Sparplan Österreich - ETF-Sparplan & Fondssparplan
Sparplan in Österreich 2026: ETF-Sparplan, Fondssparplan & Banksparplan im Vergleich. Regelmäßig investieren ab 25 Euro. Jetzt Sparplan starten!
ETF-Sparplan-Rechner 2026
Endkapital (nach KESt)
€ 104.749,79
Einzahlungen
€ 53.000,00
Netto-Rendite
€ 51.749,79
Vereinfachte Berechnung. KESt 27,5 % auf realisierte Kursgewinne und Ausschüttungen (bei thesaurierenden ETFs jährlich auf ausschüttungsgleiche Erträge). Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Keine Anlageberatung.
Sparplan in Oesterreich 2026
Ein Sparplan ist eines der maechtigsten Werkzeuge fuer den langfristigen Vermoegensaufbau. Egal ob ETF-Sparplan, Fondssparplan oder Aktien-Sparplan — das Prinzip ist immer dasselbe: Sie investieren regelmaessig einen festen Betrag und profitieren langfristig vom Zinseszinseffekt und dem Cost-Average-Effekt. In Oesterreich bieten zahlreiche Broker und Banken Sparplaene an, oft schon ab 25 Euro pro Monat.
Was ist ein Sparplan?
Ein Sparplan ist eine automatisierte Anlage, bei der Sie in regelmaessigen Abstaenden (typischerweise monatlich) einen festen Betrag in ein Wertpapier investieren. Der Broker kauft automatisch zum festgelegten Zeitpunkt Anteile des gewaehlten Wertpapiers — Sie muessen sich um nichts kuemmern.
Das Prinzip der Regelmaessigkeit
Der Schluessel zum Erfolg beim Sparplan ist die Regelmaessigkeit. Durch das kontinuierliche Investieren — unabhaengig davon, ob die Maerkte gerade hoch oder niedrig stehen — bauen Sie ueber die Jahre ein beachtliches Vermoegen auf. Sie muessen weder den richtigen Einstiegszeitpunkt finden noch taegliche Boersennachrichten verfolgen.
Der Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt)
Wenn Sie jeden Monat denselben Betrag investieren, kaufen Sie automatisch mehr Anteile, wenn die Kurse niedrig sind, und weniger Anteile, wenn die Kurse hoch sind. Ueber die Zeit ergibt sich ein guenstiger Durchschnittspreis. Diesen Effekt nennt man Cost-Average-Effekt oder Durchschnittskosteneffekt.
Rechenbeispiel: Sie investieren monatlich 200 Euro in einen ETF.
- Monat 1: Kurs 50 Euro, Sie kaufen 4 Anteile
- Monat 2: Kurs 40 Euro, Sie kaufen 5 Anteile
- Monat 3: Kurs 60 Euro, Sie kaufen 3,33 Anteile
- Ergebnis: 12,33 Anteile fuer 600 Euro. Durchschnittskurs: 48,66 Euro (guenstiger als der arithmetische Mittelwert von 50 Euro)
Der Zinseszinseffekt
Der Zinseszinseffekt ist der wichtigste Verbuendete des langfristigen Anlegers. Wenn Ihre Ertraege (Dividenden, Kursgewinne) reinvestiert werden, erzeugen diese Ertraege wiederum Ertraege. Ueber Jahrzehnte entsteht so ein exponentielles Wachstum.
Rechenbeispiel: Monatlich 200 Euro investiert, 7 % jaehrliche Rendite:
- Nach 10 Jahren: ca. 34.400 Euro (eingezahlt: 24.000 Euro)
- Nach 20 Jahren: ca. 103.600 Euro (eingezahlt: 48.000 Euro)
- Nach 30 Jahren: ca. 243.500 Euro (eingezahlt: 72.000 Euro)
Der Zinseszinseffekt macht aus einer vergleichsweise bescheidenen monatlichen Sparrate ein beachtliches Vermoegen.
