Absetzbeträge 2026 und 2027: alle Beträge nach § 33 EStG

Verkehrsabsetzbetrag 496 Euro, Alleinverdienerabsetzbetrag 612 Euro, Pensionistenabsetzbetrag 1.020 Euro: alle Beträge 2026, die Werte 2027 und die Erstattung.

Ein Absetzbetrag von 1.000 Euro senkt die Steuer um 1.000 Euro. Ein Freibetrag von 1.000 Euro senkt sie je nach Einkommen um 200 bis 500 Euro, und in der Nullzone gar nicht. Der Unterschied liegt in der Reihenfolge: Der Freibetrag wirkt vor dem Tarif auf die Bemessungsgrundlage, der Absetzbetrag nach dem Tarif direkt auf die Steuer.

Alle Absetzbeträge stehen in § 33 EStG. Für 2026 wurden sie um 1,733 Prozent angehoben, für 2027 steht die nächste Anhebung um 2,2666 Prozent bereits fest.

Eckdaten zu den Absetzbeträgen 2026

Absetzbetrag20262027
Verkehrsabsetzbetrag496 Euro508 Euro
erhöhter Verkehrsabsetzbetrag mit Pendlerpauschale853 Euro873 Euro
Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag804 Euro823 Euro
Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag, ein Kind612 Euro626 Euro
Pensionistenabsetzbetrag1.020 Euro1.044 Euro
erhöhter Pensionistenabsetzbetrag1.502 Euro1.537 Euro
Unterhaltsabsetzbetrag, erstes Kind38 Euro im Monat39 Euro im Monat
Kinderabsetzbetrag70,90 Euro im Monatnicht angepasst
Familienbonus Plus bis 18 Jahre166,68 Euro im Monatnicht angepasst

Die Werte für 2027 stammen aus der Inflationsanpassungsverordnung 2027, BGBl. II Nr. 260/2026. Kinderabsetzbetrag und Familienbonus Plus fallen nicht unter diese Anpassung.

Absetzbetrag und Freibetrag: der Unterschied in Zahlen

Wie viel ein Freibetrag bringt, hängt vom Grenzsteuersatz ab. Nach dem Tarif 2026 liegt er bei 15.000 Euro Einkommen bei 20 Prozent, ab 21.992 Euro bei 30 Prozent, ab 36.458 Euro bei 40 Prozent und ab 70.365 Euro bei 48 Prozent.

EinkommenGrenzsteuersatzFreibetrag 1.000 Euro spartAbsetzbetrag 1.000 Euro spart
15.000 Euro20 Prozent200 Euro1.000 Euro
30.000 Euro30 Prozent300 Euro1.000 Euro
50.000 Euro40 Prozent400 Euro1.000 Euro
80.000 Euro48 Prozent480 Euro1.000 Euro

Freibeträge begünstigen damit höhere Einkommen, Absetzbeträge wirken bei allen gleich, solange überhaupt Steuer anfällt. Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen wirken wie Freibeträge: Sie mindern das Einkommen, nicht die Steuer. Den vollständigen Tarif zeigt die Seite zur Einkommensteuer.

Verkehrsabsetzbetrag und Zuschlag für Arbeitnehmer

Wer Einkünfte aus einem bestehenden Dienstverhältnis hat, bekommt nach § 33 Abs. 5 EStG:

Absetzbetrag2026Bedingung
Verkehrsabsetzbetrag496 Eurojedes aktive Dienstverhältnis
erhöhter Verkehrsabsetzbetrag853 EuroPendlerpauschale, Einkommen bis 15.069 Euro
Zuschlag804 EuroEinkommen bis 19.761 Euro
Pendlereuro6 Euro je Kilometer der einfachen StreckePendlerpauschale

Beide Erhöhungen laufen einschleifend aus: der erhöhte Verkehrsabsetzbetrag zwischen 15.069 und 16.056 Euro zurück auf 496 Euro, der Zuschlag zwischen 19.761 und 30.259 Euro auf null. In diesen Zonen sinkt der Absetzbetrag mit jedem zusätzlich verdienten Euro, die tatsächliche Grenzbelastung liegt dort über dem Tarifsatz.

