Konto für Selbstständige Österreich 2026

Konto für Selbstständige Österreich 2026: Business-Konten im Vergleich, Kosten, Pflicht & Alternativen. Jetzt bestes Konto für Ihr Business!

Aktualisiert: 03. April 2026 15 Min. Lesezeit

Konto für Selbstständige in Österreich 2026: Der Ratgeber

Selbstständigkeit ist in Österreich 2026 so vielfältig wie nie zuvor: Vom klassischen Handwerksbetrieb über den Ein-Personen-Unternehmer (EPU) in der Kreativbranche, den Freiberufler mit wechselnden Projekten bis hin zum Start-up-Gründer — sie alle brauchen ein Konto, das zu ihrer geschäftlichen Tätigkeit passt. Während Kapitalgesellschaften rechtlich zur Führung eines Geschäftskontos verpflichtet sind, haben Einzelunternehmer und Freiberufler theoretisch die Wahl. Praktisch führt jedoch kein Weg an einem dedizierten Business-Konto vorbei.

Warum ein separates Konto für Selbstständige?

Die Frage, ob Selbstständige ein separates Geschäftskonto brauchen, wird häufig gestellt. Während die gesetzliche Pflicht nur für Kapitalgesellschaften gilt, gibt es eine Reihe guter Gründe, warum auch Einzelunternehmer und Freiberufler von Anfang an auf ein getrenntes Konto setzen sollten.

Rechtliche Klarheit

Auch wenn Einzelunternehmer nicht per Gesetz zur Trennung verpflichtet sind, verlangen viele Banken in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ausdrücklich, dass private Girokonten nicht für gewerbliche Zwecke genutzt werden dürfen. Wer sein Privatkonto trotzdem beruflich nutzt, riskiert eine Kündigung durch die Bank. Einige Banken drücken hier noch beide Augen zu — insbesondere bei geringem Geschäftsvolumen —, aber die Rechtsgrundlage ist eindeutig.

Buchhalterische Übersicht

Der wichtigste praktische Grund ist die buchhalterische Sauberkeit. Wer alle Geschäftsein- und -ausgänge auf einem separaten Konto führt, spart enormen Aufwand bei der Buchhaltung. Statt jeden einzelnen Transaktion manuell als “privat” oder “geschäftlich” zu klassifizieren, kann der Kontoauszug direkt als Grundlage für die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (bei Einzelunternehmen) oder Bilanz (bei größeren Betrieben) verwendet werden. Moderne Business-Konten bieten zudem direkte Schnittstellen zu gängiger Buchhaltungssoftware, wodurch die meisten Buchungen automatisch zugeordnet werden können.

Steuerliche Nachweisführung

Bei einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt sind saubere Kontoauszüge Gold wert. Das Finanzamt will sehen, welche Ausgaben betrieblich veranlasst waren und welche privat. Ein gemischtes Konto erschwert diese Nachweisführung erheblich und kann im Zweifel zur Nichtanerkennung betrieblicher Ausgaben führen. Mit einem dedizierten Business-Konto ist die Trennung automatisch gewährleistet.

Professionelles Auftreten

Ein weiterer Vorteil ist das professionelle Auftreten gegenüber Kunden und Geschäftspartnern. Eine Rechnung, auf der das Geschäftskonto mit Firmennamen (oder bei Einzelunternehmen “Max Mustermann e.U.” oder “Vorname Nachname — Berufsbezeichnung”) angegeben ist, wirkt seriöser als eine Überweisung auf ein privates Konto. Dieser Eindruck kann gerade bei Neukunden und größeren Auftraggebern den Unterschied machen.

Wer ist selbstständig in Österreich?

Der Begriff “Selbstständige” umfasst in Österreich eine sehr heterogene Gruppe. Je nach Rechtsform und Art der Tätigkeit gelten unterschiedliche Regeln und Empfehlungen für das richtige Konto.

