E-Mobilitätsbonus Österreich 2026

E-Mobilitätsbonus 2026: Förderung für E-Autos (Private und Betriebe), Wallbox-Förderung, Voraussetzungen, Antrag und förderfähige Modelle.

Aktualisiert: 05. April 2026 18 Min. Lesezeit

Förderhöhen und Voraussetzungen

Die Elektromobilität ist ein zentraler Baustein der österreichischen Klimapolitik. Um den Umstieg von fossilen Verbrennern auf Elektrofahrzeuge zu beschleunigen, bietet Österreich 2026 weiterhin attraktive Förderungen an. Der E-Mobilitätsbonus unterstützt Privatpersonen und Unternehmen beim Kauf von E-Autos, E-Motorrädern und Ladeinfrastruktur.

Der E-Mobilitätsbonus 2026 im Überblick

Was wird gefördert?

Der E-Mobilitätsbonus 2026 fördert:

  1. Rein batterieelektrische PKW (BEV) — vollelektrische Autos
  2. Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV) — Wasserstoff-Autos
  3. E-Motorräder und E-Mopeds — elektrisch betriebene Zweiräder
  4. E-Transporträder — Lastenräder mit Elektromotor
  5. Private Ladeinfrastruktur — Wallboxen und Ladekabel
  6. Öffentliche Ladeinfrastruktur — für Unternehmen und Gemeinden
  7. E-Leichtfahrzeuge — L-Klasse Fahrzeuge

Nicht gefördert werden

  • Plug-in-Hybride (PHEV) — seit 2024 von der Förderung ausgeschlossen
  • E-Autos mit einem Brutto-Listenpreis über 60.000 Euro
  • Gebrauchtfahrzeuge
  • E-Bikes und Pedelecs (unter 25 km/h)
  • Range Extender

Förderhöhen für Privatpersonen

E-Auto (BEV/FCEV)

Die Gesamtförderung setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

FörderpartBetrag (ca.)
Bundesförderung (KPC/BMK)bis zu 3.000 Euro
E-Mobilitätsbonus der Importeurebis zu 2.000 Euro
Gesamtförderungbis zu 5.000 Euro

Voraussetzungen:

  • Brutto-Listenpreis des Basismodells maximal 60.000 Euro
  • Rein batterieelektrischer oder Brennstoffzellenantrieb
  • Strom aus 100 % erneuerbaren Energiequellen
  • Zulassung in Österreich
  • Haltedauer mindestens 4 Jahre (bei vorzeitigem Verkauf anteilige Rückforderung)

E-Motorräder und E-Mopeds

FahrzeugklasseFörderung (ca.)
E-Motorrad (Klasse L3e)bis zu 1.900 Euro
E-Moped (Klasse L1e/L2e)bis zu 800 Euro
E-Leichtfahrzeug (Klasse L5e/L6e/L7e)bis zu 1.500 Euro

E-Transporträder

  • E-Transportrad (Privatpersonen): bis zu 1.000 Euro
  • E-Transportrad (Betriebe): bis zu 1.000 Euro

Ladeinfrastruktur (Privat)

LadeinfrastrukturFörderung (ca.)
Intelligentes Ladekabelbis zu 600 Euro
Wallbox (einspurig, privat)bis zu 600 Euro
Wallbox (intelligent, kommunikationsfähig)bis zu 900 Euro
Gemeinschaftsanlage Mehrparteienhaus (pro Ladepunkt)bis zu 1.800 Euro
Ladeinfrastruktur Mehrparteienhaus (Basisinstallation)bis zu 2.000 Euro

Förderhöhen für Unternehmen und Betriebe

E-Auto für Betriebe

Unternehmen, Vereine und konfessionelle Einrichtungen erhalten ähnliche Förderhöhen wie Privatpersonen. Zusätzlich profitieren Betriebe von erheblichen steuerlichen Vorteilen:

Steuerliche Vorteile für E-Firmenwagen:

