eToro in Österreich: Gebühren, Steuer und Anlegerschutz

eToro aus österreichischer Sicht: wann Sie echte Aktien besitzen und wann einen CFD, was das steuerlich bedeutet, Umrechnungsgebühren und Anlegerschutz.

Aktualisiert: 17. August 2026 11 Min. Lesezeit

Bei eToro entscheidet nicht die Gebühr über Ihr Ergebnis, sondern die Frage, was Sie überhaupt gekauft haben - das Wertpapier oder einen Vertrag darüber.

Die naheliegende Antwort wäre: ohne Hebel echte Aktie, mit Hebel CFD. So einfach ist es nicht. Auf der eigenen Gebührenseite schreibt eToro, dass „aufgrund Produktbeschränkungen einige nicht gehebelte KAUFEN-Positionen auf Aktien auch als CFDs ausgeführt” werden, und für Kryptowerte gilt dasselbe aus regulatorischen Gründen. Der Hebelregler ist also kein verlässliches Erkennungszeichen. Ob Sie Eigentum erwerben, steht als CFD-Markierung im Orderfenster - und daran hängt die steuerliche Behandlung.

Wer der Vertragspartner ist

Für österreichische Kunden ist das die eToro (Europe) Ltd mit Sitz im Neocleous Tower, 199 Archbishop Makarios III Avenue, 9. Stock, in 3030 Limassol auf Zypern, Registernummer HE 200585, zugelassen von der CySEC unter der Lizenz 109/10. Dieselbe Gesellschaft hat im Januar 2025 die MiCA-Lizenz für Kryptodienstleistungen erhalten.

Eine österreichische Zweigniederlassung gibt es nicht; eToro arbeitet hier im EU-Pass-Verfahren aus Zypern. Das ist der Unterschied zu Trade Republic, das seit Juli 2024 eine Wiener Zweigniederlassung unterhält - und daran hängt die Steuerfrage.

Der Konzern ist groß: 40 Millionen registrierte Nutzer aus 75 Ländern, 3,81 Millionen kapitalisierte Konten und 18,5 Milliarden US-Dollar verwaltetes Vermögen zum Jahresende 2025. Die Muttergesellschaft ging am 14. Mai 2025 an die Nasdaq, zu 52 US-Dollar je Aktie. An der europäischen Konzession hat das nichts geändert.

Die Steuerfrage

Hier trennen sich drei Fälle, und der dritte ist komplizierter, als er in den meisten Vergleichen dargestellt wird.

Echte Aktien und ETFs. Realisierte Gewinne und Dividenden sind Einkünfte aus Kapitalvermögen zum besonderen Satz von 27,5 Prozent. eToro behält nichts ein, Sie erklären selbst über die Beilage E1kv.

Kryptowerte. Was nach dem 28. Februar 2021 angeschafft wurde, ist Neubestand und mit 27,5 Prozent steuerpflichtig. Älterer Bestand fällt nicht unter das Regime, weil für ihn die einjährige Spekulationsfrist der alten Rechtslage längst abgelaufen ist. Vorsicht bei einer Ausnahme: Wird Altvermögen nach dem 1. März 2022 für Staking, Airdrops, Bounties oder einen Hardfork eingesetzt, gelten die dabei erworbenen Kryptowährungen laut BMF jedenfalls als Neuvermögen. Die Abzugspflicht für Krypto trifft seit 1. Jänner 2024 ohnehin nur inländische Dienstleister, und eToro ist keiner.

CFDs. Hier wird es unübersichtlich, und wer Ihnen eine glatte Zahl nennt, vereinfacht zu stark.

