorsteuerabzug: Die USt in den Leasingraten kann als Vorsteuer geltend gemacht werden (bei vorsteuerabzugsberechtigten Fahrzeugen unter der Luxustangente)
  • Betriebsausgabe: Die Leasingraten sind als Betriebsausgaben absetzbar
  • Keine Aktivierung: Beim operationalen Leasing muss das Fahrzeug nicht in der Bilanz aktiviert werden (Bilanzentlastung)
  • Luxustangente: Absetzbar nur bis 40.000 Euro Anschaffungskosten (2026)
  • Sachbezug: Bei privater Nutzung durch den Dienstnehmer fällt ein Sachbezug an

Leasing für E-Fahrzeuge

Elektrofahrzeuge geniessen beim Leasing besondere Vorteile:

  • Voller Vorsteuerabzug (bis 40.000 Euro brutto Anschaffungskosten)
  • Kein Sachbezug bei null CO2-Emission (E-Auto als Firmenfahrzeug)
  • Keine motorbezogene Versicherungssteuer
  • Keine NoVA
  • Förderungen: E-Mobilitätsförderung (BMK/AWS) auch bei geleasten Fahrzeugen möglich

Tipps für den Leasingvergleich

Tipp 1: Effektivzinssatz vergleichen Vergleichen Sie immer den Effektivzinssatz, nicht den Nominalzinssatz. Der Effektivzins enthält alle Kosten und ist daher der einzig aussagekräftige Vergleichswert.

Tipp 2: Gesamtkosten berechnen Berechnen Sie die Gesamtkosten über die Laufzeit: Anzahlung + (Monatsrate x Laufzeit) + Restwert-Risiko + Bearbeitungsgebühren.

Tipp 3: Aktionsangebote prüfen Hersteller-Leasinggesellschaften bieten regelmässig Aktionsleasingraten an, die deutlich unter den Normalkonditionen liegen. Diese sind oft an bestimmte Modelle gebunden.

Tipp 4: Kilometervertrag bevorzugen Wählen Sie wenn möglich einen Kilometervertrag statt eines Restwertvertrags. Das Restwertrisiko ist für Privatpersonen schwer einzuschätzen.

Tipp 5: Nebenkosten beachten Achten Sie auf versteckte Kosten: Bearbeitungsgebühren, Kontoführungsgebühren, Rückgabebedingungen, Kosten für Mehr-Kilometer, Aufbereitungskosten bei Rückgabe.

Tipp 6: Full-Service-Leasing prüfen Für Unternehmen mit Fuhrpark kann ein Full-Service-Leasing (inklusive Wartung, Verschleiss, Reifen, Versicherung) die Verwaltung deutlich vereinfachen und die Kosten planbar machen.

Leasing und Steuer — Was Unternehmer wissen müssen

Vorsteuerabzug beim Leasing

Für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmer ist der Vorsteuerabzug ein wesentlicher Vorteil des Leasings:

  • PKW: Vorsteuerabzug nur bis zur Luxustangente von 40.000 Euro brutto Anschaffungskosten
  • Nutzfahrzeuge (LKW, Transporter): Voller Vorsteuerabzug ohne Luxustangente
  • E-Fahrzeuge: Voller Vorsteuerabzug bis 40.000 Euro brutto (kein Sachbezug)
  • Klein-LKW (N1-Fahrzeuge): Voller Vorsteuerabzug (z.B. VW Caddy, Ford Transit Custom)

Sachbezug bei Privatnutzung

Wenn ein Dienstnehmer das geleaste Firmenfahrzeug auch privat nutzen darf, fällt ein Sachbezug an:

CO2-AusstossSachbezugMaximum pro Monat
0 g/km (E-Auto)0 %0 Euro
Bis 125 g/km (WLTP)1,5 % des Listenpreises720 Euro
Über 125 g/km (WLTP)2 % des Listenpreises960 Euro

Der CO2-Grenzwert für den reduzierten Sachbezug (1,5 %) wird jährlich gesenkt. 2026 liegt er bei 125 g/km (WLTP).

