Strompreis & Stromtarife Österreich 2026 | Vergleich
Stromtarife Österreich 2026 vergleichen: Verbund, Wien Energie & Co. Jetzt Anbieter wechseln und bis zu 600 Euro pro Jahr sparen.
Aktuelle Preise und Anbieterwechsel
Die Strompreise in Österreich sind 2026 zwar gegenüber den Rekordwerten der Energiekrise deutlich gesunken, bleiben aber auf einem historisch hohen Niveau. Nach dem Auslaufen der Strompreisbremse Ende 2024 und der schrittweisen Anhebung der Netzentgelte 2025 und 2026 zahlen Haushalte erneut den vollen Marktpreis. Wer allerdings bereit ist, den Anbieter zu wechseln oder das Tarifmodell zu optimieren, kann 2026 jährlich zwischen 300 und 600 Euro sparen – je nach Verbrauch und Bundesland.
Zusätzlich zeigen wir die Unterschiede zwischen klassischen Fixpreis-Tarifen, Floatern und stundengenauen Spotmarkttarifen – und für welchen Haushaltstyp welches Modell geeignet ist.
Wie setzt sich der Strompreis in Österreich 2026 zusammen?
Viele Konsumentinnen und Konsumenten glauben, der Strompreis sei eine einzige Pauschale. Tatsächlich besteht Ihre Stromrechnung aus drei großen Blöcken, die jeweils etwa ein Drittel der Gesamtkosten ausmachen.
1. Energiepreis (Arbeitspreis und Grundpreis)
Der Energiepreis ist jener Teil, den Sie mit Ihrem gewählten Stromanbieter frei aushandeln können. Er besteht aus einem Arbeitspreis in Cent pro Kilowattstunde sowie einem monatlichen Grundpreis. 2026 bewegt sich der reine Arbeitspreis bei den günstigsten Anbietern zwischen 9 und 14 Cent pro kWh, bei klassischen Landesversorgern zwischen 16 und 22 Cent.
2. Netzentgelte
Die Netzentgelte werden von der E-Control jährlich festgelegt und sind regional unterschiedlich. Sie vergüten den Betrieb der Stromleitungen. 2026 liegen die Systemnutzungsentgelte für einen Durchschnittshaushalt je nach Netzgebiet zwischen rund 6 und 10 Cent pro kWh. Auf die Netzentgelte haben Sie als Kunde keinen Einfluss – unabhängig vom gewählten Anbieter zahlen Sie denselben Betrag.
3. Steuern und Abgaben
Dazu zählen die Elektrizitätsabgabe, die Ökostromförderung (Ökostrompauschale und Ökostromförderbeitrag) sowie 20 Prozent Umsatzsteuer. Die Elektrizitätsabgabe wurde 2024 wieder auf 1,5 Cent pro kWh angehoben. Zusammen machen Steuern und Abgaben 2026 etwa 25 bis 30 Prozent der Gesamtkosten aus.
Durchschnittlicher Stromverbrauch in Österreich
Um die Kosten realistisch einschätzen zu können, sollten Sie Ihren Jahresverbrauch kennen. Orientierungswerte für 2026:
- Single-Haushalt (1 Person, 50 qm): 1.500 bis 2.000 kWh pro Jahr
- Paar-Haushalt (2 Personen, 70 qm): 2.500 bis 3.500 kWh
- Familie (3 bis 4 Personen, 100 qm): 4.000 bis 5.000 kWh
- Großfamilie oder Einfamilienhaus mit Elektrogeräten: 5.500 bis 7.000 kWh
- Haushalt mit Wärmepumpe: zusätzlich 3.000 bis 6.000 kWh
- Haushalt mit E-Auto (15.000 km/Jahr): zusätzlich rund 3.000 kWh
Bei einem Durchschnittshaushalt mit 3.500 kWh liegt die Jahresrechnung 2026 bei einem Standardtarif zwischen 1.050 und 1.200 Euro. Mit einem Diskonttarif sind 700 bis 850 Euro realistisch – eine Ersparnis von bis zu 500 Euro jährlich.
