Steuer-Software Österreich 2026 | Die besten Programme
Steuer-Software Oesterreich 2026: Taxefy, FinanzOnline, SteuerGo und BMF-App im Vergleich. Arbeitnehmerveranlagung einfach erledigen.
Die wichtigsten Tools im Vergleich
Die Steuererklaerung gehoert fuer die meisten Oesterreicherinnen und Oesterreicher nicht gerade zu den Lieblingsaufgaben. Dabei lohnt sie sich fast immer: Wer die Arbeitnehmerveranlagung (frueher Lohnsteuerausgleich) einreicht, bekommt im Durchschnitt mehrere Hundert Euro zurueck. 2026 stehen dafuer so viele digitale Hilfsmittel zur Verfuegung wie nie zuvor — von der offiziellen FinanzOnline-Plattform ueber smarte Apps wie Taxefy bis hin zu spezialisierten Steuerprogrammen.
In diesem umfassenden Vergleich stellen wir die wichtigsten Steuer-Tools fuer Oesterreich vor: FinanzOnline, die BMF-App, Taxefy und SteuerGo. Wir erklaeren, welche Belege Sie brauchen, was die einzelnen Loesungen kosten, welche Vor- und Nachteile sie haben und fuer wen sich welches Tool am besten eignet.
Grundlagen: Arbeitnehmerveranlagung in Oesterreich
Bevor wir die einzelnen Tools vergleichen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Grundlagen der Arbeitnehmerveranlagung in Oesterreich.
Was ist die Arbeitnehmerveranlagung?
Die Arbeitnehmerveranlagung (ANV) ist die Einkommensteuererklaerung fuer unselbststaendig Erwerbstaetige. Mit ihr koennen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu viel bezahlte Lohnsteuer zurueckfordern. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn:
- Werbungskosten ueber den Pauschalbetrag von 132 Euro hinausgehen (z. B. Fortbildungskosten, Arbeitsmittel, Fahrtkosten)
- Sonderausgaben geltend gemacht werden (z. B. Spenden an berechtigte Organisationen, Kirchenbeitrag, freiwillige Weiterversicherung)
- Aussergewoehnliche Belastungen vorliegen (z. B. Krankheitskosten, Behinderung, Katastrophenschaeden)
- Das Einkommen im Jahresverlauf geschwankt hat (z. B. bei Jobwechsel, Karenz, Arbeitslosigkeit)
- Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag zustehen
- Der Familienbonus Plus beantragt wird (ab 2026: bis zu 2.000 Euro pro Kind jaehrlich)
Pflichtveranlagung vs. freiwillige Veranlagung
Nicht jede Arbeitnehmerveranlagung ist freiwillig. In bestimmten Faellen besteht eine Pflicht zur Abgabe:
- Bei mehreren gleichzeitigen Dienstverhältnissen im selben Kalenderjahr
- Bei Bezug von Einkuenften ohne Lohnsteuerabzug ueber 730 Euro jaehrlich
- Bei bestimmten steuerfreien Bezuegen (z. B. Wochen- oder Krankengeld ueber bestimmte Grenzen)
- Wenn das Finanzamt zur Abgabe auffordert
Die freiwillige Veranlagung kann rueckwirkend fuer bis zu fuenf Jahre eingereicht werden. Das heisst: 2026 koennen Sie noch die Veranlagung fuer 2021 bis 2025 nachholen — ein haeufig ungenutztes Potenzial.
Wie viel Geld bekommt man zurueck?
Die Hoehe der Steuerrueckerstattung haengt vom individuellen Fall ab. Einige Richtwerte:
- Pendlerpauschale: Wer mehr als 20 km vom Arbeitsplatz entfernt wohnt und oeffentliche Verkehrsmittel nicht zumubar sind, kann das grosse Pendlerpauschale geltend machen — bis zu 3.672 Euro pro Jahr (ab 2026 leicht erhoeht).
