Homeoffice-Pauschale: Telearbeitspauschale 2026, Wegfall 2027 und Möbel absetzen

2026 noch 3 Euro je Telearbeitstag, ab 2027 gestrichen. Bis 300 Euro im Jahr für Schreibtisch und Drehstuhl bleiben, zusätzlich zu 132 Euro Pauschbetrag.

Wer zu Hause arbeitet, kann in Österreich zwei Beträge absetzen: bis zu 3 Euro je Telearbeitstag, höchstens 300 Euro im Jahr, und bis zu 300 Euro im Jahr für ergonomische Möbel. Beides wirkt zusätzlich zum Werbungskostenpauschbetrag von 132 Euro, der damit nicht verbraucht wird.

Die frühere Homeoffice-Pauschale heißt im Gesetz heute Telearbeitspauschale. Sie gilt zum letzten Mal für 2026: Das Budgetbegleitgesetz 2027-2028 streicht sie ab 1. Jänner 2027, nur der Abzug für Möbel bleibt.

Eckdaten zur Telearbeitspauschale

PunktRegel
Telearbeitspauschalebis 3 Euro je Tag, höchstens 100 Tage, also 300 Euro
Zahlung durch Arbeitgeberbis 300 Euro im Jahr steuerfrei
Arbeitgeber zahlt wenigerDifferenz auf 3 Euro als Werbungskosten
ergonomisches Mobiliarbis 300 Euro im Jahr, ab 26 Telearbeitstagen
Möbel über 300 EuroRest in den Folgejahren, je bis 300 Euro
Pauschbetrag 132 Eurobleibt zusätzlich erhalten
Voraussetzungschriftliche Telearbeitsvereinbarung, Tage im Lohnzettel
Arbeitszimmerschließt Möbel und Differenzbetrag aus
ab 2027Telearbeitspauschale entfällt, Möbel bis 300 Euro bleiben

Telearbeitspauschale: 3 Euro je Telearbeitstag

§ 26 Z 9 EStG erlaubt dem Arbeitgeber, bis zu 3 Euro je ausschließlichem Telearbeitstag steuerfrei zu zahlen, für höchstens 100 Tage im Kalenderjahr. Drei Bedingungen stecken darin:

  • Ausschließlich. Der Tag zählt nur, wenn die gesamte Arbeitsleistung außerhalb des Betriebs erbracht wurde. Ein Vormittag im Büro und ein Nachmittag zu Hause ergeben keinen Telearbeitstag.
  • Telearbeit nach § 2h AVRAG. Telearbeit muss regelmäßig stattfinden und samt den Orten aus Beweisgründen schriftlich vereinbart werden.
  • Im Lohnzettel ausgewiesen. Telearbeitstage und ausgezahltes Pauschale stehen im Lohnzettel, darauf greift das Finanzamt zurück.

Zahlt der Arbeitgeber weniger als 3 Euro am Tag oder gar nichts, kann der Arbeitnehmer nach § 16 Abs. 1 Z 7a lit. b EStG die Differenz auf 3 Euro als Werbungskosten absetzen. Zahlt er mehr als insgesamt 300 Euro im Jahr, etwa bei mehreren Dienstverhältnissen, ist der Überhang steuerpflichtiger Arbeitslohn.

Nach § 2h AVRAG ist Telearbeit die regelmäßige Arbeit in der eigenen Wohnung oder an einem anderen Ort, der nicht zum Unternehmen gehört, etwa in einem Coworking-Space. Die nötigen digitalen Arbeitsmittel hat grundsätzlich der Arbeitgeber bereitzustellen oder ihre Kosten zu tragen.

Ergonomisches Mobiliar: bis 300 Euro im Jahr

Zusätzlich erlaubt § 16 Abs. 1 Z 7a lit. a EStG den Abzug von Ausgaben für ergonomisch geeignetes Mobiliar, ausdrücklich genannt sind Schreibtisch, Drehstuhl und Beleuchtung, für einen Arbeitsplatz in der eigenen Wohnung.

