Buchhaltungssoftware KMU Österreich 2026 | Vergleich

Buchhaltungssoftware fuer KMU in Oesterreich 2026 im Vergleich: FreeFinance, ProSaldo, BMD, RZL, sevDesk und lexoffice mit Preisen und Funktionen.

Aktualisiert: 08. April 2026 15 Min. Lesezeit

Die wichtigsten Programme im Vergleich

Die Buchhaltung gehoert zu den Pflichtaufgaben jedes Unternehmens in Oesterreich. Ob Ein-Personen-Unternehmen (EPU), Kleinbetrieb oder mittelstaendisches Unternehmen — die richtige Buchhaltungssoftware spart nicht nur Zeit, sondern hilft auch dabei, gesetzliche Vorgaben zuverlaessig einzuhalten. 2026 ist der Markt so vielfaeltig wie nie zuvor: Neben etablierten oesterreichischen Anbietern wie FreeFinance, ProSaldo, BMD und RZL draengen auch deutsche Cloud-Loesungen wie sevDesk und lexoffice auf den heimischen Markt.

In diesem umfassenden Vergleich analysieren wir die wichtigsten Buchhaltungsprogramme fuer KMU in Oesterreich. Wir beleuchten Funktionen wie Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (E/A-Rechnung), doppelte Buchhaltung (Bilanzierung), Umsatzsteuervoranmeldung (UVA), die Anbindung an FinanzOnline, Registrierkassen-Integration und die neue E-Rechnung. Dazu kommen Preise, Vor- und Nachteile sowie die Frage, ob Cloud oder lokale Installation die bessere Wahl ist.

Warum Buchhaltungssoftware fuer oesterreichische KMU unverzichtbar ist

Die oesterreichische Steuer- und Unternehmenslandschaft stellt besondere Anforderungen an die Buchhaltung. Anders als in Deutschland gelten hierzulande spezifische Regelungen, die eine generische Loesung oft nicht abbilden kann:

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (E/A-Rechnung): Unternehmen mit einem Jahresumsatz unter 700.000 Euro koennen die vereinfachte E/A-Rechnung nutzen. Die Software muss diese korrekt unterstuetzen, inklusive der Zuordnung zu den richtigen Steuersaetzen (20 %, 13 %, 10 % und 0 % USt).

Doppelte Buchfuehrung (Bilanzierung): Ab der Ueberschreitung der Umsatzgrenze in zwei aufeinanderfolgenden Jahren ist die Bilanzierung Pflicht. Eine gute Software ermoeglicht den Umstieg ohne Datenverlust.

Umsatzsteuervoranmeldung (UVA): Die UVA muss monatlich oder quartalsweise elektronisch via FinanzOnline eingereicht werden. Automatische Berechnung und direkte Uebermittlung sparen erheblich Zeit.

FinanzOnline-Anbindung: Die direkte Verbindung zum Finanzamt ist in Oesterreich essenziell. Nicht alle internationalen Loesungen bieten diese Schnittstelle nativ an.

Registrierkassenpflicht: Seit 2016 muessen Betriebe ab einem bestimmten Umsatz eine Registrierkasse mit Sicherheitseinrichtung verwenden. Die Integration in die Buchhaltungssoftware vermeidet doppelte Erfassung.

E-Rechnung ab 2026: Die EU-Richtlinie zur elektronischen Rechnungsstellung tritt schrittweise in Kraft. Oesterreichische KMU muessen kuenftig strukturierte elektronische Rechnungen empfangen und verarbeiten koennen. Viele Softwareanbieter haben entsprechende Module bereits integriert.

Die besten Buchhaltungsprogramme im Ueberblick

FreeFinance — der oesterreichische Cloud-Spezialist

FreeFinance ist eine rein oesterreichische Cloud-Loesung, die speziell fuer heimische EPU, Freiberufler und KMU entwickelt wurde. Die Software versteht die oesterreichischen Steuergegebenheiten aus dem Effeff und wird laufend an gesetzliche Aenderungen angepasst.

