Studentenkredit Österreich 2026 - Studium finanzieren
Studentenkredit in Österreich 2026: Studienfinanzierung, Bildungskredit & Stipendien. So finanzieren Sie Ihr Studium günstig. Jetzt Optionen vergleichen!
Studentenkredit in Österreich 2026
Ein Studium in Österreich ist eine Investition in die eigene Zukunft. Doch die Finanzierung der Studienzeit kann eine Herausforderung sein. Neben Lebenshaltungskosten, Studiengebühren (an privaten Hochschulen oder für Nicht-EU-Bürger) und Lehrmaterialien benötigen viele Studierende zusätzliche finanzielle Mittel. Der Studentenkredit ist eine Möglichkeit, diese Lücke zu schließen. Dieser Ratgeber stellt alle Optionen der Studienfinanzierung in Österreich vor — vom klassischen Studentenkredit über Stipendien bis hin zu Beihilfen und Nebenjobs.
Die Kosten eines Studiums in Österreich
Lebenshaltungskosten
Der größte Kostenfaktor während des Studiums sind die Lebenshaltungskosten. Die Studierenden-Sozialerhebung zeigt, dass Studierende in Österreich 2026 monatlich mit folgenden Durchschnittskosten rechnen müssen. Die Miete (Zimmer oder Kleinwohnung) liegt je nach Stadt bei 350 bis 700 Euro. Lebensmittel kosten ca. 250 bis 350 Euro. Transport (Semesterticket, ÖBB) schlägt mit 50 bis 100 Euro zu Buche. Studienmaterialien kosten 20 bis 50 Euro monatlich. Kommunikation (Handy, Internet) liegt bei 30 bis 50 Euro. Freizeit und Sonstiges kosten ca. 100 bis 200 Euro.
In Summe benötigen Studierende in Österreich monatlich zwischen 800 und 1.450 Euro, je nach Standort und Lebensstil. Wien ist dabei die teuerste Stadt, gefolgt von Salzburg und Innsbruck.
Studiengebühren
An öffentlichen Universitäten und Fachhochschulen in Österreich werden für EU-Bürger und gleichgestellte Personen keine Studiengebühren erhoben, solange die Regelstudienzeit plus zwei Toleranzsemester nicht überschritten wird. Bei Überschreitung fällt ein Studienbeitrag von 363,36 Euro pro Semester an. Für Drittstaatsangehörige beträgt der Studienbeitrag 726,72 Euro pro Semester. An privaten Hochschulen können die Studiengebühren deutlich höher liegen — zwischen 2.000 und 15.000 Euro pro Semester je nach Institution und Studiengang.
Gesamtkosten einer Studienzeit
Für ein Bachelorstudium von sechs Semestern (drei Jahren) ergeben sich bei monatlichen Lebenshaltungskosten von 1.000 Euro Gesamtkosten von rund 36.000 Euro. Für ein Master-Studium kommen weitere 24.000 Euro hinzu. Ein komplettes Bachelor-Master-Studium über fünf Jahre kostet somit ca. 60.000 Euro an Lebenshaltungskosten — zuzüglich eventueller Studiengebühren.
Der Studentenkredit: Grundlagen
Was ist ein Studentenkredit?
Ein Studentenkredit ist ein speziell auf die Bedürfnisse von Studierenden zugeschnittener Kredit. Er zeichnet sich durch besondere Konditionen aus, die der finanziellen Situation von Studierenden Rechnung tragen: niedrigere Zinsen als bei regulären Konsumkrediten, eine tilgungsfreie Phase während des Studiums (Karenzphase), flexible Rückzahlungsmodalitäten nach dem Studienabschluss sowie relativ geringe Anforderungen an die Bonität (oft genügt eine Bürgschaft der Eltern).
Anbieter in Österreich
Nur wenige Banken in Österreich bieten dedizierte Studentenkreditprodukte an. Zu den bekanntesten zählen die Bausparkassen mit ihren Bildungsdarlehen, einzelne Geschäftsbanken mit speziellen Studierendenkonditionen sowie in begrenztem Umfang Online-Kreditanbieter.
Bauspardarlehen für Studierende
Das Bauspardarlehen ist eine besonders beliebte Option für die Studienfinanzierung in Österreich. Die vier österreichischen Bausparkassen bieten spezielle Bildungsdarlehen an, die für die Finanzierung von Aus- und Weiterbildungen verwendet werden können.
