Privatkredit Österreich 2026 - Vergleich

Privatkredit in Österreich 2026: Zinsen, Anbieter & Konditionen im Vergleich. Konsumkredit für jeden Zweck. Jetzt günstigsten Privatkredit finden!

Aktualisiert: 03. April 2026 11 Min. Lesezeit

Privatkredit in Österreich 2026

Der Privatkredit — in der Fachsprache auch als Konsumkredit oder Ratenkredit bezeichnet — ist die flexibelste Form der Kreditfinanzierung für Privatpersonen in Österreich. Anders als bei einem Hypothekarkredit oder Autokredit gibt es keine Zweckbindung: Sie können das Geld nach Belieben verwenden. Ob für Möbel, eine Hochzeit, einen Urlaub, die Ausbildung der Kinder oder einfach als Finanzreserve — der Privatkredit macht es möglich.

Definition und Merkmale des Privatkredits

Der Privatkredit ist ein unbesicherter Ratenkredit, der an Privatpersonen (Konsumenten) vergeben wird. Er zeichnet sich durch folgende Kernmerkmale aus: keine Zweckbindung (freie Verwendung des Kreditbetrags), feste monatliche Raten über die gesamte Laufzeit, keine Sicherheiten erforderlich (kein Grundbucheintrag, kein Fahrzeugbrief), schnelle und unkomplizierte Antragstellung, Kreditbeträge typischerweise zwischen 1.000 und 75.000 Euro sowie Laufzeiten zwischen 12 und 120 Monaten.

Abgrenzung zu anderen Kreditformen

Der Privatkredit unterscheidet sich von anderen Kreditformen in mehreren Aspekten. Anders als der Hypothekarkredit benötigt der Privatkredit keine Immobilie als Sicherheit, bietet dafür aber höhere Zinsen. Im Vergleich zum Autokredit ist der Privatkredit nicht zweckgebunden, was ebenfalls zu leicht höheren Zinsen führt. Der Rahmenkredit bietet eine revolvierende Kreditlinie, während der Privatkredit eine einmalige Auszahlung mit fester Tilgung darstellt. Der Dispositionskredit ist flexibler, aber deutlich teurer als der Privatkredit.

Aktuelle Konditionen 2026

Zinssätze nach Kreditbetrag und Laufzeit

Die Zinsen für Privatkredite in Österreich variieren 2026 erheblich je nach Anbieter, Bonität und Kreditparametern.

Für Beträge von 1.000 bis 5.000 Euro liegen die Zinsen bei 5,5 bis 9,0 % effektiv. Für 5.000 bis 15.000 Euro sind 4,5 bis 7,5 % typisch. Bei 15.000 bis 30.000 Euro bewegen sich die Zinsen zwischen 4,0 und 6,5 %. Für Beträge von 30.000 bis 75.000 Euro sind bei guter Bonität Zinsen ab 3,8 % möglich.

Je höher der Kreditbetrag und je besser die Bonität, desto günstiger der Zinssatz. Auch die Laufzeit beeinflusst den Zinssatz — kürzere Laufzeiten sind oft mit leicht günstigeren Zinsen verbunden.

Beispielrechnungen für verschiedene Szenarien

Ein Privatkredit über 5.000 Euro bei 6,5 % effektivem Jahreszins und 24 Monaten Laufzeit ergibt eine monatliche Rate von ca. 223 Euro und Gesamtkosten von rund 5.352 Euro. Die Zinskosten betragen somit ca. 352 Euro.

Ein Privatkredit über 15.000 Euro mit einer Laufzeit von 48 Monaten (4 Jahren) und einem Effektivzins von 5,5 % ergibt eine monatliche Rate von ca. 349 Euro und Gesamtkosten von rund 16.752 Euro. Die Zinslast beträgt somit ca. 1.752 Euro.

Ein Privatkredit über 30.000 Euro bei 4,5 % effektivem Jahreszins und 60 Monaten Laufzeit ergibt eine monatliche Rate von ca. 559 Euro und Gesamtkosten von rund 33.540 Euro. Die Zinskosten liegen bei ca. 3.540 Euro.