Funktionen im Detail:

  • Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und doppelte Buchhaltung
  • Automatische UVA-Berechnung und direkte Uebermittlung an FinanzOnline
  • Rechnungslegung mit allen oesterreichischen Pflichtangaben
  • Belegerfassung per Smartphone-App (Foto-Upload)
  • Bankanbindung fuer automatischen Kontoabgleich
  • Registrierkassen-Modul integriert
  • E-Rechnung (XRechnung und Peppol BIS) ab Fruehling 2026
  • DSGVO-konformer Serverstandort in Oesterreich

Preise (Stand April 2026):

  • Gratis-Tarif: Grundfunktionen fuer EPU mit bis zu 15 Belegen pro Monat
  • Standard: ab ca. 14,90 Euro pro Monat (E/A-Rechnung, UVA, Rechnungen)
  • Premium: ab ca. 24,90 Euro pro Monat (Bilanzierung, Anlagenbuchhaltung, Steuerberater-Zugang)
  • Business: ab ca. 39,90 Euro pro Monat (Mehrbenutzer, erweiterte Auswertungen)

Vorteile:

  • Vollstaendig auf oesterreichisches Recht abgestimmt
  • Intuitiv bedienbar, auch ohne Buchhaltungskenntnisse
  • Serverstandort Oesterreich (Datenschutz)
  • Kostenloser Einstieg moeglich
  • Laufende Updates bei Gesetzesaenderungen

Nachteile:

  • Weniger geeignet fuer groessere Unternehmen mit komplexen Konzernstrukturen
  • Eingeschraenkte internationale Funktionen
  • Keine lokale Installation moeglich

ProSaldo — MonKey Office fuer Oesterreich

ProSaldo bietet mit MonKey Office eine etablierte Buchhaltungsloesung, die es sowohl als Desktop-Version als auch als Cloud-Variante gibt. Das Unternehmen mit Sitz in Wien hat sich auf oesterreichische KMU spezialisiert.

Funktionen im Detail:

  • E/A-Rechnung und doppelte Buchhaltung
  • UVA und Jahreserklaerung mit FinanzOnline-Anbindung
  • Fakturierung und Auftragsabwicklung
  • Offene-Posten-Verwaltung
  • Kostenrechnung und Auswertungen
  • Anlagenbuchhaltung
  • E-Rechnung-Unterstuetzung
  • Steuerberater-Export (BMD, RZL, DATEV-kompatibel)

Preise (Stand April 2026):

  • MonKey Office Light: kostenlos (E/A-Rechnung, eingeschraenkte Beleganzahl)
  • MonKey Office Standard: ab ca. 12 Euro pro Monat
  • MonKey Office Pro: ab ca. 25 Euro pro Monat (Bilanzierung, Kostenrechnung)
  • Desktop-Kaufversion: Einmalzahlung ab ca. 149 Euro (zzgl. jaehrlichem Update-Abo)

Vorteile:

  • Oesterreichischer Anbieter mit lokalem Support
  • Desktop- und Cloud-Variante verfuegbar
  • Kostenloser Einstieg mit MonKey Office Light
  • Umfangreiche Importmoeglichkeiten fuer Bankdaten
  • Gute Steuerberater-Kompatibilitaet

Nachteile:

  • Oberflaeche wirkt im Vergleich zu neueren Cloud-Loesungen etwas altmodisch
  • Weniger Automatisierung als bei reinen Cloud-Anbietern
  • Mobile App mit eingeschraenktem Funktionsumfang

BMD — der Profi-Standard in Oesterreich

BMD ist die am weitesten verbreitete Buchhaltungssoftware bei oesterreichischen Steuerberatern und Wirtschaftstpreufern. Fuer mittelstaendische Unternehmen, die eng mit ihrem Steuerberater zusammenarbeiten, ist BMD oft die erste Wahl.