Die wichtigsten Stromanbieter in Österreich 2026
Verbund
Der Verbund ist Österreichs größter Stromerzeuger und Betreiber zahlreicher Wasserkraftwerke. Der Tarif “Verbund Strom Privat” bietet 2026 einen Mix aus 100 Prozent erneuerbarer Energie, primär aus heimischer Wasserkraft. Preislich liegt der Verbund im mittleren Segment, punktet aber mit Preisstabilität und einer sehr soliden Ökostromherkunft.
Wien Energie
Wien Energie versorgt den Großraum Wien und bietet 2026 mehrere Tarifvarianten an, darunter “Optima Entspannt” (Fixpreis) und “Optima Float” (marktpreisgebunden). Wien Energie kombiniert klassische Grundversorgung mit attraktiven Bestandskundenboni und digitalen Services in der App “Wien Energie Hub”.
EVN (Niederösterreich)
Die EVN ist der Platzhirsch in Niederösterreich und Teilen des Burgenlands. Der Tarif “EVN Optima” richtet sich an Privathaushalte und umfasst ausschließlich zertifizierten Ökostrom. 2026 hat die EVN ein neues Bonusmodell für Neukunden eingeführt, das einen einmaligen Startbonus von bis zu 100 Euro beinhaltet.
Energie AG Oberösterreich
Die Energie AG versorgt Oberösterreich und bietet sowohl konventionelle als auch grüne Tarife. Besonders interessant ist der Tarif “Strom Natur” mit Herkunftsnachweisen aus heimischer Wasserkraft.
Salzburg AG, TIWAG, VKW, KELAG, Energie Burgenland, Energie Steiermark
Die weiteren Landesenergieversorger bieten ähnliche Tariflogiken. Sie sind oft teurer als überregionale Diskonter, punkten jedoch mit regionaler Verbundenheit und Servicestellen vor Ort.
Unabhängige Diskonter
Zu den günstigsten Anbietern 2026 zählen in der Regel awattar, MaxEnergy, Easy Green Energy, Switch, spot.at, Montana sowie der Ökostromspezialist oekostrom AG. Diese Anbieter agieren österreichweit und haben oft sehr transparente Preismodelle ohne versteckte Gebühren.
Tarifmodelle 2026: Fixpreis, Floater oder Spotmarkt?
Fixpreistarif
Bei einem Fixpreistarif ist der Arbeitspreis pro kWh für eine bestimmte Laufzeit (meist 12 Monate) garantiert. Sie wissen genau, was Sie pro kWh zahlen – unabhängig von Marktbewegungen. Vorteil: Planungssicherheit. Nachteil: Wenn die Großhandelspreise fallen, profitieren Sie nicht sofort.
Floater (marktpreisgebundener Tarif)
Floater richten sich nach dem durchschnittlichen Monatsmarktpreis (meist dem österreichischen oder deutschen Baseload-Index). Sie passen sich nach oben und unten an. 2026 sind Floater für sparsame, flexible Haushalte oft die günstigste Option – vorausgesetzt, Sie können Preisschwankungen akzeptieren.
Spotmarkttarif (stundenbasiert)
Der bekannteste Spotmarkttarif ist “awattar hourly”. Hier zahlen Sie stundengenau den Börsenpreis plus einen kleinen Aufschlag. Für Haushalte mit Smart Meter, die Verbraucher wie Wärmepumpe, E-Auto oder Geschirrspüler gezielt in günstige Nachtstunden verschieben können, ist das Modell extrem attraktiv. In negativen Preisphasen (z. B. starker Wind, viel Sonne) bekommen Sie den Strom sogar fast gratis.
Stromanbieter wechseln: Schritt für Schritt
Der Wechsel des Stromanbieters ist in Österreich denkbar einfach und birgt keine Risiken. Es kommt zu keiner Versorgungsunterbrechung, da der Netzbetreiber unabhängig vom gewählten Lieferanten dieselbe Leitung nutzt.