  • Kein Sachbezug: E-Dienstwagen, die auch privat genutzt werden, lösen keinen Sachbezug aus (Ersparnis: bis zu 960 Euro Lohnsteuer pro Monat)
  • Vorsteuerabzug: Voller Vorsteuerabzug für E-Autos bis 40.000 Euro Netto-Anschaffungskosten. Zwischen 40.000 und 80.000 Euro anteiliger Vorsteuerabzug
  • Keine NoVA: Für E-Autos fällt keine Normverbrauchsabgabe an (Ersparnis: je nach Modell mehrere tausend Euro)
  • Keine motorbezogene Versicherungssteuer: E-Autos sind von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit
  • Investitionsfreibetrag: 15 % IFB für E-Fahrzeuge (Öko-Zuschlag)

E-Nutzfahrzeuge und E-Busse

Für gewerbliche E-Nutzfahrzeuge gibt es eigene Förderprogramme:

  • E-Nutzfahrzeuge (leicht, bis 3,5 t): bis zu 8.000 Euro
  • E-Nutzfahrzeuge (schwer, über 3,5 t): höhere Förderung, abhängig vom Fahrzeuggewicht
  • E-Busse: Eigenes Förderprogramm über die KPC

Ladeinfrastruktur für Betriebe

Ladeinfrastruktur (Betriebe)Förderung (ca.)
Wallbox/Standsäule (bis 22 kW, pro Ladepunkt)bis zu 900 Euro
Schnellladestation (ab 50 kW, öffentlich zugänglich)bis zu 15.000 Euro
Schnellladestation (ab 150 kW, öffentlich zugänglich)bis zu 30.000 Euro

Der Antragsprozess

Schritt 1: Registrierung

Vor dem Kauf des Fahrzeugs registrieren Sie sich auf der Website der Kommunalkredit Public Consulting (KPC): www.umweltfoerderung.at. Die Registrierung sichert Ihnen die Fördermittel.

Schritt 2: Fahrzeugkauf

Nach der Registrierung haben Sie in der Regel 36 Wochen Zeit, das Fahrzeug zu kaufen und zuzulassen.

Schritt 3: Unterlagen einreichen

Nach dem Kauf reichen Sie folgende Unterlagen online ein:

  • Kaufvertrag oder Leasingvertrag
  • Rechnung (mit ausgewiesener MwSt.)
  • Zulassungsschein (Typenschein Teil 1 und 2)
  • Nachweis über Ökostrom-Bezug (Stromliefervertrag oder Photovoltaik-Bestätigung)
  • Bankverbindung

Schritt 4: Auszahlung

Nach Prüfung der Unterlagen durch die KPC erfolgt die Auszahlung der Förderung per Überweisung. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 4 bis 8 Wochen.

Ökostrom-Nachweis

Warum Ökostrom?

Eine zentrale Voraussetzung für den E-Mobilitätsbonus ist der Nachweis, dass das Elektrofahrzeug mit Strom aus 100 % erneuerbaren Energiequellen betrieben wird. Dies unterstreicht den Klimaschutzzweck der Förderung.

Wie weise ich Ökostrom nach?

  • Ökostromvertrag: Die meisten Energieversorger bieten Tarife mit 100 % erneuerbarer Energie an (Zertifikat des Versorgers)
  • Eigene Photovoltaikanlage: Nachweis über die installierte PV-Anlage
  • Kommunale Ladeinfrastruktur: Wenn der Ladeinfrastruktur-Betreiber Ökostrom bezieht

Beliebte förderfähige E-Auto-Modelle 2026

Die folgenden Modelle liegen unter der 60.000-Euro-Grenze und sind daher förderfähig (Auswahl, Preise können variieren):

Kompaktklasse:

  • VW ID.3 (ab ca. 37.000 Euro)
  • Cupra Born (ab ca. 38.000 Euro)
  • MG4 (ab ca. 29.000 Euro)
  • BYD Dolphin (ab ca. 30.000 Euro)

SUV/Crossover:

  • VW ID.4 (ab ca. 42.000 Euro)
  • Skoda Enyaq iV (ab ca. 44.000 Euro)
  • Hyundai Ioniq 5 (ab ca. 45.000 Euro)
  • Kia EV6 (ab ca. 47.000 Euro)
  • Tesla Model Y (ab ca. 45.000 Euro)