Zum Vergleich: 15.000 Euro auf dem Dispositionskredit bei 10 % p.a. über vier Jahre würden rund 3.350 Euro an Zinsen kosten — nahezu doppelt so viel wie beim Privatkredit. Diese Beispiele zeigen, wie wichtig die Wahl des richtigen Finanzierungsinstruments ist.

Voraussetzungen für den Privatkredit

Grundvoraussetzungen

Die Anforderungen für einen Privatkredit sind weniger streng als bei einem Hypothekarkredit, aber dennoch klar definiert. Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein und einen Hauptwohnsitz in Österreich haben. Ein regelmäßiges Einkommen ist erforderlich, ebenso wie eine österreichische Bankverbindung und eine akzeptable Bonität (positive KSV-Auskunft).

Einkommensgrenzen

Die meisten Banken verlangen ein monatliches Mindestnettoeinkommen von 1.100 bis 1.500 Euro. Die neue Kreditrate darf zusammen mit allen bestehenden Verpflichtungen das verfügbare Einkommen nicht überstrapazieren. Als Faustregel gilt: Die gesamte Kreditbelastung (alle Kredite zusammen) sollte 40 % des Nettoeinkommens nicht übersteigen.

Einkommensarten

Folgende Einkommensarten werden von den meisten Banken akzeptiert: Gehalt oder Lohn (unselbstständige Erwerbstätigkeit), Pension und Rente, Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit (mit Steuerbescheid), Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sowie in einigen Fällen Arbeitslosengeld oder Karenzgeld.

Privatkredit: Wann ist er sinnvoll, wann nicht?

Sinnvolle Einsatzzwecke

Ein Privatkredit ist sinnvoll, wenn Sie eine klar definierte Anschaffung finanzieren möchten, die Sie sich nicht durch Sparen in absehbarer Zeit leisten können. Typische sinnvolle Einsatzzwecke sind Möbel und Einrichtung bei einem Umzug, medizinische Behandlungen (Zahnersatz, Augen-OP), berufliche Weiterbildung und Qualifikation, Zusammenfassung teurer Dispositionsschulden oder Kreditkartensalden in einen günstigeren Ratenkredit sowie notwendige Reparaturen und Instandhaltungen.

Wann Sie keinen Privatkredit aufnehmen sollten

Ein Privatkredit ist in folgenden Situationen keine gute Idee: für laufende Lebenshaltungskosten (ein strukturelles Problem, das ein Kredit nicht löst), für kurzfristige Konsumwünsche, die Sie in drei bis sechs Monaten ansparen könnten, wenn Sie bereits überschuldet sind und einen neuen Kredit nur aufnehmen, um alte Schulden zu bedienen, oder für spekulative Investments (Kryptowährungen, Aktien auf Kredit). In allen diesen Fällen ist ein Kredit entweder nicht die Lösung oder erhöht Ihr finanzielles Risiko erheblich.

Online vs. Filiale: Wo den Privatkredit abschließen?

Vorteile des Online-Abschlusses

Die Beantragung eines Privatkredits online bietet mehrere Vorteile. Der Prozess ist schnell und bequem, rund um die Uhr verfügbar und ohne Banktermin möglich. Direktbanken bieten online oft günstigere Konditionen als Filialbanken. Der Vergleich verschiedener Angebote ist einfacher. Die Kreditentscheidung fällt schneller (oft innerhalb von Stunden). Die digitale Identifikation per Video-Ident oder ID Austria ermöglicht einen vollständig papierlosen Prozess.

Vorteile der Filialbank

Ein Abschluss in der Filiale kann sinnvoll sein, wenn Sie persönliche Beratung schätzen, wenn Ihre finanzielle Situation komplex ist (z.B. Selbstständigkeit, mehrere Einkommensquellen), wenn Sie bereits Kunde sind und von Sonderkonditionen profitieren können oder wenn Sie sich bei der digitalen Antragstellung unsicher fühlen.

Vermittlungsplattformen

Online-Vergleichsplattformen wie durchblicker.at bieten die Möglichkeit, mit einem einzigen Antrag Angebote mehrerer Banken einzuholen. Der Vorteil: Sie erhalten eine Marktübersicht, ohne bei jeder Bank einzeln anfragen zu müssen. Die Nutzung ist für Kreditnehmer kostenlos.

