Jugendkonto Österreich: Ab 7/12/14 Jahren

Jugendkonto Österreich 2026: Ab 7, 12 oder 14 Jahren. Taschengeld-Karte, Dispo & Vergleich aller Banken. Jetzt Jugendkonto finden!

Aktualisiert: 03. April 2026 13 Min. Lesezeit

Jugendkonto in Österreich 2026: Der Ratgeber für Eltern und Kinder

Das erste eigene Konto ist für viele Kinder und Jugendliche ein wichtiger Schritt in die finanzielle Selbstständigkeit. Taschengeld, Verwandtenbesuche mit Geldgeschenken, erste Einkäufe im Einzelhandel oder online — all das lässt sich heute einfacher über ein Jugendkonto verwalten als über die klassische Sparbüchse zu Hause. Für Eltern bietet das Jugendkonto die Möglichkeit, den Umgang mit Geld pädagogisch zu begleiten, Taschengeld digital und regelmäßig per Dauerauftrag zu übergeben und einen Überblick über die Ausgaben des Kindes zu behalten.

Was ist ein Jugendkonto?

Ein Jugendkonto ist ein Girokonto für Kinder und Jugendliche, das speziell auf deren Bedürfnisse zugeschnitten ist. Es unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht vom regulären Girokonto für Erwachsene: Es ist kostenlos (keine Kontoführungsgebühr, oft auch keine Kartengebühr), es kann ausschließlich im Haben geführt werden (kein Dispositionsrahmen), es erfordert die Zustimmung der Erziehungsberechtigten, und es bietet je nach Alter abgestufte Verfügungsmöglichkeiten.

Die Altersstruktur variiert je nach Bank. Üblich sind folgende Abstufungen: Kinderkonten ab etwa 7 Jahren (mit stark eingeschränkten Funktionen, meist nur für Bareinzahlungen und Barabhebungen durch die Eltern), Jugendkonten ab 12 oder 14 Jahren (mit eigener Bankomatkarte und erweiterten Funktionen), und ab 14 Jahren können Jugendliche bereits eigenständig über das Konto verfügen, sofern die Erziehungsberechtigten zugestimmt haben.

Rechtliche Grundlagen

Rechtlich ist die Kontoführung minderjähriger Personen im österreichischen Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) geregelt. Bis zum vollendeten 7. Lebensjahr sind Kinder vollkommen geschäftsunfähig — sie können selbst gar keine Rechtsgeschäfte abschließen, auch kein Konto eröffnen. Zwischen 7 und 14 Jahren sind Kinder beschränkt geschäftsfähig; sie können nur “altersgemäße Geschäfte des täglichen Lebens” selbstständig abschließen (Taschengeldparagraph, § 151 Abs. 3 ABGB). Ab 14 Jahren erweitert sich diese Fähigkeit, und ab der Volljährigkeit (18 Jahre) ist die Person vollgeschäftsfähig.

Für die Kontoeröffnung ist bis zur Volljährigkeit die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter (in der Regel beide Elternteile bei gemeinsamer Obsorge) erforderlich. Die Bank prüft bei der Eröffnung, wer obsorgeberechtigt ist, und verlangt gegebenenfalls eine Geburtsurkunde, Scheidungsurkunde oder Obsorgebeschluss.

Altersabhängige Kontomodelle

Die Banken in Österreich haben ihre Jugendkontenmodelle meist nach Altersstufen gegliedert. Diese Struktur folgt den entwicklungspsychologischen und rechtlichen Gegebenheiten und bietet je nach Alter passende Funktionen.