Einzelunternehmer

Einzelunternehmer (e.U.) sind natürliche Personen, die gewerblich oder beruflich selbstständig tätig sind. Dazu gehören Handwerker, Gastronomen, Händler, aber auch IT-Selbstständige, Berater und Dienstleister. Sie haften persönlich mit ihrem gesamten Vermögen und sind steuerlich entweder Einnahmen-Ausgaben-Rechner oder bilanzpflichtig (ab bestimmten Umsatzgrenzen). Eine gesetzliche Pflicht zur Führung eines Geschäftskontos gibt es nicht, aber wie erläutert ist es praktisch unumgänglich.

Freiberufler

Freiberufler sind Angehörige der “freien Berufe” — dazu zählen in Österreich Ärzte, Rechtsanwälte, Notare, Architekten, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Ingenieurkonsulenten und bestimmte Kreativberufe. Viele Freiberufler sind formal Einzelunternehmer, unterliegen aber teilweise besonderen Kammerpflichten und Rechtsformvorgaben. Auch für sie gilt: Ein eigenes Geschäftskonto ist dringend zu empfehlen.

Neue Selbstständige

Die “Neuen Selbstständigen” sind eine besondere Kategorie in Österreich, die im Gewerbe- und Sozialversicherungsrecht verankert ist. Es handelt sich um Personen, die selbstständig tätig sind, aber keinem Gewerbeschein oder freien Beruf unterliegen (zum Beispiel Journalisten, Autoren, Vortragende, Coaches, Wissenschaftler). Sie sind in der Gewerblichen Sozialversicherung (GSVG) pflichtversichert, sobald bestimmte Einkommensgrenzen überschritten werden. Auch sie brauchen ein Geschäftskonto.

Personengesellschaften

Offene Gesellschaften (OG), Kommanditgesellschaften (KG) und Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GesbR) sind Zusammenschlüsse mehrerer natürlicher Personen, die gemeinsam ein Unternehmen betreiben. Eine gesetzliche Pflicht zur Führung eines eigenen Kontos besteht zwar nicht, ein Geschäftskonto ist aber wegen der gemeinsamen Geschäftsführung und der nötigen Transparenz praktisch unverzichtbar.

Kapitalgesellschaften

Kapitalgesellschaften — in Österreich vor allem die GmbH und die seit 2024 verfügbare FlexCo (Flexible Kapitalgesellschaft) — sind zur Führung eines Geschäftskontos gesetzlich verpflichtet. Das Konto lautet auf den Firmennamen, und die Trennung vom Privatvermögen der Gesellschafter ist eine Grundvoraussetzung der Rechtsform.

Die wichtigsten Anbieter für Selbstständige 2026

Der Markt für Business-Konten in Österreich ist 2026 vielfältiger als je zuvor. Neben den klassischen Großbanken haben sich spezialisierte Business-Neobanken etabliert, die insbesondere auf die Bedürfnisse von Freiberuflern und Kleinunternehmern zugeschnitten sind.

Qonto

Qonto ist ein 2016 in Frankreich gegründetes FinTech und inzwischen in Österreich stark vertreten. Das Angebot richtet sich an Freiberufler, Einzelunternehmer und kleine Unternehmen. Die Pakete beginnen bei 9 Euro pro Monat für Solopreneurs und gehen bis zu 249 Euro für große Unternehmen. Qonto punktet mit vollständig digitaler Kontoeröffnung, tiefer Integration in Buchhaltungssoftware (BMD, DATEV, Lexware), automatischer Belegerkennung, Teamfeatures, mehreren Nutzerrollen, virtuellen Karten, integrierter Ausgabenverwaltung und exzellenter App-Qualität. Für viele Solo-Selbstständige und kleine Teams ist Qonto die bevorzugte Wahl.

Finom

Finom ist ein europäisches FinTech mit Niederlassungen in mehreren EU-Ländern. Das Angebot richtet sich an Freiberufler und kleine Unternehmen und beginnt mit einem Basismodell ab 0 Euro pro Monat (mit begrenzten Leistungen) bis zum Corporate-Paket. Besondere Stärken sind die integrierte Rechnungserstellung, automatische Umsatzsteuerberechnung, Vorlagen für österreichisches Recht und die direkte Verbindung zu Buchhaltungsplattformen. Finom positioniert sich als “All-in-One-Lösung” für Solopreneurs, die Konto, Rechnungsstellung und Buchhaltung in einer Anwendung vereinen wollen.