Funktionen im Detail:

  • Vollstaendige Finanzbuchhaltung (E/A und Bilanzierung)
  • Lohnverrechnung und Personalwesen
  • Kostenrechnung und Controlling
  • Anlagenbuchhaltung
  • UVA, Zusammenfassende Meldung, Jahreserklaerung
  • FinanzOnline-Schnittstelle (inkl. automatischer Bescheidabfrage)
  • Umfangreiche Auswertungen und Business Intelligence
  • E-Rechnung vollstaendig unterstuetzt
  • Registrierkassen-Integration

Preise (Stand April 2026): BMD arbeitet mit individuellen Angeboten. Die Preise haengen von der Unternehmengroesse und den gewaehlten Modulen ab:

  • BMD NTCS Einsteiger: ab ca. 50 Euro pro Monat (Grundfunktionen)
  • BMD NTCS Business: ab ca. 100-150 Euro pro Monat (vollstaendiges Paket)
  • BMD Cloud: Mietmodell mit monatlicher Abrechnung
  • Einrichtung und Schulung werden separat verrechnet

Vorteile:

  • Marktfuehrer bei oesterreichischen Steuerberatern — nahtlose Zusammenarbeit
  • Extrem umfangreich und anpassbar
  • Alle oesterreichischen Spezifika abgedeckt
  • Hohe Datensicherheit und Stabilitaet
  • Langjaehrige Erfahrung und grosses Support-Netzwerk

Nachteile:

  • Hoehere Kosten als bei Cloud-Start-ups
  • Einarbeitung erfordert Zeit oder Schulung
  • Fuer EPU und Kleinstunternehmen oft ueberdimensioniert
  • Oberflaeche weniger modern als bei neuen Cloud-Loesungen

RZL — die Alternative fuer Steuerberater-Naehe

RZL ist neben BMD der zweite grosse Name in der oesterreichischen Steuerberater-Landschaft. Die Software wird haeufig von Kanzleien eingesetzt und bietet auch Unternehmerloesungen an.

Funktionen im Detail:

  • Finanzbuchhaltung (E/A und Bilanzierung)
  • Lohnverrechnung
  • Anlagenbuchhaltung
  • UVA und Jahreserklaerungen
  • FinanzOnline-Anbindung
  • Steuerberater-Zusammenarbeit ueber gemeinsame Datenbank
  • E-Rechnung und elektronischer Belegaustausch
  • Reporting und Auswertungen

Preise (Stand April 2026): Aehnlich wie BMD arbeitet RZL mit individuellen Angeboten:

  • RZL Board Basis: ab ca. 40 Euro pro Monat
  • RZL Board Professional: ab ca. 80-120 Euro pro Monat
  • Schulungen und Einrichtung separat

Vorteile:

  • Starke Integration mit Steuerberaterkanzleien
  • Oesterreich-spezifisch entwickelt
  • Zuverlaessig und bewaehrt
  • Guter telefonischer Support

Nachteile:

  • Weniger verbreitet als BMD
  • Modernisierung der Oberflaeche im Gang, aber noch nicht abgeschlossen
  • Fuer Kleinunternehmer preislich weniger attraktiv
  • Weniger Drittanbieter-Integrationen

sevDesk — die moderne Cloud-Loesung aus Deutschland

sevDesk ist ein deutscher Cloud-Anbieter, der zunehmend auch in Oesterreich Fuss fasst. Die Software ueberzeugt durch eine moderne Oberflaeche und hohen Automatisierungsgrad, hat aber bei oesterreichischen Spezifika Aufholbedarf.