Kleinwagen:

  • Fiat 500e (ab ca. 30.000 Euro)
  • Renault Zoe/Renault 5 E-Tech (ab ca. 28.000 Euro)
  • Dacia Spring (ab ca. 23.000 Euro)
  • Smart fortwo EQ (ab ca. 25.000 Euro)

Limousine:

  • Tesla Model 3 (ab ca. 42.000 Euro)
  • BYD Seal (ab ca. 42.000 Euro)
  • Peugeot e-308 (ab ca. 38.000 Euro)

Ladeinfrastruktur — Wallbox richtig wählen

Arten von Ladeeinrichtungen

Schuko-Steckdose (Haushaltssteckdose):

  • Ladeleistung: ca. 2,3 kW
  • Ladezeit für 50 kWh Batterie: ca. 22 Stunden
  • Nicht für regelmäßiges Laden empfohlen (Überhitzungsgefahr)

Wallbox (Wandladestation):

  • Ladeleistung: 3,7 bis 22 kW
  • Ladezeit für 50 kWh Batterie: 2,5 bis 14 Stunden
  • Standard-Empfehlung für Zuhause
  • Intelligente Wallboxen mit PV-Überschussladung verfügbar

Mobile Ladestation:

  • Flexibel einsetzbar (an verschiedenen Steckdosen)
  • Ladeleistung: 2,3 bis 11 kW (je nach Anschluss)
  • Ideal für Unterwegs und als Backup

Installation der Wallbox

Die Installation muss von einem zertifizierten Elektriker durchgeführt werden. Bei Mehrparteienhäusern gibt es seit dem Wohnungseigentumsgesetz 2022 ein vereinfachtes Verfahren für die Installation einer Wallbox. Die Zustimmung der anderen Eigentümer ist nur noch in Ausnahmefällen notwendig.

Kombinationsmöglichkeiten

Bundes- und Landesförderungen

In einigen Bundesländern gibt es zusätzliche Förderungen, die mit dem E-Mobilitätsbonus kombiniert werden können:

  • Niederösterreich: Zusätzliche Landesförderung für E-Autos
  • Steiermark: E-Mobilitätspaket des Landes
  • Vorarlberg: Klimaaktiv-Bonus für E-Fahrzeuge
  • Kärnten: E-Mobilitätsförderung des Landes

Kombination mit Photovoltaik

Die Kombination eines E-Autos mit einer Photovoltaikanlage und einer intelligenten Wallbox ist besonders attraktiv:

  1. Photovoltaik-Förderung für die PV-Anlage (Investitionsförderung)
  2. E-Mobilitätsbonus für das E-Auto
  3. Wallbox-Förderung für die Ladestation
  4. Kostenloser Solarstrom für das Fahrzeug (nach Amortisation der PV-Anlage)

Die Gesamtförderung kann so über 10.000 Euro betragen, und die laufenden Energiekosten sinken drastisch.

Gesamtkostenvergleich: E-Auto vs. Verbrenner

Total Cost of Ownership (TCO)

Ein E-Auto ist in der Anschaffung oft teurer als ein vergleichbarer Verbrenner, hat aber deutlich niedrigere laufende Kosten:

KostenfaktorE-AutoVerbrenner
Anschaffung (nach Förderung)ca. 32.000 Euroca. 28.000 Euro
Energiekosten/Jahr (15.000 km)ca. 600 Euro (Strom)ca. 2.100 Euro (Benzin)
Versicherungssteuer/Jahr0 Euroca. 600 Euro
Service/Wartung/Jahrca. 250 Euroca. 600 Euro
NoVA0 Euroca. 1.000 Euro
Gesamtkosten 5 Jahreca. 36.250 Euroca. 49.500 Euro

Über einen Zeitraum von fünf Jahren ist das E-Auto trotz höherer Anschaffungskosten deutlich günstiger als ein vergleichbarer Verbrenner.

