EUR/PLN Wechselkurs | Österreich 2026

EUR/PLN 2026: Polnischer Zloty, NBP, Polens Wirtschaft und Tipps für Reisende und Anleger aus Österreich.

Aktualisiert: 03. April 2026 15 Min. Lesezeit

EUR/PLN: Der Polnische Zloty 2026

Polen ist mit rund 38 Millionen Einwohnern das größte Land Ostmitteleuropas und eine der dynamischsten Volkswirtschaften Europas. Der Polnische Zloty (ISO-Code PLN) zählt zu den wichtigsten regionalen Währungen und ist für österreichische Reisende, Anleger und Unternehmen ein relevanter Kurs.

Der Polnische Zloty im Überblick

Der Zloty (auf Polnisch Złoty, übersetzt „golden”) wurde 1924 als moderne Währung eingeführt und nach einem Wechsel während des Zweiten Weltkriegs 1950 neu aufgestellt. Die heute gültige Version stammt aus der Währungsreform von 1995, bei der vier Nullen gestrichen wurden. Ein Zloty unterteilt sich in 100 Groszy. Herausgeber ist die Polnische Nationalbank (Narodowy Bank Polski, NBP).

Die polnische Wirtschaft ist vielfältig: Industrie (Automobil, Maschinenbau, Elektronik), Dienstleistungen, Landwirtschaft, IT-Sektor und Bauwesen spielen wichtige Rollen. Polen war das einzige EU-Land, das während der Finanzkrise 2009 eine positive Wachstumsrate verzeichnete. Seitdem gilt es als Musterbeispiel wirtschaftlicher Resilienz. Mit einem BIP von rund 900 Milliarden Euro ist Polen die sechstgrößte Volkswirtschaft der EU.

Historische Entwicklung EUR/PLN

Bei der Euro-Einführung lag EUR/PLN bei rund 4,0. In den folgenden Jahren wertete der Zloty aufgrund der starken wirtschaftlichen Entwicklung auf. 2008 erreichte EUR/PLN mit rund 3,20 ein Tief. Die Finanzkrise führte zu einer kurzzeitigen Abwertung auf über 4,80, gefolgt von einer Stabilisierung zwischen 4,00 und 4,40.

Politische Turbulenzen und Abwertung

Ab 2015 unter der PiS-Regierung nahmen die Spannungen mit der EU zu, was den Zloty zeitweise belastete. Die Corona-Krise 2020 und der Ukraine-Krieg 2022 verstärkten die Volatilität. 2022 erreichte EUR/PLN kurzzeitig 4,90. Nach dem Regierungswechsel 2023 zu einer pro-europäischen Koalition unter Donald Tusk wertete der Zloty wieder auf. 2024 und 2025 bewegte sich EUR/PLN in der Spanne 4,20 bis 4,40. 2026 pendelt der Kurs weiter in diesem Bereich.

Die NBP 2026

Die Polnische Nationalbank unter Präsident Adam Glapiński verfolgt das Ziel der Preisstabilität mit einem Inflationsziel von 2,5 Prozent (+/- 1 Prozentpunkt). Der Leitzins liegt 2026 bei rund 4,75 Prozent, deutlich über dem Euro-Zins. Die Inflation in Polen liegt 2026 bei etwa 4 Prozent und damit leicht über dem Zielband. Die NBP steht in der Kritik, in der Vergangenheit politische Einflussnahme zugelassen zu haben, hat aber ihre Glaubwürdigkeit weitgehend bewahrt.

Einflussfaktoren auf EUR/PLN

Zinsdifferenz

Die Zinsdifferenz zwischen NBP und EZB stützt den Zloty. Hohe polnische Zinsen machen Zloty-Anlagen attraktiv.

EU-Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Warschau und Brüssel sind 2026 deutlich besser als in den Vorjahren. Die Freigabe milliardenschwerer EU-Mittel aus dem Wiederaufbaufonds stärkt den Zloty.

Ukraine-Krieg

Polen ist unmittelbar von der Nachbarschaft zur Ukraine betroffen. Geopolitische Spannungen belasten zeitweise den Zloty, während die starke Unterstützung der NATO-Partner stabilisierend wirkt.

Handelsbilanz

Polen ist ein wichtiger Exporteur in die EU. Positive Handelsbilanzen stützen den Zloty.

