Immobilienpreise Wien 2026

Immobilienpreise Wien 2026: Durchschnittliche m²-Preise nach Bezirk, Eigentumswohnung, Haus & Miete. Preisentwicklung und Prognose im Überblick.

Aktualisiert: 05. April 2026 15 Min. Lesezeit

Preisniveau nach Bezirk

Wien zählt zu den lebenswertesten Städten der Welt und ist gleichzeitig der größte und dynamischste Immobilienmarkt Österreichs. Rund zwei Millionen Menschen leben in der Bundeshauptstadt, Tendenz weiterhin steigend. Die Kombination aus begrenztem Wohnraum, starker Nachfrage und hoher Lebensqualität macht den Wiener Immobilienmarkt zu einem der spannendsten und zugleich herausforderndsten in ganz Europa.

Dieser Ratgeber analysieren wir die aktuellen Immobilienpreise in Wien 2026 — aufgeschlüsselt nach Bezirken, Wohnungstypen und Nutzungsarten. Sie erfahren, wo Wien günstig ist, wo die Preise explodiert sind und worauf Sie beim Kauf oder bei der Miete achten sollten.

Durchschnittliche Immobilienpreise in Wien 2026

Eigentumswohnungen: Preis pro Quadratmeter nach Bezirk

Die Preise für Eigentumswohnungen in Wien unterscheiden sich je nach Bezirk erheblich. Während in der Inneren Stadt Quadratmeterpreise von über 10.000 Euro keine Seltenheit sind, finden Käufer in den Außenbezirken deutlich günstigere Angebote.

Übersicht: Durchschnittliche m²-Preise für Eigentumswohnungen (Bestand und Neubau gemischt)

BezirkNameDurchschnittspreis pro m²
1.Innere Stadt10.500 — 14.000 Euro
2.Leopoldstadt5.200 — 6.800 Euro
3.Landstraße5.800 — 7.500 Euro
4.Wieden6.200 — 8.000 Euro
5.Margareten5.400 — 6.800 Euro
6.Mariahilf5.600 — 7.200 Euro
7.Neubau6.000 — 7.800 Euro
8.Josefstadt6.200 — 8.200 Euro
9.Alsergrund5.800 — 7.600 Euro
10.Favoriten3.800 — 5.000 Euro
11.Simmering3.900 — 5.100 Euro
12.Meidling4.400 — 5.800 Euro
13.Hietzing5.800 — 7.800 Euro
14.Penzing4.600 — 6.200 Euro
15.Rudolfsheim-Fünfhaus4.200 — 5.600 Euro
16.Ottakring4.400 — 5.800 Euro
17.Hernals4.600 — 6.200 Euro
18.Währing5.600 — 7.400 Euro
19.Döbling6.200 — 8.500 Euro
20.Brigittenau4.000 — 5.200 Euro
21.Floridsdorf4.000 — 5.200 Euro
22.Donaustadt4.200 — 5.600 Euro
23.Liesing4.200 — 5.400 Euro

Diese Preise sind Richtwerte und können je nach Zustand, Ausstattung, Stockwerk und Ausrichtung der Wohnung erheblich variieren. Neubauwohnungen liegen in der Regel 20 bis 40 Prozent über den Bestandspreisen.

Einfamilienhäuser und Reihenhäuser in Wien

Häuser in Wien sind ein knappes Gut. Nur rund 10 Prozent des Wohnungsbestands sind Ein- und Zweifamilienhäuser, konzentriert in den westlichen und südlichen Außenbezirken.

Durchschnittliche Kaufpreise für Einfamilienhäuser:

LagePreisspanne
Hietzing (13.)800.000 — 2.500.000 Euro
Döbling (19.)900.000 — 3.000.000 Euro
Währing (18.)700.000 — 1.800.000 Euro
Penzing (14.)500.000 — 1.200.000 Euro
Floridsdorf (21.)400.000 — 900.000 Euro
Donaustadt (22.)450.000 — 1.100.000 Euro
Liesing (23.)400.000 — 1.000.000 Euro

Reihenhäuser liegen preislich zwischen Eigentumswohnung und Einfamilienhaus. In Stadtentwicklungsgebieten wie der Seestadt Aspern oder dem Sonnwendviertel werden Reihenhäuser ab rund 350.000 Euro angeboten, in etablierten Grünlagen kosten sie häufig über 700.000 Euro.

