CO2-Steuer Österreich 2026

CO2-Steuer 2026 in Österreich: Aktueller Preis pro Tonne, Stufenplan, Auswirkungen auf Heizen und Tanken, Klimabonus und EU-ETS2 im Überblick.

Aktualisiert: 05. April 2026 18 Min. Lesezeit

Aktueller Preis und Stufenplan bis 2027

Die CO2-Steuer ist ein zentrales Element der ökosozialen Steuerreform in Österreich und soll den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen beschleunigen. Seit ihrer Einführung am 1. Oktober 2022 verteuert sie fossile Brennstoffe und damit das Heizen mit Öl und Gas sowie das Tanken von Benzin und Diesel. Als Ausgleich erhalten alle in Österreich lebenden Personen den Klimabonus.

Grundlagen der CO2-Bepreisung in Österreich

Was ist die CO2-Steuer?

Die CO2-Steuer — offiziell als “nationaler Emissionszertifikatehandel” (nEHS) bezeichnet — ist eine Abgabe auf den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) durch die Verbrennung fossiler Energieträger. Sie betrifft Bereiche, die nicht vom europäischen Emissionshandel (EU-ETS) erfasst sind, also vor allem den Gebäudesektor (Heizen) und den Verkehr (Tanken).

Das Prinzip ist einfach: Wer fossile Brennstoffe in Verkehr bringt, muss Emissionszertifikate erwerben. Die Kosten dafür werden an die Endverbraucher weitergegeben. Je höher der CO2-Preis, desto teurer werden fossile Brennstoffe — und desto attraktiver werden klimafreundliche Alternativen wie Wärmepumpen, Elektroautos oder öffentliche Verkehrsmittel.

Rechtsgrundlage

Die rechtliche Basis bildet das Nationale Emissionszertifikatehandelsgesetz 2022 (NEHG 2022). Es regelt den Anwendungsbereich, die Preisfestsetzung, die Pflichten der Emissionszertifikate-Pflichtigen und die Kontrollmechanismen. Ergänzend gelten Verordnungen des Bundesministeriums für Klimaschutz und des Finanzministeriums.

Der CO2-Preis 2026 — Stufenplan und Entwicklung

Bisherige Entwicklung des CO2-Preises

Der CO2-Preis wurde seit der Einführung schrittweise angehoben:

JahrCO2-Preis pro TonneBemerkung
2022 (ab Oktober)30 EuroEinführung
202332,50 EuroErste Anhebung
202445 EuroDeutlicher Anstieg
202555 EuroPlanmäßige Erhöhung
202665 EuroAktuelle Stufe

Warum steigt der CO2-Preis stufenweise?

Die stufenweise Anhebung soll Haushalten und Unternehmen Zeit geben, sich anzupassen und in klimafreundliche Alternativen zu investieren. Ein zu hoher Einstiegspreis hätte soziale Härten verursacht und die Akzeptanz gefährdet. Die schrittweise Erhöhung gibt dagegen das Signal: Fossile Brennstoffe werden immer teurer, ein Umstieg lohnt sich zunehmend.

Ausblick auf die kommenden Jahre

Ab 2027 soll das EU-weite Emissionshandelssystem ETS2 für Gebäude und Straßenverkehr starten. Die nationale Fixpreisphase könnte dann in ein markbasiertes System übergehen, bei dem der CO2-Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Prognosen gehen davon aus, dass der Preis unter ETS2 deutlich über 65 Euro liegen könnte — erste Schätzungen reichen von 80 bis über 150 Euro pro Tonne.