Reisen nach Polen: Tipps zum Währungstausch

Polen ist ein zunehmend beliebtes Reiseziel für Österreicher. Krakau, Warschau, Breslau, Danzig und die Masurische Seenplatte bieten reiche Kultur, gute Küche und moderate Preise.

Kartenzahlung überall

Polen hat eine der modernsten Zahlungsinfrastrukturen Europas. Kontaktloses Bezahlen ist Standard, sogar kleinste Beträge werden mit Karte oder Handy bezahlt. Nutzen Sie Neobanken-Karten wie Revolut oder Wise für die besten Kurse.

Bargeld bei Bedarf

In ländlichen Gegenden und auf Märkten ist Bargeld nützlich. Wechseln Sie in Kantor-Wechselstuben im Stadtzentrum, nicht am Flughafen oder Bahnhof. Bekannte Wechselketten sind seriös und bieten faire Kurse.

Dynamic Currency Conversion

Wählen Sie bei Kartenzahlung immer Zloty, nicht Euro. Die eigene Bankumrechnung ist meist günstiger.

Lebenshaltungskosten

Polen ist für Österreicher ein günstiges Reiseland. Restaurants, öffentlicher Verkehr und Unterkünfte sind erschwinglich. Warschau und Krakau haben etwas höhere Preise als Regionalstädte.

Tipps für Anleger

Polnische Aktien

Der Warschauer Aktienindex WIG20 umfasst die größten polnischen Unternehmen wie PKN Orlen, PKO Bank Polski, PZU (Versicherung), KGHM (Kupferbergbau) und CD Projekt (Spieleentwickler). Polen ist für internationale Anleger zunehmend interessant.

Zloty-Anlagen

Hohe Zinsen machen Zloty-Einlagen attraktiv für risikobereite Anleger. Das Währungsrisiko ist jedoch zu beachten.

Immobilien

Der polnische Immobilienmarkt ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Warschau gilt als dynamischer Markt mit hohen Mietrenditen.

Handel Österreich–Polen

Polen ist einer der wichtigsten Handelspartner Österreichs. Österreichische Unternehmen wie Raiffeisen Bank International, Erste Group, OMV, Voestalpine, Strabag und viele Mittelständler sind in Polen aktiv. Das Handelsvolumen liegt bei über 10 Milliarden Euro jährlich.

Euro-Einführung in Polen?

Polen hat sich zur Euro-Einführung verpflichtet, jedoch kein Datum gesetzt. Die Regierung Tusk zeigt sich grundsätzlich offen, die Bevölkerung ist gespalten. Eine Einführung in den frühen 2030er-Jahren ist denkbar.

Prognose EUR/PLN 2026

Analysten erwarten eine stabile Entwicklung mit leichtem Aufwertungspotenzial für den Zloty. Die Spanne dürfte bei 4,15 bis 4,40 liegen.

Wirtschaftliche Perspektiven Polens

Polen hat in den vergangenen drei Jahrzehnten eine beeindruckende Transformation durchlaufen. Vom ehemaligen Ostblockstaat hat sich das Land zu einer modernen, diversifizierten Volkswirtschaft entwickelt. Das BIP pro Kopf hat sich seit dem EU-Beitritt 2004 nahezu verdoppelt. Die Arbeitslosigkeit ist auf einem historischen Tief, und der Arbeitskräftemangel wird teils durch Migration aus der Ukraine und anderen Ländern ausgeglichen.

Die Industrie ist modern und wettbewerbsfähig, insbesondere im Automobilbau, in der Elektronik und im Maschinenbau. Der IT-Sektor hat sich zu einem der stärksten Europas entwickelt, mit Warschau, Krakau und Breslau als wichtigen Zentren. Polen ist auch ein bedeutender Standort für Business Process Outsourcing und Shared Service Centers internationaler Konzerne.

Polnische Diaspora in Österreich

In Österreich leben rund 50.000 bis 70.000 Menschen mit polnischen Wurzeln, viele davon in Wien. Sie senden regelmäßig Geld in die Heimat, nutzen dabei spezialisierte Dienste wie Wise, Western Union, Moneygram oder Revolut. Die moderne Fintech-Infrastruktur erlaubt günstige und schnelle Überweisungen.