E-Mobilität und Versicherung

Kfz-Versicherung für E-Autos

E-Autos werden von den meisten Versicherungsgesellschaften gleich oder günstiger als vergleichbare Verbrenner versichert. Einige Versicherungen bieten spezielle E-Auto-Tarife mit Rabatten an:

  • Haftpflichtversicherung: Pflicht für alle Fahrzeuge, keine Unterschiede zum Verbrenner
  • Kaskoversicherung: Empfehlenswert aufgrund der hohen Anschaffungskosten. Achten Sie auf eine Akku-Deckung, da die Batterie das teuerste Bauteil ist
  • Motorbezogene Versicherungssteuer: Entfällt für reine E-Autos komplett — eine Ersparnis von mehreren hundert Euro pro Jahr

Batterie-Versicherung

Einige Versicherer bieten eine spezielle Batterie-Versicherung an, die den Wertverlust und mögliche Defekte der Hochvoltbatterie abdeckt. Diese ist besonders bei gebrauchten E-Autos sinnvoll, deren Batteriegarantie möglicherweise ausgelaufen ist.

E-Auto laden — Kosten und Infrastruktur

Ladekosten zu Hause

Das Laden zu Hause ist die günstigste Option:

  • Haushaltsstrom (Standardtarif): ca. 25-30 Cent pro kWh
  • Ökostromtarif: ca. 22-28 Cent pro kWh
  • Eigene PV-Anlage: ca. 5-10 Cent pro kWh (nach Amortisation)

Bei einem Verbrauch von ca. 18 kWh/100 km und 15.000 km Jahresfahrleistung ergeben sich Stromkosten von ca. 405-810 Euro pro Jahr — deutlich weniger als die Benzin- oder Dieselkosten eines vergleichbaren Verbrenners.

Öffentliche Ladeinfrastruktur

Die öffentliche Ladeinfrastruktur in Österreich wächst kontinuierlich:

  • Normalladestationen (bis 22 kW): Ca. 15.000 Ladepunkte in Österreich
  • Schnellladestationen (ab 50 kW): Ca. 3.000 Ladepunkte
  • HPC (High Power Charger, ab 150 kW): Ca. 800 Ladepunkte, Tendenz stark steigend

Kosten an öffentlichen Ladestationen:

  • AC-Laden (11-22 kW): ca. 35-45 Cent pro kWh
  • DC-Schnellladen (50 kW): ca. 45-55 Cent pro kWh
  • HPC-Laden (ab 150 kW): ca. 50-65 Cent pro kWh

Lade-Apps und -Karten

Für das öffentliche Laden benötigen Sie eine Ladekarte oder App. Die wichtigsten Anbieter in Österreich:

  • Smatrics EnBW: Größtes Schnellladenetz in Österreich
  • Wien Energie Tanke: Dichtes Netz in Wien und NÖ
  • IONITY: HPC-Netz entlang der Autobahnen (europaweit)
  • Tesla Supercharger: Inzwischen auch für Nicht-Tesla-Fahrzeuge geöffnet
  • ÖAMTC eCharge: Ladekarte des ÖAMTC mit gutem Roaming-Netzwerk

Steuerliche Vorteile für Unternehmen im Detail

Sachbezug bei E-Firmenwagen

Ein privat genutzter Firmenwagen löst normalerweise einen Sachbezug aus (1,5 oder 2 % der Anschaffungskosten pro Monat, je nach CO2-Ausstoß). Bei E-Autos entfällt dieser Sachbezug vollständig. Die Ersparnis für den Arbeitnehmer kann bei einem Auto im Wert von 40.000 Euro bis zu 960 Euro pro Monat an Lohnsteuer und Sozialversicherung betragen.

Vorsteuerabzug

Für E-Autos besteht ein Vorsteuerabzug:

  • Anschaffungskosten bis 40.000 Euro netto: voller Vorsteuerabzug (8.000 Euro)
  • Zwischen 40.000 und 80.000 Euro: anteiliger Vorsteuerabzug
  • Über 80.000 Euro: kein Vorsteuerabzug (Luxustangente)

Für Verbrenner ist kein Vorsteuerabzug bei PKW möglich — ein erheblicher steuerlicher Vorteil für E-Autos.

