EUR/CHF Wechselkurs | Österreich 2026

EUR/CHF 2026: Schweizer Franken Kurs, SNB-Politik, Mindestkurs-Historie und Tipps für Reisende und Anleger aus Österreich.

Aktualisiert: 03. April 2026 15 Min. Lesezeit

EUR/CHF: Der Schweizer Franken im Fokus 2026

Für Österreicherinnen und Österreicher ist der Schweizer Franken eine der relevantesten Fremdwährungen. Die Schweiz ist wichtiger Nachbar, Handelspartner und beliebtes Reiseziel. Zudem haben Tausende österreichische Haushalte in der Vergangenheit Fremdwährungskredite in Franken aufgenommen, was die Währung auch viele Jahre nach dem Höhepunkt der Frankenkredit-Problematik noch immer zu einem emotionalen Thema macht.

Die Bedeutung des Schweizer Frankens

Der Schweizer Franken (ISO-Code CHF) ist die offizielle Währung der Schweiz und Liechtensteins. Obwohl die Schweiz mit rund neun Millionen Einwohnern ein relativ kleines Land ist, gehört der Franken zu den wichtigsten Währungen der Welt. Am globalen Devisenumsatz hat der Franken einen Anteil von etwa fünf Prozent und liegt damit unter den Top-7-Währungen weltweit.

Die Stärke des Frankens beruht auf mehreren Faktoren: politische Stabilität, eine unabhängige und konservativ agierende Zentralbank, niedrige Staatsverschuldung, ein hoher Leistungsbilanzüberschuss und eine bedeutende Finanzindustrie. Insbesondere in Krisenzeiten fließt weltweit Kapital in den Franken, was die Währung kontinuierlich aufwertet. Ökonomen sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten Safe-Haven-Status.

Historische Entwicklung des EUR/CHF Kurses

Als der Euro 1999 eingeführt wurde, notierte EUR/CHF bei rund 1,60. In den folgenden Jahren wertete der Franken schrittweise auf. Bis 2007 lag der Kurs bei etwa 1,65, danach setzte eine massive Aufwertung ein. Die Finanzkrise 2008 und vor allem die Eurokrise ab 2010 lösten eine regelrechte Flucht in den Franken aus. Im August 2011 erreichte EUR/CHF mit rund 1,01 ein historisches Tief. Der Franken drohte Parität mit dem Euro zu erreichen, was die schweizerische Exportwirtschaft massiv unter Druck setzte.

Die Einführung des Mindestkurses 2011

Am 6. September 2011 reagierte die Schweizerische Nationalbank mit einem beispiellosen Schritt: Sie führte einen Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro ein. Die SNB kündigte an, unbegrenzt Euro zu kaufen, um ein Absinken unter dieses Niveau zu verhindern. Diese Maßnahme brachte zunächst Ruhe in den Markt, führte aber zu einer massiven Aufblähung der SNB-Bilanz. Innerhalb weniger Jahre wuchsen die Devisenreserven der Nationalbank auf über 500 Milliarden Franken an.

Der Franken-Schock 2015

Am 15. Jänner 2015 schockte die SNB die Märkte mit der überraschenden Aufgabe des Mindestkurses. Binnen Minuten stürzte EUR/CHF von 1,20 auf unter 0,85 ab. Dieser Tag ging als Franken-Schock in die Wirtschaftsgeschichte ein. Viele Broker, die ihren Kunden Devisenhandel mit Franken angeboten hatten, gerieten in Schwierigkeiten, einige gingen sogar insolvent. Für österreichische Fremdwährungskreditnehmer, die noch einen Frankenkredit liefen hatten, bedeutete der Tag einen massiven Vermögensverlust.

In den Jahren danach erholte sich der Kurs langsam. Er bewegte sich zwischen 1,05 und 1,20, getrieben von den Interventionen der SNB und Negativzinsen. Die Corona-Krise 2020 und der russische Angriff auf die Ukraine 2022 verschärften erneut die Safe-Haven-Nachfrage. 2024 erreichte der Franken kurzzeitig wieder Parität mit dem Euro, 2025 pendelte EUR/CHF um 0,95, und 2026 notiert das Paar weiter in einer Spanne um 0,93 bis 0,97.

