Austrian Anadi Bank: Digitalbank in der GRAWE-Gruppe

Seit Februar 2026 gehört die Klagenfurter Bank zur GRAWE Bankengruppe. Filialen gibt es seit 2024 keine mehr. Konto, Kredit und Sparen im Überblick.

Stand: 04. September 2026 7 Min. Lesezeit

Die Austrian Anadi Bank hat in zwei Jahren zweimal ihr Gesicht verändert: Im September 2024 gab sie das Filialgeschäft ab, seit 5. Februar 2026 gehört sie der GRAWE Bankengruppe. Was blieb, ist eine Klagenfurter Bank, die Privatkunden ausschließlich digital bedient, mit Konto, Kredit und Sparprodukten.

Für Sparer ist der Eigentümerwechsel vor allem eine Frage der Einordnung: Die Bank war schon vorher ein österreichisches Institut mit heimischer Einlagensicherung, und daran ändert sich nichts. Der Unterschied liegt in der Eigentümerstruktur.

Die Übernahme durch die GRAWE Bankengruppe

Nach der Mitteilung der GRAWE Bankengruppe wurde die Übernahme am 5. Februar 2026 abgeschlossen. Erworben wurden hundert Prozent der Anteile an der Austrian Anadi Bank AG. Spitzeninstitut der Gruppe ist die Hypo-Bank Burgenland AG, die Gruppe selbst steht zu hundert Prozent im Eigentum der Grazer Wechselseitigen Versicherung. Erforderlich waren die Genehmigungen der Finanzmarktaufsicht und der Europäischen Zentralbank.

Für Kunden gilt laut Mitteilung, dass Kontakte und Kontoverbindungen unverändert bestehen bleiben und sämtliche Dienstleistungen ohne Unterbrechung fortgeführt werden. Die organisatorische und technische Integration erfolgt schrittweise. Eine Ankündigung, ob die Marke Anadi erhalten bleibt, gibt es nicht.

EckdatenAngabe
FirmaAustrian Anadi Bank AG
SitzInglitschstraße 5A, 9020 Klagenfurt am Wörthersee
EigentümerGRAWE Bankengruppe, seit 05.02.2026
Spitzeninstitut der GruppeHypo-Bank Burgenland AG
GeschäftsfelderPublic Finance, Digital Finance, Corporate Banking
Filialenkeine, Filialgeschäft im September 2024 abgegeben
EinlagensicherungEinlagensicherung AUSTRIA, bis 100.000 Euro

Sparen: Tagesgeld und Festgeld

Die Konditionen laut Anbieter, abgerufen am 4. September 2026:

ProduktZinssatz p.a.
Tagesgeld, Neukunden erste 3 Monate2,40 %
Tagesgeld danach1,50 %
Festgeld 3 Monate2,15 %
Festgeld 6 Monate2,25 %
Festgeld 12 Monate2,50 %
Festgeld 24 Monate2,50 %

Alle Sätze weist die Bank ausdrücklich abzüglich Kapitalertragsteuer aus. Das bedeutet, dass die KESt automatisch abgeführt wird und keine Angabe in der Steuererklärung nötig ist. Was bei ausländischen Anbietern ohne diese Abfuhr zu tun ist, steht bei der Kapitalertragsteuer.

Die Anlage ist beim Festgeld bis 500.000 Euro möglich. Für die Einlagensicherung bleibt die Grenze davon unberührt: Geschützt sind 100.000 Euro je Kunde und Institut. Wer mehr anlegt, trägt den übersteigenden Teil ohne diesen Schutz oder verteilt ihn auf mehrere Banken.

Die Struktur der Tagesgeldsätze folgt dem üblichen Muster: Der Aktionszins gilt drei Monate, danach greift der Bestandszins. Über ein volles Jahr gerechnet ergibt die Kombination aus 2,40 Prozent für ein Vierteljahr und 1,50 Prozent für den Rest eine Rendite von rund 1,73 Prozent, sofern der Bestandszins unverändert bleibt. Für den Vergleich zählt deshalb immer der Satz nach der Aktion, nicht der Werbewert.

