EUR/HUF Wechselkurs | Österreich 2026
EUR/HUF 2026: Ungarischer Forint Kurs, Wirtschaft, Notenbank und Tipps für Ungarn-Urlaub und Grenzgänger aus Österreich.
EUR/HUF: Der Ungarische Forint 2026
Der Ungarische Forint (ISO-Code HUF) ist die offizielle Währung Ungarns, eines der wichtigsten direkten Nachbarländer Österreichs. Für österreichische Touristen, Einkaufsreisende, Grenzgänger und Geschäftsleute spielt das Währungspaar EUR/HUF eine zentrale Rolle. Ungarn ist EU-Mitglied seit 2004, gehört jedoch weiterhin nicht zur Eurozone.
Der Ungarische Forint im Überblick
Der Forint wurde 1946 eingeführt, als Ersatz für den Pengő, der nach dem Zweiten Weltkrieg von einer der verheerendsten Hyperinflationen der Geschichte zerstört wurde. Eine Trillion Pengő entsprach damals einem Forint. Seitdem ist der Forint die Landeswährung Ungarns. Ein Forint unterteilt sich theoretisch in 100 Fillér, die jedoch seit 1999 nicht mehr im Umlauf sind.
Die ungarische Wirtschaft ist eng mit der Eurozone und insbesondere mit Deutschland und Österreich verflochten. Automobilindustrie, Maschinenbau, Elektronik, Pharmazie und Dienstleistungen bilden wichtige Säulen. Der Tourismus, vor allem rund um Budapest und den Balaton, spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle.
Historische Entwicklung EUR/HUF
Seit der Einführung des Euro 1999 hat der Forint eine langfristig abwertende Tendenz gezeigt. Anfangs lag EUR/HUF bei rund 250. Durch die EU-Mitgliedschaft und wirtschaftliche Reformen stabilisierte sich die Lage zeitweise. Der Forint bewegte sich jahrelang zwischen 240 und 310.
Finanzkrise 2008
Die globale Finanzkrise traf Ungarn hart. Viele ungarische Haushalte hatten Fremdwährungskredite in Euro oder Schweizer Franken aufgenommen. Als der Forint abwertete, stiegen ihre Kreditraten drastisch. EUR/HUF schoss im Frühjahr 2009 auf rund 320. Die ungarische Nationalbank (MNB) musste mit IWF-Hilfe intervenieren.
Stabilisierung und neue Abwertung
Nach der Finanzkrise pendelte EUR/HUF mehrere Jahre zwischen 280 und 320. Ab 2018 begann jedoch eine neue Phase der Abwertung, bedingt durch die expansive Geldpolitik der MNB und politische Spannungen zwischen Budapest und Brüssel. Der Kurs stieg schrittweise auf über 350 bis 370.
Corona, Inflation und Krise
Die Corona-Krise, der Ukraine-Krieg und die europäische Energiekrise führten 2022 zu einem weiteren Absturz. Im Oktober 2022 erreichte EUR/HUF mit über 430 ein historisches Hoch. Die MNB reagierte mit drastischen Zinserhöhungen. Der Leitzins stieg kurzzeitig auf 18 Prozent, einer der höchsten Werte in der EU. 2023 und 2024 stabilisierte sich die Lage. 2025 und 2026 bewegt sich EUR/HUF zwischen 385 und 420 Forint pro Euro, mit erhöhter Volatilität.
Die Ungarische Nationalbank 2026
Die Magyar Nemzeti Bank (MNB) verfolgt das Ziel der Preisstabilität. Der Leitzins liegt 2026 bei rund 6,5 Prozent, deutlich über den Euro-Zinsen. Diese hohe Zinsdifferenz soll den Forint stützen und die Inflation bekämpfen. Die Inflation in Ungarn liegt 2026 bei etwa 5 Prozent und damit höher als im EU-Durchschnitt.
Die MNB steht regelmäßig in der Kritik, zu stark von politischen Interessen beeinflusst zu sein. Kritiker werfen der Zentralbank vor, zu lange eine expansive Politik verfolgt zu haben und damit die Inflation mitverursacht zu haben. Dennoch hat die MNB eine gewisse formale Unabhängigkeit und interveniert am Devisenmarkt, wenn der Forint in Gefahr gerät.
Einflussfaktoren auf EUR/HUF
Zinsdifferenz
Die hohe Zinsdifferenz zwischen MNB und EZB stützt den Forint. Sie macht Forint-Anlagen für internationale Investoren attraktiv und ermöglicht Carry Trades. Jede Zinssenkung der MNB schwächt den Forint tendenziell.