Abzugsfähigkeit der Leasingraten

Die Leasingraten sind als Betriebsausgaben abzugsfähig, unterliegen aber der Luxustangente:

  • Bis 40.000 Euro Anschaffungskosten: Volle Absetzbarkeit der Raten
  • Über 40.000 Euro: Der auf den übersteigenden Teil entfallende Ratenanteil ist nicht absetzbar
  • Berechnung: Die Kürzung erfolgt proportional (z.B. bei 50.000 Euro Anschaffungskosten sind 20 % der Raten nicht absetzbar)

Leasing vs. Kauf vs. Kredit — Steuervergleich

KriteriumLeasingKauf (bar)Kreditkauf
VorsteuerabzugAuf Raten (monatlich)Sofort (gesamt)Auf Raten
AfA (Abschreibung)Nicht relevant (Raten = BA)8 Jahre Nutzungsdauer8 Jahre Nutzungsdauer
ZinsaufwandIn Raten enthaltenKeinAbsetzbar
BilanzierungJe nach ZurechnungAktivierungAktivierung + Verbindlichkeit
LiquiditätsbelastungGering (monatliche Raten)Hoch (Einmalzahlung)Mittel (Raten)

Rückgabebedingungen und versteckte Kosten

Bei der Rückgabe eines Leasingfahrzeugs können erhebliche Kosten entstehen, wenn das Fahrzeug nicht im vertragsgemässen Zustand ist:

Typische Rückgabekosten:

  • Mehr-Kilometer: 5 bis 15 Cent pro km über der vereinbarten Laufleistung
  • Aufbereitung: 200 bis 800 Euro bei übermässiger Abnutzung
  • Kratzer und Dellen: Je nach Grösse und Anzahl 50 bis 500 Euro
  • Fehlende Winterreifen: 400 bis 1.000 Euro
  • Raucherfahrzeug: 200 bis 500 Euro Aufbereitung
  • Fehlende Servicetermine: Nachzahlung der entgangenen Wartung

Tipps für eine kostenlose Rückgabe:

  • Halten Sie die vereinbarte Kilometerlaufleistung ein (oder verhandeln Sie frühzeitig eine Anpassung)
  • Lassen Sie kleine Schäden (Kratzer, Dellen) vor der Rückgabe reparieren — das ist oft günstiger als die Nachforderung der Leasinggesellschaft
  • Führen Sie ein Rückgabeprotokoll durch und dokumentieren Sie den Zustand des Fahrzeugs
  • Vereinbaren Sie eine Vorabbesichtigung einige Wochen vor der Rückgabe

Zukunft des Leasingmarkts

  • E-Auto-Leasing: Wachsender Anteil, besonders wegen der steuerlichen Vorteile
  • Abo-Modelle: Flexible Auto-Abos (z.B. ViveLaCar, FINN, Herstellerangebote) als Alternative zum klassischen Leasing
  • Online-Leasing: Zunehmende Digitalisierung des Antragsprozesses
  • Restwertgarantien: Mehr Anbieter übernehmen das Restwertrisiko
  • Nachhaltigkeits-Leasing: Vergünstigte Konditionen für emissionsarme Fahrzeuge

Zusammenfassung

Der österreichische Leasingmarkt bietet eine breite Auswahl an Anbietern — von bankennahen Gesellschaften wie Raiffeisen Leasing und Erste Leasing über Hersteller-Finanzierungen (Porsche Bank, Mercedes-Benz FS, BMW FS) bis hin zu spezialisierten Fuhrparkmanagement-Anbietern. Die Konditionen variieren je nach Anbieter, Modell und Laufzeit, wobei der Effektivzinssatz 2026 bei ca. 3,5 bis 5,0 % liegt. Für einen fairen Vergleich sollten immer die Gesamtkosten über die Laufzeit berechnet und Aktionsangebote geprüft werden. Für E-Fahrzeuge bietet Leasing besonders attraktive steuerliche Vorteile.

Weiterführende Artikel

Häufig gestellte Fragen

Welche Leasinggesellschaften gibt es in Österreich?

Die größten Leasinggesellschaften in Österreich sind unter anderem Raiffeisen-Leasing, UniCredit Leasing, Erste Leasing, Porsche Bank und Mercedes-Benz Financial Services.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.