Funktionen im Detail:

  • Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (seit 2024 offiziell fuer Oesterreich)
  • Belegerfassung mit KI-gestuetzter Texterkennung (OCR)
  • Rechnungsstellung mit automatischem Mahnwesen
  • Bankanbindung und automatischer Kontoabgleich
  • UVA-Vorbereitung (Export, aber keine direkte FinanzOnline-Anbindung)
  • Schnittstellen zu ueber 100 Business-Tools
  • E-Rechnung (XRechnung, ZUGFeRD)
  • Mobile App fuer iOS und Android

Preise (Stand April 2026):

  • Rechnung: ab ca. 8,90 Euro pro Monat (nur Rechnungen schreiben)
  • Buchhaltung: ab ca. 18,90 Euro pro Monat (E/A-Rechnung, UVA-Vorbereitung)
  • Warenwirtschaft: ab ca. 38,90 Euro pro Monat (Lager, Lieferscheine)
  • Jahreszahlung guenstiger als monatliche Abrechnung

Vorteile:

  • Sehr intuitive, moderne Benutzeroberflaeche
  • Hervorragende Automatisierung (Belegerkennung, Bankabgleich)
  • Guenstiger Einstiegspreis
  • Umfangreiche Integrationen (Shopify, WooCommerce, PayPal, Stripe)
  • Regelmaessige Feature-Updates

Nachteile:

  • Keine direkte FinanzOnline-Anbindung (Umweg ueber Steuerberater noetig)
  • Doppelte Buchhaltung (Bilanzierung) fuer Oesterreich noch nicht vollstaendig
  • Registrierkassen-Integration nur ueber Drittanbieter
  • Server in Deutschland, nicht in Oesterreich
  • Oesterreichische Steuerbesonderheiten teilweise lueckenhaft abgebildet

lexoffice — Buchhaltung leicht gemacht

lexoffice, eine Marke von Haufe-Lexware, ist in Deutschland Marktfuehrer bei der Cloud-Buchhaltung fuer Kleinunternehmen und bietet seit einiger Zeit auch eine Oesterreich-Variante an. Die Staerke liegt in der Einfachheit.

Funktionen im Detail:

  • Einnahmen-Ausgaben-Rechnung
  • Rechnungsstellung und Angebote
  • Belegerfassung mit OCR
  • Bankanbindung und automatischer Abgleich
  • UVA-Vorbereitung
  • Lohn- und Gehaltsabrechnung (Basisversion)
  • E-Rechnung
  • Online-Banking-Integration

Preise (Stand April 2026):

  • S (Rechnungen): ab ca. 7,90 Euro pro Monat
  • M (Buchhaltung): ab ca. 13,90 Euro pro Monat
  • L (inkl. Lohn): ab ca. 19,90 Euro pro Monat
  • XL (umfassend): ab ca. 29,90 Euro pro Monat
  • 30 Tage kostenlos testen

Vorteile:

  • Extrem einfache Bedienung, auch fuer Buchhaltungs-Anfaenger
  • Guenstiger Preis
  • Gute mobile App
  • DATEV-Schnittstelle fuer Steuerberater

Nachteile:

  • FinanzOnline-Anbindung fehlt (Umweg ueber DATEV-Export)
  • Bilanzierung fuer Oesterreich nicht moeglich
  • Oesterreichische Kontenrahmen nur teilweise abgebildet
  • Registrierkassen-Anbindung nicht vorhanden
  • Manche oesterreichische Umsatzsteuer-Besonderheiten nicht unterstuetzt

Cloud vs. lokale Installation — was passt besser?

Die Entscheidung zwischen Cloud-Loesung und lokal installierter Software ist eine der grundlegendsten Fragen bei der Wahl der Buchhaltungssoftware. Beide Ansaetze haben klare Staerken und Schwaechen.

Vorteile der Cloud-Loesung

  • Zugriff von ueberall: Ob im Buero, im Homeoffice oder unterwegs — die Buchhaltung ist immer erreichbar.
  • Automatische Updates: Gesetzesaenderungen werden vom Anbieter eingespielt, ohne dass Sie selbst aktiv werden muessen.
  • Keine IT-Infrastruktur noetig: Kein eigener Server, keine Backups, keine Wartung.
  • Skalierbarkeit: Zusaetzliche Benutzer oder Module lassen sich einfach hinzufuegen.
  • Zusammenarbeit: Steuerberater koennen direkt auf die Daten zugreifen.