  • Höchstbetrag: 300 Euro im Kalenderjahr
  • Voraussetzung: mindestens 26 Telearbeitstage im Jahr
  • Kosten über 300 Euro werden ab dem Folgejahr abgesetzt, jeweils bis zum Höchstbetrag
  • Eine Abschreibung über die Nutzungsdauer gibt es nicht

Die Schwelle von 26 Tagen liegt deutlich unter den 100 Tagen der Pauschale. Wer nur einen Tag pro Woche zu Hause arbeitet, kommt auf rund 45 Telearbeitstage und kann die Möbel voll absetzen. Ein Schreibtisch um 900 Euro verteilt sich auf drei Jahre, vorausgesetzt, in jedem davon werden die 26 Tage erreicht.

Laptop, Bildschirm und Drucker als digitale Arbeitsmittel

Wer Laptop, Bildschirm oder Drucker für den Arbeitsplatz zu Hause selbst kauft, kann sie als Arbeitsmittel nach § 16 Abs. 1 Z 7 EStG absetzen. Das Gesetz ordnet aber eine Kürzung an: Die Ausgaben sind um das Telearbeitspauschale und die Differenzbeträge nach Z 7a lit. b zu vermindern. Die Pauschale gilt insoweit als Abgeltung für solche Geräte.

Beispiel: Ein Bildschirm um 250 Euro bei 100 Telearbeitstagen, für die der Arbeitgeber 300 Euro gezahlt hat. Die Kürzung um 300 Euro lässt vom Bildschirm nichts übrig. Wirksam wird nur, was über die Kürzung hinausgeht, bei Geräten mit einer Nutzungsdauer über einem Jahr verteilt über die Abschreibung. Ein privater Nutzungsanteil ist zusätzlich auszuscheiden. Die Systematik steht bei den Werbungskosten.

Arbeitszimmer oder Telearbeitspauschale

Möbel und Differenzbetrag stehen nur Arbeitnehmern zu, bei denen keine Kosten für ein Arbeitszimmer nach § 20 Abs. 1 Z 2 lit. d EStG berücksichtigt werden. Beides zugleich geht nicht.

Ein Arbeitszimmer wird nur unter engen Voraussetzungen anerkannt: Es muss den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bilden und nahezu ausschließlich beruflich genutzt werden. Für die meisten Angestellten, die nur an einigen Tagen zu Hause arbeiten, scheitert das an der ersten Bedingung. Der praktisch relevante Weg sind deshalb Pauschale und Möbel.

Rechenbeispiel: 80 Telearbeitstage und ein neuer Drehstuhl

Ein Arbeitnehmer hat 80 Telearbeitstage, der Arbeitgeber zahlt kein Pauschale. Er kauft einen Drehstuhl um 400 Euro:

PositionBetrag
Differenz auf 3 Euro, 80 Tage240 Euro
ergonomisches Mobiliar, Höchstbetrag300 Euro
Werbungskosten zusätzlich zum Pauschbetrag540 Euro
Rest des Drehstuhls im Folgejahr100 Euro

Weil beide Posten nach § 16 Abs. 3 EStG ohne Anrechnung auf den Pauschbetrag von 132 Euro abgesetzt werden, mindern die vollen 540 Euro die Bemessungsgrundlage. Bei einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent sind das 162 Euro Steuerersparnis, bei 40 Prozent 216 Euro.

Geltend gemacht wird alles in der Arbeitnehmerveranlagung, bis zu fünf Jahre rückwirkend. Wer seltener ins Büro fährt, sollte auch das Pendlerpauschale prüfen: Es hängt an der Zahl der Fahrten, Telearbeitstage können den Anspruch verringern.