EU-Gelder
Ungarn erhält erhebliche Mittel aus EU-Fonds. Die Freigabe bzw. das Zurückhalten dieser Gelder aufgrund von Rechtsstaatlichkeitsbedenken ist ein wichtiger politischer und wirtschaftlicher Faktor. 2024 und 2025 wurden Milliardenbeträge eingefroren, Teilfreigaben haben den Forint zwischenzeitlich gestützt.
Politische Beziehungen zur EU
Die Beziehungen zwischen der Regierung Orbán und der EU-Kommission sind angespannt. Themen wie Rechtsstaatlichkeit, Ukraine-Hilfen, Migration und LGBTQ-Rechte führen zu Konflikten. Politische Schlagzeilen wirken sich direkt auf den Forint aus.
Leistungsbilanz und Handel
Ungarn hat lange Leistungsbilanzüberschüsse verzeichnet, 2022 jedoch aufgrund der Energiekrise ein erhebliches Defizit. 2026 ist die Bilanz wieder leicht positiv, was den Forint stützt.
Ungarn-Reisen: Tipps zum Währungstausch
Ungarn ist ein beliebtes Ziel für österreichische Kurzurlauber. Budapest, Sopron (Ödenburg), Pécs (Fünfkirchen), der Balaton (Plattensee) und Thermalbäder ziehen jedes Jahr Hunderttausende Österreicher an. Mit dem richtigen Wechselkurs-Management sparen Sie bares Geld.
Kartenzahlung
In Ungarn ist Kartenzahlung weit verbreitet, auch in kleinen Shops und Restaurants. Mit einer Revolut-, Wise- oder N26-Karte erhalten Sie Umrechnungen nahe dem Mittelkurs. Klassische Bankkarten verrechnen oft 1,5 bis 2 Prozent Gebühr, zusätzlich zu schlechteren Kursen.
Bargeld nur bei Bedarf
In ländlichen Regionen, bei Marktständen, kleineren Fahrgeschäften und in Thermalbädern ist Bargeld nützlich. Rechnen Sie mit 50 bis 100 Euro pro Person und Tag in bar, je nach Aufenthalt. Tauschen Sie nur in der Stadt bei seriösen Anbietern, nicht am Flughafen.
Wechselstuben
Budapest hat viele Wechselstuben mit sehr unterschiedlichen Kursen. Correctchange und Forex Exchange sind zwei bekannte Ketten mit meist fairen Kursen. Meiden Sie Wechselstuben in touristischen Hotspots wie rund um die Kettenbrücke oder den Burgberg, dort sind die Kurse oft schlecht. Prüfen Sie vor dem Wechseln immer den angezeigten Kurs und rechnen Sie den erhaltenen Betrag nach.
Euro-Akzeptanz
In Ungarn wird der Euro in vielen touristischen Geschäften, Hotels und Restaurants auch direkt akzeptiert. Der Kurs ist allerdings meist ungünstig, oft 5 bis 10 Prozent schlechter als der Bankenkurs. Zahlen Sie lieber in Forint.
Shopping in Ungarn
Ungarn ist für Österreicher ein beliebtes Einkaufsland, besonders für Lebensmittel, Kosmetik, Zahnarztbesuche und Friseurtermine in grenznahen Städten wie Sopron und Mosonmagyaróvár. Mit dem schwachen Forint sind diese Einkäufe oft deutlich günstiger als in Österreich. Beachten Sie die Zollfreimengen und Mehrwertsteuerregeln.
Grenzgänger und Pendler
Tausende Österreicher pendeln täglich zur Arbeit nach Ungarn, und umgekehrt. Besonders aus dem Burgenland und Wien gibt es intensive grenzüberschreitende Beziehungen. Für Grenzgänger mit Gehalt in Forint oder Euro ist ein aktives Währungsmanagement wichtig. Neobanken mit Multi-Währungskonten erleichtern das Halten von Forint-Beständen und den Umtausch zu optimalen Zeitpunkten.
Tipps für Anleger
Forint-Anlagen
Hohe Zinsen auf Forint-Sparbücher und -Anleihen klingen attraktiv, aber die Abwertungsrisiken sind erheblich. Wer in Forint spart, muss den Wertverlust gegen die Zinsen rechnen. Realrenditen sind oft bescheiden oder negativ.