CFDs sind nicht verbriefte Derivate. Paragraf 27a Abs. 2 Z 7 EStG nimmt sie vom besonderen Steuersatz aus - allerdings mit einer Ausnahme: Der Sondersatz gilt doch, wenn eine der in Paragraf 95 Abs. 2 Z 4 EStG genannten Stellen freiwillig eine der Kapitalertragsteuer entsprechende Steuer einbehält und abführt. Diese Möglichkeit steht ausdrücklich auch ausländischen Stellen offen, sofern mit deren Sitzstaat umfassende Amtshilfe besteht und ein steuerlicher Vertreter bestellt ist. Zypern erfüllt die Amtshilfe-Voraussetzung.

eToro macht davon keinen Gebrauch. Im Ausgangspunkt landen CFD-Gewinne damit im progressiven Einkommensteuertarif, der bis 55 Prozent reicht.

Damit ist die Sache aber nicht erledigt. Der Verwaltungsgerichtshof hat am 8. März 2022 zu einem Fall entschieden, in dem nicht verbriefte Derivate über eine dänische Bank abgewickelt wurden: Eine Regelung, die den Marktzugang von Dienstleistern aus anderen Mitgliedstaaten mit Wettbewerbsnachteilen verknüpft, sei eine verbotene Beschränkung des freien Dienstleistungsverkehrs. Wo sich der besondere Steuersatz als günstiger erweist, sei er unionsrechtlich anzuwenden.

Für Sie heißt das: Zwischen 27,5 Prozent und bis zu 55 Prozent liegt bei CFD-Gewinnen keine ausgemachte Sache, sondern eine Frage, die von Ihrer Gesamtsituation und von der Argumentation in der Erklärung abhängt. Bei nennenswerten Beträgen ist das der Punkt, an dem sich eine Steuerberatung rechnet - der Unterschied ist zu groß, um ihn zu schätzen.

Was dagegen feststeht: Verluste helfen nicht über die Grenze. Paragraf 27 Abs. 8 Z 3 EStG trennt die beiden Töpfe in beide Richtungen - Kapitaleinkünfte zum Sondersatz lassen sich nicht mit solchen ausgleichen, für die er nicht gilt. Bei einem Anbieter, dessen eigene Warnung lautet, dass 51 Prozent der Privatanlegerkonten beim CFD-Handel Geld verlieren, ist das keine Randnotiz.

Der Steuerbericht

eToro liefert für Österreich einen Steuerbericht, gemeinsam mit zwölf weiteren Staaten. Er erscheint jährlich und rechnet nach den Vorschriften Ihres Steuerwohnsitzes. Zwei Einschränkungen sollten Sie kennen.

Er ist ein Angebot für Club-Mitglieder, und welche Stufe dafür nötig ist, sagt eToro nicht. Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie ihn als normaler Kunde bekommen.

Und er ist unverbindlich: Die Daten dienten „strictly for informational purposes only” und seien nicht als Steuererklärung oder als Ersatz für eine Rechtsberatung gedacht. Ohne Club bleibt Ihnen der Kontoauszug als Excel-Datei.

Was der Handel kostet

PositionBetrag
Aktien, Kommission je Öffnen und Schließen1 oder 2 USD, je nach Wohnsitzland und Börse
ETFs, Kommissionkostenlos
Spread auf echte Aktien und ETFskostenlos
Übernachtgebühr auf ungehebelte Aktien und ETFskostenlos
Depotführung, Kontoeröffnung, Verwaltungkostenlos
Inaktivitätsgebührderzeit keine
Aktien- und ETF-CFD0,15 % je Trade
Krypto-CFD1 % je Trade
Krypto, Kauf und Verkauf1 % Spread, gestaffelt bis 0,10 % nach Volumen und Clubstufe
Krypto-Transfer von der Plattform in die eToro-Money-Wallet2 %
Krypto-Transfer von oder zu einer externen Adressenur die Blockchain-Gebühr
Britische Aktien, Stempelsteuer0,5 %
Auszahlung vom Dollarkonto5 USD, Mindestbetrag 30 USD
Auszahlung vom Eurokontokostenlos, kein Mindestbetrag

Stand: Gebührenseite von eToro, abgerufen 17. August 2026.