Kinderkonto ab 7 Jahren

Ab dem siebten Lebensjahr können Eltern für ihre Kinder ein Kinderkonto eröffnen. Dieses dient zunächst als Sparkonto mit limitierten Funktionen: Einzahlungen sind jederzeit möglich, Abhebungen nur durch die Erziehungsberechtigten oder mit deren Zustimmung. Eine eigene Bankomatkarte gibt es in dieser Altersstufe noch nicht immer — einige Banken geben sie aber bereits ab 7 Jahren aus, allerdings mit deutlich reduzierten Limits (beispielsweise 20 Euro pro Woche). Das Kinderkonto ist ein pädagogisches Instrument, um schon früh ein Grundverständnis für Geld, Sparen und finanzielle Verantwortung zu vermitteln.

Jugendkonto ab 12 Jahren

Ab 12 Jahren wird das Jugendkonto interessanter: Die meisten Banken geben eine eigene Bankomatkarte aus, die Jugendliche selbstständig nutzen können. Die Verfügungsgrenzen sind allerdings noch begrenzt — typischerweise liegen die Tages- oder Wochenlimits zwischen 20 und 100 Euro, je nach Bank und Zustimmung der Eltern. Online-Banking-Zugriff ist in diesem Alter oft vorhanden, allerdings mit elterlicher Kontrolle.

Jugendkonto ab 14 Jahren

Mit 14 Jahren beginnt nach österreichischem Recht die beschränkte Geschäftsfähigkeit. Jugendliche können ab diesem Alter eigenständig über ihr Taschengeld verfügen und Geschäfte des täglichen Lebens abschließen. Entsprechend großzügiger sind die Verfügungsrahmen der Banken. Eine eigene Bankomatkarte mit realistischen Limits, vollwertiger Online-Banking-Zugriff und teilweise auch mobiles Bezahlen mit Apple Pay oder Google Pay sind üblich.

Übergang zum Erwachsenenkonto

Mit dem 18. Geburtstag wird das Jugendkonto automatisch in ein reguläres Girokonto oder Studentenkonto umgewandelt. Die Gratis-Kondition endet meist, weshalb es sinnvoll ist, frühzeitig über das dann folgende Modell nachzudenken. Bei den meisten Banken wird automatisch auf das Studentenkonto umgestellt, wenn das Kind zu diesem Zeitpunkt studiert und die Inskriptionsbestätigung vorlegt.

Die besten Jugendkonten in Österreich 2026

Fast alle österreichischen Banken bieten Jugendkonten an, zunehmend ergänzt durch digitale Taschengeld-Apps von Neobanken. Hier ein Überblick über die relevanten Angebote 2026.

Erste Bank sLoop Junior und sLoop

Die Erste Bank bietet mit “sLoop Junior” ein Kinderkonto ab 7 Jahren und mit “sLoop” ein Jugendkonto bis 30 Jahre. Beide sind komplett kostenlos und beinhalten Kontoführung, Bankomatkarte und Online-Banking. Ab 14 Jahren erhalten Jugendliche Zugang zur George-App, die auch für Erwachsene preisgekrönt ist. Die Sparkassen bieten vergleichbare Modelle an.

Raiffeisen Sumsi und Flizzi

Die Raiffeisen-Bankengruppe ist in Österreich bekannt für ihre Kinder- und Jugendprogramme. “Sumsi” ist das Maskottchen für Kinder und beliebt seit Generationen. “Flizzi” ist das Jugendkonto für etwas ältere Kinder. Beide Modelle sind kostenlos und werden in den einzelnen Landesbanken mit regional leicht unterschiedlichen Konditionen angeboten. Ab 14 Jahren kommen vollwertige Bankomatkarten und die Mein-ELBA-App zum Einsatz.

Bank Austria MeineKarte

Die Bank Austria offeriert ein kostenloses Jugendkonto, das ab der Volljährigkeit in ein reguläres Modell übergeht. Die BankingApp ist modern und bietet alle Features, die jüngere Nutzer erwarten.

BAWAG P.S.K. KontoBox Junior

Die BAWAG P.S.K. bietet ein spezielles Juniorkonto an, das bis zum 19. Lebensjahr kostenlos geführt wird. Dank des ausgedehnten Postpartnernetzes sind Bareinzahlungen in ganz Österreich möglich, was gerade für Großeltern eine beliebte Option zum Einzahlen von Geldgeschenken ist.

