Bank Austria: Kontomodelle, Entgelte und der Preis der Filiale
Bank Austria: Alle Privatkonten mit Preisen aus dem Aushang, das Serviceentgelt für Filialtransaktionen, Eigentümer, EZB-Aufsicht und die Zahlen für 2025.
Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Privatkonto der Bank Austria liegt der Faktor vier - 32,76 gegen 131,64 Euro im Jahr. Der Unterschied liegt fast vollständig in einer einzigen Zeile des Preisblatts: dem Serviceentgelt von 4,10 Euro für jede Transaktion, die nicht online läuft.
Wer nie in die Filiale geht, zahlt beim Online-Konto also weniger als drei Euro im Monat. Wer regelmäßig am Schalter etwas erledigt, zahlt mit demselben Konto schnell mehr als mit dem vermeintlich viermal so teuren Relax-Konto. Die Rangfolge der Kontomodelle hängt hier nicht am Leistungsumfang, sondern am eigenen Verhalten.
Wer die Bank Austria ist
Ihr Vertragspartner ist die UniCredit Bank Austria AG am Rothschildplatz 1 in Wien, eingetragen beim Handelsgericht Wien unter FN 150714p, UID ATU 51507409, LEI D1HEB8VEU6D9M8ZUXG17.
Eigentümerin ist die italienische UniCredit S.p.A. mit Sitz an der Piazza Gae Aulenti 3 in Mailand, die laut Impressum 99,996 Prozent der Aktien hält. Rechtlich bleibt die Bank Austria damit ein österreichisches Kreditinstitut, wirtschaftlich ist sie eine praktisch vollständig gehaltene Tochter.
Die Aufsicht liegt bei der Europäischen Zentralbank, und das lässt sich nachprüfen: In der EZB-Liste der direkt beaufsichtigten bedeutenden Institute mit Stichtag 1. Mai 2026 steht die UniCredit Bank Austria AG namentlich, mit derselben LEI wie im Impressum. Sie ist dort allerdings nicht selbst als bedeutendes Institut nummeriert, sondern unter der laufenden Nummer 75 als Einheit der Gruppe UniCredit S.p.A. geführt - die Aufsicht knüpft an der Gruppe an, nicht am einzelnen Haus.
Für Einlagen zuständig ist die österreichische Einlagensicherung AUSTRIA mit der Obergrenze von 100.000 Euro pro Einleger und Institut.
Die Privatkonten und ihre Preise
| Konto | pro Quartal | im Jahr | Filialtransaktion |
|---|---|---|---|
| Online-Konto | 8,19 Euro | 32,76 Euro | 4,10 Euro je Buchung |
| GoGreen-Konto | 11,46 Euro | 45,84 Euro | 4,10 Euro je Buchung |
| Relax-Konto | 32,91 Euro | 131,64 Euro | inkludiert |
| Basiskonto | 20,00 Euro | 80,00 Euro | - |
| Studentenkonto | 0 Euro | 0 Euro | inkludiert |
| MegaCard-Konto 14-20 | 0 Euro | 0 Euro | - |
| MegaCard-Konto 7-13 | 0 Euro | 0 Euro | - |
Stand des Aushangs für Privatkonten: gültig ab 1. Juli 2026, Entgeltinformationen jeweils mit Datum 1. Juli 2026.
Ein Hinweis zum Geltungsbereich, der leicht übersehen wird: Dieser Aushang gilt für Verträge, die bis 31. Dezember 2025 und ab 1. April 2026 geschlossen wurden. Für Kontoeröffnungen im ersten Quartal 2026 besteht ein eigenes Preisblatt. Wer in diesem Fenster eröffnet hat, vergleicht sich sonst mit fremden Zahlen.
Online-Konto und GoGreen-Konto sind leistungsgleich. Die Inklusivliste ist wortgleich, das Serviceentgelt identisch. Der Aufpreis von 13,08 Euro im Jahr kauft keine zusätzliche Leistung, sondern die Zweckwidmung der Einlagen: Das GoGreen-Konto trägt das Österreichische Umweltzeichen, weil bei den damit finanzierten Projekten auch ökologische und soziale Kriterien gelten.