Die Kommission für Aktien blendet eToro über einen Länderschalter ein, der sich von außen nicht auslesen lässt. Ob für Österreich ein oder zwei Dollar gelten, prüfen Sie vor der ersten Order in der App.

Die Umrechnung ist der teuerste Posten

eToro rechnet intern in US-Dollar ab. Zahlen Sie Euro auf ein Dollarkonto ein, kostet das 150 PIPs - je nach Wechselkurs rund 1,3 bis 1,5 Prozent, und zwar unabhängig davon, ob Sie per Karte, Sofortüberweisung, Wallet oder Banküberweisung zahlen. Bei 10.000 Euro sind das gut 130 Euro, bevor Sie die erste Aktie besitzen.

Der Ausweg ist ein eToro-Konto in Euro, das EU-Kunden offensteht. Zwischen Ihrem Bankkonto und dem Eurokonto fällt dann keine Umrechnung an, beim Handel mit Werten in Euro ebenfalls nicht. Sobald Sie etwas in Dollar kaufen - also die meisten US-Aktien -, greift eine Umrechnung von 0,75 Prozent. Club-Mitglieder bekommen darauf je nach Stufe 20 bis 80 Prozent Rabatt.

Bei gehebelten Positionen kommen Übernachtgebühren dazu, für das Wochenende rechnet eToro den dreifachen Satz. Wer eine gehebelte Position über Monate hält, zahlt daran mehr als an jeder Kommission.

Anlegerschutz und seine Lücke

Als zyprische Wertpapierfirma gehört eToro dem Investor Compensation Fund an. Ersetzt wird der niedrigere Wert aus 90 Prozent Ihrer gedeckten Forderung und 20.000 Euro - bei einem Schaden unter rund 22.200 Euro greift also zuerst die Neunzig-Prozent-Grenze. Gedeckt sind nur Privatkunden, nicht professionelle Kunden und geeignete Gegenparteien. Bei einem Gemeinschaftskonto wird die Forderung zu gleichen Teilen zugerechnet, und jeder Mitberechtigte ist dann eigenständig gedeckt.

Zwei Einschränkungen sind wichtiger als der Betrag.

Das Kryptogeschäft ist ausgenommen. eToro weist im Fußtext seiner Seiten darauf hin, dass Kunden beim Kryptohandel nicht von den Schutzmechanismen für MiFID-regulierte Wertpapierdienstleistungen profitieren, wozu ausdrücklich der Zugang zum Investor Compensation Fund zählt.

CFD-Positionen sind Forderungen gegen eToro, keine getrennt verwahrten Werte. Echte Aktien werden laut eToro auf den Namen des Kunden gekauft und in einem getrennten Sammelkonto gehalten; ein CFD steht und fällt mit dem Unternehmen.

Was gegen eToro spricht

Bei den Aufsichtsverfahren ist Genauigkeit nötig, weil durcheinandergeht, welche Konzerngesellschaft betroffen war.

Der SEC-Vergleich vom 12. September 2024 über 1,5 Millionen US-Dollar betraf die eToro USA LLC und deren Kryptogeschäft in den Vereinigten Staaten, konkret eine nicht registrierte Broker- und Clearingtätigkeit. Mit Ihrem Vertragspartner in Zypern hat er nichts zu tun.

Ein CySEC-Vergleich über 50.000 Euro wurde im Februar 2013 veröffentlicht und betraf Organisationsmängel aus dem Jahr 2010.

Wichtiger für Sie: Die FMA führt keine Warnung gegen eToro, wohl aber gegen den Klon „Etorocoinoption”. Auch die britische FCA warnt vor Nachahmern, die die Zulassungsnummer von eToro missbrauchen. Wer über eine Suchmaschine oder eine Anzeige zu einer eToro-ähnlichen Seite kommt, sollte die Adresse zweimal lesen.

Der eigentliche Einwand steht ohnehin in der gesetzlich vorgeschriebenen Warnung des Anbieters: 51 Prozent der Privatanlegerkonten verlieren beim CFD-Handel Geld.