Revolut <18 Plan

Ein relativ neues Angebot: Revolut bietet mit dem “Revolut <18”-Plan eine Lösung speziell für Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren an. Eltern verwalten das Konto über ihre eigene Revolut-App und können zeitliche sowie betragsmäßige Limits setzen, die einzelnen Ausgabenkategorien freigeben (zum Beispiel Online-Shopping verbieten) und Taschengeld automatisch per Dauerauftrag überweisen. Das Kind erhält eine eigene Karte im Kinder-Design und kann mit der eigenen Revolut-App seine Finanzen verwalten — alles unter elterlicher Aufsicht. Der Plan ist für Revolut-Premium-Mitglieder kostenlos, für Standard-Mitglieder gibt es einen moderaten Aufpreis.

bunq Kids

Die Neobank bunq bietet ein ähnliches Konzept: bunq Kids erlaubt Eltern, für ihre Kinder eigene Unterkonten mit Karte und kontrollierten Ausgabenlimits einzurichten. Die Funktionen sind in der bunq-Premium-Mitgliedschaft enthalten.

N26 Spaces für Kinder

Während N26 keine dezidiertes Jugendkonto anbietet, können Eltern mit den N26 “Spaces” Unterkonten einrichten, auf die sie Taschengeld überweisen. Eine eigene Karte für Kinder gibt es bei N26 allerdings nicht.

Was ein gutes Jugendkonto auszeichnet

Nicht jedes Jugendkonto ist gleich — die Details machen den Unterschied. Folgende Merkmale sollten Eltern und Jugendliche bei der Auswahl besonders beachten.

Elterliche Kontrolle und Transparenz

Gerade für jüngere Jugendliche ist es wichtig, dass die Eltern einen guten Überblick über das Konto behalten können. Moderne Apps bieten hier umfangreiche Möglichkeiten: Eltern können über ihre eigene App auf das Konto des Kindes zuschauen, Benachrichtigungen bei jeder Transaktion erhalten, Limits anpassen, bestimmte Ausgabenkategorien sperren (zum Beispiel Glücksspiel, Alkohol oder bestimmte Online-Shops) und Einzahlungen per Dauerauftrag automatisieren. Besonders stark in dieser Hinsicht sind Revolut <18 und bunq Kids.

Sicherheit der Karte

Die Bankomatkarte eines Jugendlichen sollte sichere Nutzung ermöglichen: Kontaktloses Bezahlen mit niedrigen Limits, keine Kreditkartenfunktion, einfache Sperrmöglichkeit bei Verlust per App. Bei den meisten Banken können Eltern die Karte des Kindes sofort über die App sperren, wenn sie verloren geht.

Taschengeld-Funktionen

Automatisch wiederkehrende Überweisungen (Daueraufträge) sind die einfachste Art, Taschengeld zu überweisen. Praktisch sind auch Zusatzfeatures wie “Taschengeld an Bedingungen koppeln”, die einige Banken anbieten — zum Beispiel zusätzliche Zahlungen nur bei erfüllten Aufgaben im Haushalt.

Sparfunktionen

Ein gutes Jugendkonto bietet nicht nur Ausgabenmöglichkeiten, sondern auch pädagogisch sinnvolle Sparfunktionen: Unterkonten für spezielle Sparziele (“Neues Fahrrad”, “Konzertticket”, “Führerschein”), automatische Rundungen bei Kartenzahlungen (“Round-up” — der Restbetrag wandert auf ein Sparunterkonto) oder reguläre Sparpläne mit kleinen monatlichen Beträgen.

So eröffnen Sie ein Jugendkonto: Schritt für Schritt

Die Eröffnung eines Jugendkontos funktioniert anders als die eines Erwachsenen-Kontos, weil die elterliche Zustimmung erforderlich ist. Hier die wichtigsten Schritte.