Ungarische Aktien
Der Budapester Aktienindex BUX umfasst die größten ungarischen Unternehmen wie OTP Bank, MOL, Richter Gedeon, Magyar Telekom. Einige dieser Aktien sind international bekannt und werden auch in Wien und Frankfurt gehandelt. Sie bieten Exposure zum ungarischen Markt.
Immobilien in Ungarn
Viele Österreicher besitzen Ferienhäuser am Balaton oder in Budapest. Die Preise sind im Vergleich zu Österreich moderat, die Forint-Abwertung hat manche Objekte in Euro gerechnet günstig gemacht. Vor dem Kauf sollten rechtliche und steuerliche Fragen geklärt werden.
Euro-Einführung in Ungarn?
Ungarn ist seit 2004 EU-Mitglied und völkerrechtlich verpflichtet, den Euro einzuführen, sobald die Kriterien erfüllt sind. Die ungarische Regierung hat jedoch kein Interesse an einer baldigen Einführung und hält bewusst Abstand zur Eurozone. Ministerpräsident Orbán betont regelmäßig die Vorteile einer eigenständigen Geldpolitik. Ökonomen gehen davon aus, dass eine Euro-Einführung in Ungarn frühestens in den 2030er-Jahren realistisch ist.
Prognose EUR/HUF 2026
Die Prognose für EUR/HUF ist von hoher Unsicherheit geprägt. Die meisten Analysten erwarten eine seitwärtsgerichtete Bewegung zwischen 385 und 420. Eine Aufwertung des Forints könnte durch anhaltend hohe Zinsen, EU-Mittelfreigaben und Handelsüberschüsse getrieben werden. Eine weitere Abwertung wäre möglich bei politischen Spannungen, Zinssenkungen oder neuen externen Schocks.
Technische Analyse EUR/HUF 2026
Für Trader sind folgende Kursmarken bei EUR/HUF relevant:
- Unterstützung bei 390: Untere Begrenzung der aktuellen Handelsspanne. Ein nachhaltiger Bruch darunter wäre ein starkes Signal für Forint-Stärke.
- Unterstützung bei 375: Langfristiger Unterstützungsbereich, der nur bei sehr positiven Szenarien erreichbar ist.
- Widerstand bei 410: Obere Begrenzung der Spanne. Ein Durchbruch signalisiert erneute Forint-Schwäche.
- Widerstand bei 430: Das Krisenhoch aus 2022. Ein erneutes Erreichen wäre ein Alarmsignal.
Die Volatilität bei EUR/HUF ist hoch, typisch für Schwellenländerwährungen. Tagesschwankungen von 1 bis 2 Prozent sind nicht ungewöhnlich, besonders rund um Zentralbankentscheidungen und politische Ereignisse.
Budapest als Reiseziel: Preise und Kosten 2026
Budapest zählt zu den beliebtesten Städtereisezielen Europas und ist für österreichische Besucher ideal erreichbar, ob per Flug, Bahn, Bus oder Auto. Mit dem aktuellen EUR/HUF Kurs bietet die ungarische Hauptstadt ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis:
Typische Kosten in Budapest 2026
- Ein Bier in einer Bar: 800 bis 1.200 Forint (ca. 2 bis 3 Euro)
- Ein Mittagessen im Restaurant: 3.000 bis 5.000 Forint (ca. 7,50 bis 12,50 Euro)
- Ein Drei-Gänge-Abendessen: 8.000 bis 15.000 Forint (ca. 20 bis 37 Euro)
- Thermalbadbesuch (z.B. Széchenyi oder Gellért): 8.000 bis 10.000 Forint (ca. 20 bis 25 Euro)
- Einzelfahrt Öffentlicher Verkehr: 500 Forint (ca. 1,25 Euro)
- Hotelzimmer Mittelklasse: 25.000 bis 60.000 Forint (ca. 62 bis 150 Euro)
- Taxi vom Flughafen ins Zentrum: 8.000 bis 12.000 Forint (ca. 20 bis 30 Euro)
Im Vergleich zu Wien sind die meisten Dienstleistungen 30 bis 50 Prozent günstiger. Allerdings sind die Preise in Budapest in den letzten Jahren spürbar gestiegen, insbesondere in touristischen Hotspots.
Balaton und weitere Reiseziele
Neben Budapest ist der Balaton das beliebteste Reiseziel für Österreicher in Ungarn. Der Plattensee liegt nur rund drei Autostunden von Wien entfernt und bietet im Sommer ausgezeichnete Bademöglichkeiten, Segeln, Radfahren und Weinkultur. Siófok, Balatonfüred und Tihany sind die bekanntesten Orte. Mit dem schwachen Forint ist ein Sommerurlaub am Balaton deutlich günstiger als an der kroatischen Küste.