- Familienbonus Plus: Bis zu 2.000 Euro pro Kind und Jahr (bis zum 18. Lebensjahr), danach 700 Euro, sofern Familienbeihilfe bezogen wird.
- Homeoffice-Pauschale: Bis zu 3 Euro pro Homeoffice-Tag, maximal 100 Tage, also bis zu 300 Euro pro Jahr.
- Fortbildungskosten: Kursgebuehren, Fachliteratur und Fahrtkosten zu Fortbildungen sind voll absetzbar.
- Spenden: Bis zu 10 Prozent des Jahreseinkommens an berechtigte Spendenorganisationen sind absetzbar und werden seit 2017 automatisch ans Finanzamt gemeldet.
Die besten Steuer-Tools im Vergleich
FinanzOnline — das offizielle Portal des Finanzamts
FinanzOnline ist die offizielle elektronische Plattform der oesterreichischen Finanzverwaltung. Hier koennen Steuererklaerungen abgegeben, Bescheide abgerufen und zahlreiche weitere Erledigungen mit dem Finanzamt vorgenommen werden.
Funktionen:
- Arbeitnehmerveranlagung (Formular L1) online ausfuellen und abschicken
- Einkommensteuererklaerung fuer Selbststaendige (Formular E1)
- Umsatzsteuervoranmeldung (UVA) fuer Unternehmer
- Steuerbescheide und Kontoauszuege abrufen
- Vorausgefuellte Steuererklaerung: Viele Daten (Lohnzettel, Sonderausgaben wie Spenden und Kirchenbeitrag, Sozialversicherungsdaten) sind bereits automatisch eingetragen
- Databox fuer sichere Kommunikation mit dem Finanzamt
- Erklaerungswechsel: Automatische Pruefung, ob ein anderes Formular guenstiger waere
Zugang:
- Registrierung mit Buergerkarte, Handysignatur oder ID Austria
- Alternativ: Zugangskennungen beim Finanzamt anfordern (dauert einige Tage per Post)
- Ab 2026 ist ID Austria der bevorzugte Zugangsweg
Kosten: Vollstaendig kostenlos.
Vorteile:
- Kostenlos und offiziell
- Alle Steuerformulare verfuegbar
- Vorausgefuellte Daten sparen erheblich Zeit
- Sichere, verschluesselte Verbindung
- Bescheide sofort digital abrufbar
- Keine Abhaengigkeit von Drittanbietern
Nachteile:
- Benutzeroberflaeche funktional, aber nicht besonders intuitiv
- Steuerliches Fachwissen erforderlich, um alle Felder korrekt auszufuellen
- Keine intelligente Schritt-fuer-Schritt-Fuehrung
- Wenig Erklaerungen und Tipps waehrend des Ausfuellens
- Kein automatischer Check, ob man Abzuege vergessen hat
- Mobile Nutzung nur eingeschraenkt moeglich (Webseite nicht fuer Smartphones optimiert)
Fuer wen geeignet: FinanzOnline eignet sich fuer alle, die ein gewisses Grundverstaendnis fuer Steuerformulare mitbringen und keine zusaetzlichen Kosten haben moechten. Besonders empfehlenswert fuer Personen, die bereits Erfahrung mit der Arbeitnehmerveranlagung haben.
BMF-App (BundesMinisterium fuer Finanzen)
Die BMF-App ist die offizielle mobile Anwendung des oesterreichischen Bundesministeriums fuer Finanzen. Sie bietet einen vereinfachten Zugang zu grundlegenden Steuerfunktionen direkt am Smartphone.
Funktionen:
- Vereinfachte Arbeitnehmerveranlagung fuer einfache Steuerfaelle
- Einkommensteuerbescheide einsehen
- Steuerrechner (Brutto-Netto, Familienbonus, Pendlerpauschale)
- QR-Code-Scanner fuer Belege
- Push-Benachrichtigungen bei neuen Bescheiden
- Zugang ueber ID Austria
Kosten: Kostenlos (verfuegbar fuer iOS und Android).