Vorbereitung

Überlegen Sie als Eltern zunächst, welche Bank zu Ihren und den Bedürfnissen Ihres Kindes passt. Wenn Sie selbst bei einer bestimmten Bank sind, ist die Eröffnung dort oft besonders einfach, weil Ihre Identität bereits bekannt ist. Wenn Sie Wert auf die modernste Technologie legen, sind Neobanken wie Revolut <18 oder bunq Kids eine gute Wahl.

Erforderliche Unterlagen

Für die Eröffnung benötigen Sie in der Regel: die Geburtsurkunde des Kindes, einen Lichtbildausweis des Kindes (ab einem gewissen Alter) oder zumindest die E-Card, die Meldebescheinigungen von Kind und Eltern, die Identitätsnachweise der Erziehungsberechtigten und bei getrennten Eltern gegebenenfalls einen Obsorgebeschluss.

Vor Ort oder online

Bei Filialbanken erfolgt die Eröffnung meist persönlich in der Filiale, da die elterliche Zustimmung und die Identität des Kindes vor Ort verifiziert werden. Einige Banken ermöglichen mittlerweile auch eine teilweise digitale Eröffnung, bei der die Eltern einen Termin vereinbaren und die Unterlagen digital einreichen. Bei Neobanken mit Kinderkonten (wie Revolut oder bunq) läuft der Prozess über die eigene Eltern-App: Die Eltern starten die Kontoeröffnung für das Kind, erfassen dessen Daten und erhalten anschließend die Karte per Post.

Aktivierung der Karte

Nach Eröffnung des Kontos wird die Karte per Post zugestellt, meist innerhalb von 5 bis 10 Werktagen. Die Karte muss in der Regel an einem Bankomaten oder per App aktiviert werden, dann ist sie einsatzbereit. Die PIN wird separat per Post zugestellt.

Tipps für die finanzielle Erziehung

Ein Jugendkonto ist mehr als ein Zahlungsinstrument — es ist ein pädagogisches Werkzeug. Eltern können damit ihre Kinder an den bewussten Umgang mit Geld heranführen. Einige Tipps aus der Praxis.

Regelmäßiges Taschengeld

Das Taschengeld sollte regelmäßig und verlässlich überwiesen werden. Die Höhe hängt vom Alter ab — übliche Empfehlungen für Österreich 2026 sind: ab 6 Jahren etwa 2 Euro pro Woche, ab 10 Jahren etwa 20 Euro pro Monat, ab 14 Jahren etwa 35 Euro pro Monat, ab 16 Jahren 50 bis 80 Euro pro Monat. Diese Beträge sind Richtwerte und müssen an die familiäre Situation angepasst werden.

Gespräche über Ausgaben

Nutzen Sie die Transparenz der Banking-App, um mit Ihrem Kind über Ausgaben zu sprechen — ohne Kontrolle, sondern als Gespräch. Was hat das Kind gekauft? Wofür hat es gespart? Welche Wünsche stehen an? Durch solche Gespräche lernen Kinder, ihre Entscheidungen zu reflektieren und Prioritäten zu setzen.

Sparziele gemeinsam definieren

Gemeinsam festgelegte Sparziele motivieren mehr als ein anonymer Sparauftrag. “Wir sparen für ein neues Fahrrad” oder “für das Konzert im Sommer” — solche konkreten Ziele helfen Kindern zu verstehen, wie Sparen funktioniert und welches Ergebnis es bringt. Moderne Apps unterstützen solche Sparziele mit Fortschrittsanzeigen.

Fehler erlauben

Es ist okay, wenn Ihr Kind gelegentlich sein gesamtes Taschengeld in einer Woche ausgibt und dann zwei Wochen warten muss. Diese Erfahrung ist lehrreich und hilfreicher als eine ständige elterliche Korrektur. Kleine finanzielle “Fehler” in jungen Jahren sind harmlos und bilden wichtiges Finanzwissen.