N26 Business

N26 bietet mit N26 Business Standard ein kostenloses Business-Konto für Selbstständige und Einzelunternehmer an. Enthalten sind eine Debit-Mastercard mit Cashback auf Kartenzahlungen, kostenlose Euro-Überweisungen und die gewohnte N26-App mit Unterkonten und Budgetfunktionen. Premium-Varianten (N26 Business Smart, Business You, Business Metal) bieten zusätzliche Features wie Versicherungspakete, Reisevergünstigungen und höhere Cashback-Raten. N26 Business ist vor allem für Einzelunternehmer interessant, die eine moderne, einfache Lösung ohne viel Overhead suchen.

Revolut Business

Revolut Business richtet sich an international tätige Unternehmen. Das Angebot reicht vom kostenlosen Einstiegsmodell bis zu Premium-Tarifen ab etwa 25 Euro pro Monat. Besondere Stärken sind die Multi-Currency-Funktionen (Konten in mehreren Währungen, automatischer Wechsel zum Interbankenkurs), Bulk-Überweisungen, API-Anbindung und das umfangreiche Expense-Management. Für Unternehmen mit internationalem Kundenkreis und häufigen Fremdwährungstransaktionen ist Revolut Business oft die günstigste Lösung.

bunq Business

Die niederländische Neobank bunq bietet spezielle Business-Konten mit starkem Nachhaltigkeitsfokus. Für jeden Kartenumsatz werden Bäume gepflanzt, die Bank investiert ausschließlich in grüne Projekte. Die Tarife beginnen bei rund 11 Euro monatlich. Enthalten sind Unterkonten, mehrere Karten, automatische Steuer-Rücklagen, API-Anbindung und die innovativen bunq-Features wie “Travel Mode” oder “Green Card”.

Erste Bank Business

Die Erste Bank und ihre Sparkassen bieten klassische Firmenkonten für Einzelunternehmer und kleine Unternehmen an. Die Pakete reichen vom einfachen Startermodell für rund 10 Euro monatlich bis zu Premium-Paketen mit umfangreichen Leistungen. Vorteile sind die persönliche Beratung in der Filiale, die Integration in die George-App (auch für Geschäftskunden) und die Möglichkeit, bei Bedarf Kredite, Leasing oder Factoring direkt bei der Hausbank zu beziehen.

Raiffeisen Firmenkonto

Die Raiffeisen-Landesbanken bieten regional unterschiedlich ausgestaltete Firmenkonten an. Die Konditionen variieren, das Produktspektrum ist breit. Besondere Stärken sind das dichte Filialnetz und die starke regionale Verankerung, die bei lokal tätigen Kleinunternehmen oft wichtig sind.

Bank Austria Business

Die Bank Austria bietet mit ihrem Business-Portfolio verschiedene Konten für Selbstständige und Unternehmen an. Die Einstiegsmodelle beginnen bei rund 15 Euro monatlich, Premium-Pakete können bei 40 bis 50 Euro liegen. Stärken sind das internationale Angebot dank UniCredit-Gruppe und das umfangreiche Trade-Finance-Portfolio für exportorientierte Unternehmen.

BAWAG P.S.K. Business

Die BAWAG P.S.K. Business-Konten profitieren vom dichten Postpartnernetz, das für Handwerksbetriebe und Gewerbetreibende, die regelmäßig Bareinzahlungen tätigen müssen, von Vorteil ist.

Easybank Business

Die Easybank bietet ein Business-Konto mit niedriger Grundgebühr und einfacher Online-Abwicklung. Es eignet sich für Einzelunternehmer, die keine persönliche Beratung brauchen und Wert auf niedrige Kosten legen.

DADAT Bank Business

Die DADAT Bank kombiniert Business-Konten mit Wertpapierhandel. Für Selbstständige, die auch privat oder geschäftlich investieren, kann das eine attraktive Lösung sein.

Gebühren und Kosten 2026

Die Kosten für ein Business-Konto in Österreich 2026 sind stark unterschiedlich. Wichtig ist, nicht nur auf die monatliche Grundgebühr zu schauen, sondern die Gesamtkosten zu berechnen.