Arten von Sparplaenen
ETF-Sparplan
Der ETF-Sparplan ist die beliebteste und empfehlenswerteste Form des Sparplans. ETFs (Exchange Traded Funds) bilden einen Index wie den MSCI World, den S&P 500 oder den ATX passiv nach. Die Vorteile: extrem niedrige Kosten, breite Diversifikation und langfristig ueberzeugende Renditen.
Beliebte ETFs fuer Sparplaene in Oesterreich:
- MSCI World ETF: Investiert in ueber 1.500 Unternehmen aus 23 Industrielaendern. Die Standardwahl fuer globale Diversifikation.
- MSCI All Country World (ACWI) ETF: Wie der MSCI World, aber inklusive Schwellenlaender.
- FTSE All-World ETF: Aehnlich dem MSCI ACWI, angeboten von Vanguard.
- S&P 500 ETF: Investiert in die 500 groessten US-Unternehmen.
- Stoxx Europe 600 ETF: Investiert in 600 europaeische Unternehmen.
Fondssparplan
Beim Fondssparplan investieren Sie regelmaessig in einen aktiv gemanagten Investmentfonds. Die Kosten sind hoeher als beim ETF-Sparplan (hoeherer TER, moeglicherweise Ausgabeaufschlag), und die Wahrscheinlichkeit, den Markt langfristig zu schlagen, ist gering. Dennoch kann ein Fondssparplan sinnvoll sein, wenn Sie in Nischenmärkte oder spezielle Themen investieren moechten, fuer die es keine passenden ETFs gibt.
Aktien-Sparplan
Manche Broker bieten Sparplaene auf Einzelaktien an. Sie investieren regelmaessig in eine bestimmte Aktie und erwerben auch Bruchteile davon. Der Nachteil: keine Diversifikation innerhalb des Sparplans. Aktiensparpläne eignen sich daher eher als Ergaenzung zu einem breit diversifizierten ETF-Sparplan.
Gold-Sparplan
Einige Edelmetallhaendler (wie philoro in Oesterreich) bieten Gold-Sparplaene an, bei denen Sie monatlich einen festen Betrag in physisches Gold investieren. Das Gold wird professionell gelagert und kann auf Wunsch ausgeliefert werden.
Die besten Broker fuer Sparplaene in Oesterreich
Flatex Oesterreich
Flatex ist der mit Abstand beliebteste Online-Broker fuer Sparplaene in Oesterreich. Die Vorteile:
- Ueber 1.600 sparplanfaehige ETFs
- Viele ETFs ohne Orderprovision im Sparplan (Aktions-ETFs)
- Sparplaene ab 25 Euro monatlich
- Automatische KESt-Abfuehrung als oesterreichischer Steuersitz-Broker
- Ausfuehrung am 1. oder 15. des Monats
Die Standard-Sparplangebuehr bei Flatex betraegt 1,50 Euro pro Ausfuehrung. Bei Aktions-ETFs entfaellt die Gebuehr.
DADAT Bank
Die DADAT Bank bietet ebenfalls Sparplaene auf ETFs und Fonds an. Die Auswahl ist kleiner als bei Flatex, aber die DADAT punktet mit einem guten Kundenservice und einem breiteren Bankangebot (Girokonto, Tagesgeld, Wertpapierdepot).
Trade Republic
Trade Republic ist als Neobroker auch in Oesterreich verfuegbar und bietet Sparplaene auf ETFs, Aktien und Kryptowaehrungen an. Die Sparplaene sind gebuehrenfrei, die Auswahl gross. Allerdings ist Trade Republic kein oesterreichischer Broker — die automatische KESt-Abfuehrung erfolgt nicht, sodass Sie Ihre Ertraege selbst in der Steuererklaerung angeben muessen.
Scalable Capital
Scalable Capital bietet als weiterer Neobroker eine grosse Auswahl an sparplanfaehigen ETFs mit guenstigen Konditionen. Wie bei Trade Republic muessen oesterreichische Kunden die Steuer selbst abfuehren.