Auswirkungen auf Heizen und Tanken

Benzin und Diesel

Die CO2-Steuer macht sich an der Tankstelle direkt bemerkbar. Bei einem CO2-Preis von 65 Euro pro Tonne ergeben sich folgende Mehrkosten:

Benzin (Super 95):

  • CO2-Ausstoß pro Liter: ca. 2,33 kg
  • Mehrkosten pro Liter: ca. 15,1 Cent (brutto, inkl. MwSt.)
  • Mehrkosten bei 1.000 Liter pro Jahr: ca. 151 Euro

Diesel:

  • CO2-Ausstoß pro Liter: ca. 2,64 kg
  • Mehrkosten pro Liter: ca. 17,2 Cent (brutto, inkl. MwSt.)
  • Mehrkosten bei 800 Liter pro Jahr: ca. 137 Euro

Heizöl

Wer mit Heizöl heizt, ist von der CO2-Steuer besonders stark betroffen:

  • CO2-Ausstoß pro Liter Heizöl: ca. 2,66 kg
  • Mehrkosten pro Liter: ca. 20,7 Cent (brutto)
  • Mehrkosten bei 2.000 Liter pro Jahr (Einfamilienhaus): ca. 414 Euro

Erdgas

Auch das Heizen mit Erdgas wird teurer:

  • CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde: ca. 0,20 kg
  • Mehrkosten pro kWh: ca. 1,56 Cent (brutto)
  • Mehrkosten bei 15.000 kWh pro Jahr (Durchschnittshaushalt): ca. 234 Euro

Vergleich: Wer ist am stärksten betroffen?

Die Belastung hängt stark vom individuellen Verbrauchsprofil ab. Am stärksten betroffen sind:

  1. Pendler in ländlichen Gebieten ohne gute öffentliche Verkehrsanbindung, die auf das Auto angewiesen sind
  2. Bewohner von schlecht isolierten Altbauten mit Öl- oder Gasheizung
  3. Familien mit hohem Energieverbrauch (großes Haus, mehrere Autos)

Am wenigsten betroffen sind Personen, die bereits klimafreundlich leben: Wer mit Wärmepumpe oder Fernwärme heizt und ein E-Auto fährt oder öffentlich unterwegs ist, zahlt keine CO2-Steuer.

Der Klimabonus als Ausgleich

Funktionsweise des Klimabonus

Der Klimabonus wurde als sozialer Ausgleich für die Mehrbelastung durch die CO2-Steuer eingeführt. Er wird automatisch an alle Personen mit Hauptwohnsitz in Österreich ausbezahlt — unabhängig von Einkommen, Alter oder Verbrauch. Kinder erhalten die Hälfte des Erwachsenenbetrags.

Höhe des Klimabonus 2026

Der Klimabonus ist regional gestaffelt, um die unterschiedliche Verfügbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel zu berücksichtigen:

StufeBeschreibungBetrag ErwachseneBetrag Kinder
Stufe 1Urbane Zentren (z.B. Wien)ca. 145 Euroca. 72,50 Euro
Stufe 2Urbane Gebiete mit guter Anbindungca. 195 Euroca. 97,50 Euro
Stufe 3Suburbane Gebieteca. 245 Euroca. 122,50 Euro
Stufe 4Ländliche Gebieteca. 290 Euroca. 145 Euro

Auszahlung des Klimabonus

Der Klimabonus wird in der Regel einmal jährlich ausbezahlt — entweder per Banküberweisung oder, falls keine Kontodaten vorliegen, per Gutschein (Sodexo-Gutschein). Die Auszahlung erfolgt üblicherweise im Herbst. Für die automatische Überweisung ist es wichtig, dass beim Finanzamt aktuelle Kontodaten hinterlegt sind (über FinanzOnline).

Klimabonus und Steuer

Der Klimabonus ist grundsätzlich steuerfrei und wird nicht auf das Einkommen angerechnet. Allerdings wird er bei einkommensabhängigen Sozialleistungen wie der Mindestsicherung berücksichtigt. Auch bei der Berechnung des steuerlichen Existenzminimums im Rahmen der Exekutionsordnung kann er eine Rolle spielen.

EU-ETS2 — das europäische System ab 2027

Was ist das EU-ETS2?

Das EU-Emissionshandelssystem 2 (ETS2) ist ein EU-weites Cap-and-Trade-System, das ab 2027 den CO2-Ausstoß im Gebäudesektor und im Straßenverkehr regulieren soll. Im Unterschied zur nationalen CO2-Steuer mit fixem Preis wird unter ETS2 der Preis durch den Handel von Emissionszertifikaten am Markt bestimmt.

