Zahnarzt Gehalt Österreich: Kassentarif, Wahlzahnarzt, angestellt
17 Euro für eine Beratung auf Kasse, 102 Euro privat. Was Zahnärzte je Leistung abrechnen und was Spital und ÖGK angestellten Zahnärzten zahlen.
Eine zahnärztliche Beratung ist auf Kasse 17,00 Euro wert, beim Wahlzahnarzt nach den Richtlinien der Kammer 102 Euro. Eine Extraktion 24,70 gegen 98 Euro. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt die Wirtschaft des Berufs: Kassenzahnärzte leben von Menge und Tarifautomatik, Wahlzahnärzte von frei kalkulierten Honoraren, und die Zahl der Kassenverträge sinkt seit zehn Jahren.
Ein Gehalt im engeren Sinn haben nur angestellte Zahnärztinnen und Zahnärzte, im Spital oder in den Ambulatorien der Sozialversicherung. Dort stehen die Beträge in Tabellen, und die sind hoch.
Angestellt: Spital und Sozialversicherung
Die steirische KAGes führt Zahnärztinnen und Zahnärzte in ihrem neuen Ärzteschema in der Gruppe SI/N3, gemeinsam mit Allgemeinmedizinern mit spezieller Qualifikation. Die Gehaltsansätze ab 1. Juli 2026:
| Stufe | SI/N3 |
|---|---|
| 1 | 7.001,90 |
| 3 | 8.110,50 |
| 5 | 8.752,40 |
| 10 | 9.686,00 |
| 15 | 10.677,90 |
| 19 | 11.436,40 |
Euro brutto pro Monat, vierzehnmal im Jahr, ohne Dienste.
In den Zahngesundheitszentren der ÖGK gilt die Dienstordnung B für die Ärzte und Dentisten bei den Sozialversicherungsträgern. Zahnärzte nach § 5 Zahnärztegesetz sind in Krankenanstalten in die Gehaltsgruppe B III einzureihen, dieselbe Gruppe wie Fachärzte. Sie beginnt ab 1. Jänner 2026 mit 6.665,30 Euro und erreicht in Stufe 9 8.774,00 Euro. Zwei Besonderheiten: Nach § 35 Abs. 4 werden die Gehälter für Ambulatoriumsärzte mit 36 statt 40 Wochenstunden um 10 Prozent gekürzt, aus 6.665,30 werden 5.998,77 Euro. Und nach § 47b gebührt Zahnärzten der ÖGK und der BVAEB eine Fachzulage, für Zahnärzte ohne Leitungsfunktion 3 Prozent der Zulagenbemessungsgrundlage.
Für angestellte Zahnärztinnen in privaten Ordinationen gibt es keine veröffentlichte Gehaltstabelle. Der Kollektivvertrag, den die Zahnärztekammer mit der Gewerkschaft abschließt, regelt die Assistenz.
Der Kassentarif: was eine Füllung bringt
Kassenzahnärzte rechnen nach der Honorarordnung für Vertragszahnärzte ab, Teil des Gesamtvertrags zwischen Zahnärztekammer und Sozialversicherung, gültig ab 1. Jänner 2026. Daneben stehen die Autonomen Honorarrichtlinien der Zahnärztekammer für Wahlzahnärzte, gültig ab 1. Juli 2025:
| Leistung | Kassentarif ÖGK 2026 | Honorarrichtlinie Wahlzahnarzt |
|---|---|---|
| Beratung, Erstuntersuchung | 17,00 | 102 |
| Kontrolluntersuchung | - | 30 |
| Extraktion eines Zahnes mit Anästhesie | 24,70 | 98 |
| Extraktion, erschwert | - | 132 |
| Einflächenfüllung | 24,90 | - |
| Zweiflächenfüllung | 39,00 | - |
| Drei- oder Mehrflächenfüllung | 57,90 | - |
| Einflächenfüllung Komposit | 48,80 | - |
| Zweiflächenfüllung Komposit | 63,20 | - |
| Mehrflächenfüllung Komposit | 82,90 | - |
| Mundhygiene | 68,70 | - |
| Vollgusskrone | - | 954 |
| Metallkeramik-Standardkrone | - | 972 |
| Vollkeramikkrone | - | 1.331 |
| Versäumte Sitzung, pro Stunde | - | 333 |
Euro je Leistung. Die Kassenpositionen sind Fixpreise, die Richtlinien der Kammer eine Orientierung; das tatsächliche Honorar eines Wahlzahnarztes ist frei vereinbart.