Tipps zum E-Auto-Kauf

Tipp 1: Budget inklusive Förderung planen

Rechnen Sie die Förderung in Ihr Budget ein. Ein Auto, das auf den ersten Blick zu teuer erscheint, kann nach Abzug der Förderung und unter Berücksichtigung der niedrigeren laufenden Kosten die wirtschaftlichere Wahl sein.

Tipp 2: Reichweite realistisch einschätzen

Die meisten Pendler fahren weniger als 50 Kilometer pro Tag. Selbst E-Autos mit “nur” 300 Kilometer Reichweite reichen für den Alltag problemlos. Für gelegentliche Langstrecken gibt es ein immer dichteres Schnellladenetz.

Tipp 3: Probefahrt machen

Bevor Sie sich entscheiden, machen Sie Probefahrten mit verschiedenen Modellen. Das Fahrerlebnis eines E-Autos (sofortiges Drehmoment, leise, smooth) ist fundamental anders als bei einem Verbrenner.

Tipp 4: Ladeinfrastruktur vorab klären

Klären Sie vor dem Kauf, wo und wie Sie zu Hause laden können. In Mehrparteienhäusern kann die Installation einer Wallbox etwas mehr Planung erfordern.

Häufige Bedenken und Mythen zum E-Auto

Mythos 1: E-Autos haben zu wenig Reichweite

Die meisten aktuellen E-Autos bieten Reichweiten von 300-500 km. Im Alltag fahren die meisten Österreicher weniger als 50 km pro Tag. Selbst im Winter, wenn die Reichweite um 20-30 % sinkt, reichen die meisten E-Autos für den täglichen Bedarf. Für gelegentliche Langstrecken gibt es Schnellladeinfrastruktur entlang der Autobahnen.

Mythos 2: Die Batterie hält nicht lange

Moderne E-Auto-Batterien sind auf mindestens 8 Jahre oder 160.000 km garantiert (je nach Hersteller). Studien zeigen, dass die meisten Batterien nach 200.000 km noch über 80 % ihrer ursprünglichen Kapazität haben. Die Batterie ist damit deutlich langlebiger als oft angenommen.

Mythos 3: E-Autos sind in der Gesamtbilanz nicht umweltfreundlicher

Zahlreiche Studien (u.a. vom Umweltbundesamt) belegen, dass E-Autos über den gesamten Lebenszyklus (inklusive Batterieproduktion und Strommix) deutlich weniger CO2 ausstoßen als Verbrenner. In Österreich, wo der Strommix zu ca. 80 % aus erneuerbaren Quellen stammt, ist der Vorteil besonders groß.

Mythos 4: Es gibt nicht genug Ladestationen

Österreich hat eines der dichtesten Ladenetze in Europa. Mit über 18.000 öffentlichen Ladepunkten (Stand 2026) gibt es mehr Ladestationen als Tankstellen. Das Netz wird kontinuierlich ausgebaut, insbesondere entlang der Autobahnen und in ländlichen Gebieten.

Mythos 5: E-Autos sind zu teuer

Zwar sind die Anschaffungskosten noch höher als bei vergleichbaren Verbrennern, aber nach Abzug der Förderungen und unter Berücksichtigung der deutlich niedrigeren laufenden Kosten (Strom, Wartung, Versicherungssteuer) ist ein E-Auto über die Gesamtnutzungsdauer oft günstiger.

Gebraucht-E-Autos — eine Alternative

Wachsender Gebrauchtmarkt

Der Markt für gebrauchte E-Autos wächst in Österreich rasant. Leasing-Rückläufer und Firmenfahrzeuge kommen in zunehmender Zahl auf den Gebrauchtmarkt und bieten attraktive Preise.

Worauf achten beim Gebraucht-E-Auto?