Der Pendlereuro wird nicht inflationsangepasst. Wann ein Pendlerpauschale zusteht, steht bei der Pendlerpauschale.

Pensionistenabsetzbetrag und erhöhter Pensionistenabsetzbetrag

Wer keinen Verkehrsabsetzbetrag hat und eine Pension bezieht, bekommt nach § 33 Abs. 6 EStG einen Pensionistenabsetzbetrag. Er schleift mit steigender Pension ein:

Absetzbetrag2026Einschleifzone 2026
Pensionistenabsetzbetrag1.020 Euro21.614 bis 31.494 Euro
erhöhter Pensionistenabsetzbetrag1.502 Euro24.616 bis 31.494 Euro

Der erhöhte Betrag setzt drei Bedingungen voraus: mehr als sechs Monate verheiratet oder in eingetragener Partnerschaft, nicht dauernd getrennt lebend, Partnereinkünfte von höchstens 2.720 Euro im Jahr. Wer den Alleinverdienerabsetzbetrag bekommt, hat keinen Anspruch darauf. Neben dem Pensionistenabsetzbetrag steht der Werbungskostenpauschbetrag von 132 Euro nicht zu.

Absetzbeträge für Familien: Alleinverdiener, Alleinerzieher, Unterhalt

Nach § 33 Abs. 4 EStG gilt für Kinder, die sich ständig in der EU, im EWR oder in der Schweiz aufhalten:

Absetzbetrag20262027
Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag, ein Kind612 Euro im Jahr626 Euro
bei zwei Kindern828 Euro im Jahr847 Euro
je weiterem Kind zusätzlich273 Euro im Jahr280 Euro
Unterhaltsabsetzbetrag, erstes Kind38 Euro im Monat39 Euro
Unterhaltsabsetzbetrag, zweites Kind56 Euro im Monat58 Euro
Unterhaltsabsetzbetrag, jedes weitere Kind75 Euro im Monat77 Euro

Alleinverdienend ist, wer mit mindestens einem Kind mehr als sechs Monate im Jahr verheiratet, verpartnert oder in Lebensgemeinschaft lebt, wenn der Partner höchstens 7.411 Euro im Jahr verdient (2027: 7.579 Euro). Alleinerziehend ist, wer mit mindestens einem Kind mehr als sechs Monate im Jahr nicht in einer Partnerschaft lebt.

Der Unterhaltsabsetzbetrag steht zu, wenn das Kind nicht im eigenen Haushalt lebt, der gesetzliche Unterhalt geleistet wird und niemand im eigenen Haushalt Familienbeihilfe dafür bezieht. Er gilt nur für Monate, in denen der volle Unterhalt bezahlt wurde.

Der Kinderabsetzbetrag von 70,90 Euro je Kind und Monat wird nicht in der Veranlagung berücksichtigt, sondern mit der Familienbeihilfe ausgezahlt. Für 2026 wurde er wie die Familienbeihilfe nicht erhöht. Der Familienbonus Plus von 166,68 Euro im Monat bis zum 18. Geburtstag und 58,34 Euro danach folgt eigenen Regeln, Einzelheiten beim Familienbonus Plus.

