Grundwehrdiener Gehalt Österreich 2026

Grundwehrdiener Gehalt Österreich 2026: Sold, Monatsgeld, Zulagen, Verpflegung und zusätzliche Leistungen beim Bundesheer im Überblick.

Aktualisiert: 03. April 2026 8 Min. Lesezeit

Grundwehrdiener Gehalt Österreich 2026

Der Grundwehrdienst beim Österreichischen Bundesheer dauert sechs Monate und ist für alle männlichen österreichischen Staatsbürger verpflichtend, sofern sie tauglich sind. Eine der häufigsten Fragen junger Männer betrifft die finanzielle Seite: Was verdient man als Grundwehrdiener? Wie setzt sich das Monatsgeld zusammen, und welche zusätzlichen Leistungen gibt es?

Dauer, Pflicht und Musterung

Dauer und Pflicht

Der Grundwehrdienst dauert in Österreich sechs Monate. Er beginnt in der Regel mit einer Basisausbildung von rund drei Monaten, gefolgt von einer dreimonatigen Einsatzausbildung oder Verwendung in einer Einheit. Männliche österreichische Staatsbürger sind grundsätzlich zwischen dem 17. und 50. Lebensjahr wehrpflichtig, wobei die Einberufung zum Grundwehrdienst üblicherweise zwischen 18 und 35 Jahren erfolgt.

Als Alternative zum Grundwehrdienst steht der Zivildienst (neun Monate) zur Verfügung. Wer weder Grundwehrdienst noch Zivildienst leisten will, hat praktisch keine legale Option — die Wehrpflicht ist in Österreich verfassungsrechtlich verankert und wurde 2013 per Volksabstimmung bestätigt.

Stellung und Musterung

Vor dem Grundwehrdienst steht die Stellung (Musterung), bei der die körperliche und geistige Eignung festgestellt wird. Die Stellung findet in der Regel im Alter von 17 bis 18 Jahren statt. Das Ergebnis kann “tauglich”, “vorübergehend untauglich” oder “untauglich” lauten.

Monatsgeld — die Hauptvergütung

Das Monatsgeld ist die zentrale finanzielle Leistung für Grundwehrdiener. Es handelt sich dabei nicht um ein Gehalt im klassischen Sinne, da der Grundwehrdienst kein Arbeitsverhältnis begründet, sondern um eine gesetzlich festgelegte Vergütung.

Höhe des Monatsgeldes 2026

Das Monatsgeld für Grundwehrdiener beträgt 2026 rund 370 Euro netto pro Monat. Dieser Betrag wird vom Bundesministerium für Landesverteidigung festgelegt und regelmässig angepasst, wobei die Erhöhungen in den letzten Jahren moderat ausgefallen sind.

Das Monatsgeld wird 12 Mal jährlich ausbezahlt — es gibt kein 13. oder 14. Gehalt wie bei regulären Arbeitsverhältnissen.

Steuerfreiheit des Monatsgeldes

Ein wichtiger Vorteil: Das Monatsgeld ist vollständig einkommensteuerfrei. Es fallen auch keine Sozialversicherungsbeiträge an. Der ausbezahlte Betrag von rund 370 Euro ist also ein Nettobetrag, von dem nichts mehr abgezogen wird.

Auszahlung

Das Monatsgeld wird in der Regel um den 1. des Folgemonats auf das Bankkonto des Grundwehrdieners überwiesen. Es empfiehlt sich, bei der Einberufung ein gültiges Bankkonto anzugeben.

Zusätzliche Leistungen und Zulagen

Neben dem Monatsgeld erhalten Grundwehrdiener eine Reihe von Sachleistungen und Zulagen, die den Gesamtwert der Vergütung erheblich steigern.

Verpflegung

Grundwehrdiener erhalten während der Dienstzeit kostenlose Verpflegung (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) in der Kaserne. An dienstfreien Tagen oder wenn keine Kasernenverpflegung möglich ist, wird ein Verpflegungsgeld in Höhe von rund 15 bis 20 Euro pro Tag ausbezahlt.

Der Wert der Kasernenverpflegung wird auf rund 12 bis 15 Euro pro Tag geschätzt, was monatlich einem geldwerten Vorteil von rund 360 bis 450 Euro entspricht.