Bank-Sparplaene
Auch oesterreichische Filialbanken bieten Fondssparpläne an, oft aber mit hoeheren Kosten (Ausgabeaufschlag, hoehere Depotgebuehren). Fuer Kunden, die Wert auf persoenliche Beratung legen, kann dies dennoch eine Option sein.
Den richtigen ETF fuer den Sparplan waehlen
Kriterien fuer die ETF-Auswahl
1. Index: Fuer einen breit diversifizierten Sparplan empfiehlt sich ein globaler Index wie der MSCI World oder der FTSE All-World. Diese Indizes decken die wichtigsten Aktienmaerkte der Welt ab.
2. Thesaurierend vs. Ausschuettend: Bei einem thesaurierenden ETF werden Dividenden automatisch reinvestiert — das ist fuer den Vermöegensaufbau ideal. Bei einem ausschuettenden ETF werden die Dividenden ausgezahlt. In Oesterreich werden bei Meldefonds die sogenannten ausschuettungsgleichen Ertraege ohnehin besteuert, daher hat die Wahl steuerlich weniger Bedeutung als in anderen Laendern.
3. Fondsgroesse: Waehlen Sie ETFs mit einem Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro. Groessere Fonds sind liquider und haben ein geringeres Risiko, geschlossen zu werden.
4. TER (Kosten): Die jaehrlichen Kosten sollten moeglichst niedrig sein. Fuer einen MSCI World ETF sind TERs von 0,10 % bis 0,25 % ueblich.
5. Meldefonds-Status: In Oesterreich ist es wichtig, dass der ETF als Meldefonds registriert ist. Nur dann werden die steuerlich relevanten Ertraege an die OeKB gemeldet, und die Depotbank kann die KESt korrekt abfuehren.
Beliebte ETFs fuer oesterreichische Sparplaene
- iShares Core MSCI World UCITS ETF (Acc) — ISIN IE00B4L5Y983, TER 0,20 %
- Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (Acc) — ISIN IE00BK5BQT80, TER 0,22 %
- Xtrackers MSCI World UCITS ETF (Acc) — ISIN IE00BJ0KDQ92, TER 0,19 %
- SPDR MSCI ACWI UCITS ETF (Acc) — ISIN IE00B44Z5B48, TER 0,12 %
Sparplan-Strategien
Die Ein-ETF-Strategie
Die einfachste und fuer die meisten Anleger ausreichende Strategie: Ein einziger breit diversifizierter Welt-ETF. Ein MSCI World oder FTSE All-World ETF investiert in ueber 1.500 bzw. 3.500 Unternehmen weltweit. Mehr Diversifikation brauchen die meisten Anleger nicht.
Core-Satellite-Strategie
Der Kern (Core) besteht aus einem breit diversifizierten Welt-ETF (70 % bis 80 % des Sparplans). Die Satelliten sind kleinere Positionen in spezielleren ETFs, zum Beispiel Schwellenlaender, Technologie oder Small Caps. Diese Strategie erlaubt es, Akzente zu setzen, ohne die Diversifikation zu gefaehrden.
Die 70/30-Strategie
Eine beliebte Variante: 70 % in einen MSCI World ETF und 30 % in einen Schwellenlaender-ETF. So gewichten Sie die Schwellenlaender staerker als im MSCI World (wo sie nicht enthalten sind). Ob diese Uebergewichtung langfristig mehr Rendite bringt, ist umstritten.
Rebalancing
Wenn Sie mehrere ETFs im Sparplan haben, verschiebt sich die Gewichtung ueber die Zeit durch unterschiedliche Kursentwicklungen. Regelmaessiges Rebalancing — also das Wiederherstellen der urspruenglichen Gewichtung — stellt sicher, dass Ihr Portfolio Ihrer Strategie treu bleibt. Am einfachsten geht das, indem Sie die Sparplanraten anpassen, statt Anteile zu verkaufen.