Monatliche Grundgebühr

Neobanken bieten Basisversionen ab 0 Euro pro Monat (N26 Business Standard, Finom Basic) bis 15 Euro pro Monat (Qonto Solo). Standard-Filialbanken verlangen zwischen 15 und 30 Euro pro Monat für einfache Business-Konten, 30 bis 50 Euro für Premium-Varianten. Spezial-Anbieter wie Revolut Business oder bunq Business liegen in der Mitte zwischen 10 und 30 Euro.

Buchungsposten

Einige Banken verrechnen Buchungsposten pro Transaktion (0,15 bis 0,60 Euro pro Buchung). Bei aktiven Unternehmen mit 500 bis 1.000 Buchungen pro Jahr summiert sich das auf 75 bis 600 Euro zusätzlich. Moderne Business-Neobanken verzichten meist auf solche Einzelposten.

Debit- und Kreditkarten

Die Business-Debitkarte ist bei den meisten Anbietern im Basismodell enthalten. Eine Business-Kreditkarte mit Kreditrahmen kostet je nach Modell zwischen 0 und 100 Euro pro Jahr. Bei Premium-Business-Konten sind oft mehrere Karten für unterschiedliche Mitarbeiter enthalten.

SEPA-Überweisungen

SEPA-Überweisungen innerhalb der EU sind bei allen modernen Business-Konten kostenfrei. Bei manchen Filialbanken gibt es ein monatliches Freikontingent (z.B. 100 Überweisungen), darüber wird pro Buchung verrechnet.

Internationale Überweisungen und Fremdwährung

Überweisungen ins Nicht-EU-Ausland kosten bei traditionellen Banken 10 bis 30 Euro pro Transaktion, teilweise zuzüglich Fremdwährungsaufschlag. Bei Revolut Business oder Wise (ehemals TransferWise) sind solche Überweisungen deutlich günstiger.

Welches Business-Konto für welchen Unternehmertyp?

Die richtige Wahl hängt stark von Ihrer individuellen Situation ab. Hier einige typische Szenarien.

Solopreneur / Freiberufler

Für Solopreneurs und Freiberufler (IT-Berater, Texter, Coaches, Designer, Fotografen usw.) sind Neobanken wie Qonto, Finom oder N26 Business meist die beste Wahl. Die Gebühren sind niedrig, die digitale Abwicklung passt zu einem mobilen Arbeitsstil, und die Integration in Rechnungsstellung und Buchhaltung erleichtert den Alltag erheblich.

Handwerksbetrieb und Gewerbetreibende

Handwerker und Gewerbetreibende, die regelmäßig Barzahlungen empfangen oder leisten, brauchen oft ein Bareinzahlungsnetz. Hier ist die BAWAG P.S.K. mit ihrem Postpartnernetz eine gute Wahl, ebenso die Erste Bank/Sparkassen und Raiffeisen mit ihren dichten Filialnetzen. Wer primär digital bankt, kann auch zu einer Neobank wechseln.

Start-up und wachsende Unternehmen

Start-ups profitieren von den flexiblen Business-Konten der Neobanken, die mit dem Unternehmen mitwachsen können. Qonto bietet skalierbare Pakete vom Solopreneur bis zum Team mit 100 Mitarbeitern. Revolut Business ist für international tätige Start-ups oft die günstigste Lösung dank der Multi-Currency-Funktionen.

Etablierter Mittelstand

Etablierte mittelständische Unternehmen mit vielen Transaktionen, komplexer Buchhaltung und Bedarf an Finanzierung (Kredite, Leasing, Factoring) profitieren von der Hausbank-Beziehung bei Filialbanken. Die Gebühren sind höher, die Betreuung aber auch individueller.

International tätige Unternehmen

Unternehmen mit Kunden in mehreren Ländern und unterschiedlichen Währungen fahren mit Revolut Business oder Wise Business am günstigsten. Die Multi-Currency-Konten sparen erhebliche Fremdwährungsgebühren gegenüber traditionellen Banken.

Eröffnung eines Business-Kontos: Schritt für Schritt

Die Eröffnung eines Business-Kontos ist in Österreich je nach Anbieter unterschiedlich aufwendig.