Unterkunft

Grundwehrdiener, die in der Kaserne untergebracht sind, erhalten die Unterkunft kostenlos. Die Unterbringung erfolgt in der Regel in Mehrbettzimmern (Stuben). Der geldwerte Vorteil der Unterkunft liegt bei schätzungsweise 200 bis 300 Euro monatlich.

Bekleidung und Ausrüstung

Die gesamte Dienstbekleidung und Ausrüstung wird vom Bundesheer gestellt. Dazu gehören Kampfanzug, Sportbekleidung, Stiefel, Helm und weitere Ausrüstungsgegenstände. Diese müssen am Ende des Grundwehrdienstes zurückgegeben werden (mit Ausnahme der Unterwäsche und einzelner persönlicher Gegenstände).

Fahrtkostenzuschuss

Grundwehrdiener erhalten einen Fahrtkostenzuschuss für die Heimfahrten an den Wochenenden und dienstfreien Tagen. Die Höhe richtet sich nach der Entfernung zwischen Wohnort und Kaserne. In der Regel werden die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel erstattet oder ein kilometerabhängiger Zuschuss gewährt.

Zusätzlich erhalten Grundwehrdiener für die Anreise zum Dienstantritt und die Abreise nach der Entlassung eine Fahrtkostenerstattung.

Familienunterhalt

Grundwehrdiener mit Unterhaltspflichten haben Anspruch auf Familienunterhalt. Dieser soll sicherstellen, dass die Familie des Grundwehrdieners während der sechs Monate finanziell abgesichert ist. Der Familienunterhalt richtet sich nach den tatsächlichen Unterhaltsverpflichtungen und kann folgende Leistungen umfassen:

  • Partnerunterhalt: Für den/die Ehepartner/in oder Lebensgefährten/in, sofern dieser/diese auf den Unterhalt des Grundwehrdieners angewiesen ist.
  • Kindesunterhalt: Für unterhaltsberechtigte Kinder.
  • Wohnkostenzuschuss: Zur Deckung der laufenden Wohnkosten (Miete, Betriebskosten), die der Grundwehrdiener vor dem Dienstantritt getragen hat.

Der Familienunterhalt kann je nach Situation mehrere Hundert Euro pro Monat betragen und wird zusätzlich zum Monatsgeld ausbezahlt. Der Antrag auf Familienunterhalt muss beim zuständigen Militärkommando gestellt werden.

Kranken- und Unfallversicherung

Grundwehrdiener sind während des gesamten Grundwehrdienstes kranken- und unfallversichert — und zwar über das Bundesheer (Heeresspital und Sanitätseinrichtungen). Bei Bedarf können sie auch zivile Ärzte und Krankenhäuser in Anspruch nehmen. Die Kosten trägt das Bundesheer.

Truppenübungsplatzzulage

Bei Übungen auf Truppenübungsplätzen oder bei besonderen Einsätzen erhalten Grundwehrdiener eine zusätzliche Zulage. Diese beträgt je nach Art der Übung einige Euro pro Tag.

Leistungsprämien

Für besondere Leistungen während des Grundwehrdienstes — etwa herausragende Ergebnisse bei der Basisausbildung oder bei Wettbewerben — können Grundwehrdiener Leistungsprämien erhalten. Diese sind jedoch nicht standardmässig und liegen im Ermessen der Vorgesetzten.

Gesamtwert der Leistungen

Wenn man alle Leistungen zusammenrechnet — Monatsgeld, Verpflegung, Unterkunft, Bekleidung, Fahrtkostenzuschuss und gegebenenfalls Familienunterhalt — ergibt sich ein Gesamtwert von rund 800 bis 1.200 Euro pro Monat. Für Grundwehrdiener mit Unterhaltspflichten kann dieser Betrag durch den Familienunterhalt noch deutlich höher liegen.

Allerdings ist zu beachten, dass der tatsächlich verfügbare Geldbetrag auf dem Konto in den meisten Fällen auf das Monatsgeld von rund 370 Euro plus eventuelle Zulagen beschränkt ist. Die Sachleistungen (Verpflegung, Unterkunft, Bekleidung) stehen nur während des Dienstes zur Verfügung.