Vorteile:
- Kostenlos und offiziell
- Einfacher als die FinanzOnline-Webseite
- Steuerrechner sind praktisch fuer schnelle Berechnungen
- Push-Benachrichtigungen bei neuen Bescheiden
- Belegerfassung per Kamerafunktion
Nachteile:
- Nur fuer einfache Steuerfaelle geeignet
- Nicht alle Formulare und Felder verfuegbar
- Eingeschraenkte Funktionalitaet im Vergleich zu FinanzOnline
- Fuer komplexere Faelle muss man doch auf FinanzOnline ausweichen
- Noch nicht alle Abzugsmoeglichkeiten unterstuetzt
Fuer wen geeignet: Die BMF-App ist ideal fuer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem einfachen Steuerfall — also ein Dienstverhaeltnis, eventuell Pendlerpauschale und Familienbonus. Fuer alles darueber hinaus brauchen Sie FinanzOnline oder eine andere Loesung.
Taxefy — die smarte Steuer-App
Taxefy ist eine oesterreichische App, die den Prozess der Arbeitnehmerveranlagung radikal vereinfacht. Die App fuehrt Nutzerinnen und Nutzer mit einfachen Fragen durch den gesamten Prozess und verspricht, keine Absetzmoeglichkeit zu vergessen.
Funktionen:
- Schritt-fuer-Schritt-Fuehrung durch die Arbeitnehmerveranlagung
- Intelligente Abfrage aller moeglichen Abzuege (Werbungskosten, Sonderausgaben, aussergewoehnliche Belastungen)
- Vorberechnung der zu erwartenden Rueckerstattung
- Automatische Uebermittlung an FinanzOnline (mit Vollmacht)
- Belegerfassung per Foto
- Push-Benachrichtigung, wenn der Bescheid vorliegt
- Rueckwirkende Veranlagung fuer bis zu fuenf Jahre
- KI-gestuetzte Empfehlungen fuer Abzuege
- Erkennung von Sonderausgaben aus der Lohnzettel-Analyse
Kosten (Stand April 2026):
- Grundsaetzlich: Zahlung nur im Erfolgsfall (also nur, wenn Sie Geld zurueckbekommen)
- Standard: ca. 14,90 Euro pro Veranlagungsjahr
- Premium (mit erweiterter Beratung): ca. 34,90 Euro pro Veranlagungsjahr
- Rueckwirkende Jahre: Sondertarife moeglich (Paketpreise)
Vorteile:
- Extrem einfach zu bedienen — keine Steuerkenntnisse noetig
- Intelligente Abfrage deckt Abzuege auf, die man sonst vergessen wuerde
- Nur zahlen, wenn man Geld zurueckbekommt
- Rueckwirkende Veranlagung unkompliziert moeglich
- KI-gestuetzte Tipps und Empfehlungen
- Oesterreichisches Unternehmen mit lokalem Support
- Regelmaessige Updates bei Gesetzesaenderungen
Nachteile:
- Kosten pro Veranlagung (im Gegensatz zu FinanzOnline, das gratis ist)
- Nur fuer Arbeitnehmerveranlagung geeignet (keine Einkommensteuer fuer Selbststaendige)
- Vollmacht fuer FinanzOnline muss erteilt werden
- Weniger Kontrolle ueber die exakten Eintraege als bei FinanzOnline direkt
- Nicht fuer sehr komplexe Steuerfaelle (z. B. mehrere Einkunftsarten, Auslandsbezuege) geeignet
Fuer wen geeignet: Taxefy ist perfekt fuer alle, die sich nicht mit Steuerformularen befassen moechten und bereit sind, einen kleinen Betrag fuer die Vereinfachung zu zahlen. Besonders lohnend fuer Personen, die ihre Veranlagung seit Jahren nicht gemacht haben und rueckwirkende Rueckerstattungen erwarten.