Ab 2027: Telearbeitspauschale entfällt, Möbel bleiben

Das Budgetbegleitgesetz 2027-2028, BGBl. I Nr. 62/2026, ändert die Regeln ab 1. Jänner 2027. Erstmals gilt die neue Fassung für die Veranlagung 2027 und für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 31. Dezember 2026 enden.

bis 2026ab 2027
Telearbeitspauschale vom Arbeitgeberbis 3 Euro je Tag, höchstens 300 Euro steuerfreientfällt
Differenz auf 3 Euro als Werbungskostenjaentfällt
ergonomisches Mobiliarbis 300 Euro, ab 26 Telearbeitstagenbis 300 Euro, wenn mit dem Arbeitgeber vereinbart ist, dass (auch) in der Wohnung gearbeitet wird
digitale Arbeitsmittel vom Arbeitgebersteuerfrei, wenn unentgeltlich überlassen
Kürzung selbst gekaufter digitaler Arbeitsmittelum das Telearbeitspauschaleentfällt

Für 2026 lohnt es sich deshalb, die Telearbeitstage noch vollständig im Lohnzettel ausweisen zu lassen und die Differenz in der Arbeitnehmerveranlagung 2026 geltend zu machen. Wer einen Schreibtisch oder Drehstuhl kauft, kann ihn auch ab 2027 absetzen, braucht dann aber eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber statt einer Mindestzahl an Tagen.

Für Selbständige ersetzt dieselbe Regel ab dem Wirtschaftsjahr 2027 das bisherige Arbeitsplatzpauschale: Abzugsfähig sind dann ebenfalls bis zu 300 Euro im Jahr für ergonomisches Mobiliar.

Quellen

Abgerufen am 14.10.2026.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Homeoffice-Pauschale?

Sie heißt im Gesetz Telearbeitspauschale und beträgt bis zu drei Euro je ausschließlichem Telearbeitstag, für höchstens 100 Tage im Jahr, also bis 300 Euro. Zahlt der Arbeitgeber weniger, kann die Differenz als Werbungskosten abgesetzt werden.

Was kann ich für Möbel absetzen?

Bis zu 300 Euro im Jahr für ergonomisch geeignetes Mobiliar wie Schreibtisch, Drehstuhl und Beleuchtung, wenn Sie mindestens 26 Telearbeitstage im Jahr hatten. Was darüber hinausgeht, wird in den Folgejahren abgesetzt.

Wird der Werbungskostenpauschbetrag von 132 Euro abgezogen?

Nein. Telearbeitspauschale und Möbel werden nach § 16 Abs. 3 EStG ohne Anrechnung auf den Pauschbetrag abgesetzt. Die 132 Euro stehen zusätzlich zu.

Was ist ein Telearbeitstag?

Ein Tag, an dem die Arbeit ausschließlich außerhalb des Betriebs erbracht wurde, in der Wohnung oder an einem anderen vereinbarten Ort. Telearbeit muss nach § 2h AVRAG schriftlich vereinbart sein, und die Tage müssen im Lohnzettel stehen.

Kann ich zusätzlich ein Arbeitszimmer absetzen?

Nicht beides. Die Möbel und die Differenz zum Telearbeitspauschale stehen nur zu, wenn keine Kosten für ein Arbeitszimmer berücksichtigt werden. Ein Arbeitszimmer wird ohnehin nur anerkannt, wenn es Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit ist.

Gibt es die Telearbeitspauschale 2027 noch?

Nein. Das Budgetbegleitgesetz 2027-2028 streicht sie ab 1. Jänner 2027, für 2026 gilt sie noch. Die 300 Euro für ergonomische Möbel bleiben, Voraussetzung ist dann eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber über Arbeit (auch) in der Wohnung statt 26 Telearbeitstagen.

Was passiert, wenn der Arbeitgeber mehr als 300 Euro zahlt?

Der Teil über 300 Euro im Jahr ist steuerpflichtiger Arbeitslohn und wird in der Veranlagung erfasst.

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