Wie funktioniert ETS2?

Die EU legt eine Obergrenze (Cap) für die Gesamtemissionen fest, die jährlich sinkt. Unternehmen müssen Zertifikate erwerben, um CO2 ausstoßen zu dürfen. Da die Zertifikate begrenzt sind, bildet sich ein Marktpreis. Je knapper die Zertifikate, desto höher der Preis — und desto größer der Anreiz, Emissionen zu reduzieren.

Was bedeutet ETS2 für Österreich?

Für Österreich hat die Einführung von ETS2 mehrere Konsequenzen:

  • Die nationale Fixpreisphase endet — der CO2-Preis wird markbasiert und potenziell höher
  • Ein sozialer Klimafonds der EU soll die Belastung abfedern (Österreich erhält daraus Mittel)
  • Die Einnahmen aus dem Zertifikateverkauf fließen teilweise an die EU
  • Der Klimabonus wird voraussichtlich angepasst werden müssen

Experten rechnen damit, dass der CO2-Preis unter ETS2 auf 80 bis 150 Euro pro Tonne steigen könnte. Die EU hat allerdings Schutzmechanismen vorgesehen: Ein Preisanstieg über 45 Euro im ersten Jahr soll durch zusätzliche Zertifikate abgefedert werden.

Internationaler Vergleich der CO2-Bepreisung

Österreich im europäischen Vergleich

Österreich liegt mit seinem CO2-Preis von 65 Euro pro Tonne im europäischen Mittelfeld:

LandCO2-Preis (ca.)Einführungsjahr
Schwedenca. 120 Euro/t1991
Schweizca. 120 Euro/t2008
Deutschlandca. 55 Euro/t2021
Österreich65 Euro/t2022
Frankreichca. 45 Euro/t2014
EU-ETS (Industrie)ca. 60-80 Euro/t2005

Schweden und die Schweiz zeigen, dass auch bei hohen CO2-Preisen wirtschaftliches Wachstum möglich ist. Schweden hat seit Einführung seiner CO2-Steuer 1991 die Emissionen deutlich gesenkt, während die Wirtschaft gewachsen ist.

Lektionen aus anderen Ländern

Aus den Erfahrungen anderer Länder lassen sich wichtige Erkenntnisse ableiten:

  • Schweden: Ein hoher CO2-Preis in Kombination mit attraktiven Alternativen (Fernwärme, Elektrifizierung) führt zu signifikanten Emissionsreduktionen
  • Schweiz: Die Rückverteilung der Einnahmen an die Bevölkerung (ähnlich dem Klimabonus) erhöht die Akzeptanz
  • Deutschland: Eine schrittweise Einführung vermeidet Schockeffekte, braucht aber begleitende Maßnahmen
  • British Columbia (Kanada): Die weltweit erste aufkommensneutrale CO2-Steuer zeigt, dass Klimaschutz und Wirtschaftswachstum vereinbar sind

Strategien zur Reduktion der CO2-Steuer-Belastung

Heizen: Alternativen zu Öl und Gas

Der effektivste Weg, die CO2-Steuer zu vermeiden, ist der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen:

Wärmepumpe: Eine Wärmepumpe nutzt Umgebungswärme (Luft, Erde oder Grundwasser) und benötigt nur Strom. Bei einem Strommix aus erneuerbaren Quellen fällt keine CO2-Steuer an. Die Investitionskosten werden durch Förderungen (Raus aus Öl und Gas) stark reduziert.

Fernwärme: In Städten und größeren Gemeinden ist oft ein Anschluss an das Fernwärmenetz möglich. Fernwärme wird zunehmend aus erneuerbaren Quellen gespeist und unterliegt nicht der CO2-Steuer.

Pellets und Holz: Biomasse ist als CO2-neutral eingestuft und unterliegt nicht der CO2-Steuer. Allerdings gelten für Neuanlagen strenge Emissionsgrenzwerte bezüglich Feinstaub.

Photovoltaik und Solarthermie: Eigenproduktion von Strom und Wärme reduziert den Verbrauch fossiler Energieträger und damit die CO2-Steuer-Belastung.