SteuerGo — das Online-Steuerprogramm
SteuerGo ist ein deutsches Online-Steuerprogramm, das auch eine Oesterreich-Variante anbietet. Es richtet sich an Nutzerinnen und Nutzer, die eine gebuehrenpflichtige, aber ausfuehrlichere Alternative zu FinanzOnline suchen.
Funktionen:
- Interviewmodus: Fragen und Antworten statt Formularfelder
- Umfangreiche Steuertipps und Erklaerungen bei jedem Feld
- Berechnung der voraussichtlichen Erstattung in Echtzeit
- PDF-Export der fertigen Steuererklaerung
- Uebermittlung an FinanzOnline (ueber Elster-Schnittstelle adaptiert fuer Oesterreich)
- Archivierung vergangener Erklaerungen
- Belegmanager fuer die digitale Aufbewahrung
Kosten (Stand April 2026):
- Basis: ab ca. 29,95 Euro pro Steuererklaerung
- Plus (mit erweitertem Support): ab ca. 39,95 Euro
- Zahlung erst nach Abgabe der Erklaerung
Vorteile:
- Ausfuehrliche Erklaerungen und Steuertipps bei jedem Schritt
- Gute Benutzerführung im Interviewmodus
- Echtzeit-Berechnung der Erstattung motiviert zum Weitermachen
- Archiv fuer vergangene Jahre
- Auch fuer etwas komplexere Faelle geeignet
Nachteile:
- Vergleichsweise teuer (ca. 30-40 Euro pro Erklaerung)
- Urspruenglich fuer Deutschland entwickelt — manche oesterreichische Besonderheiten nicht optimal abgebildet
- Keine native App (nur Webbrowser)
- Weniger verbreitet in Oesterreich als Taxefy
- FinanzOnline-Anbindung nicht immer reibungslos
Fuer wen geeignet: SteuerGo eignet sich fuer Personen, die eine gruendliche, erklaerungsreiche Schritt-fuer-Schritt-Anleitung bevorzugen und bereit sind, dafuer zu zahlen. Besonders nuetzlich, wenn Sie verstehen moechten, warum bestimmte Abzuege gelten — die ausfuehrlichen Erklaerungen sind ein Pluspunkt.
Vergleichstabelle: Steuer-Software Oesterreich 2026
| Kriterium | FinanzOnline | BMF-App | Taxefy | SteuerGo |
|---|---|---|---|---|
| Kosten | Gratis | Gratis | ca. 15-35 Euro | ca. 30-40 Euro |
| Arbeitnehmerveranlagung | Ja (alle Formulare) | Ja (vereinfacht) | Ja (gefuehrt) | Ja (gefuehrt) |
| Selbststaendige | Ja | Nein | Nein | Eingeschraenkt |
| Schritt-fuer-Schritt | Nein | Teilweise | Ja | Ja |
| KI-Empfehlungen | Nein | Nein | Ja | Teilweise |
| Rueckwirkende Veranlagung | Ja | Nein | Ja (bis 5 Jahre) | Ja |
| FinanzOnline-Anbindung | Direkt | Direkt | Ueber Vollmacht | Ueber Export |
| Mobile App | Nein (Webseite) | Ja | Ja | Nein (nur Web) |
| Belegerfassung per Foto | Nein | Ja | Ja | Nein |
| Erstattungsvorschau | Nein | Nein | Ja | Ja |
| Fuer komplexe Faelle | Ja | Nein | Nein | Teilweise |
Welche Belege brauchen Sie fuer die Steuererklaerung?
Seit der Umstellung auf die Belegvorhaltepflicht muessen Belege nicht mehr mit der Steuererklaerung eingereicht, aber sieben Jahre lang aufbewahrt werden. Folgende Belege sollten Sie griffbereit haben:
Werbungskosten
- Fahrtkosten: Nachweis der Entfernung Wohnung-Arbeitsstaette (fuer Pendlerpauschale). Die Berechnung erfolgt ueber den Pendlerrechner des BMF.