Vorteile der lokalen Installation

  • Datenhoheit: Alle Daten bleiben auf dem eigenen Rechner oder Server.
  • Unabhaengigkeit vom Internet: Arbeiten auch bei Netzwerkausfaellen moeglich.
  • Einmalkosten: Kaufversionen verursachen keine laufenden Gebuehren (ausser Update-Abos).
  • Geschwindigkeit: Lokale Software reagiert oft schneller als Cloud-Anwendungen.

Empfehlung 2026

Fuer die meisten KMU ist 2026 eine Cloud-Loesung die bessere Wahl. Die Vorteile bei Zusammenarbeit, automatischen Updates und Ortsunabhaengigkeit ueberwiegen in der Regel. Lokale Loesungen bleiben fuer Unternehmen mit besonderen Datenschutzanforderungen oder in Regionen mit schlechter Internetanbindung relevant.

Vergleichstabelle: Buchhaltungssoftware fuer KMU Oesterreich 2026

KriteriumFreeFinanceProSaldoBMDRZLsevDesklexoffice
E/A-RechnungJaJaJaJaJaJa
BilanzierungJaJaJaJaEingeschraenktNein (AT)
UVA automatischJaJaJaJaVorbereitungVorbereitung
FinanzOnlineDirektDirektDirektDirektNeinNein
RegistrierkasseJaTeilweiseJaJaDrittanbieterNein
E-RechnungJaJaJaJaJaJa
CloudJaJaJa (optional)Ja (optional)Nur CloudNur Cloud
LokalNeinJaJaJaNeinNein
Preis ab0 Euro0 Euroca. 50 Euro/Mt.ca. 40 Euro/Mt.ca. 9 Euro/Mt.ca. 8 Euro/Mt.
ServerstandortOesterreichOesterreichOesterreichOesterreichDeutschlandDeutschland

FinanzOnline-Anbindung im Detail

Die elektronische Verbindung zum Finanzamt ueber FinanzOnline ist fuer oesterreichische Unternehmen zentral. Folgende Funktionen sollte die Software dabei abdecken:

UVA-Uebermittlung: Die Umsatzsteuervoranmeldung wird automatisch aus den gebuchten Belegen berechnet und per Mausklick an FinanzOnline gesendet. FreeFinance, ProSaldo, BMD und RZL bieten diese Funktion nativ an. Bei sevDesk und lexoffice muessen Sie die UVA manuell in FinanzOnline eintragen oder den Umweg ueber den Steuerberater nehmen.

Jahreserklaerung: Die Einkommensteuererklarung bzw. Koerperschaftsteuererklaerung wird in vielen Programmen vorbereitet und kann elektronisch eingereicht werden.

Bescheidabfrage: Fortgeschrittene Loesungen wie BMD rufen Steuerbescheide automatisch ab und gleichen diese mit den eigenen Berechnungen ab.

Databox-Anbindung: Die FinanzOnline-Databox dient dem sicheren Austausch von Dokumenten mit dem Finanzamt. Gut integrierte Software kann Nachrichten direkt abrufen und anzeigen.

E-Rechnung — was aendert sich 2026?

Die EU-Richtlinie ViDA (VAT in the Digital Age) treibt die Verbreitung strukturierter elektronischer Rechnungen voran. Fuer oesterreichische KMU bedeutet das konkret:

  • Empfang von E-Rechnungen: Unternehmen muessen in der Lage sein, strukturierte E-Rechnungen (im Format XRechnung, Peppol BIS oder aehnliche) zu empfangen und zu verarbeiten.
  • Versand von E-Rechnungen: Im B2B-Bereich wird der Versand strukturierter E-Rechnungen schrittweise zur Pflicht. Oesterreich setzt die Vorgaben in den kommenden Jahren um.
  • Formate: Die gaengigsten Formate sind Peppol BIS 3.0 und die e-Rechnung an den Bund (eb-Interface). Fuer den B2B-Bereich wird voraussichtlich Peppol der Standard.
  • Softwareunterstuetzung: Alle sechs verglichenen Loesungen bieten inzwischen grundlegende E-Rechnungs-Funktionen an. FreeFinance und BMD sind dabei am weitesten fortgeschritten, mit nativer Peppol-Anbindung und automatischer Verarbeitung eingehender E-Rechnungen.