Mobilität: Alternativen zum fossilen Auto

Elektroauto: Ein E-Auto verursacht keine direkten CO2-Emissionen und ist daher von der CO2-Steuer befreit. Die Betriebskosten (Strom) sind deutlich günstiger als Benzin oder Diesel. Zudem gibt es Kaufförderungen und steuerliche Vorteile (kein Sachbezug, Vorsteuerabzug).

Öffentliche Verkehrsmittel: Das Klimaticket Österreich kostet 1.095 Euro pro Jahr (2026) und ermöglicht die Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel im ganzen Land. Regionale Klimatickets sind günstiger.

Fahrrad und E-Bike: Für kürzere Strecken ist das Fahrrad die klimafreundlichste und kostengünstigste Option. Arbeitgeber können E-Bikes steuerfrei als Sachbezug zur Verfügung stellen.

Fahrgemeinschaften: Wer gemeinsam fährt, teilt die Kosten — inklusive CO2-Steuer.

Gebäudesanierung

Eine thermische Sanierung (Dämmung, Fenstertausch) reduziert den Energieverbrauch und damit die CO2-Steuer-Belastung erheblich. Das Bundesförderprogramm “Sanierungsbonus” unterstützt solche Maßnahmen mit bis zu 14.000 Euro pro Haushalt.

Auswirkungen auf Unternehmen

Betroffene Branchen

Die CO2-Steuer betrifft Unternehmen unterschiedlich stark:

  • Transport und Logistik: Hohe Kraftstoffkosten machen die CO2-Steuer zu einem relevanten Kostenfaktor
  • Gewerbe und Industrie: Unternehmen, die fossile Brennstoffe für Prozesswärme nutzen, sind direkt betroffen
  • Landwirtschaft: Der betriebliche Dieselverbrauch wird durch eine Rückvergütung teilweise kompensiert
  • Dienstleistungssektor: Hier sind vor allem die Heizkosten der Geschäftslokale betroffen

Steuerliche Absetzbarkeit

Die CO2-Steuer ist für Unternehmen als Betriebsausgabe voll absetzbar. Sie fließt in die Kalkulation der Betriebskosten ein und mindert den steuerpflichtigen Gewinn. Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen können die Umsatzsteuer auf die CO2-Steuer als Vorsteuer geltend machen.

Härtefallregelungen

Für besonders betroffene Unternehmen gibt es Entlastungsmaßnahmen:

  • Energieintensive Betriebe: Unternehmen, deren Energiekosten einen bestimmten Prozentsatz des Umsatzes übersteigen, können Vergünstigungen beantragen
  • Carbon Leakage: Branchen, die im internationalen Wettbewerb stehen und durch die CO2-Steuer Standortnachteile erleiden könnten, erhalten Sonderregelungen
  • Landwirtschaft: Pauschalierte Betriebe erhalten eine Rückvergütung für betrieblich eingesetzten Agrardiesel

Kritik und Debatte um die CO2-Steuer

Befürworter argumentieren

  • Die CO2-Steuer setzt den richtigen Anreiz, um fossile Brennstoffe durch klimafreundliche Alternativen zu ersetzen
  • Das Verursacherprinzip wird umgesetzt: Wer mehr CO2 ausstößt, zahlt mehr
  • Der Klimabonus macht das System sozial verträglicher
  • Internationale Erfahrungen zeigen, dass CO2-Bepreisung wirkt

Kritiker bemängeln

  • Die Belastung trifft einkommensschwache Haushalte überproportional (regressive Wirkung)
  • In ländlichen Gebieten ohne Alternativen zum Auto ist die Belastung unvermeidbar
  • Der Klimabonus gleicht die Mehrkosten nicht für alle Haushalte aus
  • Manche Mieter können nicht auf erneuerbare Heizsysteme umsteigen (Vermieter-Mieter-Dilemma)
  • Der aktuelle CO2-Preis ist noch zu niedrig für eine echte Lenkungswirkung

Soziale Verteilung

Studien zeigen, dass die CO2-Steuer in Kombination mit dem Klimabonus für untere Einkommensgruppen tendenziell leicht progressiv wirkt: Da der Klimabonus pauschal ist und nicht vom Einkommen abhängt, profitieren Geringverdiener relativ stärker. Obere Einkommensgruppen verbrauchen zwar absolut mehr fossile Energie, aber der Klimabonus macht bei ihrem Einkommen einen geringeren Anteil aus.