Patienten eines Wahlzahnarztes zahlen das Honorar selbst und erhalten von der Kasse 80 Prozent des Kassentarifs zurück, bei einer Beratung also 13,60 Euro von 102. Dass sich das System trotzdem verschiebt, hat die Kammer mit einem Beispiel erklärt: Ein Patient mit Zahnschmerzen, der eine Wurzelbehandlung braucht, bekommt beim Kassenzahnarzt in der ersten Sitzung ein Provisorium, weil die Behandlung nur als einmalige Leistung abgerechnet werden kann; beim Wahlzahnarzt wird in derselben Sitzung behandelt.
Die Tarifautomatik
Zahnärzte verhandeln ihre Kassentarife nicht jedes Jahr neu. Es gilt eine Automatik: Die Tarife steigen mit dem Mittelwert jener Abschlüsse, die die Ärztekammern im Vorjahr für alle Fächer mit der Sozialversicherung ausverhandelt haben. 2023 waren das 5,1 Prozent, 2024 6,96 Prozent. Für 2026 gibt die Zahnärztekammer einen Honorarerhöhungsfaktor von 2,95 Prozent an. 2023 hatte die Kammer einen Zuschlag von 2,45 Prozent erreicht; für 2026 wurden davon nur 0,40 Prozentpunkte wieder abgezogen.
Die Automatik erklärt, warum die 17 Euro für eine Beratung nicht verhandelt, sondern fortgeschrieben werden. Sie erklärt auch den Vorwurf der Kammer, dass Wurzelbehandlungen oder Kompositfüllungen im Seitenzahnbereich nur eingeschränkt oder mit Provisorien abgerechnet werden können, wie sie in ihren Forderungen an die Sozialversicherung festhält.
Kasse oder Wahl: die Zahlen
Nach Angaben der Zahnärztekammer, veröffentlicht in der Presse vom 12. Februar 2024, gab es zehn Jahre davor 2.602 Zahnärzte mit Kassenvertrag und zum Zeitpunkt des Berichts 2.377, ein Rückgang um 8,64 Prozent. Die Wahlzahnärzte stiegen im selben Zeitraum von 1.294 auf 1.408. In Wien sank die Zahl der Kassenordinationen von 696 auf 610, während die Wahlzahnärzte von 261 auf 328 zunahmen. Rund zehn Prozent der Kassenplanstellen waren unbesetzt oder nicht besetzbar, und knapp die Hälfte der Zahnärzte erreicht laut Kammer in den nächsten zehn Jahren das Pensionsalter.
Als Ursachen nennt die Kammer hohe Arbeitsbelastung, gestiegene Kosten und zu wenige Absolventen. Bei den Studienplätzen verweist sie auf den Wegfall der Quote von 75 Prozent für Bewerber mit österreichischem Reifezeugnis im Jahr 2019; jährlich stehen 144 Plätze zur Verfügung, 80 in Wien, 40 in Innsbruck, 24 in Graz. Die ÖGK setzt dagegen auf Jobsharing-Verträge, bei denen zwei Zahnärzte eine Kassenstelle teilen, und auf eigene Zahngesundheitszentren.
Was der Tarif nicht zeigt
Ein Kassentarif von 24,70 Euro für eine Extraktion ist Umsatz, nicht Einkommen. Davon zahlt die Ordination Assistenz, Miete, Geräte, Material und Labor. Die einzige öffentlich verhandelte Kostengröße ist der Kollektivvertrag für die Angestellten bei Zahnärzten: Der Abschluss 2025 brachte laut GPA im Durchschnitt 15,77 Prozent auf die Kollektivvertragsgehälter und eine Gefahrenzulage von 151 Euro für alle Beschäftigten.
Wer die Zahlen dieser Seite mit einem Angestelltengehalt vergleichen will, findet die Tabellen der Spitalsärzte beim Arzt Gehalt und den Vollzeit-Median aller Beschäftigten von 3.977 Euro beim Durchschnittsgehalt.