Registrierkassen-Integration

In Oesterreich gilt die Registrierkassenpflicht fuer Betriebe mit einem Jahresumsatz ueber 15.000 Euro und Barumsaetzen ueber 7.500 Euro pro Jahr. Die Registrierkasse muss eine Sicherheitseinrichtung enthalten, und die Belege muessen dem Finanzamt ueber FinanzOnline gemeldet werden.

Integrierte Loesungen: FreeFinance bietet ein eigenes Registrierkassen-Modul an, das direkt mit der Buchhaltung verbunden ist. BMD und RZL lassen sich ueber Schnittstellen mit verschiedenen Kassensystemen verbinden.

Drittanbieter-Loesungen: sevDesk und lexoffice setzen auf Partnerschaften mit Kassenanbietern. Hier ist ein zusaetzlicher Integrationsaufwand noetig.

Empfehlung: Wenn Ihr Unternehmen eine Registrierkasse benoetigt, achten Sie unbedingt auf eine nahtlose Integration mit der Buchhaltungssoftware. Die manuelle Uebertragung von Kassendaten ist fehleranfaellig und zeitaufwaendig.

Fuer wen eignet sich welche Software?

EPU und Freiberufler (Jahresumsatz bis ca. 250.000 Euro)

Empfehlung: FreeFinance oder ProSaldo

Fuer Ein-Personen-Unternehmen und Freiberufler sind FreeFinance und ProSaldo die optimale Wahl. Beide bieten kostenlose Einstiegstarife, unterstuetzen die E/A-Rechnung und verfuegen ueber eine direkte FinanzOnline-Anbindung. Die Bedienung ist einfach genug, um die Buchhaltung ohne Steuerberater zu erledigen — wer moechte, kann den Steuerberater aber dennoch einbinden.

Wer auf ein besonders modernes Design und internationale Integrationen (z. B. PayPal, Stripe) Wert legt, kann auch sevDesk in Betracht ziehen. Allerdings fehlt hier die direkte FinanzOnline-Anbindung.

Kleinunternehmen (5-20 Mitarbeiter)

Empfehlung: FreeFinance Premium, ProSaldo Pro oder BMD Einsteiger

In dieser Groessenordnung werden Funktionen wie Bilanzierung, Anlagenbuchhaltung und Mehrbenutzer-Zugriff wichtig. FreeFinance und ProSaldo decken das in ihren Premium-Tarifen ab. Wer eng mit einem Steuerberater zusammenarbeitet, der BMD oder RZL einsetzt, sollte die gleiche Software waehlen, um den Datenaustausch zu vereinfachen.

Mittelstaendische Unternehmen (20-250 Mitarbeiter)

Empfehlung: BMD oder RZL

Fuer den Mittelstand fuehrt in Oesterreich kaum ein Weg an BMD oder RZL vorbei. Diese Loesungen bieten die noetige Tiefe bei Kostenrechnung, Controlling, Lohnverrechnung und Auswertungen. Die hoeherern Kosten relativieren sich durch den geringeren manuellen Aufwand und die nahtlose Steuerberater-Integration.

Tipps fuer die Auswahl der richtigen Buchhaltungssoftware

1. Testen Sie vor dem Kauf: Fast alle Anbieter bieten kostenlose Testphasen oder Gratis-Tarife an. Nutzen Sie diese, um die Software im Alltag zu erproben.