Konditionen
Bauspardarlehen für Bildungszwecke bieten Kreditbeträge bis zu 220.000 Euro (in der Praxis werden für Studienfinanzierungen deutlich kleinere Beträge vergeben), einen gesetzlich gedeckelten Höchstzinssatz von 6 %, aktuelle Zinssätze die in der Regel deutlich unter der Höchstgrenze liegen, flexible Laufzeiten und die Möglichkeit einer tilgungsfreien Phase.
Voraussetzungen
Für ein Bauspardarlehen benötigen Sie üblicherweise einen bestehenden Bausparvertrag (Ansparphase muss nicht zwingend abgeschlossen sein), eine positive Bonitätsprüfung (bei Studierenden oft durch eine Bürgschaft der Eltern sichergestellt) und einen Nachweis über die Immatrikulation an einer anerkannten Bildungseinrichtung.
Alternativen zum Studentenkredit
Bevor Sie einen Kredit aufnehmen, sollten Sie alle nicht-kreditbasierten Finanzierungsquellen ausschöpfen. In Österreich gibt es ein umfangreiches System von Beihilfen und Stipendien.
Studienbeihilfe
Die Studienbeihilfe ist die wichtigste staatliche Förderung für Studierende in Österreich. Sie wird von der Studienbeihilfenbehörde (stipendium.at) vergeben und muss nicht zurückgezahlt werden. Die Höhe richtet sich nach dem Einkommen der Eltern und der persönlichen Lebenssituation.
Die maximale Studienbeihilfe beträgt 2026 für Studierende, die am Wohnort der Eltern studieren, ca. 420 Euro monatlich. Für auswärts Studierende (eigener Haushalt) liegt sie bei ca. 660 Euro monatlich. Für Studierende mit Kind gibt es Zuschläge. Der Erhöhungsbetrag für Selbsterhalter beträgt bis zu ca. 930 Euro monatlich.
Selbsterhalterstipendium
Das Selbsterhalterstipendium ist eine besondere Form der Studienbeihilfe für Personen, die vor dem Studium mindestens vier Jahre lang ihren Lebensunterhalt selbst finanziert haben. Es bietet deutlich höhere Beträge als die reguläre Studienbeihilfe, da das Elterneinkommen nicht berücksichtigt wird. Die Höchstgrenze liegt 2026 bei ca. 930 Euro monatlich.
Leistungsstipendien
Leistungsstipendien werden von den Hochschulen direkt an Studierende mit hervorragenden Studienleistungen vergeben. Die Beträge variieren je nach Universität, liegen aber typischerweise zwischen 500 und 2.000 Euro pro Studienjahr. Die Vergabe erfolgt auf Basis des Notendurchschnitts und muss an der jeweiligen Hochschule beantragt werden.
Förderstipendien
Förderstipendien unterstützen Studierende bei der Finanzierung von wissenschaftlichen Arbeiten, Exkursionen oder Konferenzteilnahmen. Die Beträge sind meist kleiner (300 bis 1.500 Euro), können aber eine wertvolle Ergänzung sein.
Familienbeihilfe
Österreichische Studierende erhalten in der Regel bis zum 24. Lebensjahr (in Ausnahmefällen bis 25) Familienbeihilfe. Diese beträgt 2026 je nach Alter des Kindes zwischen 128 und 175 Euro monatlich und wird an die Eltern ausgezahlt (kann aber auf das Konto des Studierenden umgeleitet werden).
ÖH-Sozialfonds
Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) verwaltet einen Sozialfonds, der Studierenden in finanziellen Notlagen einmalige Zuschüsse gewährt. Die Beträge sind begrenzt (üblicherweise bis 1.000 Euro), können aber in akuten Notsituationen helfen.
Nebenjob als Finanzierungsquelle
Ein Nebenjob ist für viele Studierende in Österreich eine wichtige Einkommensquelle. Allerdings gibt es einige wichtige Aspekte zu beachten.
Geringfügige Beschäftigung
Die Geringfügigkeitsgrenze liegt 2026 bei ca. 519 Euro monatlich. Bis zu diesem Betrag fallen für den Arbeitnehmer keine Sozialversicherungsbeiträge an (es besteht nur eine Unfallversicherung). Das geringfügige Einkommen ist steuerfrei. Achtung: Mehrere geringfügige Beschäftigungen werden zusammengerechnet, und bei Überschreitung der Grenze werden volle Sozialversicherungsbeiträge fällig.