Quellen
- KAGes, Gehaltsansätze ab 01.07.2026 (PDF), Schema SI/N3, abgerufen 03.09.2026
- Dienstordnung B für die Ärzte und Dentisten bei den Sozialversicherungsträgern, 108. Änderung (PDF), §§ 35, 38, 47b und Anlage 1, gültig ab 01.01.2026, abgerufen 03.09.2026
- ÖGK, Honorarordnung für Vertragszahnärzte und Vertragszahnärztinnen (PDF), gültig ab 01.01.2026, abgerufen 03.09.2026
- Österreichische Zahnärztekammer, Autonome Honorarrichtlinien 2025/2026 (PDF), gültig ab 01.07.2025, abgerufen 03.09.2026
- Zahnärztekammer Wien, Honorarerhöhungsfaktor 2026, abgerufen 03.09.2026
- Österreichische Zahnärztekammer, Pressespiegel: Zahl der Kassenzahnärzte sinkt (PDF), Die Presse, 12.02.2024, abgerufen 03.09.2026
- GPA, Kollektivvertrag für die Angestellten bei Zahnärzten 2025, abgerufen 03.09.2026
Häufig gestellte Fragen
Was verdient ein angestellter Zahnarzt?
In den steirischen KAGes-Spitälern nach dem Schema SI/N3 zwischen 7.001,90 und 11.436,40 Euro brutto im Monat, Stand 1. Juli 2026. In den Zahnambulatorien der Sozialversicherung nach der Dienstordnung B in der Gehaltsgruppe B III ab 6.665,30 Euro bei 40 Wochenstunden, bei den üblichen 36 Stunden um zehn Prozent weniger, also 5.998,77 Euro, plus einer Fachzulage. Für angestellte Zahnärzte in privaten Ordinationen gibt es keine veröffentlichte Tabelle.
Was bekommt ein Kassenzahnarzt pro Leistung?
Nach der Honorarordnung der ÖGK, gültig seit 1. Jänner 2026: 17,00 Euro für eine Beratung, 24,70 Euro für eine Extraktion samt Anästhesie, 24,90 Euro für eine Einflächenfüllung, 57,90 Euro für eine Mehrflächenfüllung, 68,70 Euro für Mundhygiene. Kompositfüllungen liegen zwischen 48,80 und 82,90 Euro.
Was verrechnet ein Wahlzahnarzt?
Die Zahnärztekammer gibt Autonome Honorarrichtlinien heraus, gültig ab 1. Juli 2025: 102 Euro für Beratung und Erstuntersuchung, 98 Euro für eine Extraktion, 972 Euro für eine Standardkrone aus Metallkeramik, 1.331 Euro für eine Vollkeramikkrone. Die Kasse ersetzt Patienten 80 Prozent des Kassentarifs, den Rest zahlen sie selbst.
Wie viele Kassenzahnärzte gibt es noch?
2.377 laut Zahnärztekammer Anfang 2024, zehn Jahre davor waren es 2.602, ein Rückgang um 8,64 Prozent. Die Zahl der Wahlzahnärzte stieg im selben Zeitraum von 1.294 auf 1.408. In Wien sank die Zahl der Kassenordinationen von 696 auf 610. Rund zehn Prozent der Kassenplanstellen sind unbesetzt oder nicht besetzbar.
Wie steigen die Kassentarife?
Über eine Tarifautomatik: Die zahnärztlichen Tarife steigen jedes Jahr mit dem Mittelwert der Abschlüsse, die die Ärztekammern im Vorjahr für alle Fächer ausverhandelt haben. Für 2026 einigten sich Zahnärztekammer und Dachverband auf einen Honorarerhöhungsfaktor von 2,95 Prozent.
Gibt es einen Kollektivvertrag in Zahnarztpraxen?
Ja, für die Angestellten bei Zahnärzten, also vor allem die Assistenz. Der Abschluss 2025 brachte laut Gewerkschaft im Durchschnitt 15,77 Prozent auf die Kollektivvertragsgehälter und eine Gefahrenzulage von 151 Euro für alle Beschäftigten. Die Zahnärztinnen und Zahnärzte selbst sind als Ordinationsinhaber Arbeitgeber, nicht Arbeitnehmer.