Das Privatgirokonto rechnet als einziges umsatzabhängig ab: 0,03 Prozent von der größeren Umsatzseite, mindestens 24,72 Euro.
Wann sich das Relax-Konto rechnet
Das Relax-Konto kostet 98,88 Euro im Jahr mehr als das Online-Konto. Dafür entfällt das Serviceentgelt von 4,10 Euro je Filialtransaktion.
Der Umstiegspunkt ergibt sich damit von selbst: 98,88 geteilt durch 4,10 sind rund 24 Vorgänge. Ab etwa 25 Filialtransaktionen im Jahr, also gut zwei im Monat, ist das Relax-Konto das günstigere Konto. Als Filialtransaktion zählt dabei mehr, als man erwartet - nicht nur Bargeld an der Kassa, sondern auch eine Überweisung per SmartBanking, eine Dauerauftragsänderung am Schalter und ein Kontoauszug am Konto-Manager.
Wer dagegen alles im Internetbanking erledigt, fährt mit dem Online-Konto sehr günstig: 32,76 Euro im Jahr, inklusive Debitkarte, elektronischer Kontoauszüge und der App.
Für Neukunden gilt bis 31. Dezember 2026 eine Aktion: Bei Eröffnung in Verbindung mit Internetbanking entfällt das Kontoführungsentgelt für ein Jahr, gerechnet als Quartal der Eröffnung plus vier Folgequartale. Danach greift das Standardentgelt.
Zinsen, Überziehung und das Kleingedruckte bei den Karten
Der Habenzins liegt bei allen Privatkonten bei 0,000 Prozent - mit genau einer Ausnahme, und die ist ein Kinderkonto: Das MegaCard-Konto für 7- bis 13-Jährige wird mit 0,050 Prozent verzinst.
Der Sollzins beträgt 11,250 Prozent variabel und folgt einer offengelegten Formel: Drei-Monats-Euribor, kaufmännisch auf volle 0,125 Prozent gerundet, zuzüglich 9 Prozentpunkten Aufschlag, angepasst jeweils am 1. März, 1. Juni, 1. September und 1. Dezember. Bei Fälligstellung kommen 3 Prozentpunkte Verzugszinsen dazu. Für das Basiskonto gelten 11,5 Prozent fix, wobei dort ein Minus nur durch angelastete Entgelte entstehen kann.
Beim Online-Konto ist eine eingeräumte Kontoüberziehung laut Entgeltinformation nicht verfügbar - wer einen Rahmen braucht, braucht ein anderes Modell.
Beim Karteneinsatz rechnet die Bank Austria additiv, Fixbetrag und Prozentsatz fallen also beide an: 2,30 Euro plus 0,80 Prozent bei der Bargeldbehebung, 1,40 Euro plus 0,80 Prozent bei der Kartenzahlung.
Entscheidend ist dabei, wo die Grenze verläuft, und sie folgt nicht dem Euroraum. Das Preisblatt stellt auf EU und Währung ab: kostenlos ist es „im Inland bzw. innerhalb der EU in EUR und in Schweden in Schwedischen Kronen”. Eine Euro-Behebung in Polen ist damit gratis, eine Behebung in dänischen Kronen nicht - obwohl Dänemark in der EU liegt.
Bei der Kreditkarte kumulieren 1,65 Prozent Bearbeitungsentgelt und der Verkaufsabschlag. Der beträgt 1,5 Prozent für elf namentlich genannte Währungen und 2 Prozent für alle weiteren - zusammen also 3,15 bis 3,65 Prozent. Bei einer Barbehebung kommen nochmals 3 Prozent, mindestens 4,00 Euro, dazu.
Eine verbreitete Fehlrechnung sei ausdrücklich erwähnt: Das Preisblatt weist die Debitkarte mit 6,81 Euro pro Quartal aus. Dieser Betrag darf nicht zum Kontopreis addiert werden, weil in allen Kontopaketen bereits eine BankCard enthalten ist. Er betrifft die zweite Karte.