Privatkredit für verschiedene Lebenssituationen

Hochzeit finanzieren

Eine durchschnittliche Hochzeit kostet in Österreich zwischen 15.000 und 30.000 Euro. Ein Privatkredit kann einen Teil dieser Kosten abdecken, wenn die eigenen Ersparnisse nicht ausreichen. Tipp: Nehmen Sie nur so viel Kredit auf, wie wirklich nötig, und wählen Sie eine kurze Laufzeit von maximal drei bis vier Jahren. Schließlich möchten Sie nicht noch die Hochzeitsrechnung bezahlen, wenn Sie längst im Alltagstrott angekommen sind.

Umzug und Einrichtung

Ein Umzug in eine neue Wohnung oder ein neues Haus bringt oft erhebliche Kosten mit sich: Umzugsunternehmen, Kaution, neue Möbel, Kücheneinrichtung. Ein Privatkredit kann diese Anfangskosten finanzieren. Typische Beträge liegen zwischen 5.000 und 20.000 Euro.

Weiterbildung und Karriere

Eine berufliche Weiterbildung oder ein berufsbegleitendes Studium kann den Karriereweg entscheidend beeinflussen. Die Kosten für Master-Studiengänge, MBA-Programme oder Fachkurse liegen in Österreich zwischen 3.000 und 30.000 Euro. Ein Privatkredit zur Finanzierung einer Weiterbildung ist eine Investition in die eigene Zukunft.

Medizinische Kosten

Nicht alle medizinischen Leistungen werden von der Krankenversicherung gedeckt. Zahnimplantate, Augenlaseroperationen, orthopädische Behandlungen oder alternative Therapien können mit Privatkrediten finanziert werden. Prüfen Sie aber vorher, ob eine Teilfinanzierung durch die Krankenversicherung oder eine Zusatzversicherung möglich ist.

Privatkredite und Verbraucherschutz

Widerrufsrecht

Als Verbraucher haben Sie in Österreich das Recht, innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsabschluss ohne Angabe von Gründen vom Kreditvertrag zurückzutreten. Der bereits ausgezahlte Betrag muss samt Zinsen für die Nutzungsdauer zurückgezahlt werden.

Informationspflichten

Die Bank muss Sie vor Vertragsabschluss umfassend über alle Konditionen informieren. Dazu gehören der Sollzinssatz und effektive Jahreszins, die Gesamtkosten des Kredits, die monatliche Rate und Laufzeit, die Bedingungen für vorzeitige Rückzahlung, eventuelle Zusatzkosten und Gebühren sowie die Folgen bei Zahlungsverzug.

Vorzeitige Rückzahlung

Sie können den Privatkredit jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückzahlen. Die maximale Pönale beträgt 1 % des vorzeitig zurückgezahlten Betrags (bei Restlaufzeit über einem Jahr) oder 0,5 % (bei Restlaufzeit unter einem Jahr).

Privatkredit für Paare und Familien

Gemeinsamer Kreditantrag

Wenn beide Partner ein Einkommen haben, kann ein gemeinsamer Kreditantrag die Chancen auf eine Zusage verbessern und zu besseren Konditionen führen. Beide Einkommen werden bei der Bonitätsprüfung berücksichtigt, was die maximal mögliche Kreditsumme erhöht. Allerdings haften beide Partner gesamtschuldnerisch — im Fall einer Trennung muss geklärt werden, wer den Kredit übernimmt.

Finanzierung von Familienanschaffungen

Familien haben oft einen besonderen Finanzierungsbedarf: Einrichtung des Kinderzimmers, Familienauto, Ferienhaus-Miete oder medizinische Kosten für die Kinder. Ein Privatkredit kann diese Kosten abdecken. Achten Sie dabei auf eine konservative Budgetplanung, die auch unvorhergesehene Familienausgaben (Zahnspange, Nachhilfe, Sportvereine) berücksichtigt. Die monatliche Kreditrate sollte maximal 25 bis 30 % des Familiennettoeinkommens betragen, um genügend Spielraum für die übrigen Familienausgaben zu lassen.

