Bundespräsident Gehalt Österreich 2026 - Verdienst

Bundespräsident Gehalt Österreich 2026: Höhe des Bezugs, Vergleich mit Kanzler, Zulagen und Pension. Alle Details zur Vergütung des Staatsoberhauptes.

Aktualisiert: 03. April 2026 12 Min. Lesezeit

Bundespräsident Gehalt Österreich 2026: Vollständiger Überblick

Der Bundespräsident ist als Staatsoberhaupt der Republik Österreich in zahlreichen Funktionen tätig: Er vertritt Österreich nach außen, ernennt die Bundesregierung, ist Oberbefehlshaber des Bundesheeres und übernimmt zahlreiche Repräsentationsaufgaben. Entsprechend hoch ist auch sein Gehalt. 2026 verdient der Bundespräsident mehr als jede andere Person im öffentlichen Dienst Österreichs – noch vor dem Bundeskanzler.

Gesetzliche Grundlage

Das Gehalt des Bundespräsidenten ist im Bundesbezügegesetz 1997 (BBezG) geregelt. Gemäß § 2 BBezG erhält der Bundespräsident 280 Prozent des sogenannten “Ausgangsbetrags”. Dieser Ausgangsbetrag wird jährlich vom Nationalrat angepasst – meist anhand der allgemeinen Lohnentwicklung im öffentlichen Dienst.

Ausgangsbetrag 2026

Der Ausgangsbetrag nach dem BBezG beträgt 2026 rund 10.650 Euro brutto monatlich.

Das Gehalt des Bundespräsidenten 2026 im Detail

Die Berechnung ist einfach:

  • Ausgangsbetrag: ca. 10.650 Euro
  • Bundespräsident: 280 % × 10.650 Euro = ca. 29.820 Euro brutto monatlich
  • Jahresbruttogehalt: ca. 417.000 Euro (14-mal pro Jahr)

Damit ist der Bundespräsident Österreichs der bestbezahlte Amtsträger im Staat. Sein Bezug liegt deutlich über dem des Bundeskanzlers, des Nationalratspräsidenten, der Verfassungsrichter und anderer oberster Staatsorgane.

Warum verdient der Bundespräsident mehr als der Kanzler?

Die höhere Bezahlung des Bundespräsidenten ergibt sich aus seiner Position als Staatsoberhaupt. Er repräsentiert die Republik nach innen und außen, steht in der protokollarischen Rangfolge über dem Bundeskanzler und übernimmt zahlreiche verfassungsrechtliche Aufgaben, die keine andere Person im Staat ausübt.

Weitere Leistungen und Aufwandsersatz

Das reine Monatsgehalt ist nur ein Teil der Gesamtvergütung. Der Bundespräsident erhält:

  • Dienstwohnung in der Präsidentschaftskanzlei in der Hofburg oder alternative Wohnmöglichkeit
  • Dienstwagen mit Fahrer sowie Personenschutz rund um die Uhr
  • Mitarbeiterstab in der Präsidentschaftskanzlei (Kabinettsdirektor, Pressereferenten, Sekretariat, Fachmitarbeiter)
  • Repräsentationsaufwand, der über das Budget der Präsidentschaftskanzlei abgewickelt wird
  • Reisekosten und Staatsbesuche werden vollständig übernommen
  • Sicherheitseinrichtungen für Privatwohnsitz

Diese Leistungen erhöhen die faktische Vergütung erheblich, werden aber nicht als Gehalt versteuert, da sie dienstlich bedingt sind.

