Gaspreis & Gastarife Österreich 2026 | Vergleich
Gastarife Österreich 2026 vergleichen: Anbieter wechseln, Kosten senken, bis zu 800 Euro pro Jahr sparen. Jetzt Tarifrechner nutzen.
Aktuelle Preise und Marktentwicklung
Nach dem Preisschock der Jahre 2022 und 2023 hat sich der Gasmarkt in Europa weitgehend stabilisiert. 2026 liegen die Großhandelspreise für Erdgas deutlich unter den Rekordwerten der Krise, aber weiterhin über dem Niveau von 2020 oder 2021. Für österreichische Haushalte bedeutet das: Heizen mit Gas bleibt teurer als vor der Krise, doch wer den Anbieter wechselt oder seinen Tarif optimiert, kann 2026 jährlich mehrere hundert Euro sparen.
Wir beleuchten auch aktuelle politische Entwicklungen wie den Ausstieg Österreichs aus russischem Gas, die CO2-Bepreisung und die Förderungen für den Heizungstausch.
Zusammensetzung des Gaspreises 2026
Eine Gasrechnung in Österreich besteht aus drei Hauptbestandteilen. Nur einen davon können Sie durch Anbieterwahl beeinflussen.
1. Energiepreis
Der Energiepreis beinhaltet den Arbeitspreis pro Kilowattstunde sowie einen monatlichen Grundpreis. 2026 bewegt sich der Arbeitspreis bei den günstigsten Anbietern zwischen 4 und 7 Cent pro kWh. Klassische Landesversorger verlangen 8 bis 11 Cent.
2. Netzentgelte
Das Netzentgelt wird von der E-Control festgelegt. Es deckt Instandhaltung und Betrieb der Gasleitungen. 2026 liegt es je nach Netzgebiet zwischen 1,5 und 3 Cent pro kWh.
3. Steuern und Abgaben
Dazu gehören die Erdgasabgabe (aktuell rund 0,66 Cent pro kWh), die CO2-Bepreisung (2026 bei 65 Euro pro Tonne CO2, was rund 1,3 Cent pro kWh Gas entspricht) sowie 20 Prozent Umsatzsteuer.
Durchschnittlicher Gasverbrauch in Österreich
- Wohnung 60 qm (Gastherme, 1–2 Personen): 8.000 bis 12.000 kWh pro Jahr
- Wohnung 90 qm (Familie): 12.000 bis 16.000 kWh
- Einfamilienhaus gut gedämmt: 15.000 bis 20.000 kWh
- Einfamilienhaus schlecht gedämmt: 25.000 bis 35.000 kWh
Bei einem Durchschnittshaushalt mit 15.000 kWh Jahresverbrauch kostet Gas 2026 zwischen 1.500 Euro (Diskonter) und 2.300 Euro (Grundversorger). Die Einsparmöglichkeiten sind dementsprechend groß.
Die wichtigsten Gasanbieter in Österreich 2026
Wien Energie
Wien Energie ist im Großraum Wien der größte Gasversorger. Der Tarif “Optima Gas” ist die Standardvariante. Für preisbewusste Kunden gibt es “Optima Entspannt Gas” mit Fixpreisgarantie.
EVN
Die EVN ist in Niederösterreich marktführend und bietet verschiedene Tarife mit unterschiedlichen Laufzeiten und Preismodellen an. Neukundenboni von bis zu 150 Euro sind keine Seltenheit.
Energie AG Oberösterreich
In Oberösterreich ist die Energie AG einer der wichtigsten Gasanbieter. Die Tarife richten sich an Haushalte, Unternehmen und die Industrie.
Salzburg AG, Energie Steiermark, Energie Burgenland
Auch diese Landesversorger bieten Standardtarife für Gaskunden an. Sie sind in der Regel teurer als die unabhängigen Diskonter, jedoch nahe an den Kunden und mit regionalem Service.
Unabhängige Gasanbieter
Die größte Ersparnis erzielen Sie meist mit Anbietern wie Montana, MaxEnergy, Switch, gas connect, EnergieAllianz Austria oder VERBUND Energy4Business (für Gewerbekunden). Viele dieser Anbieter werben 2026 aktiv mit Neukundenboni zwischen 100 und 250 Euro.
Tarifmodelle: Fixpreis vs. Marktpreis
Fixpreistarif: Der Arbeitspreis ist für 12 bis 24 Monate garantiert. Planungssicher, aber oft leicht teurer als der Marktpreis.