Die Politik der SNB im Jahr 2026

Die Schweizerische Nationalbank verfolgt auch 2026 das Ziel der Preisstabilität, definiert als eine Inflationsrate unter zwei Prozent. Anders als die EZB hat die SNB in den vergangenen Jahren keinen aggressiven Zinserhöhungszyklus durchlaufen. Der SNB-Leitzins liegt aktuell bei rund 0,5 Prozent, die Inflation in der Schweiz beträgt etwa ein Prozent. Die Nationalbank interveniert bei Bedarf weiterhin am Devisenmarkt, um eine übermäßige Aufwertung des Frankens zu verhindern, betont jedoch ihre Flexibilität.

Präsident Martin Schlegel, seit 2024 an der Spitze der SNB, hat mehrfach betont, dass die Notenbank den Franken weder fest anbinden noch bestimmte Niveaus verteidigen wolle. Der Markt entscheidet über den Kurs, die SNB greift nur ein, wenn die Preisstabilität oder die wirtschaftliche Lage gefährdet sind. Diese Strategie unterscheidet sich deutlich von der klassischen Mindestkurs-Politik der Jahre 2011 bis 2015.

Einflussfaktoren auf den EUR/CHF Kurs

Geopolitische Unsicherheit

Der mit Abstand wichtigste Treiber des Frankens ist die globale Risikostimmung. Nehmen geopolitische Spannungen, Finanzmarktkrisen oder politische Unsicherheiten zu, fließt Kapital in den Franken. Umgekehrt profitiert der Euro, wenn das Marktumfeld ruhig und optimistisch ist.

Zinsdifferenz

Die Zinsdifferenz zwischen EZB und SNB beeinflusst den Kurs ebenfalls. Höhere Euro-Zinsen machen den Euro attraktiver und schwächen den Franken. Da die SNB traditionell eine konservativere Zinspolitik verfolgt, liegen die Euro-Zinsen meist über den Frankenzinsen, was den Franken leicht belastet. 2026 beträgt die Zinsdifferenz rund 1,5 Prozentpunkte zugunsten des Euros.

Inflation

Die Schweiz hat traditionell eine niedrigere Inflation als die Eurozone. Das ist ein struktureller Aufwertungsfaktor für den Franken. Nach der Kaufkraftparität-Theorie muss eine Währung mit niedriger Inflation gegenüber einer Währung mit höherer Inflation langfristig aufwerten, um die Preisniveauunterschiede auszugleichen.

Leistungsbilanz

Die Schweiz erzielt seit Jahrzehnten erhebliche Leistungsbilanzüberschüsse. Das bedeutet, dass das Land mehr Güter, Dienstleistungen und Kapitaleinkommen exportiert, als es importiert. Diese Überschüsse führen zu einer strukturellen Nachfrage nach Franken und wirken aufwertend.

Umrechnung EUR in CHF

Die Umrechnung vom Euro in Franken ist einfach. Bei einem Kurs von beispielsweise 0,95 gilt: Ein Euro entspricht 0,95 Franken. 100 Euro sind also 95 Franken. Umgekehrt: 100 Franken entsprechen 100 geteilt durch 0,95, also rund 105,26 Euro. Bei jedem Umtausch müssen Sie jedoch den Spread und die Gebühren Ihrer Bank oder Wechselstube berücksichtigen. Dieser Spread kann zwischen 0,2 und 4 Prozent betragen.

Tipps für Reisen in die Schweiz

Die Schweiz ist für Österreicher ein beliebtes Reiseziel. Ob Skifahren im Engadin, Wandern in den Berner Alpen, Städtetrip nach Zürich oder Genf: Die Schweiz ist teuer, und kluge Wechselstrategien helfen, Geld zu sparen.

Kreditkarten und Debitkarten

Moderne Reisekarten wie Revolut, Wise, N26 und Bunq rechnen zum echten Devisenmittelkurs ab, oft ohne Aufschlag. Klassische Kreditkarten österreichischer Banken verrechnen hingegen häufig 1,5 bis 2 Prozent Fremdwährungsgebühr, manchmal zusätzlich eine Pauschale pro Buchung. Prüfen Sie die Bedingungen vor Reiseantritt.

Bargeld in der Schweiz

In der Schweiz ist Bargeld weiterhin üblich. In vielen kleineren Restaurants, Bergbahnen und Taxis wird Barzahlung bevorzugt. Nehmen Sie daher einen kleinen Vorrat an Franken mit. Bestellen Sie das Geld bei Ihrer Hausbank vor, um den besten Kurs zu bekommen. Wechseln Sie nicht am Bahnhof oder Flughafen, dort sind die Kurse meist schlecht.

