Kinderbetreuungsgeld 2026: Konto oder einkommensabhängig, Beträge und Zuverdienst

Konto 41,14 bis 17,65 Euro täglich, einkommensabhängig bis 80,12 Euro. Dauer, Zuverdienstgrenzen, Partnerschaftsbonus und warum die Wahl nach 14 Tagen bindet.

Beim Kinderbetreuungsgeld fällt die wichtigste Entscheidung am Anfang: Konto oder einkommensabhängig. Sie bindet beide Elternteile und lässt sich nur in den ersten 14 Tagen nach dem Antrag ändern. Wer vorher gut verdient hat und nach rund einem Jahr zurück in den Job will, bekommt im einkommensabhängigen System bis zu 80,12 Euro täglich. Wer länger zu Hause bleiben oder daneben arbeiten will, ist mit dem Konto besser bedient.

Die Beträge sind seit 2025 eingefroren. Das Budgetbegleitgesetz 2027-2028 hat die jährliche Anpassung für die Kalenderjahre 2026 bis 2028 ausgesetzt.

Eckdaten zum Kinderbetreuungsgeld 2026

Kinderbetreuungsgeld-Kontoeinkommensabhängiges KBG
Höhe pro Tag41,14 bis 17,65 Euro, je nach Dauer80 Prozent des (fiktiven) Wochengelds, 41,14 bis 80,12 Euro
Dauer ein Elternteil365 bis 851 Tage ab Geburt365 Tage ab Geburt
Dauer beide Elternteile456 bis 1.063 Tage ab Geburt426 Tage ab Geburt
für den zweiten Elternteil reserviert20 Prozent, mindestens 91 Tage61 Tage
Zuverdienstgrenze60 Prozent der Einkünfte, mindestens 18.000 Euro8.600 Euro
Mehrlingszuschlagplus 50 Prozent je weiterem Kindkeiner
Beihilfe für Geringverdiener6,06 Euro täglich, höchstens 365 Tagekeine
Partnerschaftsbonus500 Euro je Elternteil500 Euro je Elternteil

Alle Werte laut Broschüre des Bundeskanzleramts, Stand Jänner 2026.

Kinderbetreuungsgeld-Konto: Tagesbetrag und Dauer

Beim Konto wählen die Eltern beim ersten Antrag eine Bezugsdauer. Je länger sie ist, desto niedriger der Tagesbetrag; der Gesamtbetrag bleibt ungefähr gleich:

VarianteTagesbetragGesamtbetrag
kürzeste, ein Elternteil: 365 Tage41,14 Eurorund 15.016 Euro
längste, ein Elternteil: 851 Tage17,65 Eurorund 15.020 Euro
kürzeste, beide Elternteile: 456 Tage41,14 Eurorund 18.760 Euro
längste, beide Elternteile: 1.063 Tage17,65 Eurorund 18.762 Euro

Etwa 20 Prozent der Anspruchsdauer sind dem zweiten Elternteil unübertragbar vorbehalten, in der kürzesten Variante 91 Tage. Nimmt er sie nicht in Anspruch, verfallen sie; in der kürzesten Variante sind das rund 3.700 Euro. Bei einem Wechsel können beide Elternteile einmalig bis zu 31 Tage gleichzeitig beziehen; die Gesamtdauer verkürzt sich dann um diese Tage.

Die Variante lässt sich pro Kind einmal ändern, spätestens 91 Tage vor Ablauf der ursprünglich gewählten Dauer. Für vergangene Zeiträume ändert sich dann der Tagesbetrag, die Bezugszeiträume selbst nicht. Bei Mehrlingen erhöht sich der Tagesbetrag für jedes weitere Kind um 50 Prozent.

Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld: 80 Prozent des Wochengelds

Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld ersetzt Erwerbseinkommen. Es beträgt 80 Prozent des Wochengelds der Mutter; für Väter und für Mütter ohne Wochengeld wird ein fiktives Wochengeld berechnet. Daneben gibt es eine Vergleichsrechnung anhand des Steuerbescheids. Die Grenzen:

  • mindestens 41,14 Euro täglich, liegt der berechnete Betrag darunter
  • höchstens 80,12 Euro täglich, rund 2.400 Euro im Monat
  • 365 Tage für einen Elternteil, 426 Tage für beide, davon 61 Tage für den zweiten

Im Höchstfall ergibt das über 365 Tage rund 29.244 Euro, mit Partnertagen über 426 Tage rund 34.131 Euro, also fast doppelt so viel wie beim Konto. Voraussetzung ist, dass der beziehende Elternteil in den 182 Kalendertagen vor der Geburt ununterbrochen eine in Österreich kranken- und pensionsversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit ausgeübt hat, ohne daneben Arbeitslosengeld zu beziehen. Mutterschutz und Karenz bei aufrechtem Dienstverhältnis zählen als Erwerbstätigkeit, Unterbrechungen von insgesamt bis zu 14 Tagen schaden nicht.