- Fortbildung und Umschulung: Rechnungen fuer Kurse, Seminare, Fachliteratur, Fahrtkosten zu Bildungsveranstaltungen
- Arbeitsmittel: Rechnungen fuer Computer, Software, Bueromoebel (wenn beruflich genutzt). Gegenstanede ueber 1.000 Euro (GWG-Grenze 2026) muessen ueber die Nutzungsdauer abgeschrieben werden.
- Homeoffice: Nachweis der Homeoffice-Tage (Bestaetigung des Arbeitgebers oder eigene Aufzeichnungen). Bis zu 300 Euro jaehrlich absetzbar.
- Doppelte Haushaltsfuehrung: Mietvertrag und Nachweis des Familienwohnsitzes, wenn beruflich bedingt ein zweiter Wohnsitz noetig ist.
- Gewerkschaftsbeitraege und Betriebsratsumlage: Werden oft automatisch gemeldet, Beleg trotzdem aufbewahren.
Sonderausgaben
- Spenden: An berechtigte Organisationen (werden seit 2017 automatisch an FinanzOnline gemeldet). Maximal 10 % des Jahreseinkommens.
- Kirchenbeitrag: Wird ebenfalls automatisch gemeldet, maximal 400 Euro (Stand 2026).
- Freiwillige Weiterversicherung in der Krankenversicherung: Bestaetigung der Versicherungsanstalt
- Steuerberatungskosten: Rechnung des Steuerberaters (sowohl Werbungskosten als auch Sonderausgaben moeglich)
Aussergewoehnliche Belastungen
- Krankheitskosten: Arzt- und Spitalsrechnungen, Rezeptgebuehren, Kosten fuer Heilbehelfe (soweit nicht von der Krankenkasse erstattet). Selbstbehalt beachten.
- Behinderung: Behindertenausweis, Bescheid des Sozialministeriumservice. Pauschbetrag oder tatsaechliche Kosten absetzbar.
- Katastrophenschaeden: Dokumentation der Schaeden und Kosten fuer Reparatur oder Ersatz
Familienbonus Plus
- Nachweis der Familienbeihilfe: Bezugsbestaetigung
- Aufteilung zwischen Elternteilen: Vereinbarung ueber die Aufteilung (100/0 oder 50/50)
Schritt-fuer-Schritt: Arbeitnehmerveranlagung ueber FinanzOnline
Fuer alle, die die kostenlose Variante ueber FinanzOnline nutzen moechten, hier eine kompakte Anleitung:
Schritt 1 — Anmelden: Rufen Sie finanzonline.bmf.gv.at auf und melden Sie sich mit ID Austria oder Ihren Zugangskennungen an.
Schritt 2 — Erklaerung starten: Navigieren Sie zu “Eingaben” und dann zu “Erklaerungen”. Waehlen Sie “Arbeitnehmerveranlagung (L1)” und das betreffende Steuerjahr.
Schritt 3 — Vorausgefuellte Daten pruefen: FinanzOnline zeigt bereits eingetragene Daten an (Lohnzettel, Sonderausgaben). Pruefen Sie diese sorgfaeltig auf Vollstaendigkeit und Richtigkeit.
Schritt 4 — Zusaetzliche Abzuege eintragen: Tragen Sie Werbungskosten, weitere Sonderausgaben und aussergewoehnliche Belastungen ein, die nicht automatisch vorausgefuellt sind.
Schritt 5 — Familienbonus Plus: Wenn Sie Kinder haben, tragen Sie den Familienbonus Plus ein und waehlen die Aufteilung mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin.