Unterlagen für Einzelunternehmer

Einzelunternehmer benötigen einen gültigen Lichtbildausweis, den Gewerbeschein bzw. die Gewerbeanmeldung (bei neuen Selbstständigen entfällt dies), den Bescheid des Finanzamts über die Steuernummer und gegebenenfalls die UID-Nummer, einen Meldenachweis sowie — bei erhöhten Transaktionsvolumina — eine kurze Beschreibung der Geschäftstätigkeit.

Unterlagen für Kapitalgesellschaften

GmbHs und andere Kapitalgesellschaften brauchen zusätzlich einen aktuellen Firmenbuchauszug, den Gesellschaftsvertrag, Identitätsnachweise aller Geschäftsführer und gegebenenfalls Beschlüsse über die Zeichnungsberechtigung. Bei Neugründungen muss zuerst ein Einzahlungskonto für das Stammkapital eröffnet werden, das später in ein vollwertiges Geschäftskonto umgewandelt wird.

Digitaler Eröffnungsprozess

Bei Neobanken wie Qonto, Finom oder N26 Business erfolgt die Eröffnung rein online. Sie starten den Antrag in der App oder auf der Website, geben die erforderlichen Daten ein, laden die Dokumente hoch und identifizieren sich per VideoIdent. Der gesamte Prozess dauert meist nur wenige Tage, bei Einzelunternehmen oft nur Stunden.

Filialeröffnung

Bei klassischen Banken ist meist ein persönlicher Termin in der Filiale nötig, bei dem Sie die Unterlagen vorlegen und mit einem Firmenkundenbetreuer sprechen. Die Eröffnung dauert meist eine bis zwei Wochen.

Integration in Buchhaltung und Tools

Ein entscheidender Vorteil moderner Business-Konten ist die Integration in Buchhaltungs- und Rechnungssoftware. Wer hier die richtige Wahl trifft, spart im Alltag Stunden an Arbeit.

Buchhaltungssoftware

In Österreich gängige Buchhaltungsprogramme sind BMD, RZL, Winline, LexOffice und Fastbill. Qonto und Finom bieten direkte API-Anbindungen zu den meisten dieser Programme. Revolut Business und N26 Business bieten Export-Funktionen und Integrationen über Drittanbieter.

Automatische Belegverarbeitung

Moderne Business-Konten ermöglichen es, Belege direkt per Smartphone zu fotografieren und automatisch den entsprechenden Transaktionen zuzuordnen. Diese Funktion erleichtert die Vorbereitung der Steuererklärung erheblich.

Rechnungsstellung

Finom und einige andere Anbieter haben die Rechnungsstellung direkt in die App integriert: Sie erstellen die Rechnung aus der App heraus, senden sie an den Kunden, und wenn die Zahlung eingeht, wird sie automatisch dem entsprechenden Rechnungsausgang zugeordnet.

Alternativen und Sonderfälle

Für manche Selbstständige sind spezielle Lösungen sinnvoll.

Nebenerwerbsselbstständige

Wer hauptberuflich angestellt ist und nebenberuflich eine kleine selbstständige Tätigkeit ausübt (z.B. als Blogger, freiwilliger Trainer oder Vortragender), kann für die geringe geschäftliche Tätigkeit oft eine einfache Lösung wählen. Ein kostenloses Konto bei N26 Business oder ein zweites privates Konto bei einer Direktbank kann für solche Fälle ausreichen.

Projektweise Arbeitende

Freelancer, die projektweise für wechselnde Auftraggeber arbeiten, profitieren von flexiblen Business-Konten mit guter Rechnungsintegration. Qonto und Finom sind hier besonders stark aufgestellt.

Vereine und gemeinnützige Organisationen

Vereine sind keine Selbstständigen, brauchen aber ebenfalls ein Konto. Hier bieten viele Banken spezielle Vereinskonten an, die oft günstiger sind als reguläre Business-Konten.

Vom Nebenerwerb zum Haupterwerb: Wann brauche ich welches Konto?

Viele Selbstständige beginnen ihre Tätigkeit im Nebenerwerb — neben einer angestellten Haupttätigkeit bauen sie sich langsam ein eigenes Geschäft auf. In dieser Phase stellt sich die Frage, ab wann ein separates Konto sinnvoll ist. Die Antwort: Sobald regelmäßige Einnahmen aus der selbstständigen Tätigkeit fließen — auch wenn es zunächst nur ein paar hundert Euro im Monat sind. Die saubere Trennung von Anfang an erspart später viel Aufwand und Unordnung.