Euro-Akzeptanz

In der grenznahen Schweiz, etwa in St. Gallen, Bregenz-nahen Orten oder in touristischen Regionen, wird häufig auch der Euro angenommen. Der Kurs ist jedoch meist ungünstig, oft 1 zu 1 oder mit einem Aufschlag von 5 bis 10 Prozent. Zahlen Sie wenn möglich in Franken.

Steuerfreies Einkaufen

Als EU-Bürger können Sie in der Schweiz Mehrwertsteuerrückerstattung beantragen, wenn Sie Waren über 300 Franken einkaufen und innerhalb von 90 Tagen ausführen. Die Rückerstattung beträgt 8,1 Prozent und wird an der Grenze bestätigt. Wichtig: Die Waren müssen tatsächlich ausgeführt werden und dürfen in Österreich wiederum verzollt werden, falls die Freigrenzen überschritten sind.

Tipps für Anleger

Franken-Anlagen

Der Schweizer Aktienmarkt zählt zu den stärksten der Welt. Unternehmen wie Nestlé, Roche, Novartis, ABB und UBS bilden das Rückgrat des SMI (Swiss Market Index). Viele österreichische Anleger halten Schweizer Aktien oder ETFs auf den SMI, was ihnen eine natürliche Diversifikation in den Franken bietet.

Währungsrisiko

Investitionen in Franken bergen immer ein Wechselkursrisiko. Wertet der Franken gegenüber dem Euro auf, gewinnen Ihre Anlagen zusätzlich. Wertet er ab, verlieren Sie. Historisch hat der Franken eher zu Aufwertungen tendiert, doch Garantien gibt es nicht.

Frankenkredite

Fremdwährungskredite in Franken waren in Österreich jahrelang beliebt, insbesondere für Immobilienfinanzierungen. Nach dem Franken-Schock 2015 und scharfer Regulierung durch die FMA sind Neuabschlüsse heute praktisch verboten. Bestehende Kredite werden weiter getilgt, oft mit erheblichen Verlusten im Vergleich zur ursprünglichen Aufnahme. Betroffene sollten sich an ihre Bank wenden und gegebenenfalls rechtliche Beratung in Anspruch nehmen.

Grenzgänger zwischen Österreich und der Schweiz

Tausende Österreicher, insbesondere aus Vorarlberg, pendeln täglich zur Arbeit in die Schweiz. Sie erhalten ihren Lohn in Franken und müssen ihn regelmäßig in Euro umtauschen oder Konten in beiden Währungen führen. Für diese Gruppe sind Wechselkursschwankungen von unmittelbarer finanzieller Bedeutung. Ein starker Franken erhöht das verfügbare Einkommen in Euro gerechnet, ein schwacher Franken reduziert es.

Empfehlenswert sind Multi-Währungskonten, wie sie von Neobanken und mittlerweile auch von manchen österreichischen Banken angeboten werden. Diese erlauben es, Beträge in Franken zu halten und erst dann umzutauschen, wenn der Kurs günstig ist.

Prognose EUR/CHF 2026

Die meisten Analysten erwarten für 2026 einen stabilen bis leicht aufwertenden Franken. Der Kurs dürfte weiterhin in der Spanne 0,93 bis 0,98 pendeln. Eine Rückkehr zu Kursen über 1,00 erscheint nur möglich, wenn sich die globale Lage deutlich beruhigt und die EZB ihre Zinsen länger als erwartet hochhält. Umgekehrt könnte eine Eskalation geopolitischer Konflikte oder eine neue Eurokrise den Franken auf Parität oder darunter drücken.

Die Goldreserven der Schweiz und die Frankenstärke

Die Schweiz hält pro Kopf die größten Goldreserven der Welt. Rund 1.040 Tonnen Gold lagern in den Tresoren der SNB, verteilt auf Standorte in der Schweiz, London und Toronto. Gold und Franken haben historisch eine enge Verbindung, die Schweiz galt seit dem 19. Jahrhundert als Goldwährungsland. Obwohl der Franken seit 1999 nicht mehr an Gold gebunden ist, stärkt die Wahrnehmung der Schweiz als Land mit umfangreichen Goldreserven das Vertrauen in die Währung.

Im Jahr 2014 wurde in einer Volksabstimmung über die Gold-Initiative entschieden, die einen Mindestgoldanteil von 20 Prozent in den SNB-Reserven vorgesehen hätte. Die Initiative wurde abgelehnt, doch die Debatte zeigte die enge Verbindung zwischen dem Goldstandard-Mythos und dem Vertrauen in den Franken.