Auswirkung auf Beihilfen
Ein Erwerbseinkommen kann sich auf die Studienbeihilfe auswirken. Die jährliche Zuverdienstgrenze für Studienbeihilfenbezieher liegt 2026 bei ca. 15.000 Euro brutto pro Jahr. Wer mehr verdient, riskiert eine Kürzung oder den Verlust der Studienbeihilfe.
Auswirkung auf den Studienerfolg
Studien zeigen, dass Studierende, die mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten, ein signifikant höheres Risiko haben, ihr Studium abzubrechen oder deutlich länger zu benötigen. Die durchschnittliche Studiendauer in Österreich übersteigt die Regelstudienzeit um zwei bis vier Semester. Jedes zusätzliche Semester bedeutet Lebenshaltungskosten von 5.000 bis 8.000 Euro und ein Semester weniger Berufseinkommen.
Ein Studentenkredit kann daher eine bewusste Alternative zum exzessiven Nebenjob sein, wenn er ermöglicht, sich stärker auf das Studium zu konzentrieren und dieses schneller abzuschließen. Die Rechnung: Wenn ein Kredit von 10.000 Euro Ihnen ermöglicht, zwei Semester schneller zu studieren, sparen Sie 10.000 bis 16.000 Euro an Lebenshaltungskosten und verdienen ein Jahr früher ein Gehalt. Die Kreditkosten (ca. 1.500 Euro Zinsen) sind dagegen gering.
Werkstudent: Die Balance finden
Die ideale Balance liegt bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 10 bis 15 Stunden neben dem Studium. In diesem Umfang ist der Einfluss auf den Studienerfolg gering, und Sie verdienen zusätzlich 400 bis 700 Euro monatlich. Wenn Sie mehr arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen, ist ein Studentenkredit als Ergänzung sinnvoll, um die Arbeitszeit zu reduzieren.
Finanzierung von Auslandssemestern
Erasmus+ und Förderungen
Für Auslandssemester stehen spezielle Förderprogramme zur Verfügung. Das Erasmus+-Programm bietet monatliche Zuschüsse zwischen 350 und 600 Euro (je nach Zielland). Zusätzlich können Sie einen Auslandszuschlag bei der Studienbeihilfe beantragen. Manche Hochschulen vergeben eigene Auslandsstipendien. In manchen Fällen kann ein Studentenkredit die Finanzierungslücke schließen, wenn die Förderungen nicht ausreichen.
Studentenkonten und Gratisleistungen
Das Studentenkonto als Basis
Bevor Sie über einen Kredit nachdenken, sollten Sie die zahlreichen Gratisleistungen nutzen, die österreichische Banken für Studierende anbieten. Praktisch alle großen Banken bieten kostenlose Studentenkonten mit Gratis-Kontoführung, einer kostenlosen Bankomatkarte und oft auch einer Kreditkarte ohne Jahresgebühr. Einige Institute gewähren auch einen kleinen Überziehungsrahmen von 500 bis 2.000 Euro zu reduzierten Zinsen. Nutzen Sie diese Angebote, aber achten Sie darauf, den Überziehungsrahmen nicht dauerhaft auszuschöpfen.
Studentenrabatte und Vergünstigungen
Neben dem Bankkonto gibt es zahlreiche Vergünstigungen, die Ihre monatlichen Kosten senken: Das Semesterticket für den öffentlichen Verkehr, die ÖBB Vorteilscard für Studierende, vergünstigte Menüs in den Mensen der Studentenwerke, Kulturrabatte in Museen, Theatern und Kinos sowie Software-Lizenzen und Cloud-Dienste für Studierende (Microsoft 365, Adobe Creative Cloud etc.). Diese Einsparungen von insgesamt 100 bis 200 Euro pro Monat können den Kreditbedarf erheblich reduzieren.
Rückzahlung des Studentenkredits
Die Karenzphase
Die meisten Studentenkredite in Österreich bieten eine tilgungsfreie Phase (Karenzphase) während des Studiums und eine Übergangszeit von sechs bis zwölf Monaten nach dem Studienabschluss. Während dieser Phase fallen je nach Vertrag entweder keine Zahlungen an (die Zinsen werden kapitalisiert und zum Kreditbetrag addiert) oder nur die laufenden Zinsen.