Weitere beliebte Ziele sind Pécs (Fünfkirchen) mit seinem UNESCO-Welterbe, Eger mit seiner Burg und den berühmten Rotweinbädern, Debrecen als zweitgrößte Stadt und die Puszta mit ihrer einzigartigen Landschaft. Thermalbäder gibt es in ganz Ungarn, mit besonders berühmten Anlagen in Hévíz, Hajdúszoboszló und Bükfürdő.
Wirtschaftsverflechtungen Österreich–Ungarn im Detail
Österreich und Ungarn verbindet eine jahrhundertealte Geschichte, die in der k.u.k. Monarchie ihren Höhepunkt fand. Auch heute sind die wirtschaftlichen Beziehungen intensiv. Österreich ist einer der größten Auslandsinvestoren in Ungarn. Wichtige österreichische Unternehmen in Ungarn umfassen:
- Raiffeisen Bank International (durch die Raiffeisen Bank Hungary)
- Erste Group (durch die Erste Bank Hungary)
- OMV (durch die MOL-Beteiligung und eigene Aktivitäten)
- Vienna Insurance Group
- Strabag (Bau)
- Andritz (Maschinenbau)
Umgekehrt sind ungarische Unternehmen wie MOL, OTP Bank und Wizz Air in Österreich aktiv. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern liegt bei rund 15 Milliarden Euro jährlich.
Zahnärzte und Medizintourismus
Ein besonderes Phänomen der österreichisch-ungarischen Beziehungen ist der Medizintourismus, insbesondere die Zahnmedizin. Tausende Österreicher reisen jedes Jahr nach Sopron, Mosonmagyaróvár oder Budapest, um Zahnbehandlungen durchführen zu lassen, die dort oft 50 bis 70 Prozent weniger kosten als in Österreich. Die Qualität der Zahnärzte ist gut, viele Praxen sind auf internationale Patienten spezialisiert und bieten deutschsprachigen Service. Der schwache Forint verstärkt diesen Preisvorteil.
Lebensmittel und Einkaufstouren
Einkaufstouren nach Ungarn sind für Bewohner des Burgenlands und des östlichen Niederösterreichs ein verbreitetes Phänomen. Lebensmittel, insbesondere Fleisch, Milchprodukte, Backwaren, Obst und Gemüse, sind in Ungarn deutlich günstiger. Auch Kosmetik, Reinigungsmittel und Tabak werden gerne jenseits der Grenze eingekauft. Die Supermärkte in Sopron und Umgebung haben sich auf österreichische Kunden eingestellt und bieten oft Parkplätze mit Autobusstellplätzen.
Beachten Sie die Einfuhrbestimmungen: Innerhalb der EU gibt es keine Zollgrenzen für Privatpersonen, aber für Alkohol und Tabak gelten Richtmengen. Außerdem sollte der Eigenverbrauch glaubhaft sein.
EUR/HUF ist ein wichtiges Währungspaar für die Bewohner Österreichs, das die engen wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen beiden Nachbarländern widerspiegelt. Der Forint bleibt volatil und wird durch eine Kombination aus Zinspolitik, politischen Faktoren und EU-Beziehungen bewegt. Für Reisende, Einkaufsausflüge und Grenzgänger bietet der vergleichsweise schwache Forint Kostenvorteile. Mit günstigen Reisekarten, klugen Wechseltaktiken und einem Blick auf die makroökonomischen Entwicklungen holen Sie das Beste aus Ihrem Ungarn-Budget heraus. Die Eurofrage bleibt spannend, eine Einführung ist jedoch mittelfristig nicht absehbar.
Thermalbäder in Ungarn: Wellness zum kleinen Preis
Ungarn ist berühmt für seine Thermalquellen. Das Land hat eine der höchsten Dichten an Thermalquellen weltweit. Die bekanntesten Bäder sind das Széchenyi-Bad und das Gellért-Bad in Budapest, das Hévízer Thermalsee (der größte biologisch aktive Thermalsee der Welt) und die Thermalbäder in Bükfürdő, Sárvár und Hajdúszoboszló. Für österreichische Besucher ist ein Thermalurlaub in Ungarn dank des günstigen Forint-Kurses besonders attraktiv. Die Eintrittspreise liegen oft bei einem Drittel bis der Hälfte der österreichischen Thermen-Preise.