Mietpreise in Wien 2026

Nettomieten nach Bezirk

Der Wiener Mietmarkt ist zweigeteilt: Einerseits gibt es den streng regulierten Altbaubereich mit Richtwertmietzins, andererseits den freien Markt mit deutlich höheren Preisen.

Durchschnittliche Nettomieten pro m² (freier Mietmarkt):

BezirkskategorieNettomiete pro m²
Innenbezirke (1.—9.)13 — 18 Euro
Gürtelbezirke (10.—20.)10 — 14 Euro
Außenbezirke (21.—23.)10 — 13 Euro

Richtwertmietzins im Altbau

Für Altbauwohnungen (Baujahr vor 1945 bzw. 1953) gilt in Wien der Richtwertmietzins. Dieser wird alle zwei Jahre valorisiert und beträgt 2026 rund 6,67 Euro pro Quadratmeter netto als Basiswert. Je nach Ausstattung, Lage und Zustand kommen Zuschläge oder Abschläge hinzu.

Wichtige Faktoren beim Richtwertmietzins:

  • Lagezuschlag: Je nach Wohnlage zwischen 0 und rund 5 Euro pro m² zusätzlich
  • Ausstattungskategorie: Kategorie A (mit Bad, WC, Heizung) bis Kategorie D (Substandardwohnung)
  • Befristungsabschlag: Bei befristeten Mietverträgen beträgt der Abschlag 25 Prozent
  • Stockwerkszuschlag: Für höher gelegene Wohnungen mit Lift

Genossenschaftswohnungen

Eine günstige Alternative sind Genossenschaftswohnungen. Der Finanzierungsbeitrag (auch Eigenmittelanteil oder Genossenschaftsanteil genannt) liegt je nach Größe und Lage zwischen 15.000 und 80.000 Euro. Die monatlichen Kosten sind dann deutlich niedriger als am freien Markt — typischerweise zwischen 7 und 10 Euro pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten.

Bekannte Wiener Wohnbaugenossenschaften sind unter anderem die BUWOG, Sozialbau, WBV-GPA, Familienwohnbau und die Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgesellschaft.

Preisentwicklung der letzten 5 Jahre (2021—2026)

Der Immobilienboom 2021/2022

Die Jahre 2021 und 2022 waren von einem beispiellosen Immobilienboom in Wien geprägt. Niedrige Zinsen (Leitzins bei 0 Prozent), hohe Inflation und die Flucht in Sachwerte trieben die Preise in die Höhe. In manchen Bezirken stiegen die Preise innerhalb eines Jahres um 10 bis 15 Prozent.

Die Korrekturphase 2023/2024

Die Zinswende der EZB ab Mitte 2022 und die Einführung der KIM-Verordnung (Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung, gültig August 2022 bis Juni 2025) bremsten den Markt spürbar:

  • Kreditvergabe wurde restriktiver (mindestens 20 Prozent Eigenkapital, maximale Kreditrate 40 Prozent des Nettoeinkommens, maximale Laufzeit 35 Jahre)
  • Finanzierungskosten stiegen drastisch
  • Die Nachfrage ging zurück, besonders im mittleren Preissegment
  • Preise stagnierten oder gingen leicht zurück (minus 3 bis 7 Prozent)

Stabilisierung 2025/2026

Seit Ende 2024 und im Lauf des Jahres 2025 hat sich der Markt stabilisiert. Die EZB hat den Leitzins mehrfach gesenkt, was die Finanzierungskosten reduzierte. Die KIM-Verordnung lief im Juni 2025 aus, und die aufgestaute Nachfrage kommt schrittweise zurück.

Preisentwicklung im Überblick:

JahrPreisveränderung (Eigentumswohnungen Wien)
2021plus 8 bis 12 Prozent
2022plus 6 bis 10 Prozent
2023minus 2 bis 5 Prozent
2024minus 1 bis 3 Prozent
2025plus 1 bis 3 Prozent
2026 (Prognose)plus 2 bis 4 Prozent

Prognose: Wohin entwickeln sich die Preise?