Schritt 6 — Pruefen und abschicken: Ueberpruefen Sie alle Eingaben und senden Sie die Erklaerung ab. Sie erhalten eine Bestaetigung mit Eingangsnummer.
Schritt 7 — Bescheid abwarten: Der Steuerbescheid wird in der Regel innerhalb weniger Wochen erstellt und ist in FinanzOnline abrufbar. Bei einfachen Faellen kann der Bescheid bereits nach wenigen Tagen vorliegen.
Schritt-fuer-Schritt: Arbeitnehmerveranlagung ueber Taxefy
Schritt 1 — App herunterladen: Installieren Sie Taxefy aus dem App Store oder Google Play Store und erstellen Sie ein Konto.
Schritt 2 — FinanzOnline verknuepfen: Erteilen Sie Taxefy eine Vollmacht fuer den Zugriff auf FinanzOnline. Die App fuehrt Sie durch diesen Prozess.
Schritt 3 — Fragen beantworten: Die App stellt Ihnen einfache Fragen zu Ihrer beruflichen Situation, Fahrtkosten, Weiterbildungen, Kindern und weiteren absetzbaren Posten.
Schritt 4 — Erstattung pruefen: Taxefy zeigt Ihnen in Echtzeit an, wie hoch Ihre voraussichtliche Rueckerstattung ist. Dieser Betrag aktualisiert sich mit jeder Antwort.
Schritt 5 — Abschicken: Wenn Sie zufrieden sind, schickt Taxefy die Erklaerung direkt ueber FinanzOnline ab.
Schritt 6 — Bezahlen: Die Gebuehr wird nur faellig, wenn Sie eine Rueckerstattung erhalten. Bei der Standard-Variante sind das ca. 14,90 Euro.
Haeufige Fehler bei der Steuererklaerung vermeiden
1. Gar keine Veranlagung abgeben: Der haeufigste Fehler ist, die Arbeitnehmerveranlagung nicht einzureichen. Mehr als 2,5 Millionen Oesterreicherinnen und Oesterreicher verzichten jaehrlich auf eine Rueckerstattung, die ihnen zusteht.
2. Pendlerpauschale vergessen: Wer regelmaessig zur Arbeit pendelt, hat Anspruch auf das kleine oder grosse Pendlerpauschale. Besonders bei laengeren Anfahrtswegen kann das einen erheblichen Unterschied machen.
3. Familienbonus Plus nicht beantragt: Der Familienbonus Plus ist mit bis zu 2.000 Euro pro Kind der groesste Steuerabzug fuer Familien. Er muss aktiv beantragt werden — entweder ueber den Arbeitgeber (Formular E30) oder ueber die Arbeitnehmerveranlagung.
4. Homeoffice-Tage nicht dokumentiert: Seit der Pandemie koennen bis zu 100 Homeoffice-Tage steuerlich geltend gemacht werden. Fuehren Sie eine einfache Aufstellung der Tage, an denen Sie von zu Hause gearbeitet haben.
5. Sonderausgaben ueberpruefen: Obwohl Spenden und Kirchenbeitrag seit 2017 automatisch gemeldet werden, koennen Fehler passieren. Pruefen Sie die vorausgefuellten Werte in FinanzOnline gegen Ihre eigenen Unterlagen.
6. Rueckwirkende Veranlagung vergessen: Sie koennen die Arbeitnehmerveranlagung bis zu fuenf Jahre rueckwirkend einreichen. Wenn Sie in den vergangenen Jahren keine Veranlagung gemacht haben, holen Sie das nach — es koennen Hunderte oder sogar Tausende Euro zusammenkommen.
7. Falsches Formular gewaehlt: Achten Sie darauf, das richtige Formular zu verwenden. Fuer die Arbeitnehmerveranlagung ist es das Formular L1, fuer Selbststaendige das Formular E1. FinanzOnline bietet seit 2025 einen Erklaerungswechsel-Assistenten an, der das richtige Formular vorschlaegt.
