Zuschüsse in der Steiermark: Wohnunterstützung 2026 und Heizkostenzuschuss 2026/27

Heizkostenzuschuss 340 Euro, Antrag bis 26. Februar 2027. Wohnunterstützung bis 196,91 Euro im Monat, Vermögensgrenze 10.000 Euro. Grenzen und Berechnung.

Die Steiermark stellt eine Frage, die andere Bundesländer nicht stellen: Wie viel Vermögen haben Sie? Wer mehr als 10.000 Euro Geldvermögen besitzt oder eine Immobilie sein Eigen nennt, bekommt keine Wohnunterstützung - unabhängig davon, wie hoch die Miete im Verhältnis zum Einkommen ist. Die Erklärung dazu ist Teil des Antragsformulars.

Eckdaten Zuschüsse Steiermark

LeistungWert
Heizkostenzuschuss 2026/2027340 Euro je Haushalt
Antragszeitraum01.10.2026 bis 26.02.2027
Einkommensgrenze Heizkostenzuschuss1.827 Euro (eine Person), 2.741 Euro (Paar), plus 548 Euro je Kind
Wohnunterstützung höchstens, eine Person196,91 Euro im Monat
volle Wohnunterstützung bis1.300 Euro Bemessungsgrundlage
Vermögensgrenze Wohnunterstützung10.000 Euro, keine Immobilie
Mindestaufenthaltfünf Jahre Hauptwohnsitz in Österreich (Wohnunterstützung) bzw. Steiermark (Heizkostenzuschuss)

Wohnunterstützung: Voraussetzungen

Die Wohnunterstützung trat an die Stelle der früheren steirischen Wohnbeihilfe. Sie berechnet sich aus Haushaltseinkommen und Wohnungsgröße - und bezieht dabei neben dem monatlichen Mietaufwand auch die Betriebskosten ein. Das unterscheidet sie von Modellen, die nur den Hauptmietzins ansetzen, und wirkt sich bei Altbauten mit hohen Betriebskosten spürbar aus.

Anspruch haben laut Informationsblatt des Landes Mieter mit schriftlichem Hauptmietvertrag, die mindestens 18 Jahre alt sind, ihre Miete pünktlich zahlen und seit mehr als fünf Jahren ununterbrochen ihren Hauptwohnsitz in Österreich haben. Wer in einer Eigentumswohnung lebt, ist ausgeschlossen. Für die Vorabprüfung stellt das Land einen Wohnunterstützungsrechner bereit.

Vermögensgrenze: 10.000 Euro, keine Immobilie

Im Antragsformular ist eine Erklärung zu unterschreiben, die drei Dinge abfragt:

  • kein Geldvermögen über 10.000 Euro - zusammengerechnet werden Bargeld, Sparbuch, Bausparvertrag, Lebensversicherung und Wertpapiere
  • kein unbewegliches Vermögen, also weder Immobilien noch Grundstücke
  • ein Kraftfahrzeug nur, wenn es berufsbedingt oder wegen besonderer Umstände genutzt wird; ausdrücklich genannt sind Behinderung und unzureichende Infrastruktur

Bei Geldvermögen über 10.000 Euro sind Nachweise beizulegen, etwa Kontoauszüge und Sparbücher. Das Formular hält außerdem fest, dass zu Unrecht empfangene Förderungen zurückzuerstatten sind und falsche Angaben einen strafbaren Tatbestand bilden können.

Die Regel trifft eine Gruppe besonders: Wer eine geerbte Liegenschaft besitzt, sie aber nicht bewohnt und nicht verwerten kann, ist von der Wohnunterstützung ausgeschlossen - auch bei niedrigem Einkommen.

Ausschlüsse: Sozialunterstützung und Mietzinsbeihilfe

Das Formular verlangt zwei weitere Erklärungen:

  • Kein gleichzeitiger Bezug von Wohnunterstützung und Sozialunterstützung. Wer Leistungen nach dem Steiermärkischen Sozialhilfegesetz bezieht, ist ausgeschlossen - dieselbe Logik wie in Wien, wo Wohnbeihilfe und Mindestsicherung einander ausschließen
  • Keine Wohnunterstützung neben einer Mietzinsbeihilfe nach § 20 des Steiermärkischen Behindertengesetzes

Dazu kommt eine Bedingung, die Untermietverhältnisse in der Familie ausschließt: Wer Angehöriger der Vermieterseite im Sinn des § 36a AVG ist, bekommt keine Wohnunterstützung.

Berechnung der Wohnunterstützung 2026

Die Wohnunterstützung läuft mit steigendem Einkommen aus, statt an einer Kante abzubrechen. Gerechnet wird mit einer Bemessungsgrundlage: Ein Zwölftel des Jahresnettoeinkommens aller Haushaltsmitglieder, einschließlich Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Unterhalt und Familienbeihilfe, wird durch die Summe von Gewichtungsfaktoren geteilt. Der Haushalt zählt 0,5, jede volljährige Person 0,5, jede minderjährige 0,3, Personen mit erhöhter Familienbeihilfe oder Behindertenpass 0,8. Für Minderjährige werden vorher Freibeträge von 130, 175 und ab dem dritten Kind je 220 Euro abgezogen.