Ungarische Weine
Ungarn hat eine jahrhundertealte Weinbautradition. Das berühmteste Weinanbaugebiet ist Tokaj, das für seinen gleichnamigen Süßwein (Tokaji Aszú) weltbekannt ist. Weitere bedeutende Regionen sind Eger (Rotwein, Bikavér / Stierblut), Villány, Szekszárd und die Region rund um den Balaton. Für Weinliebhaber aus Österreich ist ein Besuch in den ungarischen Weinregionen ein Geheimtipp, mit exzellenten Weinen zu deutlich günstigeren Preisen als in vergleichbaren österreichischen Regionen.
Digitale Zahlungsmittel in Ungarn
Ungarn hat in den vergangenen Jahren eine rasante Digitalisierung des Zahlungsverkehrs erlebt. Kontaktloses Bezahlen ist Standard, Apple Pay und Google Pay funktionieren flächendeckend. Die ungarische Instant Payment Platform ermöglicht Echtzeitüberweisungen rund um die Uhr. Für Touristen bedeutet das: Mit einer guten Reisekarte kommen Sie fast überall ohne Bargeld aus, besonders in Budapest und den größeren Städten.
Ungarische Transportinfrastruktur
Die Verkehrsanbindung zwischen Österreich und Ungarn ist exzellent. Die Autobahn M1 verbindet Wien mit Budapest in etwa zweieinhalb Stunden. Der Railjet der ÖBB fährt mehrmals täglich von Wien Hauptbahnhof nach Budapest Keleti in rund zweieinhalb Stunden. Billigflieger wie Wizz Air und Ryanair bieten günstige Flüge ab Wien, Graz und Salzburg. Flixbus verbindet Wien mit Budapest, Pécs, Debrecen und weiteren Städten zu extrem niedrigen Preisen.
Für die Autobahnnutzung in Ungarn ist eine elektronische Vignette (e-Matrica) erforderlich. Sie kann online oder an Tankstellen gekauft werden. Die Preise sind moderat und deutlich günstiger als die österreichische Autobahnvignette. Die 10-Tages-Vignette kostet rund 4.780 Forint (ca. 12 Euro).
Rechtslage und Eigentum
EU-Bürger können in Ungarn grundsätzlich Immobilien erwerben. Für landwirtschaftliche Flächen gelten Beschränkungen. Beim Immobilienkauf empfiehlt sich die Beauftragung eines lokalen Anwalts, der die Eigentumsverhältnisse prüft und den Kaufvertrag erstellt. Die Notargebühren und Grunderwerbsteuer (4 Prozent) sind im europäischen Vergleich moderat.
Ungarischer Paprika und Lebensmittelkultur
Ungarn ist weltberühmt für seinen Paprika. Die Regionen um Szeged und Kalocsa produzieren die besten Paprikasorten der Welt. Paprikapulver, Paprikacreme und frischer Spitzpaprika gehören zu den beliebtesten Mitbringseln. Außerdem bietet Ungarn eine reiche kulinarische Tradition: Gulasch, Lángos, Kürtőskalács (Baumkuchen), Dobostorte und Pogácsa sind nur einige der Highlights. Budapester Markthallen wie die Große Markthalle (Nagyvásárcsarnok) sind ein kulinarisches Erlebnis für österreichische Besucher.
Ungarische Sprache und Verständigung
Ungarisch (Magyar) ist eine finno-ugrische Sprache und für Deutschsprachige extrem schwer zu erlernen. In Budapest und touristischen Regionen sprechen jüngere Menschen oft Englisch. Deutsch wird vor allem von der älteren Generation und in grenznahen Regionen wie Sopron verstanden. Einige nützliche Wörter: Köszönöm (Danke), Igen (Ja), Nem (Nein), Mennyibe kerül? (Wie viel kostet das?). Die Einheimischen schätzen jeden Versuch, einige Worte auf Ungarisch zu sprechen.
Ungarns Automobilindustrie
Die Automobilindustrie ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Ungarns. Mercedes-Benz, Audi, Suzuki und BMW betreiben große Werke im Land. Das neue BMW-Werk in Debrecen, eines der modernsten der Welt, stärkt die ungarische Industriebasis zusätzlich. Die Branche profitiert von qualifizierten Arbeitskräften, moderaten Löhnen und der günstigen geografischen Lage. Für den Forint bedeutet die Automobilindustrie stabile Exporteinnahmen und Devisenzuflüsse.