Rückzahlungsphase
Nach der Karenzphase beginnt die reguläre Tilgung in monatlichen Raten. Die Rückzahlungsdauer beträgt typischerweise 5 bis 15 Jahre. Die monatliche Rate richtet sich nach dem Kreditbetrag, dem Zinssatz und der gewählten Laufzeit.
Rechenbeispiel
Ein Studentenkredit über 20.000 Euro mit 4 % Zinsen, einer Karenzphase von 4 Jahren (nur Zinszahlung) und einer Tilgungsphase von 10 Jahren ergibt folgende Belastung: Während des Studiums zahlen Sie nur Zinsen: ca. 67 Euro monatlich. Nach dem Studium beträgt die Vollrate (Zins + Tilgung) ca. 202 Euro monatlich. Die Gesamtkosten (Zinsen) über die Gesamtlaufzeit betragen ca. 5.440 Euro.
Praktische Tipps zur Studienfinanzierung
Tipp 1: Zuerst Beihilfen und Stipendien ausschöpfen
Beantragen Sie alle Beihilfen und Stipendien, auf die Sie Anspruch haben, bevor Sie einen Kredit aufnehmen. Geschenktes oder nicht rückzahlbares Geld ist immer besser als geliehenes.
Tipp 2: Studienbeihilfe rechtzeitig beantragen
Die Studienbeihilfe muss innerhalb der Antragsfrist beantragt werden. Versäumen Sie diese Frist nicht, denn eine rückwirkende Bewilligung ist nur eingeschränkt möglich.
Tipp 3: Kredit nur für die Überbrückung nutzen
Nehmen Sie einen Studentenkredit nur auf, wenn andere Finanzierungsquellen nicht ausreichen. Und nehmen Sie nur so viel auf, wie Sie tatsächlich benötigen.
Tipp 4: Zinsen während des Studiums zahlen
Wenn es Ihr Budget erlaubt, zahlen Sie die anfallenden Zinsen bereits während des Studiums. So wächst Ihre Schuld nicht durch Zinseszinsen, und die Gesamtkosten bleiben niedriger.
Tipp 5: Studiendauer kurz halten
Je kürzer Ihr Studium, desto weniger Finanzierungsbedarf. Ein zügiges Studium spart nicht nur Kreditkosten, sondern ermöglicht auch einen früheren Berufseinstieg mit vollem Einkommen.
Tipp 6: Budget führen
Führen Sie ein Haushaltsbuch und behalten Sie den Überblick über Ihre Ausgaben. Viele Studierende können durch bewussteres Konsumverhalten Hunderte Euro pro Monat einsparen.
Tipp 7: Steuervorteile nutzen
Studienkosten (z.B. Studiengebühren, Fachliteratur, Fahrtkosten) können in bestimmten Fällen als Werbungskosten oder Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Dies ist besonders relevant für berufsbegleitend Studierende oder bei einem Zweitstudium.
Studienwechsel und Kreditauswirkungen
Was passiert bei Studienwechsel?
Ein Studienwechsel kann Auswirkungen auf Ihre Finanzierung haben. Der Anspruch auf Studienbeihilfe kann bei einem Wechsel nach dem dritten Semester entfallen. Auch Bankkredite, die an die Inskription in einem bestimmten Studiengang geknüpft sind, können bei einem Wechsel Probleme bereiten. Informieren Sie Ihre Bank und die Studienbeihilfenbehörde rechtzeitig über einen geplanten Studienwechsel.
Studienabbruch: Finanzielle Folgen
Wenn Sie Ihr Studium abbrechen, müssen bestehende Studentenkredite trotzdem zurückgezahlt werden. Die tilgungsfreie Phase endet üblicherweise mit dem Studienabbruch oder nach einer vereinbarten Karenzzeit. Die Rückzahlung beginnt dann, auch wenn Sie noch kein volles Berufseinkommen haben. Besprechen Sie mögliche Szenarien mit Ihrer Bank, bevor Sie einen Studentenkredit aufnehmen.