Ein kostenloses Business-Konto bei N26 oder Qonto Solo ist für die Anfangsphase ideal: Es verursacht keine oder minimale Kosten und bietet alle Funktionen, die für den Einstieg gebraucht werden. Wenn das Geschäft wächst und komplexer wird, kann später ein umfangreicheres Paket gewählt werden. Die gute Nachricht: Dank Kontowechselservice ist der Wechsel zwischen Anbietern auch im Business-Bereich meist einfach möglich.

Wechsel von einer Bank zur anderen

Der Wechsel eines Business-Kontos ist zwar aufwendiger als der eines privaten Girokontos, aber mit etwas Planung gut zu bewältigen. Folgende Schritte sind zu beachten: Eröffnen Sie zunächst das neue Konto und warten Sie, bis es vollständig funktionsfähig ist (Karte, Zugangsdaten, Online-Banking). Informieren Sie alle Geschäftspartner, Kunden und Lieferanten über die neue Bankverbindung. Nutzen Sie dafür eine formelle Mitteilung per E-Mail oder Brief. Übertragen Sie alle Daueraufträge und Lastschriftmandate auf das neue Konto. Informieren Sie das Finanzamt, die Sozialversicherung (GSVG), die Wirtschaftskammer und andere Behörden über die neue Bankverbindung. Wenn Sie Zahlungsverkehr mit Kreditinstituten (Leasing, Kredite) haben, informieren Sie auch diese. Lassen Sie das alte Konto noch einige Zeit offen, um sicherzustellen, dass keine verpassten Zahlungen eingehen.

Mitarbeiter und Mehrbenutzer-Funktionen

Sobald Sie Mitarbeiter haben, wird das Firmenkonto zur gemeinsamen Finanzplattform. Moderne Business-Konten bieten hier flexible Rollen und Berechtigungen: Sie können beispielsweise einem Mitarbeiter das Recht geben, Überweisungen bis zu einem bestimmten Betrag selbstständig auszuführen, während größere Beträge Ihre Freigabe erfordern. Mehrere Benutzer können gleichzeitig auf das Konto zugreifen, jeder mit eigenen Zugangsdaten und eigenen Berechtigungen.

Qonto, Revolut Business und N26 Business bieten diese Features bereits in den mittleren Tarifstufen. Klassische Filialbanken haben teils noch traditionelle Modelle mit einzelnen Zeichnungsberechtigungen. Für wachsende Unternehmen ist die Flexibilität der modernen Anbieter oft ein wichtiges Entscheidungskriterium.

Kredite und Finanzierung über das Geschäftskonto

Das Geschäftskonto ist oft die Grundlage für weitere Finanzprodukte. Wer eine Kreditlinie, einen Investitionskredit oder Factoring nutzen möchte, muss dafür in der Regel bei der kontoführenden Bank (oder einer anderen, die das Konto sieht) anfragen. Klassische Banken bieten hier oft die breiteste Palette: Kontokorrentkredite, Betriebsmittelkredite, Investitionskredite, Leasing, Factoring, Avalkredite (Bürgschaften) und Exportfinanzierung. Neobanken wie Qonto oder Revolut Business haben inzwischen ebenfalls erste Kreditangebote im Portfolio, allerdings noch begrenzt.

Für größere Finanzierungen ist daher die Beziehung zu einer klassischen Hausbank oft unverzichtbar. Einige Unternehmer führen daher zwei Konten: ein günstiges Neobank-Konto für den Alltagszahlungsverkehr und ein zusätzliches Konto bei einer traditionellen Bank für Finanzierungsgespräche und größere Geschäfte.

Förderungen für Selbstständige in Österreich

Selbstständige und Gründerinnen in Österreich können von zahlreichen Förderungen profitieren. Die wichtigsten Anlaufstellen sind die Wirtschaftskammer Österreich (WKO), die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) und das Arbeitsmarktservice (AMS). Die aws bietet unter anderem den “aws Gründerfonds”, Haftungsübernahmen und Zuschüsse für innovative Projekte. Das AMS stellt mit dem “Unternehmensgründungsprogramm” Arbeitslose beim Sprung in die Selbstständigkeit unter die Arme und zahlt Existenzgründungsbeihilfen.