24You, App und SmartBanking
Die Bank Austria führt drei Kanäle parallel, und ihre Namen halten sich hartnäckig falsch in Vergleichen. Das Internetbanking heißt 24You, die App MobileBanking App, die persönliche Beratung per Telefon und Video SmartBanking.
Internetbanking und TelefonBanking kosten nichts. Beauftragungen über SmartBanking dagegen schon: Eine Überweisung schlägt mit dem Serviceentgelt von 4,10 Euro zu Buche. Deutlich drastischer wird es im Wertpapiergeschäft: Die eigenen Spesen für eine Österreich-Order springen von mindestens 8,00 Euro im Internetbanking auf mindestens 23,00 Euro über SmartBanking. Weil in beiden Fällen fremde Spesen von mindestens 4,00 Euro hinzukommen, zahlen Sie tatsächlich mindestens 12 statt 27 Euro. Stand der Orderkonditionen: März 2026. Die vollständigen Depotkonditionen stehen im Vergleich der Online-Broker und in der Aufstellung der Depotkosten.
Bei Wertpapieren ist die Bank steuereinfach. Sie schreibt es in ihrer Information zu Wertpapierdienstleistungen selbst: „Als depotführende Bank führt sie die KESt direkt an das Finanzamt ab. Sie müssen hier nichts weiter tun.”
Die Zahlen für 2025
| Kennzahl | 31.12.2025 | 31.12.2024 |
|---|---|---|
| Bilanzsumme | 109,6 Mrd. Euro | 105,3 Mrd. Euro |
| Privatkundenfilialen | 104 | 102 |
| Mitarbeiterkapazitäten | 4.025 | 4.483 |
Zwei dieser Zahlen werden regelmäßig falsch gedeutet.
Das Filialnetz schrumpft derzeit nicht. Nach Jahren des Abbaus weist der Geschäftsbericht für 2025 zwei Filialen mehr aus als für das Vorjahr. Wer schreibt, die Bank Austria habe ihr Netz zuletzt stark reduziert, beschreibt eine ältere Entwicklung, nicht den aktuellen Stand. Die im selben Bericht genannte Zahl von über 300 Filialen gehört zur rumänischen Alpha Bank.
Der Rückgang um 458 Mitarbeiterkapazitäten ist überwiegend kein Stellenabbau, sondern eine Folge des Verkaufs von card complete, auf das allein 303 Vollzeitäquivalente entfielen.
Was der Geschäftsbericht nicht hergibt, ist eine Kundenzahl für Österreich. Genannt werden nur Gruppenwerte der UniCredit, die mehrere Länder zusammenfassen. Jede Zahl, die als Kundenzahl der Bank Austria kursiert, ist daraus abgeleitet und nicht belegt. Dasselbe gilt für die häufig zitierten rund 5.000 Beschäftigten am Austria Campus - das ist die Belegung des Standorts, nicht die Mitarbeiterzahl der Bank.
Was sich bei den Krediten nicht belegen lässt
Für den Konsumkredit veröffentlicht die Bank Austria keinen allgemeinen Zinssatz. Der Kreditrechner auf der Website lädt seine Werte erst zur Laufzeit nach; im Quelltext stehen nur leere Formularfelder. Ein Satz wie „ab X Prozent” ließe sich daraus nicht ableiten.
Belegt ist ausschließlich ein eng befristetes Aktionsbeispiel: 5,500 Prozent variabel und 6,100 Prozent effektiv, gültig nur für 5.000 Euro über fünf Jahre mit einem Aktionscode und nur bis 13. September 2026. Als allgemeine Kondition taugt das nicht.
