Kindergartenpädagogin Gehalt: Stadt Wien, Land, private Träger
3.567,32 Euro bei der Stadt Wien, 3.022,11 beim Land Niederösterreich, 3.170 im Mindestlohntarif für Privatkindergärten. Warum derselbe Beruf drei Tabellen hat.
Eine Elementarpädagogin verdient am ersten Tag 3.567,32 Euro brutto, wenn sie bei der Stadt Wien beginnt, 3.022,11 Euro beim Land Niederösterreich und 3.170 Euro in einem Privatkindergarten nach dem Mindestlohntarif. Derselbe Beruf, dieselbe Ausbildung, drei Tabellen. Der Grund ist nicht Willkür, sondern das Fehlen eines einzigen Dienstgebers: Kindergärten führen Gemeinden, Länder, Vereine, Kirchen und Unternehmen, und jeder zahlt nach seinem eigenen Recht.
Für private Träger gibt es nicht einmal einen Kollektivvertrag, sondern einen Mindestlohntarif, den das Bundeseinigungsamt festsetzt. Das Instrument ist selten, und es erklärt, warum die Gehälter in diesem Beruf so unterschiedlich ausfallen.
Stadt Wien: 3.567,32 Euro und bezahlte Ausbildung
Die Stadt Wien nennt auf ihrer Seite zum Kolleg für Elementarpädagogik ein Einstiegsgehalt nach der Ausbildung von mindestens 3.567,32 Euro brutto im Monat bei Vollzeit, Stand 2026, für die städtischen Kindergärten. Das ist der höchste Einstiegswert unter den hier verglichenen Trägern, rund 400 Euro über dem Mindestlohntarif.
Die Stadt bezahlt zudem die Ausbildung selbst. Das Kolleg CHANGE an der bafep21 dauert fünf Semester: die ersten beiden in Vollzeit mit erstem Berufseinsatz, die Semester drei bis fünf berufsbegleitend mit drei Tagen Unterricht und zwei Arbeitstagen in städtischen Kindergärten. Ab dem dritten Semester besteht ein Dienstverhältnis als Elementarpädagogin in Ausbildung mit mindestens 2.431,13 Euro brutto im Monat. Die Stadt übernimmt die Ausbildungskosten und verzichtet auf eine Rückzahlung, wenn das Dienstverhältnis danach vier Jahre besteht; die Studierenden zahlen nur einen Materialbeitrag.
Für private Kindergärten in Wien nennt der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds ein Mindestgehalt von 3.063 Euro brutto bei Vollzeit nach dem Kollektivvertrag für private Kinderbetreuungseinrichtungen in Wien. Wer die Ausbildung über das Programm des waff macht, erhält währenddessen rund 1.550 Euro im Monat samt Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung.
Land Niederösterreich: 3.022,11 Euro nach Landesgesetz
In Niederösterreich sind die Pädagoginnen der Landeskindergärten Landesbedienstete. Die Ausschreibungen des Landes nennen eine Entlohnung nach dem NÖ Landes-Bedienstetengesetz von mindestens 3.022,11 Euro brutto im Monat bei Vollzeit, die sich durch angerechnete Vordienstzeiten erhöhen kann. Das sind 545 Euro weniger als in Wien für denselben Beruf, mit einem Gehaltsschema, das wie alle Landesschemata nach Dienstjahren vorrückt.