Laut Tabelle ab 1. Jänner 2026 gibt es bis zu einer Bemessungsgrundlage von 1.300 Euro die volle Höhe, bei 1.661 Euro nur noch 5 Prozent davon, darüber nichts mehr:

Personen im Haushalthöchste Wohnunterstützung im Monat
1196,91 Euro
2246,13 Euro
3265,82 Euro
4285,52 Euro
5295,36 Euro
ab 8324,89 Euro

Ist die Miete niedriger, wird höchstens die Miete ersetzt. Das Land rechnet selbst zwei Beispiele vor: Eine Person mit 1.350 Euro Einkommen erhält 174,86 Euro. Eine Familie mit zwei Erwachsenen, zwei Kindern und 3.200 Euro Einkommen kommt nach 305 Euro Kinderfreibetrag und Division durch 2,1 auf 1.378,57 Euro Bemessungsgrundlage und erhält 231,60 Euro. Bewilligt wird für höchstens ein Jahr, danach ist ein neuer Antrag nötig. Die früher genannten Schwellen von 628 und 1.128 Euro gelten nicht mehr.

Nachzuweisen sind die Einkommen aller im Haushalt lebenden Personen, bei zur Einkommensteuer Veranlagten die letzten drei Einkommensteuerbescheide. Zum Antrag gehören außerdem die Mieteinzahlungsbelege der letzten zwölf Monate und eine Meldebestätigung aus dem Zentralen Melderegister für alle Bewohner. Sind alle Unterlagen bis zum 15. eines Monats eingelangt, gilt die Unterstützung rückwirkend ab dem Monatsersten.

Heizkostenzuschuss 2026/2027: 340 Euro, Antrag bis 26. Februar

Die Landesregierung hat den Heizkostenzuschuss für die Heizperiode 2026/2027 am 1. Oktober 2026 beschlossen: 340 Euro je Haushalt, für alle Heizungsarten. Anträge sind von 1. Oktober 2026 bis 26. Februar 2027 möglich, und zwar ausschließlich bei der Wohnsitzgemeinde, in Graz bei den Servicestellen der Stadt.

Die Grenzen beim monatlichen Nettoeinkommen des Haushalts: 1.827 Euro für eine Person, 2.741 Euro für Ehepaare und Haushaltsgemeinschaften, 548 Euro zusätzlich je Kind mit Familienbeihilfe. Laut Richtlinie 2026/27 muss der Antragsteller seit mindestens fünf Jahren ununterbrochen den Hauptwohnsitz in der Steiermark haben und seit 24. September 2026 an der Antragsadresse gemeldet sein. Beizulegen ist ein Nachweis der Heizkosten samt Zahlungsbeleg.

Wichtig für Bezieher der Wohnunterstützung: Wer sie in der Heizsaison von 1. Oktober 2026 bis 31. März 2027 bezieht, bekommt keinen Heizkostenzuschuss. Bewohner von Heimen sowie Alten- und Pflegeheimen sind ebenfalls ausgeschlossen. Der Vergleich der Landesmodelle ordnet die Fristen ein. Auskünfte gibt die Sozialhotline 0800/20 10 10.

Antrag auf Wohnunterstützung

Zuständig ist das Referat Beihilfen und Sozialservice des Landes, erreichbar unter 0316/877-3748 und per E-Mail an beihilfenundsozialservice@stmk.gv.at. Der Antrag läuft über das E-Government-Portal oder auf Papier - per E-Mail wird er ausdrücklich nicht angenommen.

Neben den Landesleistungen bestehen die bundesweiten Ansprüche wie die Familienbeihilfe unverändert.

Quellen

Stand der Angaben: 14. Oktober 2026.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Vermögen darf ich für die Wohnunterstützung haben?

Höchstens 10.000 Euro Geldvermögen, wobei Bargeld, Sparbuch, Bausparvertrag, Lebensversicherung und Wertpapiere zusammengezählt werden. Unbewegliches Vermögen wie Immobilien oder Grundstücke schließt den Anspruch ganz aus.

Darf ich ein Auto besitzen?

Ja, aber es muss berufsbedingt oder wegen besonderer Umstände genutzt werden - genannt werden Behinderung und unzureichende Infrastruktur. Ein Zweitwagen ohne solchen Grund passt nicht ins Raster.

Kann ich Wohnunterstützung und Sozialunterstützung zugleich beziehen?

Nein. Der gleichzeitige Bezug ist ausgeschlossen, ebenso der gleichzeitige Bezug einer Mietzinsbeihilfe nach § 20 des Steiermärkischen Behindertengesetzes.

Werden die Betriebskosten mitgerechnet?

Ja. In die Berechnung fließen neben dem monatlichen Mietaufwand auch die Betriebskosten ein - anders als in Ländern, die nur den Hauptmietzins ansetzen.

Wie hoch ist der Heizkostenzuschuss 2026/2027?

340 Euro je Haushalt, beschlossen von der Landesregierung am 1. Oktober 2026. Anträge sind von 1. Oktober 2026 bis 26. Februar 2027 bei der Wohnsitzgemeinde möglich, in Graz bei den Servicestellen der Stadt. Die Einkommensgrenze liegt bei 1.827 Euro netto für eine Person und 2.741 Euro für Paare, plus 548 Euro je Kind mit Familienbeihilfe.

Wie viel Wohnunterstützung bekomme ich höchstens?

Seit 1. Jänner 2026 höchstens 196,91 Euro im Monat für eine Person, 246,13 Euro für zwei und 285,52 Euro für vier Personen, jedoch nie mehr als die Miete. Die volle Höhe gibt es bis zu einer Bemessungsgrundlage von 1.300 Euro, bei 1.661 Euro sind es nur noch rund 5 Prozent davon.

Was hat die Wohnunterstützung abgelöst?

Sie trat an die Stelle der früheren Wohnbeihilfe. Wer noch nach dem alten Namen sucht, findet die Leistung heute unter Wohnunterstützung.

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