2. Pruefen Sie die FinanzOnline-Anbindung: Fuer oesterreichische Unternehmen ist die direkte Anbindung an FinanzOnline ein entscheidendes Kriterium. Sie spart pro UVA-Meldung mindestens 15-30 Minuten.

3. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater: Viele Steuerberater haben Praeferenzen oder Partnervereinbarungen mit bestimmten Anbietern. Eine kompatible Software erleichtert die Zusammenarbeit erheblich.

4. Denken Sie an die Zukunft: Waehlen Sie eine Software, die mit Ihrem Unternehmen wachsen kann. Der Wechsel der Buchhaltungssoftware ist aufwaendig und sollte vermieden werden.

5. Beachten Sie die Gesamtkosten: Der monatliche Preis ist nur ein Faktor. Beruecksichtigen Sie auch Einrichtungskosten, Schulungen, Zusatzmodule und den Zeitaufwand fuer die Bedienung.

6. Datenschutz und Serverstandort: Fuer viele oesterreichische Unternehmen ist es wichtig, dass die Daten in Oesterreich oder zumindest in der EU gespeichert werden. Pruefen Sie den Serverstandort des Anbieters.

7. E-Rechnung-Faehigkeit pruefen: Angesichts der kommenden Pflicht zur E-Rechnung sollte die Software diese Funktion bereits unterstuetzen oder zeitnah implementieren.

Kosten im Vergleich — was zahlen KMU wirklich?

Die tatsaechlichen Kosten fuer Buchhaltungssoftware haengen von vielen Faktoren ab. Hier eine realistische Schaetzung fuer verschiedene Unternehmensgroessen:

EPU mit E/A-Rechnung

  • FreeFinance Standard: ca. 179 Euro pro Jahr
  • ProSaldo MonKey Office Standard: ca. 144 Euro pro Jahr
  • sevDesk Buchhaltung: ca. 227 Euro pro Jahr
  • lexoffice M: ca. 167 Euro pro Jahr

Kleinunternehmen mit Bilanzierungspflicht (5 Mitarbeiter)

  • FreeFinance Premium (2 User): ca. 359 Euro pro Jahr
  • ProSaldo Pro (2 User): ca. 360 Euro pro Jahr
  • BMD NTCS Einsteiger: ca. 600-900 Euro pro Jahr (je nach Modulen)
  • RZL Board Basis: ca. 480-720 Euro pro Jahr

Mittelstaendisches Unternehmen (20 Mitarbeiter, Bilanzierung, Lohnverrechnung)

  • BMD NTCS Business: ca. 1.500-3.000 Euro pro Jahr
  • RZL Board Professional: ca. 1.200-2.400 Euro pro Jahr

Diese Zahlen sind Richtwerte und koennen je nach individueller Konfiguration abweichen. Hinzu kommen bei BMD und RZL oft Einrichtungs- und Schulungskosten, die sich im ersten Jahr auf 500 bis 2.000 Euro belaufen koennen.

Haeufige Fehler bei der Wahl der Buchhaltungssoftware

Zu guenstig eingekauft: Wer nur auf den Preis schaut, landet oft bei einer Loesung, die wesentliche oesterreichische Funktionen nicht abdeckt. Die fehlende FinanzOnline-Anbindung oder mangelnde UVA-Unterstuetzung fuehrt zu Mehraufwand, der die Ersparnis schnell aufzehrt.

Steuerberater nicht einbezogen: Wenn Ihr Steuerberater mit einer bestimmten Software arbeitet und Sie eine inkompatible Loesung waehlen, entstehen unnoetige Reibungsverluste und Kosten fuer die Datenuebertragung.

Skalierbarkeit unterschaetzt: Ein EPU, das schnell waechst und die Bilanzierungsgrenze ueberschreitet, braucht ploetzlich eine Software, die doppelte Buchfuehrung beherrscht. Ein Softwarewechsel mitten im Geschaeftsjahr ist problematisch.