Technische Analyse EUR/CHF

Für kurzfristig orientierte Trader sind folgende Kursmarken bei EUR/CHF 2026 relevant:

  • Unterstützung bei 0,9200: Dieses Niveau hat sich im ersten Quartal 2026 als solider Boden erwiesen. Ein nachhaltiger Bruch würde neue Franken-Stärke signalisieren.
  • Unterstützung bei 0,9000: Psychologisch wichtige Marke. Unter diesem Niveau würde der Franken als extrem überbewertet gelten.
  • Widerstand bei 0,9700: Oberes Ende der aktuellen Spanne. Ein Durchbruch wäre positiv für den Euro.
  • Widerstand bei 1,0000: Die Paritätsmarke ist langfristig eine Schlüsselmarke.

Die gleitenden 200-Tage-Durchschnitte zeigen einen langfristigen Abwärtstrend, der die strukturelle Aufwertung des Frankens widerspiegelt. Kurzfristige Gegenbewegungen sind normal, der langfristige Trend zeigt jedoch klar in Richtung Franken-Stärke.

Vergleich der Wechselanbieter für CHF

Wer Euro in Franken wechseln möchte, hat in Österreich verschiedene Optionen. Die Kosten können erheblich variieren:

Hausbanken

Die großen österreichischen Banken bieten CHF-Devisenkurse mit einem Aufschlag von 2 bis 4 Prozent auf den Mittelkurs. Bei Erste Bank, Raiffeisen, Bank Austria und BAWAG können Sie Franken online oder am Schalter kaufen. Bargeld muss meist vorbestellt werden und ist in ein bis drei Werktagen verfügbar. Für größere Beträge (ab 5.000 Euro) sind individuelle Kurse verhandelbar.

Neobanken und Fintechs

Revolut, Wise, N26 und Bunq bieten Umrechnungen nahe dem Mittelkurs mit Aufschlägen von nur 0,1 bis 0,5 Prozent. Wise ist besonders transparent mit dem angezeigten Aufschlag. Revolut bietet im Standard-Tarif an Werktagen kostenlose Umrechnungen bis zu einem bestimmten Monatslimit, am Wochenende gelten höhere Aufschläge. Für regelmäßige Grenzgänger ist das ein erheblicher Vorteil.

Wechselstuben in Wien

Wechselstuben in Wien bieten CHF-Bargeld mit variablen Aufschlägen. Die besten Kurse findet man in spezialisierten Wechselstuben in der Innenstadt, die schlechtesten am Flughafen Wien-Schwechat. Vergleichen Sie immer den angebotenen Kurs mit dem aktuellen Mittelkurs, bevor Sie tauschen.

Wirtschaftsbeziehungen Österreich und Schweiz im Detail

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und der Schweiz sind intensiv und historisch gewachsen. Das Handelsvolumen beträgt jährlich rund 15 Milliarden Euro. Österreich exportiert vor allem Maschinen, Fahrzeuge, pharmazeutische Produkte, Stahl und Nahrungsmittel in die Schweiz. Im Gegenzug importiert Österreich pharmazeutische Produkte, Uhren, Maschinen, Chemie und Finanzdienstleistungen.

Besonders eng sind die Verflechtungen in Vorarlberg, wo die Schweizer Unternehmen Hilti, Bühler, Nestlé und viele mehr präsent sind. Umgekehrt sind österreichische Konzerne wie Zumtobel, Doppelmayr oder Blum in der Schweiz aktiv. Der Tourismus in beide Richtungen ist ebenfalls bedeutend, österreichische Skigebiete ziehen Schweizer Gäste an und umgekehrt.

Die Pensionsvorsorge spielt ebenfalls eine Rolle. Viele Österreicher, die in der Schweiz arbeiten oder gearbeitet haben, beziehen Schweizer Renten (AHV und BVG). Diese werden in Franken ausgezahlt und müssen in Euro umgerechnet werden. Für Pensionisten mit Schweizer Rente ist der EUR/CHF Kurs ein lebenslanger Begleiter.

Immobilien in der Schweiz für Österreicher

Der Kauf von Immobilien in der Schweiz durch Ausländer ist durch die Lex Koller streng reguliert. EU-Bürger mit Aufenthaltsbewilligung können eine Wohnung oder ein Haus in der Schweiz erwerben, Ferienwohnungen sind jedoch in vielen Kantonen kontingentiert. Die Preise in der Schweiz sind deutlich höher als in Österreich, besonders in Zürich, Genf, Basel und den touristischen Regionen. Ein starker Franken macht Schweizer Immobilien für Euro-Investoren noch teurer.