- Jahresverbrauch ermitteln: Nehmen Sie Ihre letzte Jahresrechnung zur Hand. Dort finden Sie den Verbrauch in kWh.
- Tarifrechner nutzen: Die E-Control betreibt unter tarifkalkulator.e-control.at einen offiziellen, unabhängigen Vergleichsrechner. Auch finanzinfo.at-Partnerrechner bieten zusätzliche Filter.
- Wunschtarif auswählen: Achten Sie auf Grundpreis, Arbeitspreis, Neukundenbonus, Laufzeit und Kündigungsfrist.
- Online-Antrag ausfüllen: Sie benötigen Zählpunktnummer (13-stellig, auf der Rechnung), Adresse und Bankverbindung.
- Kündigung übernimmt der neue Anbieter: Der neue Lieferant kündigt den alten Vertrag automatisch. Sie müssen nichts weiter tun.
- Wechseltermin abwarten: Der Wechsel erfolgt in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen.
Strompreisbremse und Förderungen 2026
Die bundesweite Strompreisbremse ist mit Jahresende 2024 ausgelaufen. Für 2026 gelten jedoch weiterhin einige Entlastungen:
- Netzkostenzuschuss für einkommensschwache Haushalte
- GIS-Befreiung inkl. Ökostrom-Förderbeitragsbefreiung für Bezieher bestimmter Sozialleistungen
- Energie- und Klimabonus einiger Bundesländer (z. B. Wien, Oberösterreich)
- Ö-Cert-Förderung für PV-Anlagen und Stromspeicher auf Landesebene
Prüfen Sie unbedingt, ob Sie eine dieser Entlastungen in Anspruch nehmen können – die Anträge sind oft mit wenig Aufwand verbunden.
Strom sparen: Die 12 effektivsten Tipps für 2026
- Standby-Verbrauch eliminieren: Schaltbare Steckerleisten sparen bis zu 100 Euro pro Jahr.
- LED statt Halogen: Ein Komplettumstieg spart bei vielen Leuchten bis zu 80 Prozent.
- Wasserkocher statt Herd: Elektrische Wasserkocher sind effizienter als Herdplatten.
- Waschen bei 30 Grad: Moderne Waschmittel arbeiten auch kalt sehr effektiv.
- Wäschetrockner vermeiden: Ein Wäschetrockner verbraucht jährlich bis zu 400 kWh.
- Kühlschrank richtig einstellen: 7 Grad reichen völlig. Jedes Grad kälter bedeutet etwa sechs Prozent mehr Verbrauch.
- Geschirrspüler voll befüllen und Eco-Programm nutzen.
- Router nachts abschalten spart 20 bis 40 Euro pro Jahr.
- Alte Heizungspumpe tauschen: Hocheffizienzpumpen sparen bis zu 80 Prozent.
- Smart Meter nutzen: Mit dem Viertelstunden-Datenzugriff erkennen Sie Stromfresser.
- PV-Überschussladen: Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, sollte Warmwasser mit Überschussstrom erzeugen.
- Tarif mindestens einmal pro Jahr prüfen: Der Markt ändert sich laufend – Bonusangebote kommen und gehen.
Ökostrom in Österreich 2026: Was bedeutet das wirklich?
Der Begriff “Ökostrom” ist in Österreich nicht einheitlich geschützt. Echter, zusätzlicher Ökostrom stammt aus Anlagen, die neu gebaut oder mit Herkunftsnachweis aus Ökokraftwerken ausgestattet sind. Achten Sie auf folgende Gütesiegel:
- Umweltzeichen UZ 46
- Grüner Strom Label
- TÜV-zertifizierte Ökotarife
- Herkunft aus österreichischer Wasserkraft mit Nachweis
Viele Landesversorger bieten Ökostrom im Basistarif, ohne dass Sie dafür extra zahlen müssen. Wer konsequent grün sein möchte, wählt Anbieter wie oekostrom AG, AAE Naturstrom oder Ökoenergie Tirol.