Grenzgänger und Pendler

Die direkte Grenze zwischen Österreich und Polen existiert nicht, doch viele Polen arbeiten in Österreich, und umgekehrt gibt es zahlreiche österreichische Expats in Polen. Für diese Gruppen sind Multi-Währungskonten und günstige Umtauschmöglichkeiten wichtig.

Technische Analyse EUR/PLN 2026

Für Trader, die EUR/PLN aktiv handeln, sind folgende Marken wichtig:

  • Unterstützung bei 4,15: Starker Boden, der eine deutliche Zloty-Stärke signalisieren würde.
  • Unterstützung bei 4,20: Kurzfristiger Stützungsbereich.
  • Widerstand bei 4,35: Obere Begrenzung der aktuellen Range.
  • Widerstand bei 4,50: Krisenmarke, die nur bei deutlicher Verschlechterung der Rahmenbedingungen erreicht wird.

Die Volatilität des Zloty ist moderat, niedriger als beim ungarischen Forint, aber höher als bei der tschechischen Krone.

Polens Wirtschaftswunder: Von der Transformation zum EU-Leader

Polen hat in den vergangenen 35 Jahren eine der beeindruckendsten wirtschaftlichen Transformationen Europas erlebt. Von einer sozialistischen Planwirtschaft hat sich das Land zur sechstgrößten Volkswirtschaft der EU entwickelt. Besonders bemerkenswert: Polen war das einzige EU-Land, das während der Finanzkrise 2009 eine positive Wachstumsrate erzielte. Seitdem gilt Polen als Musterbeispiel wirtschaftlicher Resilienz.

Die Stärken der polnischen Wirtschaft umfassen eine diversifizierte Industriebasis, einen wachsenden Dienstleistungssektor, eine gut ausgebildete Arbeitsbevölkerung und eine strategisch günstige Lage als Brücke zwischen West- und Osteuropa. Schwächen sind die Abhängigkeit von EU-Förderungen, regionale Disparitäten und die demografische Herausforderung einer alternden Bevölkerung.

Krakau: Kultur, Kosten und Tipps

Krakau ist nach Warschau die zweitgrößte Stadt Polens und ein touristisches Highlight. Der Marktplatz (Rynek Główny), die Wawel-Burg, das Jüdische Viertel Kazimierz und die nahegelegene Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau ziehen jährlich Millionen Besucher an.

Typische Kosten in Krakau 2026

  • Bier im Lokal: 12 bis 18 PLN (ca. 3 bis 4,30 Euro)
  • Mittagessen: 30 bis 50 PLN (ca. 7 bis 12 Euro)
  • Abendessen in einem guten Restaurant: 80 bis 150 PLN (ca. 19 bis 36 Euro)
  • Einzelfahrt Öffentlicher Verkehr: 6 PLN (ca. 1,45 Euro)
  • Hotelzimmer Mittelklasse: 300 bis 600 PLN (ca. 72 bis 145 Euro)
  • Taxifahrt 5 km: 25 bis 35 PLN (ca. 6 bis 8,50 Euro)

Krakau ist für österreichische Verhältnisse günstig, besonders bei Restaurants, Bars und Kultur. Die Stadt hat sich als Partyreiseziel etabliert und bietet ein lebhaftes Nachtleben, insbesondere im Viertel Kazimierz.

Warschau als aufstrebende Metropole

Warschau hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten von einer grauen Ostblockhauptstadt zu einer modernen, dynamischen Metropole entwickelt. Die Skyline mit ihren Wolkenkratzern erinnert an westeuropäische Großstädte. Die IT-Branche, der Finanzsektor und die Start-up-Szene florieren. Für Geschäftsreisende aus Österreich ist Warschau ein zunehmend wichtiger Standort.

Danzig, Breslau und die polnische Ostseeküste

Neben Krakau und Warschau gewinnen auch andere polnische Städte an Beliebtheit. Danzig (Gdańsk) an der Ostseeküste beeindruckt mit seiner restaurierten Altstadt und dem Strand von Sopot. Breslau (Wrocław) ist eine lebhafte Universitätsstadt mit wunderschöner Architektur. Die polnische Ostseeküste bietet im Sommer eine günstige Alternative zu den Stränden in Kroatien oder Italien.