Faktoren, die für steigende Preise sprechen

  1. Bevölkerungswachstum: Wien wächst jährlich um rund 15.000 bis 20.000 Einwohner. Bis 2030 werden über 2,1 Millionen Menschen in Wien leben.
  2. Begrenzte Fläche: Wien kann sich nicht unbegrenzt ausdehnen. Selbst in Stadtentwicklungsgebieten wie der Seestadt Aspern oder dem Nordbahnviertel ist das Potenzial begrenzt.
  3. Sinkende Zinsen: Die EZB hat den Leitzins 2025 und Anfang 2026 weiter gesenkt, was Immobilienfinanzierungen wieder günstiger macht.
  4. Inflation: Immobilien gelten als Inflationsschutz. Bei anhaltender Inflation bleiben sie als Anlageform attraktiv.
  5. Hohe Baukosten: Die gestiegenen Material- und Arbeitskosten machen Neubauten teurer, was auch die Bestandspreise stützt.

Faktoren, die bremsend wirken

  1. Kreditvergabestandards: Obwohl die KIM-Verordnung im Juni 2025 ausgelaufen ist, halten sich die meisten Banken weiterhin an ähnliche Vergabestandards (20 Prozent Eigenkapital, 40 Prozent Schuldendienstquote), was weiterhin eine Hürde für viele Käufer darstellt, besonders Jungfamilien und Erstbezieher.
  2. Leistbarkeit: Die Preise sind für Durchschnittsverdiener in vielen Bezirken kaum noch erschwinglich.
  3. Neubauangebot: Trotz temporärer Rückgänge bei Baugenehmigungen wird mittelfristig neues Angebot auf den Markt kommen.
  4. Demografischer Wandel: Langfristig könnte die Alterung der Gesellschaft zu einem Überangebot in manchen Segmenten führen.

Prognose nach Segmenten

  • Premium-Lagen (1., 4., 8., 13., 19.): Stabil bis leicht steigend (plus 2 bis 5 Prozent pro Jahr)
  • Mittelklasse-Bezirke (3., 5., 6., 7., 12., 17., 18.): Moderate Anstiege (plus 1 bis 3 Prozent pro Jahr)
  • Aufstrebende Bezirke (2., 10., 22.): Potenzial für stärkere Wertsteigerung durch Stadtentwicklung
  • Randlagen (11., 21., 23.): Seitwärtsbewegung bis leichte Anstiege

Wien im Vergleich mit anderen Städten

Vergleich mit österreichischen Landeshauptstädten

StadtDurchschnittlicher m²-Preis (Eigentumswohnung)
Wien5.200 — 5.600 Euro
Salzburg5.500 — 6.200 Euro
Innsbruck5.800 — 6.500 Euro
Graz3.800 — 4.500 Euro
Linz3.600 — 4.200 Euro
Klagenfurt3.000 — 3.800 Euro
Bregenz5.000 — 5.800 Euro
St. Pölten2.800 — 3.500 Euro
Eisenstadt2.500 — 3.200 Euro

Interessanterweise ist Wien im Vergleich zu Salzburg und Innsbruck sogar relativ günstig — ein Phänomen, das sich durch das hohe Angebot an Genossenschafts- und Gemeindewohnungen erklären lässt.

Vergleich mit internationalen Großstädten

Im internationalen Vergleich ist Wien nach wie vor deutlich günstiger als andere europäische Metropolen:

StadtDurchschnittlicher m²-Preis
München8.500 — 12.000 Euro
Zürich12.000 — 18.000 Euro
Paris9.000 — 14.000 Euro
Amsterdam7.000 — 10.000 Euro
Wien5.200 — 5.600 Euro
Prag4.500 — 6.000 Euro
Budapest3.000 — 4.500 Euro

Wien bietet also im Verhältnis zur gebotenen Lebensqualität (Rang 1 im Mercer-Ranking) ein vergleichsweise gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf in Wien

Beim Immobilienkauf in Wien fallen neben dem eigentlichen Kaufpreis erhebliche Nebenkosten an, die bei der Budgetplanung unbedingt berücksichtigt werden müssen:

KostenartProzent vom Kaufpreis
Grunderwerbsteuer3,5 Prozent
Grundbucheintragung1,1 Prozent
Maklerprovisionbis zu 3 Prozent (plus 20 Prozent USt)
Vertragserrichtung (Notar/Anwalt)1 bis 2 Prozent
Beglaubigungskostenca. 0,2 bis 0,5 Prozent
Gesamtca. 10 bis 12 Prozent

Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro kommen also rund 30.000 bis 36.000 Euro an Nebenkosten hinzu. Diese müssen in der Regel aus Eigenkapital finanziert werden, da Banken Kaufnebenkosten typischerweise nicht mitfinanzieren.

