Spenden absetzen in Österreich: Zehn-Prozent-Grenze, Spendenliste und Datenübermittlung
Absetzbar sind bis zu zehn Prozent der Einkünfte, nur an Einrichtungen der BMF-Spendenliste und nur mit Name und Geburtsdatum. Was die Spende netto kostet.
Eine Spende von 500 Euro kostet bei einem Grenzsteuersatz von 40 Prozent netto 300 Euro, den Rest trägt die Steuer. Das gilt allerdings nur, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Die Spende bleibt unter zehn Prozent der Einkünfte, und die Empfängerin steht im Zeitpunkt der Spende auf der Liste des Finanzministeriums.
Dazu kommt eine dritte, oft übersehene Voraussetzung: Ohne Vor- und Zunamen in der Schreibweise des Meldezettels und ohne Geburtsdatum kommt die Spende beim Finanzamt nie an.
Eckdaten zur Absetzbarkeit von Spenden
| Punkt | Regel |
|---|---|
| Privatperson | Sonderausgabe bis 10 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte |
| Unternehmen | Betriebsausgabe bis 10 Prozent des Gewinns vor Gewinnfreibetrag |
| Empfänger | Einrichtung auf der BMF-Spendenliste oder kraft Gesetzes begünstigt |
| maßgeblicher Zeitpunkt | Status am Tag der Spende, Begünstigung gilt ab Bescheiddatum |
| Datenübermittlung | Vor- und Zuname wie im Meldezettel, Geburtsdatum |
| Meldung durch Organisation | bis Ende Februar des Folgejahres |
| Sachspenden privat | nur an Universitäten, Schulen, Museen und ähnliche Einrichtungen |
| Überschreiten der Grenze | verfällt, kein Vortrag in Folgejahre |
Zehn-Prozent-Grenze für Privatpersonen und Unternehmen
Für Privatpersonen gilt § 18 Abs. 1 Z 7 EStG: Freigebige Geldzuwendungen an spendenbegünstigte Einrichtungen sind Sonderausgaben, soweit sie zusammen mit Spenden aus dem Betriebsvermögen zehn Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte nach Verlustausgleich nicht übersteigen.
| Gesamtbetrag der Einkünfte | absetzbar bis |
|---|---|
| 30.000 Euro | 3.000 Euro |
| 45.000 Euro | 4.500 Euro |
| 70.000 Euro | 7.000 Euro |
Für Spenden aus dem Betriebsvermögen gilt § 4a EStG: Betriebsausgabe bis zehn Prozent des Gewinns, gerechnet vor dem Gewinnfreibetrag. Was darüber hinausgeht, kann noch als Sonderausgabe abgesetzt werden. Unternehmen dürfen auch Sachspenden geltend machen, etwa eigene Erzeugnisse. Hilfeleistungen in Katastrophenfällen fallen laut BMF nicht unter die Zehn-Prozent-Grenze.
Ein Betrag über der Grenze verfällt steuerlich, einen Vortrag in ein Folgejahr sieht das Gesetz nicht vor. Wer eine größere Zuwendung plant, kann sie auf zwei Kalenderjahre aufteilen.
Steuerersparnis: was die Spende netto kostet
Eine Spende ist eine Sonderausgabe. Sie mindert die Bemessungsgrundlage, nicht die Steuer selbst, der Vorteil entspricht also dem persönlichen Grenzsteuersatz. Die Ersparnis ist Spende mal Grenzsteuersatz:
| Grenzsteuersatz | Spende 300 Euro kostet netto | Spende 500 Euro kostet netto | Spende 1.000 Euro kostet netto |
|---|---|---|---|
| 20 Prozent | 240 Euro | 400 Euro | 800 Euro |
| 30 Prozent | 210 Euro | 350 Euro | 700 Euro |
| 40 Prozent | 180 Euro | 300 Euro | 600 Euro |
| 48 Prozent | 156 Euro | 260 Euro | 520 Euro |
| 50 Prozent | 150 Euro | 250 Euro | 500 Euro |
Wer keine Einkommensteuer zahlt, hat von der Absetzbarkeit nichts. Bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wirkt die Spende erst über die Arbeitnehmerveranlagung, nicht laufend über die Lohnsteuer. Welcher Grenzsteuersatz für das eigene Einkommen gilt, steht bei der Einkommensteuer.
Spendenbegünstigte Einrichtungen und die Liste des BMF
Begünstigt sind nach § 4a Abs. 2 EStG gemeinnützige Zwecke nach § 35 BAO, mildtätige Zwecke nach § 37 BAO sowie Forschung, Kunst und wissenschaftliche Erwachsenenbildung. Seit der Reform 2024 ist damit der gesamte Katalog gemeinnütziger Zwecke erfasst, das BMF nennt darunter etwa Kunst, Wissenschaft, Körpersport, Schulbildung, Volksbildung und Tierschutz.
Aus dem Zweck allein folgt aber noch keine Absetzbarkeit. Die Organisation braucht zusätzlich einen Bescheid des Finanzamts Österreich, der sie in die Liste spendenbegünstigter Einrichtungen aufnimmt. Voraussetzungen dafür sind unter anderem:
- Sie verfolgt seit mindestens einem zwölfmonatigen Wirtschaftsjahr ununterbrochen begünstigte Zwecke.
- Ihre Verwaltungskosten für die Spendenverwendung betragen höchstens zehn Prozent der Spendeneinnahmen.
- Ein Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer meldet jährlich über FinanzOnline, dass die Voraussetzungen weiter erfüllt sind.