Praktische Tipps für 2026

Heizkosten-Check durchführen

Berechnen Sie Ihre jährlichen Heizkosten und die Mehrbelastung durch die CO2-Steuer. Vergleichen Sie die Kosten mit den Investitionskosten für einen Umstieg auf ein erneuerbares Heizsystem. Die Energieberatung Ihres Bundeslandes bietet kostenlose Erstberatungen an.

Förderungen nutzen

Das Förderprogramm “Raus aus Öl und Gas” bietet Zuschüsse von bis zu 7.500 Euro für den Heizungstausch. In Kombination mit Landesförderungen können die Kosten für eine neue Wärmepumpe um mehr als die Hälfte reduziert werden. Die Antragstellung erfolgt online über die Kommunalkredit Public Consulting.

Klimabonus-Konto aktualisieren

Stellen Sie sicher, dass Ihre Kontodaten bei FinanzOnline aktuell sind, damit der Klimabonus automatisch überwiesen wird. Bei fehlenden Kontodaten erhalten Sie stattdessen einen Gutschein, der schwieriger einzulösen ist.

Verbrauch tracken

Führen Sie ein Energietagebuch oder nutzen Sie die Smart-Meter-Daten Ihres Energieversorgers, um Ihren Verbrauch zu überwachen. Oft lassen sich durch kleine Verhaltensänderungen (Raumtemperatur senken, bewusster Autofahren) bereits relevante Einsparungen erzielen.

Detaillierte Berechnung: So ermitteln Sie Ihre persönliche CO2-Steuer-Belastung

Heizung: Schritt-für-Schritt-Berechnung

Um Ihre individuelle Mehrbelastung durch die CO2-Steuer zu berechnen, gehen Sie wie folgt vor:

Schritt 1: Ermitteln Sie Ihren Jahresverbrauch an fossilem Brennstoff (letzter Jahresabrechnung des Energieversorgers entnehmen).

Schritt 2: Multiplizieren Sie den Verbrauch mit dem CO2-Emissionsfaktor des Brennstoffs:

  • Erdgas: 0,20 kg CO2 pro kWh
  • Heizöl: 2,66 kg CO2 pro Liter
  • Flüssiggas: 1,61 kg CO2 pro Liter

Schritt 3: Multiplizieren Sie die Gesamtemissionen (in Tonnen) mit dem CO2-Preis (65 Euro/Tonne).

Schritt 4: Addieren Sie die Umsatzsteuer (20 %).

Beispielrechnung Erdgas: Jahresverbrauch 18.000 kWh. CO2-Emissionen: 18.000 x 0,20 = 3.600 kg = 3,6 Tonnen. CO2-Steuer netto: 3,6 x 65 = 234 Euro. CO2-Steuer brutto: 234 x 1,20 = 280,80 Euro. Monatliche Mehrbelastung: ca. 23,40 Euro.

Beispielrechnung Heizöl: Jahresverbrauch 2.500 Liter. CO2-Emissionen: 2.500 x 2,66 = 6.650 kg = 6,65 Tonnen. CO2-Steuer netto: 6,65 x 65 = 432,25 Euro. CO2-Steuer brutto: 432,25 x 1,20 = 518,70 Euro. Monatliche Mehrbelastung: ca. 43,23 Euro.

Mobilität: Berechnung für Autofahrer

Benzin: Jahreskilometerleistung 15.000 km. Durchschnittsverbrauch 7 Liter/100 km. Jahresverbrauch: 1.050 Liter. CO2-Ausstoß: 1.050 x 2,33 = 2.446,50 kg = 2,45 Tonnen. CO2-Steuer brutto: ca. 190 Euro pro Jahr.