Private Träger: Mindestlohntarif statt Kollektivvertrag
Für Privatkindergärten, Kinderkrippen, Horte, Vereine mit Tageseltern und elternverwaltete Kindergruppen gibt es keinen Arbeitgeberverband, der einen Kollektivvertrag abschließen könnte. Deshalb greift das Instrument aus § 22 Arbeitsverfassungsgesetz: Das Bundeseinigungsamt setzt auf Antrag der Gewerkschaft einen Mindestlohntarif fest. Der Mindestlohntarif für private Kinderbildung M 21/2025 gilt seit 1. Jänner 2026 in ganz Österreich und nennt für Kindergarten-, Hort- und diplomierte Elementarpädagoginnen bei 40 Wochenstunden:
| Berufsjahr | Euro brutto pro Monat |
|---|---|
| 1. und 2. | 3.170 |
| 3. und 4. | 3.237 |
| 5. und 6. | 3.305 |
| 9. und 10. | 3.454 |
| 15. und 16. | 3.680 |
| 21. und 22. | 3.903 |
| 27. und 28. | 4.135 |
| 31. bis 36. | 4.283 |
| 39. und 40. | 4.380 |
Dazu kommen nach § 2 des Tarifs eine Erschwerniszulage von 279,80 Euro für geprüfte Sonder- und Inklusionspädagoginnen in Sonder- und Inklusionseinrichtungen, die Hälfte davon für andere Pädagoginnen an solchen Einrichtungen, und eine Leitungszulage von 146 Euro bei einer Gruppe, die sich je weitere Gruppe um 62,60 Euro erhöht. Wer die Leitung mindestens zehn Kalendertage ununterbrochen vertritt, erhält ein Dreißigstel der Leitungszulage pro Tag. Teilzeit wird aliquot gerechnet, eine Arbeitsstunde mit einem 165stel des Monatsgehalts, im ersten Berufsjahr also 19,21 Euro.
Wie ein Mindestlohntarif zustande kommt und was ihn vom Kollektivvertrag unterscheidet, steht bei den KV-Verhandlungen.
Sozialwirtschaft: Verwendungsgruppe 7
Träger, die dem Arbeitgeberverband Sozialwirtschaft Österreich angehören, etwa große Sozialorganisationen mit Kindergärten, zahlen nach dem SWÖ-Kollektivvertrag. Kindergarten-, Elementar- und Hortpädagoginnen stehen dort in der Verwendungsgruppe 7. Die Tabelle ab 1. April 2026:
| Gehaltsstufe | Berufsjahre | Verwendungsgruppe 7 |
|---|---|---|
| 1 | 1 bis 2 | 3.074,80 |
| 2 | 3 bis 4 | 3.138,00 |
| 3 | 5 bis 6 | 3.231,10 |
| 5 | 9 bis 10 | 3.444,40 |
| 8 | 15 bis 16 | 3.721,90 |
| 11 | 21 bis 22 | 3.966,30 |
| 14 | 27 bis 28 | 4.151,10 |
| 18 | 35 bis 36 | 4.396,90 |
Euro brutto pro Monat. Der Kollektivvertrag räumt dem pädagogischen Personal außerdem Vorbereitungszeit ein, in Sonderkindertagesbetreuungseinrichtungen und Integrationsgruppen bei Vollzeit mindestens sieben Wochenstunden, und eine Vorbereitungswoche von fünf Arbeitstagen pro Kinderbetreuungsjahr. Wie die Sozialwirtschaft ihren Abschluss 2026 ausverhandelt hat, fünf Runden bei einer Forderung von vier Prozent, steht bei den KV-Verhandlungen.
Was das Gefälle erklärt
Der Vergleich der Einstiegsgehälter zeigt, wer den Beruf am besten bezahlt:
| Träger | Einstieg Vollzeit | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Stadt Wien | 3.567,32 | Wiener Besoldungsrecht |
| Land Niederösterreich | 3.022,11 | NÖ Landes-Bedienstetengesetz |
| Private Kinderbetreuung Wien | 3.063 | Kollektivvertrag |
| Sozialwirtschaft Österreich | 3.074,80 | SWÖ-Kollektivvertrag, Verwendungsgruppe 7 |
| Privatkindergärten österreichweit | 3.170 | Mindestlohntarif M 21/2025 |
Euro brutto pro Monat. Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert liegen 545 Euro im Monat, 7.633 Euro im Jahr bei vierzehn Bezügen, bei gleicher Ausbildung und gleicher Arbeit. Der Unterschied kommt nicht aus dem Beruf, sondern aus der Kassenlage und dem Personalbedarf des Trägers: Die Stadt Wien wirbt mit dem Gehalt und bezahlt die Ausbildung, weil sie Personal sucht.