Registrierkasse vergessen: Wer eine Registrierkasse benoetigt und die Integration nicht prueft, muss im Nachhinein mit aufwaendigen Workarounds oder einem Softwarewechsel rechnen.

Datenmigration unterschaetzt: Der Wechsel von einer Software zur anderen ist nie trivial. Planen Sie genuegend Zeit ein und fuehren Sie den Umstieg idealerweise zum Jahreswechsel durch.

Kuenstliche Intelligenz: Immer mehr Anbieter setzen KI ein, um Belege automatisch zu erkennen, Buchungsvorschlaege zu machen und Anomalien zu erkennen. sevDesk und FreeFinance sind hier Vorreiter.

Open Banking: Die PSD2-Richtlinie ermoeglicht es Buchhaltungssoftware, direkt auf Bankdaten zuzugreifen. Der automatische Kontoabgleich wird zum Standard.

E-Rechnung wird Pflicht: Die schrittweise Einfuehrung der verpflichtenden E-Rechnung im B2B-Bereich veraendert die Anforderungen an Buchhaltungssoftware grundlegend.

Integration statt Inselloesung: KMU erwarten zunehmend, dass ihre Buchhaltungssoftware nahtlos mit Online-Shops, Zahlungsdienstleistern, CRM-Systemen und Projektmanagement-Tools zusammenarbeitet.

Nachhaltigkeit und ESG-Reporting: Auch KMU werden kuenftig Nachhaltigkeitskennzahlen erheben und berichten muessen. Erste Softwareanbieter integrieren entsprechende Module.

Es gibt nicht die eine beste Buchhaltungssoftware fuer alle oesterreichischen KMU. Die richtige Wahl haengt von Ihrer Unternehmensgroesse, Branche, Ihren Anforderungen und Ihrem Steuerberater ab.

FreeFinance ist die Top-Empfehlung fuer EPU und Kleinunternehmen, die eine rein oesterreichische Cloud-Loesung mit FinanzOnline-Anbindung suchen.

ProSaldo eignet sich fuer alle, die eine bewaehrte oesterreichische Loesung mit Desktop-Option bevorzugen.

BMD ist der Goldstandard fuer mittelstaendische Unternehmen und alle, die eng mit einem Steuerberater zusammenarbeiten.

RZL bietet eine starke Alternative zu BMD, besonders wenn Ihr Steuerberater RZL einsetzt.

sevDesk ueberzeugt mit moderner Oberflaeche und starker Automatisierung, hat aber bei oesterreichischen Spezifika Luecken.

lexoffice ist die einfachste Loesung zum guenstigsten Preis, aber fuer oesterreichische Unternehmen mit Einschraenkungen verbunden.

Unser Tipp: Starten Sie mit einer kostenlosen Testphase oder einem Gratis-Tarif, pruefen Sie die FinanzOnline-Anbindung und sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater, bevor Sie sich festlegen.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Buchhaltungssoftware ist für KMU in Österreich am besten?

Zu den führenden Lösungen zählen 2026 FreeFinance, ProSaldo, BMD, RZL, sevDesk und lexoffice. Die Wahl hängt von Unternehmensgröße, Branche und Integration mit dem Steuerberater ab.

Was kostet Buchhaltungssoftware für KMU in Österreich?

Die Preise reichen von rund 0 Euro (Gratis-Einstiegstarife bei FreeFinance oder ProSaldo) bis über 100 Euro pro Monat bei umfangreichen Paketen von BMD oder RZL. Cloud-Lösungen wie sevDesk starten ab ca. 15 Euro monatlich.

Brauche ich als EPU eine Buchhaltungssoftware?

Ja, auch als Ein-Personen-Unternehmen profitieren Sie von einer Buchhaltungssoftware. Sie sparen Zeit bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, vermeiden Fehler und können die UVA direkt an FinanzOnline übermitteln.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.