Steuern auf Sparplaene in Oesterreich
KESt auf ETF-Ertraege
In Oesterreich unterliegen Ertraege aus ETFs der Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5 %. Bei Meldefonds werden die ausschuettungsgleichen Ertraege jaehrlich besteuert, auch wenn der ETF thesauriert (also keine Ausschuettungen vornimmt). Die Depotbank bei einem oesterreichischen Broker (wie Flatex) fuehrt die KESt automatisch ab.
Steuerstundungseffekt bei thesaurierenden ETFs
Bei thesaurierenden Meldefonds faellt die KESt auf die ausschuettungsgleichen Ertraege an, die oft niedriger sind als die tatsaechlichen Kursgewinne. Ein Teil der Steuer wird somit in die Zukunft verschoben. Beim Verkauf wird dann die Differenz zwischen Verkaufserloes und steuerlich angepasstem Anschaffungswert besteuert.
Oesterreichischer Broker vs. auslaendischer Broker
Bei einem oesterreichischen Broker (Flatex, DADAT) wird die KESt automatisch berechnet und abgefuehrt. Sie muessen nichts in der Steuererklaerung angeben.
Bei einem auslaendischen Broker (Trade Republic, Scalable Capital) muessen Sie die Ertraege selbst in der Steuererklaerung angeben. Die Berechnung der steuerlich relevanten Ertraege bei Meldefonds ist komplex. Tools wie das Steuertool von Broker-Test.at oder spezialisierte Steuerberater koennen helfen.
Sparplan starten — Schritt fuer Schritt
1. Budget festlegen
Ueberlegen Sie, wie viel Sie monatlich investieren koennen und wollen. Ziehen Sie Ihren Notgroschen und Ihre fixen Ausgaben ab. Schon 50 oder 100 Euro pro Monat koennen langfristig einen grossen Unterschied machen.
2. Broker waehlen
Waehlen Sie einen Broker, der zu Ihren Beduerfnissen passt. Fuer die meisten oesterreichischen Anleger ist Flatex die beste Wahl wegen der automatischen Steuerabfuehrung und der grossen ETF-Auswahl.
3. Depot eroeffnen
Die Depoteroeffnung erfolgt online. Sie benoetigen einen Lichtbildausweis und durchlaufen eine Identitaetspruefung (Video-Ident oder ID Austria).
4. ETF auswaehlen
Waehlen Sie einen oder mehrere ETFs fuer Ihren Sparplan. Fuer den Einstieg reicht ein einziger breit diversifizierter Welt-ETF voellig aus.
5. Sparplan einrichten
Legen Sie den monatlichen Betrag, den ETF und das Ausfuehrungsdatum fest. Bei Flatex koennen Sie zwischen dem 1. und 15. des Monats waehlen.
6. Laufen lassen und Geduld haben
Der Sparplan laeuft nun automatisch. Das Wichtigste: Nicht nervoes werden bei Kursschwankungen. Bleiben Sie Ihrem Plan treu, auch wenn die Maerkte zwischenzeitlich fallen. Langfristig haben sich die Aktienmärkte immer erholt.
Haeufige Fehler beim Sparplan
1. Zu spaet anfangen
Jedes Jahr, das Sie frueher beginnen, macht einen enormen Unterschied dank des Zinseszinseffekts. Fangen Sie lieber heute mit 50 Euro an als naechstes Jahr mit 100 Euro.
2. Bei Kursrueckgängen aufhoeren
Der groesste Fehler: den Sparplan stoppen, wenn die Maerkte fallen. Gerade dann kaufen Sie guenstig ein. Kursrueckgänge sind fuer Sparplananleger Kaufgelegenheiten, keine Gruende zur Panik.
3. Zu komplex
Drei oder vier ETFs sind fuer die meisten Anleger voellig ausreichend. Ein einziger Welt-ETF ist sogar die einfachste und oft beste Loesung. Verkomplizieren Sie Ihre Strategie nicht.