Die polnische IT-Industrie

Polen hat sich zu einem der führenden IT-Standorte Europas entwickelt. Warschau, Krakau, Breslau und Łódź sind Zentren für Softwareentwicklung, Business Process Outsourcing und Shared Service Centers. Internationale Konzerne wie Google, Amazon, IBM, McKinsey und viele andere haben große Büros in Polen. Für österreichische Unternehmen, die IT-Dienstleistungen auslagern möchten, ist Polen eine naheliegende Option mit guter Qualität und moderaten Kosten.

Kulinarische Highlights

Die polnische Küche ist herzhaft und vielfältig. Bekannte Gerichte sind Pierogi (gefüllte Teigtaschen), Bigos (Sauerkrauteintopf), Żurek (saure Mehlsuppe), Kotlet schabowy (Schnitzel) und Barszcz (Rote-Bete-Suppe). Polnischer Wodka und regionale Biere ergänzen das kulinarische Angebot. In den Städten gibt es zunehmend moderne Restaurants, vegetarische und vegane Lokale sowie internationale Küche.

Immobilien in Polen

Der polnische Immobilienmarkt hat in den vergangenen Jahren stark angezogen. In Warschau liegen die Preise für Neubauwohnungen bei 3.000 bis 5.000 Euro pro Quadratmeter, in Krakau bei 2.500 bis 4.000 Euro. Im Vergleich zu Wien (5.000 bis 8.000 Euro) ist das noch moderat, der Trend zeigt aber nach oben. Für österreichische Investoren sind polnische Mietwohnungen aufgrund hoher Mietrenditen interessant.

EUR/PLN ist ein wichtiges Währungspaar für die wachsenden wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Österreich und Polen. Der Zloty hat sich als eine der stärkeren Währungen Osteuropas etabliert. Die NBP verfolgt eine solide Geldpolitik, und die Zinsdifferenz zur Eurozone stützt den Zloty. Für Reisende, Anleger und Unternehmer bietet der moderate Kurs günstige Bedingungen. Mit Neobanken-Karten, einer klugen Planung und einem Blick auf die makroökonomischen Entwicklungen holen Sie das Beste aus Ihrem Polen-Engagement. Die Euro-Einführung bleibt eine offene Frage, doch kurzfristig ist sie nicht absehbar.

Polnische Nationalparks und Naturerlebnisse

Polen hat 23 Nationalparks, die eine beeindruckende Vielfalt bieten: vom Białowieża-Urwald (letzter Tieflandurwald Europas mit freilebenden Wisenten) über die Hohe Tatra im Süden bis zu den Masurischen Seen im Nordosten. Für Naturliebhaber aus Österreich ist Polen ein lohnendes Ziel mit günstigen Übernachtungspreisen in Pensionen, Campingplätzen und Berghütten. Der schwache Zloty macht den Aufenthalt noch attraktiver.

Polnische Architektur und Kulturerbe

Polen besitzt 17 UNESCO-Welterbestätten, darunter die Altstädte von Krakau, Warschau, Toruń und Zamość, die Wieliczka-Salzmine, das KZ Auschwitz-Birkenau, die Holzkirchen in der Karpatenregion und die Halle des Jahrhunderts in Breslau. Für Kulturreisende ist Polen ein Schatz voller architektonischer und historischer Highlights.

Polnische Diaspora und Integration

In Österreich lebt eine bedeutende polnische Gemeinschaft, die wirtschaftlich und kulturell aktiv ist. Polnische Geschäfte, Restaurants und kulturelle Vereine sind in Wien, Graz und anderen Städten zu finden. Die Verbindungen zwischen beiden Ländern werden durch regelmäßige Flüge (Austrian Airlines, Ryanair, Wizz Air) und eine gute Zugverbindung gestärkt. Für Überweisungen und Geldtransfers zwischen Österreich und Polen bieten Fintechs wie Wise und Revolut die günstigsten Konditionen.

Polens Rolle in der EU

Polen ist seit 2004 EU-Mitglied und hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten enorm von den europäischen Strukturfonds profitiert. Die Infrastruktur wurde massiv modernisiert: Autobahnen, Schnellstraßen, Flughäfen, Eisenbahnstrecken und öffentliche Gebäude wurden mit EU-Mitteln kofinanziert. Die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung hat sich seit dem EU-Beitritt nahezu verdoppelt. Mit dem Regierungswechsel 2023 haben sich die Beziehungen zwischen Warschau und Brüssel deutlich verbessert, was die politische Risikoprämie auf den Zloty reduziert hat.