Sonderfall: Immobilienertragssteuer (ImmoESt)

Wenn Sie eine Immobilie in Wien verkaufen, fällt die Immobilienertragssteuer (ImmoESt) von 30 Prozent auf den Veräußerungsgewinn an. Ausnahmen bestehen bei der Hauptwohnsitzbefreiung und der Herstellerbefreiung.

Tipps für Immobilienkäufer in Wien 2026

1. Budget realistisch kalkulieren

Berücksichtigen Sie nicht nur den Kaufpreis, sondern auch Nebenkosten (10 bis 12 Prozent), Renovierungskosten und laufende Kosten (Betriebskosten, Rücklage, eventuelle Kreditrate). Ein gängiger Richtwert: Die monatliche Kreditrate sollte maximal 30 bis 35 Prozent des Nettoeinkommens betragen.

2. Eigenkapital aufbauen

Die bis Juni 2025 gültige KIM-Verordnung verlangte mindestens 20 Prozent Eigenkapital; die meisten Banken halten sich auch nach dem Auslaufen weiterhin daran. Dazu kommen die Kaufnebenkosten. Bei einer 300.000-Euro-Wohnung brauchen Sie also mindestens 60.000 Euro Eigenkapital plus rund 33.000 Euro für Nebenkosten — zusammen etwa 93.000 Euro.

3. Lage vor Ausstattung

Die Lage ist der wichtigste Faktor für die Wertentwicklung. Lieber eine einfache Wohnung in einem aufstrebenden Bezirk als eine luxuriös ausgestattete Wohnung in einer stagnierenden Lage. Achten Sie auf Infrastruktur, U-Bahn-Nähe, Nahversorgung und Grünflächen.

4. Aufstrebende Bezirke beobachten

Bezirke mit aktiver Stadtentwicklung bieten oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis:

  • 2. Bezirk (Leopoldstadt): Nordbahnviertel, Prater-Nähe
  • 10. Bezirk (Favoriten): Sonnwendviertel, Hauptbahnhof-Umfeld
  • 22. Bezirk (Donaustadt): Seestadt Aspern, U2-Verlängerung
  • 3. Bezirk (Landstraße): Eurogate, Arsenal-Areal

5. Finanzierung vergleichen

Holen Sie mindestens drei Finanzierungsangebote ein. Die Konditionen variieren zwischen den Banken erheblich. Ein unabhängiger Finanzierungsberater oder ein Online-Kreditvergleich kann helfen, die beste Lösung zu finden.

6. Betriebskosten und Rücklagen prüfen

Vor dem Kauf einer Eigentumswohnung sollten Sie die Betriebskostenabrechnung der letzten drei Jahre einsehen. Achten Sie besonders auf die Höhe der Instandhaltungsrücklage — ist sie zu niedrig, drohen Sonderzahlungen für Sanierungen.

7. Rechtliche Prüfung nicht vergessen

Lassen Sie den Kaufvertrag von einem unabhängigen Rechtsanwalt prüfen. Kontrollieren Sie den Grundbuchauszug auf Belastungen, Dienstbarkeiten und Pfandrechte. Prüfen Sie auch den Wohnungseigentumsvertrag und die Nutzwertgutachten.

8. Energiekennzahl beachten

Der Energieausweis gibt Auskunft über die Energieeffizienz der Immobilie. In Zeiten steigender Energiekosten und CO2-Bepreisung wird die Energiekennzahl immer wichtiger. Schlecht gedämmte Wohnungen können langfristig teuer werden — sowohl bei den laufenden Kosten als auch beim Wiederverkaufswert.

Stadtentwicklungsgebiete: Wo Wien in Zukunft wächst

Seestadt Aspern (22. Bezirk)

Die Seestadt Aspern ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas. Auf einer Fläche von 240 Hektar entsteht ein neuer Stadtteil für rund 25.000 Bewohner und 20.000 Arbeitsplätze. Die U2 verbindet die Seestadt direkt mit dem Stadtzentrum. Die Immobilienpreise sind hier noch vergleichsweise moderat, dürften aber mit fortschreitender Entwicklung anziehen.

Nordbahnviertel und Nordwestbahnhof (2. und 20. Bezirk)

Auf den ehemaligen Bahnarealen im Norden Wiens entstehen tausende neue Wohnungen. Das Nordbahnviertel ist bereits weitgehend fertiggestellt, der Nordwestbahnhof befindet sich noch in der Entwicklung. Die zentrale Lage und gute Anbindung machen diese Gebiete besonders attraktiv.