4. Auf die Kosten nicht achten
Auch wenn die Kostenunterschiede klein erscheinen — ueber 30 Jahre summieren sich 0,5 % hoehere jaehrliche Kosten auf Tausende Euro weniger Vermoegen.
5. Keinen Notgroschen haben
Bevor Sie einen Sparplan starten, sollten Sie einen Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto haben. Andernfalls muessen Sie im Notfall Ihre ETF-Anteile moeglicherweise zu einem unguenstigen Zeitpunkt verkaufen.
Sparplan fuer Kinder und Jugendliche
Junior-Depot eroeffnen
Fuer Kinder und Jugendliche koennen Eltern oder Grosseltern ein Junior-Depot eroeffnen und einen ETF-Sparplan einrichten. Das Depot wird auf den Namen des Kindes gefuehrt, das Geld gehoert rechtlich dem Kind. Der Vorteil: Ueber einen Anlagehorizont von 18 Jahren und mehr kann sich dank Zinseszinseffekt ein beachtliches Startkapital aufbauen.
Rechenbeispiel: 100 Euro monatlich ab Geburt, 7 % Rendite: Zum 18. Geburtstag stehen rund 43.400 Euro zur Verfuegung — bei nur 21.600 Euro Einzahlungen. Das ist ein hervorragendes Startkapital fuer Studium, Ausbildung oder die erste Wohnung.
Steuerliche Aspekte beim Junior-Depot
In Oesterreich hat jedes Kind einen eigenen Steuerstatus. Kapitalertraege im Junior-Depot unterliegen der KESt von 27,5 %, die automatisch abgefuehrt wird. Es gibt keinen Kinderfreibetrag fuer Kapitalertraege wie in manchen anderen Laendern.
Sparplan als Geschenk
Ein ETF-Sparplan ist ein sinnvolles Geschenk fuer Kinder und Enkel — deutlich nachhaltiger als Spielzeug oder andere Konsumgueter. Grosseltern koennen mit einem monatlichen Dauerauftrag auf das Junior-Depot einzahlen und so zum langfristigen Vermoegensaufbau des Nachwuchses beitragen.
Psychologie des Sparplans
Automatismus als Erfolgsfaktor
Der groesste Vorteil des Sparplans ist der Automatismus: Einmal eingerichtet, laeuft er von selbst. Sie muessen keine aktiven Entscheidungen treffen, keine Kurse beobachten und keine Kauf- oder Verkaufszeitpunkte bestimmen. Dieser Automatismus schuetzt Sie vor emotionalen Fehlentscheidungen — dem groessten Renditekiller fuer Privatanleger.
Verhaltenspsychologische Fallen vermeiden
Studien zeigen, dass Privatanleger systematisch schlechte Anlageentscheidungen treffen: Sie kaufen, wenn die Kurse gestiegen sind (Gier), und verkaufen, wenn sie gefallen sind (Angst). Der Sparplan eliminiert diese Emotionen, weil er automatisch und regelmaessig investiert — unabhaengig von der Marktlage.
Die Macht der Gewohnheit
Ein Sparplan nutzt die Macht der Gewohnheit: Wenn der monatliche Betrag per Dauerauftrag abgebucht wird, gewoehnen Sie sich schnell daran und passen Ihre Ausgaben entsprechend an. Das Geld, das nie auf Ihrem Girokonto ankommt, fehlt Ihnen auch nicht.
Sparplan optimieren — fortgeschrittene Tipps
Sparrate dynamisch erhoehen
Viele Broker erlauben eine dynamische Erhoehung der Sparrate. Sie koennen beispielsweise festlegen, dass Ihre Sparrate jaehrlich um 5 % steigt. So passen Sie Ihre Sparrate automatisch an steigende Einkommen an und beschleunigen den Vermoegensaufbau.
Einmalzahlungen als Ergaenzung
Zusaetzlich zum regelmaessigen Sparplan koennen Sie Einmalzahlungen leisten — zum Beispiel wenn Sie einen Bonus, eine Steuerrueckerstattung oder ein Geldgeschenk erhalten. Diese Zusatzinvestitionen beschleunigen den Vermoegensaufbau.
