Consors Finanz Österreich: Mastercard und Ratenkauf

Consors Finanz ist die Konsumfinanzierung von BNP Paribas in Österreich. Die Mastercard verzinst offene Salden mit bis zu 18,90 Prozent effektiv.

Stand: 04. September 2026 8 Min. Lesezeit

Consors Finanz ist in Österreich weder eine Spar- noch eine Girokontobank, sondern ein reiner Konsumfinanzierer: eine Kreditkarte mit Teilzahlungsfunktion, ein Ratenkredit über Handelspartner und die Ratenzahlung direkt an der Kassa. Wer nach einem Tagesgeldkonto oder einem Gehaltskonto sucht, ist hier falsch.

Für die Kosten gilt eine einzige zentrale Zahl: 17,43 Prozent Sollzinssatz auf offene Kartensalden, 18,90 Prozent effektiv im Maximum. Das ist deutlich weniger als bei manchen anderen Teilzahlungskarten und deutlich mehr als bei jedem regulären Ratenkredit.

Wer der Vertragspartner ist

Hinter der Marke steht die BNP PARIBAS PERSONAL FINANCE SA Niederlassung Österreich, Vordere Zollamtsstraße 13, 3. Stock, 1030 Wien. Sie ist unter FN 460496a beim Handelsgericht Wien eingetragen und trägt die UID-Nummer ATU71235567. Die Niederlassung besteht seit November 2016.

Diese Konstruktion hat eine praktische Folge, die im Streitfall zählt: Vertragspartner ist ein französisches Institut, das über eine Niederlassung in Österreich tätig wird. Beaufsichtigt wird es von der Autorité de Contrôle Prudentiel et de Résolution in Paris und von der Europäischen Zentralbank, in Österreich ist die Finanzmarktaufsicht befasst. Die Muttergesellschaft ist eine hundertprozentige Tochter der BNP Paribas S.A. Die vollständigen Angaben stehen im Impressum.

Die Consors Finanz Mastercard

MerkmalKondition
Jahresgebührkeine
Kreditrahmenbis 5.000 Euro, bonitätsabhängig
Sollzinssatz17,43 Prozent pro Jahr, variabel
Effektiver Jahreszinsmaximal 18,90 Prozent
Monatliche Mindestrate3 Prozent der höchsten Inanspruchnahme, gerundet auf 100 Euro, mindestens 9 Euro
Bargeldbehebung3 Prozent der Summe, mindestens 1,95 Euro

Angaben des Anbieters, abgerufen am 04.09.2026.

Die beiden Zinsangaben passen sauber zusammen: 17,43 Prozent pro Jahr entsprechen 1,4525 Prozent pro Monat, und über zwölf Monate aufgezinst ergibt das die ausgewiesenen 18,89 Prozent. Der Unterschied zwischen Soll- und Effektivzins stammt hier also allein aus der monatlichen Abrechnung, nicht aus versteckten Gebühren.

Was die Mindestrate praktisch bedeutet

Die Formel für die Mindestrate ist der Punkt, an dem eine Teilzahlungskarte gefährlich wird. Drei Prozent der höchsten Inanspruchnahme klingt nach einer zügigen Tilgung. Rechnet man es durch, ergibt sich ein anderes Bild.

Bei einem ausgeschöpften Rahmen von 3.000 Euro beträgt die Mindestrate 90 Euro. Davon gehen im ersten Monat rund 43,58 Euro allein für Zinsen weg, es bleiben also gut 46 Euro Tilgung. Wer nur die Mindestrate zahlt, braucht rund 46 Monate und zahlt insgesamt etwa 4.130 Euro zurück. Die Zinsen liegen bei rund 1.130 Euro.

Bemerkenswert daran: Die Laufzeit ist von der Höhe des Saldos unabhängig, weil die Rate prozentual bemessen ist. Auch 2.000 Euro und 5.000 Euro brauchen bei reiner Mindestratenzahlung rund 46 Monate. Die Karte hat damit die Zinskosten eines fast vierjährigen Kredits, ohne dass jemals ein Kreditvertrag mit fixer Laufzeit unterschrieben wurde.

Ausgeschöpfter RahmenMindestrateDauer bis zur TilgungZinskosten insgesamt
2.000 Euro60 Eurorund 46 Monaterund 754 Euro
3.000 Euro90 Eurorund 46 Monaterund 1.131 Euro
5.000 Euro150 Eurorund 46 Monaterund 1.886 Euro

Eigene Berechnung mit dem Sollzinssatz von 17,43 Prozent bei gleichbleibender Mindestrate und ohne weitere Umsätze.

Wer den Rahmen genutzt hat, fährt in aller Regel besser, wenn er den offenen Betrag über einen Ratenkredit mit fixer Laufzeit ablöst und die Karte danach nur noch im Vollzahlungsmodus verwendet. Die Gegenrechnung dazu liefert der Kreditrechner.

Der Ratenkredit läuft über den Handel

Der klassische Ratenkredit von Consors Finanz ist kein Online-Kredit, den man von zu Hause aus beantragt. Der Anbieter beschreibt ihn als Finanzierung mit Abwicklung direkt im Geschäft der Partner. Es gibt zwei Varianten:

  • Wunschlaufzeit: Sie wählen eine Laufzeit zwischen 6 und 72 Monaten, die Rate ergibt sich daraus.
  • Wunschrate: Sie geben die monatliche Rate vor, die Laufzeit ergibt sich daraus.