Sonderfaelle: Wann brauchen Sie einen Steuerberater?
Die vorgestellten Tools decken die meisten Standardfaelle ab. In folgenden Situationen empfiehlt sich jedoch ein Steuerberater:
- Selbststaendige Taetigkeit neben dem Dienstverhältnis: Wenn Sie nebenbei ein Gewerbe betreiben oder freiberuflich taetig sind, wird die Steuererklaerung komplexer.
- Einkuenfte aus Vermietung und Verpachtung: Mieteinnahmen muessen in der Einkommensteuererklaerung angegeben werden, und die Abschreibungsmoeglichkeiten sind vielfaeltig.
- Kapitalertraege im Ausland: Waehrend oesterreichische Banken die KESt automatisch abfuehren, muessen auslaendische Kapitalertraege selbst deklariert werden.
- Erbschaft oder Schenkung mit steuerlichen Auswirkungen: Auch wenn Oesterreich keine Erbschaftsteuer hat, koennen sich steuerliche Fragen bei der Uebernahme von Vermoegenswerten ergeben.
- Internationale Sachverhalte: Wer in mehreren Laendern arbeitet oder Einkuenfte bezieht, braucht Expertise im internationalen Steuerrecht.
Datenschutz und Sicherheit
Ein wichtiger Aspekt bei der Nutzung von Steuer-Apps ist der Datenschutz. Steuerliche Daten gehoeren zu den sensibelsten persoenlichen Informationen.
FinanzOnline und BMF-App: Als offizielle Plattformen des oesterreichischen Finanzministeriums unterliegen sie den strengsten Datenschutzbestimmungen. Die Daten werden auf Servern der oesterreichischen Finanzverwaltung gespeichert.
Taxefy: Das oesterreichische Unternehmen speichert Daten DSGVO-konform in der EU. Die Vollmacht fuer FinanzOnline kann jederzeit widerrufen werden. Die App ist nach gaengigen Sicherheitsstandards zertifiziert.
SteuerGo: Als deutsches Unternehmen unterliegt SteuerGo der DSGVO. Die Daten werden auf Servern in Deutschland gespeichert. Fuer den Zugriff auf FinanzOnline ist eine separate Autorisierung noetig.
Generelle Empfehlungen:
- Verwenden Sie starke, einzigartige Passwoerter fuer alle Steuer-Tools
- Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung, wo verfuegbar
- Loggen Sie sich nach der Nutzung immer aus
- Verwenden Sie keine oeffentlichen WLAN-Netzwerke fuer Steuerangelegenheiten
Neuerungen 2026 im oesterreichischen Steuerrecht
Fuer die Steuererklaerung 2025 (einzureichen 2026) und laufend fuer 2026 gelten einige relevante Aenderungen:
Erhoehung des Familienbonus Plus: Der Familienbonus Plus betraegt ab 2026 bis zu 2.000 Euro pro Kind jaehrlich (bisher 2.000 Euro, valorisiert). Fuer Kinder ueber 18 Jahre 700 Euro.
Anpassung der Steuerstufen: Die Steuerstufen wurden an die Inflation angepasst (kalte Progression). Das bedeutet, dass mehr Einkommen in niedrigeren Steuerstufen verbleibt.
Homeoffice-Pauschale dauerhaft: Die Homeoffice-Regelung ist seit 2023 dauerhaft im Gesetz verankert. Bis zu 3 Euro pro Tag fuer maximal 100 Tage, also 300 Euro pro Jahr.
Oekosoziale Steuerreform: Die schrittweise Senkung der Koerperschaftsteuer auf 23 Prozent ist abgeschlossen. Fuer Arbeitnehmer relevant: Die zweite und dritte Einkommensteuerstufe wurden gesenkt.
Digitale Belegerfassung: FinanzOnline akzeptiert zunehmend digitale Belege und Fotos als Nachweis. Eine physische Aufbewahrung ist in vielen Faellen nicht mehr noetig, solange die digitalen Kopien lesbar und vollstaendig sind.