Sicherheit bei Jugendkonten

Die Sicherheit ist beim Jugendkonto ein wichtiger Punkt, weil Kinder und Jugendliche oft weniger erfahren im Umgang mit digitalen Zahlungen sind. Einige Sicherheitsaspekte sollten Sie als Eltern besonders beachten.

PIN-Sicherheit

Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass der PIN niemals weitergegeben oder aufgeschrieben werden darf. Die PIN sollte nicht als Geburtsdatum oder offensichtliche Zahl wie “1234” gewählt werden.

Vorsicht vor Phishing

Kinder und Jugendliche sind häufig Ziel von Phishing-Versuchen, vor allem auf Social Media. Klären Sie Ihr Kind auf: Eine Bank wird niemals per E-Mail, SMS oder Direktnachricht nach Zugangsdaten fragen. Verdächtige Nachrichten sollen sofort gemeldet werden.

Limits setzen

Nutzen Sie die Möglichkeit, Ausgabenlimits für die Karte zu definieren. Ein Tageslimit von 30 bis 50 Euro ist für die meisten Jugendlichen mehr als ausreichend und schützt vor größeren Schäden bei Kartenverlust oder Missbrauch.

Kontoführung überwachen

Schauen Sie regelmäßig gemeinsam mit Ihrem Kind in die Banking-App. Das ist keine Kontrolle, sondern ein Lernmoment — wo ist das Geld geblieben, welche Zahlungen sind erklärbar, welche nicht?

Geld und Pädagogik: Wie Kinder den Umgang mit Finanzen lernen

Finanzkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation für das Erwachsenenleben — und sie beginnt im Kindesalter. Das Jugendkonto ist dabei ein wichtiges Werkzeug, aber es ersetzt nicht die elterliche Erziehung. Studien zeigen, dass Kinder, die schon früh mit eigenem Geld umgehen dürfen und dabei von den Eltern begleitet werden, im Erwachsenenalter seltener in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Österreichische Nationalbank (OeNB) hat in den letzten Jahren mehrere Studien zur Finanzkompetenz veröffentlicht und festgestellt, dass junge Erwachsene in Österreich deutliche Lücken im Grundwissen aufweisen — etwa beim Verständnis von Zinseszins, Inflation oder Kreditkosten.

Das Jugendkonto bietet hier eine konkrete Übungsmöglichkeit. Kinder können im geschützten Rahmen erste Erfahrungen mit eigener Geldverwaltung sammeln, Fehler machen (und aus ihnen lernen), Wünsche mit der Realität abgleichen und den Wert des Geldes erfahren. Eltern können begleitend erklären, warum bestimmte Ausgaben sinnvoll sind und andere nicht, wie Sparen funktioniert und warum es sich lohnt.

Das Taschengeld-Experiment

Eine bewährte Methode, um Kindern den Umgang mit Geld zu vermitteln, ist das sogenannte “Taschengeld-Experiment”. Statt wöchentlich oder monatlich kleine Beträge zu zahlen, wird das gesamte Monatsbudget — inklusive bestimmter “neuer Ausgaben”, die früher die Eltern übernommen haben — auf das Jugendkonto überwiesen. Das Kind muss dann selbst entscheiden, wie es dieses Budget einteilt. Mögliche Positionen sind Kleidung, Schulsachen, Hobbys, Süßigkeiten, Handyvertrag, Freizeit.

Am Anfang wird das Kind vermutlich Fehler machen und am Ende des Monats ohne Geld dastehen. Das ist ein wichtiger Lernprozess. Mit der Zeit entwickeln die meisten Kinder ein Gefühl dafür, wie Budget funktioniert, lernen Prioritäten zu setzen und entwickeln Spardisziplin. Der Ansatz wird vor allem ab 14 Jahren empfohlen, wenn die Kinder intellektuell in der Lage sind, längerfristig zu planen.