Indexierter Tarif: Der Preis richtet sich nach einem Gasbörsenindex (z. B. ÖGPI) und passt sich monatlich oder quartalsweise an. 2026 ist diese Variante oft die günstigste, birgt aber ein gewisses Preisrisiko.
Kombitarif Strom und Gas: Viele Anbieter gewähren einen Rabatt, wenn Sie Strom und Gas aus einer Hand beziehen. Rechnen Sie aber genau nach – oft ist die getrennte Buchung trotz Kombivorteil günstiger.
Gasanbieter wechseln: So funktioniert es
- Jahresverbrauch in kWh ermitteln (siehe letzte Jahresrechnung).
- Tarifkalkulator nutzen: tarifkalkulator.e-control.at oder unabhängige Vergleichsportale.
- Neukundenbonus prüfen: Achten Sie darauf, ob Sie den Bonus im ersten oder zweiten Jahr erhalten.
- Zählpunktnummer bereithalten (14-stellig).
- Online-Vertrag abschließen: Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung.
- Wechsel erfolgt automatisch innerhalb von zwei bis drei Wochen.
Der Gaswechsel ist – wie beim Strom – zu 100 Prozent sicher. Ihre Gasversorgung läuft ohne Unterbrechung weiter.
CO2-Bepreisung 2026: Wie sie Ihre Rechnung beeinflusst
Die österreichische CO2-Bepreisung wurde 2022 eingeführt und steigt jährlich. 2026 liegt der CO2-Preis bei 65 Euro pro Tonne. Für einen Haushalt mit 15.000 kWh Gasverbrauch bedeutet das zusätzliche Kosten von rund 195 Euro pro Jahr. Als Ausgleich erhalten alle Steuerpflichtigen den Klimabonus, dessen Höhe regional gestaffelt ist und 2026 zwischen 110 und 220 Euro pro Person beträgt.
Russisches Gas: Österreichs Ausstiegspfad
Österreich hat bis Ende 2024 seine Abhängigkeit von russischem Gas auf praktisch null reduziert. Die OMV hat ihren Langzeitvertrag mit Gazprom beendet, die Lieferungen kommen 2026 größtenteils aus Norwegen, Deutschland (via LNG-Terminals) und über die transadriatische Pipeline (TAP). Für Endkunden bedeutet das zwar eine solidere Versorgungssicherheit, aber auch leicht höhere Beschaffungspreise verglichen mit den günstigen Pipeline-Importen der Vergangenheit.
Heizkosten senken: 10 Tipps für Gaskunden
- Thermostate nachrüsten: Programmierbare Thermostate senken den Verbrauch um bis zu 10 Prozent.
- Richtige Raumtemperatur: Jedes Grad weniger spart rund 6 Prozent Energie.
- Stoßlüften statt Kippfenster: Dreimal täglich 5 Minuten reichen.
- Heizung entlüften: Luft in den Heizkörpern kostet bis zu 15 Prozent Effizienz.
- Rollläden nachts schließen: Reduziert Wärmeverluste über Fenster.
- Hydraulischer Abgleich: Professionelle Einstellung der Heizungsanlage.
- Dämmung prüfen: Vor allem oberste Geschoßdecke und Kellerdecke.
- Heizkörper freihalten: Möbel und Vorhänge vor Heizkörpern blockieren Wärme.
- Warmwassertemperatur reduzieren: 55 bis 60 Grad reichen hygienisch.
- Gastherme warten lassen: Eine gewartete Therme arbeitet bis zu 15 Prozent effizienter.
Heizungstausch: Förderungen 2026
Die Bundesregierung und die Länder fördern den Umstieg von Gas auf klimafreundliche Heizungen massiv. 2026 gelten folgende Eckpunkte:
- “Raus aus Öl und Gas”-Bonus: Bis zu 23.000 Euro für den Tausch einer Gastherme gegen eine Wärmepumpe.
- Einkommensschwache Haushalte: Bis zu 100 Prozent Förderung der Investition.
- Kombiförderungen: Landesboni, Sanierungsscheck und die klimaaktiv-Standards.
- Steuerliche Absetzbarkeit: Gewisse Sanierungsmaßnahmen können über die “Öko-Sonderausgabenpauschale” abgesetzt werden.