  • Batteriezustand (SOH - State of Health): Lassen Sie den Batteriezustand prüfen. Ein SOH von über 80 % ist gut.
  • Ladehistorie: Häufiges Schnellladen kann die Batterie stärker belasten.
  • Garantie: Prüfen Sie, ob noch Herstellergarantie auf die Batterie besteht.
  • Software-Stand: Ältere E-Autos können durch Software-Updates verbessert werden.
  • Keine Förderung: Der E-Mobilitätsbonus gilt nur für Neufahrzeuge, nicht für Gebrauchte.

Der E-Mobilitätsbonus 2026 macht den Umstieg auf Elektromobilität in Österreich finanziell attraktiv. Privatpersonen erhalten bis zu 5.000 Euro für ein E-Auto, Unternehmen profitieren zusätzlich von erheblichen steuerlichen Vorteilen. Die Wallbox-Förderung und Landesförderungen können die Gesamtunterstützung weiter erhöhen. Der Antrag wird online über die KPC gestellt. Beachten Sie die Voraussetzung eines Ökostrom-Nachweises und die Preisobergrenze von 60.000 Euro. Im Gesamtkostenvergleich über fünf Jahre ist ein E-Auto in den meisten Fällen günstiger als ein vergleichbarer Verbrenner.

Förderstellen und Antragstellung

StelleZuständigkeitWebsite
KPC (Kommunalkredit Public Consulting)Bundesförderung E-Auto und Wallboxumweltfoerderung.at
BMK (Bundesministerium für Klimaschutz)Übergeordnete Förderpolitikbmk.gv.at
ÖAMTCE-Mobilitätsberatung und Ladekartenoeamtc.at
ARBÖE-Auto-Tests und Beratungarboe.at
LandesregierungenZusätzliche LandesförderungenWebsites der jeweiligen Länder

E-Auto-Rechner und Vergleichstools

Nutzen Sie die kostenlosen Online-Rechner, um die Gesamtkosten eines E-Autos im Vergleich zum Verbrenner zu berechnen:

  • ÖAMTC E-Auto-Rechner: Vergleicht Gesamtkosten über die Nutzungsdauer
  • BMK Förderrechner: Berechnet die Gesamtförderung für Ihr gewünschtes Modell
  • KPC Förderantrag: Online-Antragstool mit Statusverfolgung
  • E-Tankstellen-Finder (e-tankstellen-finder.com): Karte aller öffentlichen Ladestationen in Österreich

Schritt-für-Schritt zum E-Mobilitätsbonus

  1. Informieren Sie sich auf umweltfoerderung.at über aktuelle Förderbedingungen
  2. Registrieren Sie sich auf der KPC-Plattform
  3. Wählen Sie Ihr Wunschmodell (Brutto-Listenpreis max. 60.000 Euro)
  4. Stellen Sie sicher, dass Sie einen Ökostromvertrag haben
  5. Kaufen oder leasen Sie das Fahrzeug bei einem teilnehmenden Händler
  6. Reichen Sie alle Unterlagen online bei der KPC ein
  7. Warten Sie auf die Prüfung und Auszahlung (ca. 4-8 Wochen)
  8. Genießen Sie Ihr E-Auto und die niedrigeren Betriebskosten

Aktuelle Entwicklungen und Ausblick

Die E-Mobilitätsförderung in Österreich wird laufend weiterentwickelt. Für 2026 und darüber hinaus sind folgende Trends zu beobachten:

Sinkende Batteriekosten: Die Kosten für Lithium-Ionen-Batterien sinken seit Jahren kontinuierlich. Prognosen gehen davon aus, dass E-Autos bis 2027/2028 ohne Förderung denselben Anschaffungspreis wie vergleichbare Verbrenner erreichen werden. Die Förderung wird dann möglicherweise reduziert oder eingestellt.

Ausbau der Ladeinfrastruktur: Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Ladeinfrastruktur bis 2030 massiv auszubauen. Insbesondere Schnellladestationen entlang der Autobahnen und in ländlichen Gebieten sollen deutlich zunehmen.