Für beide Varianten gilt laut Anbieter ein fixer Zinssatz ohne Gebühren oder zusätzliche Spesen. In befristeten Aktionszeiträumen werden Sonderfinanzierungen mit besonders niedrigen Sätzen bei festen Laufzeiten angeboten. Zusätzlich wird eine Restschuldversicherung in Kooperation mit BNP Paribas Cardif vertrieben.

Einen veröffentlichten Zinssatz oder ein repräsentatives Rechenbeispiel nennt der Anbieter für dieses Produkt nicht. Das ist bei Finanzierungen am Verkaufsort üblich, weil der Satz je nach Aktion und Händler variiert, macht den Vergleich aber zur Aufgabe des Käufers. Die entscheidende Frage im Geschäft lautet deshalb nicht “Wie hoch ist die Rate?”, sondern: Wie hoch ist der effektive Jahreszins, und was ist der Gesamtbetrag, den ich am Ende gezahlt habe? Beides muss vor Vertragsabschluss schriftlich vorliegen.

Was beim Abschluss im Geschäft gilt

Eine Finanzierung an der Kassa ist rechtlich ein Verbraucherkredit, auch wenn sie sich wie ein Teil des Kaufvertrags anfühlt. Bis 19. November 2026 gilt dafür das Verbraucherkreditgesetz, ab dem 20. November 2026 das VKrG 2026. Drei Rechte bleiben in beiden Fassungen erhalten und sind hier die wichtigsten:

  • Vorvertragliche Information in standardisierter Form, damit Angebote vergleichbar werden. Bisher § 6 VKrG, künftig § 10 VKrG 2026.
  • Rücktritt binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen. Bisher § 12 VKrG, künftig § 25 VKrG 2026.
  • Vorzeitige Rückzahlung jederzeit, mit gedeckelter Entschädigung von höchstens 1 Prozent beziehungsweise 0,5 Prozent bei kurzer Restlaufzeit. Bisher § 16 VKrG, künftig § 29 VKrG 2026.

Wer ein Gerät auf 48 Monate finanziert und nach einem Jahr Geld übrig hat, kann also ablösen, ohne dass die volle Zinssumme fällig wird.

Ratenkauf und was es nicht gibt

Das dritte Standbein ist die Ratenzahlung unmittelbar beim Kauf. Hier ist die einzige relevante Prüfung, ob die Finanzierung tatsächlich zinsfrei ist oder ob ein Zinssatz anfällt, der den vermeintlichen Rabatt aufhebt. Ein Preisnachlass bei Barzahlung ist die bessere Alternative, wenn er angeboten wird.

Nicht im Angebot sind Einlagenprodukte jeder Art. Consors Finanz führt in Österreich keine Spar-, Tagesgeld- oder Girokonten, weshalb sich die Frage nach der Einlagensicherung nicht stellt. Wer Zinsen auf Guthaben sucht, findet die Übersicht unter Tagesgeldkonto und Festgeldkonto.

Quellen

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Häufig gestellte Fragen

Wer ist bei Consors Finanz in Österreich der Vertragspartner?

Die BNP Paribas Personal Finance SA Niederlassung Österreich mit Sitz in der Vorderen Zollamtsstraße 13 in 1030 Wien, eingetragen unter FN 460496a beim Handelsgericht Wien. Die Muttergesellschaft ist eine hundertprozentige Tochter der BNP Paribas S.A. in Frankreich.

Was kostet die Consors Finanz Mastercard?

Die Karte hat keine Jahresgebühr. Der variable Sollzinssatz auf offene Salden beträgt 17,43 Prozent pro Jahr, der maximale effektive Jahreszins 18,90 Prozent. Bargeldbehebungen kosten zusätzlich 3 Prozent der Summe, mindestens 1,95 Euro.

Wie hoch ist die Mindestrate bei der Karte?

Sie beträgt 3 Prozent der höchsten Inanspruchnahme des Kreditrahmens, gerundet auf volle 100 Euro, mindestens jedoch 9 Euro. Wer nur diese Mindestrate zahlt, tilgt einen ausgeschöpften Rahmen erst nach rund 46 Monaten.

Bekomme ich bei Consors Finanz einen Kredit direkt online?

Der klassische Ratenkredit wird als Finanzierung im Geschäft der Handelspartner angeboten, mit Laufzeiten zwischen 6 und 72 Monaten und fixem Zinssatz. Einen veröffentlichten Zinssatz gibt es nicht, er wird im Einzelfall festgelegt.

Kann ich bei Consors Finanz Geld anlegen?

Nein. Das Geschäft besteht aus Konsumfinanzierung: Kreditkarte, Ratenkredit über den Handel und Ratenkauf. Spar-, Tagesgeld- oder Girokonten gibt es nicht, die Frage nach der Einlagensicherung stellt sich daher nicht.

Welche Behörde beaufsichtigt Consors Finanz?

Zuständig ist die französische Autorité de Contrôle Prudentiel et de Résolution in Paris, dazu die Europäische Zentralbank. In Österreich ist die Finanzmarktaufsicht FMA befasst, weil die Geschäftstätigkeit über eine Niederlassung läuft.