Zur Einordnung: Eine Lehrerin beginnt im pd-Schema mit 3.636,40 Euro, siehe Lehrer Gehalt, knapp über der Stadt Wien und deutlich über allen anderen Trägern. Der Vollzeit-Median aller unselbständig Erwerbstätigen lag 2024 bei 3.977 Euro, siehe Durchschnittsgehalt; den erreicht eine Elementarpädagogin im Mindestlohntarif erst nach 22 Berufsjahren.
Quellen
- Stadt Wien, Ausbildung am Kolleg für Elementarpädagogik CHANGE, Gehaltsangaben Stand 2026, abgerufen 03.09.2026
- waff, Ausbildung zur Kindergartenpädagogin, abgerufen 03.09.2026
- Land Niederösterreich, Stellenausschreibung Elementarpädagoginnen bzw. Elementarpädagogen, abgerufen 03.09.2026
- Mindestlohntarif für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in privaten Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen 2026 (PDF), M 21/2025, gültig ab 01.01.2026, abgerufen 03.09.2026
- Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft Österreich 2026 (PDF), Verwendungsgruppen und Gehaltstabelle ab 01.04.2026, abgerufen 03.09.2026
- Arbeitsverfassungsgesetz, § 22 (RIS), Mindestlohntarif, abgerufen 03.09.2026
Häufig gestellte Fragen
Was verdient eine Elementarpädagogin am Anfang?
Das hängt vom Träger ab. Die Stadt Wien zahlt nach eigener Angabe mindestens 3.567,32 Euro brutto bei Vollzeit, Stand 2026. Das Land Niederösterreich nennt in seinen Ausschreibungen mindestens 3.022,11 Euro nach dem Landes-Bedienstetengesetz. In Privatkindergärten gilt der Mindestlohntarif mit 3.170 Euro im ersten und zweiten Berufsjahr, im Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft 3.074,80 Euro seit April 2026.
Wird die Ausbildung bezahlt?
Bei der Stadt Wien ja. Wer das Kolleg CHANGE besucht, wird ab dem dritten Semester als Elementarpädagogin in Ausbildung angestellt, mit mindestens 2.431,13 Euro brutto im Monat, Stand 2026. Die Stadt übernimmt die Ausbildungskosten und verzichtet auf Rückzahlung, wenn das Dienstverhältnis danach vier Jahre besteht. Im Programm des waff gibt es rund 1.550 Euro monatlich während der Ausbildung.
Wie hoch ist das Endgehalt?
Im Mindestlohntarif für Privatkindergärten 4.380 Euro im 39. und 40. Berufsjahr, im Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft 4.396,90 Euro ab dem 35. Berufsjahr in der Verwendungsgruppe 7. Beide Tabellen steigen in Zweijahresschritten. Für die Stadt Wien und das Land Niederösterreich gelten Landesschemata mit eigenen Vorrückungen.
Welche Zulagen gibt es?
Nach dem Mindestlohntarif 279,80 Euro Erschwerniszulage für geprüfte Sonder- und Inklusionspädagoginnen in Sonder- und Inklusionseinrichtungen, die Hälfte für andere Pädagoginnen dort, und eine Leitungszulage von 146 Euro bei einer Gruppe plus 62,60 Euro je weiterer Gruppe. Wer die Leitung mindestens zehn Tage vertritt, bekommt ein Dreißigstel der Leitungszulage pro Tag.
Was ist ein Mindestlohntarif?
Ein Ersatz für den Kollektivvertrag. Wo es auf Arbeitgeberseite keine kollektivvertragsfähige Vertretung gibt, setzt das Bundeseinigungsamt nach § 22 Arbeitsverfassungsgesetz auf Antrag der Gewerkschaft Mindestentgelte fest. Für Privatkindergärten, Kinderkrippen, Horte und Tageseltern gilt seit 1. Jänner 2026 der Mindestlohntarif M 21/2025, österreichweit.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Am Kolleg vier Semester in Vollzeit oder sechs Semester berufsbegleitend, mit der Diplomprüfung für Elementarpädagogik als Abschluss. Das Kolleg CHANGE der Stadt Wien dauert fünf Semester, zwei davon in Vollzeit, drei berufsbegleitend mit drei Unterrichts- und zwei Arbeitstagen pro Woche. Der andere Weg ist die Bildungsanstalt für Elementarpädagogik, die BAfEP.