Meldezettel und Meldepflicht: Fristen, Unterlagen und Strafen
Drei Tage nach dem Einzug muss die Anmeldung stehen. Unterlagen, Online-Anmeldung mit ID Austria, Unterschrift des Unterkunftgebers und Strafen.
Wer in Österreich eine Unterkunft bezieht, muss sich binnen drei Tagen bei der Meldebehörde anmelden. Die Frist beginnt mit dem tatsächlichen Einzug, nicht mit der Vertragsunterzeichnung und nicht mit der Schlüsselübergabe. Das gilt für Haupt- und Nebenwohnsitz gleichermaßen.
Die Anmeldung kostet nichts. Versäumnisse dagegen schon: Das Meldegesetz sieht Geldstrafen bis 726 Euro vor, im Wiederholungsfall bis 2.180 Euro.
Eckdaten zur Meldepflicht in Österreich
| Punkt | Regel |
|---|---|
| Anmeldung | binnen 3 Tagen nach dem Einzug |
| Abmeldung | binnen 3 Tagen vor oder nach dem Auszug |
| Ummeldung Haupt- und Nebenwohnsitz | binnen 1 Monat |
| Unterlagen | Meldezettel mit Unterschrift des Unterkunftgebers, Reisepass oder Geburtsurkunde |
| Online | Online-Service Meldewesen mit ID Austria oder EU Login |
| Zuständig | Gemeindeamt, in Statutarstädten der Magistrat, in Wien das Magistratische Bezirksamt |
| Kosten | keine |
| Strafe bei Verstoß | bis 726 Euro, im Wiederholungsfall bis 2.180 Euro |
Fristen für Anmeldung, Abmeldung und Ummeldung
| Vorgang | Frist |
|---|---|
| Anmeldung | 3 Tage nach dem Einzug |
| Abmeldung | 3 Tage vor oder nach dem Auszug |
| Ummeldung der Wohnsitzqualität | 1 Monat |
Die Abmeldung darf auch vor dem Auszug erledigt werden. Wer ins Ausland zieht, kann sich so noch vor der Abreise abmelden.
Die Ummeldung betrifft keinen Umzug, sondern die Änderung der Wohnsitzqualität: Wird etwa aus dem bisherigen Nebenwohnsitz der Hauptwohnsitz, gilt ein Monat. Bei einem Umzug wird dagegen abgemeldet und neu angemeldet.
Unterlagen für Anmeldung und Ummeldung
Für die Anmeldung braucht es:
- den ausgefüllten Meldezettel, für jede Person einen eigenen,
- die Unterschrift des Unterkunftgebers auf dem Meldezettel,
- eine Urkunde mit Namen, Geburtsdatum, Geburtsort und Staatsangehörigkeit, etwa Reisepass oder Geburtsurkunde, gegebenenfalls Nachweise akademischer Grade,
- bei Nicht-Österreichern zusätzlich ein Reisedokument.
Wer nicht persönlich erscheint, schickt den Meldezettel mit Originalen oder beglaubigten Abschriften der Urkunden. Minderjährige melden die Eltern oder anderen Erziehungsberechtigten an. Bei Neugeborenen kann die Anmeldung zusammen mit der Geburtsanzeige beim Standesamt erfolgen, wenn der Meldezettel vorher ausgefüllt wurde, etwa im Krankenhaus.
Das Formular „Meldezettel” steht auf oesterreich.gv.at zum Herunterladen bereit.
Meldezettel online: Anmeldung mit ID Austria
An-, Ab- und Ummeldungen sind über den Online-Service Meldewesen auf oesterreich.gv.at möglich, mit ID Austria oder EU Login. Dafür müssen zwei Bedingungen erfüllt sein:
- Sie waren schon einmal in Österreich gemeldet, Ihre Identitätsdaten sind also im Zentralen Melderegister gespeichert.
- Die Wohnung ist im Gebäude- und Wohnungsregister erfasst.
Eigene minderjährige Kinder lassen sich online nur anmelden, wenn sie im Zentralen Personenstandsregister erfasst sind, also am oder nach dem 1. November 2014 in Österreich geboren wurden. Per E-Mail oder Fax nimmt die Meldebehörde keine Anmeldung an. Offline bleiben der persönliche Weg zum Gemeindeamt oder Magistrat und der Postweg.
Haupt- und Nebenwohnsitz
Der Hauptwohnsitz ist die Unterkunft, die zum Mittelpunkt der Lebensbeziehungen gemacht wird. Maßgeblich sind die tatsächlichen Verhältnisse: wo jemand arbeitet, die Familie hat, den Alltag verbringt. Für einen Nebenwohnsitz genügt ein Anknüpfungspunkt, etwa ein Wochenendhaus, eine Zweitwohnung am Arbeitsort oder ein Zimmer am Studienort.