Erstattung, wenn die Absetzbeträge die Steuer übersteigen

Zuerst wird der Familienbonus Plus abgezogen, danach die übrigen Absetzbeträge. Ist die Steuer dann null, laufen Absetzbeträge grundsätzlich ins Leere. § 33 Abs. 7 und 8 EStG sehen aber vier Auszahlungen vor:

  • Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag werden ausgezahlt, soweit sie die Steuer übersteigen.
  • SV-Rückerstattung für Arbeitnehmer: 55 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge, höchstens 496 Euro, mit Pendlerpauschale höchstens 750 Euro. Mit Anspruch auf den Zuschlag erhöht sich der Höchstbetrag um 804 Euro (SV-Bonus).
  • SV-Rückerstattung für Pensionisten: 80 Prozent der Krankenversicherungsbeiträge, höchstens 723 Euro.
  • Kindermehrbetrag: Liegt die Steuer unter 700 Euro, wird die Differenz auf 700 Euro je Kind ausgezahlt, wenn der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag zusteht oder auch der Partner weniger als 700 Euro Steuer zahlt.

Der Familienbonus Plus selbst wird nicht ausgezahlt, er kann die Steuer nur auf null senken. Rechenbeispiele zur Rückerstattung stehen bei der Negativsteuer.

Was der Arbeitgeber berücksichtigt und was beantragt werden muss

Den Verkehrsabsetzbetrag und den Pensionistenabsetzbetrag ziehen Arbeitgeber und Pensionsversicherung von sich aus ab. Pendlerpauschale und Pendlereuro, Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag und Familienbonus Plus berücksichtigen sie nur, wenn sie ihnen gemeldet wurden. Dann wirken sie schon bei der monatlichen Lohnsteuer.

Was nicht gemeldet wurde, geht nicht verloren. Es lässt sich in der Arbeitnehmerveranlagung nachholen, und zwar bis zu fünf Jahre rückwirkend. Auszahlungen wie SV-Rückerstattung und Kindermehrbetrag gibt es ohnehin nur über die Veranlagung.

Quellen

Abgerufen am 14.10.2026.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Absetzbetrag und Freibetrag?

Ein Absetzbetrag wird von der berechneten Steuer abgezogen und wirkt bei jedem gleich. Ein Freibetrag senkt nur das zu versteuernde Einkommen, seine Wirkung hängt vom Grenzsteuersatz ab: 1.000 Euro Freibetrag bringen bei 20 Prozent 200 Euro, bei 48 Prozent 480 Euro.

Wie hoch ist der Verkehrsabsetzbetrag 2026?

496 Euro im Jahr. Mit Anspruch auf Pendlerpauschale steigt er auf 853 Euro, wenn das Einkommen 15.069 Euro nicht übersteigt. Bei Einkommen bis 19.761 Euro kommt ein Zuschlag von 804 Euro dazu. 2027 sind es 508, 873 und 823 Euro.

Wie hoch ist der Alleinverdienerabsetzbetrag 2026?

612 Euro bei einem Kind, 828 Euro bei zwei Kindern und je 273 Euro mehr für jedes weitere Kind. Der Partner darf höchstens 7.411 Euro im Jahr verdienen. Der Alleinerzieherabsetzbetrag ist gleich hoch. 2027 steigen die Beträge auf 626, 847 und 280 Euro.

Wie hoch ist der Pensionistenabsetzbetrag 2026?

1.020 Euro, ab Pensionseinkünften von 21.614 Euro schleift er ein und fällt bei 31.494 Euro weg. Der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag beträgt 1.502 Euro, wenn der Ehe- oder eingetragene Partner höchstens 2.720 Euro im Jahr verdient.

Wird der Kinderabsetzbetrag 2026 erhöht?

Nein. Er bleibt 2026 wie die Familienbeihilfe auf dem Wert von 2025, 70,90 Euro je Kind und Monat. Er wird automatisch mit der Familienbeihilfe ausgezahlt.

Was passiert, wenn die Absetzbeträge höher sind als die Steuer?

Dann fällt keine Steuer an, und in bestimmten Fällen wird ausgezahlt: der Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag, die SV-Rückerstattung für Arbeitnehmer und Pensionisten sowie der Kindermehrbetrag von 700 Euro je Kind. Der Familienbonus Plus wird nicht ausgezahlt.

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