MBA und berufsbegleitendes Studium finanzieren
Kosten eines MBA in Österreich
Ein MBA-Programm an einer österreichischen Hochschule kostet 2026 zwischen 10.000 und 50.000 Euro, je nach Institution und Format (Vollzeit, berufsbegleitend, Executive MBA). Internationale Programme können noch deutlich teurer sein. Die Finanzierung erfolgt häufig durch eine Kombination aus Eigenersparnissen, Arbeitgeberbeitrag (wenn der Arbeitgeber die Weiterbildung unterstützt) und einem Bildungskredit.
Kosten eines Masterstudiums an Privatuniversitäten
Private Hochschulen in Österreich wie die WU Executive Academy, die FH Kufstein oder die MCI Management Center Innsbruck bieten MBA- und Masterprogramme an, deren Kosten deutlich über denen öffentlicher Universitäten liegen. Die Studiengebühren betragen 2.000 bis 15.000 Euro pro Semester, in Summe also 10.000 bis 60.000 Euro für ein komplettes Masterstudium. Für die Finanzierung kommen Bildungskredite, Bauspardarlehen oder reguläre Konsumkredite infrage. Manche Privatuniversitäten bieten auch eigene Stipendienprogramme oder Ratenzahlungsvereinbarungen an.
Steuerliche Absetzbarkeit
Studienkosten für berufsbegleitende Weiterbildungen, die in Zusammenhang mit der aktuellen oder angestrebten beruflichen Tätigkeit stehen, sind in Österreich als Werbungskosten oder Betriebsausgaben steuerlich absetzbar. Das umfasst Studiengebühren, Fachliteratur, Fahrtkosten und sogar Kreditzinsen für einen Bildungskredit. Bei einem Steuersatz von 42 % reduziert sich die effektive Belastung damit erheblich.
Schuldenfalle vermeiden
Warnsignale
Ein Studentenkredit kann zum Problem werden, wenn er für nicht-studienrelevante Ausgaben verwendet wird (teure Urlaube, Luxusgüter), wenn die Rückzahlung nach dem Studium das Budget übermäßig belastet, wenn mehrere Kredite und Überziehungen gleichzeitig laufen oder wenn das Studium abgebrochen wird und die Investition sich nicht auszahlt.
Prävention
Setzen Sie sich ein monatliches Budget und halten Sie sich daran. Nutzen Sie die Beratungsangebote der ÖH und der Studienbeihilfenbehörde. Sprechen Sie bei finanziellen Problemen frühzeitig mit der Bank — viele bieten Lösungen wie Ratenaussetzungen an. Nutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Schuldnerberatung der Bundesländer.
Bildungskarenz und Bildungsteilzeit finanzieren
Was ist Bildungskarenz?
Die Bildungskarenz ermöglicht es Arbeitnehmern in Österreich, sich für zwei bis zwölf Monate von der Arbeit freistellen zu lassen, um eine Weiterbildung zu absolvieren. Während der Bildungskarenz erhalten Sie Weiterbildungsgeld in Höhe des Arbeitslosengeldes. Wenn dieses nicht ausreicht, um die Lebenshaltungskosten und eventuelle Kursgebühren zu decken, kann ein Bildungskredit die Lücke schließen.
Bildungsteilzeit als Alternative
Bei der Bildungsteilzeit reduzieren Sie Ihre Arbeitszeit und erhalten einen Lohnausgleich vom AMS. Die Kombination aus reduziertem Gehalt und Bildungsteilzeitgeld deckt oft den Großteil der Lebenshaltungskosten. Kursgebühren und Studienmaterialien können gegebenenfalls über einen kleinen Kredit finanziert werden.
Studienfinanzierung für internationale Studierende
EU-Bürger in Österreich
EU-Bürger haben in Österreich weitgehend die gleichen Rechte wie österreichische Staatsbürger, was die Studienbeihilfe und den Zugang zu Krediten betrifft. Voraussetzung ist ein Aufenthalt in Österreich und die Erfüllung der jeweiligen Einkommens- und Studienfortschrittskriterien.
Drittstaatsangehörige
Für Drittstaatsangehörige gelten höhere Studiengebühren (726,72 Euro pro Semester an öffentlichen Universitäten) und eingeschränkter Zugang zu Beihilfen. Die Kreditaufnahme kann schwieriger sein, da viele Banken einen österreichischen Hauptwohnsitz und Aufenthaltstitel voraussetzen. Einige internationale Stipendienprogramme (z.B. OeAD-Stipendien, ÖAW-Stipendien) können die Finanzierungslücke schließen.