Für Spenderinnen und Spender zählt das Datum: Die Begünstigung gilt ab dem im Bescheid genannten Tag, der in der Liste veröffentlicht ist. Wird sie widerrufen, steht auch das Widerrufsdatum in der Liste. Eine Spende ist nur absetzbar, wenn die Organisation am Tag der Zahlung begünstigt war.
Ohne Eintrag in der Liste begünstigt sind die in § 4a Abs. 6 EStG genannten Einrichtungen, darunter Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen, öffentliche Kindergärten und Schulen, die Akademie der Wissenschaften, Forschungsfonds, die Nationalbibliothek und öffentliche Museen.
Datenübermittlung: Name und Geburtsdatum
Wie beim Kirchenbeitrag gilt § 18 Abs. 8 EStG: Spenden an einen Empfänger mit fester Einrichtung im Inland zählen nur, wenn ihm Vor- und Zuname sowie Geburtsdatum bekanntgegeben wurden und er die Daten an das Finanzamt übermittelt hat. Die Organisation meldet den Gesamtbetrag des Kalenderjahres bis Ende Februar des Folgejahres.
Daraus ergeben sich vier Folgen:
- Eine anonyme Spende, etwa in eine Sammelbüchse, ist nicht absetzbar.
- Der Name muss so geschrieben sein wie im Meldezettel. Eine abweichende Schreibweise lässt sich im Zuge der Veranlagung nicht mehr korrigieren.
- Die übermittelten Beträge sind in FinanzOnline einsehbar. Fehlt ein Betrag oder stimmt er nicht, ist die Korrektur bei der Organisation anzustoßen. Gelingt das nicht, kann das Finanzamt glaubhaft gemachte Beträge berücksichtigen.
- Die Übermittlung lässt sich bei der Organisation schriftlich untersagen. Dann wird auch keine Spende mehr abgesetzt.
Bei Empfängern ohne feste Einrichtung im Inland, etwa einer begünstigten Organisation in einem anderen EU-Staat, gibt es keine Übermittlung. Die Spende ist dann selbst in die Steuererklärung einzutragen und auf Verlangen mit einem Beleg nachzuweisen, der Empfänger, Spender, Betrag und Datum enthält.
Sachspenden, Mitgliedsbeiträge und Benefizveranstaltungen
Für Privatpersonen erfasst § 18 Abs. 1 Z 7 EStG grundsätzlich Geldzuwendungen. Sachspenden sind nur an die Einrichtungen nach § 4a Abs. 6 Z 1 bis 3, 5 und 6 absetzbar, also an Hochschulen, Schulen und Kindergärten, Forschungsfonds, die Nationalbibliothek und Museen. Die Kleiderspende an eine Sozialorganisation ist damit nicht absetzbar, auch wenn diese auf der Spendenliste steht.
Das Gesetz begünstigt nur freigebige Zuwendungen. Wer für seine Zahlung eine Gegenleistung bekommt, etwa ein Los, eine Eintrittskarte zu einer Benefizveranstaltung oder die Leistungen eines Vereins für seine Mitglieder, spendet steuerlich nicht. Weitere absetzbare Ausgaben stehen bei den Sonderausgaben.
Quellen
Abgerufen am 14.10.2026.
- § 18 EStG im RIS, Abs. 1 Z 7 und Abs. 8
- § 4a EStG im RIS, begünstigte Zwecke, Voraussetzungen, Liste und gesetzlich begünstigte Einrichtungen
- BMF: Allgemeine Informationen für Spenderinnen und Spender
- BMF: Spendenbegünstigung neu ab 2024
- BMF: Liste spendenbegünstigter Einrichtungen
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kann ich absetzen?
Als Privatperson bis zu zehn Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte nach Verlustausgleich. Aus dem Betriebsvermögen gelten ebenfalls zehn Prozent, dort bezogen auf den Gewinn vor Gewinnfreibetrag.
An wen muss ich spenden, damit es zählt?
An eine Einrichtung, die im Zeitpunkt der Spende in der Liste spendenbegünstigter Einrichtungen des Finanzministeriums steht, oder an eine kraft Gesetzes begünstigte Einrichtung wie Universitäten, öffentliche Schulen und Kindergärten oder Museen.
Muss ich Spenden in die Steuererklärung eintragen?
Bei inländischen Empfängern nicht. Die Organisation übermittelt den Jahresbetrag bis Ende Februar an das Finanzamt. Voraussetzung ist, dass Sie ihr Vor- und Zunamen in der Schreibweise des Meldezettels sowie Ihr Geburtsdatum bekanntgegeben haben.
Sind Sachspenden absetzbar?
Für Privatpersonen nur an bestimmte Einrichtungen, nämlich Universitäten und Hochschulen, Schulen und Kindergärten, Forschungsfonds, die Nationalbibliothek und Museen. Kleider- oder Lebensmittelspenden an Sozialorganisationen sind nicht absetzbar.
Was passiert, wenn ich mehr als zehn Prozent spende?
Der übersteigende Teil wirkt sich steuerlich nicht aus und lässt sich nicht in ein anderes Jahr übertragen. Bei betrieblichen Spenden kann ein über der betrieblichen Grenze liegender Teil noch als Sonderausgabe abgesetzt werden.
Wie viel bringt eine Spende steuerlich?
Sie mindert die Bemessungsgrundlage, der Vorteil entspricht dem Grenzsteuersatz. Bei 40 Prozent bringt eine Spende von 500 Euro 200 Euro Steuerersparnis, sie kostet netto also 300 Euro.
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