Versicherungen und Bankkonten in der Schweiz

Viele Österreicher unterhalten aus verschiedenen Gründen Bankkonten in der Schweiz. Seit den Abkommen über den automatischen Informationsaustausch (AIA) werden Kontodaten automatisch an die österreichischen Steuerbehörden gemeldet. Die Zeiten der Steuerparadiese sind damit vorbei. Dennoch bieten Schweizer Banken weiterhin hochwertige Vermögensverwaltung, breite Produktpaletten und die Stabilität des Frankens als Anlagewährung.

Für Grenzgänger aus Vorarlberg empfehlen sich Dual-Kontomodelle, bei denen sowohl ein Franken- als auch ein Euro-Konto geführt werden. Einige Schweizer Banken wie UBS, Credit Suisse (jetzt UBS), Raiffeisen Schweiz und Kantonalbanken bieten spezielle Grenzgängermodelle an.

Der Schweizer Franken bleibt auch 2026 eine der stabilsten und gefragtesten Währungen der Welt. Für österreichische Reisende, Anleger und Grenzgänger ist EUR/CHF ein wichtiger Kurs, der die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen beiden Ländern widerspiegelt. Mit günstigen Reisekarten, cleverer Planung und einem Blick auf die SNB-Politik können Sie Wechselkursrisiken minimieren und die besten Konditionen erzielen. Der Franken wird seinem Ruf als Fluchtwährung auch in Zukunft gerecht werden – insbesondere in unsicheren Zeiten.

Kaufkraftvergleich: Schweiz vs. Österreich

Die Schweiz ist eines der teuersten Länder der Welt, und der starke Franken verstärkt diesen Effekt für Euro-Reisende. Ein Vergleich typischer Kosten:

  • Espresso: 4,50 CHF (ca. 4,70 EUR) vs. 2,80 EUR in Wien
  • Mittagessen Restaurant: 25 bis 40 CHF vs. 12 bis 18 EUR
  • Hotelzimmer Mittelklasse: 180 bis 300 CHF vs. 100 bis 170 EUR
  • Bier (0,5l): 7 bis 9 CHF vs. 4 bis 5 EUR
  • Einzelfahrt Stadtbus: 3,80 CHF vs. 2,40 EUR

Diese Preisunterschiede machen deutlich, warum eine sorgfältige Budgetplanung und günstige Wechselkurse bei Reisen in die Schweiz besonders wichtig sind.

Schweizer Börse und Finanzprodukte

Die Schweizer Börse SIX Swiss Exchange ist eine der größten und liquidesten in Europa. Der Swiss Market Index (SMI) umfasst die 20 größten Unternehmen, darunter Nestlé (der größte Lebensmittelkonzern der Welt), Roche und Novartis (Pharma), UBS (Banken), Zurich Insurance und ABB (Elektrotechnik). Für österreichische Anleger, die in den SMI investieren möchten, gibt es zahlreiche ETFs, die an europäischen Börsen in Euro gehandelt werden, etwa den iShares SMI ETF oder den Xtrackers Switzerland ETF.

Kryptowährungen und der Schweizer Franken

Die Schweiz, insbesondere der Kanton Zug (Crypto Valley), hat sich als globales Zentrum für Blockchain und Kryptowährungen etabliert. Unternehmen wie Ethereum, Cardano, Polkadot und zahlreiche Krypto-Start-ups haben ihren Sitz in der Schweiz. Die regulatorische Klarheit und die innovationsfreundliche Haltung der FINMA machen die Schweiz attraktiv für Krypto-Unternehmen. Für den CHF-Kurs hat dies indirekte Auswirkungen, da Kapitalzuflüsse in den Krypto-Sektor auch die Nachfrage nach Franken stützen können.

Lebensversicherungen und Pensionskassen

Viele österreichische Lebensversicherungen und Pensionskassen investieren einen Teil ihrer Portfolios in Schweizer Franken denominierte Anleihen und Aktien. Diese Allokation dient der Diversifikation und dem Schutz gegen Euro-Schwäche. Die SNB-Anleihen gelten als eine der sichersten Anlagen weltweit, bieten jedoch minimale Renditen. Für Privatanleger, die ähnliche Strategien verfolgen wollen, gibt es ETFs auf Schweizer Staatsanleihen, die an europäischen Börsen gehandelt werden. Die Währungskomponente verstärkt den Safe-Haven-Charakter dieser Investments.