Häufige Fehler beim Privatkredit

Fehler 1: Kredit für laufende Kosten

Vermeiden Sie es, einen Privatkredit aufzunehmen, um laufende Kosten (Miete, Lebensmittel, Versicherungen) zu decken. Wenn Ihr Einkommen nicht für die laufenden Ausgaben reicht, ist ein Kredit keine Lösung, sondern verschärft das Problem. Suchen Sie in diesem Fall eine Schuldnerberatung auf.

Fehler 2: Zu hohe Kreditsumme

Nehmen Sie nur den Betrag auf, den Sie tatsächlich benötigen. Jeder zusätzliche Euro kostet Zinsen. Die Versuchung, “ein bisschen mehr” aufzunehmen, weil es bequem erscheint, ist teuer.

Fehler 3: Restschuldversicherung pauschal akzeptieren

Viele Banken bieten beim Privatkredit eine Restschuldversicherung an, die im Todesfall, bei Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit einspringt. Diese Versicherungen sind häufig überteuert und können die Kreditkosten um 10 bis 20 % erhöhen. Prüfen Sie kritisch, ob Sie diesen Schutz benötigen, und vergleichen Sie mit separaten Versicherungslösungen.

Fehler 4: Nur auf die Monatsrate schauen

Eine niedrige Monatsrate klingt verlockend, wird aber oft durch eine lange Laufzeit erkauft. Vergleichen Sie immer die Gesamtkosten (Summe aller Zahlungen minus Kreditsumme), nicht nur die monatliche Belastung.

Fehler 5: Kredit ohne Vergleich aufnehmen

Der Zinsunterschied zwischen verschiedenen Anbietern kann mehrere Prozentpunkte betragen. Bei einem Kredit von 20.000 Euro über fünf Jahre macht ein Zinsunterschied von 2 Prozentpunkten über 1.000 Euro aus. Ein Vergleich lohnt sich immer.

Privatkredit vs. Ratenkauf beim Händler

Für Konsumgüter wie Möbel, Elektronik oder Haushaltsgeräte bieten viele Händler direkte Ratenzahlungen an — oft sogar zinslos. Wann ist der Ratenkauf besser, wann der Privatkredit?

Ratenkauf ist besser, wenn…

Die Ratenzahlung tatsächlich zinslos ist (0 % Finanzierung), die Laufzeit kurz ist (maximal 12 bis 24 Monate) und keine versteckten Zusatzkosten bestehen.

Privatkredit ist besser, wenn…

Die Händlerfinanzierung Zinsen verlangt (die sind oft höher als beim Bankkredit), Sie mehrere Anschaffungen gleichzeitig tätigen möchten, Sie mehr Flexibilität bei der Rückzahlung wünschen oder wenn der Händler keinen Rabatt bei Ratenzahlung gibt (bei Barzahlung über den Bankkredit aber schon).

Praktische Tipps für den Privatkredit 2026

Tipp 1: Kreditbedarf kritisch hinterfragen

Bevor Sie einen Privatkredit aufnehmen, fragen Sie sich: Brauche ich das wirklich? Kann ich die Anschaffung verschieben und den Betrag sparen? Gibt es günstigere Alternativen? Ein Kredit sollte die Ausnahme sein, nicht die Regel.

Tipp 2: Budget erstellen

Erstellen Sie eine ehrliche Haushaltsrechnung, um festzustellen, welche monatliche Rate Sie sich leisten können. Vergessen Sie nicht, einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben einzuplanen.

Tipp 3: Effektivzins vergleichen

Vergleichen Sie ausschließlich den effektiven Jahreszins, der alle Kosten enthält. Der Sollzins allein ist als Vergleichsgröße ungeeignet.

Tipp 4: Kurze Laufzeit bevorzugen

Wählen Sie die kürzeste Laufzeit, die Ihr Budget erlaubt. So minimieren Sie die Gesamtkosten und sind schneller schuldenfrei.

Tipp 5: Sondertilgung nutzen

Achten Sie auf kostenlose Sondertilgungsoptionen. Wenn unerwartetes Geld eingeht, können Sie den Kredit schneller zurückzahlen.