Bidirektionales Laden: Die nächste Generation von E-Autos und Wallboxen unterstützt bidirektionales Laden (V2G/V2H). Damit kann das E-Auto als Stromspeicher dienen und bei Bedarf Strom ins Hausnetz oder das öffentliche Netz zurückspeisen. Diese Technologie wird voraussichtlich ebenfalls gefördert werden.

EU-Verbrenner-Aus 2035: Ab 2035 sollen in der EU keine Neuwagen mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Die E-Mobilitätsförderung ist ein Baustein auf dem Weg zu diesem Ziel.

E-Mobilität und Restwert

Ein wichtiger Aspekt beim E-Auto-Kauf ist der Restwert. Aktuelle Studien zeigen, dass E-Autos tendenziell einen stabileren Restwert haben als Verbrenner, insbesondere beliebte Modelle wie Tesla Model 3/Y, VW ID.4 oder Hyundai Ioniq 5. Der Restwert hängt maßgeblich vom Batteriezustand ab. Achten Sie beim Kauf auf Modelle mit langer Batteriegarantie und guter Ladeinfrastruktur-Kompatibilität, um den Wiederverkaufswert zu maximieren.

Weiterführende Artikel

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist der E-Mobilitätsbonus 2026 für Privatpersonen?

Der E-Mobilitätsbonus für Privatpersonen beträgt 2026 bis zu 3.000 Euro für rein elektrische PKW (BEV). Voraussetzung ist ein Brutto-Listenpreis von maximal 60.000 Euro. Zusätzlich gibt es den E-Mobilitätsbonus der Importeure (bis zu 2.000 Euro), sodass die Gesamtförderung bis zu 5.000 Euro betragen kann.

Gibt es eine Förderung für die Wallbox (Ladestation)?

Ja, die Installation einer privaten Wallbox wird mit bis zu 600 Euro gefördert (intelligentes Ladekabel) bzw. bis zu 900 Euro für eine intelligente Wallbox. In Mehrparteienhäusern gibt es zusätzliche Förderungen für die Errichtung der Ladeinfrastruktur (bis zu 1.800 Euro pro Ladepunkt).

Welche E-Autos werden 2026 gefördert?

Gefördert werden rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) mit einem Brutto-Listenpreis von maximal 60.000 Euro. Plug-in-Hybride (PHEV) werden seit 2024 nicht mehr gefördert. Der Strom für das Fahrzeug muss nachweislich aus erneuerbaren Energiequellen stammen.

Wo beantrage ich den E-Mobilitätsbonus?

Der Antrag wird online über die Website der Kommunalkredit Public Consulting (KPC) gestellt: www.umweltfoerderung.at. Zuerst registrieren Sie sich und das Fahrzeug, dann reichen Sie nach dem Kauf die Rechnung und den Zulassungsschein ein. Die Auszahlung erfolgt per Überweisung.

Können auch Unternehmen den E-Mobilitätsbonus erhalten?

Ja, Unternehmen, Vereine und konfessionelle Einrichtungen können den E-Mobilitätsbonus ebenfalls beantragen. Die Förderhöhe ist ähnlich wie bei Privatpersonen. Zusätzlich profitieren Unternehmen von steuerlichen Vorteilen: kein Sachbezug für E-Dienstwagen, voller Vorsteuerabzug (bis 40.000 Euro netto) und keine NoVA.

Wird auch die Anschaffung eines E-Motorrads oder E-Bikes gefördert?

Ja, der E-Mobilitätsbonus umfasst auch E-Motorräder (Klasse L3e) mit bis zu 1.900 Euro, E-Mopeds (Klasse L1e) mit bis zu 800 Euro und E-Transporträder mit bis zu 1.000 Euro. E-Bikes und Pedelecs werden nicht direkt über den E-Mobilitätsbonus gefördert.

Muss ich für den E-Mobilitätsbonus Ökostrom beziehen?

Ja, eine Voraussetzung für den E-Mobilitätsbonus ist der Nachweis, dass das Fahrzeug mit Strom aus 100 % erneuerbaren Energiequellen geladen wird. Dies kann durch einen Ökostromvertrag des Energieversorgers oder eine eigene Photovoltaikanlage nachgewiesen werden.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.