Wer 2026 in einem Einfamilienhaus eine alte Gastherme betreibt, sollte einen Tausch ernsthaft prüfen. Die Kombination aus Förderungen, steigendem CO2-Preis und sinkenden Wärmepumpenkosten macht den Umstieg oft sehr attraktiv.
Gasausstieg: Verbot neuer Gasheizungen
Seit 2023 ist der Einbau von Gasheizungen in Neubauten in Österreich verboten. In Bestandsgebäuden ist der Einbau zwar noch erlaubt, jedoch werden die Auflagen ab 2028 deutlich verschärft. Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) sieht den vollständigen Ausstieg aus fossilen Heizungen bis 2040 vor. Wer also 2026 eine neue Heizung plant, sollte auf zukunftssichere Technologien setzen.
Rechte und Pflichten beim Gasvertrag
- Sonderkündigungsrecht: Bei Preiserhöhungen können Sie innerhalb der gesetzten Frist außerordentlich kündigen.
- Umzug: Sie können den bestehenden Gasvertrag mitnehmen oder ihn bei Adresswechsel kündigen.
- Rücktrittsrecht: Online abgeschlossene Verträge können innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden.
- Transparenz: Der Anbieter muss Sie spätestens zwei Wochen vor Preisänderungen schriftlich informieren.
Vergleichsportale und Tarifrechner
Nutzen Sie für den Gastarifvergleich stets mehrere Quellen:
- E-Control Tarifkalkulator (offiziell, neutral)
- Durchblicker, Check24 Österreich, Compera
- Direktanbieter-Websites (oft mit exklusiven Boni)
Prüfen Sie die Tarifdetails genau: Boni, Laufzeiten, Preisgarantien, Kündigungsfristen und etwaige Vorauszahlungen. Ein günstiger Arbeitspreis nützt wenig, wenn der Grundpreis hoch ist.
Auch 2026 bleibt Gas in Österreich ein bedeutender Energieträger – mit deutlichen Preisunterschieden zwischen Grundversorgern und Diskontern. Wer vergleicht, wechselt und parallel den Gasverbrauch durch sinnvolle Maßnahmen senkt, kann seine Jahreskosten spürbar reduzieren. Gleichzeitig lohnt es sich, die mittelfristige Perspektive zu berücksichtigen: Der politische und regulatorische Rahmen zielt auf einen Ausstieg aus fossilem Gas. Die aktuell hohen Förderungen für den Heizungstausch machen einen Umstieg auf Wärmepumpe, Fernwärme oder Biomasse 2026 attraktiver denn je.
Für kurzfristige Entlastung ist der Anbieterwechsel die effizienteste Methode – innerhalb weniger Minuten lassen sich oft mehrere hundert Euro pro Jahr einsparen. Für langfristige Planungssicherheit ist der Blick auf alternative Heizsysteme empfehlenswert. So bleibt Ihr Haushalt auch 2026 und darüber hinaus finanziell und ökologisch auf der richtigen Seite.
Weiterführende Artikel
- Strom-Tarifvergleich Österreich
- Internet-Anbieter im Vergleich
- Handyvertrag kündigen
- Alle Tarife im Überblick
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der Gaspreis in Österreich 2026?
Der Gesamtpreis für Erdgas liegt 2026 bei Haushalten durchschnittlich zwischen 9 und 13 Cent pro Kilowattstunde. Bei günstigen Diskontern startet der reine Arbeitspreis bereits bei rund 4 bis 6 Cent pro kWh.
Lohnt sich ein Wechsel des Gasanbieters 2026?
Ja, ein Wechsel lohnt sich 2026 besonders. Im Vergleich zur Grundversorgung sparen Haushalte mit durchschnittlichem Verbrauch jährlich 400 bis 800 Euro. Der Wechsel ist kostenlos und unkompliziert.
Wie kündige ich meinen alten Gasvertrag?
Sie müssen nicht selbst kündigen. Der neue Gasanbieter übernimmt die Kündigung beim alten Lieferanten automatisch. Sie erhalten am Ende eine Schlussabrechnung.
Welcher Gasanbieter ist der günstigste in Österreich?
Zu den günstigsten Gasanbietern 2026 zählen unter anderem Montana, MaxEnergy, Switch und gas connect. Welcher konkret der billigste ist, hängt von Postleitzahl und Jahresverbrauch ab.
Chefredakteur finanzinfo.at
Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.