Rothneusiedl und Oberlaa (10. Bezirk)

Im Süden Wiens plant die Stadt ein neues Stadtentwicklungsgebiet in Rothneusiedl. Zusammen mit der bereits etablierten Thermenregion Oberlaa bietet der 10. Bezirk erhebliches Entwicklungspotenzial.

Berresgasse (22. Bezirk)

Ein weiteres großes Stadterweiterungsgebiet im 22. Bezirk. Hier sollen mittelfristig Wohnungen für mehrere tausend Menschen entstehen. Die Anbindung wird durch die geplante Verlängerung der S-Bahn verbessert.

Der Wiener Gemeindebau: Ein Sonderfall

Wien hat mit rund 220.000 Gemeindewohnungen den größten kommunalen Wohnungsbestand Europas. Rund 500.000 Wienerinnen und Wiener leben in Gemeindebauten. Der Zugang erfolgt über den Wiener Wohnticket — Voraussetzung ist ein Hauptwohnsitz in Wien seit mindestens zwei Jahren und die Unterschreitung bestimmter Einkommensgrenzen.

Die Mieten im Gemeindebau sind sozial gestaffelt und liegen deutlich unter dem Marktniveau — typischerweise zwischen 4 und 8 Euro pro Quadratmeter brutto (inklusive Betriebskosten).

Immobilien als Kapitalanlage in Wien

Renditen für Vorsorgewohnungen

Die Bruttorendite für Vorsorgewohnungen in Wien liegt 2026 bei rund 2,5 bis 4 Prozent, je nach Lage und Kaufpreis. Die Nettorendite nach Abzug aller Kosten (Instandhaltung, Verwaltung, Leerstand, Steuern) beträgt typischerweise 1,5 bis 2,5 Prozent.

Mieteinnahmen und Steuer

Mieteinnahmen unterliegen der Einkommensteuer und müssen in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Demgegenüber können Abschreibungen (AfA von 1,5 Prozent jährlich auf das Gebäude), Finanzierungskosten, Instandhaltung und Verwaltungskosten steuerlich geltend gemacht werden.

Vorteile der Immobilie als Anlage

  • Inflationsschutz durch wertgesicherte Mietverträge
  • Langfristige Wertsteigerung in guten Lagen
  • Regelmäßige Mieteinnahmen
  • Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten (AfA, Werbungskosten)
  • Niedrige Korrelation mit Aktienmärkten

Risiken der Immobilienanlage

  • Klumpenrisiko (hohe Kapitalbindung in einem Objekt)
  • Illiquidität (Verkauf dauert Wochen bis Monate)
  • Mieterrisiken (Leerstand, Mietausfälle)
  • Regulatorische Risiken (Mietpreisbremse, Leerstandsabgabe)
  • Instandhaltungs- und Sanierungskosten

Sanierung und Energieeffizienz: Der neue Preisfaktor

Bedeutung der Energieeffizienz für die Immobilienbewertung

Die Energieeffizienz wird 2026 zu einem immer wichtigeren Faktor bei der Immobilienbewertung in Wien. Durch die steigende CO2-Bepreisung und die verschärften EU-Gebäuderichtlinien (EU Building Performance Directive) gewinnen energieeffiziente Immobilien deutlich an Wert, während schlecht gedämmte Objekte mit Abschlägen rechnen müssen.

Wohnungen mit Energieausweis-Klasse A oder B erzielen in Wien typischerweise 5 bis 15 Prozent höhere Preise als vergleichbare Objekte der Klasse D oder E. Besonders betroffen sind Altbauwohnungen mit Einscheibenverglasung, fehlender Fassadendämmung und veralteten Heizsystemen.

Förderungen für die Sanierung

Die Stadt Wien und der Bund bieten umfangreiche Förderungen für thermische Sanierungen an. Dazu gehören der Sanierungsbonus des Bundes (bis zu 42.000 Euro für umfassende Sanierungen), die Wiener Wohnbauförderung für Sanierungen und der Heizkesseltauschbonus für den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme. Für Käufer sanierungsbedürftiger Immobilien können diese Förderungen den Preisabschlag teilweise kompensieren.