Die Wirtschaftskammer bietet kostenlose Gründungsberatung, Förderdatenbanken und Unterstützung bei der Antragsstellung. Für viele Jungunternehmer ist die “Gründerland”-Förderung ein wichtiger Baustein: Sie befreit Jungunternehmen in den ersten Jahren von bestimmten Gebühren und reduziert die Sozialversicherungsbeiträge. Das alles läuft über das Firmenkonto — ein weiterer Grund, von Anfang an eine saubere Trennung zu pflegen.

Ein eigenes Konto für die selbstständige Tätigkeit ist in Österreich 2026 für praktisch alle Unternehmer die richtige Wahl — egal ob gesetzlich vorgeschrieben oder nicht. Die Vorteile (rechtliche Klarheit, buchhalterische Sauberkeit, professionelles Auftreten, Betriebsprüfungssicherheit) überwiegen die geringen monatlichen Gebühren deutlich. Die Auswahl ist groß: Von kostenlosen Einstiegsangeboten der Neobanken für Solopreneurs bis zu Premium-Paketen der Großbanken für den Mittelstand gibt es für jede Unternehmensgröße und jeden Bedarf die passende Lösung.

Entscheidend ist, dass Sie Ihre individuelle Situation ehrlich einschätzen: Wie viele Buchungen pro Monat? Internationale Zahlungen? Mehrere Mitarbeiter? Bargeldeinzahlungen? Bedarf an persönlicher Beratung? Integration in welche Buchhaltungssoftware? Wenn Sie diese Fragen beantwortet haben, finden Sie mit wenig Recherche das richtige Business-Konto. Als Orientierung gilt: Solopreneurs und kleine Freiberufler fahren mit Qonto, Finom oder N26 Business am günstigsten. Wachsende Start-ups profitieren von Qonto oder Revolut Business. Etablierte Unternehmen mit Beratungsbedarf sind bei den großen Filialbanken gut aufgehoben. Wer international arbeitet, kommt um Revolut Business oder Wise Business kaum herum. Nehmen Sie sich die Zeit für einen ordentlichen Vergleich — die Ersparnis im Jahresverlauf ist oft erheblich, und die richtige Integration in Ihre Abläufe spart im Alltag noch viel mehr Zeit.

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Häufig gestellte Fragen

Brauche ich als Selbstständiger ein separates Geschäftskonto?

Gesetzlich vorgeschrieben ist ein separates Geschäftskonto nur für Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, FlexCo). Einzelunternehmer, Freiberufler und Personengesellschaften sind nicht verpflichtet, ein Geschäftskonto zu führen -- aus buchhalterischen und steuerlichen Gründen ist es dringend empfohlen.

Was kostet ein Business-Konto für Selbstständige 2026?

Die Kosten variieren stark: Neobanken wie Qonto, Finom, N26 Business oder Revolut Business bieten Konten ab 0 bis 15 Euro pro Monat. Klassische Filialbanken verlangen zwischen 15 und 40 Euro monatlich. Premium-Modelle können bei 50 Euro oder mehr liegen.

Welches Business-Konto eignet sich am besten für Einzelunternehmer?

Für Einzelunternehmer und Ein-Personen-Unternehmen (EPU) sind Neobanken wie Qonto, Finom oder N26 Business meist die wirtschaftlichste Lösung. Sie bieten niedrige Grundgebühren, digitale Kontoeröffnung, Schnittstellen zur Buchhaltung und alle Funktionen, die Kleinunternehmer brauchen.

Kann ich mein privates Girokonto auch beruflich nutzen?

Juristisch ist das bei Einzelunternehmen meist nicht verboten, praktisch aber riskant. Die meisten Banken untersagen in ihren AGB die geschäftliche Nutzung privater Girokonten. Zusätzlich erschwert eine Vermischung die Buchhaltung erheblich und kann bei Betriebsprüfungen zu Problemen führen.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.