Diesel: Jahreskilometerleistung 20.000 km. Durchschnittsverbrauch 6 Liter/100 km. Jahresverbrauch: 1.200 Liter. CO2-Ausstoß: 1.200 x 2,64 = 3.168 kg = 3,17 Tonnen. CO2-Steuer brutto: ca. 247 Euro pro Jahr.

Gesamtbelastung einer typischen Familie

Eine vierköpfige Familie mit Gasheizung (18.000 kWh/Jahr) und einem Dieselauto (20.000 km/Jahr) hat folgende CO2-Steuer-Gesamtbelastung:

  • Heizung: ca. 280 Euro
  • Auto: ca. 247 Euro
  • Gesamtbelastung: ca. 527 Euro pro Jahr

Dem gegenüber steht der Klimabonus: 2 Erwachsene x ca. 195 Euro plus 2 Kinder x ca. 97,50 Euro = 585 Euro. In diesem Beispiel übersteigt der Klimabonus die Mehrbelastung sogar leicht.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Das NEHG 2022 im Detail

Das Nationale Emissionszertifikatehandelsgesetz 2022 bildet die gesetzliche Grundlage für die CO2-Bepreisung. Es definiert:

  • Den Anwendungsbereich (fossile Brennstoffe außerhalb des EU-ETS)
  • Die Pflichten der Zertifikatepflichtigen (Inverkehrbringer fossiler Brennstoffe)
  • Den Preismechanismus (Fixpreis in der aktuellen Phase)
  • Die Überwachung und Kontrolle
  • Sanktionen bei Nichteinhaltung

Verfassungsrechtliche Einordnung

Die CO2-Steuer wurde verfassungsrechtlich als Verbrauchsteuer eingeordnet. Der Verfassungsgerichtshof hat keine grundsätzlichen Bedenken geäußert, solange die Steuer sachlich gerechtfertigt ist und nicht konfiskatorisch wirkt.

Mietrecht und CO2-Steuer

Eine wichtige Frage ist, wer die CO2-Steuer bei Mietverhältnissen trägt. In Österreich gibt es — anders als in Deutschland — keine gesetzliche Aufteilung der CO2-Kosten zwischen Vermieter und Mieter. Grundsätzlich tragen Mieter die vollen Heizkosten inklusive CO2-Steuer. Es gibt jedoch politische Diskussionen über eine Aufteilung nach deutschem Vorbild, bei der der Vermieter einen Anteil der CO2-Kosten übernehmen muss, wenn das Gebäude schlecht gedämmt ist.

Häufig gestellte Fragen in der Praxis

Kann ich die CO2-Steuer von der Einkommensteuer absetzen?

Privatpersonen können die CO2-Steuer nicht gesondert von der Einkommensteuer absetzen, da sie im Energiepreis inkludiert ist. Indirekt fließt sie in die Pendlerpauschale und in Heizkosten ein, die bei bestimmten Konstellationen steuerlich relevant sein können. Für Unternehmen ist die CO2-Steuer als Betriebsausgabe absetzbar.

Betrifft die CO2-Steuer auch Holz und Pellets?

Nein, Holz und Pellets gelten als CO2-neutrale Biomasse und unterliegen nicht der CO2-Steuer. Dies macht Biomasse-Heizungen zu einer besonders attraktiven Alternative, da sie weder CO2-Steuer noch den damit verbundenen Preisanstieg mit sich bringen.

Was passiert mit den Einnahmen aus der CO2-Steuer?

Die Einnahmen fließen in das allgemeine Budget des Bundes. Ein Teil wird für den Klimabonus verwendet, ein anderer Teil finanziert Klimaschutzmaßnahmen wie Förderungen für erneuerbare Energien, thermische Sanierung und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Die genaue Aufteilung wird jährlich im Bundesfinanzgesetz festgelegt.

Gibt es Ausnahmen von der CO2-Steuer?