Sparplan bei verschiedenen Brokern
Es kann sinnvoll sein, Sparplaene bei verschiedenen Brokern zu fuehren — zum Beispiel einen steuereinfachen Sparplan bei Flatex fuer den Hauptteil und einen ergaenzenden Sparplan bei einem guenstigeren Broker fuer speziellere ETFs. Beachten Sie aber den zusaetzlichen Aufwand bei der Steuererklärung, wenn Sie einen auslaendischen Broker nutzen.
Sparplan vs. Einmalanlage
Wann ist die Einmalanlage besser?
Statistisch gesehen ist eine Einmalanlage bei einem laengeren Anlagehorizont haeufig besser als das schrittweise Investieren ueber einen Sparplan. Der Grund: Die Maerkte steigen langfristig, und eine fruehe Einmalanlage profitiert laenger vom Wertzuwachs.
Wann ist der Sparplan besser?
Der Sparplan ist besser, wenn Sie kein grosses Kapital auf einmal zur Verfuegung haben (der Normalfall fuer die meisten Anleger), wenn Sie das psychologische Risiko eines schlechten Einstiegszeitpunkts vermeiden moechten, oder wenn Sie regelmaessig aus Ihrem Einkommen sparen moechten.
Die Kombination
In der Praxis ist eine Kombination oft ideal: Wenn Sie eine groessere Summe erhalten (Erbschaft, Bonus), investieren Sie den Grossteil als Einmalanlage und fuehren parallel Ihren regelmaessigen Sparplan weiter.
Sparplaene und die oesterreichische Steuer — Praxistipps
Das Jahressteuerreporting bei Flatex
Flatex als oesterreichischer Broker erstellt automatisch einen Jahressteuerreport und fuehrt die KESt laufend ab. Sie muessen in der Regel nichts in Ihrer Steuererklaerung angeben. Bei auslaendischen Brokern ist das anders — hier muessen Sie die Ertraege selbst deklarieren.
OeKB-Meldungen verstehen
Die ausschuettungsgleichen Ertraege Ihrer Meldefonds werden auf der OeKB-Website veroeffentlicht. Ihr oesterreichischer Broker beruecksichtigt diese automatisch. Wenn Sie die Meldungen selbst pruefen moechten, finden Sie sie auf profitweb.at unter der jeweiligen ISIN.
Verlustverrechnung im Sparplan
Wenn Sie Anteile mit Verlust verkaufen, wird der Verlust mit Gewinnen und Ertraegen innerhalb desselben Kalenderjahres und Depots verrechnet. Bei Flatex erfolgt die Verlustverrechnung automatisch im Depot. Ein Verlustvortrag in Folgejahre ist in Oesterreich nicht moeglich.
Detailrechnungen zum Sparplan
Rechenbeispiel: 100 Euro monatlich ueber 40 Jahre
Tim beginnt mit 25 Jahren, monatlich 100 Euro in einen MSCI World ETF-Sparplan einzuzahlen. Er hat einen Anlagehorizont von 40 Jahren bis zur Pension mit 65. Bei einer durchschnittlichen jaehrlichen Rendite von 7 % (nach Kosten, vor Steuern) haeuft Tim am Ende ein Vermoegen von rund 262.400 Euro an. Seine Einzahlungen betragen insgesamt nur 48.000 Euro. Der Rest — mehr als 214.000 Euro — stammt aus Kursgewinnen und reinvestierten Dividenden. Der Zinseszinseffekt hat das fuenffache des eingezahlten Kapitals erwirtschaftet.