Studienkredit vs. Selbstfinanzierung: Eine Abwägung
Die Investitionsrechnung
Ein Studium ist eine Investition in Humankapital. Akademiker verdienen in Österreich im Durchschnitt 40 bis 60 % mehr als Personen ohne Hochschulabschluss. Die Einkommensdifferenz über ein Berufsleben von 35 bis 40 Jahren beträgt mehrere Hunderttausend Euro. Gemessen an diesem langfristigen Ertrag sind die Kosten eines Studentenkredits — selbst bei einer Gesamtsumme von 20.000 bis 30.000 Euro — eine überschaubare Investition.
Wann ist Selbstfinanzierung besser?
Wenn Sie durch Nebenjob und Beihilfen genug verdienen und Ihr Studium nicht übermäßig verzögert wird, ist die Selbstfinanzierung ohne Kredit natürlich die kostengünstigere Variante. Wenn aber der Nebenjob Ihr Studium erheblich verlängert (und damit den Berufseinstieg verzögert), kann ein Studienkredit wirtschaftlich sinnvoller sein: Ein Jahr früherer Berufseinstieg mit einem Einstiegsgehalt von 35.000 Euro brutto übersteigt die Kreditkosten bei weitem.
Die Break-even-Rechnung
Angenommen, ein Studentenkredit über 20.000 Euro mit 4 % Zinsen und 10 Jahren Rückzahlungsdauer kostet Sie insgesamt ca. 25.400 Euro (inklusive Zinsen). Wenn der Kredit Ihnen ermöglicht, Ihr Studium ein Jahr schneller abzuschließen und ein Jahr früher ein Gehalt von 35.000 Euro brutto (ca. 25.000 Euro netto) zu verdienen, hat sich die Investition bereits im ersten Berufsjahr amortisiert.
Die Studienfinanzierung in Österreich bietet vielfältige Möglichkeiten. Bevor Sie einen Studentenkredit aufnehmen, sollten Sie alle nicht-kreditbasierten Optionen systematisch ausschöpfen — Studienbeihilfe, Selbsterhalterstipendium, Leistungs- und Förderstipendien, Familienbeihilfe und geringfügige Beschäftigung. Erst wenn diese Quellen nicht ausreichen, ist ein Kredit der richtige Schritt. Bauspardarlehen und spezielle Studentenkredite bieten günstige Konditionen mit tilgungsfreier Phase während des Studiums und flexiblen Rückzahlungsoptionen nach dem Berufseinstieg.
Planen Sie die Rückzahlung realistisch: Berechnen Sie, welche monatliche Rate Sie nach dem Studium leisten können, und wählen Sie die Kreditkondition entsprechend. Zahlen Sie wenn möglich bereits während des Studiums die anfallenden Zinsen, um den Zinseszins-Effekt zu vermeiden. Nutzen Sie alle verfügbaren Vergünstigungen für Studierende (Semesterticket, Studentenkonto, Mensaessen, Software-Lizenzen), um Ihre monatlichen Kosten zu minimieren und den Kreditbedarf gering zu halten. Ein Studium ist statistisch gesehen eine der besten Investitionen in Ihre berufliche Zukunft — finanzieren Sie es klug, sparsam und nachhaltig.
Weiterführende Artikel
- Kreditrechner — Rate berechnen
- Immobilienfinanzierung Österreich
- Aktuelle Kreditzinsen 2026
- Alle Kreditthemen
Häufig gestellte Fragen
Gibt es spezielle Kredite für Studenten in Österreich?
Ja, einige Banken bieten spezielle Studentenkredite mit günstigen Konditionen, tilgungsfreier Zeit während des Studiums und flexiblen Rückzahlungsoptionen. Auch Bildungskarenz-Darlehen sind eine Option.
Welche Alternativen gibt es zum Studentenkredit?
Alternativen sind: Studienbeihilfe, Stipendien (z.B. Leistungs- und Förderstipendien), Familienbeihilfe, Selbsterhalterstipendium, geringfügige Beschäftigung oder ein Bildungsdarlehen der Bausparkasse.
Chefredakteur finanzinfo.at
Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.