Österreichische Zulieferer wie AVL List, Miba und zahlreiche KMU sind in der ungarischen Automobilindustrie aktiv. Die wirtschaftliche Verflechtung erstreckt sich über die gesamte Wertschöpfungskette, von Forschung und Entwicklung über die Produktion bis zur Logistik. Die Abhängigkeit von der Automobilindustrie birgt allerdings auch Risiken, wie sich während der Halbleiterkrise 2021-2022 gezeigt hat.
Wichtige Wirtschaftsindikatoren und Terminkalender
Für Devisenmärkte sind folgende Wirtschaftsindikatoren besonders relevant und werden monatlich oder vierteljährlich veröffentlicht:
- Bruttoinlandsprodukt (BIP): Zeigt das Wirtschaftswachstum an. Positive Überraschungen stärken die heimische Währung.
- Verbraucherpreisindex (VPI): Misst die Inflation und beeinflusst die Zinspolitik der Zentralbanken direkt.
- Arbeitsmarktdaten: Beschäftigungszahlen und Arbeitslosenquote beeinflussen die Geldpolitik.
- Einkaufsmanagerindex (PMI): Frühindikatoren für die wirtschaftliche Aktivität in Industrie und Dienstleistungen.
- Einzelhandelsumsätze: Zeigen die Konsumstärke der Bevölkerung.
- Handelsbilanz: Misst den Unterschied zwischen Exporten und Importen.
- Zentralbankentscheidungen: Die wichtigsten Einzelereignisse für den Devisenmarkt.
Die Veröffentlichungstermine sind in Wirtschaftskalendern auf Plattformen wie Investing.com, ForexFactory und Bloomberg nachzuschlagen. Viele Broker integrieren den Wirtschaftskalender direkt in ihre Handelsplattform. Für österreichische Anleger sind insbesondere die EZB-Pressekonferenzen und die Veröffentlichung der deutschen und österreichischen Wirtschaftsdaten relevant.
Wechselkurs-Apps und Tools für den Alltag
Für den täglichen Umgang mit Fremdwährungen empfehlen sich verschiedene Tools und Apps:
- XE Currency: Einer der bekanntesten Wechselkursrechner, verfügbar als App und Website.
- Wise (TransferWise): Bietet neben dem Geldtransfer auch einen exzellenten Live-Wechselkurs-Rechner.
- Revolut: Die App zeigt Echtzeit-Wechselkurse an und ermöglicht sofortige Umrechnung.
- Google Finanzen: Einfache Wechselkursabfrage direkt in der Google-Suche.
- OANDA: Professionelle Wechselkursdaten mit historischen Kursen und Diagrammen.
Diese Tools sind kostenlos und liefern zuverlässige Kursdaten in Echtzeit. Für die Planung größerer Umtauschgeschäfte empfehlen wir, die Kurse über mehrere Tage zu beobachten und Preisalarme einzurichten.
Kulturelle Veranstaltungen in Budapest
Budapest bietet ein reichhaltiges Kulturprogramm: das Sziget Festival (eines der größten Musikfestivals Europas), das Budapest Spring Festival, die Kunsthalle Műcsarnok, das House of Music Hungary (von Sou Fujimoto entworfen) und zahlreiche Theaterhäuser. Die Staatsoper Budapest, frisch renoviert, bietet Weltklasse-Aufführungen zu Preisen, die einen Bruchteil der Wiener Staatsoper kosten. Für Kulturliebhaber aus Österreich ist Budapest ein ideales Wochenendziel, das dank des günstigen Forint-Kurses ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
Weiterführende Artikel
- EUR/USD — Euro zu US-Dollar
- EUR/CHF — Euro zu Schweizer Franken
- Reisefreimengen und Zoll
- Alle Währungskurse
Häufig gestellte Fragen
Wie steht EUR/HUF aktuell 2026?
Der EUR/HUF Kurs bewegt sich 2026 in einer Spanne zwischen 390 und 420 Forint pro Euro. Die ungarische Währung bleibt volatil.
Wird Ungarn den Euro einführen?
Eine Euro-Einführung ist 2026 nicht in Sicht. Die ungarische Regierung hat kein verbindliches Datum genannt und betont die Vorteile der eigenen Währung.
Wie bezahle ich in Ungarn am besten?
Kartenzahlung ist in Ungarn weit verbreitet, selbst bei kleinen Beträgen. Mit Neobanken wie Revolut oder Wise erhalten Sie beste Wechselkurse.
Chefredakteur finanzinfo.at
Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.