Kosten-Nutzen-Analyse: Lohnt sich eine kostenpflichtige Steuer-App?
Die zentrale Frage lautet: Soll ich die kostenlose Variante ueber FinanzOnline nutzen oder in eine App wie Taxefy investieren?
FinanzOnline ist die richtige Wahl, wenn:
- Sie bereits Erfahrung mit der Arbeitnehmerveranlagung haben
- Ihr Steuerfall ueberschaubar ist
- Sie sich die Zeit nehmen moechten, die Formulare selbst auszufuellen
- Sie kein Geld fuer die Steuererklaerung ausgeben moechten
Taxefy lohnt sich, wenn:
- Sie zum ersten Mal eine Arbeitnehmerveranlagung machen
- Sie unsicher sind, welche Abzuege Ihnen zustehen
- Sie rueckwirkende Veranlagungen nachholen moechten (Kostenvorteil durch entdeckte Abzuege)
- Ihnen Zeit wichtiger ist als 15-35 Euro
Rechenbeispiel: Wenn Taxefy durch seine intelligente Abfrage auch nur eine zusaetzliche Absetzmoeglichkeit entdeckt, die Sie bei FinanzOnline uebersehen haetten — etwa die Homeoffice-Pauschale von 300 Euro oder einen vergessenen Sonderausgabenposten —, rechnet sich die Gebuehr von 14,90 Euro sofort.
Fuer Steuer-erfahrene Arbeitnehmer: FinanzOnline ist kostenlos, offiziell und bietet alle noetigen Funktionen. Wer das System kennt, erledigt die Veranlagung in 15 bis 30 Minuten.
Fuer Einsteiger und Bequeme: Taxefy nimmt Ihnen die Arbeit ab, stellt die richtigen Fragen und deckt vergessene Abzuege auf. Die Kosten sind moderat und fallen nur bei Erfolg an.
Fuer einfache Standardfaelle am Smartphone: Die BMF-App reicht voellig aus, wenn Sie nur ein Dienstverhaeltnis und wenige Abzuege haben.
Fuer gruendliche Erklaerungen mit Lerneffekt: SteuerGo bietet die ausfuehrlichsten Erklaerungen zu jedem Steuerfeld — ideal, wenn Sie nicht nur die Erklaerung abgeben, sondern auch verstehen moechten.
Unser wichtigster Tipp: Reichen Sie Ihre Arbeitnehmerveranlagung ein — egal mit welchem Tool. Die durchschnittliche Rueckerstattung in Oesterreich liegt bei mehreren Hundert Euro. Dieses Geld sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Und vergessen Sie nicht: Rueckwirkend fuer bis zu fuenf Jahre ist die Veranlagung moeglich. 2026 koennen Sie also noch die Jahre 2021 bis 2025 nachholen.
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Häufig gestellte Fragen
Welche Steuer-Software ist 2026 in Österreich am beliebtesten?
Die beliebtesten Lösungen sind FinanzOnline (offiziell, kostenlos), Taxefy (App für Arbeitnehmerveranlagung) sowie SteuerGo und die BMF-App für einfache Steuerfälle.
Was kostet die Steuererklärung per App in Österreich?
FinanzOnline und die BMF-App sind kostenlos. Taxefy verrechnet eine Gebühr von rund 15 bis 35 Euro nur im Erfolgsfall, SteuerGo kostet ab ca. 30 Euro pro Erklärung.
Kann ich die Arbeitnehmerveranlagung in Österreich selbst machen?
Ja, mit FinanzOnline oder der BMF-App können Sie die Arbeitnehmerveranlagung kostenlos und ohne Steuerberater einreichen. Apps wie Taxefy fuehren Sie Schritt fuer Schritt durch den Prozess.
Chefredakteur finanzinfo.at
Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.