Digitale Finanzkompetenz: Chance und Herausforderung

Moderne Jugendliche wachsen in einer Welt auf, in der Geld zunehmend digital ist. Bargeld wird seltener benutzt, Bezahlen erfolgt mit Karte oder Smartphone, Überweisungen laufen per App. Das hat Vor- und Nachteile: Auf der einen Seite lernen Kinder früh moderne Technologien kennen. Auf der anderen Seite fehlt oft das “Gefühl” für Geld, weil die Transaktion abstrakt und nicht mehr haptisch erlebt wird. Ein physischer Geldschein, der das Geldbörsel verlässt, hinterlässt einen anderen Eindruck als eine Kartenzahlung, bei der das Geld nur als Zahl auf einem Bildschirm zu sehen ist.

Eltern sollten bewusst beide Welten vermitteln: einerseits die digitale Bezahlung mit ihrer Bequemlichkeit und Transparenz, andererseits auch den Umgang mit Bargeld, um das Gefühl für Wertigkeit zu bewahren. Ein Ansatz: Ein Teil des Taschengelds fließt digital aufs Konto, ein anderer Teil wird in bar übergeben.

Schutz vor Missbrauch und Betrug

Jugendliche sind eine beliebte Zielgruppe für Online-Betrüger. Fake Shops im Internet, Phishing-Mails, falsche Gewinnspiele, vermeintlich kostenlose Apps mit versteckten In-App-Käufen — all das lauert im Alltag junger Nutzer. Eltern sollten ihre Kinder frühzeitig sensibilisieren.

Konkrete Tipps: Klären Sie Ihr Kind über die Grundregeln auf — niemals persönliche Zugangsdaten teilen, niemals auf Links in verdächtigen E-Mails klicken, immer skeptisch sein bei Angeboten, die zu gut klingen. Aktivieren Sie in der Banking-App die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Setzen Sie Limits für Online-Zahlungen und Kartennutzung. Nutzen Sie die Möglichkeit, bestimmte Händlerkategorien zu sperren (z.B. Glücksspiel, Krypto). Bei Revolut <18 und bunq Kids ist das über die Eltern-App direkt möglich.

Steuerliche Freibeträge und Jugendliche

Eine interessante Frage für ältere Jugendliche: Ab wann fallen Steuern an? In Österreich gilt 2026 ein allgemeiner Steuerfreibetrag von rund 13.539 Euro pro Jahr. Das bedeutet: Wer weniger als diesen Betrag verdient, zahlt keine Einkommensteuer. Für die meisten Jugendlichen mit einem Ferienjob oder einer geringfügigen Beschäftigung ist das relevant — sie müssen keine Steuererklärung abgeben und erhalten ihren gesamten Lohn netto.

Geldgeschenke von Verwandten (zum Beispiel zu Weihnachten, zum Geburtstag oder zum Schulabschluss) sind in Österreich steuerfrei, unabhängig von der Höhe. Erst bei größeren Zuwendungen (Schenkung von Immobilien, Wertpapieren oder sehr großen Geldbeträgen) greifen gegebenenfalls besondere Regelungen, die aber im Jugendkonten-Alltag kaum relevant sind.

Erbschaft und Geldgeschenke auf dem Jugendkonto

Ein besonderer Fall ist das Jugendkonto als Empfänger von Erbschaften oder größeren Geldgeschenken. Großeltern hinterlassen ihren Enkeln manchmal größere Summen, die auf das Jugendkonto fließen. Bei Minderjährigen sind in solchen Fällen die gesetzlichen Vertreter (Eltern) zunächst verpflichtet, das Geld im Interesse des Kindes zu verwalten. Sie dürfen es nicht für eigene Zwecke verwenden, sondern müssen es für das Kind anlegen oder aufbewahren.