Verkehrsanbindung Österreich-Polen

Es gibt keine direkte Grenze zwischen Österreich und Polen, aber die Verbindungen sind dennoch gut. Direktflüge verbinden Wien mit Warschau, Krakau und Breslau in rund 90 Minuten. Wizz Air, Ryanair und Austrian Airlines bieten mehrere tägliche Verbindungen. Die Bahnverbindung Wien-Krakau dauert über den Umweg Brünn oder Bratislava rund 6 bis 7 Stunden. Flixbus bietet günstige Busverbindungen über Nacht.

Für Autofahrer führt der Weg meist über Tschechien oder die Slowakei. Die Distanz Wien-Krakau beträgt rund 460 Kilometer, Wien-Warschau rund 680 Kilometer. Für die polnischen Autobahnen ist eine elektronische Maut (e-TOLL) erforderlich, die online oder an Tankstellen aktiviert werden kann.

Polnisches Gesundheitswesen

Das polnische Gesundheitswesen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Zahnbehandlungen und Augenoperationen sind bei ausländischen Patienten beliebt, insbesondere in Krakau und Warschau. Die Preise liegen 40 bis 60 Prozent unter den österreichischen Kosten, die Qualität ist an vielen Kliniken auf europäischem Niveau. Für österreichische Patienten ist die EU-Patientenrichtlinie relevant, die eine Kostenerstattung durch die heimische Krankenkasse unter bestimmten Bedingungen ermöglicht.

Polnische Salzmine Wieliczka

Die Salzmine Wieliczka bei Krakau gehört zum UNESCO-Welterbe und ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Polens. Die unterirdische Welt erstreckt sich über 300 Kilometer Gänge auf neun Ebenen. Die Eintrittspreise betragen rund 120 PLN (ca. 29 Euro) und sind damit deutlich günstiger als vergleichbare Attraktionen in Westeuropa. Die Führung dauert etwa drei Stunden und ist auf Deutsch verfügbar.

Polnisches Handwerk und Design

Polen hat eine aufstrebende Design-Szene, besonders in Warschau und Łódź. Polnische Keramik aus Bolesławiec (Bunzlauer Keramik) ist international bekannt und ein beliebtes Souvenir. Die handbemalten Teller, Tassen und Schüsseln werden in Fabrikantenläden zu deutlich günstigeren Preisen als im Export verkauft. Auch polnisches Leinen, Bernsteinschmuck aus Danzig und Holzschnitzereien aus dem Tatra-Gebirge sind beliebte Mitbringsel.

Polnische Sportkultur

Polen hat eine leidenschaftliche Sportkultur. Fußball (Ekstraklasa) und Volleyball sind die beliebtesten Sportarten. Die polnische Volleyballnationalmannschaft gehört regelmäßig zu den besten der Welt. Für Wintersportfans bietet die polnische Hohe Tatra mit Zakopane ein günstiges Skigebiet, das von Krakau aus in zwei Stunden erreichbar ist.

Polens Energiewende und wirtschaftliche Bedeutung

Polen ist traditionell stark von Kohle abhängig, die rund 70 Prozent der Stromerzeugung ausmacht. Die EU-Klimaziele zwingen das Land jedoch zu einer massiven Energiewende. Milliardenschwere Investitionen in Windkraft (insbesondere Offshore in der Ostsee), Solarenergie und Kernkraft sind geplant. Das erste polnische Kernkraftwerk soll in den frühen 2030er-Jahren in Betrieb gehen. Diese Investitionen werden das polnische Wirtschaftswachstum und den Kapitalzufluss in den kommenden Jahren prägen, was auch den Zloty beeinflussen wird.

Für österreichische Unternehmen, die im Bereich erneuerbare Energien, Umwelttechnik oder Netzinfrastruktur tätig sind, bietet der polnische Markt große Chancen. Die EU-Fördergelder für die polnische Energiewende belaufen sich auf über 30 Milliarden Euro bis 2030 und schaffen Nachfrage nach Technologie und Know-how.