Rechenbeispiel: Verschiedene Sparraten im Vergleich
Bei einem Anlagehorizont von 30 Jahren und 7 % Rendite:
- 50 Euro monatlich: Endvermoegen 60.900 Euro (Einzahlungen 18.000 Euro)
- 100 Euro monatlich: Endvermoegen 121.800 Euro (Einzahlungen 36.000 Euro)
- 200 Euro monatlich: Endvermoegen 243.500 Euro (Einzahlungen 72.000 Euro)
- 500 Euro monatlich: Endvermoegen 608.800 Euro (Einzahlungen 180.000 Euro)
Die Zahlen zeigen: Selbst kleine monatliche Betraege ergeben ueber lange Zeitraeume beachtliche Summen. Wer mehr investieren kann, profitiert natuerlich entsprechend staerker.
Rechenbeispiel: Der Einfluss der Kosten
Zwei Anleger, Maria und Bernd, zahlen beide 30 Jahre lang 200 Euro monatlich in einen globalen ETF ein. Die Rendite betraegt vor Kosten 8 %.
Maria: Sie waehlt einen ETF mit 0,2 % TER. Nach Kosten liegt ihre Rendite bei 7,8 %. Endvermoegen: 282.000 Euro.
Bernd: Er waehlt einen aktiv gemanagten Fonds mit 1,8 % TER. Nach Kosten liegt seine Rendite bei 6,2 %. Endvermoegen: 213.500 Euro.
Der Unterschied: 68.500 Euro zugunsten von Maria — nur wegen der niedrigeren Kosten. Das ist mehr als Marias komplette Einzahlungssumme von 72.000 Euro. Kosten sind der wichtigste Faktor, den Sie als Anleger direkt beeinflussen koennen.
Sparplan und Lebensphasen
Der Sparplan-Sprint in jungen Jahren
Junge Menschen haben oft das niedrigste Einkommen, aber den laengsten Anlagehorizont. Studien zeigen, dass die Jahre zwischen 20 und 30 die wichtigsten fuer den spaeteren Wohlstand sind — einfach wegen des Zinseszinseffekts. Selbst kleine Betraege, die frueh investiert werden, koennen spaetere hohe Einzahlungen uebertreffen.
Sparplan-Pausen sind erlaubt
Das Leben verlaeuft nicht linear. Es gibt Phasen, in denen das Geld knapp ist — etwa waehrend Elternzeit, bei Weiterbildung oder wegen unerwarteter Ausgaben. In solchen Phasen koennen Sie Ihren Sparplan reduzieren oder voruebergehend pausieren, ohne das Grundkapital anzugreifen. Wichtig ist nur, dass Sie den Sparplan danach wieder aufnehmen.
Sparplan in der Endphase
In den letzten fuenf bis zehn Jahren vor der Pension sollten Sie ueberlegen, das Risiko schrittweise zu reduzieren. Das kann durch eine Erhoehung des Anleihenanteils oder durch Umschichtung in sicherere Anlagen erfolgen. Ein ploetzlicher Kursrueckgang kurz vor der Pension kann sonst schmerzhaft sein.
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Der ETF-Sparplan ist die einfachste und kostenguenstigste Methode fuer den langfristigen Vermoegensaufbau in Oesterreich. Mit regelmaessigen Einzahlungen, niedrigen Kosten und breiter Diversifikation haben Sparplananleger langfristig die besten Karten. Flatex ist als steuereinfacher Broker fuer die meisten oesterreichischen Anleger der Broker der Wahl dank der automatischen KESt-Abfuehrung. Starten Sie so frueh wie moeglich, bleiben Sie auch in turbulenten Marktphasen diszipliniert und lassen Sie den Zinseszinseffekt fuer sich arbeiten. Ihr kuenftiges Ich wird es Ihnen danken.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Sparplan?
Ein Sparplan ermöglicht regelmäßiges Investieren eines festen Betrags in Wertpapiere wie ETFs oder Fonds. Meist wird monatlich investiert, oft schon ab 25 Euro.
Welcher Broker bietet die besten Sparpläne in Österreich?
Flatex Österreich bietet über 1.600 sparplanfähige ETFs, viele davon ohne Ordergebühren. Auch DADAT und andere österreichische Broker haben Sparplan-Angebote.
Chefredakteur finanzinfo.at
Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.