Beide sind meldepflichtig, und für beide gilt dieselbe Dreitagesfrist. Die Wahl ist keine freie Entscheidung, sondern folgt den Lebensumständen. Am Hauptwohnsitz hängen weitere Pflichten, etwa der ORF-Beitrag, der pro Adresse anfällt, sobald dort mindestens eine volljährige Person mit Hauptwohnsitz gemeldet ist.
Unterschrift des Unterkunftgebers
Der Unterkunftgeber bestätigt mit seiner Unterschrift, dass die Person tatsächlich dort wohnt. Das ist meist der Vermieter, bei Untermiete der Hauptmieter, im Eigentum die meldende Person selbst.
Die Unterschrift ist eine echte Pflicht. Wer sie verweigert, begeht eine Verwaltungsübertretung, ebenso wer unterschreibt, obwohl er Grund zur Annahme hat, dass die Person nicht einzieht oder nicht binnen einer Woche einziehen wird. Beides kostet bis zu 360 Euro.
Strafen nach dem Meldegesetz
| Verstoß | Strafrahmen | im Wiederholungsfall |
|---|---|---|
| Meldepflicht verletzt, Anmeldung ohne Unterkunftnahme, falsche Identitätsdaten, Verstöße beim Gästeverzeichnis | bis 726 Euro | bis 2.180 Euro |
| Urkunden nicht fristgerecht nachgebracht, Unterschrift als Unterkunftgeber verweigert oder ungerechtfertigt geleistet | bis 360 Euro | bis 1.090 Euro |
| Scheinanmeldung gegen Entgelt veranlasst | bis 1.500 Euro | - |
Die letzte Zeile zielt auf das Vermitteln von Anmeldungen an Adressen, an denen niemand wohnt. Hier ist bereits der Versuch strafbar. Die Beträge sind Höchstsätze: Eine um wenige Tage verspätete Anmeldung ist etwas anderes als eine bewusst falsche.
Meldebestätigung und Meldeauskunft
Die Meldebestätigung ist der amtliche Nachweis der aufrechten Meldung. Nach der Anmeldung gibt es sie schriftlich, später auch online über das digitale Amtsservice, für sich selbst und für Kinder unter 18 im selben Haushalt. Die historische Meldebestätigung zeigt zusätzlich frühere An- und Abmeldungen.
Umgangssprachlich heißt diese Bestätigung oft noch „Meldezettel”. Genau genommen ist der Meldezettel das Formular, mit dem man sich anmeldet. Den Hauptwohnsitz einer anderen Person erfährt man über eine Meldeauskunft, für die man die eigene Identität nachweisen muss.
Quellen
Abrufe am 02.09.2026, Unterlagen, Online-Service und Strafrahmen am 14.10.2026.
- oesterreich.gv.at: Bei der Behörde melden - Fristen, Meldebestätigung, Meldeauskunft
- oesterreich.gv.at: Anmeldung eines Wohnsitzes - Unterlagen, Online-Anmeldung mit ID Austria oder EU Login, Kosten, zuständige Stellen, Neugeborene
- oesterreich.gv.at: Formular Meldezettel
- Meldegesetz im RIS: § 3 Anmeldung und elektronische Anmeldung, § 22 Strafbestimmungen
Häufig gestellte Fragen
Wie lange habe ich Zeit für die Anmeldung?
Drei Tage ab dem Bezug der Unterkunft. Die Frist beginnt mit dem tatsächlichen Einzug, nicht mit der Vertragsunterzeichnung oder der Schlüsselübergabe.
Was brauche ich zum Anmelden oder Ummelden?
Den ausgefüllten Meldezettel mit der Unterschrift des Unterkunftgebers und eine Urkunde mit Namen, Geburtsdatum, Geburtsort und Staatsangehörigkeit, etwa Reisepass oder Geburtsurkunde. Nicht-Österreicher brauchen zusätzlich ein Reisedokument.
Kann ich mich online anmelden?
Ja, über den Online-Service Meldewesen auf oesterreich.gv.at mit ID Austria oder EU Login. Voraussetzung ist, dass Sie schon einmal in Österreich gemeldet waren. Per E-Mail oder Fax ist keine Anmeldung möglich.
Was kostet die Anmeldung?
Nichts. Die An-, Ab- und Ummeldung ist gebührenfrei.
Welche Frist gilt für die Abmeldung?
Drei Tage, wahlweise vor oder nach dem Auszug. Die Abmeldung kann also schon vor dem Auszug erledigt werden.
Was kostet eine versäumte Anmeldung?
Das Meldegesetz sieht bis zu 726 Euro vor, im Wiederholungsfall bis zu 2.180 Euro. Wer angeforderte Urkunden nicht nachbringt, riskiert bis zu 360 Euro beziehungsweise 1.090 Euro.
Muss der Vermieter unterschreiben?
Ja, der Unterkunftgeber bestätigt die Unterkunftnahme mit seiner Unterschrift. Eine Weigerung ist selbst strafbar, mit bis zu 360 Euro.
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