Tipp 6: Bonität pflegen

Ihre Bonität beeinflusst den Zinssatz direkt. Pflegen Sie Ihre Kreditwürdigkeit durch pünktliche Zahlungen und eine aufgeräumte finanzielle Situation.

Privatkredit: Die Laufzeit richtig wählen

Kurze vs. lange Laufzeit

Die Laufzeit hat einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtkosten des Privatkredits. Eine kürzere Laufzeit bedeutet höhere monatliche Raten, aber deutlich niedrigere Gesamtkosten. Eine längere Laufzeit senkt die Monatsrate, erhöht aber die Zinskosten erheblich.

Ein konkretes Beispiel für 20.000 Euro bei 5,5 % Effektivzins: Bei 24 Monaten Laufzeit beträgt die Rate 882 Euro, die Gesamtkosten 21.168 Euro (Zinsen: 1.168 Euro). Bei 36 Monaten liegt die Rate bei 603 Euro, die Gesamtkosten bei 21.708 Euro (Zinsen: 1.708 Euro). Bei 48 Monaten beträgt die Rate 465 Euro, die Gesamtkosten 22.320 Euro (Zinsen: 2.320 Euro). Bei 60 Monaten liegt die Rate bei 382 Euro, die Gesamtkosten bei 22.920 Euro (Zinsen: 2.920 Euro).

Der Unterschied zwischen der kürzesten und längsten Laufzeit beträgt in diesem Beispiel 1.752 Euro. Die Faustregel: Wählen Sie die kürzeste Laufzeit, die Ihr Budget ohne übermäßige Anstrengung erlaubt.

Faustformel für die optimale Laufzeit

Die Kreditlaufzeit sollte die Nutzungsdauer des finanzierten Gegenstands nicht überschreiten. Ein Urlaub sollte nicht länger als 12 Monate finanziert werden. Möbel und Elektronik maximal 36 Monate. Ein Umzug oder eine Hochzeit maximal 36 bis 48 Monate. Medizinische Behandlungen je nach Kosten 12 bis 36 Monate.

Privatkredit und Verschuldungsrisiko

Wann wird ein Privatkredit problematisch?

Ein Privatkredit wird zum Problem, wenn die monatliche Rate Ihr Budget dauerhaft überfordert, wenn Sie den Kredit aufnehmen, um laufende Lebenshaltungskosten zu decken (ein Warnsignal für grundlegende Budgetprobleme), wenn Sie bereits mehrere Kredite laufen haben und den Überblick verlieren oder wenn unvorhergesehene Einkommenseinbußen (Arbeitslosigkeit, Krankheit) die Rückzahlung gefährden.

Warnsignale erkennen

Achten Sie auf folgende Warnsignale: Sie können die monatlichen Raten nur noch knapp bedienen. Sie nehmen einen neuen Kredit auf, um einen bestehenden zu bedienen. Ihr Girokonto ist dauerhaft im Minus. Sie verschieben regelmäßig Rechnungen, weil das Geld nicht reicht. Wenn eines oder mehrere dieser Signale auf Sie zutreffen, sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, bevor die Situation eskaliert.

Hilfe bei Überschuldung

In Österreich bieten die Schuldenberatungsstellen aller Bundesländer kostenlose und vertrauliche Beratung an. Diese Stellen helfen Ihnen, einen Überblick über Ihre finanzielle Situation zu gewinnen, einen Schuldenbereinigungsplan zu erstellen, mit Gläubigern zu verhandeln und im äußersten Fall ein Schuldenregulierungsverfahren (Privatkonkurs) einzuleiten. Scheuen Sie sich nicht, diese Hilfe frühzeitig in Anspruch zu nehmen — je früher Sie handeln, desto mehr Optionen stehen Ihnen offen.

Privatkredit und digitale Innovation

Fintech-Kredite in Österreich

Neben den klassischen Banken treten zunehmend Fintech-Unternehmen auf den österreichischen Kreditmarkt. Diese nutzen digitale Technologien für schnellere und oft günstigere Kreditvergabe. Algorithmenbasierte Bonitätsprüfungen ermöglichen Kreditentscheidungen in Echtzeit. Open-Banking-Schnittstellen analysieren Kontodaten für eine präzisere Risikoeinschätzung. Volldigitale Prozesse von der Antragstellung bis zur Auszahlung senken die Betriebskosten und damit potenziell die Zinsen.