Vergleich: PLN-Anlagen vs. Euro-Anlagen

Wer als österreichischer Anleger in Zloty investiert, profitiert von höheren Nominalzinsen. Polnische Staatsanleihen bieten 2026 rund 5 Prozent Rendite auf zehn Jahre, deutlich mehr als österreichische Bundesanleihen mit rund 2,5 Prozent. Allerdings besteht ein erhebliches Wechselkursrisiko. Wenn der Zloty um mehr als 2,5 Prozent pro Jahr gegenüber dem Euro abwertet, wird der Zinsvorteil aufgefressen. Historisch betrachtet hat der Zloty langfristig moderat abgewertet, aber in manchen Jahren auch aufgewertet. Eine Beimischung polnischer Anleihen kann als Diversifikation sinnvoll sein, sollte aber nur einen kleinen Teil des Gesamtportfolios ausmachen.

Wichtige Wirtschaftsindikatoren und Terminkalender

Für Devisenmärkte sind folgende Wirtschaftsindikatoren besonders relevant und werden monatlich oder vierteljährlich veröffentlicht:

  • Bruttoinlandsprodukt (BIP): Zeigt das Wirtschaftswachstum an. Positive Überraschungen stärken die heimische Währung.
  • Verbraucherpreisindex (VPI): Misst die Inflation und beeinflusst die Zinspolitik der Zentralbanken direkt.
  • Arbeitsmarktdaten: Beschäftigungszahlen und Arbeitslosenquote beeinflussen die Geldpolitik.
  • Einkaufsmanagerindex (PMI): Frühindikatoren für die wirtschaftliche Aktivität in Industrie und Dienstleistungen.
  • Einzelhandelsumsätze: Zeigen die Konsumstärke der Bevölkerung.
  • Handelsbilanz: Misst den Unterschied zwischen Exporten und Importen.
  • Zentralbankentscheidungen: Die wichtigsten Einzelereignisse für den Devisenmarkt.

Die Veröffentlichungstermine sind in Wirtschaftskalendern auf Plattformen wie Investing.com, ForexFactory und Bloomberg nachzuschlagen. Viele Broker integrieren den Wirtschaftskalender direkt in ihre Handelsplattform. Für österreichische Anleger sind insbesondere die EZB-Pressekonferenzen und die Veröffentlichung der deutschen und österreichischen Wirtschaftsdaten relevant.

Wechselkurs-Apps und Tools für den Alltag

Für den täglichen Umgang mit Fremdwährungen empfehlen sich verschiedene Tools und Apps:

  • XE Currency: Einer der bekanntesten Wechselkursrechner, verfügbar als App und Website.
  • Wise (TransferWise): Bietet neben dem Geldtransfer auch einen exzellenten Live-Wechselkurs-Rechner.
  • Revolut: Die App zeigt Echtzeit-Wechselkurse an und ermöglicht sofortige Umrechnung.
  • Google Finanzen: Einfache Wechselkursabfrage direkt in der Google-Suche.
  • OANDA: Professionelle Wechselkursdaten mit historischen Kursen und Diagrammen.

Diese Tools sind kostenlos und liefern zuverlässige Kursdaten in Echtzeit. Für die Planung größerer Umtauschgeschäfte empfehlen wir, die Kurse über mehrere Tage zu beobachten und Preisalarme einzurichten.

Polens Zukunftsperspektiven

Polen befindet sich auf einem stabilen Wachstumskurs. Die Prognosen für die kommenden Jahre sind positiv, getrieben von EU-Fördergeldern, Infrastrukturinvestitionen, der wachsenden IT-Industrie und der starken Inlandsnachfrage. Die größten Herausforderungen sind die Energiewende, die demografische Entwicklung und der Fachkräftemangel. Für den Zloty bedeuten diese Perspektiven eine grundsätzlich stützende Wirkung, sofern die politische Stabilität gewahrt bleibt und die Beziehungen zur EU positiv bleiben.

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Häufig gestellte Fragen

Wie steht EUR/PLN aktuell 2026?

Der EUR/PLN Kurs bewegt sich 2026 in einer Spanne zwischen 4,15 und 4,40 Zloty pro Euro. Der Zloty zählt zu den stärkeren Währungen Osteuropas.

Wird Polen den Euro einführen?

Polen hat sich mit dem EU-Beitritt verpflichtet, plant jedoch aktuell kein konkretes Datum. Eine Einführung ist frühestens Ende der 2020er-Jahre realistisch.

Wie bezahle ich in Polen am besten?

Kartenzahlung ist in Polen weit verbreitet und auch mit kleinen Beträgen möglich. Neobanken-Karten bieten beste Kurse, klassische Bankkarten verrechnen oft Gebühren.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.