Für wen eToro in Frage kommt

Sinnvoll, wenn Sie ungehebelt in Aktien und ETFs investieren, ein Eurokonto nutzen und die Steuererklärung ohnehin machen. Kommissionsfreie ETFs und keine Depotgebühr sind ein faires Angebot, und die Social-Funktionen gibt es sonst kaum.

Nicht sinnvoll, wenn Sie mit Hebel arbeiten und dabei fest mit 27,5 Prozent kalkulieren. Der Satz ist bei CFDs nicht gesichert, und Verluste lassen sich nicht gegen Gewinne aus echten Wertpapieren rechnen.

Nicht sinnvoll, wenn Sie in Dollar handeln und keine Club-Stufe haben. 0,75 Prozent auf jede Umrechnung summieren sich schneller als jede Ordergebühr.

Nicht sinnvoll für größere Kryptobestände. Dort greift weder der Anlegerschutz noch eine automatische Steuerabfuhr.

Nicht sinnvoll, wenn Sie einen Broker suchen, der Ihnen die Steuer abnimmt - siehe die Übersicht der steuereinfachen Broker und den Online-Broker-Vergleich.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Besitze ich bei eToro echte Aktien?

Nicht immer. Gehebelte und Short-Positionen sind grundsätzlich CFDs. eToro weist auf der Gebührenseite aber ausdrücklich darauf hin, dass aufgrund von Produktbeschränkungen auch einige ungehebelte Kaufpositionen als CFDs ausgeführt werden. Verlässlich erkennen Sie es nur an der CFD-Markierung im Orderfenster, nicht am Hebelregler.

Wie werden CFD-Gewinne bei eToro in Österreich besteuert?

Das ist nicht pauschal zu beantworten. CFDs sind nicht verbriefte Derivate; nach Paragraf 27a Abs 2 Z 7 EStG gilt der besondere Satz von 27,5 Prozent nur, wenn eine berechtigte Stelle freiwillig eine der KESt entsprechende Steuer abführt. eToro tut das nicht, womit im Ausgangspunkt der progressive Tarif greift. Der Verwaltungsgerichtshof hat 2022 allerdings entschieden, dass der günstigere Sondersatz bei Auslandsabwicklung aus unionsrechtlichen Gründen nicht versagt werden darf. Klären Sie das mit einer Steuerberatung.

Ist eToro in Österreich steuereinfach?

Nein. Vertragspartner ist die zyprische eToro (Europe) Ltd, eine österreichische Zweigniederlassung gibt es nicht, und eToro macht vom freiwilligen Steuerabzug keinen Gebrauch. Sie deklarieren Ihre Kapitalerträge selbst.

Was kostet eine Einzahlung bei eToro?

Wenn Sie Euro auf ein Dollarkonto einzahlen, 150 PIPs - je nach Wechselkurs rund 1,3 bis 1,5 Prozent, unabhängig von der Zahlungsart. Mit einem eToro-Konto in Euro entfällt die Umrechnung bei Ein- und Auszahlung. Beim Handel in Nicht-Euro-Werten fallen dann 0,75 Prozent an.

Bekomme ich von eToro einen österreichischen Steuerbericht?

Österreich steht auf der Länderliste, der Bericht ist aber ein Angebot für Club-Mitglieder, und welche Stufe dafür nötig ist, nennt eToro nicht. Er ist ausdrücklich nur informativ und ersetzt keine Steuererklärung. Ohne Club bleibt der Kontoauszug als Excel-Datei.

Wie viel Anlegerschutz bietet eToro?

Der zyprische Investor Compensation Fund ersetzt den niedrigeren Wert aus 90 Prozent Ihrer gedeckten Forderung und 20.000 Euro. Bei Gemeinschaftskonten ist jeder Mitberechtigte eigenständig gedeckt. Das Kryptogeschäft ist vom Fonds ausdrücklich ausgenommen.