Zuverdienstgrenzen und Rückforderung

Beim Konto darf der beziehende Elternteil 60 Prozent seiner Einkünfte aus dem maßgeblichen Jahr vor der Geburt dazuverdienen, mindestens 18.000 Euro im Kalenderjahr. Selbständige Einkünfte werden dafür um 30 Prozent erhöht angesetzt. Die einmal festgestellte Grenze gilt für die gesamte Bezugszeit.

Beim einkommensabhängigen System liegt die Grenze bei 8.600 Euro im Jahr. Zusätzlich dürfen in der gesamten Bezugszeit keine Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen werden.

Geprüft wird im Nachhinein und für jedes Kalenderjahr gesondert, sobald die Steuerdaten vorliegen. Beim Konto ist nur der Betrag zurückzuzahlen, um den die Grenze überschritten wurde. Wer eine Überschreitung kommen sieht, kann im Voraus für ganze Kalendermonate auf das Kinderbetreuungsgeld verzichten; in diesem Zeitraum kann auch der andere Elternteil nicht beziehen.

Partnerschaftsbonus, Beihilfe und Familienzeitbonus

Drei Zusatzleistungen hängen am Kinderbetreuungsgeld:

  • Partnerschaftsbonus: Haben beide Elternteile annähernd gleich lang bezogen, zwischen 50 zu 50 und 60 zu 40 und jeweils mindestens 124 Tage, bekommt jeder auf Antrag einmalig 500 Euro.
  • Beihilfe zum Kinderbetreuungsgeld: Beim Konto gibt es für Geringverdiener zusätzlich 6,06 Euro täglich, höchstens 365 Tage. Der beziehende Elternteil darf dafür höchstens 8.600 Euro im Jahr verdienen, der Partner höchstens 18.000 Euro.
  • Familienzeitbonus: Väter, die sich direkt nach der Geburt für 28 bis 31 Tage ganz der Familie widmen und ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, bekommen 54,87 Euro täglich, also 1.536 bis 1.701 Euro. Er muss innerhalb von 91 Tagen nach der Geburt bezogen werden. Für Geburten ab 2023 wird er nicht mehr auf das Kinderbetreuungsgeld angerechnet.

Eltern-Kind-Pass und Antrag

Voraussetzung für die volle Höhe sind in beiden Systemen fünf Untersuchungen der Mutter in der Schwangerschaft und fünf des Kindes nach dem Eltern-Kind-Pass. Die Schwangerschaftsuntersuchungen und die erste Untersuchung des Kindes sind mit dem Antrag nachzuweisen, die übrigen vier bis zum 15. Lebensmonat. Fehlen sie, wird das Kinderbetreuungsgeld um 1.300 Euro je Elternteil gekürzt.

Beantragt wird beim Krankenversicherungsträger, am besten unmittelbar nach der Geburt. Rückwirkend gibt es das Kinderbetreuungsgeld nur für höchstens 182 Tage, ein später Antrag kostet also Geld. Den Systemvergleich mit eigenen Zahlen rechnet der KBG-Rechner des Bundeskanzleramts vor.

Neben dem Kinderbetreuungsgeld laufen Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag weiter, steuerlich entlastet der Familienbonus Plus. Arbeitsrechtlich ist der Bezug von der Karenz zu unterscheiden, Einzelheiten bei der Karenz.

Quellen

Abgerufen am 14.10.2026.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Kinderbetreuungsgeld gibt es 2026 täglich?

Beim Konto zwischen 41,14 Euro in der kürzesten und 17,65 Euro in der längsten Variante. Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld beträgt 80 Prozent des (fiktiven) Wochengelds, mindestens 41,14 und höchstens 80,12 Euro täglich, rund 2.400 Euro im Monat.

Wie lange kann ich Kinderbetreuungsgeld beziehen?

Beim Konto 365 bis 851 Tage ab Geburt, wenn nur ein Elternteil bezieht, und 456 bis 1.063 Tage, wenn beide beziehen. Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld läuft 365 Tage bei einem Elternteil und 426 Tage bei beiden.

Wie hoch ist die Zuverdienstgrenze?

Beim Konto 60 Prozent der Einkünfte aus dem maßgeblichen Kalenderjahr vor der Geburt, mindestens 18.000 Euro im Jahr. Beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld 8.600 Euro im Jahr.

Kann ich zwischen Konto und einkommensabhängigem System wechseln?

Nur binnen 14 Tagen ab dem ersten Antrag, danach ist die Wahl für beide Elternteile bindend. Innerhalb des Kontos kann die Variante pro Kind einmal geändert werden, spätestens 91 Tage vor Ablauf der ursprünglich gewählten Dauer.

Steigt das Kinderbetreuungsgeld 2027?

Nein. Mit dem Budgetbegleitgesetz 2027-2028 bleibt die Valorisierung für die Kalenderjahre 2026 bis 2028 ausgesetzt. Die Beträge bleiben auf dem Stand von 2025.

Wird der Familienzeitbonus auf das Kinderbetreuungsgeld angerechnet?

Für Geburten ab 2023 nicht mehr. Der Familienzeitbonus von 54,87 Euro täglich für 28 bis 31 Tage steht dem Vater zusätzlich zu. Angerechnet wurde er nur bei Geburten bis 31. Dezember 2022.

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