Vergleich: Grundwehrdiener vs. Zivildiener

Ein häufiger Vergleich ist der zwischen Grundwehrdienern und Zivildienern. Die wesentlichen Unterschiede:

  • Dauer: Grundwehrdienst 6 Monate, Zivildienst 9 Monate
  • Grundvergütung: Grundwehrdiener ca. 370 Euro/Monat, Zivildiener ca. 370 Euro Grundvergütung plus Verpflegungsgeld
  • Verpflegung: Grundwehrdiener erhalten Kasernenverpflegung, Zivildiener ein Verpflegungsgeld von rund 330 Euro/Monat
  • Unterkunft: Grundwehrdiener werden in der Kaserne untergebracht, Zivildiener wohnen in der Regel zu Hause
  • Gesamtdauer der finanziellen Belastung: Zivildiener verdienen zwar ähnlich viel pro Monat, müssen aber drei Monate länger dienen

Finanzielle Planung für den Grundwehrdienst

Vor dem Dienstantritt

Es empfiehlt sich, vor dem Grundwehrdienst folgende finanzielle Vorbereitungen zu treffen:

  1. Ersparnisse aufbauen: Das Monatsgeld reicht kaum für laufende Fixkosten. Wer eine eigene Wohnung oder ein Auto hat, sollte vorab Rücklagen bilden.

  2. Laufende Verträge prüfen: Mietverträge, Handyverträge und Abonnements sollten geprüft werden. Gegebenenfalls können Verträge ruhend gestellt oder gekündigt werden.

  3. Familienunterhalt beantragen: Wer Unterhaltspflichten hat, sollte den Familienunterhalt rechtzeitig vor Dienstantritt beantragen.

  4. Arbeitgeber informieren: Arbeitnehmer haben einen gesetzlichen Kündigungsschutz während des Grundwehrdienstes. Der Arbeitgeber muss rechtzeitig informiert werden.

Während des Grundwehrdienstes

Während des Grundwehrdienstes empfiehlt sich ein sparsamer Lebensstil. Die wichtigsten Ausgaben sind in der Regel:

  • Handykosten
  • Fahrtkosten (sofern nicht vollständig erstattet)
  • Persönliche Ausgaben (Hygieneartikel, Freizeitgestaltung)
  • Eventuell laufende Fixkosten (Miete, Versicherungen)

Nebenbeschäftigung

Grundwehrdiener dürfen grundsätzlich keine reguläre Nebenbeschäftigung ausüben. Die Dienstzeit nimmt den Grossteil der Woche in Anspruch, und an den freien Tagen (in der Regel Wochenenden) ist eine geringfügige Beschäftigung theoretisch möglich, praktisch aber schwer umsetzbar. Es empfiehlt sich, dies im Vorfeld mit dem Kommandanten abzuklären.

Arbeitsrechtliche Absicherung

Kündigungs- und Entlassungsschutz

Grundwehrdiener geniessen einen umfassenden Kündigungsschutz gemäss dem Arbeitsplatzsicherungsgesetz (APSG). Der Arbeitgeber darf das Dienstverhältnis weder während des Grundwehrdienstes noch in den ersten vier Wochen nach der Entlassung kündigen.

Anrechnung auf die Dienstzeit

Die Zeit des Grundwehrdienstes wird bei vielen Arbeitgebern auf die Dienstzeit angerechnet, was sich positiv auf Gehaltsstufen und Urlaubsanspruch auswirken kann. Dies ist allerdings nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern hängt vom jeweiligen Kollektivvertrag oder der Betriebsvereinbarung ab.

Pensionsversicherung

Die Zeit des Grundwehrdienstes wird als Beitragsmonat in der Pensionsversicherung angerechnet. Das bedeutet, dass der Grundwehrdienst bei der späteren Pensionsberechnung berücksichtigt wird.

Sonderformen des Wehrdienstes

Kaderausbildung (Aufrüstung)

Grundwehrdiener, die nach dem sechsmonatigen Grundwehrdienst eine Kaderausbildung absolvieren, erhalten ein höheres Monatsgeld. Die Vergütung für Milizunteroffiziersanwärter und Milizoffiziersanwärter liegt deutlich über dem regulären Grundwehrdiener-Sold.