Smart Meter: Pflicht und Chance
In Österreich sind bis Ende 2024 über 95 Prozent aller Haushalte mit einem Smart Meter ausgestattet. 2026 ist die Einführung praktisch abgeschlossen. Als Kunde haben Sie das Recht, den Smart Meter im sogenannten “Opt-In”-Modus zu betreiben, wodurch Sie Zugriff auf Viertelstundenwerte erhalten. Diese Daten sind die Grundlage für stundengenaue Spotmarkttarife und helfen beim gezielten Stromsparen.
Stromkosten im Mehrfamilienhaus senken
Mieterinnen und Mieter können genauso den Stromanbieter wechseln wie Eigentümer. Der Mietvertrag spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass Sie der Vertragspartner beim Energieversorger sind. Bei Allgemeinstrom (Stiegenhaus, Lift) liegt die Entscheidung bei der Hausverwaltung – hier lohnt sich eine Initiative der Wohnungseigentümergemeinschaft.
Was tun bei Preiserhöhungen?
Wenn Ihr Anbieter die Preise erhöht, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Dieses gilt unabhängig von der regulären Kündigungsfrist. Reagieren Sie innerhalb der gesetzten Frist (meist zwei bis vier Wochen) und wechseln Sie direkt zu einem günstigeren Anbieter. Auch bei Umzug können Sie den Vertrag kündigen oder mitnehmen – prüfen Sie im Vorfeld die Konditionen.
Die Stromkosten bleiben 2026 ein spürbarer Posten im Haushaltsbudget. Wer jedoch vergleicht, wechselt und clever optimiert, kann seine Jahresrechnung deutlich senken. Nutzen Sie den Tarifkalkulator der E-Control, prüfen Sie mindestens einmal jährlich Ihren Tarif und überlegen Sie, ob für Ihr Verbrauchsprofil ein Fixpreis, ein Floater oder ein stundenbasierter Spotmarkttarif am besten passt. Besitzer von PV-Anlagen, Wärmepumpen oder E-Autos sollten unbedingt Tarife mit dynamischer Preisstruktur in Betracht ziehen – das Sparpotenzial ist enorm.
Mit der richtigen Kombination aus Anbieterwahl, bewusstem Verbrauch und Nutzung von Förderungen bleibt Strom auch 2026 bezahlbar – und Sie leisten obendrein einen Beitrag zur Energiewende.
Weiterführende Artikel
- Strom-Tarifvergleich Österreich
- Internet-Anbieter im Vergleich
- Handyvertrag kündigen
- Alle Tarife im Überblick
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der durchschnittliche Strompreis in Österreich 2026?
Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt 2026 bei rund 28 bis 33 Cent pro Kilowattstunde inklusive aller Abgaben, Netzentgelte und Steuern. Reine Energiepreise der Diskonter starten bei etwa 9 bis 12 Cent pro kWh.
Wie oft kann ich den Stromanbieter in Österreich wechseln?
Sie können Ihren Stromanbieter in Österreich so oft wechseln, wie Sie möchten. Der Wechsel ist kostenlos, dauert maximal drei Wochen und erfordert keine Unterbrechung der Stromversorgung.
Welcher Stromanbieter ist 2026 am günstigsten?
Die günstigsten Stromanbieter 2026 sind meist Diskonter wie awattar, Easy Green Energy, MaxEnergy oder spot.at. Der konkrete Bestpreis hängt von Verbrauch, Postleitzahl und Tarifmodell ab.
Was kostet 1 kWh Strom in Wien 2026?
Inklusive Netz, Steuern und Abgaben kostet 1 kWh Strom in Wien 2026 durchschnittlich rund 29 bis 32 Cent. Bei einem reinen Floaterprodukt kann der Arbeitspreis der Energie deutlich niedriger liegen.
Chefredakteur finanzinfo.at
Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.