Peer-to-Peer-Kredite

Peer-to-Peer-Kredite (P2P), bei denen Privatpersonen anderen Privatpersonen Geld leihen, sind in Österreich noch ein Nischenprodukt. Plattformen wie Bondora oder Mintos vermitteln solche Kredite, wobei die Zinssätze stark von der Bonität des Kreditnehmers abhängen. Für Kreditnehmer mit guter Bonität können P2P-Kredite eine Alternative sein, für Anleger bieten sie eine Investitionsmöglichkeit mit höherem Risiko und potenziell höherer Rendite.

Privatkredit von Privatpersonen

Darlehen von Familie oder Freunden

Neben dem Bankkredit besteht natürlich auch die Möglichkeit, sich Geld von Familie oder Freunden zu leihen. Dies kann die günstigste Finanzierungsoption sein, birgt aber Risiken für die persönliche Beziehung. Wenn Sie diesen Weg wählen, sollten Sie unbedingt einen schriftlichen Vertrag aufsetzen. Dieser sollte die Kreditsumme, den Zinssatz (oder Zinsfreiheit), die Rückzahlungsmodalitäten (Rate, Fälligkeiten), die Laufzeit und die Folgen bei Zahlungsverzug klar regeln. Ein schriftlicher Vertrag schützt beide Seiten und beugt Missverständnissen vor.

Steuerliche Aspekte privater Darlehen

Auch private Darlehen können steuerliche Implikationen haben. Wenn der Darlehensgeber Zinsen verlangt, muss er diese als Kapitalertrag versteuern (27,5 % KESt in Österreich). Zinsfreie Darlehen über längere Zeiträume können unter Umständen als Schenkung gewertet werden, was Auswirkungen auf die Meldepflicht haben kann (Schenkungen über 50.000 Euro innerhalb von fünf Jahren sind meldepflichtig).

Der Privatkredit ist die flexibelste Finanzierungslösung für Privatpersonen in Österreich. Die Konditionen 2026 sind moderat, mit effektiven Zinsen zwischen 4,0 und 9,0 % je nach Bonität und Betrag. Der Schlüssel zum besten Angebot liegt im gründlichen Vergleich verschiedener Anbieter, einer ehrlichen Budgetplanung und der Wahl der kürzestmöglichen Laufzeit. Nehmen Sie nur so viel Kredit auf, wie Sie tatsächlich benötigen, und nutzen Sie Sondertilgungsmöglichkeiten, um die Gesamtkosten zu minimieren. Prüfen Sie vor der Kreditaufnahme immer, ob günstigere Alternativen verfügbar sind: ein zinsloser Ratenkauf beim Händler, ein Privatdarlehen von Angehörigen oder die Möglichkeit, den benötigten Betrag in einigen Monaten anzusparen. Wenn ein Kredit die richtige Lösung ist, wählen Sie die kürzeste Laufzeit, die Ihr Budget erlaubt, und nutzen Sie Sondertilgungsmöglichkeiten, um die Gesamtkosten zu minimieren. Achten Sie besonders darauf, keine Restschuldversicherung zu akzeptieren, die Sie nicht wirklich benötigen, und vergleichen Sie immer den effektiven Jahreszins verschiedener Anbieter. Mit diesen Grundsätzen nutzen Sie den Privatkredit als sinnvolles und wirtschaftlich vertretbares Finanzierungsinstrument statt als Schuldenfalle.

Weiterführende Artikel

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Privatkredit?

Ein Privatkredit (Konsumkredit) ist ein zweckungebundener Kredit für Privatpersonen. Sie können das Geld frei verwenden -- z.B. für Möbel, Urlaub, Elektronik oder andere Anschaffungen. Die Laufzeit beträgt meist 1-7 Jahre.

Wie hoch sind die Zinsen für einen Privatkredit 2026?

Privatkredite kosten in Österreich 2026 je nach Anbieter und Bonität zwischen 4,5 % und 9,0 % effektiv. Zweckgebundene Kredite (z.B. Autokredit) sind oft günstiger als frei verwendbare Konsumkredite.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.