Freiwillige Waffenübungen

Nach dem Grundwehrdienst können Milizsoldaten zu freiwilligen Waffenübungen einberufen werden. Während dieser Übungen erhalten sie ebenfalls ein Monatsgeld, das über dem Grundwehrdiener-Sold liegt, plus Verpflegung und Unterkunft.

Auslandseinsätze

Österreichische Soldaten, die an internationalen Friedenseinsätzen teilnehmen, erhalten eine deutlich höhere Vergütung, die je nach Einsatzgebiet und Risikostufe variiert. Für Grundwehrdiener ist die Teilnahme an Auslandseinsätzen jedoch nicht vorgesehen — diese stehen nur Berufssoldaten und freiwilligen Milizsoldaten offen.

Aktuelle Diskussionen 2026

Erhöhung des Monatsgeldes

Die Höhe des Grundwehrdiener-Monatsgeldes ist regelmässig Gegenstand politischer Diskussionen. Kritiker argumentieren, dass rund 370 Euro pro Monat angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten zu wenig seien. Es gibt immer wieder Forderungen, das Monatsgeld auf mindestens 500 Euro anzuheben, um den Grundwehrdienst attraktiver zu gestalten.

Attraktivierung des Grundwehrdienstes

Das Bundesministerium für Landesverteidigung hat in den letzten Jahren verschiedene Massnahmen zur Attraktivierung des Grundwehrdienstes ergriffen. Dazu gehören bessere Ausbildungsangebote, die Möglichkeit zum Erwerb von Zusatzqualifikationen (z. B. Führerscheine, Erste-Hilfe-Kurse) und verbesserte Unterkünfte. An den finanziellen Rahmenbedingungen hat sich jedoch wenig geändert.

Wehrpflicht-Debatte

Die grundsätzliche Frage, ob die Wehrpflicht in Österreich zeitgemäss ist, wird immer wieder diskutiert. Die Volksabstimmung 2013 hat sich klar für die Beibehaltung ausgesprochen, doch die Debatte flammt regelmässig wieder auf — insbesondere wenn es um die finanzielle Absicherung der Grundwehrdiener geht.

Das Grundwehrdiener-Gehalt in Österreich ist mit rund 370 Euro Monatsgeld bescheiden, wird aber durch Sachleistungen wie Verpflegung, Unterkunft und Bekleidung erheblich aufgewertet. Der Gesamtwert aller Leistungen liegt bei rund 800 bis 1.200 Euro pro Monat. Für Grundwehrdiener mit Familie kommt der Familienunterhalt hinzu.

Finanziell ist der Grundwehrdienst eine Belastung, die durch gute Vorbereitung und vorherige Rücklagenbildung gemildert werden kann. Der Kündigungsschutz und die Anrechnung auf die Pensionsversicherung bieten immerhin eine gewisse Absicherung. Wer den Grundwehrdienst als Chance sieht, kann durch Zusatzausbildungen und die Kaderausbildung auch beruflich von der Zeit beim Bundesheer profitieren.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viel verdient ein Grundwehrdiener in Österreich?

Grundwehrdiener erhalten 2026 ein Monatsgeld von rund 370 Euro netto. Dazu kommen Verpflegung, Unterkunft, Fahrtkostenzuschuss und gegebenenfalls Familienunterhalt. In Summe liegt der Gesamtwert der Leistungen bei rund 800 bis 1.200 Euro monatlich.

Ist das Monatsgeld des Grundwehrdieners steuerfrei?

Ja, das Monatsgeld und die Zulagen für Grundwehrdiener sind einkommensteuerfrei. Es fallen auch keine Sozialversicherungsbeiträge an, da Grundwehrdiener über das Bundesheer versichert sind.

Bekommt man als Grundwehrdiener Familienunterhalt?

Ja, Grundwehrdiener mit Unterhaltspflichten erhalten einen Familienunterhalt, der sich nach der Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen richtet. Dieser kann bis zu mehrere Hundert Euro monatlich betragen.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.