Vergleich zu anderen obersten Staatsorganen

Die Politikerbezüge 2026 im Überblick (jeweils Prozent des Ausgangsbetrags):

  • Bundespräsident: 280 % → ca. 29.820 Euro
  • Bundeskanzler: 250 % → ca. 26.600 Euro
  • Nationalratspräsident: 210 % → ca. 22.350 Euro
  • Vizekanzler / Bundesminister: 200 % → ca. 21.250 Euro
  • Staatssekretär: 180 % → ca. 19.150 Euro
  • Klubobmann Nationalrat: 170 % → ca. 18.100 Euro
  • Nationalratsabgeordneter: 100 % → ca. 10.650 Euro

Steuerliche Belastung

Das Gehalt des Bundespräsidenten unterliegt der regulären Einkommensteuer. Bei einem Jahresbruttogehalt von rund 417.000 Euro zahlt der Bundespräsident 2026:

  • Anteil bis 104.859 Euro: gestaffelte Steuersätze von 0 bis 48 %
  • Anteil von 99.267 bis 417.000 Euro: 50 %
  • Insgesamt effektive Steuerbelastung: ca. 46 %

Netto verbleiben rund 220.000 bis 230.000 Euro jährlich.

Bundespräsident Pension 2026

Durch die Politikerbezügereform 1997 wurde das frühere System einer eigenen Politikerpension abgeschafft. Bundespräsidenten, die nach 1997 ihr Amt angetreten haben, sind ASVG-versichert und beziehen nach dem Ausscheiden:

  • Eine reguläre ASVG-Alterspension (abhängig von Beitragszeiten und Bemessungsgrundlage)
  • Ggf. Bezüge aus früheren Tätigkeiten (z. B. als Rechtsanwalt, Professor, Abgeordneter)
  • Bei langer politischer Karriere kann die Pension dennoch deutlich über der Durchschnittspension liegen

Pensionshöhe eines ehemaligen Bundespräsidenten: Typischerweise zwischen 4.000 und 7.500 Euro brutto monatlich – abhängig von Vorgeschichte und Beitragszeiten. Politikerpensionen im alten Regime (vor 1997) wurden durch das Sonderpensionenbegrenzungsgesetz auf die ASVG-Höchstpension gedeckelt.

Internationale Vergleiche

Wie liegt der österreichische Bundespräsident im internationalen Vergleich?

  • Deutscher Bundespräsident: ca. 21.000 Euro brutto monatlich + 10.000 Euro Dienstaufwandsentschädigung
  • Schweizer Bundespräsident: jährlich wechselnder Regierungsvorsitz, ca. 470.000 CHF brutto
  • Italienischer Staatspräsident: ca. 19.000 Euro brutto monatlich (freiwillige Kürzungen üblich)
  • Französischer Staatspräsident: ca. 15.200 Euro brutto monatlich
  • US-Präsident: 400.000 USD jährlich (ca. 30.700 Euro monatlich)

Im internationalen Vergleich liegt der österreichische Bundespräsident im oberen Mittelfeld. Die Gesamtausstattung mit Dienstleistungen und Infrastruktur ist ähnlich komfortabel wie in vergleichbaren europäischen Staaten.

Amtsausübung und Arbeitsbelastung

Das Amt des Bundespräsidenten ist zwar protokollarisch an der Spitze des Staates, die Arbeitsbelastung hängt jedoch stark von der politischen Situation ab:

  • Regelbetrieb: 40–60 Stunden Arbeitswoche mit Terminen, Staatsbesuchen, Briefings
  • Krisenzeiten: deutlich mehr Arbeit (Regierungsbildungen, Verfassungsfragen)
  • Ständige Repräsentation und Medienpräsenz
  • Verantwortung für die Wahrung der Verfassung

Sonderregelungen und Nebentätigkeiten

Während seiner Amtszeit darf der Bundespräsident keine nebenberuflichen Tätigkeiten ausüben. Mitgliedschaften in Aufsichtsräten, Unternehmen oder privatwirtschaftlichen Organisationen sind ausgeschlossen. Nach Ende der Amtszeit stehen ehemaligen Bundespräsidenten folgende Optionen offen:

  • Rückkehr in einen früheren Beruf (z. B. Professor, Jurist)
  • Aufsichtsratsmandate (nach Karenzfristen)
  • Vorträge und Publikationen
  • Ehrenämter und Stiftungen
  • Lehrtätigkeit an Universitäten