Bestimmte Bereiche sind von der CO2-Steuer ausgenommen oder erhalten Rückvergütungen:

  • Unternehmen, die dem EU-ETS unterliegen (Industrie, Stromerzeugung), da sie dort bereits CO2-Zertifikate kaufen
  • Landwirtschaftlicher Diesel (teilweise Rückvergütung)
  • Bestimmte energieintensive Prozesse (Härtefallregelung)
  • Internationaler Flugverkehr und Schifffahrt (separate Regelungen)

Die CO2-Steuer ist ein zentrales Klimaschutzinstrument in Österreich. Mit 65 Euro pro Tonne CO2 im Jahr 2026 macht sie fossile Brennstoffe spürbar teurer und setzt Anreize für den Umstieg auf erneuerbare Energien. Der Klimabonus gleicht die Mehrbelastung teilweise aus, besonders für einkommensschwächere Haushalte und Bewohner ländlicher Gebiete.

Ab 2027 wird das EU-ETS2 die CO2-Bepreisung auf eine neue Stufe heben. Wer frühzeitig in klimafreundliche Alternativen investiert — sei es eine Wärmepumpe, ein E-Auto oder eine thermische Sanierung —, spart nicht nur CO2-Steuer, sondern schützt sich auch vor steigenden Energiekosten in der Zukunft. Die zahlreichen Förderprogramme in Österreich machen diesen Umstieg finanziell attraktiver denn je.

Weiterführende Artikel

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die CO2-Steuer 2026 in Österreich?

Die CO2-Steuer beträgt 2026 voraussichtlich 65 Euro pro Tonne CO2. Sie wurde seit der Einführung 2022 mit 30 Euro pro Tonne schrittweise erhöht: 2023 auf 32,50 Euro, 2024 auf 45 Euro, 2025 auf 55 Euro und 2026 auf 65 Euro.

Was verteuert die CO2-Steuer konkret?

Die CO2-Steuer verteuert alle fossilen Brennstoffe: Benzin um ca. 15 Cent pro Liter, Diesel um ca. 17 Cent pro Liter, Heizöl um ca. 20 Cent pro Liter und Erdgas um ca. 1,3 Cent pro Kilowattstunde (jeweils bei 65 Euro pro Tonne CO2 im Jahr 2026).

Was ist der Klimabonus und wie hoch ist er 2026?

Der Klimabonus ist eine pauschale Ausgleichszahlung für die Mehrbelastung durch die CO2-Steuer. Er wird jährlich an alle in Österreich gemeldeten Personen ausbezahlt. 2026 beträgt er je nach Region zwischen 145 und 290 Euro pro Erwachsenem und die Hälfte für Kinder.

Wie unterscheiden sich die Klimabonus-Stufen nach Region?

Der Klimabonus ist in vier Stufen nach Wohnort gestaffelt: Stufe 1 (urbane Zentren wie Wien) erhält den niedrigsten Betrag, Stufe 4 (ländliche Gebiete mit schlechter öffentlicher Anbindung) den höchsten. Die Idee dahinter: Wer weniger Alternativen zum Auto hat, erhält mehr Ausgleich.

Was ist das EU-ETS2 und was bedeutet es für Österreich?

Das EU-ETS2 ist ein europäisches Emissionshandelssystem für Gebäude und Straßenverkehr, das ab 2027 starten soll. Es wird die nationale CO2-Bepreisung teilweise ablösen und könnte zu höheren CO2-Preisen führen, da der Preis dann durch Angebot und Nachfrage am Markt bestimmt wird.

Wer muss die CO2-Steuer bezahlen?

Die CO2-Steuer wird nicht direkt von den Verbrauchern entrichtet, sondern von den Inverkehrbringern fossiler Brennstoffe (Mineralölunternehmen, Gasversorger). Diese geben die Kosten allerdings an die Endverbraucher weiter, sodass sie sich in höheren Preisen für Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas niederschlägt.

Können Unternehmen die CO2-Steuer steuerlich absetzen?

Ja, die CO2-Steuer ist für Unternehmen als Betriebsausgabe absetzbar. Für energieintensive Unternehmen gibt es zudem Härtefallregelungen und Entlastungsmaßnahmen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden. Landwirte erhalten eine Rückvergütung für betrieblich eingesetzten Diesel.

Rf
Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.