Quellen
- Bank Austria: Aushang Preise und Konditionen für Privatkonten, gültig ab 1. Juli 2026, abgerufen 17.08.2026
- Entgeltinformationen mit Datum 01.07.2026 für Online-Konto, GoGreen-Konto, Relax-Konto und Studentenkonto
- Preisblatt Basiskonto und Servicekarten und Debitkarten, abgerufen 17.08.2026
- Verzeichnis aller Preisblätter der Bank Austria und Impressum mit Eigentümerangabe, abgerufen 17.08.2026
- Geschäftsbericht 2025 der Bank Austria mit Bilanzsumme, Filial- und Mitarbeiterzahlen
- EZB: Liste der direkt beaufsichtigten bedeutenden Institute, Stichtag 1. Mai 2026
- Informationsblatt zur Einlagensicherung und Information zu Dienstleistungen im Wertpapiergeschäft zur KESt-Abfuhr
- Konditionen für Wertpapierorders im Internetbanking, Stand März 2026 und Preise für Dienstleistungen im Wertpapiergeschäft
- Kontovergleich mit den Aktionsbedingungen, abgerufen 17.08.2026
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Girokonto bei der Bank Austria?
Laut Aushang für Privatkonten mit Gültigkeit ab 1. Juli 2026 kostet das Online-Konto 8,19 Euro im Quartal, das GoGreen-Konto 11,46 Euro und das Relax-Konto 32,91 Euro. Auf das Jahr gerechnet sind das 32,76, 45,84 und 131,64 Euro. Studentenkonto und beide MegaCard-Konten sind kostenlos, das Basiskonto kostet 20 Euro im Quartal.
Warum ist das Relax-Konto viermal so teuer wie das Online-Konto?
Weil der Preis den Kanal abbildet, nicht den Leistungsumfang. Beim Online- und beim GoGreen-Konto kostet jede Transaktion, die nicht online läuft, ein Serviceentgelt von 4,10 Euro - Überweisung am Schalter, Bargeld an der Kassa, Dauerauftragsänderung per SmartBanking. Beim Relax-Konto sind alle diese Buchungen inkludiert. Ab rund 25 Filialvorgängen im Jahr, also gut zwei im Monat, ist das Relax-Konto das günstigere.
Ist die Bank Austria noch eine österreichische Bank?
Rechtlich ja. Die UniCredit Bank Austria AG ist ein österreichisches Kreditinstitut mit Sitz am Rothschildplatz 1 in Wien, FN 150714p. Eigentümerin ist mit 99,996 Prozent die italienische UniCredit S.p.A. Beaufsichtigt wird sie direkt von der Europäischen Zentralbank, weil sie als Teil einer bedeutenden Bankengruppe in der entsprechenden EZB-Liste geführt wird.
Wie viele Filialen hat die Bank Austria?
104 Privatkundenfilialen zum 31. Dezember 2025. Im Jahr davor waren es 102, das Netz ist also um zwei Standorte gewachsen. Die im Geschäftsbericht genannte Zahl von über 300 Filialen bezieht sich auf die rumänische Alpha Bank, nicht auf Österreich.
Bis wann gilt das kostenlose Studentenkonto?
Bis zum vollendeten 30. Lebensjahr. Für Berufsanwärter und Lehrlinge gilt es höchstens für drei Jahre Ausbildungsdauer. Ein eigenes Lehrlingskonto gibt es im Preisblatt nicht, obwohl die Website eines bewirbt. Das MegaCard-Konto für 14- bis 20-Jährige wird mit dem vollendeten 20. Lebensjahr automatisch auf ein Online-Konto umgestellt.
Was kostet die Bank-Austria-Karte im Ausland?
Fixbetrag und Prozentsatz fallen zusammen an: 2,30 Euro plus 0,80 Prozent bei der Bargeldbehebung, 1,40 Euro plus 0,80 Prozent bei der Kartenzahlung. Kostenlos ist es laut Preisblatt im Inland und innerhalb der EU in Euro sowie in Schweden in Kronen - die Grenze ist also nicht der Euroraum. Bei der Kreditkarte kommen 1,65 Prozent Bearbeitungsentgelt und 1,5 bis 2 Prozent Verkaufsabschlag zusammen.