Kritik und öffentliche Debatte

Die Höhe des Präsidentengehalts ist weniger kontrovers als jene der Regierungsmitglieder. Das liegt daran, dass:

  • Das Amt stark repräsentativ ist
  • Der Präsident vom Volk direkt gewählt wird
  • Die hohe Verantwortung als angemessen empfunden wird
  • Die Bezüge transparent im BBezG geregelt sind

In einzelnen Fällen haben Bundespräsidenten freiwillig auf Gehaltsbestandteile verzichtet oder Teile ihres Einkommens für wohltätige Zwecke gespendet.

Anpassung der Bundespräsidentenbezüge

Die jährliche Anpassung erfolgt automatisch mit der Anhebung des Ausgangsbetrags. In den letzten Jahren wurden die Bezüge unterproportional zur Inflation angepasst, um das Signal sozialer Zurückhaltung zu senden. 2026 wurde der Ausgangsbetrag um rund 4,5 Prozent erhöht, was zu einer entsprechenden Steigerung des Präsidentengehalts führte.

Der Bundespräsident und das Budget der Präsidentschaftskanzlei

Neben dem persönlichen Gehalt steht dem Bundespräsidenten ein Gesamtbudget für die Präsidentschaftskanzlei zur Verfügung, das 2026 bei etwa 12 bis 14 Millionen Euro jährlich liegt. Aus diesem Budget werden Personal, Infrastruktur, Reisen, IT-Ausstattung, Sicherheit und Repräsentation finanziert.

Der Bundespräsident Österreichs verdient 2026 mit rund 29.820 Euro brutto monatlich mehr als jeder andere Amtsträger im Land. Sein Jahresbruttogehalt liegt bei etwa 417.000 Euro. Die Bezüge sind im Bundesbezügegesetz klar geregelt und werden jährlich angepasst. Durch die Politikerbezügereform 1997 gibt es keine eigenen Politikerpensionen mehr, sodass ehemalige Bundespräsidenten nach dem ASVG pensionsversichert sind. Im internationalen Vergleich liegt das Präsidentengehalt im oberen Mittelfeld. Angesichts der Verantwortung, der vollumfänglichen Repräsentationspflichten und der verfassungsrechtlichen Rolle gilt der Bezug in der öffentlichen Debatte als weitgehend unumstritten – ein klarer Unterschied zu anderen politischen Bezügen, die immer wieder kritisch diskutiert werden.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viel verdient der Bundespräsident in Österreich 2026?

Der Bundespräsident verdient 2026 rund 29.820 Euro brutto monatlich (280 Prozent des Ausgangsbetrags nach Bundesbezügegesetz). Das entspricht einem Jahresbruttogehalt von etwa 417.000 Euro inklusive 13. und 14. Bezug.

Verdient der Bundespräsident mehr als der Bundeskanzler?

Ja, der Bundespräsident verdient als Staatsoberhaupt mehr als der Bundeskanzler. 2026 sind es rund 29.820 Euro brutto monatlich für den Bundespräsidenten gegenüber ca. 26.600 Euro für den Bundeskanzler – ein Unterschied von rund 3.220 Euro pro Monat.

Bekommt der Bundespräsident nach dem Amt eine Pension?

Bundespräsidenten, die nach 1997 ihr Amt angetreten haben, beziehen nach dem Ausscheiden eine reguläre ASVG-Pension plus ggf. Bezüge aus früheren Tätigkeiten. Altregelungen vor 1997 mit eigenen Politikerpensionen wurden weitgehend gedeckelt.

Welche Zulagen erhält der Bundespräsident?

Der Bundespräsident erhält keine klassischen Zulagen, aber eine Dienstwohnung in der Hofburg oder Alternativunterkunft, Dienstwagen mit Fahrer, Personenschutz, Repräsentationsbudget und einen umfangreichen Mitarbeiterstab in der Präsidentschaftskanzlei.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.