Leerstandsabgabe und ihre Auswirkung

Wien hat 2024 eine Leerstandsabgabe eingeführt. Eigentümer, die Wohnungen ohne triftigen Grund länger als sechs Monate leer stehen lassen, müssen eine Abgabe entrichten. Diese Maßnahme soll spekulativen Leerstand reduzieren und mehr Wohnraum auf den Markt bringen. Für den Immobilienmarkt bedeutet das: Das Halten von leerstehenden Wohnungen als reine Kapitalanlage ohne Vermietung wird teurer.

Der Wiener Immobilienmarkt befindet sich 2026 in einer Phase der Stabilisierung nach der Korrektur 2023/2024. Die Preise haben sich auf hohem Niveau eingependelt, und die verbesserten Finanzierungsbedingungen durch sinkende Zinsen bringen wieder mehr Dynamik in den Markt.

Für Käufer gilt: Wien bleibt ein attraktiver Immobilienstandort mit langfristigem Wertsteigerungspotenzial. Allerdings erfordert der Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Hauses eine solide Finanzplanung — mindestens 20 Prozent Eigenkapital plus Kaufnebenkosten sind ein Muss. Wer klug agiert, aufstrebende Bezirke im Blick hat und die Gesamtkosten realistisch kalkuliert, kann auch 2026 erfolgreich in Wiener Immobilien investieren.

Für Mieter bietet Wien mit seinem System aus Gemeindebau, Genossenschaftswohnungen und reguliertem Altbau nach wie vor vergleichsweise leistbare Optionen — auch wenn der freie Mietmarkt spürbar teurer geworden ist. Die Nachfrage nach leistbarem Wohnraum bleibt hoch, und die Stadt Wien investiert weiterhin in den geförderten Wohnbau.

Weiterführende Artikel

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet ein Quadratmeter Wohnung in Wien 2026?

Der durchschnittliche m²-Preis für eine Eigentumswohnung in Wien liegt 2026 bei rund 5.200 bis 5.600 Euro. Je nach Bezirk variieren die Preise stark -- von etwa 3.800 Euro im 10. Bezirk bis über 10.000 Euro im 1. Bezirk (Innere Stadt).

In welchem Wiener Bezirk sind Immobilien am günstigsten?

Die günstigsten Bezirke für Immobilienkäufer sind Favoriten (10. Bezirk), Simmering (11. Bezirk) und Floridsdorf (21. Bezirk) mit Durchschnittspreisen zwischen 3.800 und 4.200 Euro pro Quadratmeter für Eigentumswohnungen.

Werden die Immobilienpreise in Wien 2026 weiter steigen?

Experten rechnen 2026 mit einer moderaten Preisentwicklung in Wien. Nach der Korrekturphase 2023/2024 stabilisieren sich die Preise auf hohem Niveau. In Top-Lagen wird ein leichter Anstieg von 2 bis 4 Prozent erwartet, in Randlagen eher Seitwärtsbewegung.

Was kostet die Miete in Wien pro Quadratmeter?

Die durchschnittliche Nettomiete in Wien liegt 2026 bei rund 11 bis 14 Euro pro Quadratmeter im Neubau. Altbauwohnungen im Richtwertmietzins kosten deutlich weniger, ab etwa 6 bis 8 Euro pro Quadratmeter netto.

Wie haben sich die Immobilienpreise in Wien in den letzten 5 Jahren entwickelt?

Zwischen 2021 und 2026 sind die Immobilienpreise in Wien insgesamt um etwa 10 bis 15 Prozent gestiegen, wobei es 2023 und 2024 eine leichte Korrektur gab. 2021 und 2022 verzeichneten die stärksten Anstiege von jeweils 8 bis 12 Prozent.

Lohnt sich der Immobilienkauf in Wien noch?

Wien bleibt als Immobilienstandort attraktiv -- hohe Lebensqualität, steigende Bevölkerung und begrenztes Angebot stützen die Preise langfristig. Käufer sollten jedoch auf die Lage achten und die Gesamtkosten inklusive Nebenkosten und Eigenkapitalanforderungen der Banken (angelehnt an die bis Juni 2025 gültige KIM-Verordnung) berücksichtigen.

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Wien?

Die Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf in Wien betragen insgesamt rund 10 bis 12 Prozent des Kaufpreises. Dazu zählen 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer, 1,1 Prozent Grundbucheintragung, bis zu 3 Prozent Maklerprovision und Vertragserrichtungskosten.

Rf
Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.