Größere Summen auf einem Jugendkonto machen allerdings wenig Sinn, da Girokonten praktisch keine Zinsen bieten. Für ansparbare Beträge sollten Eltern ein Sparbuch, einen Bausparvertrag oder ein Kinderdepot für Wertpapiere in Betracht ziehen. Besonders empfehlenswert sind Sparpläne auf ETFs, die über viele Jahre hinweg erhebliches Vermögen aufbauen können. Ein monatlicher Sparplan mit 50 Euro über 18 Jahre kann bei durchschnittlicher Aktienrendite auf über 20.000 Euro anwachsen — ein schönes Startkapital für den Berufseinstieg oder das Studium.

Jugendkonto und Ferienjob

Viele Jugendliche verdienen ihr erstes eigenes Geld im Sommer durch einen Ferienjob. Die Abrechnung erfolgt auf das Jugendkonto, was bereits früh die Erfahrung vermittelt, wie Gehaltszahlungen aussehen und wie man damit umgeht. Für Ferienjobs unter 18 gilt das Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz, das bestimmte Arbeitsarten und Arbeitszeiten einschränkt. Kinder unter 15 dürfen grundsätzlich nicht arbeiten (Ausnahmen sind Werbe- oder künstlerische Tätigkeiten mit behördlicher Bewilligung), Jugendliche zwischen 15 und 18 dürfen in den Ferien leichte Tätigkeiten verrichten.

Das auf dem Jugendkonto landende Geld ist ein wichtiger Lernmoment: Was verdiene ich in wie vielen Stunden? Wie viel Zeit brauche ich, um mir einen bestimmten Wunsch zu erfüllen? Diese Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen.

Ein Jugendkonto ist in Österreich 2026 für fast jedes Kind ab 12 Jahren sinnvoll. Es bietet die Grundlage für den verantwortungsvollen Umgang mit Geld, schafft Transparenz zwischen Eltern und Kindern und öffnet die Tür zur modernen, digitalen Zahlungswelt. Die Auswahl ist groß: Klassische Filialbanken wie Erste Bank, Raiffeisen, Bank Austria oder BAWAG P.S.K. bieten solide Jugendkonten mit lokalen Vorteilen (Filialnetz, persönliche Beratung, regionale Traditionen wie Sumsi oder sLoop Junior). Neobanken wie Revolut <18 und bunq Kids setzen stark auf elterliche Kontrollmöglichkeiten und moderne App-Features. Entscheidend ist nicht primär die Bank, sondern die pädagogische Begleitung durch die Eltern: Ein gut geführtes Taschengeld, offene Gespräche über Ausgaben und das Erlauben kleiner Fehler legen die Basis für finanzielle Kompetenz, die das Kind ein Leben lang tragen wird.

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Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter kann ein Jugendkonto eröffnet werden?

Kinderkonten können ab etwa 7 Jahren eröffnet werden, klassische Jugendkonten ab 12 bis 14 Jahren. Bis zur Volljährigkeit ist immer die Zustimmung der Erziehungsberechtigten erforderlich. Verfügungen werden je nach Alter schrittweise erweitert.

Brauche ich die Zustimmung beider Elternteile?

Ja, bei minderjährigen Kindern ist die Zustimmung beider Erziehungsberechtigten (bei gemeinsamer Obsorge) erforderlich. Bei alleiniger Obsorge reicht die Zustimmung des betreuenden Elternteils. Die Identifikation des Kindes muss ebenfalls erfolgen.

Ist das Jugendkonto wirklich kostenlos?

Ja, praktisch alle österreichischen Banken bieten Jugend- und Kinderkonten vollständig kostenlos an. Auch die Bankomatkarte ist in der Regel gebührenfrei. Die Gratis-Kondition gilt in der Regel bis zum 18. oder 19. Geburtstag.

Bekommt mein Kind einen Dispokredit?

Nein, minderjährige Kontoinhaber bekommen keinen Dispositionsrahmen. Das Konto kann nur im Haben geführt werden, um Schulden frühzeitig zu vermeiden. Diese Regel ist gesetzlich verankert und gilt für alle Banken.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.