Konto und Kredit

Das Online-Konto wird als Giro-, Gehalts- oder Pensionskonto mit Debitkarte geführt. Der Online-Kredit ist laut Anbieter bis 50.000 Euro möglich und online zu beantragen. Konkrete Zinssätze nennt die Bank auf der Übersichtsseite nicht; sie hängen von Bonität, Betrag und Laufzeit ab. Was beim Vergleich zählt und welche Rechte das Verbraucherkreditgesetz gibt, steht beim Privatkredit.

Einordnung

Für Sparer, denen die heimische Einlagensicherung wichtig ist, gehört die Anadi Bank zu den Anbietern, die österreichische Zuständigkeit mit konkurrenzfähigen Sätzen und steuereinfacher Abwicklung verbinden. Beim Festgeld liegen die Spitzensätze anderer heimischer Anbieter darüber, etwa bei Kommunalkredit Invest; dafür ist das Tagesgeld dort praktisch unverzinst.

Wer ausschließlich auf den höchsten Zins schaut, findet ihn regelmäßig bei EU-Direktbanken mit ausländischer Sicherung wie der Bigbank. Der Unterschied liegt nicht in der Höhe des Schutzes, die EU-weit harmonisiert ist, sondern in der Frage, welche nationale Stelle im Sicherungsfall zuständig wäre. Wie Sparprodukte in eine Gesamtstrategie passen, steht im Bereich Geldanlage.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Wem gehört die Austrian Anadi Bank?

Seit 5. Februar 2026 der GRAWE Bankengruppe, deren Spitzeninstitut die Hypo-Bank Burgenland AG ist und die zu hundert Prozent der Grazer Wechselseitigen Versicherung gehört. Übernommen wurden hundert Prozent der Anteile, nach Genehmigung durch die Finanzmarktaufsicht und die Europäische Zentralbank. Zuvor lag die Bank bei einem indischen Eigentümer.

Ändert sich für Kunden etwas?

Nach Angaben der GRAWE Bankengruppe bleiben Kontakte und Kontoverbindungen unverändert bestehen, sämtliche Dienstleistungen werden ohne Unterbrechung fortgeführt. Die organisatorische und technische Integration soll schrittweise erfolgen. Ob die Marke Anadi langfristig bestehen bleibt, ist nicht angekündigt.

Gibt es noch Filialen?

Nein. Die Bank hat das Filialgeschäft im September 2024 abgegeben und ist seither in den Bereichen Public Finance, Digital Finance und Corporate Banking tätig. Privatkunden werden rein digital betreut.

Wie hoch sind die Sparzinsen?

Beim Tagesgeld 2,40 Prozent für die ersten drei Monate als Neukundenaktion, danach 1,50 Prozent variabel. Beim Festgeld 2,15 Prozent auf 3 Monate, 2,25 auf 6 Monate und 2,50 Prozent auf 12 und 24 Monate. Alle Sätze abzüglich Kapitalertragsteuer, abgerufen am 4. September 2026.

Sind die Zinsen steuereinfach?

Ja. Die Bank weist ihre Sätze ausdrücklich abzüglich KESt aus, führt die Kapitalertragsteuer also automatisch ab. Anleger müssen die Zinsen nicht selbst in der Steuererklärung angeben. Das unterscheidet sie von ausländischen Direktbanken ohne österreichische Niederlassung.

Wie sind Einlagen gesichert?

Als österreichisches Institut fällt die Bank unter die Einlagensicherung AUSTRIA. Der Schutz beträgt EU-weit einheitlich 100.000 Euro je Kunde und Institut. Zuständig wäre im Sicherungsfall die österreichische Stelle, nicht eine ausländische.

Was bietet die Bank für Privatkunden?

Ein Online-Konto als Giro-, Gehalts- oder Pensionskonto mit Debitkarte, einen Online-Kredit bis 50.000 Euro sowie Tagesgeld und Festgeld. Die Festgeldanlage ist bis 500.000 Euro möglich.