Verhandlungen EU-Schweiz

Die Beziehungen zwischen der EU und der Schweiz basieren auf einem komplexen Netz bilateraler Abkommen. 2024 haben die Verhandlungen über ein neues institutionelles Rahmenabkommen Fortschritte gemacht, nachdem der Bundesrat 2021 die früheren Verhandlungen abgebrochen hatte. Fortschritte bei diesen Verhandlungen können den Franken leicht schwächen, da sie wirtschaftliche Integration und Planungssicherheit bringen. Scheitern die Verhandlungen, könnte der Franken als sicherer Hafen erneut profitieren. Für österreichische Unternehmen und Grenzgänger sind diese Verhandlungen von großer Bedeutung, da sie den Marktzugang und die Arbeitnehmerfreizügigkeit betreffen.

Schweizer Uhrenindustrie und Luxusgüter

Die Schweizer Uhrenindustrie ist weltweit einzigartig. Marken wie Rolex, Patek Philippe, Omega, TAG Heuer und Breitling symbolisieren Schweizer Präzision und Handwerkskunst. Die Branche exportiert jährlich Uhren im Wert von über 20 Milliarden Franken, ein erheblicher Teil der Schweizer Exporterlöse. Für österreichische Uhrenliebhaber, die in der Schweiz einkaufen, ist der EUR/CHF Kurs direkt relevant. Ein starker Franken macht Schweizer Luxusgüter für Euro-Käufer teurer. Viele Uhrenmarken bieten in der Schweiz Tax-Free-Shopping für EU-Touristen an, was den Preisunterschied teilweise kompensiert.

Bildung und Forschung

Die Schweiz beherbergt einige der besten Universitäten der Welt. Die ETH Zürich und die EPFL in Lausanne zählen regelmäßig zu den Top 20 weltweit. Österreichische Studenten und Forscher, die in der Schweiz studieren oder arbeiten, müssen sich mit dem Franken auseinandersetzen. Studiengebühren an Schweizer Universitäten sind für internationale Studierende moderat (rund 1.500 CHF pro Semester an der ETH), die Lebenshaltungskosten in Städten wie Zürich, Genf oder Basel sind jedoch extrem hoch. Ein Zimmer in einer WG kostet leicht 800 bis 1.200 CHF monatlich.

Pendlerverkehr und Grenzgänger im Detail

Der Pendlerverkehr zwischen Vorarlberg und der Schweiz ist einer der intensivsten grenzüberschreitenden Pendlerströme in Europa. Rund 10.000 Vorarlberger pendeln täglich zur Arbeit in die Schweiz, hauptsächlich in den Kanton St. Gallen und das Fürstentum Liechtenstein. Die Löhne in der Schweiz sind für vergleichbare Positionen rund 50 bis 80 Prozent höher als in Österreich. Die Lebenshaltungskosten werden in Österreich bestritten, was die reale Kaufkraft erheblich steigert.

Steuerlich sind Grenzgänger ein Sonderfall. Zwischen Österreich und der Schweiz besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen, das regelt, in welchem Land die Einkommensteuer fällig wird. Grundsätzlich wird in der Schweiz eine Quellensteuer einbehalten, die in Österreich auf die Einkommensteuer angerechnet wird. Die genaue Berechnung ist komplex und sollte mit einem auf Grenzgänger spezialisierten Steuerberater besprochen werden.

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Häufig gestellte Fragen

Wie steht der EUR/CHF Kurs aktuell 2026?

Der EUR/CHF Kurs notiert 2026 in einer Spanne zwischen 0,92 und 0,98. Der Franken bleibt eine der stärksten Währungen der Welt und gilt als sicherer Hafen.

Warum ist der Schweizer Franken so stark?

Die Schweiz gilt als politisch stabil, hat niedrige Inflation, solide Staatsfinanzen und einen hohen Leistungsbilanzüberschuss. Dies macht den Franken zu einer Zuflucht in Krisenzeiten.

Wo wechsle ich in Österreich günstig Euro in Franken?

Am günstigsten sind Neobanken wie Wise oder Revolut, Online-Broker oder spezialisierte Wechselstuben. Flughäfen und Hotels bieten meist die schlechtesten Kurse.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.